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Du willst Jordanien mit dem Mietwagen auf eigene Faust bereisen und so viel wie möglich sehen? Dann geht es dir so wie uns! Als wir vor unserer Reise nach Informationen und Tipps gesucht haben, fanden wir kaum etwas dazu. Deswegen wollen wir dir hier unsere Erfahrungen schildern und wertvolle Tipps für deinen Roadtrip durch Jordanien geben.

Mietwagen in Jordanien: Online oder vor Ort buchen

Generell hast du immer die Möglichkeit, einen Mietwagen direkt vor Ort bei einem Vermieter zu buchen oder online von zu Hause aus. Die Vorteile bei der Vermietung vor Ort können ein besserer Preis und mehr Verhandlungsmöglichkeiten sein. Online hast du dafür oft mehr Angebote, kannst leichter vergleichen und sparst dir die Zeit, vor Ort von einem Vermieter zum nächsten zu tingeln.

Aus Zeitgründen haben wir uns für eine Onlinebuchung über Europcar entschieden. Wir wollten einen Kleinwagen mit Klimaanlage fahren, viel mehr benötigten wir nicht. Für die 16 Tage haben wir 496€ bezahlt, also 31€ pro Tag. Unser Auto war einigermaßen ordentlich, aber dennoch eine Klapperkiste. Es hat einfach überall und immer geklappert. Wir haben vor Ort ein Automatikfahrzeug bekommen obwohl wir ein Auto mit Schaltung gebucht hatten. Erst dachten wir, das wäre ne coole Sache. Das Auto hat aber immer extrem spät den Gang gewechselt, sodass wir manchmal Sorge hatten, es säuft uns einfach ab. Vielleicht lag das aber auch an unserem nicht mehr ganz taufrischen Modell!

Welche Versicherung brauchst du in Jordanien?

Wir sind auf Nummer Sicher gegangen und haben die Vollkaskoversicherung mit Abdeckung aller möglichen Schäden gebucht. Das war auch dem geschuldet, dass wir die Straßenverhältnisse vor Ort nicht einschätzen konnten. Das würden wir jetzt so nicht wieder machen.

Schon am ersten Tag hatten wir einen platten Reifen, den wir in einer Werkstatt in der Nähe haben flicken lassen. Das Ganze hat uns 6€ gekostet, für die wir natürlich keine Rechnung bekommen haben. Bei solch kleinen Vorkommnissen lohnt sich eine Versicherung also oft nicht.

Straßenverhältnisse in Jordanien

Wir waren auf alles vorbereitet und echt gespannt, was uns hier so erwarten würde. Insgesamt waren wir eher positiv überrascht vom Zustand der Straßen. Die meisten sind gut befahrbar. Womit du allerdings immer rechnen musst, sind zum Einen Schlaglöcher und zum Anderen Speedbumps. Das Gemeine daran: keines von beidem wird angekündigt. Manchmal gibt es Warnschilder vor diesen Bodenerhebungen, aber eben nicht immer. Hier solltest du gut aufpassen.

Die Straßen außerhalb der Großstädte sind oft wenig befahren. Du kannst also gemütlich fahren, auch mal einen Stopp am Straßenrand machen für Fotos und behinderst niemanden. Anders ist das in Amman, da herrscht das typische Chaos der Großstadt. Wir haben versucht, zu vermeiden in der Rush Hour zu fahren und sind dadurch bequem durch die Stadt gekommen.

Generell fährt man in Jordanien auf der rechten Straßenseite, also so, wie wir es in Deutschland gewohnt sind. Das Tempolimit innerorts liegt bei 50km/h und außerorts bei 80km/h. Die Distanzen werden in Kilometer angegeben und die Geschwindigkeit in km/h, hier musst du dich als deutscher Autofahrer also nicht umstellen.

Navigieren in Jordanien

Die Beschilderung in Jordanien ist eher bescheiden und definitiv ausbaufähig. Rein nach Verkehrsschildern zu fahren, ist sicher ein Abenteuer. Ob du dann immer ankommst, ist vermutlich eine Frage der Zeit. Wir haben ein Paar kennengelernt, dessen Handy verloren ging und die daraufhin mehrere Stunden im Auto umhergeirrt sind, bevor sie am Ziel waren.

Wir haben uns mit maps.me oder Google Maps durchs Land navigiert und das hat problemlos funktioniert. Wir hatten uns bereits bei unserer Ankunft am Flughafen in Amman eine SIM-Karte mit ausreichend Datenvolumen zugelegt. Damit war die Grundlage für eine Navigation über unser Handy gelegt. Wir würden es dir auf jeden Fall auch empfehlen, maps.me oder Google Maps zu nutzen. Oder du planst eben für jede Autofahrt ein paar Stunden mehr Zeit ein ;)

Tanken in Jordanien

Wir hatten vorher gelesen, dass man immer lange im Voraus schon wieder tanken sollte, weil es in Jordanien so wenig Tankstellen gebe. Das haben wir eigentlich nicht so empfunden. Du kannst unsere Route unten nachvollziehen und für diese Strecke können wir dir versichern, gab es immer genügend Tankstellen. Klar, wir würden in einem fremden Land auch nicht bis zur allerletzten Sekunde warten mit der Suche nach einer Tankstelle. Aber du musst nicht schon wieder volltanken wenn du gerade mal 100 Kilometer gefahren bist.

Wir würden dir raten, bei den staatlichen Tankstellen JO Petrol zu tanken. Die haben einheitliche Preise im ganzen Land und wir haben mit denen gute Erfahrungen gemacht. Im Juni 2018 hat ein Liter Benzin weniger als einen JD gekostet. In Jordanien ist es üblich, dass jemand für dich tankt. Dafür solltest du ihm auch ein wenig Trinkgeld geben.

Nicht empfehlen können wir dir das Tanken an kleinen Tankstellen, an denen du nicht mal die Preise nachvollziehen kannst. Wir haben den Fehler in Amman gemacht und wurden dort übers Ohr gehauen. Es war unser erstes Mal tanken und wir konnten die Preise noch nicht einschätzen. Der Typ nannte uns einen ziemlich hohen Preis und wir haben uns später noch sehr über uns geärgert, dass wir das nicht hinterfragt haben.

Parken in Jordanien

… ist außerhalb von Amman gar kein Problem. Wir haben eigentlich immer direkt bei unserer Unterkunft parken können. In Amman haben wir auf einem Parkplatz neben unserem Hotel geparkt und dafür 3JD pro Tag bezahlt. Sonst ist es in der Regel kostenlos, da es genügend Parkplätze gibt.

Unsere Route mit dem Mietwagen durch Jordanien

Unser Roadtrip war eine Rundreise durch Jordanien, die am Flughafen bei Amman startete und endete. Wenn dich die einzelnen Stopps interessieren, kannst du dich entweder direkt über unsere Karte zu den passenden Beiträgen navigieren oder in unserem Beitrag zu allen Informationen und Reisetipps zu Jordanien weiterlesen.

Wir sind diese Route in zwei Wochen gefahren und hatten oft nur kurze Strecken zurückzulegen. An manchen Orten haben wir nur eine Nacht, an anderen zwei übernachtet. Aufgrund der kurzen Distanzen zwischen den Sehenswürdigkeiten haben wir nicht zu viel Zeit im Auto verbracht und viele Abenteuer erleben können.

Fazit zu unserem Roadtrip durch Jordanien

Es war geil! Wir fanden das Fahren in Jordanien unkompliziert, die Straßenverhältnisse überraschend gut und haben die Freiheit, überall hinfahren zu können, wirklich zu schätzen gewusst. Wir können dir unsere Route absolut empfehlen, sie ist auch locker in 10 Tagen machbar. Wir haben uns in den zwei Wochen nie gehetzt gefühlt und fanden die kurzen Abstände zwischen den einzelnen Highlights als echt angenehm.


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Generell hast du immer die Möglichkeit, einen Mietwagen direkt vor Ort bei einem Vermieter zu buchen oder online von zu Hause aus. Die Vorteile bei der Vermietung vor Ort können ein besserer Preis und mehr Verhandlungsmöglichkeiten sein. Online hast du dafür oft mehr Angebote, kannst leichter vergleichen und sparst dir die Zeit, vor Ort von einem Vermieter zum nächsten zu tingeln.

Aus Zeitgründen haben wir uns für eine Onlinebuchung über Europcar entschieden. Wir wollten einen Kleinwagen mit Klimaanlage fahren, viel mehr benötigten wir nicht. Für die 16 Tage haben wir 496€ bezahlt, also 31€ pro Tag. Unser Auto war einigermaßen ordentlich, aber dennoch eine Klapperkiste. Es hat einfach überall und immer geklappert. Wir haben vor Ort ein Automatikfahrzeug bekommen obwohl wir ein Auto mit Schaltung gebucht hatten. Erst dachten wir, das wäre ne coole Sache. Das Auto hat aber immer extrem spät den Gang gewechselt, sodass wir manchmal Sorge hatten, es säuft uns einfach ab. Vielleicht lag das aber auch an unserem nicht mehr ganz taufrischen Modell!

Welche Versicherung brauchst du in Jordanien?

Wir sind auf Nummer Sicher gegangen und haben die Vollkaskoversicherung mit Abdeckung aller möglichen Schäden gebucht. Das war auch dem geschuldet, dass wir die Straßenverhältnisse vor Ort nicht einschätzen konnten. Das würden wir jetzt so nicht wieder machen.

Schon am ersten Tag hatten wir einen platten Reifen, den wir in einer Werkstatt in der Nähe haben flicken lassen. Das Ganze hat uns 6€ gekostet, für die wir natürlich keine Rechnung bekommen haben. Bei solch kleinen Vorkommnissen lohnt sich eine Versicherung also oft nicht.

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Wir waren auf alles vorbereitet und echt gespannt, was uns hier so erwarten würde. Insgesamt waren wir eher positiv überrascht vom Zustand der Straßen. Die meisten sind gut befahrbar. Womit du allerdings immer rechnen musst, sind zum Einen Schlaglöcher und zum Anderen Speedbumps. Das Gemeine daran: keines von beidem wird angekündigt. Manchmal gibt es Warnschilder vor diesen Bodenerhebungen, aber eben nicht immer. Hier solltest du gut aufpassen.

Die Straßen außerhalb der Großstädte sind oft wenig befahren. Du kannst also gemütlich fahren, auch mal einen Stopp am Straßenrand machen für Fotos und behinderst niemanden. Anders ist das in Amman, da herrscht das typische Chaos der Großstadt. Wir haben versucht, zu vermeiden in der Rush Hour zu fahren und sind dadurch bequem durch die Stadt gekommen.

Generell fährt man in Jordanien auf der rechten Straßenseite, also so, wie wir es in Deutschland gewohnt sind. Das Tempolimit innerorts liegt bei 50km/h und außerorts bei 80km/h. Die Distanzen werden in Kilometer angegeben und die Geschwindigkeit in km/h, hier musst du dich als deutscher Autofahrer also nicht umstellen.

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Wir hatten vorher gelesen, dass man immer lange im Voraus schon wieder tanken sollte, weil es in Jordanien so wenig Tankstellen gebe. Das haben wir eigentlich nicht so empfunden. Du kannst unsere Route unten nachvollziehen und für diese Strecke können wir dir versichern, gab es immer genügend Tankstellen. Klar, wir würden in einem fremden Land auch nicht bis zur allerletzten Sekunde warten mit der Suche nach einer Tankstelle. Aber du musst nicht schon wieder volltanken wenn du gerade mal 100 Kilometer gefahren bist.

Wir würden dir raten, bei den staatlichen Tankstellen JO Petrol zu tanken. Die haben einheitliche Preise im ganzen Land und wir haben mit denen gute Erfahrungen gemacht. Im Juni 2018 hat ein Liter Benzin weniger als einen JD gekostet. In Jordanien ist es üblich, dass jemand für dich tankt. Dafür solltest du ihm auch ein wenig Trinkgeld geben.

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Es war geil! Wir fanden das Fahren in Jordanien unkompliziert, die Straßenverhältnisse überraschend gut und haben die Freiheit, überall hinfahren zu können, wirklich zu schätzen gewusst. Wir können dir unsere Route absolut empfehlen, sie ist auch locker in 10 Tagen machbar. Wir haben uns in den zwei Wochen nie gehetzt gefühlt und fanden die kurzen Abstände zwischen den einzelnen Highlights als echt angenehm.


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Wadi Rum: Erlebe Jordaniens Wüste

Wadi Rum musst du gesehen haben! Die Weite, die Farben und die Naturgewalt sind einfach einzigartig. Hier sind unsere Tipps für deine Tour durch die Wüste

Eigentlich hatten wir ja geplant, von San Pedro de Atacama über den Pass Portezuelo el Cajon nach Bolivien einzureisen und das Ganze mit einer dreitägigen Tour durch das Altiplano (die bolivianische Hochebene) und die Salzwüste Salar de Uyuni zu kombinieren. Da Chile uns wettertechnisch aber bisher ja eher im Stich gelassen hatte, konnten wir diesen Plan nicht umsetzen. Der Pass war wegen zu starker Schneefälle gesperrt. So reisten wir also erst einmal nach Uyuni auf bolivianischer Seite.

Anreise von San Pedro de Atacama nach Uyuni

Täglich fährt morgens um 3 Uhr (!) ein Bus von San Pedro de Atacama nach Uyuni. Wir hatten uns am Vortag die Tickets gekauft (15000 Pesos pro Person, 20€) und ließen uns mitten in der Nacht im gut beheizten Bus nieder. Sogar dicke Decken gab es hier, sodass wir glücklicherweise gar nicht frieren mussten. Bis zur Grenze am Pass Ollagüe brauchten wir 5 bis 6 Stunden und dann hieß es erstmal für eine ganze Weile warten. Die Bolivianer streikten, die Chilenen hatten Stromausfall. So dauerte es bis nach 11 Uhr bis wir schließlich erfolgreich aus Chile aus- und in Bolivien eingereist waren.

Nach weiteren drei Stunden Fahrt durch teilweise beeindruckende Landschaft erreichten wir Uyuni. Die Stadt liegt auf einer Höhe von 3750 Metern und damit locker 1000 Meter höher als San Pedro de Atacama. Für uns optimal, um uns weiter zu akklimatisieren.

Unsere Unterkunft in Uyuni

Wir kamen im Piedras Blancas Backpacker Hostel unter, einer Empfehlung des Lonely Planet. Hier bezogen wir ein großzügiges Doppelzimmer mit geteiltem Bad und zahlten für die Nacht 27€. Dafür war am nächsten Morgen ein ordentliches Frühstück enthalten und das Zimmer hatte ein sehr wichtiges Accessoir: einen elektrischer Heizlüfter! Die Dusche war ebenfalls super: richtig heißes Wasser und ordentlich Wasserdruck. Für Uyuni ein super Deal, da dieser Ort viele Unterkünfte mit schlechtem Standard für viel Geld bietet.

Erholung und Vorbereitung in Uyuni

Von jedem Reisenden und auch jedem Reiseführer wird davon abgeraten, länger in Uyuni zu bleiben als unbedingt nötig. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt ist das auch völlig nachvollziehbar. Sie ist extrem hässlich! Wir benötigten nach dem Schlafmangel der letzten Nächte aber ein bisschen Erholung und wollten uns in Ruhe über die angebotenen Touren erkundigen. Also blieben wir für zwei Nächte. Am Tag nach unserer Ankunft erkundigten wir uns bei verschiedenen Tourveranstalter und erfuhren, dass ab dem darauffolgenden Tag wieder 3-Tages-Touren möglich seien, da der Schnee nun passierbar sei. Jippiiieh! So buchten wir die 3-Tages-Tour und kauften uns Snacks, Wasser und dicke Wollleggins, da es nachts bis zu -15°C werden sollten.

Salar de Uyuni – die größte Salzpfanne der Welt

Voller Vorfreude bestiegen wir am nächsten Morgen gemeinsam mit Anja & Sheel sowie Sharon & Helene den Jeep, der uns die nächsten Tage durch die verschiedensten Landschaften fahren würde. Unser Fahrer Antonio sprach kein Englisch und wir waren begeistert, dass wir nach dem chilenischen Kauderwelsch wieder Spanisch verstanden und viele interessante Fakten über die Natur lernten.

Bolivien Salar de Uyuni Salzwaben

Der Zugfriedhof

Erster Halt unseres ereignisreichen Tages war ein alter Zugfriedhof, auf dem die aussortierten Züge vor sich hin gammeln und den Touristen für witzige Fotomotive dienen. Wir erfuhren, dass diese Züge früher die Mineralien (vor allem Silber und Blei) von Potosi nach Uyuni und weiter nach Chile transportierten. Die zum Teil bunt angemalten Zugteile sind bis zu 100 Jahre alt und bieten einen bizarren Anblick in der kargen Landschaft.

Bolivien Salar de Uyuni Zugfriedhof

Fotosession inmitten von Salz

Nach einem weiteren Halt in einem Ort voller Souvenirs ging es schließlich in die Salzwüste. Die Salar die Uyuni ist die größte Salzwüste der Erde (korrekterweise eigentlich Salzpfanne) mit einer Fläche von über 10.000km². Die Salzschicht ist teilweise bis zu vier Metern dick und die gesamte Salzmenge wird auf 10 Milliarden Tonnen geschätzt. Wir konnten uns überhaupt nicht sattsehen an diesem Naturphänomen und schüttelten permanent ungläubig den Kopf. Sattessen hätten wir uns gekonnt. Wahnsinn!

Bolivien Salar de Uyuni endlose Salzwüste

Nach einiger Fahrzeit sahen wir schließlich nur noch Salz um uns herum: 360° Salzblick, 150 Kilometer in jede Himmelsrichtung. Dazu hatten wir einen blauen Himmel mit einigen Wölkchen, also perfektes Wetter! Und dann kam das, was auf keiner Tour durch die Salzwüste fehlen darf: die Fotosession. Aufgrund der schier unendlichen Weite lassen sich hier tolle Effektfotos machen und wir hatten einen Riesenspaß daran.

Bolivien Salar de Uyuni Lamafotos

Unser Fahrer wusste genau, wie wir uns platzieren müssen, um die besten Effekte zu erreichen und so stellten wir uns seinen Anweisungen entsprechend auf… oder legten uns hin.

Bolivien Salar de Uyuni Effektfoto

Praktischerweise haben die Fahrer auch alle möglichen Utensilien im Auto, mit denen sich lustige Bilder machen lassen.

Bolivien Salar de Uyuni Effektfotos mit Banane & Würfel

Als wir uns am späteren Abend die Bilder ansahen, lachten wir uns zum Teil schlapp. Besonders die nicht gelungenen Fotos sorgten für viel Gelächter! Was für tolle Erinnerungen an diesen magischen Ort.

Bolivien Salar de Uyuni Foto Fails

Insel Inkahuasi

Inmitten des ganzen Salzes lag plötzlich eine Insel vor uns, die über und über mit Kakteen besiedelt ist. Die Kakteen sind teilweise über zehn Meter hoch, wachsen nur einen Zentimeter pro Jahr und sind deshalb schon über tausend Jahre alt. Wir zahlten den Eintritt (30 Bolivianos, 4€) und folgten einem kleinen Rundweg über die Insel. Die Ausblicke, die wir von hier hatten, machten uns sprachlos! Die Landschaft ist so einzigartig, dass man es kaum beschreiben kann. Wir waren unheimlich dankbar, dass wir dieses schöne Fleckchen Natur hier erleben durften.

Bolivien Salar de Uyuni Inkahuasi Kaktusinsel

Sonnenuntergang in der Salar de Uyuni

Zum krönenden Abschluss sahen wir uns den Sonnenuntergang inmitten der Salzwüste an. Wie der Himmel sich langsam verfärbte, die Wolken von der untergehenden Sonne angestrahlt wurden und der Mond immer mehr zu sehen war. Wäre da nicht der eisige Wind gewesen, wir hätten ewig zusehen können.

Bolivien Salar de Uyuni Sonnenuntergang

Lagunen, Flamingos und eine Wüste voll Schnee

Unser zweiter Tag begann mit knallblauem Himmel und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Mit klappernden Zähnen stiegen wir an verschiedenen Stellen aus, um den Blick auf die Natur rund um den Vulkan Ollagüe zu bestaunen. Der aufmerksame Leser denkt nun vielleicht, Ollagüe, dieses seltsame Wort habe ich doch schon mal gelesen. Stimmt! Hier waren wir nur zwei Tage zuvor von Chile eingereist. An der Grenze sind wir tatsächlich noch einmal vorbeigefahren ;)

Bolivien Salar de Uyuni Vulkan Ollague

An einem späteren Aussichtspunkt konnten wir über riesige Gesteinsformationen klettern, die beim Ausbruch des Vulkans vor 130.000 Jahren entstanden sind. Das muss man sich mal vorstellen, wie ewig das her ist! Der Vulkan ist heute auf chilenischer Seite noch aktiv und wir konnten auch ein bisschen Rauch aufsteigen sehen.

Prächtige Lagunen und Flamingos

Während unseres zweiten Tages auf der Tour passierten wir viele, wunderschöne Lagunen und konnten an der Laguna Hedondia ganz viele Flamingos sehen, die im seichten Wasser die Algen fraßen. Wir bewunderten die pinken Tiere und schauten ihnen beim Staksen durch das Wasser zu. Das erste Mal sahen wir hier Flamingos in freier Natur.

Bolivien Salar de Uyuni Flamingos

Aufgrund der vielen Algen gab es die meisten Flamingos in der Laguna Colorada, einer Lagune, die bei Wind rötliches Wasser hat. Das hat mit den Mineralien im Wasser zu tun, die physikalisch korrekte Erklärung ersparen wir euch (kennen wir nämlich auch nicht).

Bolivien Salar de Uyuni Laguna Colorada

Durch die schneebedeckte Wüste

Die größte Herausforderung unserer Tour wartete am Nachmittag des zweiten Tages auf uns: die Wüste Chiloli. Diese war mit einer Schneeschicht bedeckt und daher schwer zu durchfahren. Mehrere Fahrzeuge fuhren sich im Schnee fest und immer wieder überprüften die Fahrer die Schneedecke auf ihre Tiefe. Über eine Stunde rutschten, schlitterten und rumpelten wir durch die nicht endenwollende Schneedecke. Wir befanden uns inzwischen auf 4700 Metern Höhe, waren in einer Wüste, die vollkommen mit Schnee bedeckt war und um uns herum befanden sich bis zu 6000 Meter hohe Berge. Das war schon etwas unwirklich!

Bolivien Salar de Uyuni Jeep im Schnee

Arbol de Piedra

Inmitten der Wüste erreichten wir schließlich weitere Gesteinsformationen, die auf Vulkanausbrüche zurückgehen. Hier steht der berühmte Arbol de Piedra, ein Stein, der aussieht wie ein Baum. So viele Fotos hatten wir davon vorher schon gesehen, aber noch keines mit Schnee drumherum ;)

Bolivien Salar de Uyuni Arbol de Piedra

Alternative Route an Tag 3

Aufgrund des vielen Schnees konnten wir den dritten Tag nicht wie geplant verbringen und mussten Geysire, Thermalquellen und weitere Lagunen auslassen. Diese hätten sich auf dem Weg zum Pass nach Chile befunden, der nach wie vor gesperrt war.

Lamas, Alpakas und Vicuñas

Am letzten Tag sahen wir superviele Lamas und die kleinere Variante davon, die Vicuñas. Antonio wies uns auf die Unterschiede zwischen den Arten hin. Wer kann schon von sich behaupten, Lamas, Alpakas und Vicuñas auseinanderhalten zu können?! Niedlich fanden wir aber vor allem die kuschligen Lamas, die uns neugierig beäugten.

Bolivien Salar de Uyuni Lamas

Unsere Mittagspause am letzten Tag legten wir an einem idyllischen Örtchen mit drei Lehmhäusern ein. Hier floss ein kleiner Fluss entlang und im Hintergrund türmten sich Gesteinsformationen und Berge auf. Wir waren ganz verzaubert und nutzten die Zeit für einen Spaziergang.

Bolivien Salar de Uyuni Landschaft Altiplano

Touranbieter Salty Desert

Wir hatten vorher auf verschiedenen Blogs schon die abgefahrensten Geschichten über diese Tour gelesen und waren dementsprechend sehr skeptisch was Unterkünfte und Verpflegung anging. Allerdings wurden wir positiv überrascht! Das Essen war meistens ganz gut. Zudem wurde uns am zweiten Abend eine Flasche bolivianischer Wein spendiert, damit schmeckte das Essen umso besser.

Bolivien Salar de Uyuni Essen Salzhotel

Die erste Nacht verbrachten wir in einem „Salzhotel“, in dem Stühle, Tische und Betten aus Salz bestanden und wir auch im Salz umherliefen. Die zweite Nacht in der sehr rustikalen Unterkunft war lange nicht so schlimm wie erwartet. Die Betten in den 6er Zimmern waren groß und bequem. Wir hatten richtig warme Schlafsäcke bekommen und mussten in der kalten Nacht nicht frieren. Auch die Bäder waren okay.

Bolivien Salar de Uyuni Betten

Unser Touranbieter war mit drei Jeeps unterwegs, die die meiste Zeit unabhängig voneinander fuhren. Durch die kritischen Stellen in der schneebedeckten Wüste fuhren wir allerdings im Konvoi, um uns gegenseitig helfen zu können. Die Fahrer fuhren sehr umsichtig und kümmerten sich super um uns. Als wir 50 Kilometer vor Uyuni einen Platten hatten, wechselte Antonio den Reifen innerhalb von 15 Minuten. Wir können diesen Touranbieter also nur empfehlen!

Bolivien Salar de Uyuni Jeep

Unsere Tipps für deine Tour durch die Salzwüste

  • Pack genügend warme Sachen ein! Da es bis auf fast 5000 Meter hoch geht, wird die Temperatur deutlich sinken. Wir waren so froh, dass wir die Wollunterhosen, -schals, -mützen, -pullis und -handschuhe hatten! Ohne hätten wir ganz schön gefroren. Kann man alles günstig in Uyuni kaufen.
  • Nimm Wasser und Snacks mit. Es gibt zwar Getränke zu den Mahlzeiten, aber zwischendrin bist du für deine Wasserzufuhr verantwortlich und die ist gerade wegen der Höhe superwichtig. Wir hatten zu zweit 7 Liter dabei und es hat genau gepasst. Kekse und Obst waren für den kleinen Hunger zwischendurch angenehm.
  • Creme dich ordentlich mit Sonnencreme ein. Eine unserer Mitreisenden hatte sich nach dem ersten Tag trotz Sonnencreme ordentlich das Gesicht verbrannt. In der Höhe brutzelt die Sonne noch mal stärker.
  • Nimm ausreichend Bargeld mit. Während der Tour fallen der Eintritt für die Kaktusinsel (30 B), den Nationalpark (150 B) und evtl. die Thermalquellen an. Die dafür benötigten Bolivianos kannst du nur vorher besorgen.
  • Wenn du in der Nähe bist, lass dir diese einmalige Natur nicht entgehen! Uns hat die Landschaft wirklich umgehauen und wir würden dieses Salzwüstenabenteuer auf keinen Fall missen wollen.

In Hornopiren sollte unser Roadtrip durch Patagonien nun so richtig starten! Hier begann der erste Abschnitt der Carretera Austral – dieser 1350 Kilometer langen Straße weit hinunter in den Süden Chiles – den man nur mit einer Fähre bewältigen kann. Pünktlich zu unserer Ankunft in Hornopiren setzte der Regen ein, der uns in den folgenden Tagen noch ein treuer Begleiter werden sollte.

Chile Carretera Austral Hornopiren

Mit der Fähre von Hornopiren nach Caleta Gonzalo

Im Reiseführer hatten wir gelesen, dass es in der Hochsaison sehr wichtig ist, die Fähre mindestens eine Woche vorher zu buchen um einen Platz darauf zu bekommen. Ganz klarer Vorteil der Reise in der Nebensaison: Platz ist genügend da und am Vortag buchen reicht völlig aus. Für 38500 Pesos (52€) wurden wir also am nächsten Tag inklusive unseres Autos befördert.

Chile Carretera Austral Fähre

Die Fahrt selbst dauert insgesamt sechs Stunden, wobei es sich eigentlich um zwei Fahrten handelt. Zunächst fährt man von Hornopiren nach Pillan und legt auf dieser Halbinsel 10 Kilometer im Auto zurück um dann die Fähre nach Caleta Gonzalo zu nehmen. Wir haben auf der ersten Fahrt, die ganze vier Stunden dauert, gemütlich gefrühstückt und waren dankbar für unsere neueste Anschaffung: eine Thermoskanne! Bei Nieselregen und Temperaturen um die 10°C eine echte Bereicherung!

Willkommen in (Jurassic) Parque Pumalin

Sobald man von der zweiten Fähre in Caleta Gonzalo ausgespuckt wird, befindet man sich auch schon im Nationalpark Pumalin. Dieser Nationalpark wurde vom Gründer von North Face angelegt und kann kostenlos besichtigt werden. Wir wollten uns im Informationszentrum am Parkeingang direkt mit Informationen zu Wanderwegen und Campgrounds eindecken und standen vor verschlossenen Türen. Nebensaison!

Also fuhren wir erst einmal los und ließen uns überraschen, welche Campgrounds wir so vorfinden würden. Beim Campground Cascadas Escondidas fanden wir Unterschlupf und einen wunderschönen Stellplatz. Hier hatten wir sogar eine kleine Hütte mit Tisch und Bänken, sodass wir trotz des Regens Nudeln auf unserem Campingkocher zubereiten konnten. Auch die Toiletten funktionierten noch, sonst wirkte der Platz ausgestorben. Wir mussten nichts zahlen und waren die einzigen Camper weit und breit.

Chile Carretera Austral Wasserfall Parque Pumalin

Eine kurze Regenpause nutzten wir schließlich zu einer Miniwanderung zum Wasserfall. Der Weg war wirklich schön angelegt, führte über eine Hängebrücke und diverse Holzstufen hinauf zu einem Aussichtspunkt, von dem aus wir zwei Wasserfälle sehen konnten. Der Weg und die Umgebung waren toll anzusehen und es fühlte sich an wie mitten im Urwald… oder im Jurassic Park, daran erinnerte uns die grüne Landschaft nämlich sehr.

Chile Carretera Austral Parque Pumalin

Regen, Regen und Regen

Es sollte einfach nicht mehr aufhören! Wir fuhren entlang der Carretera Austral immer weiter in den Süden, in der Hoffnung, dass der Regen irgendwann mal aufhören würde. Als wir einsahen, dass das nicht passieren würde, hofften wir darauf, dass es mal nur Nieselregen geben würde. Fehlanzeige! Und so fuhren wir weiter und weiter, immer vorbei an den vorher gesetzten Markierungen für Wanderwege und Aussichtspunkte.

Hanging Glacier

Südlich von Chaiten legten wir im Queulat Nationalpark einen Stopp ein, um den hängenden Gletscher dort zu besichtigen. Wir hatten uns zuvor mit Alicia getroffen, die dort schon war und meinte, man könnte den Gletscher auch bei Regen sehen. Also nichts wie hin! Für 2500 Pesos (7€) Eintritt durften wir in den Park hinein und konnten uns den Gletscher von drei unterschiedlichen Aussichtspunkten ansehen. Der längere Wanderweg war wegen des Wetters in zu schlechtem Zustand, um ihn zu begehen.

Chile Carretera Austral Hanging Glacier

Wir waren dann wirklich beeindruckt von diesem Naturspektakel und freuten uns total, dass wir nun doch noch einen kleinen Einblick in die spektakuläre Natur bekommen sollten. Nach kurzem Regenguss ließ der Regen etwas nach und wir konnten sogar eine Bootstour näher an den Gletscher heran machen. So bestaunten wir die zahlreichen Wasserfälle drumherum und sahen uns den Gletscher von unten an. Das, was auf den Bildern hier vielleicht eher klein wirkt, sind in der Realität 200 Meter dicke Eismassen!

Chile Carretera Austral Hanging Glacier von Nahem

Zustand der Carretera Austral

Ausgerüstet mit Ersatzbenzin und Essensvorräten für mehrere Tage waren wir auf die Carretera Austral gestartet, weil es im Lonely Planet hieß: hier ist man auf sich gestellt und es sei unklar, wann die nächste Tankstelle kommen würde. Was wir vorgefunden haben, war eine größtenteils asphaltierte Straße, die sich auch mit einem Fahrzeug ohne Vierradantrieb problemlos befahren lässt. Tankstellen haben wir ungefähr alle 50 bis 100 Kilometer vorgefunden.

Chile Carretera Austral Baustelle

Zwischendurch gibt es immer mal wieder Abschnitte, die nicht asphaltiert sind und eher aus Geröll bestehen. Zudem kann es bei starken Regenfällen (haben wir erwähnt oder?) zu kleinen Erdrutschen, sehr schlammigen Straßen und auch mal Straßensperren kommen. Unser Eindruck war, dass die nicht asphaltierten Straßenabschnitte eine Dauerbaustelle sind, die immer wieder begradigt und freigeräumt werden müssen. Was für eine Sisyphusarbeit!

Flucht vor dem Regen

Chile Carretera Austral Coyhaique

Als wir nach einer Woche in Coyhaique ankamen, waren wir genervt, frustriert und konnten Regen weder sehen noch hören. Unseren Roadtrip hatten wir uns ganz anders vorgestellt und waren einfach nicht darauf eingestellt, dass es durchregnen würde. So entschlossen wir uns, die Flucht anzutreten und Chile zu verlassen. Auf der anderen Seite der Anden sollte die Landschaft zwar nicht annähernd so spektakulär sein, aber das war uns inzwischen egal! Die spektakuläre Landschaft hatten wir ja auch nicht zu sehen bekommen ;)

Nachdem wir uns in Puerto Montt im Büro der Nationalparkverwaltung Conaf über die Situation in den umliegenden Nationalparks informiert hatten, beschlossen wir, zunächst einen Abstecher in das Seengebiet und den Vulkan Osorno etwas nördlich von Puerto Montt zu machen.

Puerto Varas

Zunächst fuhren wir ins nur 20 Kilometer entfernte Puerto Varas. Diese kleine Stadt liegt am südlichen Zipfel des Lago Llanguihue und erinnerte uns mit seinen Häusern sehr an einen österreichischen Skiort. Wir spazierten ein paar Meter am See entlang und genossen den fantastischen Blick auf den schneebedeckten Vulkan Osorno und die davor schippernden Boote.

Chile Puerto Varas Blick auf Osorno

Vulkan Osorno

Unser nächstes Ziel sollte dann dieser schneebedeckte Vulkan sein. Also fuhren wir am See entlang und hatten wunderschöne Ausblicke auf die tolle Natur drumherum. Es ist auch möglich den See komplett zu umrunden. Bei Sommerwetter ist das sicherlich auch eine geniale Fahrradtour, da zwischendrin immer wieder kleine Städte mit Unterkünften liegen!

Chile Vulkan Osorno Blick auf See

Wir fuhren aber kurz nach der grünen Lagune ab und auf den Vulkan hinauf. Eine kurvige und steile Strecke brachte uns so auf ungefähr die Hälfte (ca. 1300 Meter) und trotz Wolken konnten wir den See, das Meer und die vielen Berge und Vulkane in der Umgebung sehen. Wow! Wir liefen den Weg in Richtung des roten Kraters und je höher wir kraxelten, umso mehr bekamen wir zu sehen. Es ist auch möglich, mit zwei Liften bis auf 1600 Meter zu fahren. Uns waren die Kosten von über 20€ pro Person aber einfach zu hoch und der Wind dafür zu kalt.

Wasserfälle Saltas de Petrohue

Nur 20 Kilometer vom Vulkan Osorno entfernt liegen die Wasserfälle Saltas de Petrohue. Hier wurden von uns 4000 Pesos (knapp 6€) Eintritt pro Person verlangt, was uns ziemlich viel vorkam. Für das Parken durften wir noch mal 1000 Pesos extra zahlen und so starteten wir skeptisch in diese Attraktion.

Chile Wasserfälle mit Osorno

Die Skepsis verflog allerdings beim ersten Anblick dieser wahnsinnigen Stromschnellen! Mit welcher Wucht hier das Wasser fließt, kann man sich kaum vorstellen. Dazu im Hintergrund die schneebedeckten Vulkane: wir waren hellauf begeistert. Auf zwei Spazierschleifen gab es zudem auch noch tolle Ausblicke auf den Fluss, einen weiteren Bach und wir liefen durch sehr „dschungeligen“ Wald. Somit verbuchten wir die Wasserfälle als lohnenswerte Attraktion und verbrachten zwei Stunden auf dem schönen Gelände.

Chile Wasserfälle Petrohue

Auf unserer Weiterfahrt nach Petrohue legten wir kurze Zeit später einen Stopp an der Straße ein, um unser Brötchen mit Avocado und Lachs – ja, sehr dekadentes Campingessen – mit wunderschönem Blick zu genießen.

Chile Roadtrip Essen auf Motorhaube

Wildes Camping in Petrohue

An einer Infostation nahe des Vulkans waren wir schon vorgewarnt worden, dass der Campingplatz in Petrohue nicht mehr existiere. So waren wir zumindest schon mal vorbereitet darauf, dass wir dort vermutlich nicht stehen könnten.Wir hatten allerdings den Grund nicht ganz verstanden und bekamen dann vor Ort die Geschichte erst so richtig mit. Vor einer Woche hatte es wohl sintflutartig geregnet und der ganze Regen (inklusive Schlamm) ist am Vulkan hinunter zum See geflossen, an dem Petrohue liegt. Nun verstanden wir auch, weshalb die Straße hierher von meterhohen Schlammbergen gesäumt wurde. Die Zufahrt zum Campingplatz war einfach überspült worden.

Chile Vulkan Osorno Camping

Da aber immer noch ein riesiger Parkplatz existierte, parkten wir einfach dort. Direkt am See, mit wunderschönem Blick auf den Lago Todos Los Santos, den Vulkan Osorno auf der einen Seite und weitere schneebedeckte Berge und Vulkane auf der anderen. Ganz kostenlos :)

Chile Petrohue Camping am See

Mit Tee und Suppe ließen wir den Abend gemütlich ausklingen. So kann unser Roadtrip gerne weitergehen!

Noch bevor wir überhaupt nur einen Fuß auf chilenischen Boden gesetzt hatten, haben wir beschlossen: in den Süden reisen wir nicht, dafür ist jetzt einfach nicht die richtige Reisezeit und wir sind absolut nicht für Kälte und Dauerregen ausgestattet. Nach einer Woche Gehirnwäsche bei Martin in Santiago und den fantastischen Erzählungen von ihm und seinen Freunden vom Süden.. was sollen wir sagen: Heeeeyyy, ab in den Süüüüdeeen, dem Winter hinterher, ey yo was geht?!

Spontane Planänderung

Generell steht Patagonien schon auf unserer Liste der Wunschziele. Aber eigentlich heißt es immer: Reisezeit zwischen November und Februar.. und wir haben jetzt Mai, sind also schon ein ganzes Stückchen davon entfernt. Wieso wir jetzt trotzdem in den Süden aufbrechen? Wir versuchen, es zu erklären. 1. Wir können uns Martins Auto mit Allradantrieb leihen und somit selbstbestimmt durch die Gegend fahren. 2. Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung! 3. Wann hat man schon einmal die Möglichkeit, Patagonien zu sehen?!? Jetzt stell dir noch die Chilenen vor, die das mit voller Inbrunst vortragen und dir von der tollen Natur erzählen und schwups, befindest du dich auf einem Roadtrip ans Ende der Welt!

Vorbereitungen unseres Roadtrips nach Patagonien

Als allererstes kauften wir uns Daunenjacken, die sich klein packen lassen und von nun an zu unserem Handgepäck dazugehören. In Nepal hatten wir sie für die Wanderung im Himalaya noch in „Nepal-Qualität“ gekauft und zurückgelassen. Dieses Mal sind es gute geworden, die uns hoffentlich ordentlich warm halten. Dazu haben wir uns noch Mütze und Handschuhe gegönnt. Da wir unsere Reise auch wieder in Videos festhalten wollen, benötigten wir ein kleines Kamerastativ, weil unseres ja leider im Canyon in Nicaragua schwimmt. Dann kauften wir noch einen zweiten Akku für die Go Pro und eine SIM-Karte. Das hört sich jetzt nach wenig an. Aber das Zusammensuchen der richtigen Sachen hat uns in die zwei größten Malls Santiagos geführt und einige Nerven gekostet!

Eine weitere wichtige Angelegenheit mussten wir bei einem Notar klären. Und das läuft in Chile ganz anders ab als in Deutschland. Hier geht man in ein Notarbüro, zieht eine Nummer, erzählt einer Sachbearbeiterin sein Anliegen, bezahlt dafür und bekommt es dann innerhalb der nächsten 20 bis 30 Minuten ausgehändigt. Das liegt wohl daran, dass die Chilenen sich untereinander nicht allzu sehr trauen und daher alles immer notariell beglaubigen lassen. Ist, soweit wir das beurteilen können, ein florierendes Geschäft! ;)

Weil wir auf unserem Roadtrip eventuell auch nach Argentinien fahren wollten, benötigten wir vom Notar ein beglaubigtes Schreiben, dass wir das Auto offiziell fahren dürfen – soll ja keiner denken, wir hätten die Karre geklaut! Die zusätzliche Versicherung für Argentinien kann man (wenn man der spanischen Sprache mächtig ist) übrigens ziemlich kurzfristig im Internet abschließen.

Von Santiago nach Puerto Montt – die ersten 1000 Kilometer

Chile Roadtrip Straße

An einem Samstagmittag brachen wir auf. Die Matratze legten wir auf die umgeklappten Sitze, unsere Bettsachen und Rucksäcke packten wir drauf und los ging es. Einkaufen konnten wir unterwegs ja immer noch, Hauptsache erstmal losfahren. Das lief für ungefähr 30 Minuten auch richtig gut bis wir in Santiago in einen mega Stau geraten sind. Riesiger Unfall, großes Tatütata und wir haben kaum etwas verstanden, das uns auf den blinkenden Schildern geraten wurde. So fuhren wir an jeder Umgehung konsequent vorbei und immer weiter auf die Unfallstelle zu. Dadurch sahen wir unfreiwillig auch die im Unfall verwickelten Fahrzeuge und waren ziemlich geschockt, das sah ganz bösartig aus!

Erster Halt in San Javier – Camping mit Folgen

Nach Santiago kamen wir aber gut voran, folgten immer der Panamerica Sur bis nach Linares. Hier hatte Franzi online einen Campingplatz gefunden, der das ganze Jahr über geöffnet sein sollte. Also erledigten wir unseren Einkauf und steuerten den Campingplatz Las Islas an. Als wir es im zweiten Versuch zum großen Eingangstor schafften, standen wir vor verschlossenen Türen. Die angegebene Nummer konnten wir nicht anrufen und unter dem Eingangsschild hing ein Verkaufsschild. Na super! Mittlerweile wurde es dunkel und Campingalternativen in der Umgebung gab es nicht.

Matthias sprach schließlich einen Mann an, der das ganze Dorf zu kennen schien und in seiner schier unendlichen Kontaktliste im Handy fröhlich einen nach dem anderen durchtelefonierte bis er die richtige Person erreicht hatte. Die sagte, das Tor sei doch auf und so fuhren wir wieder zum Campingplatz. Dieses Mal nahm Matthias das Tor in Augenschein und siehe da – es ging auf! Freundlich wurden wir von einem älteren Ehepaar empfangen und hatten freie Stellplatzwahl auf dem sonst leeren Gelände.

Chile Roadtrip Bett im Auto

An einem kleinen Tisch bereiteten wir unser Essen zu und Matthias nutzte den Strom zum Video schneiden. Später kuschelten wir uns in unser Autobett und verbrachten eine gar nicht so schlechte erste Nacht darin. Nach dem Frühstück und einem kurzen Spaziergang am Morgen konnte es also weitergehen. Wenn da nicht so hässliche kleine rote Lämpchen aufgeblinkt hätten! Das Auto zeigte uns an, dass etwas mit dem Motor nicht in Ordnung sei und laut Handbuch müsste man unverzüglich zur nächsten Werkstatt fahren.

Auf der Suche nach einer Werkstatt

Blöderweise war es Sonntag. Und wenn auch die Malls und Supermärkte in Chile häufig am Sonntag geöffnet sind, ein Toyotahändler war es nicht. Da das Auto problemlos fuhr, tingelten wir von einer größeren Stadt zur nächsten und blieben schließlich in Temuco um dort am nächsten Morgen direkt die Werkstatt aufzusuchen. Fehlte nur noch der Campingplatz. Etwas außerhalb der Stadt erzählte uns Google, dass es einen Campingplatz gebe und so fuhren wir hin. Was wir vorfanden war ein Fußballfeld mit Vereinshalle und einer großen Wiese davor. Der Besitzer erklärte uns, dass wir die Toilette der Vereinshalle nutzen könnten und uns einfach auf die Wiese stellen sollten. Da er dafür nur 5000 Pesos (7€) haben wollte, übernachteten wir auf diesem skurrilen „Campingplatz“.

Am nächsten Morgen führte unser erster Weg in die Werkstatt, wo uns nach kurzer Analyse mitgeteilt wurde, dass eine Maus sich durch ein Kabel gebissen hätte. Alles nicht so dramatisch, für den Vierradantrieb aber nicht so gut. Wir entschlossen uns zur Reparatur, die 3 Stunden dauern sollte. Es war 10.30 Uhr und der nette Mitarbeiter erklärte uns, dass wir das Auto dann abends abholen könnten. Wenn du jetzt auch gerade angestrengt nachrechnest, wie das kann: Auf die Lösung kommst du nicht! Von 13 bis 15 Uhr ist Mittagspause und deswegen dauert die Reparatur bis abends. :D

Vorbereitung die Zweite in Puerto Montt

Wir wollten so lange nicht warten und fuhren weiter bis Puerto Montt. Hier brachten wir das Auto nachmittags in die Werkstatt und konnten es am Abend wieder abholen. In der Zwischenzeit hatten wir die Promenade am Meer erkundet und uns eine Unterkunft organisiert. So hatten wir mal wieder ein warmes Zimmer, eine heiße Dusche und mehr Platz zum Schlafen.

Unser zweiter Tag startete mit strahlendem Sonnenschein, dem freien Blick auf einen schneebedeckten Vulkan und weitere Berge in der Ferne. Wir verbrachten den Tag mit weiteren Vorbereitungen, machten einen Großeinkauf, deckten uns noch mal mit Wollsocken und Schals ein und füllten Ersatzbenzin in unseren Wasserkanister ab. Wir holten uns Informationen zu den umliegenden Nationalparks und fühlten uns nun gewappnet für die Weiterreise Richtung Süden.

Chile Roadtrip Puerto Montt

Mit einem guten Gefühl spazierten wir daher noch einmal durch die Straßen von Puerto Montt und ließen uns im Puerto Frito, einem kleinen Restaurant im Fischmarkt am nördlichen Ende der Stadt eine riesige Portion frischen Fisch schmecken. Dazu hatten wir eine grandiose Aussicht über die Stadt und das Meer. Die Berge in der Ferne schienen förmlich nach uns zu rufen und die Vorfreude auf Patagonien stieg immer mehr an.

Im Oktober 2015 sind wir für 4 Wochen nach Australien geflogen, ein echt beeindruckendes Land! Vorher haben wir hin- und herüberlegt, wie wir Australien erkunden wollen. Wir hatten es auf unseren Roadtrips durch Californien geliebt, spontan zu entscheiden, wohin wir fahren wollen und was wir uns ansehen. Deshalb überlegten wir, uns auch für den Australientrip einen Mietwagen oder einen Camper zu mieten. Nach dem Abwägen von Kosten, Bequemlichkeit und Mobilität entschieden wir uns für einen Trip mit dem Camper, und das war eine super Entscheidung!!!

Australien Roadtrip: Welchen Camper nehmen wir?

Weil es so toll ist, Australien mit Camper zu erkunden, ist es entsprechend beliebt und die Anzahl an Anbietern, verschiedenen Preiskategorien, Größen, Ausstattungen und Versicherungspaketen kann einen im ersten Moment erschlagen. Wir haben über Camperdays letztlich einen Hi-Top Camper von Cheepa Campa für 17 Tage gebucht. Auf unseren Foto könnt ihr sehen, dass Apollo drauf stand. Das liegt daran, dass Apollo die Camper, wenn sie einige Kilometer oder Jahre auf dem Buckel haben, weiterreicht an die Unterfirma Cheepa Campa. So kann Apollo höhere Preise verlangen, da die Fahrzeuge typischerweise neuer sind und Cheepa Campa greift Kunden wie uns ab, die sich auch in gebrauchten Campern wohlfühlen. Offenbar hatten sie noch keine Zeit das Logo umzukleben. Die noch günstigere Marke Hippie Camper gehört übrigens auch zu Apollo. Vermutlich landet unser Camper irgendwann in deren Sortiment, wer weiß. Die Abwicklung über Camperdays lief jedenfalls sehr entspannt. Den Voucher über den Camper erhielten wir per E-Mail und Fragen konnten wir telefonisch gut klären.

Unsicher waren wir uns beim Versicherungsschutz. Das Basis Versicherungspaket deckt oft eben nur Unfallschäden und Diebstahl ab und außerdem sind einige Ausrüstungsgegenstände wie Campingstühle oder Bettwäsche nicht inklusive. Wählt man den Premium Versicherungsschutz, sind Glas- und Reifenschäden, Dach- und Innenraumschäden mit abgedeckt und die zu hinterlegende Kaution ist oft deutlich geringer (250 statt 2500 AUD). Dafür kommen dann aber noch mal ordentlich Mietkosten oben drauf (pro Tag um die 20€). Wir haben uns schließlich für die Premium-Variante entschieden, weil wir häufig gelesen hatten, dass die Autos schon sehr alt sind und wir nicht riskieren wollten, dass wir irgendwelche Reparaturen übernehmen müssen. Wenn man sich für einen teureren Anbieter mit neueren Fahrzeugen entscheidet, braucht man das vielleicht nicht.

Ausstattung

Der Camper selbst hatte einen kleinen Kühlschrank, eine Mikrowelle, 2 Herdplatten sowie ein kleines Spülbecken. Ein Wassertank und eine Gasflasche waren auch dabei. Die Sitzbänke und den Tisch konnte man zu einem großen Bett zusammenbauen, das wir auch für die ganze Zeit so gelassen haben. Wir haben lieber draußen gesessen auf unseren 2 Campingstühlen und dem Klapptisch! Im Camper gab es ziemlich viel Stauraum unter den Bänken, in kleinen Schränken und eben auch im Hi-Top. Dort kann sonst auch ein Kind schlafen. In unserem Fall haben wir dort unsere Koffer deponiert. Besteck, Geschirr, Handtücher und Bettwäsche waren ebenfalls im Camper vorhanden.

Den Camper haben wir in Cairns abgeholt, nachdem wir uns zuvor schon Sydney und das rote Zentrum mit dem Ayers Rock und Kings Canyon angesehen hatten. Wir waren positiv überrascht, dass der Camper in einem guten Zustand war und echt viel Platz bot. In Internetforen hatten wir von ganz unterschiedlichen Erfahrungen anderer Reisender gelesen.

Unsere Route mit dem Camper durch Australien

Unsere Route führte uns zunächst in den Norden zum Daintree Forest, wo der Regenwald auf das Meer trifft. Die Fahrt dorthin dauert von Cairns aus gute 5 Stunden aufgrund der vielen Serpentinen, aber es lohnt sich definitiv! Danach sind wir wieder in den Süden gefahren und hinter Cairns in die Tablelands abgebogen. Unsere Route zog sich entlang des Bruce Highway (der bei uns eher als Landstraße durchgehen würde) südwärts bis Brisbane. Wir übernachteten in Mission Beach und sahen einen wunderschönen Sonnenuntergang und am nächsten Morgen den Sonnenaufgang am Strand. Danach ging es nach einem Abstecher zu den Jourama Falls weiter auf die Insel Magnetic Island. Zu den Whitsunday Islands segelten wir von Airlie Beach aus und im Cape Hillsborough teilten wir uns den Strand mit Kängurus. Am Rainbow Beach stiegen wir in einen four-wheel-drive-(4WD)-Bus, um Fraser Island erkunden zu können. Danach ging es weiter zur Sunshine Coast mit Noosa und Mooloolaba. Nach einem Abstecher zu den Glasshouse Mountains und einer kurzen Wanderung landeten wir schließlich nach 17 Tagen und 2200km in Brisbane.

Es gab Tage, an denen mussten wir mal 400km zurücklegen, aber auch Tage, an denen wir gar nicht oder nur eine kurze Strecke weitergefahren sind. Mit etwas mehr Zeit hätten wir uns gerne noch mehr im Hinterland angesehen. Die Strecke an der Ostküste ist ungemein beliebt für Campertouren, wobei wir nördlich von Mission Beach eher für uns waren und die vielen vielen Touristen so richtig erst an der Sunshine Coast wahrgenommen haben.

Campgrounds in Australien

Übernachtet haben wir auf Campgrounds, die oft wunderschön gelegen waren. Der Strand war nie weit :) Vorgebucht hatten wir nur den ersten Campground im Daintree Forest und den auf Magnetic Island (weil es die Fähre beim Vorbuchen günstig im Paket dazu gab). Sonst haben wir immer spontan entschieden, wo wir übernachten und wie weit wir noch fahren. Das war ein tolles Gefühl von Freiheit! Die Australier selbst campen auch sehr viel und daher gibt es immer und überall noch einen Platz. Die guten sind zur Hochsaison (Dezember und Januar an der Ostküste) aber auch gerne mal ausgebucht.

Die Campgrounds selbst waren immer in einem top Zustand. Duschen, Toiletten und Küchen waren sauber und gut ausgestattet. Auf fast jedem Campground stand einer dieser Gas-Grills, die eigentlich eher einer heißen Platte ähneln als einem typischen Grill mit Rost, sodass wir uns oft einen Salat geschnibbelt und dazu etwas auf den Grill geworfen haben. Faszinierend an Australien ist, dass diese Grills auch an öffentlichen Plätzen und Stränden frei verfügbar, immer mit Gas ausgestattet und umsonst sind. Genial!

Die Campgrounds kosteten je nach Stellplatz (mit/ ohne Strom) zwischen 25 und 50 AUD. Es gibt aber auch staatliche Campgrounds, die oft in Nationalparks gelegen sind und deutlich günstiger sind (ca. 10AUD). Dafür gibt es dort dann nur ein Plumpsklo und keinen Strom. Das haben wir für eine Nacht auch mal gemacht und standen direkt am Strand, geht auch gut! Dabei muss man aber beachten: Bei vielen Campgrounds kann man spontan vorbeifahren und vor Ort bezahlen, einige muss man vorher schon online reservieren, manchmal geht das auch in den Büros der Tourist Information. Für unsere Tour relevant waren die Websites der Nationalparks in Queensland und New South Wales.

Linksverkehr(t)

Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Fahren auf der linken Fahrbahn und damit einhergehend eben auch das Schalten mit der linken Hand, und vor allem die vertauschten Hebel für Blinken und Scheibenwischer. Es hat lange gedauert und es war ein Dauerbrennerwitz (alias Running Gag), wenn jedes mal vorm Abbiegen der Scheibenwischer mit der Arbeit begann, trotz strahlendem Sonnenschein. Matthias hat aber bewiesen, dass man das nach einiger Zeit dann doch umlernen kann. Der Nachteil: zurück in Deutschland arbeite der Scheibenwischer dann auch öfter als nötig…

Wie viel hat uns der Trip mit dem Camper gekostet?

Die hier in der Tabelle aufgeführten Kosten beziehen sich immer auf 2 Personen. Das sind die kompletten Kosten die wir für den Camper und die Reise mit dem Camper hatten. Nicht aufgeführt sind Kosten für Essen, Ausflüge und was sonst so auf der Reise anfällt. Mautgebühren haben wir für die Route nicht gehabt. Diese können um Brisbane und Sydney herum aber anfallen.

  • Was
  • Camper
  • Campgrounds
  • Benzin
  • Gesamtkosten
  • Menge
  • 17 Tage inkl. Versicherung
  • 16 Übernachtungen
  • 2200km
  • Gesamtkosten
  • Kosten
  • 1266€
  • 320€
  • 250€
  • 1866€

Man kann sicher noch günstiger mit einem Camper reisen. Das geht zum Beispiel, indem man einen kleineren oder älteren Camper mietet, nur die Basisversicherung wählt, oder Ort der Abholung und Abgabe gleich sind (one-way fee entfällt). Außerdem kann man öfter die staatlichen Campgrounds in den Nationalparks nutzen, die oft superschön gelegen sind und deutlich günstiger als die nicht-staatlichen. Wildes und damit kostenloses Campen ist teilweise auch möglich, dazu können wir keine Tipps geben, da wir gerne auf den Campgrounds standen. Vor allem auf Grund der tollen Lage und weil wir jeden zweiten Tag Strom benötigten für den Kühlschrank. Wäre der Trip Teil unserer Weltreise gewesen, hätten wir vermutlich auch versucht, öfter kostenlos zu nächtigen. Dabei ist aber zu beachten, dass das Übernachten im Auto an vielen Orten und vor allem Stränden nicht erlaubt ist.

Nützliche Apps für deine Campertour durch Australien

Am häufigsten haben wir wahrscheinlich Google Maps genutzt. Für Routen finden wir die App unschlagbar und Karten für bestimmte Städte kann man sich schon vor der Reise herunterladen um sie dann während der Reise auch offline nutzen zu können. Eine zweite App, die wir sehr nützlich fanden, ist Wiki Camps. Hier werden einem die nächsten Campgrounds angezeigt, deren Ausstattung, die Bewertung und Kosten eines Stellplatzes. Uns hat das den Trip mit dem Camper sehr erleichtert, da wir spontan immer gucken konnten, welche Campingplätze in der Nähe sind. Wir haben uns an den Bewertungen der anderen Nutzer orientiert und ausschließlich positive Erfahrungen gemacht.

Um auch in Australien unser Smartphone nutzen zu können, haben wir uns schon vorher eine SIM-Karte besorgt. Über amaysim konnten wir im Internet aussuchen, welches Datenvolumen wir benötigen und die SIM-Karte wurde uns zugeschickt. Für 23€ bekamen wir die SIM-Karte, hatten 1GB Datenvolumen und konnten 10 AUD vertelefonieren. Damit sind wir in den 4 Wochen super klar gekommen. Es ist natürlich auch vor Ort möglich, sich eine SIM-Karte zu besorgen.

Fazit zu unserer Reise mit dem Camper

Wir haben uns schon am ersten Tag im Camper total dafür gefeiert, dass wir einen Camper haben! Und das blieb bis zur Abgabe in Brisbane (2200 km später) auch so. Wir würden jedem raten, Australien in einem Camper zu bereisen (ohne natürlich jetzt viele Alternativen ausprobiert zu haben). Die Vorteile für uns waren:

  • Mobilität und Flexibilität
  • Kühlschrank und Mini-Herd dabei
  • kein nerviges Hin- und Herräumen von Koffern/ Klamotten (die waren im Hi-Top)
  • kein Aufbauen vom Zelt, einfach ins Bett klettern und gut ist
  • überall Campgrounds, oft in toller Umgebung
  • Campground-Gebühr günstiger als Zimmer in Hotels oder Hostels

Und Australien ist einfach dafür gemacht! Wir waren bisher in keinem anderen Land, das im Camper so toll zu bereisen ist! Vielleicht ändert sich das auf der Weltreise noch, aber bisher ist Australien Camperland Nummer 1!