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Petra ist mit Abstand die bekannteste Sehenswürdigkeit Jordaniens und wir können gut verstehen, wieso die Felsenstadt zu den 7 Neuen Weltwundern gezählt wird. In unserem Beitrag bekommst du alle wichtigen Informationen rund um Petra und deinen Besuch. Wo sind die besten Fotospots? Wie vermeidest du die Touristenmassen und was solltest du auf keinen Fall verpassen? Wir erzählen es dir!

Tickets für Petra

Wir haben es uns leicht gemacht und hatten dank unseres Jordan Pass bereits ein 2-Tages-Ticket für Petra dabei. So mussten wir vor Ort kein Ticket mehr kaufen und konnten gemütlich durch die Kontrollen spazieren.

Natürlich ist es aber auch möglich, dass du dir direkt am Eingang dein Tagesticket kaufst. Die aktuellen Preise 2019 betragen 50 JD (60€) für ein Tagesticket, 55JD (66€) für 2 und 60 JD (72€) für 3 Tage in Petra. Hier wird also jeder belohnt, der Zeit mitbringt. Diese Preise gelten tatsächlich auch nur für Besucher, die mindestens eine Nacht in Jordanien übernachten. Bist du auf der Durchreise und willst nur Petra anschauen, reist dann aber in ein Nachbarland weiter, so musst du stolze 90JD (108€) für die Besichtigung von Petra berappen.

Alle aktuellen Preise und Infos findest du immer auf der übersichtlichen Seite der Touristeninformation zu Petra.

Der Siq: atemberaubender Eingang nach Petra

Bist du einmal durch die Ticketkontrollen durchmarschiert, steht dir ein ca. 20-30 minütiger Fußmarsch bevor. Zunächst läufst du entlang einer breiten Straße bevor du zum spektakulären Eingang in die Felsenstadt gelangst: der Siq. Diese Art Canyon führt dich auf einem schmalen Weg durch meterhohe Felswände in Richtung Petra. Alleine dieser Spaziergang ist schon gigantisch!

Das Schatzhaus: Petras meistfotografierte Sehenswürdigkeit

Das erste Gebäude, welches sich in Petra in dein Sichtfeld schieben wird, ist das sogenannte Schatzhaus. Am Ende des Siqs bekommst du durch den schmalen Felsspalt schon eine Vorahnung, was dich da gleich erwartet.

Das Schatzhaus ist letztendlich (wie die meisten anderen der Felsenkammern in Petra) auch nur eine Grabkammer. Aber aufgrund seiner Schönheit glaubte man, dass sich hier Schätze verbergen könnten. Wenn dem so ist, wurden sie bis heute nicht gefunden ;) Vor dem Schatzhaus tummeln sich die Touristen, Kamele, Tourguides (mal mehr, mal weniger offiziell) und Händler, die dir ihre Souvenirs andrehen wollen. Hier ist richtig Action!

Al Khubtha Trail

An unserem zweiten Tag sind wir schon früh am Morgen den Al Khubtha Trail gelaufen. Das heißt erst Mal, dass du dich hier viele, viele Treppen hochkämpfen musst. Aber wir versprechen dir: das lohnt sich! Damit wir am besten Spot sitzen konnten, mussten wir einen Tee bei dem Händler kaufen, der dort sein Zelt aufgeschlagen hat. Dafür hat er dann aber gern Fotos von uns gemacht und wir können euch sagen: der weiß, wo man wie zu stehen hat für die besten Fotos!

Hoher Opferplatz

Ein weiterer Weg in die Höhen von Petra ist der Weg zum Hohen Opferplatz. Es warten wieder unzählige Treppen auf dich, die selbst schon ein Wunder sind. Wenn du genau hinschaust, dann siehst du nämlich, dass auch die Treppen in den Felsen geschlagen wurden.

Oben angekommen, wirst du nicht nur mit dem grandiosen Blick belohnt. Hier befinden sich Obeliske und eben der Hohe Opferplatz, früher ein heiliger Ort, an dem wohl das ein oder andere Tier geopfert wurde. An den Sehenswürdigkeiten stehen praktischerweise immer mal wieder Hinweisschilder, sodass wir uns hier über die Orte belesen konnten. Von dort oben kannst du wunderbar zu den Königsgräbern schauen aber auch in die Weite der Felsen um Petra herum.

Der Wadi Al Farasa Trail

Vom Opferplatz sind wir den Wadi Al Farasa Trail gegangen. An diesem Trail liegen keine der super bekannten Sehenswürdigkeiten, umso schöner fanden wir es, die weniger bekannten Gegenden zu erkunden. Und dabei haben wir das Gartengrab entdeckt, das von der Hälfte des Trails sichtbar wird und ein sensationelles Fotomotiv abgibt.

Das Kloster

Das größte Gebäude in ganz Petra liegt etwas versteckt und auch hier musst du erst viele Stufen erklimmen bevor du mit dem Ausblick auf das Kloster belohnt wirst. Wir haben 712 Stufen gezählt, allerdings sind die teilweise so unterschiedlich hoch, breit und tief, dass du vielleicht zu einem anderen Ergebnis kommen würdest.

Auch das Kloster ist ursprünglich ein Grabmal, wurde aber von späteren Völkern als eine Art Kirche genutzt, daher auch der Name. Wie die vielen anderen Gebäude in Petra sieht auch das Kloster von außen sehr beeindruckend aus, der Innenraum ist dafür weniger spektakulär.

Aussichtspunkt

Vom Kloster kannst du noch ungefähr 10 Minuten weiterlaufen zu einem schönen Aussichtspunkt, von dem aus du in die Weite der jordanischen Fels- und Berglandschaft schauen kannst. Die Aussichtspunkte sind mit selbstgemalten Schildern markiert, du kannst sie eigentlich nicht verfehlen.

Die Königsgräber und das Theater

Im Zentrum von Petra findest du viele beeindruckende Gebäude auf relativ kleinem Raum. Dort sind auch die höchsten Gräber zu finden, die Königsgräber genannt werden, weil sie eben damals für Könige der Nabathäer angelegt wurden.

Gegenüber den Königsgräbern befindet sich das Theater, das ebenfalls in den Stein gehauen wurde. Sitz für Sitz. Nachdem die Römer Petra entdeckten, erweiterten sie das Theater noch einmal, damit schließlich 8500 Leute hineinpassten.

Unsere Tipps für deinen Besuch in Petra

  • Zieh dir bequeme Schuhe an, denn du wirst viel laufen! Das Gebiet um die Felsenstadt ist riesig, es gibt immer wieder Trails und allein der Weg vom Haupteingang rein nach Petra dauert ca. eine halbe Stunde. Für alle, die weniger gut zu Fuß sind, gibt es Pferdekutschen, Kamele und den „Donkey of Shame“.
  • Nimm dir genügend Wasser mit! Die Mittagssonne und das viele Laufen machen durstig. Es gibt zwar auch innerhalb Petras kleine Kioske, die Wasser verkaufen, aber eben nicht überall.
  • In Petra gibt es ein sehr großes Restaurant, das Buffetessen anbietet (20 JD pro Person). Wir haben uns hier mittags im Schatten gestärkt bevor wir wieder in die Höhe geklettert sind.
  • Lass dir Zeit zum Erkunden der Felsenstadt! Wir waren wirklich froh, dass wir zwei Tage in Petra hatten, denn es gibt soooo viel zu sehen. Wenn du Zeit mitbringst, musst du nicht von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten hetzen und kannst dir die Gebäude auch bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen ansehen.
  • Kletter in die Höhe und genieße den Überblick! Wir waren überrascht, wie viele Trails in die Höhe führen und mit welch grandiosen Ausblicken wir immer wieder für das lange Stufenlaufen belohnt wurden.

Unsere Unterkunft in Petra (Wadi Musa)

In der Felsenstadt Petra kannst du nicht übernachten, die angrenzende Stadt Wadi Musa bietet dafür eine enorme Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten. Wir hatten uns für das Peace Way Hotel* entschieden, weil es mit 25 JD (29€) pro Nacht nicht allzu teuer und ein Frühstück inklusive war. Das Zimmer war für den Preis völlig in Ordnung und in der Nähe gab es einige kleine Restaurants, in denen wir abends essen gegangen sind. Nach Petra sind wir mit dem Auto gefahren (5-10 Minuten), weil uns der Weg zum Laufen zu weit war.

Eine Alternative ist das Mövenpick Resort Petra*, welches direkt am Eingang von Petra liegt und mit seinen 5 Sternen klar zu den besseren Hotels in Wadi Musa zählt. Dafür liegt der Zimmerpreis aber auch eher bei 250€ pro Nacht.

Felsenstadt Petra: so vermeidest du die Massen

  • Egal ob du sonst Morgenmuffel oder Frühaufsteher bist, in Petra wirst du fürs frühe Aufstehen belohnt! Sei zur Öffnung (6 Uhr) da und sicher dir dein Erlebnis mit möglichst wenig Touristengruppen.
  • Übernachte in Wadi Musa, um längere An- oder Abfahrten zu vermeiden.
  • Kletter zu den Stoßzeiten (ca. 9 bis 15 Uhr) die Trails hinauf und genieße den Anblick der Felsenstadt von oben. Die meisten Touristen laufen nur innerhalb der Stadt umher und sparen sich die Mühe, die Trails hochzuklettern. Sei kein Faulpelz, rauf da!
  • Nutze auch die Abendstunden aus! Wenn die Massen längst weg sind, hast du tolles Licht zum Fotografieren und auch die meisten Händler und Guides sind schon auf dem Weg nach Hause.
  • Reise während des Ramadan, dann ist insgesamt weniger los im Land.
  • Spar dir das Anstehen, indem du dir den Jordan Pass kaufst und damit direkt zum Eingang gehen kannst.

Unser Video zur Felsenstadt Petra

Erlebe die magischen Momente in Petra noch einmal so als wärst du dabei gewesen.

Beinah hätten wir uns den Machu Picchu gar nicht angesehen. So groß der Hype um die Sehenswürdigkeit Perus, wenn nicht sogar Südamerikas ist, so groß war schon fast unsere Abneigung, sich diesem Touristenspektakel anzuschließen. Im Nachhinein müssen wir sagen: Gut, dass wir da waren. Es war unglaublich beeindruckend!

Von Aguas Calientes zum Machu Picchu

Nach viertägiger Wanderung über den Salkantay Pass erreichten wir am späten Nachmittag Auguas Calientes und bezogen dort unser Hotel. Sehr früh gingen wir in unsere Betten. Nicht nur, weil wir erschöpft von den Wandertagen waren (waren wir natürlich), sondern auch, weil der nächste Morgen bereits vor 4 Uhr für uns startete.

Wir hatten uns dafür entschieden, den Berg zum Eingang vom Machu Picchu zu erklimmen und das Geld für die Busfahrt (immerhin 12US$ pro Strecke) zu sparen. So ging es für uns kurz nach 4 Uhr im Dunklen zum unteren Eingangstor des Machu Picchu. Vorbei an den bestimmt 150 Leuten, die um diese Uhrzeit schon für die Busse anstanden. Auch am ersten Eingangstor bildete sich bereits eine längere Schlange von Menschen, die darauf warteten, dass um 5 Uhr die Tore geöffnet würden.

Nachdem wir unser Ticket vorgezeigt hatten, stand uns nun ein Wettlauf mit der Zeit bevor. Bis 6 Uhr sollten wir am richtigen, oberen Eingang vom Machu Picchu sein, um dort unseren Guide zu treffen und eine Tour zu beginnen. Blieben uns also 50 Minuten, um die 400 Höhenmeter bis dahin zu überwinden. Gerade so kamen wir pünktlich oben an, völlig durchgeschwitzt und aus der Puste, um unseren Guide noch abzupassen.

Einstündige Tour am Machu Picchu

Der von unserer Wanderorganisation gestellte Guide führte uns zunächst zu den beliebtesten Fotostopps. Dort konnten wir einen Blick auf die große Inkaanlage erhaschen, ohne dass darin bereits hunderte Touristen herumstromerten. Die Wolken hatten sich pünktlich zum Foto kurz verzogen und gaben somit einen sensationellen Blick frei.

Machu Picchu am Morgen mit Nebel

Während die Wolkendecke sich daraufhin immer weiter um unser herum schloss, erfuhren wir, dass Machu Picchu vermutlich 1533 nach Ankunft der Spanier in Cusco verlassen wurde und danach über 400 Jahre zuwucherte. Erst 1911 wurden die vielen Gebäude vom Amerikaner Bingham wiederentdeckt. In der Version unseres Guides kamen die Amis nicht sehr gut bei weg, da sie wohl in den darauf folgenden Jahren alle Schätze (viel Gold und Silber) ausgruben und in die USA brachten.

Machu Picchu Steinmauern

Wir waren wirklich beeindruckt wie gut erhalten die über 600 Terrassen, Tempel und Gebäude noch sind. Das ist nicht selbstverständlich wenn man bedenkt, dass sie über 400 Jahre vom Dschungel begraben waren, auf einem steilen Berg liegen und in einem Gebiet, das regelmäßig von Erdbeben heimgesucht wird. Ein Grund dafür sind die vielen Terrassen. Diese sind aus unterschiedlichen Schichten aufgebaut und dienen als Entwässerungssystem für den vielen Regen, der hier jährlich fällt. Deshalb wurde die Stadt im Laufe der Jahrhunderte nicht einfach weggeschwemmt.

Machu Picchu Terrassen

In der Anlage selbst befinden sich Tempel, Wohnhäuser, ein Steinbruch und viele weitere Gebäude, deren Sinn nicht komplett geklärt wurde. Forscher sind sich noch immer nicht sicher, von wem und wofür die Stadt genutzt wurde. Es gibt Hinweise, dass die Adligen sie zur Meditation und Erholung zwischen den Kriegen nutzten. Aber bewiesen ist nichts. Umso mehr liefen unsere Hirne auf Hochtouren, als wir uns vorstellten wer hier gewohnt und wie das alltägliche Leben der Menschen wohl ausgesehen hatte.

Aufstieg zum Machu Picchu Mountain

Wir hatten uns vorher darum bemüht, ein sog. Kombiticket zu bekommen, mit dem wir auch auf den Machu Picchu Mountain aufsteigen könnten. Diese Tickets sind begrenzt und wir erhielten in der zweiten Gruppe (Aufstieg zwischen 9 und 10 Uhr) noch welche. Pünktlich um 9 Uhr begannen wir mit dem Besteigen der unzähligen, völlig unterschiedlich hohen Treppenstufen. Nach den 400 Höhenmetern am frühen Morgen, erklommen wir nun weitere 600. Das war ziemlich anstrengend und verlangte unseren müden Wanderbeinen noch einmal alles ab.

Weg zum Machu Picchu Mountain

Als wir nach 75 Minuten endlich auf dem Gipfel des Machu Picchu Berges ankamen, hatten wir überhaupt keine Aussicht auf nichts. So aßen wir unsere letzten Snacks und erholten uns erst einmal von der anstrengenden Gipfelbesteigung. Zu unserem Glück klarten die Wolken schließlich auf. Die Meute stürmte an den Rand und es wurden tausende Fotos von Machu Picchu und dem gegenüberliegenden Berg Waynapicchu geschossen.

Blick vom Machu Picchu Mountain

Wir waren sehr glücklich, dass wir uns die zusätzlichen Meter noch angetan hatten, denn der Blick war einmalig! Auch auf dem Weg nach unten konnten wir nun immer wieder Blicke auf die riesige Inkastadt werfen und haben nun vermutlich Fotos von jedem nur erdenklichen Blickwinkel.

Zweite Runde Machu Picchu mit weniger Besuchern

Nachdem wir uns vom Auf- und Abstieg des Machu Picchu Mountain auf einer Wiese im schönsten Sonnenschein erholt hatten, begaben wir uns auf eine zweite Besichtigungstour des Geländes. Ganz entspannt schlenderten wir zwischen den Ruinen umher, schossen unsere Fotos und bestaunten die Arbeit der Inka.

Machu Picchu Ruinen im Nebel

Viele Touristen verlassen am frühen Nachmittag das Gelände, da sie ihren Zug zurück nach Cusco bekommen müssen. Es waren deutlich weniger Menschen vor Ort als noch am Vormittag und wir genossen die ruhigere Stimmung. Tatsächlich waren wir am letzten möglichen Tag im Machu Picchu, an dem man das Gelände noch selbstständig (ohne Guide) und den ganzen Tag erkunden kann. Ab dem 01.07.2017 gelten neue Bestimmungen, die wir in einem extra Beitrag mit allen Informationen rund um den Besuch beim Machu Picchu erläutert haben.

Schmerzhafter Abstieg und Platzregen

Auch den Rückweg nach Aguas Calientes wollten wir zu Fuß bestreiten und so machten wir uns gegen 15.30 Uhr auf zu den vielen Treppen nach unten. Hatten wir hier morgens wegen der Dunkelheit nichts sehen können, so nahmen wir dieses Mal den Weg und die Umgebung wahr. Allerdings schmerzten Knie und Füße nach dem vielen Auf- und Abgesteige (immerhin 1000 Höhenmeter hoch und wieder runter) doch sehr.

Als wir dann das eher flache letzte Stück nach Aguas Calientes angingen, öffnete der Himmel seine Schleusen. Wir waren bis auf die Unterwäsche durchnässt und hinterließen ordentliche Pfützen auf dem Weg zur Dusche in unserem Hotel. Was für ein Glück, dass es erst nach unserem Besuch des Machu Picchu so geregnet hatte! Da tat die heiße Dusche so richtig gut und die Wäscherei gegenüber sorgte innerhalb von 3 Stunden für saubere und trockene Klamotten.

Fazit zum Machu Picchu

Viele erzählten uns vorher, dass sie ein wenig enttäuscht vom Besuch waren, andere schwärmten davon. Wir können uns nun zur zweiten Kategorie der Schwärmer einordnen: wir fanden diese Ruinenstadt inmitten der Berge bezaubernd. Sich vorzustellen, wie die Inka hier damals gelebt haben, die Schönheit der Gebäude zu bewundern und anzuerkennen, welch großartige Architektur dahintersteckt. Toll, dass wir das alles mit eigenen Augen sehen konnten! Den Touristenströmen sind wir dadurch entkommen, dass wir zwischen 9 und 13 Uhr auf dem Machu Picchu Mountain waren und danach war es deutlich leerer.

Wie es ab Juli sein wird, wenn man das Gelände nur noch mit Guide und entweder vor- oder nachmittags besuchen darf, können wir nicht einschätzen. Alle wichtigen Informationen rund um den Machu Picchu, die du für deinen Besuch benötigst, haben wir in einem extra Beitrag zusammenfasst.

Machu Picchu Ruinen und Lama

Lange hatten wir überlegt, ob wir uns Chichén Itzá antun sollten. Die bekannteste Mayastätte gilt als eines der neuen 7 Weltwunder und wird von Touristen überlaufen. Von Cancún, Playa del Carmen und Tulum aus werden Bustouren angeboten und wenn die Strandurlauber sonst nichts von Mexiko gesehen haben, Chichén Itzá muss schon sein! Da wir in Cobá bereits Maya-Ruinen im Dschungel gesehen hatten, entschieden wir uns gegen Ek Balam, eine weitere Ruinenstätte im Dschungel bei Valladolid, und für die bekanntere und (angeblich) schönere Anlage.

Anfahrt von Valladolid nach Chichén Itzá

Wir standen morgens schon früh auf.. also für unsere Verhältnisse hier ;) 6.15 Uhr klingelte der Wecker, damit wir uns spätestens 7 Uhr auf dem Weg nach Chichén Itzá befinden. Den kann man von Valladolid auf verschiedene Arten zurücklegen: A) mit dem Bus von Mayab oder Oriente B) mit dem Taxi (war uns zu teuer) oder C) mit dem Colectivo. Da wir bisher ja gute Erfahrungen mit den Minibussen gemacht hatten, wollten wir auch dieses Mal die Strecke von knapp 50 Kilometern so zurücklegen.

Auf dem Weg zum Busbahnhof in Valladolid wurden wir auch direkt angesprochen und stiegen in den erstbesten Colectivo ein. Innerhalb von ungefähr 45 Minuten ist die Fahrt erledigt und man wird vorm Eingang von Chichén Itzá rausgeworfen. Gekostet hat uns die Fahrt 30 Pesos pro Person (1,40€).

Der frühe Vogel fängt.. das beste Bild mit der Pyramide

Wir hatten es mal wieder geschafft, die ersten am Ticketschalter zu sein und hielten somit kurz nach 8 Uhr als Erste das Ticket (237 Pesos pro Person, 10€) in den Händen. Schnurstracks liefen wir zur Pyramide, dem bekanntesten Bauwerk von Chichén Itzá. Das konnten wir dann ganz alleine bestaunen. Und natürlich coole Fotos davor machen!

Mexiko Chichén Itzá Pyramide

Die Pyramide trägt – wie fast alle pyramidenartigen Bauwerke der Maya – den Namen El Castillo und ist quasi ein großer Kalender aus Stein. Die heutige Pyramide ist 25 Meter hoch und in ihr drin befindet sich eine weitere, deutlich kleinere Pyramide. Diese ist damals zuerst gebaut worden. Als das dann gut geklappt hat, hat man alles einfach noch ein bisschen größer gebaut ;) Heute ist El Castillo vermutlich das am meisten fotografierte Maya-Bauwerk. Und wir müssen gestehen: wir waren auch ziemlich beeindruckt! Wir hatten in Cobá zwar bereits eine höhere Pyramide gesehen und erklommen, aber die in Chichén Itzá ist echt toll restauriert.

Mexiko Chichén Itzá Pyramide

Vom Castillo aus gingen wir zum nördlichen Teil der Stadt. In Chichén Itzá lebten einmal bis zu 90.000 Menschen! Im 9. Jahrhundert wurde die Stadt aus bisher ungeklärten Gründen verlassen und später wieder besiedelt. Letztendlich wurde die Stadt im 14. Jahrhundert erneut verlassen noch bevor die Spanier nach Mexiko kamen. Im Norden der Stadt befinden sich mehrere kleine Bauwerke sowie 1000 Säulen. Das muss damals wahnsinnig beeindruckend gewesen sein, war es nämlich selbst jetzt noch, wo nicht mehr alle stehen bzw. viele Schäden haben.

Mexiko Chichén Itzá Columnata Norte

El Caracol

Wörtlich übersetzt heißt El Caracol eigentlich die Schnecke. Diesen Namen haben die Spanier dem Gebäude gegeben, weil es im Inneren eine Wendeltreppe hat. Mit der Funktion hat das nichts zu tun – El Caracol ist nämlich ein Observatorium. Die Fenster im Turm sind auf Punkte im Himmel ausgerichtet, die zu bestimmten Terminen bestimmte Sterne zeigen. Von der Kuppel aus verkündeten Priester damals wichtige Termine und auch Rituale.

Mexiko Chichén Itzá El Caracol

La Casa Colorada

Mexiko Chichén Itzá Ruine im Wald

In diesem beeindruckenden Gebäude wurde damals im Inneren rote Farbe gefunden und daher wurde ihm der Name Casa Colorada gegeben – buntes Haus. Hier fällt der andere Baustil auf. Viele der Mayabauten wurden in Pyramidenform gebaut, um eine gewisse Höhe erreichen zu können. Bei diesem Komplex wurden die Steine übereinander gebaut und damit ähnelt die Casa Colorada auch eher den heutigen Häusern.

Mexiko Chichén Itzá Casa Colorada

Natürlich gibt es noch sehr viele weitere schöne Bauwerke in Chichén Itzá! Wir haben hier die für uns schönsten und beeindruckendsten zusammengefasst, erkunden kann man aber viele weitere Ruinen und zwei Cenoten, die den Maya damals das Trinkwasser gesichert haben.

Dem Touristen- und Händlerstrom nur knapp entkommen

Durch unsere frühe Ankunft hatten wir zwei Stunden, in denen wir viele der Gebäude ganz in Ruhe anschauen konnten. Es füllte sich allerdings merklich und als wir kurz nach 10 Uhr wieder Richtung Ausgang steuerten, kamen uns Hunderte von Menschen entgegen. Wahnsinn! Wir konnten aufschnappen, wie eine deutsche Touristin zu ihrem Mann meinte, dass sie aufpassen müssten, dass sie nicht der falschen Tour hinterherlaufen. Das fasst es vielleicht ganz gut zusammen ;)

Mexiko Chichén Itzá Touristenmassen

Sehr gewöhnungsbedürftig fanden wir die Händler an den Wegen, die alle nur denkbaren Waren im Angebot hatten. Pünktlich um 8 Uhr strömen auch sie das Gelände und bauen ihre Stände entlang der Wege auf. Wären wir zwei Stunden später angekommen, hätte uns dieser Anblick vermutlich erschlagen! Daher hier unser wichtigster Tipp für Chichén Itza: Sei 8 Uhr am Ticketschalter! Wir haben es im Nachhinein nicht bereut, sondern sind froh, diese wunderschönen Ruinen besichtigt zu haben.

Und du?

Kennst du auch verschiedene Maya-Ruinen? Welche haben dir am besten gefallen? Hat dir unser Bericht weitergeholfen? Wir freuen uns, wenn du uns an deinen Gedanken teilhaben lässt und sie in den Kommentaren hinterlässt :)

Unsere erste Zugfahrt in Indien führte uns in den Ort, in dem DIE Sehenswürdigkeit Indiens steht: der Taj Mahal. Wir kamen an einem Donnerstagabend an und sahen von Agra nur noch einige Straßen bevor wir gegen 2 Uhr in unsere Betten fielen. Am nächsten Morgen stellten wir zufrieden fest, dass unser Hostel* super ist! Gut, dass wir hier vier Nächte bleiben würden. Es gab viele Sitz- und Chillmöglichkeiten, ein gemütliches Café und nette Reisende, die sich dort versammelten. Zudem hatten wir eine richtig bequeme Matratze (seit Wochen mal wieder) und eine Dusche, aus der ordentlich heißes Wasser kam. Damit war die Grundlage für schöne Tage gelegt!

Indien Agra Hostel

Freitags ist der Taj Mahal geschlossen und damit auch die umliegenden Souvenir- und anderen Touristenläden. Es wirkte alles wie ausgestorben, kaum jemand war unterwegs. Wir hatten uns innerlich auf Stress, Millionen Menschen und Chaos eingestellt und wurden von Ruhe empfangen. Schnell machten wir im Hostel die Bekanntschaft von Rick, ein Brite mit indischen Wurzeln, mit dem wir die nächsten Tage gemeinsam verbrachten. Wir sahen abends den Sonnenuntergang von einer Dachterrasse und dazu gab es das erste indische Bier. Achso, und den Blick auf den Taj Mahal natürlich ;)

Indien Agra Blick auf Taj Mahal mit Bier

Sightseeing in Agra

Am Samstag schloss sich unserer kleinen Truppe noch John aus Australien an. Zu viert mieteten wir eine Rikscha für den Tag und fuhren damit zu den Sehenswürdigkeiten in Agra.

Agra Fort

Als erstes stand das Agra Fort auf dem Programm. Das ist eine riesige Festung, in der damals der Erbauer des Taj Mahals, Shah Jahan, festgehalten wurde. Und hier trafen wir nun die Massen an Touristen, von denen wir gelesen hatten. Es war anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, weil wir uns schon so lange nicht mehr in einer so touristischen Gegend aufgehalten hatten. Auf einmal waren da die Japaner und Chinesen mit ihren Selfiesticks, die Europäer mit den Socken in ihren Sandalen und die Tourigruppen mit Namensschildchen und Guide. Wir erkundeten das Fort auf eigene Faust, weil wir nach dem saftigen Eintrittspreis (550 Rupie p.P./ knapp 8€) nicht noch mehr Geld ausgeben wollten.

Indien Agra Fort

Die Informationstafeln gaben uns viele Hintergrundinformationen zu den einzelnen Gebäuden und dem geschichtlichen Hintergrund dazu. Es war eine wirklich beeindruckende Festung, die einen Besuch definitiv wert ist. Auch von hier konnten wir übrigens in der Ferne den Taj Mahal sehen.

Indien Agra Fort

Baby Taj Mahal

Danach ging es weiter zum Baby Taj Mahal. Eigentlich trägt das Mausoleum den Namen Itimad-ud-Daulah, aber aufgrund der tollen Symmetrie und weil es auch ein Mausoleum in Weiß ist, hat es den Spitznamen Baby Taj Mahal bekommen (und der eigentliche lässt sich auch echt schwer merken ;) ). Wir fanden das Gebäude unheimlich schön. Es hatte gemusterte Bodenfliesen, die Wände waren wunderschön verziert und die Parkanlage drum herum wird gerade wieder so angelegt wie sie früher gewesen ist. Ohne in dem Moment den „großen Bruder“ zu kennen und vergleichen zu können, waren wir der Meinung: Gut, dass wir hier waren und uns das Gebäude angesehen haben.

Indien Agra Baby Taj Mahal

Mehtab Bagh Park

Als letzter Stop unserer Rikschatour war am Samstag der Mehtab Bagh Park vorgesehen. Dieser liegt auf der Flussseite gegenüber des Taj Mahal und von hier wollten wir uns den Sonnenuntergang ansehen. Im Hostel hatten wir die Empfehlung bekommen, nicht in den Park reinzugehen, sondern am Parkeingang vorbei die Straße hinunter zum Ufer zu laufen. So mussten wir an dem Tag nicht ein drittes Mal Eintritt zahlen, sondern konnten den Blick auf die Flussseite des Taj Mahal kostenlos genießen.

Indien Agra Taj Mahal Uferseite

Taj Mahal

Inzwischen hatten wir den Taj Mahal von so gut wie allen Winkeln betrachtet, nur noch nicht im Ganzen und von nah dran. Also standen wir am Montag schon vor 5 Uhr auf, um als erste Tickets kaufen zu können. Man kann am Schalter leider keine Tickets für den folgenden Tag kaufen und online hat es auch nicht funktioniert. Also warteten wir brav bis die Schalter 6 Uhr öffneten und hielten als erste die Tickets in unseren Händen. Danach ging es weiter zum Osttor, wo schon die nächste Schlange auf uns wartete. Anstehen und warten wurde ein bisschen zu unserem Ding in Agra – entweder auf Bargeld oder auf die Möglichkeit, das Bargeld wieder loszuwerden ;)

6:30 Uhr öffnete das Tor und wir wurden durch eine Sicherheitsschleuse geleitet. Und dann waren wir tatsächlich drin. Der Augenblick, in dem wir durch das erste Tor sahen und in der Ferne den Taj Mahal erkannten, war schon gigantisch! Und je näher wir kamen, umso beeindruckender ist das Ausmaß dieses Gebäudes. Trotz vieler Touristen waren wir sehr angetan.

Indien Agra Taj Mahal Sonnenaufgang

Die Geschichte hinter dem Taj Mahal

Das Mausolem ließ Shah Jahan für seine Frau errichten, die bei der Geburt seines 14. Kindes verstorben war. 1631 wurde mit dem Bau begonnen, der über 20 Jahre dauerte. Das Endergebnis bekam Shah Jahan leider nie mehr in Freiheit zu sehen, da er von seinem Sohn auf dem Fort festgehalten wurde. Nach seinem Tod wurde er neben seiner Frau begraben. Es gibt die Theorie, dass er eigentlich eine schwarze Version des Taj Mahal auf der anderen Flussseite geplant hatte, in der er selbst begraben werden sollte. So zerstört sein Grab nämlich die Symmetrie in der Grabkammer. Und Symmetrie und Marmor sind im Taj Mahal alles! Das macht es aber auch so unglaublich schön. Wir sind Symmetrie-Fans :)

Indien Agra Taj Mahal Paar post

Nach gut 1,5 Stunden hatten wir den Taj Mahal auch von Nahem aus allen Winkeln betrachtet, genügend Fotos geschossen und Informationen aufgenommen. Wir zogen für uns das Fazit, dass es sich auf jeden Fall gelohnt hat, dieses Bauwerk zu sehen. Auch wenn wir es gemeinsam mit geschätzten 2000 weiteren Touristen besichtigt haben. Und so endete unser Aufenthalt in Agra schließlich mit dem Highlight.

In unserem Video kannst du das Ganze noch mal von allen Seiten betrachten, gespickt mit Fakten und Mythen zum Taj Mahal und wie gewohnt mit den Outtakes gleich dabei ;) Viel Spaß beim Gucken!

Agra – mehr als nur ein Tagesausflug

Die meisten Touristen besuchen Agra nur im Rahmen eines Tagesausflugs von Delhi oder bleiben für eine Nacht und nehmen direkt nach dem Besuch des Taj Mahal den nächsten Zug, Bus oder Flieger. Das ist echt schade, weil wir das Fort und den Baby Taj Mahal auch sehr sehenswert fanden. Außerdem gibt es unweit der Stadt noch eine alte Ruinenstadt, Fatehpuri Sikri, die echt toll sein soll. Wir wollten sie eigentlich auch besichtigen. Aber Franzi war am Tag zuvor einen Moment unaufmerksam, probierte einen Minzshake (der vermutlich mit Leitungswasser gemacht wurde) und wurde in der folgenden Nacht und den nächsten Tagen mit Bauchkrämpfen dafür bestraft. Schade um den Ausflug, aber wir haben die Zeit im Hostel auch ganz gut rumbekommen.

Also wenn ihr mal in der Nähe sein solltet: 2 Nächte kann man in Agra auf jeden Fall bleiben!