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Die wohl schönste Burg Japans wartete in Himeji auf uns. Nach den vielen Tempeln in Kyoto war das noch mal ein architektonisches Highlight. Bei schönstem Sommerwetter konnten wir die Burg und den Garten erkunden.

Anfahrt von Kobe nach Himeji

Die kurze Fahrt dauert nur 33 Minuten und erfordert kein Umsteigen. In Kobe musst du nur in die Himeji Line steigen und bist im Nu angekommen. Die Fahrt kostet 970¥ und ist für Reisende mit dem Japan Rail Pass kostenlos.

Unsere Unterkunft in Himeji

Nach neun Nächten in Schlafsälen freuten wir uns riesig über unser Doppelzimmer im Comfort Hotel Himeji*. Für 55€ die Nacht bekamen wir am Morgen ein ordentliches Frühstück und hatten ein kleines Zimmer mit allem, was man so braucht. Die Lage zwischen Bahnhof und Burg ist wirklich hervorragend und um die Ecke gibt es unzählige kleine japanische Restaurants. Ein echt guter Deal.

Himeji Castle

Bei schönstem Sommerwetter im Oktober brachen wir morgens auf, um die Burg zu stürmen. Ab 9 Uhr kannst du mit deiner Besichtigung beginnen und wir würden dir auch raten, das möglichst früh zu tun. Es sind deutlich weniger Leute unterwegs und du kannst alles in Ruhe bestaunen.

Himeji Castle Matthias

Im Inneren der Burg

Wir zahlten den Eintritt von 1040¥ (8€, Kombiticket mit Koko-en Garten) und machten uns als Erstes zum sogenannten Main Keep auf. Hier kann man nämlich das Innere der Burg komplett erkunden. Durch alle sieben Etagen geht es und überall gibt es kleine Details zu entdecken. Das freundliche Personal spricht zwar fast gar kein Englisch, schaffte es aber trotzdem, uns auf die wichtigen Details hinzuweisen.

Am meisten sind uns die zwei Holzpfeiler in Erinnerung geblieben, die bis in die sechste Etage reichen. Diese Balken sind knapp 25 Meter lang! Insgesamt ragt die Burg übrigens 90 Meter in die Höhe und ist damit schon von Weitem gut sichtbar.

Himeji Castle Blick auf Stadt

Und so beeindruckend die Holzkonstruktionen im Inneren sind, der Blick von den oberen Etagen auf die Stadt und die Gärten um die Burg herum ist auch nicht zu verachten! Immer wieder steckten wir unsere Köpfe aus den vergitterten Fenstern um die gute Sicht zu genießen. Und aus jedem Winkel ließ sich auch jedes Mal etwas Neues entdecken.

Himeji Castle Franzi Fenster

Im Burggarten

Nach unserem Rundgang durch die Burg ließen wir uns auf einer der vielen Bänke nieder. Am schönsten ist der Anblick der Burg einfach von außen. Bis 2015 wurde das Himeji Castle fünf Jahre lang aufwendig restauriert und so strahlt es jetzt im schönsten Weiß. Seit seiner Errichtung im 16. Jahrhundert wurde die Burg zwar mehrfach erweitert und restauriert, abgebrannt ist sie jedoch nie. Das ist in Japan tatsächlich eine Seltenheit.

Himeji Castle Franzi auf Bank

Zum Schluss liefen wir noch durch einen nicht enden wollenden Korridor, der mehrere Türme miteinander verbindet. Die Holzgänge lieferten uns ein schönes Fotomotiv und in den Nebenräumen lernten wir noch mehr Details zur Burg.

Himeji Castle Gang

Nach zwei bis drei Stunden hatten wir die Burggründe komplett erkundet und besuchten nach einem kleinen Mittagessen den neben der Burg liegenden Garten.

Koko-en Garten

Da wir für den Garten im Kombiticket nur 40¥ mehr zahlen mussten, besuchten wir diesen am Nachmittag. Und wieder stellten wir fest: Gärten können die Japaner! Der Eintritt kostet sonst 300¥, sodass sich ein Kombiticket mit der Burg echt lohnt. Der Koko-en Garten besteht aus vielen kleinen Gärten, die man alle nacheinander durchlaufen kann.

Himeji Koko-en Garten

Am schönsten fanden wir den Garten mit dem riesigen Fischteich und einer romantischen Brücke in der Mitte. In vielen der Gärten stehen kleine Hütten, in die man sich setzen kann. Dort haben wir einige Leute entspannt lesen sehen. Wir pflanzten uns irgendwann auf einen Stein und genossen die Schönheit um uns herum.

Wir können dir nur zu einem Abstecher nach Himeji raten! Die Burg ist einen Besuch allemal wert. Von Osaka oder auch Kyoto aus kannst du Himeji sogar bequem im Rahmen eines Tagesausflugs besuchen.

Die erste Hauptstadt Japans lockte uns mit ihren Tempeln und so unternahmen wir von Kyoto aus einen Tagesausflug. Der Nara Park mit seinen zahlreichen Tempeln bietet viel Kultur auf kleiner Fläche und kann deshalb innerhalb von einigen Stunden entspannt erkundet werden.

Von Kyoto nach Nara mit der Nara Line

Vom Bahnhof in Kyoto fährt alle 30 Minuten die Nara Express Line und bringt dich in 45 Minuten nach Nara. Hast du einen Japan Rail Pass, so ist diese Strecke inbegriffen. Wir hatten ihn nicht und haben 710¥ (5,30€) bezahlt. Es gibt auch eine Local Train, die auf dieser Strecke fährt und deutlich häufiger hält. Sie benötigt für die gleiche Strecke eher 70 Minuten und kostet das gleiche. Am Bahnhof von Kyoto gibt es ein Touristeninformationszentrum mit sehr übersichtlichen Karten und vorgeschlagenen Routen. Hier kannst du (gegen Bezahlung) auch dein Gepäck verwahren.

Kojukuji Tempel

Auf dem Weg vom Bahnhof zum Nara Park liegt der Kojukuji Tempelkomplex. Wir wären fast zielstrebig daran vorbeigelaufen, weil wir diesen gar nicht auf dem Schirm hatten. Die riesige Pagode machte uns dann aber doch neugierig und so entdeckten wir die schönen Gebäude.

Nara Kojukuji Tempel

Noch besser als die Pagode gefiel uns die achteckige Halle im Norden des Komplexes. Dieses Gebäude war einfach wunderschön anzusehen. Als wir so andächtig davor standen, schlug ein Mann gegen die riesige Glocke daneben und holte so viel Schwung, dass wir kurz dachten, die Glocke würde kaputt gehen. Ging sie natürlich nicht ;) Der Glockenklang war aber weit über das Gelände zu hören.

Tierische Überraschung im Nara Park

Wir hatten vorher bereits gelesen, dass im Nara Park viele wilde Rehe und Hirsche leben und freuten uns auf die Tiere. Allerdings hatten wir nicht damit gerechnet, dass wir diesen sonst so scheuen Tieren so nah sein würden. An vielen Ecken im Park werden sogenannte Hirschkekse (150¥, 1,10€) verkauft, mit denen die Tiere gefüttert werden dürfen. Und das wissen sie natürlich. Daher kommen sie auf der Suche nach dieser Leckerei gern auch mal stürmischer auf die Menschen zu.

Nara Rehkitz

Das niedlichste dabei: die Rehe verbeugen sich zunächst ein Mal und bitten so um Futter. Wir waren voll aus dem Häuschen als wir das beobachteten und hatten einen Heidenspaß dabei, die vielen Bambis zu füttern.

Todaiji Tempel

Die Hauptattraktion im Nara Park ist der Todaiji Tempel mit der größten bronzenen Buddhastatue der Welt. Schon auf dem Weg zum Tempel bekamen wir eine Vorahnung, dass jetzt was richtig Großartiges kommen würde. Denn wir liefen durch das Nandaimon Tor, welches einfach nur riesig ist. Darin stehen zwei Holzfiguren, die Nia Wächter, die mindestens fünf Meter hoch sind und wirklich furchterregend aussehen. Was für eine Leistung, solche Figuren zu schnitzen.

Nara Nandaimon Tor

Um das Gelände des Todaiji Tempels zu betreten und auch die sogenannte Buddha Hall, wird ein Eintritt von 500¥ (4€) pro Person fällig. Der Tempel wurde 739 errichtet und enthält viele Skulpturen der sogenannten Nara-Zeit (710-784). Das ist genau die Zeitspanne, in der Nara Hauptstadt Japans war.

Nara Todaiji Tempel Seite

Die Halle, in der sich der riesige Bronzebuddha und die weiteren Skulpturen und Statuen befinden, ist das größte aus Holz gebaut Gebäude der Welt! Immerhin muss in ihr ja auch die Buddhastatue unterkommen, die über 15 Meter groß ist. 50.000 Zimmerleute und 37.000 Metallschmiede sollen für den Bau des Bronzebuddhas nötig gewesen sein. Die Statue ist so groß, das wir sie nicht einmal ansatzweise ganz auf ein Foto bekommen haben ;)

Nara riesiger Bronze Buddha

Nigatsu-do Halle

Nara Blick vom Nigatsu-do

Nördlich vom Todaiji Tempel liegt die Nigatsu-do Halle, von deren umlaufenden Balkon wir eine großartige Sicht auf den Nara Park und die Stadt hatten. Die Halle wird im März immer für religiöse Rituale genutzt. Dann werden hier Fackel- und Wasserschöpfzeremonien abgehalten.

Nara Nigatsu-do Tempel Collage

Wir wurden auf dem gesamten Gelände häufiger von Schulkindern gefragt, wo wir herkommen und vor der Nigatsu-do Halle hat uns eine Gruppe noch etwas mehr ausgequetscht. So höflich und liebenswert die Kleinen! Da wollten auch wir gerne ein Erinnerungsfoto mit ihnen haben :)

Nara Schulkids

Yoshikien Garten

Weil uns der bekannte Isui-en Garten mit einem Eintrittspreis von 900 (7€)¥ zu teuer war, gingen wir nebenan in den Yoshikien Garten. Dieser ist für ausländische Touristen kostenlos, Japaner hingegen müssen Eintritt bezahlen. Es war das erste Mal auf unserer Weltreise, dass wir das erlebt haben! Normalerweise müssen Touristen blechen und die Einheimischen zahlen weniger oder gar nichts.

Nara Yoshikien Garten

Wir gingen den vorgeschlagenen Rundweg durch den wirklich schönen Garten und bewunderten die farbigen Blätter, die sich hier so langsam in herbstlichen Rottönen zeigen. Ein toller Anblick und das auch noch für lau!

Ein toller Tag in Nara

Dieser Tagesausflug von Kyoto aus hatte sich echt gelohnt! Dadurch, dass hier so viele schöne Tempel nah beieinander stehen, konnten wir viele besichtigen. Dass wir dann auch noch den Rehen und Hirschen im Park so nah kommen konnten, machte den Tag für uns perfekt. Wir können dir nur empfehlen, auch mal in Nara vorbeizuschauen.