Als wir Familie und Freunde in unsere Weltreisepläne einweihten, war eine der am häufigsten gestellten Fragen: „Und wie viel Geld braucht ihr dann?“ Genau die gleiche Frage hatten wir uns auch schon gestellt und sind auf sehr unterschiedliche Angaben gestoßen. Die Ausgaben während so einer Reise hängen von so vielen unterschiedlichen Faktoren ab, dass das mal schnell einen Unterschied von mehreren tausend €uro in dem Jahr ausmachen kann.

Wir haben uns bei unserer Finanzplanung an anderen Weltreiseblogs und deren Aufstellungen orientiert und an Angaben, die wir in Reiseführern oder auf Websites zu den Reiseländern gefunden haben. Dafür mussten wir uns erst mal überlegen, wie wir denn reisen wollen:

  • Welche Transportmittel werden wir hauptsächlich nutzen?
  • Wie lange werden wir uns in welchen Ländern, Regionen oder Städten aufhalten?
  • Welche Art von Unterkunft werden wir bevorzugt buchen?
  • Was und wie werden wir essen?
  • Touren buchen oder auf eigene Faust erkunden?

Diese Fragen sind so ohne feste Route natürlich nicht alle eindeutig zu beantworten, aber sie helfen zur Orientierung. Wir haben gemerkt, dass es einem als Paar auch hilft, die eigenen Vorstellungen zu besprechen und etwaige Unterschiede von vornherein zu benennen, sodass es nicht völlig verschiedene Erwartungen an die Reise gibt.

Welche Transportmittel werden wir hauptsächlich nutzen?

Wir werden natürlich Flüge buchen müssen, um größere Distanzen überbrücken zu können. In Südostasien sind Flüge mit Billigairlines (z.B. Air Asia, Tiger Airways) recht günstig, sodass da kein allzu großes Loch in die Reisekasse gerissen wird wenn wir mal fliegen. Viele dieser Billigairlines holen sich das Geld über die Gebühren für aufzugebendes Gepäck wieder rein. Hier erhoffen wir uns eine Ersparnis, da wir nur mit Handgepäckstück reisen werden. Anders sieht es natürlich bei Langstreckenflügen aus, die selten so richtig günstig sind. Aber hier wollen wir unsere Spontaneität ausnutzen. Da wir nicht auf spezielle Länder und Ziele fixiert sind, könnten wir bei einem super Angebot auch einfach mal zuschlagen.

Davon abgesehen, wollen wir aber möglichst viele Etappen auch „über Land“ machen, also Busse, Züge, Jeeps nutzen und vermutlich auch Rikschas, Tuk-Tuks und Longtailboote. Dabei lernt man Land und Leute besser kennen und spart Geld gegenüber Flügen. Außerdem haben wir ja mal keinen Zeitdruck und können auch die Weiterreise selbst genießen, ohne Angst zu haben, in der Zeit etwas anderes Tolles zu verpassen. Das machen wir dann nämlich einfach am nächsten Tag  ;)

Wie lange werden wir uns in welchen Ländern, Regionen oder Städten aufhalten?

Da wir dieses Mal nicht nur für einige Wochen im Urlaub sind, wird sich auch unser Reisestil ändern. Es wird weniger darum gehen, in kürzester Zeit möglichst viel zu sehen und unterzukriegen. Wir möchten „Reise-Burnout“ gerne vermeiden und eher langsamer reisen, also mehr Zeit an einem Ort verbringen als wir es sonst bei Rundreisen getan haben. Oft haben wir schöne Plätze nur für sehr kurze Zeit genießen können, weil danach ja noch ein weiterer Ort dran war oder wir bis zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder am Abflugort sein mussten. Das schnelle Weiterreisen geht für begrenzte Zeit sicherlich gut. Aber wir haben auch schon bei unserer dreiwöchigen Reise nach Thailand 2012 gemerkt, dass wir zum Ende hin echt dankbar waren, mal drei Nächte am Stück in einer Unterkunft zu schlafen statt nur von Insel zu Insel zu hoppen.

Welche Art von Unterkunft werden wir bevorzugt buchen?

Die günstige! Fertig! :P
Von günstigstem Backpacker-Hostel bis Luxushotel ist die Spanne breit und die Auswahl groß. Um Kosten zu sparen, fällt das Luxushotel flach – das ist sowieso nicht so unsers. Allerdings ist unsere Hostelerfahrung im sehr günstigen Preissegment auch nicht so umfassend. Ich (Franzi) erinnere mich noch heute mit Schrecken an eine Unterkunft, die wir uns auf Koh Pangan in Thailand angesehen haben. Der Preis war ein Knaller- unter 5€ die Nacht für 2 Leute. Es sah allerdings aus wie eine kleine Höhle, war ca. 2qm groß, dunkel und hatte einen Eimer, mit dem man sich irgendwoanders Wasser zum Waschen holen konnte (oder war er doch fürs Wasserlassen???). Da habe ich mich vehement gegen ausgesprochen und würde es heute genauso wieder machen. Wir wollen vorrangig in Hostels und günstigen Hotels schlafen und vielleicht auch mal über AirBnB ein Zimmer oder eine Wohnung mieten. Als Paar werden wir Doppelzimmer zwar bevorzugen, sind uns aber im Klaren darüber, dass die Finanzen das nicht immer zulassen werden. Es muss also auch mal der Schlafsaal genügen.

Was und wie werden wir essen?

Auch in diesem Punkt gibt es sehr viel Spielraum: Restaurants gibt es in allen Preisklassen, Selbstverpflegung wird je nach Unterkunft und Land mal mehr, mal weniger möglich sein. Unser Ziel ist es, die lokale Küche kennenzulernen und das Essen vor Ort zu probieren. Dazu eignet sich Streetfood super – und es schont auch noch die Reisekasse. Wenn wir an die kleinen Essensstände in Bangkok zurückdenken, läuft uns jetzt noch das Wasser im Mund zusammen! Was dabei aber nicht immer geschont wird, ist der Magen. Und deswegen werden wir in Ländern mit weniger hygienischen Verhältnissen (z.B. Indien) vorsichtig sein mit dem Streetfood. Da Franzis Magen ja gern mal gereizt reagiert auf fremdes Essen, wird es bestimmt auch „sicheres“ Essen geben, das dann nicht lokal aber magenfreundlich ist. Ein Toast auf das Toast.

Touren buchen oder auf eigene Faust erkunden?

Das ist letztendlich die Frage nach der Freizeitgestaltung vor Ort und wie wir die Länder erkunden möchten, die wir bereisen. Wir fahren gerne auf eigene Faust los, gucken wonach uns ist, und machen das dann. Wandern ist eine wunderbare kostenlose Möglichkeit, ganz viel von der Natur zu sehen und sich tolle Ziele selbstständig zu erschließen. Genauso gerne machen wir aber auch Ausflüge, die „etwas Besonderes“ sind und dann eben auch mal teuer sind. Auf der Reise wollen wir uns diese speziellen Ausflüge immer mal wieder erlauben und damit dann in Kauf nehmen, dass wir dafür mehr Geld einplanen müssen.

Somit gehören wir wohl kaum zu den Hardcore-Backpackern, die sich in die günstigsten Höhlen begeben und aus finanziellen Gründen nur von eingepackten Sandwiches ernähren. Wir sind aber auch weit entfernt von den Pauschaltouristen, die vorgefertigte Ausflugstouren buchen und in Schicki-Micki-Restaurants teure Kreationen mit abgefahrenen Namen essen. Und was heißt das dann ausgedrückt in Zahlen?

Unsere Finanzplanung für die Weltreise

Equipment

Wir haben uns einige Klamotten (z.B. Trekkinghose, Merino-Shirt) gekauft, von denen wir uns erhoffen, dass sie das ganze Temperaturspektrum abdecken. Aber auch unseren Handgepäcksrucksack von Osprey haben wir neu gekauft. Zusätzlich fielen noch Kosten für Technik-Equipment an: für die Reise kauften wir von Freunden eine gebrauchte Go Pro, legten uns SD-Karten und eine USB-Festplatte für Filme und Fotos zu. Und dann gibt es noch den ganzen Kleinkram, wie z.B. Packing Cubes, Stirnlampe oder Zahlenschloss. Insgesamt sind wir damit bei ca. 1000€ pro Person gelandet.

Impfungen

Impfungen können ein dicker Kostenfaktor sein, wenn die Krankenkasse die Kosten nicht übernimmt. Viele Impfungen sind freiwillige Zusatzleistungen der Kassen. Unbedingt prüfen und eventuell die Kasse wechseln.

Auslandskrankenversicherung

Die Kosten für unsere Reiseversicherung über 365 Tage bei der Hanse Merkur liegen bei 420€ pro Person. Damit können wir nicht für längere Zeit nach Kanada oder in die USA reisen. Will man das, kann es auch das Doppelte oder Dreifache kosten.

Flüge

Viele Weltreisende greifen auf die Round-the-world Tickets der verschiedenen Luftfahrtallianzen zurück. Das erleichtert die Kostenplanung, da man die Hauptflüge dann schon im Voraus bezahlt hat. Wir wollen möglichst viel Freiheit erleben und haben uns deswegen für Einzelflüge entschieden, die wir spontan buchen werden. Das macht die Abschätzung schwieriger. Wir kalkulieren mit etwa 4500€. Bisher haben wir unseren ersten Flug von Amsterdam nach Nepal (für gute 360€ pro Person) gebucht. Da wir zeitlich flexibel sind und auch unsere Route anpassen können, hoffen wir, dass wir günstige Flüge finden werden und auch die Langstreckenflüge gut ins Budget bekommen.

Visa

Als Deutscher hat man den Vorteil, in vielen Ländern kein Visum zu benötigen oder es vor Ort am Flughafen problemlos zu bekommen. Wir haben schon vor der Reise ein Visum für Nepal beantragt (kostet aktuell 40€) und uns um ein Visum für Indien gekümmert, für das wir 65€ bezahlen. Die restlichen Euronen sind für Visa on Arrival und Ähnliches eingeplant.

Tagesbudget

Unser Tagesbudget haben wir mit ca. 40€ pro Tag und Nase kalkuliert, also 14.500€. In günstigen Ländern wie Nepal, Indien und Ländern in Südostasien werden wir vermutlich weniger benötigen. Unser Roadtrip mit dem Camper durch Australien war so genial, dass wir so etwas ähnliches auch gerne in Neuseeland machen wollen. Dafür müssen wir dann deutlich mehr als 40€ einplanen – vermutlich eher so um die 70€. Je nachdem, wie lange wir wo verweilen, sollte sich das so ungefähr ausgleichen. Das ist natürlich nur ein grober Richtwert, der aber helfen soll, die Reisekasse beisammenzuhalten.

Planung Reisebudget

Postengeplante Kosten (pro Person)
Equipment1000€
Flüge4500€
Impfungen0€
Auslandskrankenversicherung420€
Visa180€
Tagesbudgets14.500€
(ca. 40€/ Tag)
Gesamtbudget pro Person20.600€

Was kostet die Welt(reise) denn nun?

Wir landen also bei einem Budget von insgesamt 20.600€ pro Person für ein Jahr Weltreise. Natürlich sind wir gespannt, wie gut wir mit dieser Abschätzung hinkommen. Wir werden unsere Ausgaben während unserer Reise fleißig dokumentieren, sodass wir unsere Planung überprüfen können und zum Ende auch ein Gesamtfazit zu den Kosten abgeben können. Für die einzelnen Reiseländer haben wir dir Übersichten erstellt mit Angaben zu Tagesbudgets.

Man kann sicherlich deutlich teurer aber auch günstiger reisen – wir haben auf Reiseblogs gelesen, dass andere mit 11.000€ ausgekommen sind. Da wir aber nicht nur in Südostasien, Indien und Nepal reisen wollen sondern gern auch Neuseeland und Südamerika sehen möchten, müssen wir dort mit höheren Kosten rechnen. In unserem Budget sind allerdings auch Equipment, Versicherung und Visakosten enthalten.

Seit wir diese Zahl kennen, erwischen wir uns oft dabei, solche Dinge zu sagen wie „Guck mal – da fährt ’ne Weltreise“ wenn zum Beispiel ein etwas dickerer Audi an uns vorbei fährt. Verrückterweise gilt das für eine Person sogar schon bei einem VW Golf. Wir besitzen ein Fahrrad und gehen lieber reisen ;)

2 Kommentare
  1. Alexandra sagte:

    Hui, 20k pro Person, das ist echt sehr viel, aber ich versteh, dass man Sicherheit will.. und wenn ihr das Geld habt. ;D

    Was mich grad interessiert: 420€ für 12 Monate bei der HanseMerkur? Ich möchte mich auch über die versichern, ich hab da aber 59€ für den Basistarif im Kopf.. ah oder, was mir grad beim Schreiben einfällt – vllt nehmt ihr nur die Versicherung für 1 Jahr, nicht die bis 5 Jahre und die ist evtl. günstiger. :D

    Antworten
    • spontanumdiewelt sagte:

      Hallo Alexandra,
      wir hatten den Tarif über 12 Monate abgeschlossen und USA/Kanada nicht mit drin. Die Versicherung bis zu 5 Jahre ist teurer und wenn man die USA und Kanada länger bereisen will, wird es noch mal teurer.
      Unsere Planung der 20000€ war eine grobe Schätzung und dabei haben wir uns daran orientiert, was andere so ausgegeben haben, die evtl. einen ähnlichen Reisestil haben. Mal sehen, wie viel es letztendlich wird ;)
      Liebe Grüße aus Chile,
      Franzi & Matthias

      Antworten

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