Beiträge

Ist eine Weltreise durchgängig geil? Nein.

Oft berichten wir dir von unseren Erlebnissen und Erfahrungen der Weltreise, erzählen von den schönen und beeindruckenden Momenten und teilen unsere Highlights. Aber auch während der Reise gibt es natürlich Tage, die mal nicht so toll sind. Tage, die schlecht starten, unerwartete Ereignisse, mit denen wir umgehen müssen oder der Verzicht auf etwas, das wir vermissen. Daher wollen wir dir in diesem Beitrag auch diese Seite der Reise zeigen.

Vielleicht liest du unsere Berichte, siehst unsere Bilder auf Instagram oder schaust unsere Videos auf Youtube und begleitest uns so ein bisschen auf unserem Trip um die Welt. Da halten wir die schönen Erfahrungen fest, die wir machen dürfen. Wir nehmen dich mit in neue Länder und teilen das Surreale, das Schöne und das Abenteuerliche mit dir. Es gibt aber auch Tage, da lassen wir die Kamera aus, weil uns einfach nicht danach ist oder weil wir kein Lächeln zustande bekommen. Diese Tage kommen nicht häufig vor, aber sie gehören eben auch zum Reisen dazu.

Schon wieder Reiseplanung

So gern wir in neue Länder reisen, in eine neue Kultur eintauchen und Naturspektakel ansehen – die Planung vorher bringt nicht immer Spaß. Und da wir oft nicht länger als zwei, drei Nächte an einem Ort sind, planen wir oft. Sehr oft. Mit irgendeinem Aspekt der Reise sind wir immer beschäftigt. Wo geht es als nächstes hin? Wie kommen wir dorthin? Wo werden wir übernachten? Was wollen wir dort machen? Passt das mit unserem Budget?

Wenn man seinen zweiwöchigen Urlaub plant und da lange drauf hinfiebert, dann macht das echt Spaß! Wenn man das aber alle zwei bis drei Tage organisieren muss, dann kann man auch mal müde werden und nicht schon wieder auf Tripadvisor nach Bewertungen von Unterkünften sehen wollen oder mit seinem Survival-Spanisch versuchen, die Erklärungen des Hostelmitarbeiters zur Busfahrt von A nach B zu verstehen.

Weltreise Reisetief Reiseplanung

Alles ist neu

So oft haben wir uns in unserem Arbeitsalltag nach Freiheit und Entscheidungsmöglichkeiten gesehnt. Nun passiert es uns häufiger, dass wir uns nach einem Alltag sehnen. Nicht unbedingt nach dem gewohnten in Deutschland, einfach nach einem Alltag, in dem nicht jeder Schritt neu geplant und überlegt werden muss. Auf unserer Reise ist oft alles neu.

Neues Klima, neue Verhaltensweisen, neue Sprachen. Was hat er gesagt? Essen, zubereitet mit unbekannten Hygienestandards und bezahlt mit einer neuen Währung. Wie war nochmal der Umrechnungskurs? Andere Verkehrsmittel. Müssen wir buchen oder springt man einfach so auf den Bus? Neues Gedränge, ähnliches Gequetsche, anderer Lärm. Ähnliche Hunde aber ganz andere Insekten. Meistens größere.

In jeder Stadt, in der wir ankommen, müssen wir uns erst einmal orientieren. In welcher Ecke gibt es einen Supermarkt? Wo können wir günstig etwas essen? Wo können wir gut spazieren gehen? Bis wann ist es wo sicher? Meistens macht es Spaß, neue Städte zu erkunden, die schönen Häuser zu betrachten und die Menschen in ihrem Alltag zu beobachten. Aber wenn wir uns gerade zum fünften Mal in zwei Wochen in einer neuen Stadt zurecht finden müssen, dann wünschen wir uns manchmal nichts mehr als unseren Stammdöner. Zu wissen, wo er ist, wie wir dahin kommen, was es dort kostet und vor allem, dass es uns schmeckt.

Komfort, wo bist du?

Als Deutsche leben wir sehr komfortabel: Wir haben eine schöne Wohnung mit richtigen Mauern, ohne Löcher und ohne vergitterte Fenster, bequeme Betten, trinkbares Leitungswasser, eine warme Dusche, saubere Klamotten und eine riesige Auswahl an Essen, das wir jederzeit bekommen können.

Reist man für eine längere Zeit auch durch ärmere Länder und hat – so wie wir – ein begrenztes Budget, so muss man natürlich etwas von diesem Komfort einbüßen. Mal sind die Betten unbequem und selten richtig sauber, meistens gibt es nur eine kalte Dusche, nicht immer gibt es durchgängig Strom, aber überraschend oft WiFi. Das leicht dreckige T-Shirt wird wieder angezogen, weil alle anderen Klamotten noch dreckiger sind. Das Essen ist auf die regionale Küche begrenzt, die uns zunächst fasziniert aber nach einigen abwechslungsarmen Wochen auch mal zum Hals raus hängen kann.

Einzeln für sich genommen ist das alles kein Thema. Aber wenn es an allen Ecken und Enden am Komfort mangelt, dann kann auch mal schlechte Laune aufkommen und in Tagträumen die gemütliche Wohnung in Deutschland auftauchen. Dann wünschen wir uns saubere Sachen, eine andere kurze Hose als die, die wir jeden zweiten Tag anziehen oder eine ordentliche Portion Möhreneintopf.

Weltreise Reisetief Hütte

Aber das alles gehört zu unserem Reisealltag dazu und ist für uns auch in Ordnung. Wir laufen nicht verstrahlt grinsend 365 Tage im Jahr durch Deutschland, warum also sollte es auf unserer Reise der Fall sein, die uns auch immer mal an unsere Grenzen bringt?! Umso wichtiger ist es, sich damit auseinanderzusetzen und einen Weg zu finden, damit umzugehen.

Was tun bei einem Reisetief?

Wir hatten noch nicht viele Reisetiefs. Selbst, wenn mal der oben erwähnte Komfort fehlt, machen es meistens die tollen Erlebnisse oder die schöne Natur wieder wett. Aber Städte können uns manchmal den Rest geben. Wenn sie entweder laut und dreckig (Jaipur) oder einfach nur grau, häßlich und unerträglich heiß sind und es nichts in der Stadt gibt, was wir unbedingt unternehmen wollen, dann gucken wir uns manchmal an und fragen uns: Warum tun wir uns das an? Und wenn es darauf keine gute Antwort gibt, ändern wir etwas.

Wenn uns die weitere Reiseplanung zu viel wird, dann bleiben wir eben mal länger als geplant an einem Ort. Wenn es uns am Komfort mangelt, dann sorgen wir dafür, dass wir wieder etwas mehr Komfort haben. Dann wird die nächste Unterkunft kein Schlafsaal, sondern ein Doppelzimmer mit eigenem Bad und vielleicht sogar einem Balkon! Und wenn wir die lokale Kost nicht mehr genügend wertschätzen (aktuell entwickeln wir Widerstände gegen Mais, Bohnen und Reis), dann buchen wir eine AirBnB Wohnung mit Küche oder suchen ein überteuertes Restaurant und bestellen einfach etwas unauthentisch Nudeliges.

Unser heutiges kleines Reiseloch war übrigens nach 3 Stunden wieder überwunden. Was uns heute herausgeholfen hat? Ein improvisiertes Müsli mit Milch im Park, ein klimatisiertes Café mit leckerer Limonade und Brownie und das Buchen der nächsten Unterkunft – direkt am Strand, ein eigenes kleines Häuschen mit Küche, Bad und Hängematte. Für ganze 5 Nächte. Deutlich über unserem Budget, aber voll im Wohlfühlbereich :)

Weltreise Reisetief Luxushütte

Und du?

Ist es dir auch schon einmal ähnlich ergangen? Warst du müde vom Reisen oder hast Komfort vermisst? Erzähl uns doch, wie du damit umgegangen bist und lasse einen Kommentar da.