Der Yala Nationalpark im Südosten Sri Lankas ist nicht nur der größte sondern auch der beliebteste Nationalpark. Hunderte von Jeeps kutschieren hier täglich Touristen durch, weil du hier wilde Elefanten und mit viel Glück sogar Leoparden sehen kannst. Wir waren skeptisch, weil wir vorher vom Massentourismus gehört hatten, wollten uns aber ein eigenes Bild machen. Das wollen wir dir weitergeben – mit allen Infos rund um deinen Besuch im Yala Nationalpark.

Yala Nationalpark – Orientierung

Der Yala Nationalpark ist das größte Naturschutzgebiet Sri Lankas und umfasst eine Fläche von fast 1300km². Der Park ist in fünf Blöcke eingeteilt, von denen aber nur zwei von Touristen besichtigt werden dürfen.

Kumana ist am besten von Arugam im Norden erreichbar und wegen vieler Wasserstellen wohl besonders für die Vogelbeobachtung geeignet. Yala West hat eher eine karge Savannenlandschaft, die das Beobachten von Tieren aber erleichtert. Als ideale Besuchszeit für Yala West gelten die Monate zwischen Dezember und Mai. Wir waren Ende Dezember im Park.

Yala Nationalpark – Organisation deiner Safari

Rund um den Yala Nationalpark werden Safaritouren in Hülle und Fülle angeboten. Als Ausgangspunkte liegen Tissamahara und Kirinda sehr praktisch, da du von hier aus in kurzer Zeit am Parkeingang sein kannst. Die meist gebuchte Safari ist eine Halbtagestour durch den Park, die vormittags oder nachmittags gemacht werden kann. Da im Morgengrauen die meisten Tiere unterwegs sind und sich über Mittag eher wieder in den Schatten zurückziehen, bietet sich eine Safari am Vormittag an.

Wir haben unsere Tour ganz entspannt am Vortag direkt über unseren Gastgeber in Kirinda* gebucht, der dann alles für uns in die Wege geleitet hat. Da wir eine nette deutsche Familie mit an Bord hatten, mussten wir etwas weniger zahlen. Mit Eintritt und Fahrer haben wir zu zweit 11500 Rupie bezahlt (57€).

Der Jeep

Alle Jeeps, die wir gesehen haben, hatten hinten sechs Sitzplätze. Meistens sind die hinteren etwas erhöht, damit du dort auch noch etwas siehst. Aber die vorderen vier Plätze sind schon die besten. Ob links oder rechts die bessere Seite ist lässt sich nicht sagen. Denn es ist einfach schwer vorherzusehen ist, wo die Tiere auftauchen werden. Das ist Glückssache.

In der Regel sollten die Jeeps einen Vierradantrieb haben, da die Straßen oft nur huckelige Schlammwege sind. Auf unserem Jeep stand zwar fett „4×4 Off Road only“ drauf, aber er hatte trotzdem nur Hinterradantrieb. Das ist uns ganze zwei Mal zum Verhängnis geworden als wir feststeckten und von mehreren anderen Jeeps nicht rausgezogen werden konnten. Das ist also etwas, worauf ihr bei der Buchung eurer Safari achten könnt!

Früher Start

Wir sind morgens schon um 5 Uhr aufgebrochen obwohl der Park erst um 6 Uhr öffnet. Damit man aber unter den ersten Jeeps ist, starten viele schon so früh. Der Weg bis zum Eingang ist kurz und die Tickets hat unser Fahrer dort für uns organisiert. Essen kannst du im Park keines kaufen, du solltest also auf jeden Fall ein Lunchpaket einpacken oder bei deiner Unterkunft nachfragen, ob sie dir das Frühstück mitgeben können.

In der Regel dauert so eine halbtägige Safari vier bis fünf Stunden mit einer kurzen Strandpause. Dort gibt es auch Toiletten, die vor allem für die Frauen mit ordentlich Wartezeit verbunden sind.

Yala Nationalpark – Diese Tiere kannst du sehen

Ein Leser hatte uns erzählt, dass er im Udawalawe Nationalpark war, weil der Yala nichts für ihn sei. Dort seien ja hauptsächlich Vögel zu sehen. Das haben wir gar nicht so empfunden! Wir konnten tatsächlich eine Vielzahl an Tieren sehen und waren begeistert von der Artenvielfalt im Yala West.

Leopard

Der Yala Nationalpark soll weltweit einer der Parks mit der höchsten Leopardendichte sein. Natürlich kann dir trotzdem keiner garantieren, dass du einen entdecken wirst.

Wir hatten das Glück! Auf der Straße hat diese wunderschöne Riesenkatze mit einem Ast gespielt, uns beäugt und ist dann gemächlich im Dickicht verschwunden.

Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut wenn ich diese Zeilen schreibe. Der Moment war einfach unvergesslich!

Elefanten

Die Dickhäuter ziehen gerne in Herden durch den Park und halten sich oft in der Nähe von Wasser auf. Wir hatten zunächst einen einzelnen Elefanten gesehen und später eine kleine Herde.

Wir konnten sie beobachten, wie sie erst durch einen kleinen See geschwommen sind und dann die Straße vor uns überquert haben. Die Herde bestand aus mehreren erwachsenen aber auch noch kleinen, jungen Elefanten. Zu unserer Freude haben sie ab und zu getrötet und dabei den Rüssel in die Luft geworfen.

Wasserbüffel

Immer in der Nähe des Wassers haben wir kleinere und größere Herden von Wasserbüffeln beobachten können. Da kam so richtiges Safari-Feeling auf!

Vögel

Am häufigsten haben wir im Yala Nationalpark Pfauen gesehen. Den ersten haben wir noch frenetisch bejubelt, zuletzt haben wir sie nur noch registriert, weil es so viele waren. Dabei hat uns einer aber eine richtige Show geliefert und uns sein beeindruckendes Gefieder präsentiert.

Später haben wir in den Bäumen einen Adler und den kleinen Kingfisher Vogel sehen können. Den Kingfisher hatten wir damals schon in Nicaragua gesucht, aber nicht gefunden. 3 Jahre später und am anderen Ende konnten wir nun endlich diesen tollen blauen Vogel entdecken. Für die Kamera war er aber zu schnell.

Wildschweine

Das erste Wildschwein hatten wir etwas entfernt im Gras laufen sehen. Später kamen wir dann an einer ganzen Familie von Wildschweinen vorbei, die sich im Schutz eines Baumes die Überreste eines Rehs schmecken ließen.

Rehe

Gibt es im Park nicht nur als Nahrungsmittel für andere Tiere, sondern die springen natürlich auch vital durch die Gegend. Wir haben eine Herde übers Gras marschieren sehen und einen großen Rehbock beobachten können.

Krokodil

Mit riesig aufgerissenem Maul lag ein Krokodil am Wasser in der Sonne. Es war ziemlich weit entfernt und auch nur dank seines Mauls so gut zu erkennen. In den Flussarmen sollen aber einige unterwegs sein.

Natürlich kannst du neben den von uns benannten Tieren noch viele mehr oder eben auch deutlich weniger sehen. Unser Fahrer hatte seine Augen immer auf und hat uns auf wirklich viele Tiere hingewiesen, die wir sonst vielleicht übersehen hätten. Gut, nicht unbedingt die Elefanten. Aber eben doch einige versteckte. Also lass dich überraschen, was der Yala Nationalpark dir so zu bieten hat.

Yala Nationalpark – Regeln

Da du dich hier in einem Naturschutzgebiet befindest, solltest du dich an gewisse Regeln halten.

  • Nimm deinen Müll wieder mit. Sollte selbstverständlich sein.
  • Bleib immer im Jeep, außer dein Guide oder Fahrer sagen dir, dass es okay ist, auszusteigen.
    Oder du bleibst mehrfach im Schlamm stecken wie wir :)
  • Fahrzeuge dürfen feste Routen nicht verlassen.
  • Kein Wagen darf schneller als 25km/h fahren.
    Hieran hat sich unser Fahrer auf dem Weg zum Leoparden nicht gehalten, um ihn nicht zu verpassen. Grenzwertig.
  • Zu den Tieren muss Abstand gehalten werden.

Yala Nationalpark – Unterkunft in Kirinda

Im Yala West liegen einige Bungalows, die aber von unserem Reiseführer* als unattraktiv beschrieben wurden. Die Alternative eines Luxusresorts war auch nicht unser Ding. Also haben wir uns in Kirinda ein kleines Hotel* direkt am Strand gesucht und waren damit überglücklich.

Kirinda ist ein wunderschöner kleiner Ort, der vor allem durch seinen Strand punktet. Hier liegen Felsen malerisch vorm Strand drapiert und im Hintergrund wuchert der Dschungel. Dazu gibt es keine riesigen Hotels oder andere Bauten, die den tollen Strandblick kaputt machen würden.

Einziges Manko: du kannst nur an einem kleinen Abschnitt baden, weil der Wellengang und die Strömung an anderen Stellen zu gefährlich sind.

Wir haben im Kirinda Beach Front Hotel* ein Doppelzimmer mit Klimaanlage gebucht. Das Zimmer war liebevoll dekoriert, das Bad völlig ausreichend. Vor unserem Zimmer war eine schöne Terrasse mit Hängematten und einem großen Tisch. Das Frühstück war im Preis von 24€ enthalten und sehr lecker. Abends haben wir hier leckeres Reis & Curry gekocht bekommen. Die Unterkunft liegt nur wenige Meter vom Strand entfernt und damit ideal in Kirinda.

Yala Nationalpark – Kritisch betrachtet

So glücklich wir waren mit den Tieren, die wir im Yala West beobachten konnten – wir wollen hier auch die kritischen Seiten zeigen. Im Park wimmelt es nur so von Jeeps! Die Anzahl ist inzwischen wohl auf 270 Jeeps pro Tag begrenzt aber das ist eigentlich immer noch viel zu viel.

Die Fahrer stehen untereinander alle im Kontakt, um sich schnell informieren zu können, wenn irgendwo Leoparden oder Elefanten gesichtet werden. Das ist auf der einen Seite toll, weil man eher etwas zu sehen bekommt. Auf der anderen Seite führt das aber ganz schnell zu riesigen Jeepkolonnen, die sich und (viel schlimmer) teilweise den Tieren im Weg stehen.

Wir waren letztendlich zufrieden mit unserer Entscheidung, diese Safari gemacht zu haben. Wir hätten aber lieber mehr Geld bezahlt, wenn wir damit dazu beitragen könnten, dass insgesamt weniger Jeeps am Tag zugelassen werden.

Kirinda – unsere Überraschung in Sri Lanka

Total angetan waren wir aber von Kirinda. Diese fast unberührte Strandlandschaft hat uns an beiden Abenden zum Sonnenuntergang-Gucken auf die Felsen am Strand gelockt. Hier verschlägt es noch nicht allzu viele ausländische Touristen hin. Dafür machen viele Einheimische einen Tagesausflug zum wunderschönen Strand.

Solltest du auch eine Safari im Yala Nationalpark machen wollen, dann häng auf jeden Fall noch einen Tag in Kirinda dran!

Unser Video zum Yala Nationalpark

Du willst hautnah bei der Safari dabei sein? Unsere Pannen miterleben und die tollen Tiere in Bewegung? Dann schau mal in unserem Video vorbei!

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