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Fast zwei Monate sind wir inzwischen schon wieder in Deutschland und die Zeit hier ist nur so verflogen. Was uns die letzten Wochen beschäftigt hat und wie es uns nach der Reise erging, wollen wir euch natürlich erzählen!

Das Wiedersehen mit Freunden und Familie

Das, worauf wir uns am meisten gefreut hatten, war das Wiedersehen mit unseren Familien und Freunden. Wir feierten eine „Wir sind wieder da“ Party mit Freunden, besuchten Franzis Familie und wohnen wieder bei Matthias Eltern. Unsere Geschwister, Nichten und Neffen und einige Freunde konnten wir in den letzten Wochen besuchen. Dabei erzählten wir natürlich von unseren Abenteuern, waren aber auch total gespannt, zu hören, wie es unseren Lieben zu Hause ergangen ist. Für uns hat ja keiner Videos gedreht ;)

Das liebe Arbeitsamt und die Jobsuche

Einen Großteil der letzten Wochen waren wir kreuz und quer in Deutschland unterwegs zu Vorstellungsgesprächen. Mal war Matthias in München, Franzi in Frankfurt, dann wieder Franzi in München und Matthias in Köln.. zur gleichen Zeit haben wir uns nie in der selben Stadt befunden! Ein bisschen ging unser Nomadenleben in Deutschland also weiter, immer mit der Basis Nordhorn. Inzwischen hat Matthias einen Job und wir haben uns entschieden, dass wir in den Süden ziehen! Bei der Entscheidung hat uns auch die Weltreise und die Erkenntnis geholfen, dass wir uns in der Natur wohler fühlen als in der Großstadt.

Die ganze Vorarbeit bezüglich unseres Arbeitslosengeldes hat sich übrigens geloht: wir haben beide von Tag 1 nach der Reise Arbeitslosengeld bekommen. Damit hat sich unser Vorgehen also bestätigt und wir können dir nur empfehlen, es genauso zu machen wie wir es im Artikel zum Thema Job kündigen und auf Weltreise gehen beschrieben haben.

Weihnachten im großen Kreis

Die Weihnachtszeit mit den Weihnachtsmärkten, Lebkuchen und Glühwein war für uns ein besonderes Highlight. Für uns ist das die schönste Zeit in Deutschland und vor allem etwas, das es sonst nirgendwo gibt. Weihnachten haben wir mit Matthias Familie und allen Neffen und Nichten im großen Kreis gefeiert. Unser liebstes Weihnachtsgeschenk dieses Jahr war übrigens unser Geschenk an unsere Neffen und Nichten: unsere Weltreise als Kindergeschichte. Die kam auch bei den Eltern gut an.

Weltreise Buch

Habt ihr euch schon eingelebt?

Das ist die Frage, die uns fast jeder stellt und irgendwie stehen wir dann immer ganz ratlos da. Eigentlich nicht so richtig. Natürlich ist für uns das Leben in Deutschland vertraut: wir werfen das Klopapier in die Toilette, wissen, dass die Bürgersteige eben und ohne Löcher sind und es Busfahrpläne gibt. Dennoch haben wir das Gefühl, gerade in einer Übergangsphase zu sein. Das richtige Einleben fängt vermutlich dann an, wenn wir in der neuen Stadt in eine Wohnung ziehen und dort wieder arbeiten gehen.

Anfangs war es schon ungewohnt, nicht mehr jeden Schritt zu dokumentieren. Es war so alltäglich, jede Ausgabe in unsere App einzutragen, Fotos zu schießen und Videos zu drehen, in denen wir dich mitnehmen. So kommt es auch, dass wir den Blog erst einmal links liegen gelassen haben und es hier kaum Fotos gibt. Das soll sich aber wieder ändern! Wir würden gern noch einige Blogbeiträge nachtragen.

Und auch wenn für uns im nächsten Schritt das Einleben in der neuen Stadt im Vordergrund steht.. Reisepläne schmieden gehört immer noch zu einer unserer Lieblingsbeschäftigungen! Wir werden dich hier auf jeden Fall auf dem Laufenden halten, wenn es für uns wieder ins nächste Abenteuer geht.

In Canggu auf Bali haben wir unseren perfekten Ort zur Entspannung gefunden: schöner Strand mit Surfwellen, viele Cafés und Restaurants mit gesundem Essen und dazu Yoga- und Massagestudios. Hier haben wir vier Wochen einfach nur die Seele baumeln lassen, entspannt und es uns so richtig gut gehen lassen!

Unsere Unterkunft in Canggu

Nachdem wir die erste Zeit in einem Zimmer waren, das wir über Air BnB gemietet hatten, sind wir für die letzten zwei Wochen umgezogen. Im Koming Guesthouse* hatten wir ein großes Zimmer, einen wunderschönen Pool direkt vor der Nase in einem tollen Garten. Und weil wir hier länger geblieben sind, konnten wir einen super Deal machen und haben nur 23€ pro Nacht bezahlt. Wir haben uns hier wirklich heimisch gefühlt und können diese Unterkunft wärmstens empfehlen.

Canggu Koming Guesthouse Pool und Zimmer

Yoga und Surfen in Canggu

Am Batubolong Beach von Canggu gibt es tolle Wellen, die sich auch für Surfanfänger richtig gut eignen. Matthias nahm einige Male Surfstunden bei Koming (ja, sein Surflehrer vermietete auch ein Zimmer an uns) und konnte hier einige Wellen surfen. Für nur 50.000 IRP (3€) kannst du dir hier am Strand ein Surfbrett mieten und dein Glück in den Wellen versuchen.

Canggu Surfen

Franzi hat sich stattdessen eher in den Yogastudios umgesehen und einige Yogaklassen mitgemacht. Die Auswahl ist groß und jedes Yogastudio hat täglich mehrere Drop-in Klassen, zu denen man einfach vorbeikommen kann. Die Preise dafür liegen zwischen 130.000 und 150.000 Rupie (7-9€).

Canggu Samadi Yoga Studio

Neue Frise

Nachdem Matthias in Nicaragua die Haare schlimm geschnitten worden waren, hatten wir uns nicht mehr zu lokalen Friseuren getraut. Da wir aber zunehmend verwilderten, schnitten wir uns zuletzt in Kolumbien mit unserer Nagelschere gegenseitig die Haare. Ein einmaliges Erlebnis, das vermutlich auch nur nach 9 Monaten gemeinsamem Reisen geschehen kann! Auf Bali trauten wir uns wieder in einen Friseursalon und wurden nicht enttäuscht. Hier gab es einen vernünftigen Haarschnitt und die Experimente mit der Nagelschere sind damit beendet :)

Mit Scoopy durch die Reisfelder düsen

Schon nach wenigen Tagen liehen wir uns in Canggu einen Roller und hatten den auch für den gesamten Zeitraum. Bei Kosten von nicht mal 3€ pro Tag mussten wir gar nicht groß drüber nachdenken. Und wir liebten es, auf unserem Scoopy durch die Gegend zu brausen. Die Sonne im Gesicht, der Fahrtwind und ein unbeschreibliches Freiheitsgefühl!

Getankt wird hier übrigens mit Vodkaflaschen. Die leeren Flaschen werden mit Benzin gefüllt und der Liter dann an jeder Ecke für 10.000 Rupie (70 Cent) verkauft.

Regelmäßige Massagen im Goldust

Da wir in Canggu täglich Sport trieben, gönnten wir uns ein Mal in der Woche eine 90-minütige Massage im Goldust. Es gibt in Canggu auch günstigere Massageangebote, aber die Professionalität und das tolle Ambiente im Goldust überzeugten uns einfach. Für 340.000 Rupie (21€) wurden wir hier 90 Minuten ordentlich durchgeknetet und fühlten uns danach immer wie neugeboren.

Ein bisschen Arbeit darf auch sein

Zwischen all der Entspannung und Erholung setzten wir uns immer wieder auch an unsere PCs und arbeiteten ein bisschen. So sind unsere Reisetipps für Südamerika auf unserem Blog jetzt zum Beispiel vollständig. Wir haben die nächsten Wochen nach Bali geplant und angefangen, uns mit Bewerbungen zu beschäftigen. Dank Zeit, Motivation und Grafikprogramm haben wir jetzt die stylishsten Lebensläufe überhaupt und haben schon mal ein bis zwei Bewerbungen rausgeschickt. Unsere Newsletter-Abonnenten wissen ja bereits, dass unsere Reise Mitte November enden wird.

Strandspaziergänge zu den leeren Stränden

Bali Canggu Klippen Tempel und Meer

Obwohl der Echo Beach und Batubolong Beach von Sonnenschirmen, Liegen und Sonnenanbetern gesäumt sind, gibt es auch noch leere Strandabschnitte. Wir sind den Strand entlang gelaufen und haben uns immer weiter von den anderen Touristen entfernt um schließlich zu komplett leeren Stränden zu gelangen. Hier saßen wir im Sand, genossen den Blick auf die tosenden Wellen und hörten hinter uns die Palmen rascheln. Paradiesisch :)

Bali Canggu Wir am Meer

Traumhafte Sonnenuntergänge in Canggu

Und wenn die Tage sich dann dem Ende zuneigten, erlebten wir am liebsten die Sonnenuntergänge am Strand. Hier in Canggu geht die Sonne im Meer unter und zaubert jeden Abend einen wunderschönen Himmel darüber.

Sonnenuntergang in Canggu am Echo Beach auf Bali

Die letzten vier Wochen waren wohl die entspanntesten Wochen, die wir je hatten. Und so werden wir Canggu und Bali immer mit dieser traumhaften Auszeit und einem grenzenlosen Gefühl von Freiheit verbinden. Unsere Akkus sind voll aufgeladen und jetzt brechen wir wieder Auf zu neuen Abenteuern!

Seit 10 Monaten reisen wir um die Welt. Wir waren im Dschungel wandern, haben an Karibikstränden gelegen, die Unterwasserwelt erkundet, viele uns unbekannte kulinarische Delikatessen ausprobiert und so viele Sehenswürdigkeiten gesehen. Und inzwischen merken wir, dass sich unser Fokus der Reise ändert – und das ist gut so!

Stopover in Kuala Lumpur

Auf dem Weg von Sumatra nach Bali hatten wir einen dreitägigen Aufenthalt in Kuala Lumpur eingeplant, da die Flüge sowieso über den Flughafen der malaiischen Hauptstadt gehen. Wir hatten uns vorher gar nicht so genau überlegt, was wir hier so wollen, einfach mal den Flug gebucht. Bei 20€ (dank Handgepäck) mussten wir da nicht lange überlegen ;)

Wir hatten in den Tagen vorher ein paar Blogbeiträge gelesen, was es in Kuala Lumpur zu sehen gibt und fleißig Markierungen bei maps.me gesetzt. Aber statt Hardcore Sightseeing zu betreiben, haben wir uns auf das konzentriert, was gerade in unserem Fokus steht: uns.

Unsere Zeit für uns nutzen

Nach so vielen Monaten, in denen wir kreuz und quer durch die Welt gereist sind, hat sich innerhalb der letzten Wochen immer mehr der Wunsch bei uns festgesetzt, unsere Zeit so gut es geht, auszunutzen. Und da steht gerade nicht immer der Besuch eines Museums oder des tollen Hauptplatzes an erster Stelle.

Wir haben unsere Prioritäten verschoben und die sehen im Moment so aus: regelmäßig Sport treiben. Etwas, was du vielleicht in deinem Alltag in Deutschland ganz selbstverständlich machst. Obwohl wir gerade alle Zeit der Welt haben, ist es mit dem regelmäßigen Reisen, neuen Orten und Städten gar nicht so leicht, eine Routine zu entwickeln. Da es uns aber wichtig ist, passen wir das den Gegebenheiten an. Hier in Kuala Lumpur zum Beispiel hatten wir ein Fitnessstudio im Gebäude, das wir fleißig genutzt haben.

Gesund ernähren. Auch das Thema gesundes Essen ist auf Weltreise nicht immer so einfach wie in gewohnter Umgebung zu Hause. Selber kochen ist unterwegs immer irgendwie aufwendig. Keine Küche, dreckige Küche, schlecht ausgestattete Küche. Kaum Zutaten, Gewürze, Kräuter im Rucksack. Und die günstigen Straßenstände in Lateinamerika boten meistens nur extrem kohlenhydratreiche Kost und wenig Gemüse, während die touristischen Restaurants oft deutlich teurer waren. Aber jetzt sind wir endlich in Asien. Wir lieben asiatisches Essen und wollen uns vermehrt die gesunden Versionen rauspicken und lieber etwas teurer aber dafür gesund essen. Auch von Süßgetränken und unserem Weltreisekeks, dem Oreo, werden wir Abstand nehmen. Auch wenn es schwerfällt ;) Hier in Kuala Lumpur haben wir die Food Courts in den Malls schätzen gelernt, dort gab es alle Varianten asiatischer Kochkunst. Besonders gefreut haben wir uns über Momos, die hatten wir seit Nepal nicht mehr.

Unsere Zukunft nach der Reise. Wir überlegen, wie es nach der Reise für uns weitergehen soll. Viele Langzeitreisende reizt die Vorstellung, die Reise auf unbestimmte Zeit zu verlängern und den Lifestyle sogenannter digitaler Nomaden zu leben: am Laptop arbeiten, von überall in der Welt. Entweder als Freelancer oder durch Blogs, Youtube-Kanäle oder andere Möglichkeiten, die das Internet heute bietet, Geld verdienen. Am Anfang unserer Weltreise war das auch für uns eine mögliche Option, denn unser One-Way-Ticket hat uns erstmal alle Möglichkeiten offen gehalten. Wir sind aber zu der Erkenntnis gekommen, dass das nicht unser Lifestyle ist. So sehr wir unsere Weltreise genießen, so sehr freuen wir uns auch schon wieder darauf, Freunde und Familie in Deutschland zu sehen und Beziehungen wieder zu vertiefen. Das geht nämlich nicht so gut von unterwegs. Zudem hatten wir beide Jobs, in denen wir gerne arbeiteten und so langsam überlegen wir, wo und in welchem Rahmen wir in Deutschland wieder in den Beruf einsteigen können. Das klingt nicht nur nach einem typischen Urlaub, aber eine Weltreise ist ja auch kein Dauerurlaub.

Achtsamkeit. So oft sind wir mit unseren Gedanken in der Vergangenheit, spielen Szenarien möglicher Situationen im Kopf durch und nehmen dadurch den Moment gar nicht bewusst wahr. Dabei haben wir gerade die Augenblicke der Weltreise am stärksten in Erinnerung, die wir bewusst und intensiv erlebt haben. Und das geht eben auch im Alltag und genau das wollen wir nach der Reise (zumindest ein bisschen) umsetzen. Daher verbringen wir jetzt täglich etwas Zeit damit, zu üben, uns ganz bewusst dem Moment zu widmen.

Schmalspur-Sightseeing in Kuala Lumpur

Somit verbrachten wir viel Zeit in unserem Apartment, im Fitnessstudio, im Infinity Pool und in Foodcourts. Und weil wir unsere schöne Bude in den Regalia Residencies dann natürlich auch verlassen wollten, haben wir uns eben die Sache herausgepickt, die uns hier in Kuala Lumpur am meisten interessierte: die Helipad Bar im Viertel Bukit Bintang. Die Bar liegt in der 34. Etage des Menara KH Gebäudes, welches sich direkt an der Bahnstation Raja Chulan befindet. Ab 18 Uhr wird hier der Helikopterlandeplatz auf dem Dach des Gebäudes zur Bar umfunktioniert und bietet damit einen fantastischen Blick über die Stadt.

Nach unserem kurzen Zwischenaufenthalt in Kuala Lumpur wird es nun wieder zurück in die indonesische Inselwelt gehen. Eine konkrete Planung gibt es wie immer noch nicht, aber wir freuen uns schon sehr auf Sonne, Strand und Meer.

Ist eine Weltreise durchgängig geil? Nein.

Oft berichten wir dir von unseren Erlebnissen und Erfahrungen der Weltreise, erzählen von den schönen und beeindruckenden Momenten und teilen unsere Highlights. Aber auch während der Reise gibt es natürlich Tage, die mal nicht so toll sind. Tage, die schlecht starten, unerwartete Ereignisse, mit denen wir umgehen müssen oder der Verzicht auf etwas, das wir vermissen. Daher wollen wir dir in diesem Beitrag auch diese Seite der Reise zeigen.

Vielleicht liest du unsere Berichte, siehst unsere Bilder auf Instagram oder schaust unsere Videos auf Youtube und begleitest uns so ein bisschen auf unserem Trip um die Welt. Da halten wir die schönen Erfahrungen fest, die wir machen dürfen. Wir nehmen dich mit in neue Länder und teilen das Surreale, das Schöne und das Abenteuerliche mit dir. Es gibt aber auch Tage, da lassen wir die Kamera aus, weil uns einfach nicht danach ist oder weil wir kein Lächeln zustande bekommen. Diese Tage kommen nicht häufig vor, aber sie gehören eben auch zum Reisen dazu.

Schon wieder Reiseplanung

So gern wir in neue Länder reisen, in eine neue Kultur eintauchen und Naturspektakel ansehen – die Planung vorher bringt nicht immer Spaß. Und da wir oft nicht länger als zwei, drei Nächte an einem Ort sind, planen wir oft. Sehr oft. Mit irgendeinem Aspekt der Reise sind wir immer beschäftigt. Wo geht es als nächstes hin? Wie kommen wir dorthin? Wo werden wir übernachten? Was wollen wir dort machen? Passt das mit unserem Budget?

Wenn man seinen zweiwöchigen Urlaub plant und da lange drauf hinfiebert, dann macht das echt Spaß! Wenn man das aber alle zwei bis drei Tage organisieren muss, dann kann man auch mal müde werden und nicht schon wieder auf Tripadvisor nach Bewertungen von Unterkünften sehen wollen oder mit seinem Survival-Spanisch versuchen, die Erklärungen des Hostelmitarbeiters zur Busfahrt von A nach B zu verstehen.

Weltreise Reisetief Reiseplanung

Alles ist neu

So oft haben wir uns in unserem Arbeitsalltag nach Freiheit und Entscheidungsmöglichkeiten gesehnt. Nun passiert es uns häufiger, dass wir uns nach einem Alltag sehnen. Nicht unbedingt nach dem gewohnten in Deutschland, einfach nach einem Alltag, in dem nicht jeder Schritt neu geplant und überlegt werden muss. Auf unserer Reise ist oft alles neu.

Neues Klima, neue Verhaltensweisen, neue Sprachen. Was hat er gesagt? Essen, zubereitet mit unbekannten Hygienestandards und bezahlt mit einer neuen Währung. Wie war nochmal der Umrechnungskurs? Andere Verkehrsmittel. Müssen wir buchen oder springt man einfach so auf den Bus? Neues Gedränge, ähnliches Gequetsche, anderer Lärm. Ähnliche Hunde aber ganz andere Insekten. Meistens größere.

In jeder Stadt, in der wir ankommen, müssen wir uns erst einmal orientieren. In welcher Ecke gibt es einen Supermarkt? Wo können wir günstig etwas essen? Wo können wir gut spazieren gehen? Bis wann ist es wo sicher? Meistens macht es Spaß, neue Städte zu erkunden, die schönen Häuser zu betrachten und die Menschen in ihrem Alltag zu beobachten. Aber wenn wir uns gerade zum fünften Mal in zwei Wochen in einer neuen Stadt zurecht finden müssen, dann wünschen wir uns manchmal nichts mehr als unseren Stammdöner. Zu wissen, wo er ist, wie wir dahin kommen, was es dort kostet und vor allem, dass es uns schmeckt.

Komfort, wo bist du?

Als Deutsche leben wir sehr komfortabel: Wir haben eine schöne Wohnung mit richtigen Mauern, ohne Löcher und ohne vergitterte Fenster, bequeme Betten, trinkbares Leitungswasser, eine warme Dusche, saubere Klamotten und eine riesige Auswahl an Essen, das wir jederzeit bekommen können.

Reist man für eine längere Zeit auch durch ärmere Länder und hat – so wie wir – ein begrenztes Budget, so muss man natürlich etwas von diesem Komfort einbüßen. Mal sind die Betten unbequem und selten richtig sauber, meistens gibt es nur eine kalte Dusche, nicht immer gibt es durchgängig Strom, aber überraschend oft WiFi. Das leicht dreckige T-Shirt wird wieder angezogen, weil alle anderen Klamotten noch dreckiger sind. Das Essen ist auf die regionale Küche begrenzt, die uns zunächst fasziniert aber nach einigen abwechslungsarmen Wochen auch mal zum Hals raus hängen kann.

Einzeln für sich genommen ist das alles kein Thema. Aber wenn es an allen Ecken und Enden am Komfort mangelt, dann kann auch mal schlechte Laune aufkommen und in Tagträumen die gemütliche Wohnung in Deutschland auftauchen. Dann wünschen wir uns saubere Sachen, eine andere kurze Hose als die, die wir jeden zweiten Tag anziehen oder eine ordentliche Portion Möhreneintopf.

Weltreise Reisetief Hütte

Aber das alles gehört zu unserem Reisealltag dazu und ist für uns auch in Ordnung. Wir laufen nicht verstrahlt grinsend 365 Tage im Jahr durch Deutschland, warum also sollte es auf unserer Reise der Fall sein, die uns auch immer mal an unsere Grenzen bringt?! Umso wichtiger ist es, sich damit auseinanderzusetzen und einen Weg zu finden, damit umzugehen.

Was tun bei einem Reisetief?

Wir hatten noch nicht viele Reisetiefs. Selbst, wenn mal der oben erwähnte Komfort fehlt, machen es meistens die tollen Erlebnisse oder die schöne Natur wieder wett. Aber Städte können uns manchmal den Rest geben. Wenn sie entweder laut und dreckig (Jaipur) oder einfach nur grau, häßlich und unerträglich heiß sind und es nichts in der Stadt gibt, was wir unbedingt unternehmen wollen, dann gucken wir uns manchmal an und fragen uns: Warum tun wir uns das an? Und wenn es darauf keine gute Antwort gibt, ändern wir etwas.

Wenn uns die weitere Reiseplanung zu viel wird, dann bleiben wir eben mal länger als geplant an einem Ort. Wenn es uns am Komfort mangelt, dann sorgen wir dafür, dass wir wieder etwas mehr Komfort haben. Dann wird die nächste Unterkunft kein Schlafsaal, sondern ein Doppelzimmer mit eigenem Bad und vielleicht sogar einem Balkon! Und wenn wir die lokale Kost nicht mehr genügend wertschätzen (aktuell entwickeln wir Widerstände gegen Mais, Bohnen und Reis), dann buchen wir eine AirBnB Wohnung mit Küche oder suchen ein überteuertes Restaurant und bestellen einfach etwas unauthentisch Nudeliges.

Unser heutiges kleines Reiseloch war übrigens nach 3 Stunden wieder überwunden. Was uns heute herausgeholfen hat? Ein improvisiertes Müsli mit Milch im Park, ein klimatisiertes Café mit leckerer Limonade und Brownie und das Buchen der nächsten Unterkunft – direkt am Strand, ein eigenes kleines Häuschen mit Küche, Bad und Hängematte. Für ganze 5 Nächte. Deutlich über unserem Budget, aber voll im Wohlfühlbereich :)

Weltreise Reisetief Luxushütte

Und du?

Ist es dir auch schon einmal ähnlich ergangen? Warst du müde vom Reisen oder hast Komfort vermisst? Erzähl uns doch, wie du damit umgegangen bist und lasse einen Kommentar da.

Nach unzähligen Probepackversuchen, vielen Diskussionen darüber, was nun notwendig ist und was überflüssig, steht sie endlich: die Packliste für unsere Weltreise! Da wir nur mit Handgepäck verreisen, sind wir auf 40l Platz begrenzt, eine echte Herausforderung! Oft haben uns Freunde gefragt, was wir denn da überhaupt hineinbekommen und konnten sich nur schwer vorstellen, wie man ein Jahr verreisen will mit so einem kleinen Rucksack. Hier wollen wir dir zeigen, was wir für ein Jahr einpacken, weshalb wir bestimmte Dinge mitnehmen oder auf andere verzichten.

Rucksack für eine Weltreise mit Handgepäck

Weltreise Packliste Handgepäck Rucksack Osprey

Als Reiserucksack haben wir uns für den Osprey Farpoint 40* entschieden. Als Alternative hatten wir auch den Minaal in Betracht gezogen, der „extra für digitale Nomaden“ entworfen worden ist. Jetzt sind wir ja (noch) keine digitalen Nomaden und der stolze Preis von 250€ war ein weiteres Argument gegen den Minaal.

Der Osprey Rucksack ist von seiner Größe perfekt auf die Handgepäckmaße (55x35x37 cm) abgestimmt und wiegt nur 1400 Gramm. Der Tragekomfort ist durch zwei verschiedene Längen (man kann den Rucksack in S/M oder M/L kaufen) und einen guten Hüftgurt gegeben. Hier ist er dem Minaal überlegen. Der kommt nämlich erstmal ohne Hüftgurt und der, den man dazu kaufen kann, ist lange nicht so stabil wie der vom Osprey. Da wir auch mal längere Wandertouren machen möchten, war das für uns ein wichtiges Argument.

Ein weiteres Argument für den Osprey Farpoint 40 war sein Preis – wir haben für den Rucksack 109€ bei amazon bezahlt. Also nur die Hälfte des Preises des Minaal. Klar, der hat die ganzen tollen Innentaschen für Stifte, E-Book-Reader und so, aber mal ganz ehrlich: drei Innentaschen tun es auch! In der Tabelle findest du noch einmal einen Überblick zu den Features der jeweiligen Rucksäcke.

 Osprey Farpoint 40 Minaal Carry on 2.0
GrößeLänge 54 cm
Breite 35 cm
Tiefe 37 cm
Länge 55cm
Breite 35cm
Tiefe 20cm
Gewicht1,44kg 1,415 kg
Volumen40 Liter35 Liter
Ausstattung gepolstertes Laptopfach
2 Kompressionsriemen
abschließbarer Reißverschlusszugang zum Hauptfach
2 Meshfächer an Vorderseite
zwei 3D-Innentaschen zur Organisation der Kleidung
viele kleine Taschen zur Organisation (Laptop, Tablet, Stifte etc.)
Außenmaterial wasserabweisend
extra für Langzeitreisende entworfen
Sitz 2 Größen (S/M und M/L) für verschiedene Rückenlängen
Hüftgurt angenäht, dadurch stabiler Sitz und Gewichtserteilung auf Hüfte
kein Hüftgurt dabei (kann dazu gekauft und angebracht werden - nicht so stabil)
Aussehen in 3 Farben erhältlich (rot, blau, schwarz)
sieht mehr nach Rucksack aus, weniger "stylish"
nur in schwarz erhältlich
schönes Design
Preis130€299 US$ (270€)

Für die beiden Rucksäcke haben wir uns zwei Regencover von Deuter gekauft. In der eigentlich passenden Größe haben wir keine zwei finden können, deswegen haben wir das kleinere Cover (20-35l) probiert und erfreut festgestellt: passt perfekt, ist kleiner und leichter!

Tagesrucksäcke

Oft darf man zusätzlich zu seinem Handgepäck noch einen kleinen Gegenstand wie eine Laptoptasche oder eine Handtasche mit ins Flugzeug nehmen. Damit wir auf der Weltreise nicht nur mit dem großen Osprey Rucksack rumrennen müssen, hat Franzi sich den Rucksack Övik von Fjallräven* gekauft. Er hat sich mit einer Größe von 20Litern in den Wochen vor Abflug als toller Allzweckrucksack im Alltag bewährt: ob Schwimmsachen, Einkauf, Dokumente oder Klamotten – alles haben wir gut darin verstauen können. Und schön ist er auch noch ;) Matthias wird seinen 15 Liter Deuter-Rucksack mitnehmen, der ihn schon auf so manchem langen Lauf begleitet hat. Für den Rucksack gibt es ein passendes 2-Liter-Trinksystem*, dass wir für Wanderungen schon oft gut genutzt haben.

Packing Cubes – die unverzichtbaren Packhilfen im Handgepäck

Weltreise Packliste Handgepäck Packing Cubes

Um den geringen Platz in den Rucksäcken perfekt auszunutzen, empfehlen wir unbedingt Packing Cubes* zu verwenden. Das sind ganz leichte, robuste Stoff-Würfel (Matthias würde Quader sagen). Wenn man diese praktischen Helfer ziemlich vollstopft, werden die Kleidungsstücke automatisch komprimiert und man spart enorm Platz ein. Außerdem sorgen die Würfel für Ordnung im Rucksack. Wenn man dann noch einen Rucksack mit seitlichen Reißverschlüssen (wie den Farpoint 40*) hat, kommt man sehr schnell und bequem an alles ran.

Wir können die Packing Cubes Specter von Eagle Creek* wärmstens empfehlen. Franzi hat drei Stück, je einen in den Größen quarter cube, half cube und full cube. Matthias hat zwei, einen half cube und einen full cube. Dass wir während der Reise unsere Unterwäsche vertauschen ist dank der unterschiedlichen Farben unserer Packwürfel unwahrscheinlich ;) Dank „Rolltechnik“ (Kleidung aufrollen) bekommt man so echt richtig viele Klamotten auf kleinem Raum gepackt. In Franzis Half Cube passen zum Beispiel ihre ganzen Oberteile hinein – das sind 2 Longsleeveshirts, 3 Tops und 5 T-Shirts. Ein Bild davon kannst du dir in unserem Packvideo machen.

Kleidung Franzi

  • 1 Merinowolle-Leggings*
    →für kalte Bus- oder Zugfahrten, als Schlafhose und unter dem Rock für etwas kühleres Wetter
  • 2 Shorts
  • 1 kurze Sporthose
  • 1 Rock
  • 2 Bikinis
  • 4 Paar Socken (2 kurz, 2 lang)
  • 1 Paar Merinosocken*
    →Franzi hat ständig kalte Füße, ob im Flugzeug oder beim Einschlafen, deswegen sind dicke Socken ein Muss!
  • 2 BHs (1 normaler, 1 Sport-BH)
  • 1 Paar FlipFlops
  • 1 Paar Sneakers
  • 1 Paar Trailschuhe von Northface
    →Dieser Schuh war für uns die Kompromisslösung zwischen Wander- und Joggingschuh. Er ist stabil genug zum Wandern und hat eine rutschfeste Sohle, ist aber nicht zu schwer.

Kleidung Matthias

  • 5 T-Shirts
    2 Merinowolle-T-Shirts von Icebreaker*. Die stinken nicht so schnell wie normale Baumwolle-T-Shirts und können dann vielleicht auch mal einen Tag mehr angezogen werden. Wären die Shirts nicht so teuer, hätte sich Matthias vermutlich noch mehr zugelegt.
  • 1 Langarmshirt von Icebreaker*
  • 1 Fleecejacke*
  • 1 Regenjacke von Marmot*
  • 1 Trekkinghose von Fjallräven*
    →Auch Matthias hat sich für die praktische Zip-Off-Hose entschieden mit festem Obermaterial in stylischem Grau ;)
  • 1 lange Stoffhose
  • 1 kurze Hose
  • 1 kurze Sporthose
  • 1 Badeshorts
  • 1 Lange Unterhose
    → Vermutlich überflüssig. Wenn Sie in Nepal nicht gebraucht wird, kommt sie danach weg. Aber 5000 Meter könnten schon kalt werden.
  • 5 Paar Socken
  • 6 Boxershorts
  • 1 Paar FlipFlops
    →Wir haben unsere gut eingelaufenen (ausgelatschten) Flip Flops eingepackt und hier auf teure Spezialschuhe verzichtet. Bisher haben wir FlipFlops auch gerne mal verloren, deswegen kaufen wir lieber welche auf der Reise nach. 
  • 1 Paar Chucks
    →Was war das ein Akt, „leichte“ Schuhe für Matthias zu finden. Wir haben bemerkt, dass Männerschuhe eigentlich immer eine dicke Sohle haben und/ oder schwer sind. Unendliche viele Schuhläden Hamburgs haben wir auf der Suche nach leichten Männersneakers abgeklappert und schließlich erschienen uns die Chucks als beste Lösung.
  • 1 Paar Trailschuhe von Northface
    → 
    gleiches Modell und gleiche Argumentation wie bei Franzi
  • 1 Kappe

Kulturbeutel

  • 2 Zahnbürsten in selbst genähter Hülle (leichter als Plastikhülle, schützt genauso gut)
  • Zahnseide
  • Zahnpasta
  • Lush Shampoo Bar
    →Eine super Alternative zu Duschgel und Shampoo ist die Shampoo Bar von Lush. Die Lush Produkte schäumen immer toll und riechen gut. Noch dazu sparen wir Flüssigkeit, da wir im Handgepäck auf zwei Mal einen Liter beschränkt sind.
  • hoch konzentriertes Waschgel von Sea to Summit*
    →Kann als Shampoo, Duschgel, Waschgel und zum Waschen von Kleidung genutzt werden. Es ist biologisch abbaubar und eignet sich auch für Trekking Touren.
  • Kamm
  • OBs
  • Deostick von Nivea
  • Desinfektionstücher
  • 1 Rasierer, verschiedene (verpackte) Klingen
    →Wir nehmen einen Rasierer mit, auf den wir jeweils unsere Klingen raufschrauben können, wieder Platz und Gewicht gespart :)
  • Rasieröl*
    →Soll sehr ergiebig sein, definitiv eine Alternative zu Rasierschaum. Wir berichten dann von unterwegs, wie lange es hält.
  • Gesichtscreme
  • Kontaktlinsenflüssigkeit* (6x 90ml Flasche)
    →Die Notration, wenn Franzi keine große Flasche vor Ort bekommt.
  • Nagelfeile (nicht spitz)
  • Pinzette
  • Sonnencreme

Elektronik

  • 13' MacBook Pro* und 13' MacBook Air*
    →Technisch super ausgestattet, für die Videobearbeitung ist der schnelle Prozessor des Macbook Pro sehr hilfreich.

  • 1 Ladekabel Macbook
    →Das wollen wir uns teilen, da die MacBooks schnell geladen sind. Wir sind gespannt ob es mal einen Streit ums Ladekabel geben wird ;)
  • Kompaktkamera Sony Cyber-shot DSC-RX100*
    → Wir haben unsere Spiegelreflexkamera verkauft (zu groß und unhandlich) und uns für eine gute Kompaktkamera entschieden. Die Sony cyber-shot macht super Bilder, hat einen optischen Zoom, ist leicht und einfach zu handhaben. Auch für Videos ist die Kamera gut geeignet (4K-Videos möglich). Wir haben zusätzlich einen zweiten Akku sowie einen Aufsatz für den Gorillapod und den Teleskopstab der Go Pro gekauft.
  • Go Pro Hero Action Cam*

    →Die haben wir gebraucht von Freunden gekauft. Vom Zubehör nehmen wir verschiedene Aufsätze, einen Teleskopstab, einen Akkupack, den Kopfgurt und die Fernbedienung mit.

  • 2 Kindle Paperwhite E-Book-Reader*
    →Tausende Bücher für unterwegs komprimiert auf 200 Gramm. Die integrierte Beleuchtung ist der Knaller und der Akku hält auch ewig (bis zu 6 Wochen). Für uns unverzichtbar auf Reisen. Deswegen auch zwei davon. Die Hülle hat Franzi selbst genäht, um Platz und Gewicht zu sparen.
  • iPhone 6* + Ladekabel + Kopfhörer
  • Samsung Galaxy S6* + Kopfhörer
  • 2 USB-Ladekabel
    →Damit können wir fast alles laden: das Samsung Smartphone, die Sony Kamera, die Kindle, die Powerbank, die Soundbox. Sehr praktisch! Solltest du dir neue elektronische Geräte zulegen, lohnt es sich, darauf zu achten, dass sie die gleichen Ladegeräte benötigen.
  • Anker Powerbank*
    →Wenn unterwegs keine Ströme sind und wir unsere diversen Elektroniksachen laden wollen, ist das (hoffentlich) die Rettung. Unsere Version soll bis zu sieben Mal ein Smartphone laden können. Geht aber genauso gut für Digitalkamera oder Go Pro, die per USB-Anschluss geladen werden. Und diese Variante hat sogar 2 USB-Outputs, ermöglicht also gleichzeitiges Laden von 2 Geräten. Wenn das mal nix für Blogger und Möchtegern-Vlogger ist :)
  • Anker Soundbox*
    →Diese Musikbox haben wir auf unserer Abschiedsparty von Freunden geschenkt bekommen und sind begeistert! Sie liefert einen guten Sound, ist handlich und vor allem: wasserdicht! Über Bluetooth lässt sie sich mit dem Handy verbinden und kann bis zu 10 Stunden Musik spielen.
  • Gorilla Pod*
    →DAS Stativ für Reisende! Ist klein, gut zu verstauen, hat magnetische Füße und kann flexibel verbogen werden. Wir können (mit Adaptern) sowohl Digitalkamera als auch Go Pro draufschrauben. Also her mit den schönen Reisemotiven!
  • Multisport-Uhr Garmin Forerunner 920XT*
    → Hatte Matthias sowieso, deswegen kommt sie mit. Eignet sich hoffentlich gut, um per GPS unsere Wanderung in Nepal zu dokumentieren. Vielleicht hilft sie auch dabei, den Weg zu finden.
  • Speichermedien 
    • 1 TB Festplatte WD Elements*
    • 32GB und 64GB SD-Karten für die Kamera
    • 2x 64GB Micro-SD-Karten und Adapter (Micro-SD auf SD) für die Go Pro
    • 1 Mini-USB-Stick mit 16 GB.
      →Da speichern wir alle wichtigen Nummern und Dokumente als Backup. Einmal als verschlüsseltes Mac Laufwerk und für den ganz wurstigen Worte-Case, dass unsere MacBooks beide verschwinden auch noch als verschlüsseltes Archiv in Windows Dateiformat.
  • SKROSS Multistromstecker*
    →Bei diesem Stecker haben uns die zwei USB-Lademöglichkeiten zusätzlich zum normalen Stecker überzeugt.
  • 3m langes Stromkabel
    →Wir sparen uns, das lange Macbook-Kabel mitzunehmen und können mit Hilfe des Verlängerungskabels auch ungeschickt gelegene Steckdosen gut erreichen.

Reiseapotheke

Hier kannst du den ausführlichen Artikel zu unserer Reiseapotheke finden.

Dokumente

  • Reisepass
    →Mit ausreichend Platz für die ganzen Einreisestempel und Visa :)
  • Internationaler Führerschein
  • Internationaler Impfpass
  • US $ zur Reserve, weil die fast überall auf der Welt als Zahlungsmittel akzeptiert werden
  • Kreditkarten
    →Wir haben sowohl VISA-Karten der DKB dabei als auch von Santander. Wobei die Kreditkarte von Santander momentan (nach unserem Kenntnisstand) die einzige ist, bei der man Automatengebühren erstattet bekommt und keinen Auslandseinsatz zahlen muss bei Bezahlung mit der Karte.
  • Passfotos
    →Benötigt man immer mal wieder für Visa. Wir brauchen schon für die Wanderung in Nepal jeder mindestens 3 Passfotos, daher ganz gut, auf einer längeren Reise welche dabei zu haben.

Sonstiges

  • 2 Traveltowels von Cocoon*
    → Trotzdem wir eigentlich schon welche hatten, haben wir uns die Microfiber Towels von Cocoon in Größe L (120x60cm) zugelegt, da sie noch mal deutlich kleiner zu packen sind. Und dieses Argument zog fast immer bei uns ;)
  • 2 Travelsheets von Cocoon*
    →Kommen dann zur Anwendung, wenn die Bettwäsche wenig einladend ist, in Leihschlafsäcken oder als leichter Schlafsack z.B. auf Zugfahrten. Wir haben uns für die Seide-Variante entschieden, da sie sehr leicht ist und angenehm zum Schlafen.
  • Reisewäscheleine
    →Hat sich schon in vorherigen Urlauben absolut bewährt.
  • 2 Geldkatzen*
    →In diesen kleinen „Bauchtaschen“ können wichtige Dokumente verstaut werden und sind so noch besser vor Dieben geschützt.
  • kleines Reiseportemonnaie (selbst genäht)
  • kleines Notizbuch und Stift
  • 2 Stirnlampen von PETZL*
    →In vielen Ländern in Südostasien ist Stromausfall an der Tagesordnung, da können wir diese gut gebrauchen. Aber auch für Wanderungen vor dem Morgengrauen :)
  • 2 deuter Regencover (20-35l)
    →Ja, das passt für den 40 Liter Rucksack. Geheimtipp!
  • 2 Sea to Summit Dry Bags*
    →Die wasserdichten Beutel haben ein Volumen von 8 Litern und sollen für dreckige Sachen dienen sowie für Tauch- oder Strandgänge.
  • Brille, Schwimmbrille, Sonnenbrillen und die (klobigen) Etuis
  • 2-Liter-Trinksystem* von Deuter
    →Passt in den Tagesrucksack von Matthias und ist super praktisch für längere Wanderungen oder Spaziergänge an richtig heißen Tagen.
  • 1 Rucksackschloss* und Kette
    →Unser Sicherheitssystem gegen Gelegenheitsdiebe. Nicht mehr und nicht weniger. Das Schloss kann alle Fächer beider Rucksäcke gleichzeitig abschließen. Die Kette gibt es als Meterware im Baumarkt. Viele Reisende haben den Travel Safe* von PacSafe dabei. Der scheint praktisch und wir haben lange hin und her überlegt. Es gibt ihn aber nur als 5 Liter Variante (zu klein) oder mit 12 Litern (zu groß und sperrig für uns).

Puh, ganz schön viel oder? Und kannst du dir vorstellen, dass das alles in zwei 40 Liter Rucksäcke passt?! Wir sind echt erstaunt, wie viel Kram wir da so unterbekommen und befürchten, dass wir ziemlich schnell schon wieder Dinge aussortieren werden. Sollte das der Fall sein, werden wir das in unserer Liste auf jeden Fall vermerken.

Und wenn du das Ganze jetzt noch mal so richtig in Echt sehen möchtest, mit bewegten Bildern und so.. dann haben wir da was für dich! Wir haben den ganzen Pack-Akt gefilmt und unser erstes Video online gestellt! :) Willst du mal gucken?


Du willst eine Weltreise planen?

In unserer Übersicht zur Weltreiseplanung findest du Informationen zu allen notwendigen Erledigungen. Wir geben dir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Planung deiner Reise. Wann musst du was bedenken, wie lange vorher dich um Dinge wie Impfungen oder die Kosten deiner Reise kümmern?



Lust auf mehr? Lies unsere neuesten Berichte!


Schon seit Jahren leeren wir – bedingt durch akuten Platzmangel – regelmäßig unsere Schränke, Regale, den Platz unterm Bett und all die anderen Lager für überflüssige Dinge. Mit der großen Reise vor Augen und der Frage, wo wir den sich trotzdem immer wieder ansammelnden Kram bloß unterkriegen sollen, bekam das Thema Entrümpeln daher noch einmal einen großen Stellenwert in unserer Reisevorbereitung.

Vor allem, nachdem wir die Entscheidung getroffen hatten, nur mit einem Handgepäckrucksack zu reisen. Da passt ja quasi nix rein. Als wir dann noch unsere Wohnung kündigten, nahmen wir uns ganz fest vor: wir behalten nur das Notwendigste und Wichtigste, der Rest kommt weg! Also stellten wir uns immer und immer wieder die Frage: „Brauchen wir xy eigentlich noch?“ Und je näher der Umzug rückte, umso häufiger beantworteten wir uns die Frage mit: „Nö.“ Nur, was machen mit den ganzen überflüssigen Dingen?

Verkaufen von überflüssigen Dingen

Das war erst mal immer Plan A. Fast alle unserer aussortierten Dinge waren noch funktionstüchtig und daher zum Wegwerfen viel zu schade. Und da wir gut noch etwas Geld gebrauchen konnten, versuchten wir als erstes, unseren Krempel noch zu verkaufen. Dazu führten wir zunächst eine Internetrecherche durch, um zu schauen ob ähnlicher Krempel noch Geld gebracht hat. Und oft waren wir wirklich überrascht, wofür Leute Geld bezahlen! Vor allem Elektronik wird selbst in beschädigtem Zustand noch gern gekauft. Im Folgenden geben wir dir eine Übersicht über die Plattformen, die wir zum Verkauf genutzt haben und was da gut wegging.

Minimalismus Bücherverkauf

eBay: Unsere Tipps für einen erfolgreichen Verkauf

3,2,1… deins! So ging es uns innerhalb der letzten vier Monate häufig. Was haben wir uns gefreut, wenn wir wieder etwas verkauft hatten! Dahinter steckte aber auch eine ganze Menge Arbeit. Zunächst haben wir in der Suchfunktion bei eBay unseren Artikel eingegeben und dann in den Optionen eine Häkchen bei „verkaufte Artikel anzeigen“ gesetzt. Das ist der Trick schlechthin, weil man dann angezeigt bekommt, wieviel Leute in vorherigen Auktionen schon mal für diesen oder einen ähnlichen Artikel bezahlt haben. Das hilft ungemein dabei, einen angemessenen Preis festzusetzen.

Sofortkauf vs. Auktion

Am häufigsten haben wir Artikel zum Sofortkauf angeboten und die Angebote über 4 Wochen eingestellt. Manches wurde dann innerhalb weniger Stunden schon gekauft (z.B. Bluray Big Bang Theory), andere Angebote mussten wir nach einigen Wochen erneut einstellen. ABER: Fast alles wurde irgendwann gekauft! Man braucht da einfach Geduld. Und im Zweifel zieht die Reduktion des Preises immer ;)

Wenige Male haben wir auch Auktionen gestartet, die dann immer über 7 Tage laufen. Dabei ging ein DVD-Set mit 12 DVDs mal für ganze 3€ weg. Die abgefahrenste Auktion erlebten wir bei Matthias Ironmanmedaille, die für über 200€ gekauft wurde. Zweihundert Euro!!! Wir konnten es kaum glauben und waren froh, dass wir sie nicht für 20€ zum Sofortkauf angeboten hatten :D Beachten solltest du immer das Startdatum deiner Auktion. Am besten stellst du dein Angebot Sonntagnachmittag oder -abend rein, dann endet es auch zu dieser Zeit. Da haben auf jeden Fall mehr Leute Zeit zum Bieten als an einem Mittwochvormittag.

Dinge, die wir gut über eBay losgeworden sind, waren vor allem Kleinelektronik (sowas wie alte Handys, Kabel, iPod, Headset, Festplatten, DVDs und Blurays), Taschen (Fossil Handtasche, Rucksack, Reisetasche) aber auch größere Sachen wie einen Plattenspieler und eine Spiegelreflexkamera. Generell gilt: alles, was man einigermaßen gut verschicken kann, sollte man zuerst mal versuchen, bei eBay zu verkaufen.

eBay Provision

Zu beachten dabei: eBay nimmt inzwischen 10% Provision des Verkaufspreises – früher haben sie die Provision auf den Startpreis einer Auktion genommen, das ist inzwischen leider vorbei. Und selbst vom angegebenen Porto steckt sich eBay 10% Provision in die Tasche, hier kannst du also kaum mehr rausholen. Die Bezahlung läuft fast nur über PayPal. Das ist total praktisch, weil das Geld nach dem Verkauf direkt da ist und du den Kram losschicken kannst. Allerdings möchte auch PayPal seinen Anteil am Verkauf haben und behält 3% des Verkaufspreises.

eBay Kleinanzeigen: Unsere Tipps für einen erfolgreichen Verkauf

Für Möbel und größere Elektronik bietet sich eBay Kleinanzeigen als Verkaufsplattform an. Vorteil dabei ist ganz klar, dass du keine Provision an eBay abdrücken musst und das Geld bar in die Hand gedrückt bekommst. Andererseits werden oft Nachfragen zu den Angeboten gestellt, sodass du nach dem Einstellen der Sachen etwas mehr Arbeit damit hast. Hat man sich auf einen Preis geeinigt, müssen die Käufer nur noch vorbeikommen, um sich das Gekaufte abzuholen und zu bezahlen. Aber auch da kann es gut passieren, dass dann auf einmal doch niemand kommt, jemand sich das kurzfristig anders überlegt oder erneut über den Preis verhandeln will. Der Verkauf über eBay Kleinanzeigen ist also nicht immer so sicher und einfach abzuwickeln.

Wir sind darüber dennoch einiges losgeworden, zum Beispiel Kleinmöbel (Sessel, Schreibtischregal), Spiele, Sportartikel (Radtrainer, Hanteln), größere Elektronik, die sich nicht gut verschicken lässt (alter Desktop-PC, Boxen, Matthias E-Piano). Sogar Kleiderbügel, Franzis Abikleid und ein kleiner Koffer wurden gekauft. Es lohnt sich hier definitiv, einfach mal eine Anzeige zu schalten. Das ist sehr unkompliziert und geht schnell.

Momox und rebuy: CDs und Bücher verkaufen

Über diese beiden Plattformen haben wir hauptsächlich gebrauchte Bücher, CDs, DVDs und Blurays verkauft. Dabei lohnt es sich manchmal, zu vergleichen, wieviel ein Medium bei rebuy und wieviel es bei Momox bringt, da sich der Gewinn teilweise sehr unterscheidet. Beide Websites bieten eine kostenlose App an, mit deren Hilfe man die Barcodes auf den Medien scannen kann und sich das Eintippen und Suchen des genauen Mediums schenkt. Das ist wirklich praktisch! Verschicken kannst du das Ganze kostenlos, sofern du einen Verkaufsbetrag von 10€ erreichst. Du wirst dann über den Eingang der Ware informiert und sobald alles geprüft ist, kannst du dir das Geld auf dein Konto auszahlen lassen.

So konnten wir viele Medien auf einen Schlag verkaufen und mussten nicht jede(s) Buch/DVD/Bluray einzeln verschicken. Gerade für Fachbücher bekommt man teilweise noch einiges und auch aktuellere Romane oder Sachbücher können manchmal noch 3-5€ einbringen. Bei uns hat es vor allem die Menge gemacht! Wir haben viele Pakete hingeschickt und besitzen aktuell noch genau 2 Blurays.

Über Momox kannst du auch gebrauchte Kleidung verkaufen. Natürlich zieht hier hauptsächlich Markenware und die Kleidung sollte noch in gutem Zustand sein. Wir haben das auch einmal gemacht, allerdings hat sich das kaum gelohnt. Für unser riesiges Paket mit zahlreichen Klamotten haben wir nachher nicht mal 20€ bekommen. Und da waren ein gutes Jackett, gute Schuhe und viele noch sehr gut erhaltene andere Sachen drin. Das würden wir nicht noch mal machen.

Freunde und Bekannte

Wir hatten in den letzten Monaten immer wieder Freunde zu Besuch und haben mit denen natürlich auch über unsere bevorstehende Weltreise gesprochen. In dem Zuge haben wir auch davon erzählt, dass wir vieles noch verkaufen wollen und konnten die eine oder den anderen noch ausstatten mit Büchern, Spielen, Schallplatten, Drucker oder auch einer Gasflasche für den Grill. Wir haben auch bei unseren Nachbarn angefragt und in einer Facebookgruppe unserer Nachbarschaft einen Beitrag gepostet, in dem wir die zu verkaufenden Sachen aufgelistet haben. Auch darauf haben sich noch einmal einige gemeldet und wir konnten wieder etwas von unserem Hab und Gut auf andere verteilen.

Da wir über vier Monate regelmäßig unsere Sachen online zum Verkauf angeboten haben, vieles ersteigert worden ist und wir kontinuierlich dran geblieben sind, konnten wir noch einiges an Geld einnehmen. Das führte allerdings auch dazu, dass unser  Wohnzimmer zeitweise mehr nach Poststelle als nach Wohnen und Gemütlichkeit aussah!

Minimalismus Post verschicken

Flohmarkt

Als wir final für den Auszug aus unserer Wohnung gepackt haben, sind doch noch wieder Dinge angefallen, die wir vorher übersehen hatten oder für die wir einfach nicht die Zeit gefunden haben, sie zu verkaufen. Diese Sachen sind dann in einer „Flohmarkt“-Kiste gelandet. Diese Kiste hat bisher noch keinen Flohmarkt gesehen ;)  Wir haben es einfach zeitlich nicht mehr geschafft vor Abflug, da wir die Priorität irgendwann auf wichtigere Reisevorbereitungen legen mussten. Allerdings würden wir das nächste Mal vermutlich eher mal einen Flohmarkt ausprobieren. Es macht bestimmt Spaß und man muss nicht so viele Pakete verschicken oder Termine mit Käufern machen wie über die beiden eBay Plattformen. Habt ihr Erfahrungen damit, ob sich ein Flohmarktstand gegenüber eBay und anderen Plattformen lohnt?

Verschenken

Natürlich mussten auch unsere Kleiderschränke entrümpelt werden, da wir in unserem Handgepäck ja nicht mal ein Zehntel des Inhalts mitnehmen können. Hier haben wir gelernt: Für gebrauchte Kleidung bekommst du nix mehr. Oder zumindest nicht übers Internet. Vielleicht auch nicht allzu verwunderlich, wir haben bisher auch noch nie über eBay T-Shirts, Hemden oder Kleider gekauft. Letztlich haben wir noch eine Kiste mit gebrauchten Klamotten an Momox geschickt, aber auch nur, um wieder einen Haufen loszuwerden. Aber wir haben auch Möbel und Geschirr verschenkt, das hauptsächlich über eBay Kleinanzeigen. Eine weitere gute Möglichkeit ist natürlich auch das Verschenken an Freunde oder Nachbarn.

Digitalisieren & Komprimieren

Nun bezieht sich Minimalismus aber nicht nur auf das Entrümpeln von Klamotten und Elektronik. Wir verstehen darunter auch die Reduktion von Ordnern, Papieren und Nippes. Bei vielen Unterlagen haben wir uns gefragt: Brauchen wir die Originale in Papierform oder können wir das Einscannen und digital speichern? Wie viel Deko muss sein? (Da waren wir uns nicht immer so ganz einig..) Aber auch Mitgliedschaften wie Amazon Prime, Spotify oder die BahnCard wurden auf ihre Notwendigkeit überprüft – und dann oft gekündigt.

Wegwerfen

Und wenn vorher alles nicht geklappt hat, dann mussten die Sachen eben doch in den Müll wandern. Das geschah zum Beispiel mit durchgelatschten Schuhen, die man wirklich keinem mehr unter die Nase halten wollte oder überflüssigen Papieren.

Unser verbliebenes Hab und Gut

Letztendlich konnten wir unseren Besitz auf 23 Umzugskartons, 1 Flohmarkt-Kiste, 2 Matratzen, 3 Fahrräder, 4 Trollis, ein Regal, einen Mülleimer, TV, Musikanlage, etwas Elektrokram und eine Palme reduzieren. Alles passte in einen Sprinter und konnte bei Matthias‘ Eltern leicht im Haus verstaut werden. Was wir mit unseren Möbeln gemacht haben, fragst du dich? Wir haben die ultimativen Nachmieter gefunden! :) Die beiden benötigten alle Möbel und wir wollten Möbel loswerden – ein guter Deal für alle! So konnten wir uns den Abbau der Möbel, Lampen und sogar Bilderrahmen sparen und mussten das Haus von Matthias Eltern nicht noch mehr in Beschlag nehmen.

Minimalismus Umzug wenig Krempel

Was tun, wenn das Entrümpeln und Minimieren schwer fällt?

Wir entrümpeln schon seit Jahren und werden immer besser darin, uns von Gegenständen zu trennen. Aber das war ein langer Prozess und nicht von Anfang an oder immer leicht. Auch bietet es einem als Paar ein paar nette Streitkeime, wie etwa „Brauchen wir wirklich Kerzen und Weihnachtsdeko?“ – Franzi: Ja! Matthias: Nein! “Brauchen wir diese ganzen Kabel?“ Franzi: Nein! Matthias: Ja!

Deswegen, hier kurz und knapp ein paar Tipps:

(1) Wir haben noch nichts vermisst

Oft behalten wir Dinge „für den Fall, dass…“. Das gibt Sicherheit. Klingt komisch, ist aber so. Wir haben aber bisher noch nichts von dem vermisst, was wir aus unserem Leben gestrichen haben. Vieles ist einfach überflüssig und niemand braucht 15 Teller für den Fall, dass man doch mal für so viele Leute kochen will. Und wenn doch, dann fragt man einfach die Nachbarn um Hilfe.

(2) Man kann alles wieder besorgen

Hast du doch mal einen Gegenstand verkauft, der dir dann fehlt, kannst du ihn jederzeit wieder neu besorgen. Entweder neu oder auch günstig in gebrauchtem Zustand. Ist uns bisher nicht passiert, siehe (1).

(3) Weniger ist mehr

Gerade bei persönlichen Gegenständen mit emotionalem Wert, fällt es schwer sich zu trennen. Aber liest du wirklich alle Postkarten und Briefe von Freunden und Verwandten nochmal? Sind wirklich alle Fotos lohnenswert aufzuheben? Stell dir vor, du hast nur das beste Bild, nur den schönsten Brief, um dich an einen tollen Urlaub oder eine Person zu erinnern? Du kannst dir sicher sein, dass der emotionale Wert für diese Dinge enorm steigt. Dafür musst du die anderen dann nicht mehr lagern und horten. Zugegeben, so extrem machen wir das nicht, aber in abgeschwächter Form versuchen wir es.

(4) Mach ein Foto oder Video von persönlichen Gegenständen

Bei vielen Gegenständen zählt nicht der materielle Wert. Wir behalten ihn, weil er uns an eine Person, ein Gefühl oder einen Lebensabschnitt erinnert. Und wir haben Angst, dass mit dem Gegenstand auch diese Emotionen gehen. Aber deswegen soviel Kram behalten? Das muss nicht so sein, denn es gibt einen einfachen Trick. Ein Foto oder Video von dem Gegenstand reicht oft um unsere Erinnerungen wieder aufleben zu lassen. Und das Bild oder Video nimmt digital gespeichert keinen Platz weg.

(5) Nicht genutzte Sachen erzeugen Stress

„Lies mich!“ schreit der Stapel Runners World Zeitschriften aus dem Abo, das Matthias mal abgeschlossen hatte aber seit Jahren nicht liest. „Spiel mich!“ schreit das E-Piano, das unbenutzt seit Jahren von Wohnung zu Wohnung mit umzieht. „Benutz mich!“ flüstert der Tennisschläger, der verstaubt im Keller liegt und dich jedes Mal auffordernd ansieht, wenn du ein Bier holst. All das gibt einem kein gutes Gefühl. Es sagt einem unterschwellig und vorwurfsvoll, dass man seine Vorsätze nicht umsetzt, ein fauler Sack ist und seine eigenen Versprechen und Pläne nicht einhält. Das wissen wir, da wollen wir aber nicht immer dran erinnert werden! Wenn du nur die Dinge besitzt, die du wirklich nutzt und alles andere los wirst, wirst du auch dieses Gefühl Stück für Stück los. Und damit schaffst du Platz für Neues. Sowohl in der Wohnung als auch im Kopf. Platz für neue Hobbies und Interessen. Eine Weltreise zum Beispiel ;)

(6) Total Cost of Ownership wird unterschätzt

Ein oft übersehener Gedanke. Wenn es darum geht, sich von Dingen zu trennen, sehen wir oft nur die Vorteile. Aber was ist mit den Kosten und dem Aufwand den es braucht ein Ding zu besitzen. Man muss es erstmal aussuchen, kaufen, nach Hause bringen, dann lagern, säubern, warten, beim Umzug verpacken und schleppen, wieder auspacken, es von A nach B räumen. Das alles kostet Zeit, die man besser anders verbringt und einiges an Geld. Weniger Kram braucht weniger Platz, braucht weniger Regale, braucht weniger Raumfläche, braucht eine kleinere Wohnung. Und die kostet weniger Geld. Was wir aber ganz besonders gemerkt haben: Auch das Loswerden von Gegenständen kostet extrem viel Zeit und Mühe. Das war uns eine Lektion und wir wollen demnächst erst gar nicht so viel Zeug anschaffen, denn…

(7) … „Alles was du hast, hat irgendwann dich“ 

Tylor Durden, Fight Club. Durfte hier einfach nicht fehlen ;) Und damit viel Spaß beim Entrümpeln.

Krank werden auf Reisen – da hat man ja so gar keine Lust zu! Aber bei einem Jahr Reise wird es uns vermutlich auch irgendwann erwischen. Und dann wollen wir vorbereitet sein! Dafür haben wir natürlich unsere Auslandskrankenversicherung abgeschlossen und uns alle notwendigen Impfungen abgeholt. Die häufigsten Erkrankungen, die wir bisher unterwegs hatten, konnten wir meistens aber ganz gut selbst kurieren und haben dementsprechend auch unsere Reiseapotheke zusammengestellt. Hier geben wir dir einen Überblick darüber, was wir einpacken, was wir weglassen und wie wir das alles möglichst platzsparend unterbringen.

Was sind die häufigsten Reiseerkrankungen?

Unserer Erfahrung nach sind Erkältung und Durchfall die häufigsten Erkrankungen. Irgendwann verträgt man Essen mal nicht. Irgendwann erkältet man sich. Schmerzen können auch immer auftreten, da sollte man also auch was dabei haben. Gerade bei Wanderungen können Blasen gut mal aufpoppen und bei Franzis Tolpatschigkeit können Pflaster sowieso nicht schaden. Und mit diesen Erfahrungen scheinen wir keine Ausnahme zu sein. Wenn man mal „häufige Reisekrankheiten“ googelt, tummeln sich da Durchfall, Erkältung, Schnittwunden, Sonnenbrand und Mückenstiche ganz vorne. Dagegen wollen wir möglichst gut gewappnet sein. Wichtig ist uns dabei: Wir wollen akut handeln können und die wichtigsten Erkrankungen abdecken. Für Ausnahmen und ganz spezielle Erkrankungen können wir uns nicht eindecken, da würde vermutlich der ganze Rucksack nicht reichen.

Welche Medikamente nehmen wir mit auf die Weltreise?

Weltreise Apotheke Medikamente

  • Maxim (Antibabypille)
    →Wichtig zu beachten: bei einem Jahr Reise benötigt man 14 Packungen, 12 reichen nicht fürs ganze Jahr! Franzi hat von ihrem Gynäkologen problemlos 3 Rezepte über 6 Monate bekommen.
  • Paracetamol 500mg
    →Super bei leichten Schmerzen und obendrein auch noch fiebersenkend, ein Muss in jeder Reiseapotheke!
  • Ibuprofen 600mg
    →Ibuprofen wirkt auch schmerzlindernd, im Gegensatz zu Paracetamol aber zusätzlich noch entzündungshemmend. Daher haben wir beide Schmerzmittel dabei. Bis 400mg gibt es Ibuprofen frei verkäuflich, ab 600mg ist ein Rezept vom Arzt erforderlich. Da kam Matthias‘ Handgelenkbruch doch noch gelegen um die Schmerztabletten einzuheimsen.
  • Betaisodona
    →Eine antiseptische Iod-Salbe in hässlichem Braun, die auf (entzündete) Wunden aufgetragen werden kann. Pluspunkt: Wir sparen uns die zusätzliche Desinfektion, weil Betaisodona auch desinfiziert.
  • Loperamid
    →Oft besser bekannt als Imodium akut, Loperamidhydrochlorid heißt der Wirkstoff. Bei Durchfall schnell wirksam, haben wir immer dabei.
  • Kohle-Compretten
    →Kommen ebenfalls bei Durchfall zur Anwendung. Unterschied zum Loperamid: wirken nicht ganz so schnell, dafür helfen sie bei der Ausscheidung giftiger Stoffe, beseitigen also eher die Ursache des Durchfalls während Loperamid nur die Symptome bekämpft.
  • Oralpädon (Elektrolyte)
    →um bei Durchfall den Verlust an Mineralstoffen (Salze) auszugleichen.
  • Probiotische Kapseln
    →Den Tipp haben wir von einem befreundeten Weltreisepaar erhalten, die in Indien und Nepal stark mit Magenbeschwerden zu kämpfen hatten. Probiotische Kapseln unterstützen die Darmaktivität durch die Bakterien, die in ihnen enthalten sind. Wir wollen unsere Mägen und Därme nicht gleich zu Beginn ruinieren und ihnen in Nepal und Indien eine tägliche Portion probiotischer Helfer zur Seite stellen. Die Enterobact-protect Kapseln haben wir vor der Reise einmal getestet und vertragen. Wir werden berichten, ob unser Plan aufgeht ;)
  • Malarone
    →zur prophylaktischen Einnahme sowie Akutbehandlung bei Malaria.
  • Lemocin
    →zur Bekämpfung von Halsschmerzen. Die Lutschtabletten schmecken ganz gut und betäuben nicht so sehr wie zum Beispiel Dolodobendan.
  • Gelomyrtol forte
    →ist unser Allheilmittel bei Erkältung. Wenn die Nase zu geht oder Husten sich festsetzt, werfen wir diese Eukalyptusbomben ein und schwups ist alles wieder frei!
  • Voltaren forte
    →zur Kühlung bei Schmerzen. Voltaren forte hat die doppelte Dosis an Wirkstoff, müssen wir also weniger davon mitnehmen ;) Bei starken Schmerzen werden wir vermutlich die Schmerztabletten nehmen. Aber nach Wanderungen oder bei schmerzenden Gelenken reicht bestimmt auch mal die Salbe.
  • Heparin
    →Zur Behandlung von Schwellungen und Blutergüssen, also wenn Franzi wieder irgendwo gegengelaufen ist…
  • Bepanthen Nasen- und Augensalbe
    →Kann man bei wunden Augen und oberflächlichen Hornhautverletzungen des Auges nutzen. Nur wegen der geringen Größe nehmen wir diese Salbe überhaupt mit.
  • Pflaster
    Blasenpflaster von Compeed in verschiedenen Größen. Die sind super, halten einige Tage und haben uns schon sehr geholfen.
    →normale Pflaster für Wunden in verschiedenen Größen. Wir haben die von Hansaplast, weil sie gut kleben.
    Hühneraugenpflaster bei Druckstellen oder offenen Blasen (haben wir wegen des Wanderns dabei)
  • Restavit (Schlaftabletten) 
    →Die haben wir uns in Australien kurz vor Abflug besorgt, um während des langen Rückflugs ein bisschen mehr Schlaf zu bekommen. Sind auch nur dafür gedacht und könnten wir vermutlich am ehesten weglassen.
  • Insektenspray*
    →Hier sollte man darauf achten, dass Deet im Insektenspray enthalten ist, weil das mehr Wumms hat gegen Mücken. Klar ist, dass wir mit unserer Ration nicht übers Jahr kommen sondern uns vor Ort immer wieder eindecken werden.

Wie bekomme ich die Medikamente?

Die meisten der von uns aufgelisteten Medikamente sind frei verkäuflich und ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Nur für die Antibabypille und Ibuprofen 600 benötigt man Rezepte vom Arzt. Für viele der von uns genannten Medikamente gibt es unendlich viele Alternativen oder auch Generika, die oft günstiger sind. Wir haben uns für die aufgelisteten entschieden, weil wir diese kannten und zuvor gut vertragen hatten.

Mit unseren Fragen (z.B. Imodium akut vs. Loperamid, was ist der Unterschied?) haben wir uns an einen Apotheker gewendet. Das würden wir auch immer empfehlen! Wir haben uns dort auch bzgl. der probiotischen Kapseln beraten lassen und Antworten auf unsere Fragen bekommen (Imodium akut und Loperamid haben den gleichen Wirkstoff, wirken also gleich). Die probiotischen Kapseln haben wir auf Rat der Tropenmediziner in Deutschland schon einmal getestet und gut vertragen. Größere Mengen davon haben wir dann in der Online-Apotheke bestellt. Zum Einen hatte die hiesige nicht genau die gleichen vorrätig, zum Anderen war es online deutlich günstiger.

Wie bekommen wir das alles platzsparend unter?

Da wir aufgrund unseres Handgepäcks nur 40l Packvolumen haben, ist das eine sehr wichtige Frage. Zunächst einmal haben wir uns von allen Verpackungen getrennt. Die Medikamente sind in Blistern eingepackt, auf denen auch die Namen noch einmal gedruckt sind, das reicht aus. Dann rationieren wir die Medikamente und nehmen nur begrenzt Tabletten oder Salbe mit. Überall auf der Welt gibt es eine ärztliche Versorgung und Apotheken. Uns geht es darum, 2-3 Tage mit unserem Vorrat überbrücken zu können. In der Zeit sollten wir es zu einer Apotheke oder zum Arzt schaffen. Auch die Salben haben wir rationiert. Hier hat uns der Apotheker unseres Vertrauens mit leeren Tuben ausgeholfen, super praktisch! So konnten wir unser Voltaren und Heparin von großen Tuben (100-200 ml) in kleine 35 und 5ml Tuben füllen. Richtig Platz gespart. Die Beipackzettel lassen wir ebenfalls zu Hause. Wir haben uns die notwendigen Informationen (Wirkstoff, Dosierung, Einnahme) notiert und können diese jederzeit digital nachlesen.

Weltreise Apotheke im Zip-Beutel

So schaffen wir es, dass wir diese Vielfalt an Medikation in einem 1l Ziplock-Beutel verstauen können :)

Surfen. Tauchen. Exotisches Essen verdrücken. Berge erklimmen. 24-Stunden-Busfahrten in überklimatisierten Bussen.

Eine Weltreise verspricht viel Neues und Abenteuer.

Surfen – Knochenbruch. Tauchen – Dekompressionskrankheit. Exotisches Essen verdrücken – Durchfall. Berge erklimmen – Höhenkrankheit. 24-Stunden-Busfahrten in überklimatisierten Bussen – Erkältung.

Eine Weltreise verspricht viele neue und abenteuerliche Gesundheitsrisiken.

Deshalb gehört zur Weltreiseplanung auch das leidige Thema Auslandskrankenversicherung. Es gibt definitiv Aspekte einer Weltreise, deren Organisation etwas mehr Spaß macht. Andererseits gibt es vermutlich wenig wirklich Wichtigeres zu klären. Dieser Beitrag gibt dir einen Überblick über die wichtigsten Aspekte zur Auslandskrankenversicherung auf einer Langzeit- oder Weltreise. Wir wollen dir eine Starthilfe geben, das Thema Krankenversicherung auf Reisen anzugehen. Dabei konzentrieren wir uns auf Themen, die für uns beim Planen der Weltreise relevant waren und bei denen wir nicht alle Informationen auf anderen Seiten oder Blogs finden konnten, sondern selbst recherchieren mussten. Dazu gehört vor allem, wie man als freiwillig Versicherter die Krankenkasse kündigt und welche Auslandskrankenversicherung wir warum gewählt haben. Hast du weitere Fragen? Dann schreib uns doch wie viele andere Leser einen Kommentar! Wir antworten dir gerne.

Das Wichtigste vorweg: Die typische Schmalspur-Reiseversicherung (die es für ’nen Zehner im Jahr gibt) reicht zwar für den Jahresurlaub, aber nicht für eine Langzeit- oder Weltreise über mehrere Monate oder Jahre. Du musst also eine vollwertige Auslandskrankenversicherung abschließen. Für den Umgang mit deiner bestehenden Krankenversicherung musst du auf die Unterschiede zwischen privat versichert, gesetzlich pflichtversichert und freiwillig gesetzlich versichert achten.

Günstige Auslandskrankenversicherung

Am Ende dieser Seite haben wir für dich verschiedene Krankenversicherungen verglichen. Wenn du es eilig hast, geht es hier zum Vergleich der Auslandskrankenversicherungen.

Wenn die Auslandskrankenversicherung für mehr als 42 Tage abgeschlossen wurde und die Leistungen denen der gesetzlichen Krankenversicherungen entsprechen, gilt das als anderweitiger Anspruch auf Absicherung im Krankheitsfall und du kannst die gesetzliche Krankenversicherung kündigen.

Und wer zahlt die Beiträge für die Zeit zwischen letztem Arbeitstag und Abflugdatum? Gute Frage. Auch hier ist es als Pflichtversicherter einfach. Es gibt eine sogenannte Nachversicherungspflicht. Deine Krankenkasse muss einen Monat lang weiter Leistungen erbringen, ohne dass du Beiträge zahlen musst. Wenn du also nicht mehr als einen Monat zwischen Jobende und Reisebeginn einbaust, zahlst du nichts. Danach würde das Arbeitsamt zahlen, sofern du dich arbeitslos gemeldet hast.

Krankenkasse kündigen: Das Problem freiwillig Versicherter

Als freiwillig Versicherter ist die Sache etwas komplizierter, aber trotzdem machbar. Das Recht, zu kündigen, besteht unter den gleichen Bedingungen wie bei Pflichtversicherten. Was ist dann der Unterschied? Der Unterschied ist, dass man als freiwillig Versicherter eine zweimonatige Kündigungsfrist einhalten muss. Das bedeutet zunächst einmal, dass man die Sache rechtzeitig in die Hand nehmen sollte. Die eigentliche Problematik entsteht aber dadurch, dass man nur zum Monatsende kündigen kann. Das beißt sich aber damit, dass die Weltreise nicht am ersten Tag eines Montags beginnen kann, da man noch mindestens einen Tag arbeitslos gemeldet sein muss, um den Arbeitslosengeldanspruch für vier Jahre zu sichern.

Was ist dann mit den Tagen zwischen Monatsende (Kündigungstermin) und Abflugdatum? Na klar! Die Nachversicherungspflicht … Pustekuchen! Die gibt es für freiwillig Versicherte nicht. Na dann wird sicher das Arbeitsamt die Beiträge zahlen, man ist ja dann offiziell arbeitslos… und wieder Pustekuchen! Denn wenn man eine Sperrfrist wegen Eigenkündigung bekommt, zahlt das Arbeitsamt erst im zweiten Monat. Warum? Weil man ja „normalerweise“ die Nachversicherungspflicht seiner Krankenkasse genießt oder keine Sperrfrist hat. Diese Kombination scheint irgendwie nicht vorgesehen. Na toll. Dann riskiert man es einfach und ist ein paar Tage nicht versichert. Das verstößt dann aber gegen die Versicherungspflicht und damit kann der Vertrag erst gar nicht beendet werden. Also, was tun?

Die Mitarbeiter von Matthias‘ Krankenkasse konnten es selbst auch nicht sagen und die Recherche in Weltreiseforen ergab auch nur die Lösung: einen ganzen Monat lang selbst die Beiträge zahlen. Und das für nur sechs Tage Leistungsanspruch? Das konnte nicht die Lösung sein. Und in der Tat – es geht eleganter. Wieder hilft die Niederschrift der Tagung des Spitzenverbandes der Krankenkassen aus 2009. Dort steht: „sofern bereits während der Kündigungsfrist der Auslandsaufenthalt beginnt, kann für die Zeit bis zur Beendigung der Mitgliedschaft … eine sog. beitragsrechtliche Anwartschaftsversicherung abgeschlossen werden“.

Krankenkasse kündigen: Die Lösung für freiwillig Versicherte

Und mit diesem Wissen ist dann das Vorgehen als freiwillig Versicherter auch recht einfach:

  • Erstens: Mit zweimonatiger Kündigungsfrist zum Monatsende des Abflugmonats(!) kündigen.
  • Zweitens: Für die Zeit zwischen Arbeitsende und Abflugdatum beantragen, nur den Mindestbeitrag zu zahlen (da kein Arbeitsverhältnis mehr besteht und man kein Einkommen hat).
  • Drittens: Für die Zeit zwischen Abflug und Monatsende eine Anwartschaft beantragen. Damit kommt man am günstigsten weg und ist trotzdem durchgängig versichert.

In unserem Fall (Abflug am 07.10.) hat Matthias sechs Tage anteilig den Mindestbeitrag gezahlt und für 23 Tage anteilig die Anwartschaftsgebühr. Insgesamt waren das 77€. Schritt eins bis drei können natürlich direkt in einem Schrieb an die Krankenkasse formuliert werden. Am Besten gleich die Niederschrift der Tagung mitschicken und sich darauf berufen. Wir empfehlen, direkt ein SEPA Mandat für die Einmalzahlung in diesem „Spezialmonat“ mitzuschicken, dann muss man sich nicht mehr während der Reise kümmern, wenn die Rechnung eintrudelt. Die kommt nämlich erst am Monatsende, und dann ist man ja schon unterwegs :)

Wichtige Aspekte einer Auslandskrankenversicherung

Worauf muss bei der Wahl einer Auslandskrankenversicherung geachtet werden? Auf vieles. Und jeder legt auf andere Punkte wert. Hier folgt die Liste der Punkte, die uns wichtig waren.

Versicherungsdauer – kann ich meine Weltreise spontan verlängern?

Die Versicherung sollte natürlich die komplette Zeit der Weltreise abdecken. Einige Versicherer haben unterschiedliche Tarife, je nachdem ob die Versicherung bis höchstens ein Jahr gilt oder für mehrere Jahre. Wenn die Reisedauer noch nicht genau feststeht, solltest du genau hinschauen, ob die Versicherung sich von unterwegs verlängern lässt und wie hoch die Maximallaufzeit ist. Es gibt auch Reiseversicherungen, die man von unterwegs abschließen kann. Man kann sich also auch einen Versicherungscocktail mixen, wenn man doch länger reisen möchte als geplant und die erstgewählte Auslandskrankenversicherung nicht (mehr) verlängerbar ist. Generell zahlt man aber für Flexibilität drauf. Weißt du schon von Beginn an, wie lange du reisen wirst, ist das ein Vorteil.

Wann und wo muss und kann ich die Auslandskrankenversicherung abschließen?

Auch hier unterscheiden sich die verschiedenen Tarife. Es gibt Versicherungen, die kann man nur vor Reisebeginn abschließen. Das geht dann schon einige Monate vor Reiseantritt, was wichtig ist, wenn man seine freiwillige Krankenversicherung fristgerecht kündigen will. Denn dafür braucht man bereits die Bescheinigung der Auslandskrankenversicherung. Für ganz spontane Pflichtversicherte oder Anwartschaftszahler kann man noch bis einige Tage vor Reiseantritt die Versicherung abschließen. Zu empfehlen ist das für eine entspannte Vorbereitung auf die Weltreise vermutlich nicht.

Länderbeschränkungen – bin ich in allen Ländern meiner Weltreise versichert?

Das kommt drauf an. Es gibt Versicherungstarife, die (längere) Aufenthalte in Ländern mit statistisch hohen Behandlungskosten (typischerweise USA und Kanada, manchmal auch Mexiko) nicht versichern. Dafür sind diese Reiseversicherungen oft günstiger als solche, die weltweiten Schutz bieten. Auch hier hilft es, zu wissen wohin man reisen möchte. Spontaneität kommt einen eventuell wieder teurer. Es gibt also drei Möglichkeiten:

  1. Die Versicherung nach der Route auswählen,
  2. die Route nach der Versicherung auswählen oder
  3. bei spontanem Besuch in den ausgeschlossenen Ländern eine andere Versicherung von unterwegs (dazu) abschließen.

Schutz in Deutschland während der Langzeitreise

Dieser Punkt ist besonders dann wichtig, wenn du deine Krankenkasse in Deutschland gekündigt oder auf Anwartschaft umgestellt hast. Denn dann hast du durch deine deutsche Krankenkasse keinen Leistungsanspruch für kurze Aufenthalte. Du möchtest ja nicht für eine Woche wieder vollzahlendes Mitglied werden, nur um dann wieder zu kündigen (was mit Kündigungsfristen auch nicht so schnell gehen wird). Planst du während deiner Weltreise Stopps in Deutschland, dann solltest du eine entsprechende Auslandskrankenversicherung wählen. Denn leider versichert nicht jede diese Zwischenaufenthalte in Deutschland mit.

Selbstbeteiligung – zahlt die Auslandskrankenversicherung alles?

Die Selbstbeteiligung ist ein beliebtes Mittel, die regelmäßigen Kosten einer Versicherung zu senken. Allerdings steigen dann die Kosten im Krankheitsfall, denn man zahlt bis zu einem festgelegten Betrag für jeden Krankheitsfall seine Medikamente und Behandlungen selbst. Erst wenn dieser Betrag überschritten wird, springt die Auslandskrankenversicherung ein. Hier muss man also abwägen zwischen laufenden Kosten und zu erwartenden Kosten durch Krankheiten. Gönnt man sich auf einer Weltreise nur einmal eine Behandlung, dafür aber gleich dick mit OP und Rücktransport nach Deutschland ist eine Selbstbeteiligung sinnvoll. Wir gehen allerdings davon aus, eher hier und da Kleinigkeiten und Wehwehchen mit entsprechend geringen Medikamenten- und Behandlungskosten zu haben. Daher haben wir eine Auslandskrankenversicherung ohne Selbstbeteiligung gewählt.

Medizinischer Rücktransport

Ganz wichtig, denn das kann richtig teuer werden. Wenn du im Ernstfall nach Deutschland transportiert werden musst, sprechen wir schnell von fünf- oder gar sechsstelligen Beträgen. Das will man nicht, deswegen hier genau hinschauen. Du solltest darauf achten, das ein Rücktransport auch versichert ist, wenn er medizinisch sinnvoll ist. Nicht nur, wenn er medizinisch notwendig ist. Die Klinik in Timbuktu kann deinen Schädelbruch auch operieren? Super, kein medizinischer Rücktransport notwendig. Sinnvoll wäre es aber vielleicht doch, sowas zu Hause reparieren zu lassen, oder?

Und was ist mit den Zähnen?

Hier kann man kaum die gleichen Leistungen wie in Deutschland erwarten oder bekommen. Erst recht nicht, wenn du in Deutschland privat versichert bist oder eine Zusatzversicherung hast. Deswegen vor der Reise nochmal alles ordentlich in Deutschland warten lassen und während der Reise fleißig putzen. Allerdings sollte deine Auslandskrankenversicherung auf jeden Fall schmerzstillende Zahnbehandlung und einfache Füllungen erstatten, außerdem Reparaturen und Zahnersatz bei Unfällen.

Der Preis – was kostet eine Auslandskrankenversicherung für eine Langzeitreise?

Selbstverständlich ein wichtiger Entscheidungspunkt. Die Beiträge variieren teilweise stark, je nach Versicherungsdauer, Leistungsumfang, Selbstbeteiligung, versicherter Länder und auch je nach Alter (ab 39 hat man offenbar schlagartig ein größeres Risiko, krank zu werden). Hier gilt es sein persönliches Optimum zwischen Preis und Leistung zu finden. Um dir die Entscheidung zu erleichtern, haben wir im nächsten Abschnitt unseren Vergleich der besten Auslandskrankenversicherungen aufgelistet. Die Versicherungen, die wir uns angeschaut haben gehen bei etwa 30€ pro Monat los und enden bei knapp 180€. Wir haben eine für etwa 34€ pro Monat* gewählt.

Günstige Auslandskrankenversicherung: Ein Vergleich

Welche Auslandskrankenversicherungen gibt es?

Eine ganze Menge. Wir haben uns folgende Alternativen genauer angeschaut. Die Langzeit-Auslandskrankenversicherung 365 der Hanse Merkur*, des ADAC, Travel Secure und von STA Travel*. Für spontane Verlängerungen von unterwegs bieten sich Care Concept oder World Nomads an. Wenn du so geil drauf bist dass du mehrere Jahre reist, guck dir die  Hanse Merkur Versicherung für fünf Jahre* an.

Weil uns viele Leser darum gebeten haben, werden wir in den nächsten Tagen einen genauen Vergleich der Vor- und Nachteile der verschiedenen Anbieter ausarbeiten und hier veröffentlichen. Also schau nochmal vorbei! Wenn die Rahmenbedingungen deiner Langzeitreise ähnlich sind wie bei unserer Weltreise, dann lies den nächsten Abschnitt. Da haben wir eine klare Empfehlung für dich!

Für welche Krankenversicherung haben wir uns entschieden?

Unsere Situation war vor der Weltreise die folgende:

  • Wir wollen ein Jahr reisen. Vielleicht länger.
  • Wir haben keine feste Route, Nordamerika wird aber kein Schwerpunkt werden.
  • Wir planen keine Zwischenstopps in Deutschland.
  • Unsere heimischen Krankenversicherungen haben wir gekündigt.
  • Wir sind jünger als 39 Jahre.

Wir haben uns für die Langzeit-Auslandskrankenversicherung 365 der Hanse Merkur* entschieden und diese für die maximale Laufzeit von einem Jahr abgeschlossen.

Ausschlaggebend waren für uns waren folgende Faktoren:

  • Viele Weltreisende berichten von positiven Erfahrungen mit diesem Anbieter
  • Keine Selbstbeteiligung
  • Medizinisch sinnvoller Rücktransport ist versichert
  • Kosten von nur 1,15€ pro Tag*, da wir den Tarif ohne USA und Kanda gewählt haben.

Hier ein Tipp, den wir bisher nirgends gelesen haben: Wenn man den Versicherungsvertrag für mindestens 6 Monate abschließt, sind Aufenthalte in den USA und Kanada doch möglich. Und zwar für 14 Tage. Das reicht uns, um unsere Route spontan auch über Nordamerika leiten zu können.

Noch Fragen?

Wir haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen verfasst, rechtliche Genauigkeit und vor allem Vollständigkeit garantieren wir nicht. Unbedingt selbst in die Versicherungsbedingungen schauen! Hast du noch Fragen, Anregungen oder Korrekturen? Dann lass es uns bitte per Kommentar oder eMail wissen.

Wir beantworten gerne deine Fragen und ergänzen oder korrigieren dann diese Übersicht entsprechend. damit auch alle zukünftigen Leser was von deinen Anregungen haben.

Hast du einmal die Entscheidung getroffen, die Welt zu bereisen, dir eine Auszeit zu nehmen und deine innere Landkarte zu erweitern, wirst du um das Thema: „Was mache ich mit meinem Job? Was ist mit meinem Studium?“ nicht drum herum kommen. Wir wollen dir hier einen Überblick über Optionen geben und dir mehr zum Thema Kündigung und Arbeitslosmeldung berichten, da das der Weg ist, für den wir uns entschieden haben.

Muss ich für eine Weltreise meinen Job kündigen?

Zunächst einmal kann man sich die Frage stellen: Wie lange am Stück möchte ich reisen? Wir haben viele reisebegeisterte Freunde, die Urlaub in fernen Ländern machen und einmal im Jahr eine längere Reise in entferntere Regionen unternehmen. Mit dieser Variante kannst du deinen Job behalten, deine Ausbildung oder dein Studium fortführen und musst keine extra Versicherungen abschließen. Die meisten Deutschen haben zwischen 25 und 30 Urlaubstage pro Jahr, viele können Überstunden auch im Urlaub abbummeln. Damit hat man fast immer die Option, 3-4 Wochen Urlaub zu machen (je nach Job natürlich). Für Studenten bieten sich die Semesterferien zum Reisen an, wenn nicht Praktikum oder Klausuren anstehen. Bei dieser Variante ist die Reisezeit aber eben begrenzt auf Jahresurlaub oder vorlesungs- und klausurfreie Zeit – das war uns zu wenig.

Sabbatical für eine Weltreise nutzen

Eine weitere Möglichkeit für Berufstätige ist das Sabbatical. Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern inzwischen die unterschiedlichsten Varianten eines Sabbatjahres an. Das ist die sichere Option, seinen Job zu behalten und trotzdem reisen gehen zu können. Je nach Variante, müssen vorher ein oder mehrere Jahre vorgearbeitet werden, um dann ein Jahr freigestellt zu sein und weiterhin Gehalt zu beziehen. Zum Beispiel kann man 3 Jahre in Vollzeit arbeiten, aber nur 75% seines Gehaltes beziehen und im 4. Jahr reisen gehen und weiterhin 75% seines Gehalts bekommen. Vorteil: Du zahlst weiter Sozialversicherungsbeiträge, in die Rentenkasse und hast während der Reisezeit ein festes Einkommen. Nachteil: Im Zweifel musst du eine längere Zeit darauf hin arbeiten und der Rückkehrtermin steht fest. Das kann natürlich auch Sicherheit geben. Andererseits ist man in den letzten Wochen vor Rückkehr dann vielleicht auch schon wieder sehr mit seinem Job beschäftigt und hat einen sehr harten Übergang von Weltreise zu Büro.

Job kündigen für mehr Freiheit

Wir haben uns für die Variante Kündigung entschieden. Wir haben unsere Jobs gekündigt und die Wohnung noch dazu. Sicherheit sieht anders aus. Andererseits haben wir uns gefragt: Geben eine Wohnung und ein fester Job wirklich Sicherheit? Sind es nicht eher der Rückhalt der Familie, die Freundschaften und der Partner, die für uns da sind? Also haben wir uns gegen die Pseudo-Sicherheit durch Job und Wohnung entschieden und für Weltoffenheit und Abenteuer. Wir wollten uns gerne alle Optionen offen halten, um nach der Reise entscheiden zu können, wie es weitergehen soll… und wo ;) Diese Weltreise ist so schwer greifbar, hält so viel Unbekanntes für uns bereit – woher sollen wir wissen, was diese Erfahrung mit uns macht? Und was es aus unseren Wünschen und Zielen macht? Deswegen haben wir uns für das offene Ende der Reise entschieden und gekündigt. Was dabei alles zu beachten ist, verraten wir dir in den folgenden Abschnitten.

#1: Rechtzeitig kündigen

Das ist jetzt vermutlich wenig überraschend. Hast du es aber nicht im Blick, wäre es auch doof! Also auf die Kündigungsfrist achten! In der Regel sind das 3 Monate bis zum Monatsende. Es gibt aber auch Verträge, bei denen sich die Kündigungsfrist nach bestimmter Betriebszugehörigkeit verlängert. Genauso wichtig: schriftlich kündigen und sich die Kündigung auch bestätigen lassen. Das ist zum Beispiel für das Arbeitsamt relevant.

Wir haben mit unseren Vorgesetzten schon gesprochen, bevor wir die Kündigung schriftlich eingereicht haben. Es war uns wichtig, unseren Grund für die Kündigung zu benennen und den „Abgang“ möglichst sanft zu gestalten. Glücklicherweise haben wir viel Verständnis und Unterstützung für unsere Pläne erfahren, das hat den Schritt der Kündigung definitiv erleichtert.

#2: Arbeitssuchend melden

Möchtest du irgendwann innerhalb der nächsten 4 Jahre nach Kündigung Arbeitslosengeld beziehen, so musst du dich zunächst bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend melden. Jetzt kannst du dich natürlich fragen: Wieso, ich bin doch sowieso im Ausland und bekomme kein Geld, warum soll ich mir den ganzen Papierkram aufhalsen?! Gute Frage! Weil du nach deiner Reise vermutlich froh bist, wenn du Arbeitslosengeld beziehen kannst. Und damit das der Fall ist, musst du mindestens 12 Monate in den letzten 24 Monaten sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben. Warst du also 12 Monate und einen Tag reisen, tja, dann hast du Pech und leider keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Null, nada, niente! Deswegen direkt nach der Kündigung arbeitssuchend melden. Das kann man ganz einfach telefonisch machen und es sollte mindestens 3 Monate vor Arbeitslosigkeit geschehen. Wir hatten sehr nette Mitarbeiter an der Strippe, die uns das weitere Vorgehen verständlich erklärt haben und schon die ersten Daten aufgenommen haben. Damit du beim Telefonat besser vorbereitet bist als wir: deine Sozialversicherungsnummer solltest du griffbereit haben.

#3: Persönlich arbeitslos melden

In einem nächsten Schritt musst du dich persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos melden. Dafür kannst du einfach irgendwann zu deren Öffnungszeiten in dem für dich zuständigen Amt vorbeischneien oder dir einen Termin geben lassen. Matthias hatte einen Termin, Franzi ist ohne hinspaziert – beides war unkompliziert und dauerte nicht lange. Um diesen Termin noch weiter abzukürzen, kann man sich vorher auch schon seine Zugangsdaten für die Website der Agentur für Arbeit zuschicken lassen. Hier kann man selbstständig seine Daten eintragen (vorherige Arbeitgeber, Berufsbezeichnung, beruflicher Werdegang, Schulabschluss), dann muss das der Mitarbeiter vor Ort nicht alles eintippen. Die persönliche Arbeitslosmeldung muss spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit erfolgen und kann ab dem Tag, an dem man sich als arbeitssuchend gemeldet hat, erledigt werden.

#4: Antrag auf Arbeitslosengeld stellen

Wie schon oben beschreiben, kann Arbeitslosengeld I nur bezogen werden, wenn du innerhalb der letzten zwei Jahre mindestens 12 Monate sozialversicherungspflichtig gearbeitet hast. Den Antrag auf Arbeitslosengeld kann man online oder in Papierform ausfüllen. Für den Antrag benötigt man auf jeden Fall die Arbeitsbescheinigungen der Arbeitgeber, bei denen man innerhalb der letzten zwei Jahre angestellt war. Der Arbeitgeber ist gesetzlich dazu verpflichtet, diese Angaben zu machen und kann das entweder online übermitteln oder aber einen Vordruck einer Arbeitsbescheinigung ausfüllen. Mit dem eigenen Antrag und den Arbeitsbescheinigungen kann man dann zur Agentur für Arbeit gehen und dort den Antrag auf Arbeitslosengeld stellen. Man muss dafür nicht vor Ort sein, kann das Ganze auch online erledigen. Allerdings bekommt man bei einem Termin direkt die Rückmeldung darüber, wie hoch das Arbeitslosengeld sein wird und ob es eine Sperrfrist geben wird.

Eine Sperrfrist?! Genau! Wenn man als Arbeitnehmer seinen Job kündigt, dann möchte die Agentur für Arbeit das begründet haben. Die Regel ist erst mal: Wer selbst kündigt, bekommt eine Sperrfrist von 3 Monaten. Heißt: in den ersten 3 Monaten der Arbeitslosigkeit hat man keinen Anspruch auf Geld und der Gesamtanspruch verkürzt sich um 3 Monate auf insgesamt 9 Monate. Hat man aber einen guten Grund für seine Kündigung, kann diese Sperrfrist aufgehoben werden. Was ein guter Grund ist, fragst du dich? Das liegt im Ermessen des Sachbearbeiters. Wir finden, dass eine Weltreise ein ziemlich guter Grund zur Kündigung ist – unsere Sachbearbeiter leider nicht ;)

#5: Arbeitslos sein

Dieser Punkt mag seltsam erscheinen, ist für die Sicherung deines Anspruchs auf Arbeitslosengeld allerdings enorm wichtig. Wenn du beispielsweise zum 31.08. gekündigt hast, musst du mindestens für einen Tag arbeitslos gemeldet sein (das wäre dann der 01.09.)  um deinen vierjährigen Anspruch auf Arbeitslosengeld zu sichern. Möchtest du nach der Reise ohne Sperrzeit Arbeitslosengeld bekommen, ist es als nicht möglich, Resturlaub oder Ähnliches zu nutzen und noch im August loszureisen. Du musst einen Tag arbeitslos gewesen sein und das geht nur nach Ende deiner Beschäftigung.

#6: Abmeldung bei der Agentur für Arbeit

Nun ist der Job der Agentur für Arbeit ja nicht nur die Berechnung des Arbeitslosengeldes sondern vor allem, dich schnellstmöglich wieder auf dem Arbeitsmarkt unterzubringen. Und egal, ob du nach Kündigung nur noch 2 Tage in Deutschland sein solltest, du willst einen Job! Wenn du dann erzählst, dass du aber leider schon x Tage nach Beginn der Arbeitslosigkeit das Land verlässt (und x keine 3 Monate sind), dann wird dein Sachbearbeiter dich in der Regel in Ruhe deine Reise vorbereiten lassen und du musst keine Bewerbungen schreiben. Wichtig ist jedoch: du musst dich bei der Agentur für Arbeit abmelden und dort Bescheid geben, dass du dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehst, wenn du auf Reise gehst. Das kannst du ganz einfach telefonisch einen Tag vor Abreise machen. Wir haben das schon bei unserer persönlichen Arbeitsmeldung angegeben und mussten deswegen nicht noch einmal Bescheid geben.

Warum muss ich das alles vor der Weltreise organisieren?

Damit du nach der Reise Geld bekommst! Zum Einen ist es in Deutschland so, dass du innerhalb von 4 Jahren Anspruch auf Arbeitslosengeld hast, wenn dieser Anspruch einmal festgestellt worden ist. Du kannst also gemütlich durch die Welt reisen und nach 3 Jahren wiederkommen, dich bei der Agentur für Arbeit melden und hast noch immer Anspruch auf Arbeitslosengeld. Finden wir schon Grund genug, sich darum zu kümmern!

Zum Anderen kannst du es so anstellen, dass deine Sperrfrist (wenn du denn eine bekommen hast) schon vor Beginn der Reise läuft. Wie das? Erklären wir mal ganz praktisch und anschaulich an unserem Beispiel: Wir haben beide zum 30.09. gekündigt und uns ab dem 1.10. arbeitslos gemeldet. Daher beginnt ganz offiziell auch am 1.10. unsere dreimonatige Sperrfrist. Wenn wir nun ab dem 7.10. dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen, läuft unsere Sperrfrist trotzdem weiter und ist dementsprechend wenn wir wiederkommen längst abgelaufen. Würden wir am 1.10. direkt unsere Reise starten und wären vorher keinen Tag arbeitslos gewesen, so würde die Frist erst nach unserer Reise beginnen. Die Sperrfrist startet also immer am ersten Tag der Arbeitslosigkeit.

Noch Fragen?

Soweit alles klar? Wir haben uns die größte Mühe gegeben, den Akt der Arbeitslosmeldung möglichst verständlich und nachvollziehbar wiederzugeben. Natürlich sind wir aber keine Experten und können dir nur nach bestem Wissen und Gewissen von unserer Erfahrung und unseren Kenntnissen berichten. Sollten noch Fragen offen sein, stell sie uns gern und wir geben unseren Senf dazu. Ansonsten ist die Agentur für Arbeit selbst natürlich ein guter Ansprechpartner. Wir haben durchgängig positive Erfahrungen mit den Damen und Herren an Telefon und Schreibtisch gemacht, auch wenn das für die auch nicht alltäglich ist, dass jemand wegen einer Weltreise kündigt.


Du willst eine Weltreise planen?

In unserer Übersicht zur Weltreiseplanung findest du Informationen zu allen notwendigen Erledigungen. Wir geben dir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Planung deiner Reise. Wann musst du was bedenken, wie lange vorher dich um Dinge wie Impfungen oder die Kosten deiner Reise kümmern?



Lust auf mehr? Lies unsere neuesten Berichte!


Als wir Familie und Freunde in unsere Weltreisepläne einweihten, war eine der am häufigsten gestellten Fragen: „Und wie viel Geld braucht ihr dann?“ Genau die gleiche Frage hatten wir uns auch schon gestellt und sind auf sehr unterschiedliche Angaben gestoßen. Die Ausgaben während so einer Reise hängen von so vielen unterschiedlichen Faktoren ab, dass das mal schnell einen Unterschied von mehreren tausend €uro in dem Jahr ausmachen kann.

Wir haben uns bei unserer Finanzplanung an anderen Weltreiseblogs und deren Aufstellungen orientiert und an Angaben, die wir in Reiseführern oder auf Websites zu den Reiseländern gefunden haben. Dafür mussten wir uns erst mal überlegen, wie wir denn reisen wollen:

  • Welche Transportmittel werden wir hauptsächlich nutzen?
  • Wie lange werden wir uns in welchen Ländern, Regionen oder Städten aufhalten?
  • Welche Art von Unterkunft werden wir bevorzugt buchen?
  • Was und wie werden wir essen?
  • Touren buchen oder auf eigene Faust erkunden?

Diese Fragen sind so ohne feste Route natürlich nicht alle eindeutig zu beantworten, aber sie helfen zur Orientierung. Wir haben gemerkt, dass es einem als Paar auch hilft, die eigenen Vorstellungen zu besprechen und etwaige Unterschiede von vornherein zu benennen, sodass es nicht völlig verschiedene Erwartungen an die Reise gibt.

Welche Transportmittel werden wir hauptsächlich nutzen?

Wir werden natürlich Flüge buchen müssen, um größere Distanzen überbrücken zu können. In Südostasien sind Flüge mit Billigairlines (z.B. Air Asia, Tiger Airways) recht günstig, sodass da kein allzu großes Loch in die Reisekasse gerissen wird wenn wir mal fliegen. Viele dieser Billigairlines holen sich das Geld über die Gebühren für aufzugebendes Gepäck wieder rein. Hier erhoffen wir uns eine Ersparnis, da wir nur mit Handgepäckstück reisen werden. Anders sieht es natürlich bei Langstreckenflügen aus, die selten so richtig günstig sind. Aber hier wollen wir unsere Spontaneität ausnutzen. Da wir nicht auf spezielle Länder und Ziele fixiert sind, könnten wir bei einem super Angebot auch einfach mal zuschlagen.

Davon abgesehen, wollen wir aber möglichst viele Etappen auch „über Land“ machen, also Busse, Züge, Jeeps nutzen und vermutlich auch Rikschas, Tuk-Tuks und Longtailboote. Dabei lernt man Land und Leute besser kennen und spart Geld gegenüber Flügen. Außerdem haben wir ja mal keinen Zeitdruck und können auch die Weiterreise selbst genießen, ohne Angst zu haben, in der Zeit etwas anderes Tolles zu verpassen. Das machen wir dann nämlich einfach am nächsten Tag  ;)

Wie lange werden wir uns in welchen Ländern, Regionen oder Städten aufhalten?

Da wir dieses Mal nicht nur für einige Wochen im Urlaub sind, wird sich auch unser Reisestil ändern. Es wird weniger darum gehen, in kürzester Zeit möglichst viel zu sehen und unterzukriegen. Wir möchten „Reise-Burnout“ gerne vermeiden und eher langsamer reisen, also mehr Zeit an einem Ort verbringen als wir es sonst bei Rundreisen getan haben. Oft haben wir schöne Plätze nur für sehr kurze Zeit genießen können, weil danach ja noch ein weiterer Ort dran war oder wir bis zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder am Abflugort sein mussten. Das schnelle Weiterreisen geht für begrenzte Zeit sicherlich gut. Aber wir haben auch schon bei unserer dreiwöchigen Reise nach Thailand 2012 gemerkt, dass wir zum Ende hin echt dankbar waren, mal drei Nächte am Stück in einer Unterkunft zu schlafen statt nur von Insel zu Insel zu hoppen.

Welche Art von Unterkunft werden wir bevorzugt buchen?

Die günstige! Fertig! :P
Von günstigstem Backpacker-Hostel bis Luxushotel ist die Spanne breit und die Auswahl groß. Um Kosten zu sparen, fällt das Luxushotel flach – das ist sowieso nicht so unsers. Allerdings ist unsere Hostelerfahrung im sehr günstigen Preissegment auch nicht so umfassend. Ich (Franzi) erinnere mich noch heute mit Schrecken an eine Unterkunft, die wir uns auf Koh Pangan in Thailand angesehen haben. Der Preis war ein Knaller- unter 5€ die Nacht für 2 Leute. Es sah allerdings aus wie eine kleine Höhle, war ca. 2qm groß, dunkel und hatte einen Eimer, mit dem man sich irgendwoanders Wasser zum Waschen holen konnte (oder war er doch fürs Wasserlassen???). Da habe ich mich vehement gegen ausgesprochen und würde es heute genauso wieder machen. Wir wollen vorrangig in Hostels und günstigen Hotels schlafen und vielleicht auch mal über AirBnB ein Zimmer oder eine Wohnung mieten. Als Paar werden wir Doppelzimmer zwar bevorzugen, sind uns aber im Klaren darüber, dass die Finanzen das nicht immer zulassen werden. Es muss also auch mal der Schlafsaal genügen.

Was und wie werden wir essen?

Auch in diesem Punkt gibt es sehr viel Spielraum: Restaurants gibt es in allen Preisklassen, Selbstverpflegung wird je nach Unterkunft und Land mal mehr, mal weniger möglich sein. Unser Ziel ist es, die lokale Küche kennenzulernen und das Essen vor Ort zu probieren. Dazu eignet sich Streetfood super – und es schont auch noch die Reisekasse. Wenn wir an die kleinen Essensstände in Bangkok zurückdenken, läuft uns jetzt noch das Wasser im Mund zusammen! Was dabei aber nicht immer geschont wird, ist der Magen. Und deswegen werden wir in Ländern mit weniger hygienischen Verhältnissen (z.B. Indien) vorsichtig sein mit dem Streetfood. Da Franzis Magen ja gern mal gereizt reagiert auf fremdes Essen, wird es bestimmt auch „sicheres“ Essen geben, das dann nicht lokal aber magenfreundlich ist. Ein Toast auf das Toast.

Touren buchen oder auf eigene Faust erkunden?

Das ist letztendlich die Frage nach der Freizeitgestaltung vor Ort und wie wir die Länder erkunden möchten, die wir bereisen. Wir fahren gerne auf eigene Faust los, gucken wonach uns ist, und machen das dann. Wandern ist eine wunderbare kostenlose Möglichkeit, ganz viel von der Natur zu sehen und sich tolle Ziele selbstständig zu erschließen. Genauso gerne machen wir aber auch Ausflüge, die „etwas Besonderes“ sind und dann eben auch mal teuer sind. Auf der Reise wollen wir uns diese speziellen Ausflüge immer mal wieder erlauben und damit dann in Kauf nehmen, dass wir dafür mehr Geld einplanen müssen.

Somit gehören wir wohl kaum zu den Hardcore-Backpackern, die sich in die günstigsten Höhlen begeben und aus finanziellen Gründen nur von eingepackten Sandwiches ernähren. Wir sind aber auch weit entfernt von den Pauschaltouristen, die vorgefertigte Ausflugstouren buchen und in Schicki-Micki-Restaurants teure Kreationen mit abgefahrenen Namen essen. Und was heißt das dann ausgedrückt in Zahlen?

Unsere Finanzplanung für die Weltreise

Equipment

Wir haben uns einige Klamotten (z.B. Trekkinghose, Merino-Shirt) gekauft, von denen wir uns erhoffen, dass sie das ganze Temperaturspektrum abdecken. Aber auch unseren Handgepäcksrucksack von Osprey haben wir neu gekauft. Zusätzlich fielen noch Kosten für Technik-Equipment an: für die Reise kauften wir von Freunden eine gebrauchte Go Pro, legten uns SD-Karten und eine USB-Festplatte für Filme und Fotos zu. Und dann gibt es noch den ganzen Kleinkram, wie z.B. Packing Cubes, Stirnlampe oder Zahlenschloss. Insgesamt sind wir damit bei ca. 1000€ pro Person gelandet.

Impfungen

Impfungen können ein dicker Kostenfaktor sein, wenn die Krankenkasse die Kosten nicht übernimmt. Viele Impfungen sind freiwillige Zusatzleistungen der Kassen. Unbedingt prüfen und eventuell die Kasse wechseln.

Auslandskrankenversicherung

Die Kosten für unsere Reiseversicherung über 365 Tage bei der Hanse Merkur liegen bei 420€ pro Person. Damit können wir nicht für längere Zeit nach Kanada oder in die USA reisen. Will man das, kann es auch das Doppelte oder Dreifache kosten.

Flüge

Viele Weltreisende greifen auf die Round-the-world Tickets der verschiedenen Luftfahrtallianzen zurück. Das erleichtert die Kostenplanung, da man die Hauptflüge dann schon im Voraus bezahlt hat. Wir wollen möglichst viel Freiheit erleben und haben uns deswegen für Einzelflüge entschieden, die wir spontan buchen werden. Das macht die Abschätzung schwieriger. Wir kalkulieren mit etwa 4500€. Bisher haben wir unseren ersten Flug von Amsterdam nach Nepal (für gute 360€ pro Person) gebucht. Da wir zeitlich flexibel sind und auch unsere Route anpassen können, hoffen wir, dass wir günstige Flüge finden werden und auch die Langstreckenflüge gut ins Budget bekommen.

Visa

Als Deutscher hat man den Vorteil, in vielen Ländern kein Visum zu benötigen oder es vor Ort am Flughafen problemlos zu bekommen. Wir haben schon vor der Reise ein Visum für Nepal beantragt (kostet aktuell 40€) und uns um ein Visum für Indien gekümmert, für das wir 65€ bezahlen. Die restlichen Euronen sind für Visa on Arrival und Ähnliches eingeplant.

Tagesbudget

Unser Tagesbudget haben wir mit ca. 40€ pro Tag und Nase kalkuliert, also 14.500€. In günstigen Ländern wie Nepal, Indien und Ländern in Südostasien werden wir vermutlich weniger benötigen. Unser Roadtrip mit dem Camper durch Australien war so genial, dass wir so etwas ähnliches auch gerne in Neuseeland machen wollen. Dafür müssen wir dann deutlich mehr als 40€ einplanen – vermutlich eher so um die 70€. Je nachdem, wie lange wir wo verweilen, sollte sich das so ungefähr ausgleichen. Das ist natürlich nur ein grober Richtwert, der aber helfen soll, die Reisekasse beisammenzuhalten.

Planung Reisebudget

Posten geplante Kosten (pro Person)
Equipment 1000€
Flüge 4500€
Impfungen0€
Auslandskrankenversicherung420€
Visa 180€
Tagesbudgets 14.500€
(ca. 40€/ Tag)
Gesamtbudget pro Person20.600€

Was kostet die Welt(reise) denn nun?

Wir landen also bei einem Budget von insgesamt 20.600€ pro Person für ein Jahr Weltreise. Natürlich sind wir gespannt, wie gut wir mit dieser Abschätzung hinkommen. Wir werden unsere Ausgaben während unserer Reise fleißig dokumentieren, sodass wir unsere Planung überprüfen können und zum Ende auch ein Gesamtfazit zu den Kosten abgeben können. Für die einzelnen Reiseländer haben wir dir Übersichten erstellt mit Angaben zu Tagesbudgets.

Man kann sicherlich deutlich teurer aber auch günstiger reisen – wir haben auf Reiseblogs gelesen, dass andere mit 11.000€ ausgekommen sind. Da wir aber nicht nur in Südostasien, Indien und Nepal reisen wollen sondern gern auch Neuseeland und Südamerika sehen möchten, müssen wir dort mit höheren Kosten rechnen. In unserem Budget sind allerdings auch Equipment, Versicherung und Visakosten enthalten.

Seit wir diese Zahl kennen, erwischen wir uns oft dabei, solche Dinge zu sagen wie „Guck mal – da fährt ’ne Weltreise“ wenn zum Beispiel ein etwas dickerer Audi an uns vorbei fährt. Verrückterweise gilt das für eine Person sogar schon bei einem VW Golf. Wir besitzen ein Fahrrad und gehen lieber reisen ;)