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Spontan, ungeplant und freiwillig haben wir zwei Wochen in Sucre, der konstitutionellen Hauptstadt Boliviens, verbracht. Und obwohl wir ja eigentlich nicht so die Städtefans auf Reisen sind, haben wir uns hier total wohl gefühlt! Die schönste Stadt Boliviens hat uns viel geboten und wieder etwas Ruhe in den Reisealltag gebracht.

Unsere Unterkunft in Sucre

… war einer der Gründe, hier mehr Zeit zu verbringen! Wir hatten über AirBnB eine Wohnung gefunden, in der zwei Zimmer vermietet wurden. Wir hatten ein großzügiges Schlafzimmer mit eigenem Bad und durchgängig heißem Wasser. In der großen, gut ausgestatteten Küche haben wir immer mal wieder gekocht und im großen Wohnzimmer gelesen oder Serien geguckt. Über AirBnB haben wir 18€ pro Nacht bezahlt, als wir privat verlängert haben, waren es sogar nur noch 14€ pro Nacht (zusammen!). So hatten wir hier eine gemütliche Bleibe zum absoluten Schnäppchenpreis!

Aprendemos español

Nachdem wir uns die letzten zwei bis drei Monate wacker mit unserem Survivalspanisch durch die verschiedensten Länder in Mittel- und Südamerika durchgewurschtelt hatten, wollten wir nun mehr. Wir wollten mit den Leuten reden können, sie verstehen und richtige Gespräche führen, in denen wir nicht nur Wortfetzen aufschnappen. In Sucre gibt es zahlreiche Spanischschulen und der Einzelunterricht ist hier sehr erschwinglich (6€ für 60 Minuten)!

Wir entschieden uns, beide Einzelunterricht zu nehmen, um so am meisten zu profitieren. Da uns das Konzept der Schule und die Lehrerinnen gut gefielen, verlängerten wir schließlich auf zwei Wochen. Täglich redeten wir uns drei Stunden lang auf Spanisch den Mund fusselig. Wir haben wirklich gut profitieren können und unser Spanisch beide ordentlich verbessert. Wir sind vom Survivalspanisch zum Konversationsspanisch aufgestiegen :)

Kultur und Geschichte in Sucre

In Bolivien gibt es wohl keine geschichtsträchtigere Stadt als Sucre, die als Geburtsort des Landes gilt. Um mehr darüber zu lernen, nahmen wir an einer spanischsprachigen Führung in der Casa de la Libertad teil. Hier wurde 1825 die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben. Der sehr engagierte Guide erzählte von den Kriegen, die der Unabhängigkeit vorausgegangen waren und folgten, den wichtigen Führungspersönlichkeiten und zeigte uns verborgene Schätze in den Räumen des Museums. Wir verstanden ungefähr 50% des Gesagten und waren damit mehr als zufrieden. Fun Fact: Hier in Sucre gab es die erste Psychiatrie Boliviens!

Bolivien Sucre Museum

Neben der geschichtlichen Bedeutung innerhalb Boliviens hat Sucre aber vor allem eins zu bieten: wunderschöne koloniale Architektur. In der ganzen Stadt kann man weiße Kirchen, Klöster und andere bedeutende Gebäude bewundern.

Bolivien Sucre Convente San Felipe

In den Convente de San Felipe de Neri, ein ehemaliges Kloster, kann man sogar hineingehen – sofern man denn den Eingang findet! Der liegt nämlich etwas versteckt daneben und ist leicht zu übersehen. Für 15 Bolivianos (2€) konnten wir uns das Kloster und die Kirche anschauen. Das Beste aber war der Blick von den Dächern bzw. Türmen des Klosters. Von hier konnten wir die dicht bebaute Innenstadt mit den vielen Kirchtürmen toll sehen.

Bolivien Sucre Blick auf die Stadt vom Konvente

Ein weiterer wirklich schöner Aussichtspunkt auf die Stadt ist das Kloster Recoleta, das etwas oberhalb liegt. Über enge Gassen gelangten wir auf den großen Kirchplatz und konnten durch die Rundbögen die von den umliegenden Bergen eingerahmte Stadt betrachten.

Bolivien Sucre Recoleta Blick auf Stadt

Günstiges Schlemmen in Sucre

Die von uns am häufigsten besuchte Sehenswürdigkeit Sucres war vermutlich ihr Mercado (Markt) mit seinem riesigen Angebot an frischem Gemüse, Obst, Eiern und Fleisch. Von letzterem hielten wir uns allerdings fern, um unsere Gesundheit nicht zu gefährden. Aber die riesigen, köstlichen Mangos, Avocados, Äpfel, Bananen und Kakis landeten regelmäßig in unseren Rucksäcken.

Bolivien Sucre Markt

Da Essen gehen in Bolivien recht günstig ist, probierten wir auch viele Restaurants und Cafés aus. Einige Male ließen wir uns das Menú del Dia (Tagesmenü) im La Vieja Bodega schmecken. Für nicht mal 4€ bekamen wir hier eine Suppe, Hauptspeise, Dessert und Saft. Vom Menú del Dia im Chifa Thai Restaurant waren wir total begeistert! Hier gab es für nur 3€ eine Suppe, Hauptgericht und Nachtisch und wir konnten aus fünf bis sechs asiatischen Hauptgerichten wählen, die wirklich gut waren. Aber auch das Abis Café und das Metro Café, die beide am Hauptplatz liegen, haben uns mit leckeren Gerichten überzeugen können.

Salsa, Bachata und ein Mojito zu viel

Eine weitere Entdeckung war das Kulturcafé Berlin, in dem wir Jägerschnitzel mit Spätzle (war wider Erwarten ziemlich gut) und Bratwurst mit Kartoffelbrei (war wie erwartet eher mau) probierten. Dieses Restaurant gehört zu einem Hostel, das wirklich günstige Betten in Schlafsälen bietet und echt toll aussah!

Bolivien Sucre Café Kultur Berlin

Mittwochs wird hier immer eine kostenlose Salsastunde angeboten, die ungefähr gegen 9 Uhr beginnt. Wir haben die Zeit davor mit Happy Hour Mojitos verbracht und wenn wir ehrlich sind: die danach auch :D Zu den uns inzwischen gut bekannten lateinamerikanischen Reggatonliedern haben wir einige Stunden unsere Hüften geschwungen, den Tanz Bachata gelernt und sehr viel Spaß gehabt. So toll der Abend und die Nacht waren, so hart war der nächste Morgen. War vermutlich ein Mojito zu viel.. oder zwei.

Nach zwei sehr schönen Wochen verlassen wir nun Sucre und fahren weiter zur nächsten Hauptstadt Boliviens nach La Paz. Wir sind gespannt, was uns dort erwartet und haben schon das nächste Abenteuer in Planung.

Als wir im Januar nach Mexiko flogen, hatten wir bis auf die ersten Nächte kaum Pläne. Aber eines stand von vornherein fest: wir würden im Februar zwei Wochen an der Pazifikküste verbringen, um in Puerto Escondido Surfen und Spanisch zu lernen. In dem kleinen Ort am Meer haben wir uns richtig wohl gefühlt und es sehr genossen, mal wieder ein wenig Alltag zu haben – auch wenn der sich grundlegend von unserem früheren Alltag in Deutschland unterschied ;)

6 Uhr klingelt der Wecker zum Surfen

Das war dann doch ganz schön ungewohnt und – wir wollen ja ehrlich sein – hat uns auch am letzten Tag noch Überwindung gekostet. Im Halbschlaf schmierten wir uns die Sonnencreme (Lichtschutzfaktor 50 selbstverständlich) ins Gesicht und schlüpften in unsere Badesachen hinein. Die Sonne war noch nicht aufgegangen und wir liefen im Dunkeln die Straßen zur Surfschule entlang. Dort trafen wir die anderen Surfschüler und unseren immer gut gelaunten Surflehrer Alex. Alex sprach gut Englisch, erklärte alles sehr verständlich und brachte uns bei, „Wellen zu lesen“.

Mexiko Puerto Escondido Morgenstimmung

Ab ins Surfgetümmel

Puerto Escondido ist mit zahlreichen Stränden gesegnet, die je nach Bedingungen mehr oder weniger für Surfanfänger geeignet sind. Für uns ging es häufig zum Playa Carrizalillo, der sich direkt bei unserer Surfschule befindet. An manchen Tagen fuhren wir aber auch mit dem Jeep nach La Punta, einem Strandabschnitt des Zicatela Strandes.

Mexiko Puerto Escondido Surfen Franzi Strand

Häufig waren die Surfspots – trotz der unmenschlichen Uhrzeit – schon gut gefüllt und zahlreiche Surfschüler warteten mit ihren Surflehrern im Wasser. Bei so viel Unkenntnis blieben natürlich auch kleinere bis mittelgroße Zusammenstöße nicht aus, wobei wir dank unseres umsichtigen Surflehrers glimpflich davongekommen sind.

Mexiko Puerto Escondido Surfen La Punta

Wenn wir es dann aber geschafft hatten, mit Hilfe von Alex in die Welle zu paddeln, schnell genug auf dem Board zu stehen, stabil zu sein und die Balance zu halten – dann war es unbeschreiblich toll! Wellenreiten macht so unfassbar viel Spaß!!! Wir paddelten jedes Mal mit einem breiten Grinsen im Gesicht zurück ins Meer und wollten dieses Gefühl unbedingt noch einmal erleben.

Mexiko Puerto Escondido Surfen Franzi

3 Stunden Spanischunterricht

Nach dem Surfen waren wir anfangs immer ziemlich platt und krabbelten nach Dusche und Frühstück gern noch mal ins Bett zur Erholung. Kurz vor 12 packten wir dann erneut unsere Sachen und machten uns wieder auf zur Surfschule, denn unser zweiter Programmpunkt stand an: 3 Stunden Spanischunterricht. Mit unserer Spanischlehrerin Angie machten wir einen Glücksgriff denn sie ging total auf uns ein, legte den Fokus der Stunden auf die Kommunikation und war immer zu einem angeregten Gespräch aufgelegt. Höhepunkt war sicherlich unser gemeinsamer Besuch auf dem Markt. Wir lernten nicht nur Vokabeln sondern ganz viel über das Leben in Puerto Escondido.

Neben Grammatik, Vokabeln und vielen Übungen hatte Angie aber noch etwas sehr wertvolles zu bieten: die besten Tipps für Bars und Restaurants. Wir haben sie alle beherzigt und sind immer sehr gut damit gefahren.

Strände ohne Ende in Puerto Escondido

Rundum Puerto Escondido gibt es so viele Strände, dass man wirklich die Qual der Wahl hat! Unseren „Hausstrand“ Playa Carrizalillo erreichten wir nach 86 Stufen. Hier unten konnte man es sich auf Liegen unter Sonnenschirmen bequem machen wenn man denn Getränke bei den Strandbars kaufte. Wir lagen oft vor den Liegen auf unseren Handtüchern, ließen uns die Sonne auf den Bauch scheinen und uns in den Wellen treiben.

Mexiko Puerto Escondido Playa Carrizalillo

Der Boulevard vor dem Playa Carrizalillo wurde ein wenig zu unserem zweiten zu Hause. Hier haben wir bei El Sultan regelmäßig Salat und Burrito mit Kebab oder Falafel gegessen und zum Nachtisch durfte die Pita mit Nutella nicht fehlen. Im Cafecito trifft sich der halbe Ort zum Frühstücken und auch wir haben hier gerne Obstsalat mit Joghurt und hausgemachtem Granola gefrühstückt. Dann noch einen frischen Saft und schon waren wir vitamintechnisch bestens versorgt!

Playa Coral und Playa Bacocho

Ein wenig weiter nördlich befinden sich zwei Strände, die fast menschenleer sind. Der Playa Coral ist über einen gewundenen Weg von der Hauptstraße aus zu erreichen und befindet sich in einer kleinen Bucht. Wir waren an einem Sonntag hier und es waren nur fünf weitere Menschen da! Hier gibt es keine Liegen oder Verkaufsstände, dafür aber einige Palmen, die in der heißen Mittagshitze Schatten spenden. In der Bucht gibt es viele Felsbrocken im Wasser, sodass sie zum Schwimmen nicht so perfekt ist. Dafür kann man sich mit Taucherbrille bewaffnet die Unterwasserwelt ansehen.

Mexiko Puerto Escondido Playa Bacocho

Der Playa Bacocho ist deutlich länger und größer und an ihm liegen zwei Hotelresorts, die auch Essen anbieten. Mittwochabends zeigt das Hotel Villasol kostenlos Kinofilme mit Untertiteln. Wir haben den Film The Scotsman auf Englisch mit spanischen Untertiteln gesehen. Im Hinterrund das Meeresrauschen, in der Hand ein Bier und Nachos… besser geht Open Air Kino ja wohl kaum, oder?!

Playa Manzanillo und Puerto Angelito

Diese beiden Strände liegen in der Bucht zwischen dem Playa Carrizalillo und Zicatela und sind bei den Einheimischen unheimlich beliebt. Die Strände eignen sich nicht zum Surfen, dafür aber zum Baden. Entsprechend voll war das Wasser am Wochenende. Hier tummelten sich die mexikanischen Familien und genossen die Wellen in vollen Zügen.

Mexiko Puerto Escondido Playa Coral

Playa Zictatela: Tolle Restaurants und Bars

Der Hauptstrand in Puerto Escondido ist vor allem für seine riesigen Wellen bekannt. In der Regenzeit (ungefähr Mai bis Oktober) türmen sich die Wellen meterhoch auf und bilden eine Röhre, in der Profis wunderbar surfen können. Wir haben am Playa Zicatela hauptsächlich am Strand gelegen und die Wellen fasziniert beobachtet, Surfen bei den Wellen hätte unsere Fähigkeiten (noch, vermutlich ein Leben lang) überstiegen.

Dafür haben wir einige der Bars und Restaurants ausprobiert. In der Bar Revolucion am Strand haben wir in gemütlichen Lounge Möbeln bei Livemusik den Sonnenuntergang mit Cocktails ausklingen lassen. Im Bananas gab es himmlische Pasta mit Shrimps und sehr gute Pizza und in der Palapita gab es Piña Colada frisch in der Ananas serviert mit günstigem Refill (20 Pesos, 1€!). Am Playa Zicatela befinden sich die meisten Hotels und hier sind sicherlich auch die meisten Touristen untergebracht. Dennoch mischt sich das Klientel am Abend mit den Einheimischen, sodass es sich immer noch authentisch anfühlt.

Mexiko Puerto Escondido Zicatela Sonnenuntergang

Ganz authentisch haben wir dann auch eine Tlayuda probiert – eine Mischung aus Pizza und Döner. Im Tortillafladen gibt es wahlweise Rind oder Huhn mit Zwiebeln, Käse und ein bisschen Salat. Dazu kann man sich eine grüne Sauce, bestehend aus Avocados, drüber kippen und schon hat man ein leckeres und günstiges Essen.

Oasis Surf School

Wir hatten die Surfstunden, den Spanischunterricht und die Unterkunft für die ersten 14 Tage über die Oasis Surfschule gebucht. Die Inhaber Roger und Sol sind sehr nett und bemüht um ihre zahlreichen Schützlinge. Jeden Abend werden Aktivitäten wie Cross Fit, Ausdauertraining oder Schwimmtraining angeboten, um das Surfen zu unterstützen. Und einmal in der Woche werden die Fotos vom Surfen in großer Runde mit den Surflehrern ausgewertet und Feedback gegeben. Das war wirklich sehr hilfreich!

Wir würden die Oasis Surfschule definitiv weiterempfehlen! Die Surflehrer sind gut ausgebildet und der Spanischunterricht war toll auf unser Können und unsere Wünsche zugeschnitten. Nicht umsonst verlängert ein Großteil der Leute hier vor Ort ihren Aufenthalt und bleibt oft deutlich länger als geplant. Wir ja auch ;)

Unsere Unterkunft in Puerto Escondido

Nachdem wir die ersten 14 Tage in einem kleinen Appartment mit Küche im Mango Surf House gewohnt hatten, haben wir uns für die zusätzlichen Tage über AirBnB ein Zimmer gemietet. Bei einem sehr netten Chirurgen und seiner Familie bezogen wir ein Zimmer im großzügigen Haus. Für nur 15€ schliefen wir hier bequem und hatten ein wirklich schönes Bad. Zudem gab es zwischendurch immer wieder nette Gespräche mit der Familie.

Können wir jetzt perfekt surfen und Spanisch sprechen?

Mexiko Puerto Escondido Surfen Fallen

Das wäre schön! Wir können uns jetzt auf Spanisch unterhalten und haben – wie unsere Spanischlehrerin Angie so schön sagte – ein Español Sobrevivencia (Survival Spanisch) gelernt, mit dem wir durchkommen. Das ist aber definitiv ausbaufähig und wir wollen dran bleiben, weiter zu lernen. Bezüglich unserer Surfkünste sind wir selbstbewusster geworden und konnten einige echt tolle Wellen surfen. Matthias schaffte es auch, alleine in die Wellen zu paddeln. Franzi fehlen dafür noch ein bis zwei Muskelaufbau-Übungen ;) Wir hatten superviel Spaß an allem und werden die Zeit in Mittel- und Südamerika nutzen, um beides weiter zu verbessern!

Mexiko Puerto Escondido Surfen Matthias

Und du?

Bist du auch schon mal irgendwo surfen gewesen? Kannst du uns einen tollen Surfspot empfehlen? Dann immer her damit!