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Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Japans ist dessen höchster Berg: der Mount Fuji. Wohl jeder hat schon einmal ein Bild des perfekt symmetrischen Berges mit weißer Schneespitze gesehen. Auch wir wollten Mount Fuji von Nahem sehen und fuhren dafür in das Gebiet der fünf Seen. Am Kawaguchiko See erlebten wir entspannte Tage und vernebelte Aussichten auf den Berg.

Mt Fuji Blick vom Kawaguchiko See

Anreise von Tokyo nach Fujkawaguchiko

Da wir uns gegen den Japan Rail Pass entschieden hatten, wählten wir für die Fahrt nach Fujikawaguchiko einen Bus aus. Für 1800¥ (14€) pro Person wurden wir in zwei Stunden von der Tokyo Station nach Kawaguchiko Station gefahren. Die Busfahrt hatten wir vorher bequem online über Japan Bus Online gebucht und konnten somit am Abfahrtstag direkt zur Busstation an der Tokyo Station fahren. Pünktlich auf die Minute ging es los und keine zwei Stunden später waren wir auch schon angekommen. Der Bus war bequem, hatte WiFi und war angenehm klimatisiert.

Unsere Unterkunft in Fujikawaguchiko

Mt Fuji Hostel

In der Nähe des Mount Fuji, am Fujikawa See gelegen haben wir im K’s House Fuji View* übernachtet. Hier hatten wir ein Doppelbett in einem Schlafsaal mit vier weiteren Doppelbetten und zwei Einzelbetten und haben 5000¥ (39€) pro Nacht bezahlt. Das Hostel liegt zwei Kilometer vom See entfernt, verleiht aber sehr günstig Fahrräder (150¥ pro Stunde, 1000¥ pro Tag). Unser Doppelbett war gemütlich und die Bäder, Küche und Gemeinschaftsräume waren extrem sauber. Ein Highlight war die wirklich toll ausgestattete Küche. Es gab zwei Induktionsherde, zwei Spülen, alle möglichen Küchengeräte und scharfe Messer. Das war mit Abstand die beste Hostelküche, in der war je gekocht haben!

Mit dem Fahrrad um den Kawaguchiko See

Im Hostel hatten wir den Tipp bekommen, dass der See gut mit dem Fahrrad umrundet werden kann und sich dabei gute Blicke auf den Mount Fuji erhaschen lassen. Also mieteten wir uns zwei Drahtesel in unserem Hostel und düsten runter zum See. Nun ging es gegen den Uhrzeigersinn immer entlang des Ufers. Mal auf der Straße, mal auf kleineren Wegen. Viel Verkehr war bei uns (an einem Sonntag) nicht unterwegs.

Mt Fuji Fahrradtour Kawaguchiko See

Immer wieder hielten wir zwischendrin für Fotostopps an. Der Blick vom See auf den Mount Fuji ist teilweise echt gut. Wenn der Mount Fuji denn zu sehen ist. Der größte Berg Japans ist dafür bekannt, die meiste Zeit in Wolken zu stecken. Und so war es auch während unserer Fahrradtour. Die Wolkendecke zog sogar immer weiter herunter, sodass zuletzt kaum noch etwas vom Berg zu sehen war.

Mt Fuji Fahrradtour

Die Runde um den See hat wenig Steigung oder Gefälle und ist in zwei bis drei Stunden gut zu schaffen. Für uns war es wieder eine schöne Abwechslung, mit dem Fahrrad zu fahren. Fast in jedem Land unserer Weltreise haben wir uns Fahrräder geliehen und es genossen, die Landschaft um uns herum so zu erkunden. Am Abend konnten wir von der Terrasse unseres Hostels dann auch den oberen Teil vom Mount Fuji noch einmal bewundern.

Mt Fuji Blick vom Hostel

Onsen: unser Alternativprogramm zum Fuji-Gucken

Weil sich der Mount Fuji an unserem zweiten Tag komplett hinter einer Wolkendecke versteckte, tauschten wir spontan unsere Wanderpläne gegen Entspannung aus. Mit dem kostenlosen Shuttle des Yunari Onsen wurden wir vom Bahnhof Kawaguchiko abgeholt und zum Onsen gefahren.

Mt Fuji Privat Onsen

Ein Onsen ist eine Art Thermalbad, von denen es in Japan wirklich viele gibt. Das heiße Wasser in den Bädern stammt in der Regel von einer unterirdischen heißen Quelle und sorgt für entspannte Momente. Wir gönnten uns zunächst 50 Minuten in einem Privat-Onsen, da die öffentlichen Bäder für Männer und Frauen hier sonst getrennt waren. Die öffentlichen Pools waren aber auch sehr schön und von hier bietet sich an einem klaren Tag ein wahnsinnig beeindruckender Ausblick auf den Mount Fuji. Wir konnten für zwei Minuten immerhin die linke Seite sehen ;)

Auch ohne Ausblick genossen wir die Stunden im heißen Wasser sehr und freuen uns jetzt schon auf unsere Zeit in einer kompletten Onsen-Stadt in einer Woche. Dann berichten wir noch einmal etwas ausführlicher über die komplexen Regeln für einen Onsen-Besuch.

Exkurs: Einkauf im japanischen Supermarkt

Da wir uns in unserem Hostel so gut selbst versorgen konnten, machten wir mehrere Abstecher in den lokalen Supermarkt. Für uns ist das immer ein spannender Moment, wenn wir durch die Regale streifen und neugierig die lokalen Produkte beäugen. Hier in Japan konnten wir vieles so gar nicht zuordnen, weil wir es vom Aussehen nicht erkannten und die japanischen Schriftzeichen uns auch nicht weiterhalfen.

Mt Fuji Supermarkt

Die Preise für die Lebensmittel sind hier eher hoch, dafür ist die Qualität aber auch sehr gut. Wir kauften Steak, Garnelen und frischen Salat ein und waren mit allem sehr zufrieden. Es machte uns Spaß, mal wieder selbst zu kochen und dadurch auch einiges an Geld zu sparen.

Mount Fuji in der Nebenrolle

Wir hatten uns vorher auf ein paar schöne Tage in der Natur am Kawaguchiko See gefreut und waren daher nicht enttäuscht, dass wir vom Mount Fuji immer nur Abschnitte gesehen haben. Sicher hätten wir uns über einen klaren Blick bei tollen Wetterverhältnissen gefreut. Aber auch so hatten wir mit unserer Fahrradtour und der Entspannung im Onsen eine gute Zeit in Fujikawaguchiko.

Zum Abschluss unserer vier Wochen in Bolivien haben wir noch einmal ein echtes Highlight rausgehauen: die schönste Unterkunft am höchsten (beschiffbaren) Binnensee der Welt inmitten wunderschöner Natur! In Copacabana (nicht zu verwechseln mit dem in Brasilien!) verbrachten wir vier sehr entspannte Tage. Wir erkundeten die Isla del Sol, lernten über die Inkas und entspannten in unserer Traumhütte mit Kamin und Blick auf den See.

Unsere Fahrt von La Paz nach Copacabana

Täglich fahren mehrere öffentliche Busse von La Paz nach Copacabana, welches die meistbesuchte Stadt auf der bolivianischen Seite des Titicacasees ist. Da diese Busse allerdings in einer eher unsicheren Gegend abfahren, haben wir uns für den Touristenbus entschieden. Für 40 Bolivianos (5,20€) pro Person wurden wir morgens in unserem Hostel in La Paz abgeholt und fuhren in einem nicht mal zur Hälfte besetzten Bus in Richtung des Titicacasees. Da es im Bus keine Heizung gab, wurden wir mit warmen Decken versorgt. Ein weiterer Pluspunkt der Touristenvariante!

Unser Highlight der Busfahrt war sicherlich die kurze Überquerung des Titicacasees. Hier mussten wir den Bus verlassen und wurden mit einem kleinen Boot für 2 Bolivianos auf die andere Seite befördert. Unser Bus folgte kurze Zeit später auf einer eigenen Fähre!

Bolivien Titicacasee Bus auf Fähre

Danach fuhren wir noch eine knappe Stunde und diese verbrachten wir mit plattgedrückten Nasen am Fenster. Wir fuhren entlang des Sees und bekamen schon richtig tolle Aussichten geboten. Nach 4 Stunden kamen wir schließlich in Copacabana an und machten uns auf die Suche nach einem Hotel.

Las Olas: Unsere Unterkunft am Titicacasee

Wir hatten uns vorher schon im Internet informiert und die durchweg positiven Kritiken führten uns auf einen kleinen Berg zu Las Olas*, einer Anlage mit 8 Suiten, die in stylischen Häusern untergebracht sind. Von allen gibt es einen perfekten Blick auf den See. Wir hatten Glück, konnten uns spontan zwischen drei Zimmern entscheiden und sogar den Preis noch etwas verhandeln.

Bolivien Titicacasee Blick von Unterkunft auf See

Und so zogen wir für die nächsten vier Nächte in die Suite Nummer 2 ein: mit Küche, Kamin, Hängematten und dem besten Blick überhaupt! Vier Tage lang feierten wir uns für diese Entscheidung. :) Klar, diese Unterkunft lag über unserem Budget (40€ pro Nacht) und es hätte deutlich günstigere Zimmer in Hostels gegeben. Aber für unsere letzten Tage in Bolivien wollten wir uns so eine besondere Unterkunft einfach nicht entgehen lassen.

Bolivien Titicacasee Unterkunft Las Las

Als dann tagsüber auch noch das Hausalpaka auf unserer Terrasse vorbeischaute, waren wir völlig aus dem Häuschen! Das wollige Tierchen war zwar mehr an dem Gras als an uns interessiert, aber das störte uns nicht weiter!

Bolivien Titicacasee Alpaka im Garten

Anstrengender Spaziergang auf den Cerro Calvario

Unsere gemütliche Hütte lag an einem Berg, von dessen Gipfel man einen tollen Blick auf Copacabana und den Titicacasee haben sollte. Und so stapften wir am frühen Nachmittag die vielen Stufen den Berg hinauf.

Bolivien Titicacasee Wanderung auf Cerro Calvario

Bei einer Höhe von 3800 Metern blieb uns dabei ständig die Luft weg und wir mussten immer wieder Pausen einlegen. Dafür wurden wir tatsächlich mit einer tollen Aussicht belohnt und blieben eine ganze Weile auf dem Gipfel sitzen um die schöne Natur zu beobachten.

Bolivien Titicacasee Blick vom Cerro Calvario

Bootstour zur Isla de la Luna und Isla del Sol

An unserem zweiten Tag standen wir schon früh auf, um das Boot um 8:30 Uhr zu nehmen. Heute wollten wir zwei Inseln im Titicacasee erkunden und hatten am Vortag schon die Tickets für 35 Bolivianos (4,50€) am Seeufer erstanden. Erster Halt nach über zwei Stunden Fahrt war die Isla de la Luna. Dazu sei gesagt, dass man die Strecke auch innerhalb von einer halben Stunde zurücklegen könnte wenn die Boote nicht Schrittgeschwindigkeit fahren würden ;)

Isla de la Luna

Bolivien Titicacasee Isla de la Luna

Auf der Isla de la Luna kämpften wir uns den Berg hinauf und konnten von dort auf die schneebedeckten Berge auf bolivianischer Seite, die Isla del Sol im Titicacasee sowie die Berge auf peruanischer Seite sehen. Wir picknickten unsere mitgebrachten Empanadas und verschnauften neben einem Alpaka bevor die Bootstour sich fortsetzte.

Bolivien Titicacasee Alpaka

Isla del Sol

Nach weiteren 45 Minuten hielten wir im Süden der Isla del Sol. Hier sollen die ersten Inka gelebt haben, sodass es sich nicht nur um eine wunderschöne sondern auch noch sehr geschichtsträchtige Insel handelt. Wir hatten kurzfristig auf dem Boot einer geführten Wanderung über die Insel zugestimmt und bekamen nun allerhand Informationen geliefert.

Bolivien Titicacasee Isla del Sol

Nachdem wir zunächst einen Sonnentempel aus der Prä-Inkazeit bestaunten und Matthias im Thron probe saß, ging es immer weiter hinauf bis wir uns schließlich fast 200 Meter oberhalb des Sees befanden. Von hier bot sich uns ein umwerfender Ausblick auf die Landschaft. Der See mutete eher wie ein Meer an, denn wir konnten kein Ende ausmachen. Von unserem Guide erfuhren wir, dass Titi auf Spanisch Puma bedeutet und Caca Steine. Der See hat angeblich die Form eines Pumas und die Steine stehen für die Inseln im See.

Bolivien Titicacasee Blick von Isla del Sol

Nach 90 Minuten erreichten wir schließlich den Jungbrunnen der Inka und damit auch den mittleren Teil der Insel, von dem aus unser Boot uns wieder nach Copacabana bringen sollte. Der nördliche Teil war zur Zeit unseres Besuchs (Juni 2017) für Touristen nicht zugänglich. Die Bewohner des Nordens und der Mitte befinden sich momentan in einem Kampf um das Land und die Vormacht über die Handelsstraßen, sodass aufgrund der angespannten Lage von einem Besuch des nördlichen Teils der Insel abgeraten wird.

Bolivien Titicacasee Paarfoto Isla del Sol

Für uns war es ein sehr schöner Ausflug, bei dem wir viel von der Natur sehen und einiges über die Kultur der Inka lernen konnten. Mit dem Eintritt auf die Inseln (jeweils 10 Bolivianos) und der geführten Tour zahlten wir letztendlich insgesamt 20€ zusammen, was wir für einen Tagesausflug völlig okay fanden. Alternativ kann man den Spaziergang vom südlichen zum mittleren Teil der Insel auch ohne Guide machen. Der Weg ist völlig eindeutig und kann nicht verfehlt werden!

Entspannung im Hot Tub

Wir haben zwar schon ausführlich beschrieben, weshalb unsere Unterkunft so grandios war… aber wir müssen es noch ergänzen. Inmitten der ganzen Hütten befindet sich nämlich ein Hot Tub, den man sich für eine Stunde zwischen 16 und 22 Uhr reservieren kann. So reservierten wir uns die Badewanne für nur 18 Bolivianos (2,30€) pro Person für die Sonnenuntergangsstunde zwischen 18 und 19 Uhr. Im angenehm warmen Wasser sahen wir zu, wie sich der Himmel über dem See langsam ins rosafarbene verwandelte. Es war wunderschön und sehr romantisch.

Bolivien Titicacasee Sonnenuntergang

Man kann den Hot Tub übrigens auch reservieren wenn man kein Hotelgast ist. Einfach bei der Rezeption Bescheid geben. Abends gibt es dann Handtücher dazu und direkt neben dem Hot Tub ist eine Umkleide und Bad.

Letzte entspannte Tage in Bolivien

Bei schönstem Sonnenschein verbrachten wir unsere letzten Tage in Bolivien sehr entspannt. Wir sonnten uns in der Hängematte, spazierten durch die kleinen Gassen des Ortes und kauften auf dem örtlichen Markt ein. Es war ein toller Abschluss unserer vier Wochen in Bolivien. Und jetzt? Jetzt geht es Auf zu neuen Abenteuern! ;)

Auf der Flucht vor dem Dauerregen auf der chilenischen Seite der Anden waren wir Anfang Mai über die Grenze nach Argentinien gefahren. Hier verbrachten wir schöne Tage in Bariloche, San Martin de los Andes und dem wunderschönen Seengebiet, das sich über mehrere Nationalparks erstreckt.

Durch die Pampa

Nachdem wir die 100 Kilometer lange Schotterpiste von der Grenze geschafft hatten, bogen wir auf die Ruta Nacional 40 (RN40) ab. Diese Straße führt längs durch Argentinien und ist hier fast so legendär wie die Carretera Austral in Chile. Allerdings ist die RN 40 glücklicherweise komplett geteert und lässt sich damit sehr angenehm fahren. Und das Beste: ganz ohne Regen!

Argentinien Ruta 40

So boten sich uns erstmals unendliche Weiten und tolle Blicke auf die uns umgebende Landschaft, die sich tatsächlich Pampa nennt. Im Lonely Planet heißt es, der Abschnitt zwischen Rio Maio und Esquel sei so langweilig und die kleinen Städte so unansehnlich, dass man schnellstmöglich Richtung Norden fahren sollte. Wir fanden es eigentlich ganz ansehnlich, waren allerdings froh, als wir nach 700 Kilometern Fahrt abends in Esquel ankamen.

Schokoladenüberfluss und Eishütte in Bariloche

Bariloche liegt inmitten des Seengebiets und des Nationalparks Nahual Hapi und dazu auch noch direkt am See Nahual Hapi. Daher buchten wir uns über AirBnB eine kleine Hütte etwas abseits der Stadt und hofften auf ein paar Tage Ruhe vom Fahren. Die Stadt selbst bietet vor allem Restaurants, Outdoorläden und unzählige Schokoladenläden. Hier probierte sich Matthias einmal quer durch die Stadt.

Argentinien Bariloche Sonnenuntergang vom Cerro Otto

Zum Sonnenuntergang fuhren wir später auf den Cerro Otto, einen Berg, auf den man auch mit einer Seilbahn fahren oder hochwandern kann. Von dort oben bietet sich ein wirklich traumhafter Blick auf Bariloche, den großen See und die umliegenden schneebedeckten Berge. Wir liefen ein Stück den Berg hinauf, um uns bei dem kalten Wind aufzuwärmen und den Moment so lange wie möglich auszukosten. Die Sonne ging genau hinter den Bergen unter und tauchte alles in ein warmes Licht. So schön!

Argentinien Bariloche Sonnenuntergang

Als wir abends in unsere kleine Hütte einkehrten, mussten wir enttäuscht feststellen: die Heizung kann das selbstgebaute Holzhaus überhaupt nicht aufwärmen. Innen- und Außentemperatur waren identisch und die lag leider nur bei knapp über 0°C. Bibbernd kauerten wir uns unter so viele Decken wie wir finden konnten und verließen die Stadt am nächsten Tag wieder, weiterhin auf der Suche nach einer warmen Unterkunft.

Ruta de los 7 Lagos

Von Bariloche aus fuhren wir die Ruta de los Siete Lagos – die Straße der sieben Seen. Hier sollten wir an unzähligen Aussichtspunkten die tollsten Blicke auf die Seen bekommen. Morgens fuhren wir allerdings noch bei dichter Wolkendecke los und konnten zwar die Seen bestaunen, die Landschaft dahinter sahen wir zunächst aber nicht.

Argentinien Bariloche Seengebiet

Mittags ließ sich die Sonne dann immer mehr blicken und ab und zu konnten wir die großen Berge im Hintergrund sehen. Wir bogen von der Hauptstraße auf eine kleine Schotterstraße ab und landeten beim Campingplatz am Lago Traful. Hier war natürlich keiner außer uns, aber im Sommer ist dieser Platz sicher gut besucht. So spazierten wir am Seeufer entlang und den Fluss ein Stück weiter hoch.

Argentinien Seengebiet Lago Traufe

An einer Stelle konnten wir den Fluss über mehrere Baumstämme überqueren und so auch die andere Seite weiter erkunden. Endlich mal Bewegung in der Natur! Genauso hatten wir uns das vorgestellt :) Dank des Autos waren wir flexibel und konnten von der ursprünglichen Route abweichen um diesen schönen Ort zu entdecken und für uns zu haben.

Argentinien Seengebiet Lago Traful mit Berg

Und jetzt, wo die Wolken einmal weitergezogen waren, zeigten sich die Seen und die Umgebung von ihrer schönsten Seite. Immer wieder hielten wir an der Straße an um die Ausblicke auf die diversen Seen und die Berge drumherum zu genießen. Die 150 Kilometer lange Straße führt an so viel schöner Natur vorbei! Es lohnt sich hier auf jeden Fall, mit einem Auto entlang zu fahren, um eben auch die Schotterpisten zu nehmen, die von der Hauptstraße abgehen und zu weiteren Seen führen.

Argentinien Seengebiet Lago Machonico

San Martin de los Andes

Für uns endete die Fahrt schließlich in San Martin de los Andes, einem kleinen Örtchen am Lago Lacar. Hier schliefen wir zwei Nächte im Aparthotel del Chapelco* und hatten ein so richtig warmes Zimmer! Mit Heizung im Wohnzimmer und im Schlafzimmer! Als dann aus der Dusche auch noch heißes Wasser kam, waren wir überglücklich ;) Wir genossen es, das Auto mal stehen zu lassen und zwei Nächte hintereinander im gleichen Bett zu schlafen. So konnten wir auch ein wenig durch den Ort schlendern und abends im Restaurant La Casona die Spezialitäten der Gegend probieren: Hirschgulasch mit Spätzle sowie selbstgemachte Nudeln mit Hirsch und Wildpilzen. Es schmeckte uns wirklich gut und war eine sehr willkommene Abwechslung zu unseren Nudelvarianten mit Pesto, Tomatensauce oder Tütensuppe.

Argentinien Seengebiet San Martin vom Berg

Wanderung zum Mirador Bandurrias

An unserem zweiten Tag in San Martin strahlte uns schon morgens die Sonne entgegen. Wir nutzten das gute Wetter und wanderten auf den der Stadt gegenüberliegenden Berg mit dem Aussichtspunkt Mirador Bandurrias. Hier hatten wir einen schönen Ausblick auf San Martin sowie den See mit den Bergen im Hintergrund.

Argentinien San Martin Mirador Bandurrias

Unser Weg ging durch den Wald, über Wiesen und vorbei an truthahnartigen Vögeln sowie Schafen. Diese kamen fröhlich auf uns zugelaufen und hatten so viel Wolle, wie wir noch nie auf einen Haufen gesehen haben.

Schafe

Vom Mirador Bandurrias liefen wir noch weiter zu Las Islitas, einem Campingplatz direkt am See. Hier konnten wir eine kleine Insel betrachten und unsere mitgebrachten Brötchen essen. Da es aber im Schatten und ohne Bewegung schnell sehr kühl wurde, dehnten wir unsere Pause nicht allzu lange aus und liefen zurück nach San Martin. Wir können diese Wanderung sehr empfehlen, da die Wege super zu laufen waren und die insgesamt ca. 12 Kilometer auch mit viel Ausblick genießen locker in 3 Stunden machbar sind.

Der Lago Huechulafquen

Ungefähr eine Autostunde nördlich von San Martin liegt der See Huechulafquen (keine Ahnung, wie das richtig ausgesprochen wird!). Bereits die Straße zum See bot uns wieder tolle Aussichten auf die Natur und wir hielten immer wieder an um Fotos davon zu machen.

Argentinien Lago Huechulafquen

Angekommen am See, wollten wir eigentlich in den dazugehörigen Nationalpark fahren und nach Wanderungen entlang der Straße Ausschau halten. Allerdings wurden wir nach der freundlichen Begrüßung im Informationscenter darauf hingewiesen, dass wir hier 15€ Eintritt pro Person zahlen sollten. Zum Einen faden wir das einfach extrem teuer, zum Anderen hatten wir so viel Bargeld überhaupt nicht mehr. Also suchten wir uns einen Aussichtspunkt vor dem Nationalpark, mampften dort unsere Avocadobrötchen und fanden, dass der Blick völlig ausreicht.

Argentinien See

Ausreise über den Paso Tromen

So fuhren wir noch etwas weiter nördlich und schließlich in den Nationalpark Tromen hinein, um dort den Pass zurück nach Chile zu nehmen. Vorher ließen wir uns aber den Blick auf den Vulkan Lanin nicht entgehen. Nach einem kurzen Spaziergang zum Fuße des Vulkans und etwas längerem Warten in der Kälte, zeigte sich der Vulkan zwischen den Wolken und wir waren happy!

Argentinien Vulkan Lanin

Die Tage in Argentinien waren wirklich schön und die Natur unheimlich beeindruckend! Im Seengebiet um Bariloche kann man locker eine Woche verbringen und die Berge erklimmen oder im Winter (also deren Winter, ab Juni) Ski fahren. Wir waren dankbar für die zwar kalten, aber regenfreien Tage, in denen wir einen tollen Eindruck vom Land gewonnen haben.

Nachdem wir uns in Puerto Montt im Büro der Nationalparkverwaltung Conaf über die Situation in den umliegenden Nationalparks informiert hatten, beschlossen wir, zunächst einen Abstecher in das Seengebiet und den Vulkan Osorno etwas nördlich von Puerto Montt zu machen.

Puerto Varas

Zunächst fuhren wir ins nur 20 Kilometer entfernte Puerto Varas. Diese kleine Stadt liegt am südlichen Zipfel des Lago Llanguihue und erinnerte uns mit seinen Häusern sehr an einen österreichischen Skiort. Wir spazierten ein paar Meter am See entlang und genossen den fantastischen Blick auf den schneebedeckten Vulkan Osorno und die davor schippernden Boote.

Chile Puerto Varas Blick auf Osorno

Vulkan Osorno

Unser nächstes Ziel sollte dann dieser schneebedeckte Vulkan sein. Also fuhren wir am See entlang und hatten wunderschöne Ausblicke auf die tolle Natur drumherum. Es ist auch möglich den See komplett zu umrunden. Bei Sommerwetter ist das sicherlich auch eine geniale Fahrradtour, da zwischendrin immer wieder kleine Städte mit Unterkünften liegen!

Chile Vulkan Osorno Blick auf See

Wir fuhren aber kurz nach der grünen Lagune ab und auf den Vulkan hinauf. Eine kurvige und steile Strecke brachte uns so auf ungefähr die Hälfte (ca. 1300 Meter) und trotz Wolken konnten wir den See, das Meer und die vielen Berge und Vulkane in der Umgebung sehen. Wow! Wir liefen den Weg in Richtung des roten Kraters und je höher wir kraxelten, umso mehr bekamen wir zu sehen. Es ist auch möglich, mit zwei Liften bis auf 1600 Meter zu fahren. Uns waren die Kosten von über 20€ pro Person aber einfach zu hoch und der Wind dafür zu kalt.

Wasserfälle Saltas de Petrohue

Nur 20 Kilometer vom Vulkan Osorno entfernt liegen die Wasserfälle Saltas de Petrohue. Hier wurden von uns 4000 Pesos (knapp 6€) Eintritt pro Person verlangt, was uns ziemlich viel vorkam. Für das Parken durften wir noch mal 1000 Pesos extra zahlen und so starteten wir skeptisch in diese Attraktion.

Chile Wasserfälle mit Osorno

Die Skepsis verflog allerdings beim ersten Anblick dieser wahnsinnigen Stromschnellen! Mit welcher Wucht hier das Wasser fließt, kann man sich kaum vorstellen. Dazu im Hintergrund die schneebedeckten Vulkane: wir waren hellauf begeistert. Auf zwei Spazierschleifen gab es zudem auch noch tolle Ausblicke auf den Fluss, einen weiteren Bach und wir liefen durch sehr „dschungeligen“ Wald. Somit verbuchten wir die Wasserfälle als lohnenswerte Attraktion und verbrachten zwei Stunden auf dem schönen Gelände.

Chile Wasserfälle Petrohue

Auf unserer Weiterfahrt nach Petrohue legten wir kurze Zeit später einen Stopp an der Straße ein, um unser Brötchen mit Avocado und Lachs – ja, sehr dekadentes Campingessen – mit wunderschönem Blick zu genießen.

Chile Roadtrip Essen auf Motorhaube

Wildes Camping in Petrohue

An einer Infostation nahe des Vulkans waren wir schon vorgewarnt worden, dass der Campingplatz in Petrohue nicht mehr existiere. So waren wir zumindest schon mal vorbereitet darauf, dass wir dort vermutlich nicht stehen könnten.Wir hatten allerdings den Grund nicht ganz verstanden und bekamen dann vor Ort die Geschichte erst so richtig mit. Vor einer Woche hatte es wohl sintflutartig geregnet und der ganze Regen (inklusive Schlamm) ist am Vulkan hinunter zum See geflossen, an dem Petrohue liegt. Nun verstanden wir auch, weshalb die Straße hierher von meterhohen Schlammbergen gesäumt wurde. Die Zufahrt zum Campingplatz war einfach überspült worden.

Chile Vulkan Osorno Camping

Da aber immer noch ein riesiger Parkplatz existierte, parkten wir einfach dort. Direkt am See, mit wunderschönem Blick auf den Lago Todos Los Santos, den Vulkan Osorno auf der einen Seite und weitere schneebedeckte Berge und Vulkane auf der anderen. Ganz kostenlos :)

Chile Petrohue Camping am See

Mit Tee und Suppe ließen wir den Abend gemütlich ausklingen. So kann unser Roadtrip gerne weitergehen!

Unser erstes Ziel in Guatemala war ein von Vulkanen umgebener Bergsee auf 1600 Metern Höhe – der Lago de Atitlán. Nach unserer langen Anreise von Mexikos Pazifikküste erreichten wir ziemlich erschöpft San Pedro La Laguna, einer der beliebtesten Orte für Backpacker am See. Hier verbrachten wir fünf Tage und unternahmen so einiges.

Unsere Anfahrt von Mexiko nach Guatemala über Land

Unsere Unterkunft in San Pedro La Laguna

Da wir nicht wussten, wie lange unser Grenzübertritt von Mexiko dauern wird und ob wir es ganz bis zum See schaffen würden, hatten wir keine Unterkunft vorgebucht. So kamen wir am späten Nachmittag an und recherchierten gemeinsam mit unserem holländischen Freund Ton, um günstige Zimmer zu finden. Letztendlich landeten wir in der Casa Felipe, einem Hostel mit sehr gechillter Atmosphäre, in dem uns schon morgens vor dem Frühstück Marihuana um die Nase wehte. Unser Doppelzimmer hat uns stolze 18€ gekostet und war sehr einfach. Wir waren von den Preisen für Zimmer im Hostel überrascht, da wir in Guatemala mit günstigeren Preisen als in Mexiko gerechnet hatten.

Der tägliche Besuch auf dem Markt

Guatemala Lago Atitlan San Pedro Markt

Morgens führte unser erster Weg uns auf den kleinen Markt im etwas oberhalb des Sees gelegenen Stadtzentrum von San Pedro. Hier versorgten wir uns mit überraschend leckeren Brötchen, frischer Avocado, Mango, Tomaten und Eiern. Für ungefähr einen €uro pro Person hatten wir ein sensationelles Frühstück!

Eine Runde auf dem Lago de Atitlan drehen

Gut ausgerüstet mit Tipps unseres Hostels verhandelten wir am Hauptpier von San Pedro eine Weile und konnten uns schließlich auf 30 Quetzales (4€) für eine Stunde im Kajak einigen. Aufgrund der Wellen auf dem See riet uns der Vermieter allerdings davon ab, dass wir uns weit aus unserer Bucht entfernen. So drehten wir also eine Runde entlang des Ufers und genossen den Blick auf die umliegenden Dörfer und natürlich auf den Vulkan San Pedro, der über der nach ihm benannten Stadt thront. Vielleicht heißt der Vulkan auch wie das Dorf??

Guatemala Lago Atitlan San Pedro Kajak

Im Café Sababa schaukeln

Weil es so unglaublich schön aussah, mussten wir dieses Café ausprobieren. Auf den Schaukeln sitzend bestellten wir einen Schokokuchen und Waffeln mit Eis, Oreos und Früchten. Die Desserts waren sensationell! Die besten, die wir bisher in Zentralamerika gegessen hatten. Also kamen wir am nächsten Tag wieder und probierten auch mal die Limonade, Smoothies und einen Salat. Es schmeckte alles fantastisch. Hier muss man mal vorbeischauen. Wir verbrachten einige Zeit und kamen immer wieder zurück. Kein Wunder, bei dem Anblick oder?!

Guatemala Lago Atitlan San Pedro Sababa Cafe Schaukel

San Marcos – ein Besuch im Hippiedorf

San Marcos gilt am See als das Dorf für Yoga, Meditation und Selbstfindung und wird daher auch gern mal das Hippiedorf genannt. Wir wollten uns das auch mal ansehen und nahmen von San Pedro aus eine Plancha (ein kleines Boot), das uns sicher über den See und wieder zurück brachte (20Q pro Person, ca. 2,80€). In San Marcos finden sich am Ufer tatsächlich eine Yoga- oder Meditationshütte nach der nächsten und überall wird gesundes, organisches Essen angepriesen. Wir mochten die friedliche Atmosphäre in dem Dorf.

Guatemala Lago Atitlan San Marcos Seeblick

Unser Spaziergang führte uns steil bergauf und immer weiter weg von den Yogastudios zu den Häusern der Einheimischen. Die kleinen, steilen Straßen wurden gesäumt durch einfache Steinhäuser und regelmäßig trafen wir Einheimische in ihrer traditionellen Kleidung, die uns freundlich begrüßten. Vom oberen Teil des Dorfes hatte man auch einen sehr schönen Blick auf den Lago de Atitlán und seine drei Vulkane.

Guatemala Lago Atitlan San Marcos Paar Vulkane

Entlang des Ufers verläuft ein kleiner Weg, der uns schließlich zu einem Park führte. In diesem bot sich uns ein sensationeller Blick auf den See und die Vulkane. Den Yoga-Vibe des kleines Dörfchens haben wir offenbar so aufgesogen, dass Franzi nicht anders posieren konnte ;)

Guatemala Lago Atitlan San Pedro Yoga Pose

Sprung mit Folgen

Etwas weiter gelangt man zu einer Holzbrücke, von der man in den 340 Meter tiefen See springen kann. Warum wir das erwähnen? Man befindet sich so ungefähr 10 Meter über dem See und hat damit einen relativ langen Flug vor sich! Matthias traute sich als Erster und sprang mehrere Male ins kalte Nass! Aber auch Franzi wollte den Spaß ausprobieren und wagte den Sprung ins Wasser. Der Sprung war klasse, die Tauchphase leider weniger.

Guatemala Lago Atitlan San Marcos Sprung

Mit starken Ohrenschmerzen machten wir uns auf den Weg zum Arzt, um abzuklären, dass nichts kaputt gegangen war. Der freundliche Arzt diagnostizierte ein Trauma in beiden Ohren, das zu Schwellungen und daher Schmerzen und Hörproblemen führt. Franzi wurde mit Ohrentropfen und Schmerztabletten ausgestattet und damit ging es dann auch besser. Aber: für die nächste Woche waren sowohl Baden als auch starke Höhenschwankungen verboten.

Guatemala Lago Atitlan San Marcos Sprung Franzi

Wanderung auf den Vulkan San Pedro

Der Vulkan San Pedro ist 3000 Meter hoch und liegt damit 1400 Meter über San Pedro. Wir hatten gehört, dass man von dort oben einen wirklich tollen Blick auf den Lago de Atitlán und die umliegenden Dörfer haben soll und hatten beschlossen, gemeinsam mit einigen Leuten aus unserem Hostel, den Vulkan zum Sonnenaufgang in Angriff zu nehmen. Franzi musste allerdings wegen ihrer Ohrenprobleme kurzfristig zu Hause bleiben.

Guatemala Lago Atitlan San Pedro Nacht

So ging es für Matthias morgens um zwei Uhr zunächst auf der Ladefläche eines Pick-Ups zum Ausgangspunkt der Wanderung und danach im Stockdunkeln immer schön bergauf. Dürfte eigentlich klar sein mitten in der Nacht: bring eine Stirnlampe* mit. Matthias hatte seine trotzdem vergessen. Die Wanderung ging durch Mais-, Kaffeefelder und später durch dichten Wald. Davon hat man nachts allerdings nicht viel. Dafür bot sich ein toller Blick auf die Sterne, über den See und die beleuchteten Dörfer, deren Lichter sich im Wasser spiegelten.

Guatemala Lago Atitlan San Pedro Seeblick

Nach etwa drei Stunden zügigem Bergauf waren wir etwas zu früh kurz unter dem Gipfel. Um uns vor der Kälte zu schützen und die Zeit zu überbrücken, legten wir um 5:30 Uhr eine Frühstückspause in einer Holzhütte ein. Für einige aus dem Hostel natürlich mit Joint, Matthias reichte ein Ei.

Wunderschöner Sonnenaufgang auf dem Vulkan San Pedro

Am Gipfel auf knapp über 3000 Metern bot sich vor Sonnenaufgang ein Farbenspektakel mit faszinierendem Ausblick über den See und die anderen Vulkane am See. In der Ferne konnten wir sogar den Vulkan Acatenango (3967 Meter) ausmachen. Um 6:18 Uhr schob sich dann eine riesige rote Kugel am Horizont hoch, ein Anblick, der die Anstrengungen der Nachtwanderung vergessen ließ. Aufgewärmt von den ersten Sonnenstrahlen des Tages gingen wir den Abstieg an, der sich länger zog als erhofft und für einen schönen Muskelkater am nächsten Tag sorgte.

Guatemala Lago Atitlan San Pedro Sonnenaufgang

Damit gingen unsere ereignisreichen Tage am Lago de Atitlán zu Ende und wir hatten schon einiges in Guatemala erlebt. Das Land gefällt uns sehr gut bisher und wirkt ein bisschen wie eine Mischung aus Nepal und Mexiko auf uns.

Und du?

Wo hast du mal einen schönen Sonnenaufgang sehen könne? Musstest du dafür auch Strapazen auf dich nehmen? Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen.