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Von Madaba aus führte uns unsere Jordanien Rundreise in die Hauptstadt. Amman empfing uns mit kuscheligen 35°C und einigen der am besten erhaltenen römischen Gebäuden der Welt. Welche Sehenswürdigkeiten du dir unbedingt ansehen solltest, wenn du in Amman bist? Hier erfährst du es.

Sehenswürdigkeiten in Amman

Die meisten Sehenswürdigkeiten befinden sich in Downtown Amman, sodass man diese gut zu Fuß erlaufen kann. Erschwerend kommt hier die Hügeligkeit der Stadt hinzu, denn fast keine Straße verläuft einfach mal ohne Steigung.

Das Römische Theater

Ziemlich zentral steht in Amman ein fast 2000 Jahre altes römisches Theater. Wir waren erst mal einfach sprachlos als wir es gesehen haben. Es ist riesig! In Zahlen ausgedrückt: hier passen 6000 Zuschauer hinein, es wurde im zweiten Jahrhundert errichtet und wird im Sommer auch heute noch regelmäßig für Veranstaltungen genutzt. Besucher können das Theater tagsüber erkunden (Eintritt 3JD) und von ganz oben einen super Blick auf die Stadt und die Zitadelle genießen.

Wir fanden den Blick auf das Römische Theater vom Forum aus fast noch besser, weil du es erst dann in seiner ganzen Größe erfassen kannst. Wir haben lange auf den Stufen gesessen, posiert und einen epischen Einlauf für unser Video aufgenommen.

Forum und Odeon

Vor dem Römischen Theater befindet sich das sogenannte Forum. Das war einmal einer der größten öffentlichen Plätze im Römischen Reich und wurde von imposanten Säulen eingerahmt. Bis heute sind nur einige wenige Säulen übrig geblieben, die an Ammans Blütezeit als Handelszentrum  erinnern. Der große Platz erwacht aber am Abend zum Leben! Wir haben hier gespannt junge Jordanier beim Shisha rauchen, Familien beim gemütlichen Tee und Kleinkünstler beobachtet.

Das Odeon ist wie eine kleine Ausführung des großen Theaters und wurde früher zur Darstellung von Kunst genutzt. Wir hatten es ganz für uns und waren überrascht, wie gut erhalten es noch ist. Von den oberen Rängen des Odeon kannst du auf das Römische Theater gucken und die Baukunst von damals bestaunen.

Die Zitadelle von Amman

Auf dem höchsten Hügel in Amman befindet sich die Zitadelle, eine seit der Bronzezeit bewohnte Festung. Die Ruinen und Gebäude aus der Römischen, Byzantinischen, und Umayyad-Zeit sind auch heute noch umschlossen von einer fast zwei Kilometer langen Steinmauer. Wir haben uns viel Zeit gelassen zum Erkunden und dabei immer wieder den Blick auf Amman genossen. Von hier oben hast du eine Panoramasicht vom Feinsten!

Der Herkulestempel

Unser Highlight in der Zitadelle waren die Überreste vom Herkulestempel. Die riesigen Säulen vor dem Panorama von Amman haben es uns einfach angetan. Vom Tempel selbst ist nicht mehr allzu viel übrig und das liegt daran, dass die Steine später dafür genutzt wurden, eine Kirche ganz in der Nähe zu bauen. Schade um den schönen Tempel!

Der Umayyad Palast

Nach den Römern hinterließen auch die Araber ihre Spuren auf der Zitadelle. Sie bauten den Umayyad Palast, der aus einer Vielzahl an Gebäuden besteht. Das größte Gebäude ist die Eingangshalle mit ihrer beeindruckenden Kuppel. Wir hielten die Halle anfangs selbst für den Palast. Später haben wir auf den Schildern gelesen, dass die vielen Ruinen drumherum ebenfalls Palastgebäude waren.

Eine alte Kolonnadenstraße ist noch relativ gut erhalten. Die übrigen Gebäude sind schon kurz nach ihrer Errichtung um 750 von einem Erdbeben zerstört worden. Wir haben uns die große Zisterne angesehen und sind durch die Ruinen der vielen kleinen Wohngebäude geschlendert. Hier haben wir auch ein schattiges Plätzchen für eine entspannte Pause gefunden.

Auf dem Gelände der Zitadelle kannst du auch noch die Überreste einer Byzantinischen Kirche sehen, die zum Teil aus den Steinen des Herkulestempels erbaut wurde. Ziemlich zentral liegt das Archäologische Museum, in dem Funde vom Gelände der Zitadelle aber auch aus anderen Orten Jordaniens ausgestellt werden.

Gutes Essen in Amman

Da wir inmitten des Ramadan durch Jordanien reisten, war das mit dem Essen eine heikle Angelegenheit. Frühstück haben wir morgens im Hotel* gegessen und tagsüber sollte man auch als Tourist aus Respekt vor den Muslimen nicht in der Öffentlichkeit essen oder trinken. Damit blieben uns noch zwei Abende, um die Restaurants in Amman zu testen.

Hashem Restaurant

Nicht nur der Lonely Planet empfiehlt das Hashem Restaurant, auch über Facebook hatten wir den Tipp bekommen, dort essen zu gehen. Die Tische füllten sich hier schnell und wir gaben unsere Bestellung auf. Bekannt ist das Hashem Restaurant für seine Falafel, frittierte Bällchen aus Kichererbsen, Kräutern und Gewürzen. Dazu haben wir Datteln, Salat, Hummus, Babaganoush und eine Art Fladenbrot gegessen.

Habiba

Für die süße Nachspeise geht man in Amman zum Habiba, das in einer kleinen Seitenstraße im Stadtzentrum liegt. Du wirst es trotzdem ziemlich leicht finden, denn hier bildet sich abends eine ordentliche Schlange. Alle stehen an, um Kenafe zu essen. Auf großen Platten wird diese Süßspeise in verschiedenen Varianten gebacken. Wir haben uns ein Stück geteilt und waren sehr angenehm überrascht. Von der Konsistenz war es ein bisschen wir Grillkäse, überbacken mit einer knusprigen Zuckerschicht und Pistazien. Das solltest du auf jeden Fall mal probieren!

Die Souqs ⦿ Ammans Märkte

Wir sind ein Fan von Märkten. Wer schon länger bei uns mitliest, hat schon Berichte von Märkten in Bolivien, Japan oder New York bekommen. Und so waren wir natürlich ganz heiß darauf, auch die Märkte in Amman zu testen. Auf den sogenannten Souqs werden Waren immer thematisch passend angeboten. Es gibt also einen Haushaltswaren-Souq, einen Obst- und Gemüse-Souq, einen Gewürz-Souq usw. Wir haben unsere Nasen in die Gewürzsäcke gesteckt und fasziniert die riesigen Wassermelonen bestaunt. Die vielen frischen Früchte stammen größtenteils aus dem Jordan Valley, einem fruchtbaren Tal am Jordan an der israelischen Grenze.

Unsere Unterkunft in Amman

Mitten in Downtown hatten wir ein Doppelzimmer im The Boutique Hotel Amman* gebucht und wurden bei Ankunft mit einem kostenlosen Upgrade auf ein Zimmer mit Balkon überrascht. Am meisten haben wir uns aber über die Klimaanlage gefreut, die unser Zimmer herrlich runtergekühlt hat bei den hochsommerlichen Temperaturen. Im Preis von 26€ pro Nacht* ist ein sehr einfaches Frühstück enthalten. Auf die Kakerlake im Badezimmer hätten wir verzichten können, ansonsten war das Zimmer für den Preis in Ordnung.

Unser Video über Amman

Mit dramatischem Intro und tollen Bildern präsentieren wir dir auch in unserem Video die Highlights aus Amman. Schau doch mal rein!

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Unsere erste gemeinsame Reise in den Nahen Osten startete für uns in Madaba. Die Stadt liegt nur 20 Kilometer vom internationalen Flughafen Queen Alia entfernt, ist nicht so groß wie Amman und bekannt für seine Mosaike. Für uns war Madaba ein entspannter Einstieg in unsere Reise durch Jordanien.

Madaba Franzi fotografiert Mosaik

Vom Flughafen Queen Alia nach Madaba

Da Madaba näher am internationalen Flughafen von Jordanien liegt als Amman, sind wir nach unserer Einreise erst einmal nach Madaba gefahren. Wir hatten uns schon vorher einen Mietwagen gemietet und diesen dann am Flughafen abgeholt. Wir sind ungefähr eine halbe Stunde in die Stadt gefahren und es war mitten in der Nacht fast gar nichts los auf den Straßen.

Alternativ kannst du auch mit dem Bus fahren oder ein Taxi nehmen. Da wir beides nicht gemacht haben, können wir zu den Kosten nichts sagen. Einige Hotels bieten Transfers zum Flughafen an falls du keine Lust auf das Verhandeln mit den Taxifahrern hast.

Ausflug von Madaba zum Mount Nebo

Auf Rat unseres Gastgebers fuhren wir am Vormittag als erstes zum Mount Nebo. Der liegt nur 10 Kilometer von Madaba entfernt, sodass du in 15 Minuten mit Auto da bist. Alternativ fahren aber auch mehrfach am Tag Busse und jeden zweiten Tag gibt es vom Madaba Visitor Center morgens um 10 Uhr einen kostenlosen Shuttle zum Mount Nebo.

Mount Nebo Valley Dunst

Jabel Nebo heißt übersetzt hoher Berg, wobei er eigentlich nur 800 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Dennoch hast du hier an Tagen ohne Dunst wohl eine sensationelle Sicht bis nach Israel. Wir hatten leider nicht einen solchen Tag erwischt, konnten aber gut ins Tal schauen, in dem irgendwo Moses begraben worden sein soll. Moses ist laut Bibel in Ägypten losmarschiert um sein Volk in das gelobte Land zu führen. Bis zum Mount Nebo hat er es geschafft, auf das gelobte Land habe er noch schauen können, sei dann aber im Alter von 120 Jahren verstorben.

Mount Nebo Valley

Diese ganzen Fakten haben wir von unserem Guide Mohammed erfahren. Für 10 JD (12€) hat er uns 45 Minuten lang über das Gelände geführt und mit allerlei biblischer Hintergrundgeschichte und arabischen Vokabeln ausgestattet. Da wir vorher keine Ahnung hatten, war es für uns sehr angenehm, den Hintergrund erzählt zu bekommen. Du kannst dir das Ganze natürlich auch ohne Guide ansehen und zahlst dann nur die 2 JD (2,40€) Eintritt.

Moses Memorial Church

Mt Nebo Moses Memorial Church

Neben dem Ausblick ist die Moses Memorial Church ein weiteres Highlight. Der Boden der Kirche besteht größtenteils aus Mosaiken, die aus dem sechsten Jahrhundert stammen. Bis vor einem Jahr ist die Kirche aufwändig über mehrere Jahre saniert worden, sodass wir Glück hatten, sie nun im fertigen Zustand betrachten zu können. Insgesamt hat sich der Ausflug zum Mount Nebo für uns absolut gelohnt, da wir nicht nur einen schönen Blick in die Landschaft sondern auch tiefere Einblicke in die Geschichte Jordaniens bekommen haben.

Mosaik Memorial Church

Die Mosaike von Madaba

Der Touristenmagnet schlechthin in Madaba sind die vielen Mosaike, die in Kirchen und archäologischen Ausgrabungsstätten besichtigt werden können.

St. George’s Church

Das vermutlich bekannteste Mosaik befindet sich in der St. George’s Church inmitten des Zentrums von Madaba. Die Kirche ist auch von außen wirklich schön anzusehen und bietet innen eine Mosaikkarte, auf der alle wichtigen biblischen Orte des mittleren Osten verzeichnet sind. Die Karte stammt aus dem Jahr 1560 und enthielt in ihrem Originalzustand über zwei Millionen Steine. Heute kannst du nur noch Teile der Karte in der Kirche bestaunen. Wir bekamen aber einen ganz guten Eindruck, wie riesig sie mal gewesen sein muss.

Madaba Mosaik Karte

Die St. George’s Church ist ein beliebter Stopp für große Touristengruppen, sodass es in der kleinen Kirche ziemlich voll war. Es lohnt sich daher, den Besuch gleich morgens einzuplanen oder am späten Nachmittag. Für den Eintritt in die Kirche haben wir 1 JD (1,20€) bezahlt.

Archaelogical Park I und II

Diese beiden Ausgrabungsstätten liegen dicht beieinander, sind aber von einer Straße getrennt. Wir haben uns als ersten den Park Nummer II angesehen, der ein bisschen einer Baustelle gleicht. Eine Führung vom Ticketverkäufer lohnt sich nicht wirklich, zumindest wenn du den gleichen erwischst wie wir. Unser Typ nuschelte vor sich hin und wir haben wirklich gar nichts verstanden.

Madaba Mosaik Archäol Park I

Besser hat uns der Archaelogical Park I gefallen. Hier findest du das älteste in Jordanien gefundene Mosaik. Außerdem kannst du die Überreste einer Kirche bestaunen. Auf dem Boden der ehemaligen Virgin St. Mary Church findest du riesige, wunderschöne Mosaike, die Tiere und alltägliche Szenen des 7. Jahrhunderts abbilden. Besonders fasziniert hat uns das runde Mosaik in der Mitte der Kirche.

Madaba Virgin Mary Church Mosaik

Auf dem Gelände des archäologischen Parks gibt es einige schattige Plätze und eine romantische kleine Straße mit Laternen und Rosen. Wir haben uns hier zu zahlreichen Fotos hinreißen lassen, weil es aussah wie die Filmkulisse in einem Hollywood-Film.

Madaba schöne Straße

Riesiges Mosaik beim Visitor Center

Ins Visitor Center selbst sind wir gar nicht hinein gegangen, aber wir haben das riesige Mosaik davor bestaunt, welches Jordanien mit all seinen Sehenswürdigkeiten zeigt. In liebevoller Kleinarbeit sind hier Mosaiksteine über drei Jahre zusammengesetzt worden. Wir haben einen Großteil der Orte wiedergefunden, die wir in den nächsten zwei Wochen besuchen werden.

Madaba Riesenmosaik

Bester Blick auf Madaba

Für den besten Blick auf die Stadt sind wir zur Kirche Shrine of the Beheading of John the Baptist gelaufen und wurden vom netten Ticketverkäufer überrascht. Er erzählte uns etwas über die Fotos von 1905 und schaffte es, dass wir eine Vorstellung bekamen wie Madaba damals ausgesehen hat. Die Kirche selbst kann kostenlos besichtigt werden. Für einen Gang in die Kellergewölbe (das Acropolis Museum) und auf den Glockenturm zahlten wir 1JD (1,20€) pro Person. Und das war gut angelegtes Geld.

Madaba Acropolis Museum

In den Kellergewölben befindet sich ein 3000 Jahre alter Brunnen, verschiedene Mosaike und ein Modell der Stadt Madaba. Ein Raum ist wie ein riesiges Beduinenzelt gestaltet mit bequemen Sitzkissen und kühler Luft. Hier haben wir eine entspannte Pause eingelegt.

Madaba Keller Beduinenzelt Franzi

Danach sind wir den Glockenturm hochgeklettert, immer vorbei an den Seilen, mit denen die Glocken geläutet werden. Von oben bietet sich ein wirklich sensationelles Panorama auf Madaba. Wir konnten die große Moschee von oben sehen, die Wüste in der Ferne und haben neue Freunde gewonnen. Zwei Jordanier und ein Däne haben wir auf dem Turm kennengelernt und viel von ihnen gelernt. Wir haben versucht, arabische Laute nachzusprechen und später einen traditionellen Tanz mit ihnen getanzt. Es war eine tolle Erfahrung.

Madaba Blick vom Kirchturm

Bummeln durch die Straßen Madabas

Später haben uns die beiden den weniger touristischen Teil Madabas gezeigt mit den Obst- und Gemüsehändlern, einem Bäcker, der das traditionelle Brot backt und kleinen Restaurants mit vielen leckeren Spezialitäten. Nur wenige Straßen von den touristischen Attraktionen entfernt, spielt sich der Alltag der Bewohner ab. Wir durften überall zusehen und wurden immer sehr freundlich angelacht. Unsere Kommunikation mit den meisten Einheimischen war auf Mimik und Gestik beschränkt.

Madaba Streets

Mit einem Teppichknüpfer haben wir dann aber sogar Deutsch gesprochen. Er hat uns erzählt, dass er 1975 in Deutschland gelebt hat und lud uns zu einem Tee in sein Geschäft ein. Wir konnten ihm beim Knüpfen des Teppichs zuschauen und haben natürlich einige Exemplare vorgeführt bekommen. Zu einem Kauf konnten wir uns dann aber doch nicht entschließen.

Madaba Teppichknüpfer

Unsere Unterkunft in Madaba

Wir haben zwei Nächte im Black Iris Hotel Madaba* verbracht und dort für unser Doppelzimmer 31€ pro Nacht bezahlt. Unser Zimmer hatte einen Ventilator, ein bequemes Bett und ein sehr sauberes Bad. Dazu war auch noch ein gutes Frühstück im Preis inbegriffen sowie Getränke. Wir konnten uns jederzeit Wasser abfüllen und selbst gekühlte Softdrinks aus dem Kühlschrank mussten wir nicht bezahlen. Bei 37°C draußen ein toller Service! Die Leute im Hotel waren sehr freundlich und haben uns sogar dabei geholfen, unseren platten Reifen zu wechseln. Nur 5 Gehminuten vom Zentrum entfernt eine super Unterkunft für Madaba.

Vielversprechender Start in Jordanien

Madaba war für uns ein grandioser Start in unsere Rundreise durch Jordanien. Wir haben einiges über die Geschichte gelernt und von Einheimischen viel über ihre Kultur erzählt bekommen. Die Jordanier haben uns mit offenen Armen empfangen und die ersten Tage schon besonders gemacht.

Und wenn du vom platten Reifen bis zum Tanz mit den Jordaniern unseren Tag in Madaba noch einmal anschauen möchtest, dann haben wir hier unser Video zu Madaba für dich!

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Kyoto ist die Kulturstadt Asiens 2017 – gewusst haben wir das vor unserer Anreise nicht und erfahren haben wir es dann auf den schön bemalten Plakaten. Verstehen können wir es aber definitiv! Die ehemalige Hauptstadt Japans bietet einen Reichtum an Tempeln und Schreinen, der seinesgleichen sucht.

Unsere Anreise vom Mount Fuji nach Kyoto

Die Seen rund um den Mount Fuji sind etwas abseits gelegen und damit oft nur über mehrere Bus- und Zugkombinationen erreichbar. Die schnellste Variante von Kawaguchiko aus ist der Highwaybus nach Mishima (2260¥ p.P., 17€) und dann von Mishima aus der Shinkansen nach Kyoto. Das dauert insgesamt ungefähr fünf Stunden. Wir fanden sowohl die Bus- als auch die Zugfahrt sehr bequem und die Verbindung einfach. Die Bustickets hatten wir schon bei unserer Ankunft in Kawaguchiko am Bahnhof gekauft, die Zugtickets dann kurz vor Abfahrt des Zuges in Mishima. Insgesamt kostete uns die Fahrt 103€ pro Person.

Japan Transport Highwaybus

Unsere Unterkunft in Kyoto

Da Kyoto sowohl bei japanischen als auch bei ausländischen Touristen hoch im Kurs steht, sind Unterkünfte hier gut ausgelastet und es  ist schwer, etwas Günstiges zu finden. Wir sind in einem 8er Schlafsaal im Birds Hostel* untergekommen und haben pro Bett 26€ für die Nacht bezahlt. Das Hostel liegt direkt neben dem Imperial Palace und ist über die Karasuma Subway Linie gut ans Metronetz angebunden. Das Zimmer war sehr schön und die Duschen und Toiletten sauber und neu. Ein kleines Frühstück am Morgen war ebenso inbegriffen. Für uns war dies hier ein guter Deal!

Tempel gucken in Kyoto

Als ehemalige Hauptstadt Japans bietet Kyoto Kultur wie kaum eine andere Stadt. Hier kannst du vermutlich Wochen damit verbringen, Tempel anzuschauen. Wir haben uns auf ein paar beschränkt, die uns empfohlen wurden oder sich besonders interessant anhörten.

Fushimi Inari Schrein

Der Hauptschrein des Inari (Gott der Fruchtbarkeit, des Reis und der Füchse) liegt etwas außerhalb im Süden Kyotos, ist aber über die Nara Line vom Hauptbahnhof aus schnell erreicht. Wir waren zunächst von der Masse der Touristen erschlagen! Es war Mittwochmorgen, kurz nach 10 Uhr und auf dem Gelände des Fushimi Inari war die Hölle los!

Kyoto Fushimi Inari Eingang

Nachdem wir das Eingangstor passiert hatten, orientierten wir uns kurz und nahmen dann den Haupttempel ins Visier. Wie so oft durften wir hier keine Fotos machen, wobei wir den Tempel selbst auch gar nicht als so besonders schön empfanden.

Danach ging es für uns durch tausend (oder mehr) Torii den Inari Berg hinauf. Diese Tore wurden von Privatpersonen oder kleinen Unternehmen gespendet, in der Hoffnung, dass dadurch Wünsche erfüllt werden. Der Gang durch diese irre vielen Tore könnte echt richtig schön sein, wenn nicht alle zwei Meter Selfies gemacht würden. So schlängelten wir uns durch die Massen hindurch und waren froh, als es weiter oben weniger Menschen wurden.

Kyoto Fushimi Inari Torii

Abseits des Hauptweges liegen noch viele weitere kleine und mittelgroße Schreine auf dem Weg. Charakteristisch für den Inari sind die zwei Füchse und das Tor davor. Die Tempelanlage liegt malerisch in einem Wald und der Rundweg auf den Berg hinauf und wieder zum Eingang ist eine schöne Sache. Wir sind uns nach wie vor unsicher, ob es hier jeden Tag so voll ist oder ob besonders viele Urlaub hatten. Der Besuch des Inari ist übrigens kostenlos und soll sich auch abends lohnen, wenn alles angestrahlt wird.

Kyoto Fushimi Inari Wald

To-ji Tempel

Nur 15 Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt steht Japans größte Holzpagode im Komplex des To-ji Tempels. Bezahlst du den Eintritt von 500¥ (4€), kannst du einen kleinen Park vor der Pagode sowie zwei weitere Hallen aus dem 16. Jahrhundert betreten. Vom Park und einem Teich hast du einen traumhaften Blick auf die Pagode! Allein dafür lohnt sich der Eintritt schon.

Kyoto To-ji Pagode

Die 55 Meter hohe Pagode wurde im 9. Jahrhundert das erste Mal errichtet und ist seitdem bereits vier Mal abgebrannt. Die aktuelle Variante steht aber inzwischen immerhin schon über 450 Jahre. Die Pagode darf leider nicht betreten werden.

Kyoto Kodo & Kondo

Dafür konnten wir in das Innere der Haupthalle (Kondo) und des Vortragssaals (Kodo) sehen, aber leider keine Fotos davon machen. Hier standen beeindruckende goldene Buddha Statuen in verschiedenen Größen. Ein toller Anblick. Aber auch von außen machten Kondo und Kodo etwas her und wussten zu beeindrucken.

Der Goldene Pavillon Kinkaku

Gemeinsam mit tausenden anderen Touristen besuchten wir Kyotos schönsten Tempel. Der Goldene Pavillon steht an einem kleinen See und überstrahlt alles in seiner Umgebung. Der buddhistische Tempel zählt zum Weltkulturerbe und wurde 1397 errichtet. Seine oberen Stockwerke sind mit Blattgold überzogen, was einfach wunderschön aussieht.

Kyoto Goldener Pavillon

Wir ließen uns mit den vielen Menschen treiben um den Tempel aus allen möglichen Winkeln zu betrachten und natürlich selbst auch ein paar Fotos zur Erinnerung zu schießen. Den Eintritt von 400¥ (3€) zahlten wir bei so viel Schönheit gerne.

Tempel im Arashiyama Viertel

Etwas außerhalb von Kyoto liegt das Arashiyama Viertel, das mit Bus und Bahn aber vom Zentrum in einer halben Stunde erreicht werden kann. Hier befinden sich viele weitere Tempelkomplexe und der berühmte Bambuswald.

Tenryu-ji Tempel

Den Tempel des heiligen Drachen haben wir nur von außen betrachtet, da wir vorher gelesen hatten, dass sich der Besuch nicht so wirklich lohnen würde. Stattdessen spazierten wir durch den umliegenden Garten, der einer der ältesten in Japan ist. Auf den schön angelegten Wegen schlenderten wir durch die grüne Landschaft und konnten den Tenryu-ji Tempel von außen sehen. Auch für den Besuch des Gartens fällt ein Eintritt von 500¥ (4€) pro Person an.

Kyoto Tenryu Garten

Bambuswald

Angrenzend an den Tenryu-ji Tempel liegt der Bambuswald, von dem es überall im Internet diese megacoolen Fotos gibt. Wir spazierten durch die meterhohen Bambusbäume hindurch und waren dabei in guter Gesellschaft von ungefähr tausend anderen Touristen. So beeindruckend dieser relativ kurze Spaziergang auch war: wären da nicht so viele Menschen gewesen, hätten wir das Ganze vermutlich noch viel mehr genießen können. Großer Pluspunkt: Der Spaziergang durch den Bambuswald ist kostenlos.

Einen Bambuswald mit weniger Menschen findest du im Adashino Nenbutsu-ji Tempel, von dem wir dir im nächsten Abschnitt berichten.

Kyoto Bambuswald

Adashino Nenbutsu-ji Tempel

Im Norden des Arashiyama Viertels gibt es die Möglichkeit, einen weniger besuchten Bambuswald zu durchschreiten. Im Adashino Nenbutsu-ji Tempel sind die verlorenen Seelen vieler tausender Menschen geborgen und werden durch Steinfiguren symbolisiert.

Kyoto Nenbutsu-ji Tempel

Zudem kannst du hier eben auch durch einen kleinen Bambuswald spazieren und wirst dabei nicht viele andere Touristen sehen. Während unseres Besuchs waren gerade mal vier weitere Menschen auf dem Gelände. Ein Besuch der Tempelanlage kostet dich 500¥ (4€). Da dieser etwas außerhalb liegt, kannst du auf einem gemütlichen Spaziergang durch Arashiyama die niedlichen Häuser und weitere Tempel bestaunen.

Imperial Palace und der Garten

An diesem schönen Ort hat für eine sehr lange Zeit der japanische Kaiser gelebt und dementsprechend prächtig sind Palastgelände und Garten. Der Garten ist eine gute Gelegenheit für einen ruhigen Spaziergang. Das Palastgelände kann tagsüber kostenlos besichtigt werden und zwei Mal täglich werden englischsprachige Touren angeboten (10 und 14 Uhr).

Kyoto Imperial Palace Garten Brücke

Wir sind eher durch Zufall bei so einer Tour gelandet und hörten gespannt zu. Die Tourguidin sprach gutes Englisch und gestaltete den Rundweg durch den kaiserlichen Garten wirklich ansprechend. Und obwohl es regnete, fanden wir die Gartenanlagen (mal wieder) klasse. Gärten anlegen können die Japaner einfach!

Nijo-jo Burg

Wenn ihr Burg lest, kommen bei euch vielleicht ähnliche Bilder in den Kopf wie bei uns: riesige Ritterburgen mit Steinmauern und Steinwänden. Hier in Japan können Burgen auch ganz anders aussehen! Die Nijo-jo Burg in Kyoto mit ihrem schön geschwungenen Dach, den Tatami-Matten auf dem Boden und den großen Wandbildern erinnerte uns eher an ein Schloss.

Kyoto Nijo-jo Castle

Für einen Eintrittspreis von 660¥ (5€) durften wir das große Gebäude auf Socken erkunden und in die vielen Hallen spähen. Wie so oft galt auch hier Fotoverbot, sodass wir euch davon keine Bilder liefern können. Bekannt ist die Nijo-jo Burg auch für seinen Nachtigallengang. Wenn man hier über den Holzboden läuft, entstehen Geräusche, die (anscheinend) wie das Singen einer Nachtigall klingen. Man vermutete, dass so Eindringlinge schnell gehört werden konnten, der tatsächliche Grund ist aber einfacher: es war nicht gewollt. Die quietschenden Geräusche sind Produkt der Nägel und des Holzes, das erst im Laufe der Zeit entstanden ist.

Kyoto Niji-jo Garten Matthias

Unser Rundgang setzte sich danach im tollen Garten fort. Das mit den Gärten hast du jetzt schon oft gelesen, wissen wir. Aber die sind wirklich schön! ;) Von einem ehemaligen Wachturm konnten wir weit über Kyoto sehen und auch die Burganlage gut überblicken.

Kyoto Nijo-jo Gelände

Nishiki Markt

Nach so viel Sightseeing wollten wir in Kyoto auch die japanische Esskultur erkunden. Und dafür eignet sich der Nishiki Markt wirklich perfekt! Inmitten der Innenstadt liegt der Markt auf einer langgezogenen, überdachten Straße und bietet Unmengen an Essen an. Das Tolle dabei: an vielen Ständen kannst du probieren. Wir nahmen die Probierhäppchen gerne an und lernten so weitere Fisch- und Gemüsesorten kennen.

Kyoto Nishiki Markt

Zum Sattwerden gönnten wir uns geniale Garnelen, einen Squid-Spieß und einen Bun (eine Art gefüllter Hefekloß). Das Schlendern über den Markt fanden wir echt klasse. Da wir es leider erst gegen 17 Uhr hierher geschafft hatten, bauten einige Händler ihre Leckereien bereits ab. Der Markt schließt 18 Uhr – also nicht zu spät vorbeikommen!

So viel Kultur in Kyoto

Unsere Tage in Kyoto waren vollgepackt mit Sehenswürdigkeiten und wir haben eine Vorstellung der japanischen Geschichte und Kultur bekommen. Die wirklich tollen Gebäude und Gärten haben uns absolut begeistert. Um den Rahmen hier nicht komplett zu sprengen, haben wir den Tagesausflug nach Nara in einem extra Artikel beschrieben.

Und hier ist unser Video zu Kyoto mit allen oben beschriebenen Sehenswürdigkeiten und mindestens genauso vielen Versprechern ;)

In drei Tagen haben wir Japans Megametropole erkundet und haben überrascht festgestellt: Tokio gefällt uns richtig gut! Die Stadt war trotz ihrer Größe gar nicht anstrengend, einfach zu besichtigen und hatte an jeder Ecke Interessantes zu bieten. Hier erzählen wir dir, was wir alles erlebt und uns angesehen haben.

Vom Narita Flughafen in die Innenstadt nach Tokio

Die meisten internationalen Flüge starten und landen auf dem Narita Flughafen, der 70 Kilometer außerhalb von Tokio liegt. Vom näher gelegenen Haneda Flughafen gelangt man schneller in die Innenstadt, er wird aber nicht so häufig angeflogen. Wir erreichten den Narita Airport von Bali aus nach einem schlaflosen Nachtflug mit Air Asia am frühen Morgen und wollten uns mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu unserem Hotel durchschlagen.

Wir nahmen die Keisei Main Line bis Ueno und stiegen dort in die Ginza Line um, die ins Shibuya-Viertel fährt. Insgesamt waren wir ca. 1,5 Stunden vom Flughafen unterwegs und fanden diese Variante ziemlich entspannt. Für die Fahrt haben wir pro Person 9,50€ bezahlt. Alternativ gibt es auch Limousinenbusse und schnellere Züge, die dann mehr kosten.

Unsere Unterkunft in Tokio

Im Super Hotel Lohas Akasaka* haben wir für 11250 ¥ (87€) pro Nacht ein Doppelzimmer mit eigenem Bad bekommen. Die teuerste Unterkunft unserer Weltreise war dennoch ein Schnäppchen für Tokio-Verhältnisse! Unser kleines Zimmer wurde optimal genutzt, war gut eingerichtet und hatte viele kleine Extras, über die wir uns gefreut haben (Pflegeprodukte, Fön, Schlappen etc.). Zudem gibt es im Hotel einen Onsen (heißes Bad) für Gäste, den wir auch nutzten. Das war die perfekte Entspannung nach einem langen Sightseeing-Tag! Die Lage ist ebenfalls super. In zwei Minuten ist man umgeben von vielen Restaurants und mit der Bahn immer nur wenige Stationen von den Hauptattraktionen Tokios entfernt.

Ankunftstag in Japan

Geschlaucht durch die schlaflose Nacht kämpften wir uns durch unseren ersten Tag etwas durch. Unser Hotelzimmer konnten wir erst am Nachmittag beziehen und hatten daher noch einige Stunden außerhalb totzuschlagen. Wir brachen in Richtung einer großen Grünfläche auf, in der Hoffnung in einem Park ein bisschen rumhängen zu können. Bis wir endlich hineinkamen, hatten wir ihn einmal komplett umrundet :D

Tokyo Akasaka Palace

Ohne es zu wissen waren wir einmal um den Park des Akasaka Palace gelaufen und wurden kurz vor dem Palast von einem total enthusiastischen Japaner angesprochen. Dieser erklärte uns den Zweck des Palastes (Guest State House) und erzählte, dass bereits Barack Obama hier zu Gast gewesen sei.

Wir besuchten den kostenlos zugänglichen Public Garden vor dem Palast und ruhten uns auf einer Bank in der Sonne aus. Später konnten wir unser Zimmer im Hotel beziehen und uns etwas ausruhen bevor wir abends in eine Sushi Bar gingen. Hier gab es sehr leckeres Sushi und damit hatten wir einen richtig entspannten ersten Tag in Tokio.

Japan Tokyo Sushi Bar

Sightseeing in Tokio

Unsere nächsten Tage waren prall gefüllt mit den vielen Sehenswürdigkeiten und Kuriositäten Tokios. Und auch wenn uns abends die Füße qualmten, so waren wir doch echt entspannt. Trotz der Ausmaße dieser Stadt und der vielen, vielen Menschen, fanden wir es hier überraschend ruhig und gar nicht hektisch. Wir haben in drei Tagen nur einmal ein Auto hupen hören. Und das war auch noch unsere Schuld.

Senso-ji Tempel und die Nakamise-dori

Im Viertel Asakusa liegt der Senso-ji Tempel, einer der meist besuchten in Tokio. Für uns bildete der buddhistische Tempel den Anfang unser Tour durch die japanischen Sehenswürdigkeiten. Von der Asakusa Metrostation aus liefen wir zunächst durch die Nakamise-dori, eine lange Einkaufsstraße mit vielen kleinen Läden. Hier wird von Kimonos über Masken, japanische Süßigkeiten bis zu Spielzeug alles angeboten. Wir schlenderten gemütlich die Straße entlang und sahen uns neugierig um. Mal konnte man edle Holzstäbchen für bis zu 100€ erstehen, dann wieder kleine Kekse für wenige Cents.

Japan Tokio Nakamise-Dori

Am Ende der Nakamise-dori bildet das Hozomon Tor den Eingang in den Tempelkomplex des Senso-ji. Wir erkundeten ausgiebig den Tempel, die fünfstöckige Pagode und die dazugehörige Gartenanlage. Auch ließen wir uns die Zukunft vorhersagen! Vor dem Tempel kannst du für nur 100¥ (80 Cent) ein Stäbchen aus einer Metallbox ziehen und dann in der passenden Schublade deine Vorhersage bekommen. Franzi hatte eine positive, Matthias eine negative. Aber das ist für die Japaner auch kein Problem. Die negativen Vorhersagen werden einfach an ein Gitter gebunden und gut ist!

Tokyo Senso-ji

Ueno Park

Inmitten des Großstadttrubels bietet der weitläufige Ueno Park viel Grün, Parkbänke und Springbrunnen zur Entspannung. Wir aßen erst an einem riesigen Seerosenteich unseren mitgebrachten Muffin und schlendert dann gemütlich durch den restlichen Park.

Tokyo Ueno Park

Ginza Yanaka

Im Yanaka Viertel bietet diese Straße kleine, ursprüngliche japanische Läden sowie Marktstände. Hier lohnt sich ein Spaziergang mit nicht allzu vollem Bauch, denn du kannst auch wieder tolles Essen probieren. Wir bestaunten japanische Dekoration und Holzfiguren und lernten Donuts in Wurstform lieben. Das hört sich zwar gar nicht lecker an, aber war es! Den japanischen Namen konnten wir uns einfach nicht merken. Donut in Wurstform war es aber vermutlich nicht ;)

Akhibara

Wenn wir an Japan dachten, kamen bei uns schnell zwei Assoziationen: Sushi und eine riesige Manga-Kultur. Um Zweites ausgiebiger zu bewundern, fuhren wir nach Akhibara. Im Elektronikviertel Tokios wurden wir von großen Leuchtreklamen, Megabildschirmen und Animefiguren zu (unserer Meinung nach) absurden Preisen begrüßt. So ungefähr hatten wir uns das vorgestellt!

Tokyo Akhibara

Dazu schallte es aus den Läden heraus und Mädels in Manga-Verkleidung versuchten, Kunden in die Cafés zu locken. Wir saugten die vielen Eindrücke in uns auf und schüttelten immer wieder verwundert den Kopf.

Tsukiji Fischmarkt

Viel früher als wir wollten, quälten wir uns nach einem Abend im Izakaya aus den bequemen Hotelbetten um zu einem der Highlights in Tokio zu fahren: dem Tsukiji Fischmarkt. Der größte Fischmarkt weltweit öffnet schon früh seine Tore und verschließt sie irgendwann gegen Mittag wieder. Wir hatten gelesen, dass man spätestens 9 Uhr vor Ort sein sollte.

Tokyo Fischmarkt Matthias

Nach kurzer Anreise mit der Bahn erreichten wir die Hallen gegen 9 Uhr und erfuhren, dass die Handelshallen für Besucher erst ab 10 Uhr geöffnet sind. Auch gut. Also schlenderten wir zuerst durch den sogenannten Outer Fischmarkt, der sich vor den Hallen befindet. Hier gibt es viele kleine Sushirestaurants, die vom morgens gefischten Fisch das beste Sushi zubereiten. Wir landeten durch Zufall im Daiwa Sushi, der als bester Sushiladen gilt.

Daiwa Sushi – The place to be!

Während wir uns in die Schlange einreihten, wurden wir von einer netten Japanerin vor uns aufgeklärt. Sie hatte ihre Hausaufgaben gemacht, erzählte uns von dem Ansehen der Sushi Chefs im Daiwa und den Spezialitäten in den Läden herum. Von ihr erfuhren wir auch, dass die Schlange normalerweise viel länger sei und Leute sich hier teilweise schon ab 4 Uhr morgens die Beine in den Bauch stehen, um früh hereinzukommen. Für uns war das Warten nach 20 Minuten beendet und wir konnten an der kleinen Sushitheke Platz nehmen.

Sushi Fischmarkt

Von der liebenswürdigen Japanerin instruiert, bestellten wir jeweils das Sushi-Set. So bekamen wir die Empfehlungen des Tages vom Chef. Dabei waren verschiedene Sorten Thunfisch, Garnele, Aal, Lachseier, Seeigel, Kalmar und weitere, die wir nicht identifizieren konnten. Das Sushi schmeckte uns hervorragend, auch wenn wir rohen Fisch zum Frühstück gewöhnungsbedürftig fanden :)

Riesige Markthalle

Gut gesättigt starteten wir anschließend unsere Begehung der Markthalle. Hier gab es unglaublich viel Auswahl an Fisch und Meerestieren. Von den großen Thunfischen waren wir besonders beeindruckt. Kein Wunder, dass morgens um 6 Uhr eine Auktion stattfindet, bei der die besten Thunfische ersteigert werden können. Nicht selten geht so ein Fisch hier für 10.000€ über den Tisch. Für den ersten Thunfisch des Jahres wurden dieses Jahr sogar 600.000€ gezahlt!

Tokyo Tsukiji Fischmarkt

Ginza Viertel

Im Ginza Viertel reihen sich einige der teuersten Kaufhäuser und Designerläden aneinander. Mehr als Windowshopping saß hier für uns nicht drin. Am meisten interessierten uns aber sowieso die unteren Etagen der exklusiven Kaufhäuser. Dort sind meistens die Essensabteilungen angesiedelt und es gibt sooo viel zu gucken. Die perfekt dekorierten Süßwaren, die wunderschön angeordneten Sushiboxen oder Lebensmittel zu horrenden Preisen.

Zu Franzis Entzücken entdecken wir in Ginza den Itoya Laden, der großartige Karten, Blöcke und so viel mehr um das Thema Papier und Basteln bietet. Hier musste Matthias sehr entschieden eingreifen, sonst wären unsere Rucksäcke jetzt mit niedlichem Washi-Tape, Briefpapier und so viel mehr gefüllt ;)

Die Shibuya Kreuzung

Die wohl berühmteste Kreuzung der Welt liegt inmitten Tokios quirligem Shibuya-Viertel und lockt mit geordnet-chaotischem Durcheinander. Sowas geht auch nur in Japan! Wir überquerten die Kreuzung (wie gefühlt Millionen andere Menschen tagtäglich) und suchten uns dann einen Fensterplatz im Starbucks, von dem aus wir das Treiben eine ganze Weile beobachteten.

Tokyo Shibuya Kreuzung von oben

Gleichzeitig überqueren hier Menschen aus fünf verschiedenen Richtungen die Straße und es ist ein totales Gewusel. Da es aber immer noch Japan ist, kommt jeder problemlos am Ziel an und der Verkehr kann flüssig weitergehen. Wir haben uns eine solche Kreuzung mal in Indien vorgestellt und das völlige Chaos, das dort herrschen würde. Nicht zu vergessen das Dauergehupe, welches das Ganze begleiten würde :D Aber im geordneten Japan ist es eben kein Problem, im Gewirr der Fußgängerüberquerungen auf die andere Straßenseite zu gelangen.

Der Meiji Jingu Schrein und Garten

Nur einen Spaziergang von der Shibuya Kreuzung entfernt, befindet sich der Meiji Jingu Schrein. Der Weg dorthin führt durch einen tollen Wald und durch mehrere riesige Holztore.

Tokyo Meiji Schrein Wald

Angekommen an einem der meist besuchten religiösen Anlagen in Tokio mussten wir leicht enttäuscht feststellen: hier wird renoviert. Das imposante Eingangstor konnten wir noch vollständig bestaunen, der eigentliche Schrein aber lag verhüllt in einer Plane. Darauf sein Abbild. Muss echt beeindruckend aussehen.. so in Echt ;)

Tokyo Meiji Schrein

Also trotteten wir wieder zurück und gaben dem Meiji Jingu Inner Garden eine Chance. Den Eintritt von 500¥ (4€) pro Person blätterten wir zuversichtlich hin. Für Gartenanlagen haben die Japaner schließlich ein Händchen. Vernachlässigt hatten wir die Jahreszeit und das Wetter. Bei leichtem Nieselregen gingen wir durch grüne Gräser, an einem grünen Teich und grünen Bäumen vorbei. Alles irgendwie wenig beeindruckend und Ende September eben auch ohne blühende Pflanzen. Das hätten wir uns sparen können. Im Frühjahr ist der Garten sicherlich den Abstecher wert.

Odaiba mit Rainbow Bridge und dem größten Roboter Japans

In das vom Wasser umgebene Viertel Odaiba sind wir eigentlich nur wegen Matthias‘ Uhr gefahren. Und obwohl wir sie dort nicht reparieren lassen konnten (Garmin gibts hier nicht), war es trotzdem ein absoluter Glücksfall. Alleine die Fahrt nach Odaiba war den Ausflug schon wert. In der ziemlich neuen Yurikamome Linie geht es über der Erde zwischen den Hochhäusern entlang. Das ist bereits genial. Dazu kommt, dass die Bahn keinen Fahrer hat und vollautomatisch fährt. Der Knaller ist dann aber die Fahrt über die sogenannte Rainbow Bridge, die Odaiba mit dem Rest Tokios verbindet. Unser Geheimtipp für dich! Die Aussicht ist irre und die Fahrt über die Brücke wirklich cool.

Tokyo Skyline von Odaiba

Wir sind von der Daiba Station aus zum Wasser gegangen und konnten die langgezogene Skyline Tokios und die Rainbow Bridge im strahlendsten Sonnenschein betrachten. Auf den Steinen sitzend, machten wir hier eine Sightseeingpause und beobachteten fliegende Fische (kein Scherz!).

Tokyo Skyline mit Strand

Danach ging es zu unserem (erfolglosen) Ausflug in die Mall, der aber durch den größten Roboter Japans gerettet wurde. Dieser steht vorm Eingang des Diver City Tokyo und ist enorm groß. Als wir die Mall wieder verließen, hatte sich vor dem Roboter eine ansehnliche Menschentraube versammelt. In Erwartung einer beeindruckenden Robotershow gesellten wir uns dazu. Von vier ausgefahrenen Klappen und etwas Beleuchtung waren wir dann aber nicht wirklich beeindruckt. Matthias hatte eher an Karate-Moves in Transformer-Manier gedacht!

Zum Sonnenuntergang suchten wir uns ein lauschiges Plätzchen am Wasser. Dort beobachteten wir, wie es immer dunkler wurde und die Hochhäuser immer heller. Der Blick auf die Skyline von Tokio war hier einfach genial. Wir waren zwar nur durch Zufall hier gelandet, können einen Abstecher nach Odaiba aber sehr empfehlen.

Imperial Palace und East Garden

Der Sitz des japanischen Kaisers ist der sogenannte Imperial Palace im Herzen Tokios. Eingebettet in eine riesige Gartenanlage residieren die Royals hier auf einem wunderschönen Flecken. Da der Palast aktuell auch bewohnt ist, dürfen der Palast selbst und die Gartenanlagen direkt darum nicht besichtigt werden. Der East Garden hingegen ist für die Öffentlichkeit zugänglich und das sogar kostenlos. Wenn du nicht gerade an einem Freitag auf die Idee kommst, dort spazieren zu wollen (so wie wir). Freitags ist der Garten nämlich geschlossen. Dumm gelaufen!

Tokyo Blick auf Skyline vom Imperial Palace

Wie ließen uns davon aber nicht abhalten und umrundeten die ganze Anlage des Imperial Palace und machten so einen wirklich schönen Spaziergang. Währenddessen müssen uns hunderte Jogger entgegengekommen sein, die diese Runde zum Laufen anscheinend sehr schätzen. Wirklich alle liefen gegen den Uhrzeigersinn – Ordnung muss schon sein!

An unserem Abfahrtstag versuchten wir unser Glück erneut und schlossen unsere Rucksäcke in der Tokyo Station ein. Und dieses Mal war der East Garden geöffnet und wir konnten durch die grüne Parkanlage spazieren. Besonders schön fanden wir die „Bonsaibäume“, bei denen echt nicht eine Nadel in die falsche Richtung wächst!

Tokyo Imperial Palace East Garden

Mit der Metro durch Tokio

Am besten kannst du Tokio mit der Metro erkunden. Es gibt superviele Linien, die dich kreuz und quer durch die Stadt befördern. Und trotz des riesigen Netzes haben wir uns immer erstaunlich gut zurecht gefunden. Die einzelnen Linien haben einen Namen, einen passenden Buchstaben und eine eigene Farbe. Dazu sind die Bahnhöfe super beschildert und die Ansagen in den Bahnen auch immer auf Englisch. Eine Einzelfahrt kostet (mit Suica Card) zwischen 165 und 195¥, was 1,30€ bis 1,50€ ist. Das fanden wir für diese teure Megastadt sehr erschwinglich.

Japan Tokio Metro

Um dir die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel möglichst einfach zu gestalten, können wir dir nur empfehlen, dir eine Suica Card (oder alternativ Pasmo Card) zuzulegen. Auf diese lädst du ein Guthaben und kannst somit einfach und schnell die Haltestellen passieren. Zum Bahnfahren und der Suica Card werden wir noch mal einen extra Artikel verfassen.

Ein vielversprechender Start in unsere Japanreise

Tokio hat uns wirklich überrascht! Wo wir sonst ja nicht die größten Fans von Megastädten sind, haben wir die Tage hier komplett genossen. Wir waren wirklich null gestresst und haben die Stadt als extrem entspannt und vor allem ruhig wahrgenommen. Auf jeden Fall war es ein genialer Einstieg unserer Japanreise und wir freuen uns schon sehr auf noch ganz viel mehr!

Tokio Videos

Wenn du das Ganze gerne in bewegten Bildern erleben möchtest, dann schau doch mal in unsere Tokio Videos rein!

Unsere Ankunft in Tokio 

Tokio Sightseeing I  und  Tokio Sightseeing II

Viel zu schnell gingen unsere Tage in New York City vorbei. So viel gibt es hier zu entdecken und zu erleben, dass wir nur einen Bruchteil der ganzen Tipps umsetzen konnten, die wir vorher schon bekommen hatten. Wir fanden die Stadt einfach fabelhaft und werden definitiv noch einmal wiederkommen.

Unsere Anreise von Boston nach New York

Für die ungefähr dreistündige Fahrt hatten wir uns bei Megabus Sitze in der oberen Etage direkt am Fenster gebucht und hatten damit einen tollen Blick auf die Natur Neu-Englands sowie Stadtrundfahrten durch Boston und New York. Wir hatten die Tickets online gebucht und 25 US$ pro Person bezahlt. Die Busse sind klimatisiert, mit Wifi und jeder Sitz mit Steckdose und USB-Lademöglichkeit ausgestattet. Alternativ kannst du auch BoltBus, Greyhound, Peter Pan oder diverse andere Busse buchen, die ähnliche Leistungen zu ähnlichen Preisen anbieten. Wenn du lange vorher buchst, gibt es wohl manchmal Fahrten für unter 10US$. Die Busse fahren in Boston in der Regel vom South Bus Terminal ab, das sich direkt bei der South Station befindet und damit einfach zu erreichen ist.

Unsere Unterkunft in New York

Wie auch schon in Boston konnten wir hier ein halbes Vermögen sparen, weil wir bei einem Freund einer Freundin (danke Anne) untergekommen sind. Wir hatten Kevan vorher nie getroffen und waren total glücklich, bei diesem supernetten echten New Yorker einen Schlafplatz zu haben. In der südlichen Bronx, nur zwei Subwaystationen von Manhattan entfernt, wurde um uns herum mehr Spanisch als Englisch gesprochen, da hier sehr viele Latinos wohnen. Wir konnten nach der langen Zeit in Mittel- und Südamerika also weiter freundlich mit Hola grüßen und fielen gar nicht weiter auf.

U-Bahn fahren in New York City

Um in Manhattan von A nach B zu kommen, bietet sich die Subway an. Alle paar Blocks gibt es Subway Stationen und so gelangt man problemlos vom einen Ende der Insel zum anderen. Eine einfache Fahrt kostet 3$ und endet sobald du die Station verlässt, egal welche das ist. Wir haben uns wie schon in Boston ein 7-Tages-Ticket gekauft, das uns hier 32$ gekostet hat. Die Linien sind entweder durchnummeriert oder mit einem Buchstaben versehen. Um zu wissen, in welche Richtung du fahren musst, ist es immer hilfreich zu wissen ob du Uptown (Richtung Central Park und darüber) oder Downtown (Richtung Lower Manhattan) fährst.

New York Subway

Mit der Subway zum JFK Flughafen in New York

New York wird von drei Flughäfen umgeben, von denen der John F. Kennedy Flughafen der größte ist. Dieser liegt etwas außerhalb der Stadt, kann aber gut mit der Subway erreicht werden. Wir sind in der südlichen Bronx gestartet und haben bis zum Flughafen 1,5 Stunden gebraucht. Du musst mit einer der Linien Richtung Queens fahren und kannst von dort die Airport Train nehmen, die zu allen Terminals fährt. Die Fahrt mit der Airport Train kostet dich 5$, der Weg mit der Subway zur Airport Train nur die regulären 3$ (bei uns im 7-Tages-Ticket inklusive). Das fanden wir wirklich günstig.

Sightseeing in New York – die Standards

Da Matthias vorher noch nie in New York gewesen war, wollten wir einige der Touristenstandards abklappern. Schließlich kennt fast jeder so viele Fotos von New York, hat diverse Filme gesehen, die in New York spielen und das mussten wir dann eben mit dem Original abgleichen.

Die Freiheitsstatue

Vermutlich das Wahrzeichen von New York und damit auch für uns auf der langen To Do Liste der abzuklappernden Sehenswürdigkeiten. Glücklicherweise buchte Matthias uns spontan am Morgen online noch Tickets, denn die Schlange am frühen Nachmittag war unfassbar lang. Drei Stunden hätten wir ohne Reservierung hier warten müssen. Auch so standen wir eine ganze Weile an und mussten durch einen ausführlichen Securtiy Check bevor wir die Fähre nach Liberty Island betreten konnten.

New York Freiheitsstatue vom Boot aus

Auf der Insel selbst statteten wir uns zunächst mit den im Ticket inbegriffenen Audio Guides aus und hörten uns einiges zur Freiheitsstatue an. Als die 22 Stockwerke hohe Statue 1886 aufgestellt wurde, waren die höchsten Gebäude in Manhattan nur 5-stöckig. Kaum vorzustellen bei der heutigen Skyline. Danach ging für uns in die Statue, da wir Pedestal Tickets gekauft hatten. Mit diesen kann man bis zum Fuß der Statue hochgehen und einen Einblick ins Innere bekommen. Diese Tickets sind limitiert und können nur vor Betreten von Liberty Island gekauft werden. Es ist auch möglich, bis zur Krone der Freiheitsstatue aufzusteigen, allerdings sind diese Tickets oft Monate im Voraus schon ausgebucht. Wenn du also nicht so spontan reist wie wir, dann kannst du dir hier einen mega Ausblick organisieren.

New York Freiheitsstatue mit Skyline New York

Wir umrundeten die Freiheitsstatue schließlich noch einmal gemeinsam mit den Hundertschaften von Touristen auf der Insel, wichen zahlreichen Selfiesticks aus und gelangten sicher wieder auf die Fähre um nach Manhattan zurückzufahren. Die Tickets hatten uns 18,50 US$ pro Person gekostet und wir fanden den Preis auch völlig in Ordnung. Die Fähren legen am Battery Park ganz im Süden Manhattans ab und dort können die Tickets auch gekauft werden.

Die Brooklyn Bridge

New York Brooklyn Bridge

Die älteste Brücke der Stadt wurde 1883 errichtet und verbindet die Stadtteile Brooklyn und Manhattan miteinander. Die Brücke macht optisch einiges her und der Ausblick auf die Skyline von Manhattan ist fantastisch. Wir fuhren mit der Subway nach Brooklyn zur High Station, die direkt bei der Brücke liegt. Von hier liefen wir die knapp zwei Kilometer über die Brücke und blieben alle paar Meter stehen um die Aussicht zu genießen. Wahnsinn!!

New York Brooklyn Bridge Paar

Das Museum of Modern Art

Eines der berühmtesten Museen weltweit schaffte es auch, uns Kunstbanausen anzulocken und mit seinen Ausstellungsstücken zu beeindrucken. Wir staunten über Skulpturen, Bilder und Inszenierungen und fragten uns das ein oder andere Mal, ob das Kunst ist oder jemand da einfach was liegen gelassen hat ;) Die vielen großzügigen Galerien beherbergen nicht nur aktuelle Ausstellungen sondern auch grandiose Werke von Künstlern wie Matisse, Monet oder Picasso.

New York Museum of Modern Arts

Spartipp: Normalerweise musst du 25 US$ Eintritt für das Museum zahlen. Aber jeden Freitag zwischen 16 und 20 Uhr kannst du das MoMa kostenlos besichtigen! Da wirst du natürlich nicht alleine sein, ist ja klar. Bei uns war es ordentlich voll. Wir waren aber dem Rat der Website folgend erst kurz vor 18 Uhr eingetroffen und mussten dadurch nicht anstehen, um hineinzukommen, sondern konnten direkt hineingehen.

Der Central Park

Diesen riesigen Grünstreifen inmitten von Manhattan kennen wir aus so vielen guten Filmen (z.B. Kevin allein in New York, Friendship), dass wir ihn natürlich auch mit eigenen Augen sehen mussten. Der Park erstreckt sich über 50 Blocks, hat mehrere Seen und ist erstaunlich ruhig. Wir schlenderten einmal quer durch, beobachteten ein Softballspiel auf dem großen Lawn und umrundeten die Seen im Park und versuchten, den Joggern nicht im Weg zu stehen.

New York Central Park

Times Square

Als wir aus der Subway Station am Times Square ausstiegen, fragte mich Matthias: „Und was ist jetzt das Besondere an diesem Platz?“ Nur wenige Minuten später lief er mit offenem Mund durch die Flut an Großleinwänden und rempelte immer wieder andere Passanten an, weil er den Blick nur nach oben hielt. Es ist schwer zu beschreiben, was dort zu sehen ist. Die Flut an blinkender Werbung, die riesigen Gebäude und die Massen an Menschen, die sich all das ansehen. Wir haben vor lauter Staunen und Rempeln leider vergessen, Fotos zu machen. Schoko-Tipp: Es gibt einen M&M-Store mit riesiger M&M-Zapfanlage, die sogar Zartbitter-Varianten bereit hält. Wir haben uns hier eingedeckt mit Snacks für den …

… Blick vom Top of the Rocks

Wer in New York ist, der muss auf jeden Fall auf einen der Wolkenkratzer gehen um sich die Ausmaße der Stadt von oben ansehen zu können. Da Franzi den Blick vom Empire State Building schon kannte und die Tickets mit 54$ pro Person noch mal deutlich teurer waren, entschieden wir uns für das Rockefeller Center. Hier erstanden wir für 34$ pro Person Tickets für die Aussichtsplattform Top of the Rocks in der 62. Etage.

New York Blick auf Empire State Building und die Stadt von oben

Wir waren kurz nach 17 Uhr oben, weil wir dachten, dass die Sonne gegen 19 Uhr untergehen würde. Das stellte sich als Irrtum heraus, da wir nun mal mitten im Sommer da waren (August) und die Sonne erst gegen 20 Uhr verschwand. Also genossen wir über 3,5 Stunden den 360° Blick über Manhattan und die Bezirke drum herum.

Wir hatten eine wirklich ausgezeichnete Sicht und konnten selbst die Freiheitsstatue in der Ferne gut erkennen. Auf der obersten Aussichtsplattform gibt es nicht einmal mehr Glas um einen herum, sodass wir tolle Fotos schießen konnten. Je später es wurde, desto voller und dichter wurde das Gedränge. Wir hatten uns aber vorne platziert und konnten somit das Farbspiel und den Sonnenuntergang hindernisfrei bestaunen.

New York Blick vom Top of the Rocks abends

Das One World Trade Center

Hier, wo bis 2001 noch das World Trade Center stand, wurde das höchste Gebäude der USA errichtet, das auch von Nahem beeindruckt. Steht man unten vor dem One World Trade Center und schaut nach oben, hat man den Eindruck, es würde in den Himmel wachsen.

Davor sind auf den Grundflächen des ehemaligen World Trade Centers Gedenkstätten in Form von Wasserfällen errichtet, in denen die Namen der Opfer des Anschlags verewigt wurden. Verstörend fanden wir an diesem Ort die vielen Menschen, die fröhlich in Richtung ihrer Selfiesticks grinsten um sich im besten Winkel abzulichten.

New York World Trade Center Denkmal

Auch um das One World Trade Center herum sind inzwischen eine Vielzahl neuer Gebäude entstanden, zu denen auch ein Museum zu den Ereignissen des 11. September 2001 gehört. Wir haben uns aufgrund der Wartezeit und des Eintrittspreises (24$) gegen den Besuch entschieden. Sehr beeindruckt waren wir vom Oculus, Shopping Center und Verkehrsknotenpunkt in einem. Das futuristische Gebäude mit freischwebenden Rolltreppen und dem vielen Licht ist definitiv einen Besuch wert.

New York Oculus

Sightseeing in New York – abseits der ausgetrampelten Pfade

Neben den Top-Attraktionen, die vermutlich bei jedem Touristen auf dem Plan stehen, gibt es auch einiges zu entdecken, das vielleicht nicht jeder auf dem Zettel hat, sich aber sehr lohnt. Wir müssen hier auch noch einmal erwähnen, dass unser Gastgeber Kevan uns tausend Tipps mehr gegeben hat, wir diese nur einfach nicht alle in die Tage packen konnten.

Chelsea Market

Dieser Foodmarkt hat mit der alten Fabrikhalle nicht nur eine tolle Location, er bietet auch für jeden etwas! Matthias hat als Erstes eine Berliner Currywurst verköstigt und als gut befunden.

New York Chelsea Market

Sonst findet man vom Sushi, über Crêpes, Burger bis hin zur leckeren italienischen Pizza einfach alles. Wir waren an einem Sonntag hier und es war supervoll! Die Leute quetschten sich durch die Gänge und immer mal wieder mussten wir anstehen. Einziger Nachteil sind unserer Meinung nach die wenig bis fast gar nicht vorhandenen Sitzplätze.

Highline Park

Auf einer stillgelegten Bahnstrecke inmitten der New Yorker Hochhäuser befindet sich der Highline Park. Zwischen der West 34th Street und West 12th Street kannst du hier auf einem toll angelegten Weg spazieren und immer wieder schöne Blicke auf New York erhaschen. Das Besondere dabei: du läufst etwas erhöht (High Line) und erlebst die Stadt noch einmal ganz anders.

New York High Line Park

Zudem gibt es immer wieder Bänke, überall sind Wiesen und Blumenbeete angelegt und dadurch kannst du angenehme Pausen einlegen und das Treiben um dich herum beobachten. Die High Line war früher zum Warentransport genutzt worden aber mit Zunahme der Bürojobs und Abnahme von Produktionsgebäuden in Manhattan irgendwann überflüssig geworden. Wir finden, dass das wirklich eine einzigartig tolle Weise ist, diese Infrastruktur zu nutzen! Und anscheinend nicht nur wir, denn hier waren richtig viele Leute unterwegs.

Greenwich Village

Dieses Stadtviertel südlich vom Central Park beherbergt die New York University, viele Cafés und es spielen immer irgendwo Straßenmusiker. Die Atmosphäre ist total entspannt und auf einem Spaziergang durch das Village kannst du vieles entdecken.

Wir starteten unsere Tour im Washington Square Park, in dem an jeder Ecke Musiker für tolle Unterhaltung sorgen. Als wir durch die schönen Straßen von Greenwich Village schlenderten, entdeckten wir auch das Spiele-Café The Uncommons, das uns sofort überzeugte. Hier kann man für 5$ unbegrenzt Brettspiele spielen und die Auswahl im Café ist wirklich beeindruckend.

New York Greenwich Village The Uncommons

Wir kamen mit einem deutschen Mitarbeiter ins Gespräch, der uns erzählte, dass das Café richtig gut angenommen werde und für die Abende oft eine Warteliste geführt werde, weil der Andrang so groß sei. Daher sei eine Reservierung für den Abend für Gruppen ab 5 Leuten empfehlenswert. Und weil der Laden so gut läuft, wird ab September ein weiterer in der Upper West Side mit dem Namen Hex & Co eröffnet. Wir waren von dem Konzept sehr begeistert und hätten hier gerne eine Partie gespielt, aber New York wollte ja noch weiter erkundet werden.

See you, New York!

Auch wenn unsere Tage in New York gut gefüllt waren und wir einiges gesehen haben, so konnten wir umso mehr nicht sehen. Die Stadt und auch die Bezirke rund um Manhattan haben so viel zu bieten, dass wir sicher noch einmal wiederkommen und weitere Ecken erkunden werden.

Für Franzi war es ein Nach-Hause-Kommen nach 10 Jahren, für Matthias war es das erste Mal, dass er die Ostküste der USA besuchen würde. Für uns beide war es eine wirklich tolle Zeit in dieser vielfältigen und so schönen Stadt. In Boston haben wir uns (wieder) unheimlich wohl gefühlt und die Sommertage in vollen Zügen genossen.

Boston Blick von Cambridge

Unsere Unterkunft in Boston

.. war ein absoluter Glücksfall! Im Oktober letztes Jahr hatten wir in Nepal auf der Wanderung im Himalaya Deana und Michael kennengelernt und waren mit ihnen zusammen acht Tage lang den Annapurna Circuit gewandert. Zehn Monate später konnten wir nun bei ihnen übernachten und hatten die bequemste Unterkunft der gesamten Reise – und das zum Freundschaftspreis von einem Essen. Wir sind in South Boston untergekommen und waren innerhalb weniger Minuten mit der T direkt im Zentrum der Stadt.

Öffentliche Verkehrsmittel in Boston

Boston ist eine der wenigen Großstädte in den USA, die wirklich gut zu Fuß erkundet werden kann. Außerdem gibt es hier ein tolll ausgebautes Nahverkehrssystem – die sogenannte T. Auf fünf verschiedenen Linien wird man (zumeist unter der Erde) kreuz und quer durch die Stadt befördert. Das System ist einfach und praktisch. Eine Einzelfahrt kostet 2,75$ und ist beliebig lang. Wir haben uns ein 7-Tages-Ticket gekauft, das nur 21,25$ kostet und sich damit auch schon für vier oder fünf Tage lohnt. Zudem gilt das Ticket nicht nur für die T sondern auch alle Busse in der Stadt.

Wenn du (so wie wir) in Boston am Flughafen ankommst, kannst du kostenlos mit der Silver Line der T in die Stadt fahren. Die Busse haben extra Gepäckfächer für Koffer und Rucksäcke und sind eine tolle Möglichkeit, einen Haufen Geld für ein Taxi zu sparen.

Sightseeing Highlights in Boston

In unseren sechs Tagen in der Stadt waren wir oft von morgens bis abends unterwegs und haben bei Sonnenschein die vielen schönen Ecken der Stadt erkundet. Und dennoch hätten wir uns noch so viel mehr ansehen können.

Rundblick vom Prudential Center Skywalk

In der 50. Etage des Prudential Center befindet sich der Skywalk, der einen 360° Rundblick auf die Stadt bietet. Der Eintritt liegt für Erwachsene bei 19$ und beinhaltet einen Audio Guide, der einem erklärt, welche Gebäude man da um sich herum so sieht. Der Ausblick ist wirklich fantastisch und die Informationen dazu interessant. Wir finden, dass man dadurch einen tollen Überblick über die Stadt bekommt und können dir nur empfehlen, das zu Beginn deines Aufenthalts in Boston zu machen.

Boston Blick vom Prudential Center

Die nette Ticketverkäuferin gab uns auch den Tipp, dass wir am Abend mit dem gleichen Ticket noch einmal wiederkommen könnten um die beleuchtete Skyline zu sehen. Tipp: Das Ticket muss dafür einmal abgestempelt werden. Das haben wir direkt umgesetzt und sind kurz vor der letzten Fahrstuhlfahrt (21.30 Uhr) noch einmal in die Höhe gefahren um die beleuchtete Innenstadt Bostons zu sehen.

Boston Blick vom Prudential Center nachts

Eine Schifffahrt durch den Hafen Bostons

Mehrfach täglich legen am Long Wharf (beim Boston Aquarium) die Schiffe für die 90-minütige Hafenrundfahrt ab. Während der Fahrt bekamen wir viele interessante Details zur Stadt erzählt, konnten die kleinen Inseln im äußeren Hafen sehen und die Boston Skyline vom Wasser aus betrachten. Wir waren überrascht, wie gut uns diese Rundfahrt gefallen hat. Wir haben uns sehr spontan dazu entschieden (an einem sonnigen Sonntag) und es war kein Problem, bei Boston Harbor Cruises noch Tickets (29$ pro Person) zu bekommen.

Boston Skyline vom Schiff

Entspannung im Boston Common und Public Garden

Inmitten der Innenstadt erstreckt sich unendlich viel Grün im Boston Common. Bei schönem Wetter werden die Wiesen von Sonnenanbetern erobert, der große Spielplatz am Frog Pond von den Kindern gestürmt und das Wasser für eine kleine Abkühlung genutzt. Nebenbei laufen hier so viele Eichhörnchen rum, dass du Stunden damit verbringen kannst, die niedlichen Tierchen zu beobachten.

Boston Public Garden

Nur durch eine Straße vom Boston Common getrennt, liegt der Public Garden mit seinem See in der Mitte. Dieser wird von kleinen Booten befahren. Genauso schön ist es aber, sich am Ufer in die Wiese zu legen, den Enten und Gänsen zuzusehen, der Musik im Hintergrund zu lauschen und diese grüne Oase im Herzen Bostons zu genießen.

Wissenschaft zum Anfassen im Museum of Science

Am Charles River im Norden liegt eines der spannendsten Museen der Stadt. Das Museum of Science bietet für Kleine und Große ganz viel Interessantes und das auf eine so interaktive Art und Weise, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Überall wird man aufgefordert, kleine Experimente auszuprobieren und kann viele Naturphänomene hautnah erleben. Als Matthias dann noch die Dinosaurierknochen in Originalgröße entdeckte, war er vollends begeistert.

Boston Museum of Science Dinosaurier

Im Museum kannst du locker einen ganzen Tag verbringen, solltest aber mindestens zwei bis drei Stunden einplanen. Wir haben uns die Lightning Show im Electricity Theater angesehen, bei der live Blitze erzeugt werden und viel zur Elektrizität erzählt wird. Das war schon sehr beeindruckend!

Boston Museum of Science Lightning Show

In der Ausstellung zum menschlichen Körper kann man an zehn verschiedenen Stationen Informationen über sich selbst sammeln (z.B. Wie effektiv läufst du?), die man selbst am Computer einsehen kann. Wir fanden das sehr faszinierend und haben uns immer wieder in die Schlangen zwischen die Kinder gestellt. Das Museum of Science ist ein wirklich außergewöhnliches Museum, da jede Ausstellung dafür ausgelegt ist, den Besucher einzubeziehen. Den Eintritt von 25$ für einen Erwachsenen fanden wir völlig angemessen.

Im Fenway Park ein Baseballspiel der Red Sox schauen

Boston ist bekannt für seine Sportteams und in allen wichtigen Ligen vertreten. Der älteste Ballpark der USA liegt nur einen Katzensprung vom Zentrum entfernt und beherbergt die Spiele der Boston Red Sox. Im Stadion werden Fenway Franks (Hot Dogs), Pommes und jede Menge Bier verkauft. Das alles natürlich zu saftigen Preisen (Bier 10$). Die Stimmung im Stadion ist wirklich klasse und wird durch Aktionen wie ein Dance Off in der Spielpause und Ähnliches getragen. Da wird das Baseballspiel fast zur Nebensache ;) Wir konnten kurzfristig über stubhub noch Tickets für ein Spiel an einem Samstagabend bekommen, haben zwei Homeruns und einen Sieg der Red Sox gesehen. Perfekt gelaufen!

Boston Fenway Park

Im Boston Aquarium Pinguine, Fische und Seelöwen bestaunen

Im ehemals größten Fischtank der Welt tummeln sich so viele Meeresbewohner, dass wir ständig unsere Nase an der Scheibe platt drückten um auch nichts zu verpassen. Dort schwammen riesige Fische, Hammerhaie und große Schildkröten direkt neben uns vorbei. Der Tank ist in der Mitte des Aquariums platziert und Besucher können sich über vier Etagen ganz hoch arbeiten.

Boston Aquarium

Aber auch die anderen Aquarien und Ausstellungen bieten faszinierende Einblicke in die Unterwasserwelt. Es gibt sogar einen Octopus, ein Tier das wir bisher noch nie gesehen hatten. Matthias konnte nach seinen Tauchgängen in Nicaragua sogar einige Fische wiedererkennen. Es war aber auch ein bisschen schräg, die Tiere hier eingesperrt zu sehen, wo wir in Nicaragua eben bei unseren Tauch- und Schnorchelerlebnissen die Fische noch in ihrem eigentlichen Lebensraum betrachtet hatten. Wir haben entschieden, dass wir das deutlich lieber mögen. Dennoch ist das Boston Aquarium sehr sehenswert, wenn auch mit einem Eintrittspreis von 28$ für Erwachsene nicht günstig.

Quincy Market und Faneuil Hall

Auf diesem großen Marktplatz steppt der Bär… oder es tanzt die Hip Hop Truppe aus New York. Hier ist immer was los und die Menschen strömen nur so an einem vorbei. Der Quincy Market ist eine Art riesiger Foodcourt, in dem es alles nur Erdenkliche zu essen gibt. Wir haben uns hier an mehreren Tagen eine Clam Chowder geteilt, für die Boston berühmt ist. Dabei handelt es sich um eine Muschelsuppe, die am besten in der Brotschüssel (ein Brotlaib in Schüsselform) gegessen wird. Das ist echt lecker und macht richtig satt.

Boston Clam Chowder

Aber auch um den Quincy Market herum gibt es viele Läden, sodass die Gegend für einen Einkaufsbummel optimal ist. Am einen Ende steht mit der Faneuil Hall zudem auch ein wichtiges historisches Gebäude, das 1742 errichtet wurde. Dieses Marktgebäude wurde in den Jahren vor der Boston Tea Party für Protestaktionen und Zusammenkünfte genutzt.

MIT und Harvard

Auf der anderen Seite des Charles River befindet sich Cambridge mit den berühmten Universitäten Massachusetts Institute of Technology (MIT) und Harvard. Beide Unis haben zahlreiche Nobelpreisträger hervorgebracht, zählen zu den Elite-Unis der USA und sind weltweit bekannt. Wir schlenderten über den Campus vom MIT, waren architektonisch aber mehr von den Backsteingebäuden Harvards angetan.

Boston MIT

Noch einmal schwelgten wir in unserer Unizeit, dem Göttinger Campus, der Z-Mensa und den vielen damit verbundenen Erlebnissen. Ob die Studenten hier ein ähnliches Unileben führen?

Sonnen an der Esplanade

Das Ufer des Charles River auf der Höhe des Back Bay Viertels und des Boston Common wird Esplanade genannt. Hier sonnten wir uns auf einem Steg, genossen den Blick auf Cambridge und die Segelboote auf dem Fluss. Die Strecke ist beliebt bei Joggern und viele bringen ihre Hängematte mit und entspannen zwischen den Bäumen. So richtig voll wird es hier am 4. Juli, dem Nationalfeiertag, weil auf dem Fluss das große Feuerwerk zu sehen ist und in der Hatch Shell (einer Open Air Konzertmuschel) das Boston Pops Orchester spielt. Im Sommer gibt es hier viele Veranstaltungen und einige sogar kostenlos.

Boston Esplanade

Back Bay und Newbury Street

Eines der teuersten Wohnviertel in Boston ist das sogenannte Back Bay mit seinen Backsteinhäusern im viktorianischen Stil. Hier kannst du endlos durch die Straßen schlendern und findest an jeder Ecke ein neues Fotomotiv, das du unbedingt festhalten musst. Die bekannteste Straße in Back Bay ist die Newbury Street mit ihren schönen Boutiquen, edlen Restaurants und kleinen Läden zum Stöbern. Für unser Budget leider eine Ecke zu teuer, aber Gucken kostet ja nix.

Boston Back Bay Newbury Street

Den Harbor Walk entlang spazieren

Vorbei an Piers und immer den Bostoner Hafen im Blick liefen wir den Harbor Walk entlang. Insgesamt geht dieser über eine Strecke von 70 Kilometern bis hin zum Neponset River. Wir sind zur South Station gefahren und von dort den Weg bis zum Aquarium spaziert, das waren vermutlich eher ein bis zwei Kilometer ;) Die blauen Zeichen helfen zur Orientierung und zwischendurch stehen immer wieder Informationstafeln mit Hinweisen zur Geschichte des Hafens oder der Stadt. Ein toller Spaziergang!

Boston Harbor Walk

Financial District und Rose Kennedy Greenway

Häufig sind die Finanzviertel in Großstädten wenig anschauliche Betonansammlungen. Anders in Boston! Auch hier stehen viele Wolkenkratzer herum um die ganzen Büros zu beherbergen. Aber inmitten der Wolkenkratzer finden sich immer wieder schöne historische Gebäude und der Rose Kennedy Greenway. Dieser längliche Park führt einmal quer durch den Financial District und lädt zum Ausruhen auf der Wiese ein. Vor 15 Jahren ging an dieser Stelle noch ein riesiger, hässlicher Highway quer durch die Stadt. Im Rahmen eines finanziellen Mega-Projektes (The Big Dig) wurde der Highway unter die Erde verlegt und an seiner Stelle kannst du heute im Rose Kennedy Greenway entspannt durch Grün schlendern und die Blicke auf die Stadt genießen.

Boston Financial District Rose Kennedy Greenway

Der Freedom Trail

Während wir die ersten Tage oft eher ziellos durch Boston geschlendert waren, folgten wir an unserem letzten Tag dem sogenannten Freedom Trail. Dieser führt an 16 bedeutenden historischen Gebäuden und Plätzen vorbei und verbindet diese in Form einer roten Linie auf dem Boden. Während dieses ungefähr vier Kilometer langen Spaziergangs lernten wir einige historische Fakten zur Gründung der Vereinigten Staaten und der großen Bedeutung von Boston dabei.

Boston Common State House

Der Spaziergang selbst ist kostenlos und einige der Gebäude konnten wir ebenfalls kostenlos besichtigen. Es gibt aber auch Museen, in denen ein Eintritt zwischen 2 und 8$ fällig wird. Startpunkt des Freedom Trail ist der Boston Common, zu dem man am einfachsten mit der T kommt und an der Station Park Street aussteigt.

Geld sparen mit dem Boston City Pass

Reisen in den USA ist teuer und das vor allem, wenn du dir viel ansehen möchtest. In Boston kannst du mit dem Boston City Pass richtig Geld sparen. Als Erwachsener zahlst du 56$ und kannst vier Top-Sehenswürdigkeiten besichtigen, für die du sonst deutlich mehr Eintritt zahlen müsstest. Enthalten im Pass sind:

  • Eintritt für Prudential Center Skywalk (sonst 19$)
  • Eintritt für das Boston Aquarium (sonst 28$)
  • Eintritt für das Museum of Science (sonst 25$)
  • Boston Harbor Cruise (sonst 29$) ODER Harvard Museum of Natural History (sonst 12$)

Der Pass kann online gekauft werden, aber auch an jeder der Attraktionen, die im Pass enthalten sind. Ein weiterer Vorteil, der in der Hauptreisezeit nicht zu vernachlässigen ist: du brauchst nicht anzustehen. Entweder kannst du direkt das Ticket im City Pass verwenden oder es gibt eine extra (und deswegen extra kurze) Warteschlange für die Inhaber des Boston City Pass. Wir haben durch den City Pass jeder 45$ gespart. Der Pass ist an neun aufeinanderfolgenden Tagen gültig und bietet damit genügend Zeit, sich alles in Ruhe anzusehen.

So viel erlebt in Boston

Während wir sonst eher in gemütlichem Tempo reisen und am Tag vielleicht eine Aktivität unternehmen, haben wir in Boston genau das Gegenteil gemacht. Zu kostbar schien es uns, Zeit für Video schneiden, Blogbeitrag schreiben oder Reiseplanung zu vergeuden. Wir haben die Stadt von allen Ecken aus gesehen und auch Franzi hat noch mal viel Neues entdecken können. Allerdings waren wir am Ende der Woche dann auch ziemlich platt! Doch Ausruhen stand erst Mal noch nicht auf dem Plan, denn als nächstes haben wir New York City erobert!

Zum Abschluss unserer Zeit in Kolumbien verbrachten wir drei Tage in Cartagena, dem Ort, der vermutlich von den meisten Touristen hier besucht wird. Und wir können gut verstehen weshalb: das historische Zentrum mit seinen bunten Kolonialgebäuden ist ein absoluter Augenschmaus!

Cartagena Uhrenturm am Abend

Unsere Anreise von Palomino nach Cartagena

In Palomino liefen wir morgens zur Hauptstraße und konnten schon wenige Minuten später mit einem der Busse nach Santa Marta fahren. Für 9000 COP pro Person (2,50€) ging es zwei Stunden an Kolumbiens Küste entlang. In Santa Marta ließ uns der nette Fahrer beim Büro von Berlinas raus. Zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass wir hier in einem Transporter befördert würden. Für 40.000 COP (12€) buchten wir die vierstündige Fahrt, die letztendlich doch fünf dauerte. Im Transporter war deutlich weniger Platz zwischen den Sitzen, sodass wir eher eine normale Busfahrt bevorzugt hätten. Allerdings war es zumindest angenehm klimatisiert (nicht zu kalt) und wir wurden in Cartagenas historisches Zentrum gefahren. Der reguläre Busbahnhof liegt nämlich weit außerhalb der Innenstadt und erfordert eine 45-minütige Taxifahrt.

Unsere Unterkunft in Cartagena

Im Hotel La Magdalena* hatten wir uns für 25€ pro Nacht ein Doppelzimmer mit eigenem Bad gebucht. Das Hotel liegt im Viertel Getsemani, in dem es viele Restaurants und Bars gibt. Innerhalb von fünf Minuten erreicht man das historische Zentrum und somit war die Lage für uns perfekt. Das Zimmer war sehr schön gestaltet und hatten eine Klimaanlage. Ein Fenster gab es leider nur in den Flur hinein, ansonsten waren wir aber sehr zufrieden.

Cartagena Getsemani Gasse

Stadtbummel durch Cartagenas historisches Zentrum

Hauptattraktion in Kolumbiens größter Küstenstadt ist das historische Zentrum mit seinen zahlreichen Kolonialbauten in den schönsten Farben. Daher schlenderten wir hier durch die Straßen, von denen eine schöner war als die andere. Die tollen Kolonialhäuser tragen meistens Holzbalkone, von denen sich Grünpflanzen herunterrankeln und boten somit immer wieder schöne Fotomotive. Uns gefiel es sehr, einfach durch die Straßen zu bummeln und ohne festes Ziel die Stadt zu bewundern.

Cartagena Innenstadt mit Kolonialhäusern

Um das historische Zentrum steht noch ein Großteil der Stadtmauer, die über einen Zeitraum von 250 Jahren erbaut wurde um die Stadt vor Piraten und Plünderungen zu schützen. Heute kann man einen Teil der Mauer auch begehen und erhält von dort nicht nur schöne Blicke auf die historische Altstadt sondern auch auf die vielen Hochhäuser entlang der Küste.

Cartagena Stadtmauer mit Blick auf Hochhäuser

Schokoladenkurs im Museo de Choco

An unserem letzten Tag in Südamerika sollte es nun endlich soweit sein: wir würden selbst Schokolade zubereiten! So oft hatten wir vorher schon überlegt, einen solchen Kurs zu machen und immer hatte uns der relativ hohe Preis abgeschreckt. Hier in Cartagena ist der Preis mit 75.000 COP (21€) pro Person nicht günstiger als in Bolivien, Peru oder Nicaragua. Wir wollten den Kurs einfach noch machen bevor wir Südamerika verlassen.

Schon am Vortag waren wir ausführlich von der supernetten Angestellten zu den verschiedenen Schokoladensorten beraten worden, hatten Schokoladentee und -likör probieren können und einen Einblick in die Herstellung bekommen. Matthias als absoluter Schokoladenfan hatte sich also bereits durch das halbe Sortiment probiert ;)

Cartagena Schokoladenkurs Kakaobohnen

Luis, unser Lehrer für die nächsten Stunden, erzählte uns zunächst etwas über die Geschichte vom Kakao und dem richtigen Anbau, der Ernte und dem Prozess bis zur gerösteten Kakaobohne. Da die Maya als erste ein Getränk aus den Kakaobohnen zauberten, schloss sich hier für uns der Kreis. In Mexiko hatten wir ja viel über die Maya gelernt und nun konnten wir unser Wissen darüber in Cartagena noch einmal nutzen.

Kakaotee und Maya-Schokolade

Nach der Theorie ging es über zur Praxis und wir rösteten Kakaobohnen um sie dann besser schälen zu können. Die Schalen gossen wir mit Wasser auf und hatten so einen intensiven Kakaotee erhalten. Sehr lecker! Die Kakaobohnen zermalmten und mahlten wir zu einem Pulver und schließlich einer Paste. Angereichert mit Wasser, Chili, Maispulver, roten Beeren und Honig ergab dies die Maya-Schokolade, die wohl schon von den Maya zu wichtigen Ritualen und Zeremonien getrunken wurde.

Cartagena Schokoladenkurs Maya Schokolade

Den Rest unserer selbst hergestellten Kakaopaste vermischten wir mit Milch, Nelken, Zimt und Anis und konnten dann eine leckere Schokolade Conquisador nach dem Rezept der spanischen Eroberer trinken, die uns noch besser gefiel.

Cartagena Schokoladenkurs Franzi probiert

Für die Herstellung unserer eigenen Schokoladenriegel bekamen wir schon fertige, flüssige Schokolade, weil wir das so klümpchenfrei mit der Hand nicht hinbekommen hätten. Wir füllten unsere kleinen Pralinen mit vielen unterschiedlichen Zutaten und waren nach zwei Stunden restlos begeistert. Dieser Kurs hatte uns richtig viel Spaß gemacht und einen wirklich tollen Einblick in die Herstellung von Schokolade gegeben.

Gesundes Essen in Cartagena

Da wir inzwischen Reis in Kombination mit Kochbananen und einer Fleischbeilage nicht mehr sehen konnten, weil wir das seit sieben Monaten essen, nahmen wir dankbar das vielfältige Restaurantangebot in Cartagena wahr. Die Preise waren hier allerdings auch die höchsten die wir auf unserer bisherigen Reise durch Kolumbien für Essen bezahlt haben.

Frühstück im Beyu

Dieses kleine Café in Getsemani bietet wohl sensationellen Kaffee an. Wir als Nicht-Kaffee-Trinker kamen allerdings wegen des Frühstücks und hatten hier ein fluffiges grünes Omelette und eine Acai-Bowl mit Früchten. Beides schmeckte hervorragend!

Cartagena Beyu Cafe Frühstück

Fisch und Grünes im Pezetarian

Diese stylishe Lokal hat eine tolle Auswahl an Salaten, Wokgerichten, Sushi, Suppen und Ceviches. Wir probierten uns quer durch die Speisekarte und fanden alles toll gewürzt und sehr lecker! Einzig der Temperaturunterschied zur Außentemperatur ließ uns erschaudern. Schwitzten wir vor der Tür noch bei schwülen 30°C, so klapperten uns hier drin bei gefühlten 10°C die Zähne.

Cartagena Pezetarian Essen

Günstige Pasta im Pavia Restaurant

Durch Zufall sind wir am ersten Abend im gemütlichen Innenhof dieses kleinen Restaurants gelandet, das Pasta und Pizza anbietet. Für 14.000 bis 20.000 COP (4-6€) bekommt man hier leckere Pastagerichte zu fairen Preisen. Außerdem haben wir hier die günstigsten Bierpreise in ganz Kolumbien gefunden: ein Anguilla kostete nur 3000 COP, was nicht einmal ein €uro ist. Das kleine Restaurant liegt in Getsemani und teilt sich den Eingang mit dem Café Beyu.

Fantastisches Eis in der Gelateria Tramonti

Weil Freunde von uns auf ihrer Weltreise ebenfalls Cartagena besucht und das Eis als das beste der Reise bezeichnet hatten, machten wir uns auf die Suche nach der Gelateria Tramonti. In Deutschland vergeht für uns im Sommer kaum ein Tag ohne Eis, wohingegen wir auf unserer Reise die Versuche, ein gutes Eis zu finden, nach und nach eingestellt haben. Zu oft waren wir enttäuscht worden. Doch auf den Geschmack von Kathrin und Julian ist Verlass! Der charmante italienische Eisverkäufer ließ uns zunächst einige Sorten probieren und es fiel uns sehr schwer, unsere Auswahl zu treffen. Die Eissorten waren derart gut, dass wir am nächsten Tag weiter probierten. Unsere Favoriten: Mojito und Ananas mit Basilikum!

Entspanntes Ende unserer Zeit in Kolumbien und Südamerika

Nach drei Wochen endete unsere Reise durch Kolumbien in Cartagena. Die Zeit war richtig schnell vergangen, weil wir hier so vieles erlebt hatten. Das Land und vor allem seine Bewohner haben uns wirklich gut gefallen und wir haben festgestellt, dass man hier noch deutlich mehr Zeit verbringen kann. Nach insgesamt sieben Monaten in Mittel- und Südamerika ist es für uns aber in Ordnung Adios und Hasta Luego (Bis bald) zu sagen, um weitere schöne Flecken zu erkunden.

Von Peru aus ging es für uns weiter in das Land, das uns vermutlich am häufigsten von anderen Reisenden empfohlen wurde: Kolumbien. Zwei Nächte verbrachten wir in Bogotá und erhielten hier einen ersten Einblick in die Kultur.

Bogotá Straße in der Innenstadt

Vom Flughafen in die Innenstadt

Da wir erst am späten Abend in Bogotá ankamen, verzichteten wir hier auf die öffentlichen Verkehrsmittel und nahmen ein Taxi in die Innenstadt ins historische Viertel La Candelaria. Wir zahlten dafür 30.000 kolumbianische Pesos (COP), was ungefähr 8,50€ sind. Für die 30-minütige Fahrt fanden wir das in Ordnung und wurden direkt vor der Haustür unserer Unterkunft abgesetzt.

Unsere Unterkunft in Bogotá

Aufgrund unseres kurzen Aufenthaltes in der Stadt, wollten wir möglichst zentral wohnen und fanden mit dem Sweet Dreams Candelaria Magica* ein super Zimmer. Für 27€ pro Nacht wohnten wir in einem tollen Hinterhof mit vielen bunten Kolonialgebäuden und hatten unser eigenes Bad im Zimmer. Die Vermieter kümmerten sich nett um uns und bereiteten uns am Morgen ein leckeres Frühstück auf ihrer Terrasse zu.  Zu den Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt war es nur ein Katzensprung und damit für uns perfekt.

Bogotá Frühstück

Goldige Zeiten im Museo del Oro

Obwohl wir sonst ja nicht so die Museumsgänger sind, wollten wir uns das bekannteste Museum Kolumbiens nicht entgehen lassen. Für einen sehr humanen Eintrittspreis von 4000 COP (1,10€) bekamen wir auf zwei Etagen die umfangreichste Goldsammlung Südamerikas zu sehen und waren schwer beeindruckt. Die künstlerische Verarbeitung, feinen Verzierungen und die spirituelle Bedeutung dahinter konnten uns wirklich begeistern.

Bogotá Goldmuseum

Mittagspause im Capital Cafe & Cocina

Nach der ersten Portion Kultur gingen wir ins hochgelobte Capital Café & Cocina, um dort ein Menu del Dia zu essen. Für 21000 COP (6€) bekamen wir eine leckere Suppe als Vorspeise, einen kleinen Salat, Rinderbraten und Yucca (eine Art Kartoffel) und sogar noch einen kleinen Cheesecake als Dessert. Alles schmeckte hervorragend und wurde von einem sehr freundlichen Service gebracht. Dieses Café können wir uneingeschränkt empfehlen.

Bogotá Menu del Dia

Noch mehr Kunst am Nachmittag

Für den Nachmittag hatten wir uns das Museo Botero auf den Plan geschrieben. Hier sind die Gemälde und Skulpturen von Fernando Botero ausgestellt, einem der wichtigsten Künstler Lateinamerikas. Wir hatten vorher noch nie von ihm gehört, hatten aber gelesen, dass er ein Faible für Dicke hat. Und das hörte sich spannend an ;)

Bogotá Skulptur Botero

So stöberten wir durch die Gemälde von dicken Menschen, dicken Skulpturen und dickem Obst. Nebenbei gab es auch Gemälde von anderen weltbekannten Künstlern wie Picasso, Salvador Dali oder Marc Chagall zu bestaunen, die Botero aus seiner eigenen Sammlung stiftete. Das Museum hat zudem einen wunderschönen Innenhof und ein Besuch ist kostenlos. Wir fanden die Bilder und Skulpturen sehr sehenswert und sind froh, den bedeutendsten bildenden Künstler Lateinamerikas (laut Wikipedia) nun einordnen zu können.

Bogotá Botero Museum Gemälde

Kolumbien, wir sind gespannt auf dich

Unser erster Eindruck von Kolumbien ist bisher sehr positiv. Die Menschen erscheinen uns superfreundlich und immer werden wir mit einem Lächeln begrüßt. Dazu sind sie total hilfsbereit und interessiert daran, wer da vor ihnen steht. Wir freuen uns darauf, noch mehr vom Land zu sehen und vor allem auch von der Landschaft.

In drei Tagen haben wir uns die größte Stadt Boliviens und höchste Hauptstadt der Welt angesehen und festgestellt: sie ist lange nicht so schön wie Sucre, hat aber tolle Ecken und einen unglaublichen Reiz durch ihre schiere Größe. In unserem Beitrag beschreiben wir dir einen schönen Spaziergang, wo du den besten Ausblick auf die Stadt hast und das beste Essen findest.

Anfahrt von Sucre nach La Paz

Von Sucre aus gibt es nur die Möglichkeit, mit einem Nachtbus nach La Paz zu gelangen. Unsere Spanischschule empfahl uns das Busunternehmen El Dorado, welches in Bolivien das beste sein soll. Hier kostet eine Nachtfahrt 180 Bolivianos (23,50€) pro Person. Da deren Büro am Busbahnhof noch geschlossen war, erstanden wir unsere Bustickets bei Trans Copacabana. Wir zahlten pro Person 120 Bolivianos (15,70€) und nahmen am Abend in sehr breiten, bequemen Sitzen platz, die sich bis auf 150° verstellen ließen. Anfangs waren es noch angenehme 20°C im Bus, im Laufe der Nacht kühlte es sich dann aber auf empfindliche 10° herunter. Also lieber in paar Schichten mehr anziehen oder wie die Bolivianer dicke Decken mitbringen. Nach 12 Stunden erreichten wir schlaftrunken schließlich La Paz.

Unsere Unterkunft in La Paz

Mitten im Zentrum gelegen, hatten wir das Vintage York B&B* über booking.com* gebucht. Unser Doppelzimmer mit eigenem Bad lag im hinteren Teil des Hostels, sodass wir trotz der zentralen Lage nichts vom Lärm mitbekamen. Unser Bad lag neben unserem Zimmer und so mussten wir für jeden Toilettengang durch das Gemeinschaftszimmer. Für 21€ pro Nacht schliefen wir in einem sehr bequemen Bett und können das Hostel empfehlen.

Frühstück im Café del Mundo

Bolivien La Paz Café del Mundo

Fast jeder Tag begann für uns im urgemütlichen Café del Mundo. Auf drei Etagen kann man sich hier in bequeme Sessel, Sofaecken oder auf Stühle flezen und dabei die tollsten Leckereien essen. Wir probierten das Porridge, Omelette und die Smoothie Bowl zum Frühstück. Alles schmeckte hervorragend! Das Café wurde von einer Schwedin aufgebaut und ist voll auf die Gelüste und Wünsche von Reisenden eingestellt. Mal stöberten wir in einem Bildband durch weltweite Reiseziele, mal nutzten wir das Internet für die Planung unserer Tage in La Paz. Hier bleiben keine Wünsche offen!

Bolivien La Paz Café del Mundo Essen

Ein Spaziergang durch La Paz

An unserem zweiten Tag in La Paz schlenderten wir durch die zahlreichen Straßen und sahen uns einige der wichtigsten Plätze und Gebäude an. Von der Iglesia San Francisco aus ging es durch den riesigen Markt auf zum Plaza Domingo Murillo, dem Hauptplatz von La Paz. Er wird von wunderschönen Gebäuden flankiert, die wiederum eingebaut sind durch weniger schöne. Wir setzten uns eine ganze Weile auf die Treppen vor dem Platz, betrachteten den Regierungssitz, den Präsidentenpalast und vor allem das Treiben drumherum. Es war Sonntag und viele Familien waren mit ihren Kindern unterwegs.

Bolivien La Paz Regierungssitz

Zahlenmäßig waren wir Menschen den Tauben aber hoffnungslos unterlegen, denn davon gab es bestimmt dreihundert auf dem Platz. Für nur 2 Bolivianos konnte man Futter erstehen und so wurden die Vögel von vielen Kindern gefüttert. Wir genossen die entspannte Atmosphäre auf dem Plaza Domingo Murillo bevor wir unseren Spaziergang fortsetzten.

Bolivien La Paz Plaza Domingo Murillo

Immer weiter bergauf führte unser Weg bis wir schließlich mit Schnappatmung und roten Köpfen am Mirador (Aussichtspunkt) Kili Kili ankamen. Von hier aus bot sich uns ein super Blick auf La Paz – sowohl die Innenstadt mit ihren vielen Hochhäusern als auch die vollständig bebauten Berghänge drumherum.

Bolivien La Paz Mirador Kili Kili

Vom Aussichtspunkt ging es schließlich zum großen Park in La Paz, dem Parque Urbano Central. Die Grünfläche war jedoch von vielen geteerten Straßen durchzogen und entsprach irgendwie nicht so unserer Vorstellung eines großen Parks, sodass wir hier nicht lange verweilten.

Bolivien La Paz Parque Urbano Central

Über den Prado (die große Hauptstraße in Downtown La Paz) führte unser Weg schließlich wieder zurück zur Iglesia San Francisco. Wir waren ungefähr vier Stunden unterwegs und vom ständigen Auf- und Ablaufen ziemlich geschafft danach.

Teleferico: Mit der Skigondel über La Paz fliegen

Da La Paz an verschiedenen Bergen und Hügeln liegt, die Stadt aus allen Nähten platzt und der Verkehr die Innenstadt fast lahmlegt, musste eine Lösung für den öffentlichen Verkehr her. U-Bahn wird schwierig bei so viel Höhenmetern Unterschied und für S-Bahn oder ähnliches ist die Stadt viel zu stark zugebaut. Also: Gondelbahn! Auf inzwischen sechs Linien kann man bequem über La Paz schweben und sich viel Gehupe und Stau ersparen. Und das in guten Doppelmayr-Gondeln, da haben wir sofort Bock auf Skiurlaub bekommen.

Bolivien La Paz Blick aus Gondel

Wir wollten eigentlich mit der roten Linie nach El Alto fahren, einem Stadtteil, der 400 Meter höher liegt als die Innenstadt. Allerdings war genau diese Linie zur Zeit unseres Besuchs in Wartung. So fuhren wir mit dem Minibus zur Plaza España, um von dort mit der gelben Linie nach El Alto zu fahren. Eine Einzelfahrt kostet nur 3 Bolivianos (40 Cent) und bietet einen super Ausblick über die Stadt.

Bolivien La Paz Blick auf Vulkan

Oben angekommen, fuhren wir noch einmal 7 Stockwerke hinauf um im Restaurant Mirador die untergehende Sonne und den Blick auf ganz La Paz mit seinen unglaublichen Ausmaßen zu bekommen. Die Preise für Wasser, Tee und Cola waren total angemessen und es wurde uns sogar ein Heizstrahler hingestellt. Spartipp: Wer sich das Geld sparen möchte, kann einfach in der Gondelstation zum Laden von Pollo Copacabana gehen und hat von dort ebenfalls einen tollen Ausblick auf die Stadt!

Bolivien La Paz Nachtblick von El Alto

Da die Orte entlang der gelben Linie auch abends problemlos aufgesucht werden können, können wir diese Gondelfahrt zur Abendzeit echt empfehlen! Am besten im Hellen hochfahren um die Stadt noch gut bestaunen zu können und dann oben den Sonnenuntergang schauen und in die beleuchtete Stadt wieder runterfahren. Der Blick ist unbezahlbar!

Museo de Instrumentos Musicales

Eine sehr schöne Ecke in La Paz ist die Fußgängerzone bei der Calle Indaburo, in der sich zahlreiche Museen befinden. Wir haben uns das Instrumentenmuseum angesehen und fanden, dass wir hier für nur 5 Bolivianos Eintritt (60 Cent) wirklich viel geboten bekamen. Auf zwei Etagen waren die Musikinstrumente der damaligen und heutigen Zeit ausgestellt. Sobald wir einen Raum betraten, begann im Hintergrund Musik zu spielen, um zu demonstrieren, wie sich die ausgestellten Instrumente anhörten.

Bolivien La Paz Museum Musikinstrumente

Das Beste aber war, dass wir viele Instrumente selbst ausprobieren konnten! So spielten wir auf verschiedenen Wanqaras (Trommeln), klimperten auf einem alten Klavier und trommelten auf einem Schildkrötenpanzer herum. Es machte sehr viel Spaß und war mal ein anderer Ansatz, etwas über die Geschichte eines Landes zu lernen, der uns sehr gut gefiel.

Bolivien La Paz Museum zum Anfassen

Am ausgefallensten fanden wir übrigens die Gitarren, die aus Gürteltierkörpern hergestellt wurden. Eine hatte sogar noch die Haare dran!!

Unsere Essenstipps für La Paz

Da unser Hostel so schön zentral lag, war es nie weit bis zum nächsten Café oder Restaurant, das super Essen für wenig Geld bot. Eine tolle vegane Option ist das Café Vida, welches sich etwas versteckt in einem Hinterhof in der Calle Sagarnaga befindet. Hier haben wir die Hippie Bowl probiert, die aus schwarzem Reis, rote Beete, Avocado und vielen weiteren leckeren Gemüsesorten bestand. Die Karte bot zahlreiche Smoothie- und Veggiebowls, Salate und jeden Tag eine Suppe mit selbstgebackenem Brot.

Bolivien La Paz veganes Essen

Direkt darunter befindet sich das iCrepe, in dem man herzhafte und süße Crêpes in zwei Größen bekommt. Wir haben uns einen bretonischen Crêpe und einen mit kandierten Äpfeln und Mandeln geteilt. Beide waren super!

Für die Fleischesser unter euch können wir The Steakhouse empfehlen. Für 100 Bolivianos (13€) gibt es hier ein Salatbuffet und ein 300g Steak mit Sauce nach Wahl. Als wir hier waren, bekamen wir aufgrund einer aktuellen Aktion sogar noch ein Glas Rotwein dazu. Matthias hat sich das Jack Daniels Steak bestellt, welches in der Pfanne serviert und vor ihm flambiert wurde. Das war nicht nur ein beeindruckendes Spektakel, es hat auch sehr gut geschmeckt.

Bolivien La Paz Steak

Nach drei Tagen hatten wir dann genug vom Großstadtrummel und verließen La Paz mit der Aussicht auf entspannte Tage in der Natur. Wohin es uns verschlagen hat, verraten wir dir im nächsten Beitrag.

Spontan, ungeplant und freiwillig haben wir zwei Wochen in Sucre, der konstitutionellen Hauptstadt Boliviens, verbracht. Und obwohl wir ja eigentlich nicht so die Städtefans auf Reisen sind, haben wir uns hier total wohl gefühlt! Die schönste Stadt Boliviens hat uns viel geboten und wieder etwas Ruhe in den Reisealltag gebracht.

Unsere Unterkunft in Sucre

… war einer der Gründe, hier mehr Zeit zu verbringen! Wir hatten über AirBnB eine Wohnung gefunden, in der zwei Zimmer vermietet wurden. Wir hatten ein großzügiges Schlafzimmer mit eigenem Bad und durchgängig heißem Wasser. In der großen, gut ausgestatteten Küche haben wir immer mal wieder gekocht und im großen Wohnzimmer gelesen oder Serien geguckt. Über AirBnB haben wir 18€ pro Nacht bezahlt, als wir privat verlängert haben, waren es sogar nur noch 14€ pro Nacht (zusammen!). So hatten wir hier eine gemütliche Bleibe zum absoluten Schnäppchenpreis!

Aprendemos español

Nachdem wir uns die letzten zwei bis drei Monate wacker mit unserem Survivalspanisch durch die verschiedensten Länder in Mittel- und Südamerika durchgewurschtelt hatten, wollten wir nun mehr. Wir wollten mit den Leuten reden können, sie verstehen und richtige Gespräche führen, in denen wir nicht nur Wortfetzen aufschnappen. In Sucre gibt es zahlreiche Spanischschulen und der Einzelunterricht ist hier sehr erschwinglich (6€ für 60 Minuten)!

Wir entschieden uns, beide Einzelunterricht zu nehmen, um so am meisten zu profitieren. Da uns das Konzept der Schule und die Lehrerinnen gut gefielen, verlängerten wir schließlich auf zwei Wochen. Täglich redeten wir uns drei Stunden lang auf Spanisch den Mund fusselig. Wir haben wirklich gut profitieren können und unser Spanisch beide ordentlich verbessert. Wir sind vom Survivalspanisch zum Konversationsspanisch aufgestiegen :)

Kultur und Geschichte in Sucre

In Bolivien gibt es wohl keine geschichtsträchtigere Stadt als Sucre, die als Geburtsort des Landes gilt. Um mehr darüber zu lernen, nahmen wir an einer spanischsprachigen Führung in der Casa de la Libertad teil. Hier wurde 1825 die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben. Der sehr engagierte Guide erzählte von den Kriegen, die der Unabhängigkeit vorausgegangen waren und folgten, den wichtigen Führungspersönlichkeiten und zeigte uns verborgene Schätze in den Räumen des Museums. Wir verstanden ungefähr 50% des Gesagten und waren damit mehr als zufrieden. Fun Fact: Hier in Sucre gab es die erste Psychiatrie Boliviens!

Bolivien Sucre Museum

Neben der geschichtlichen Bedeutung innerhalb Boliviens hat Sucre aber vor allem eins zu bieten: wunderschöne koloniale Architektur. In der ganzen Stadt kann man weiße Kirchen, Klöster und andere bedeutende Gebäude bewundern.

Bolivien Sucre Convente San Felipe

In den Convente de San Felipe de Neri, ein ehemaliges Kloster, kann man sogar hineingehen – sofern man denn den Eingang findet! Der liegt nämlich etwas versteckt daneben und ist leicht zu übersehen. Für 15 Bolivianos (2€) konnten wir uns das Kloster und die Kirche anschauen. Das Beste aber war der Blick von den Dächern bzw. Türmen des Klosters. Von hier konnten wir die dicht bebaute Innenstadt mit den vielen Kirchtürmen toll sehen.

Bolivien Sucre Blick auf die Stadt vom Konvente

Ein weiterer wirklich schöner Aussichtspunkt auf die Stadt ist das Kloster Recoleta, das etwas oberhalb liegt. Über enge Gassen gelangten wir auf den großen Kirchplatz und konnten durch die Rundbögen die von den umliegenden Bergen eingerahmte Stadt betrachten.

Bolivien Sucre Recoleta Blick auf Stadt

Günstiges Schlemmen in Sucre

Die von uns am häufigsten besuchte Sehenswürdigkeit Sucres war vermutlich ihr Mercado (Markt) mit seinem riesigen Angebot an frischem Gemüse, Obst, Eiern und Fleisch. Von letzterem hielten wir uns allerdings fern, um unsere Gesundheit nicht zu gefährden. Aber die riesigen, köstlichen Mangos, Avocados, Äpfel, Bananen und Kakis landeten regelmäßig in unseren Rucksäcken.

Bolivien Sucre Markt

Da Essen gehen in Bolivien recht günstig ist, probierten wir auch viele Restaurants und Cafés aus. Einige Male ließen wir uns das Menú del Dia (Tagesmenü) im La Vieja Bodega schmecken. Für nicht mal 4€ bekamen wir hier eine Suppe, Hauptspeise, Dessert und Saft. Vom Menú del Dia im Chifa Thai Restaurant waren wir total begeistert! Hier gab es für nur 3€ eine Suppe, Hauptgericht und Nachtisch und wir konnten aus fünf bis sechs asiatischen Hauptgerichten wählen, die wirklich gut waren. Aber auch das Abis Café und das Metro Café, die beide am Hauptplatz liegen, haben uns mit leckeren Gerichten überzeugen können.

Salsa, Bachata und ein Mojito zu viel

Eine weitere Entdeckung war das Kulturcafé Berlin, in dem wir Jägerschnitzel mit Spätzle (war wider Erwarten ziemlich gut) und Bratwurst mit Kartoffelbrei (war wie erwartet eher mau) probierten. Dieses Restaurant gehört zu einem Hostel, das wirklich günstige Betten in Schlafsälen bietet und echt toll aussah!

Bolivien Sucre Café Kultur Berlin

Mittwochs wird hier immer eine kostenlose Salsastunde angeboten, die ungefähr gegen 9 Uhr beginnt. Wir haben die Zeit davor mit Happy Hour Mojitos verbracht und wenn wir ehrlich sind: die danach auch :D Zu den uns inzwischen gut bekannten lateinamerikanischen Reggatonliedern haben wir einige Stunden unsere Hüften geschwungen, den Tanz Bachata gelernt und sehr viel Spaß gehabt. So toll der Abend und die Nacht waren, so hart war der nächste Morgen. War vermutlich ein Mojito zu viel.. oder zwei.

Nach zwei sehr schönen Wochen verlassen wir nun Sucre und fahren weiter zur nächsten Hauptstadt Boliviens nach La Paz. Wir sind gespannt, was uns dort erwartet und haben schon das nächste Abenteuer in Planung.