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Das Dana Biosphere Reserve ist das größte Naturschutzgebiet Jordaniens und bietet Wanderern viele Möglichkeiten zum Erkunden der tollen Landschaft. Wir haben zwei Tage in und um das Naturschutzgebiet verbracht, eine tolle Wanderung gemacht und dabei auch einiges über Beduinen gelernt. Hier teilen wir unsere Erlebnisse mit dir.

Karak Castle: Kurzer Abstecher auf dem Weg

Wir sind vom Toten Meer und dem Canyoning Abenteuer im Wadi Mujib nach Dana gefahren. Und weil es auf dem Weg lag, haben wir in Karak angehalten, das berühmt ist für seine Burg. Über eine Brücke sind wir auf das große Burggelände gelangt und haben zunächst die umgebende Landschaft bestaunt. Da das Karak Castle etwas erhöht liegt, hast du hier einen wirklich tollen Blick.

Danach sind wir in die dunklen Gänge abgestiegen und zwischen den Mauern umhergewandert. Hier fanden wir unterhalb der Erde viel mehr als wir zunächst erwartet haben.

Als Abstecher fanden wir die Burg wirklich gut, länger als ein bis zwei Stunden musst du dafür aber nicht einplanen. Nach den römischen Gebäuden in Amman und Jerash konnte uns die Burg in Karak nicht mehr völlig umhauen.

Unser weiterer Weg führte uns durch große Weiten, entlang der wenig befahrenen Straßen und wir hielten immer mal wieder an, um die Landschaft auf Bildern festzuhalten. Neben den vielen touristischen Sehenswürdigkeiten war für uns die Landschaft Jordaniens ein Highlight für sich.

Dana: Ist hier noch jemand?!

Nachdem wir die steile, kurvige Straße hinunter nach Dana gefahren waren, kamen wir in ein kleines Dorf, das wie ausgestorben wirkte. Unsere Unterkunft* war schnell gefunden und am Abend trafen wir dann auch weitere Reisende, mit denen wir eine schöne Zeit hatten.

Unser Hotel (das Dana Moon Hotel*) war herrlich günstig mit 18€ pro Nacht, dafür aber auch sehr einfach. Wer eine besondere Unterkunft mit toller Aussicht sucht, dem können wir das Dana Guesthouse* wärmstens empfehlen. Direkt an den Klippen gelegen hast du hier den besten Blick auf das Tal und schöne Zimmer dazu.

Der Dana Trail

Wie auch in anderen Naturschutzgebieten Jordaniens gibt es viele Trails, von denen die meisten aber mit Guide begangen werden müssen. Der Dana Trail ist einer der wenigen im Dana Biosphere Reserve, den man ohne Guide gehen kann. Für uns also die perfekte Wahl! Eine gute Übersicht zu allen Trails findest du unter Wild Jordan.

Mit dem Sonnenaufgang schulterten wir unsere Rucksäcke und machten uns auf den Weg ins Tal. Dazu gingen wir die erste halbe Stunde in Serpentinen bergab. Immer mit dem grandiosen Blick ins Tal und in Begleitung eines Hundes, der uns die ersten Stunden nicht von der Seite gewichen ist. Wir haben ihn Mohammed genannt ;)

Einmal im Tal angekommen, führt der Weg einen durch das Tal hindurch. Es gibt keine Beschilderung, aber der Weg ist auch wirklich schwer zu verfehlen. Zudem ist der Trail auf maps.me eingezeichnet und kann dort gut nachvollzogen werden. Wir wanderten in der aufgehenden Sonne durch die Landschaft und sogen die Naturschönheit in uns auf.

Picknick im Wadi Dana

Nach gut zwei Stunden Wanderung entschieden wir, dass es nun Zeit für unser Frühstück ist. Wir fanden ein schattiges Plätzchen und kramten das eingepackte Frühstück unserer Unterkunft hervor. Gekochte Eier, Fladenbrot und Humus schmeckten viel besser als sonst, weil wir sie in der freien Natur essen konnten.

Danach ging es stetig auf und ab durchs Tal, unter Palmen und der sengenden Hitze. Schatten gibt es kaum auf dem Weg, sodass sich ein früher Start am Morgen definitiv lohnt. Zwischendurch begegnete uns ein Hirte mit seiner Ziegenherde und wir kamen an einer Beduinenfamilie vorbei. Fotografiert haben wir sie nicht, weil wir uns unsicher waren, ob das für die Beduinen in Ordnung ist.

Ankunft in der Feynan Ecolodge

Am späten Vormittag erreichten wir schließlich die Feynan Ecolodge, das Ende des Dana Trails. Diese Lodge befindet sich mitten im Naturschutzgebiet und ist die einzige Unterkunft darin. Wir hatten uns entschieden, hier eine Übernachtung zu buchen, weil die Lodge extrem gut bewertet war und wir gern noch mehr Zeit in der Dana Biosphere verbringen wollten. Alternativ kann man aber auch einen Jeep Transport zurück nach Dana organisieren.

Wir konnten direkt in unser Zimmer einchecken und uns den Sand vom Körper duschen. Tagsüber gibt es in der Lodge keinen Strom, abends werden dann überall Kerzen angezündet. Das sorgt für eine ganz besondere und romantische Atmosphäre. Buchst du hier ein Zimmer, ist das Essen automatisch inklusive. Die Preise liegen mit 190 JD (224€) für 2 Personen deutlich über dem, was wir sonst bezahlt haben. Dafür gibt es neben der Vollverpflegung viele kostenlose Aktivitäten, die angeboten werden. Es gibt geführte Wanderungen, Kochkurse, Besuche bei den lokalen Beduinenfamilien und Sternegucken in der Nacht. Weil wir während Ramadan gereist sind, haben einige Aktivitäten nicht stattgefunden.

Wir haben am Abend noch eine kleine Wanderung mit einem Mitarbeiter der Lodge gemacht, der uns einiges über das Naturschutzgebiet und die darin lebenden Beduinenfamilien erzählt hat. Wir kamen an der Schule vorbei und lernten, dass die Beduinen gen Sommer in höhere Lagen ziehen, weil es dann im Tal zu heiß wird.

Sonnenuntergang im Dana Biosphere Reserve

Unser Guide zeigte uns den besten Platz, um den Sonnenuntergang zu beobachten und bereitete in der Zwischenzeit Tee für uns zu. Wir genossen das Farbschauspiel in dieser einzigartigen Landschaft und waren in dem Moment unendlich dankbar, dass wir solche besonderen Orte entdecken dürfen.

Im Dunkeln ging es dann zurück zur Ecolodge, wo schon das Essen auf uns wartete. Im Kerzenschein fanden wir ein  Buffet mit großer Auswahl an vegetarischem Essen vor. Alles wird frisch vor Ort zubereitet und schmeckt hervorragend.

Wanderung zu den hängenden Garten

Für unseren zweiten Tag im Dana Biosphere Reserve hatten wir einen Rücktransport für den späten Vormittag organisiert, wollten aber vorher noch mehr von der Natur sehen. Die Mitarbeiter hatten uns eine Wanderung zu den hängenden Gärten empfohlen, die sich im Wadi Ghuwayr befinden.

Nachdem wir eine lange Zeit durch ein Flussbett gelaufen waren, gelangten wir nach ca. 2 Stunden zum Anfang des Siq, einer riesigen Schlucht. Hier hängen Bäume herunter und es sieht aus wie in einer Fantasiewelt. Die Wanderung durch den Siq soll traumhaft aber super anstrengend sein. Aber Vorsicht: bei Regen kommt es in den engen Wadis schnell mal zu Springfluten und wird dann sehr gefährlich! Wir haben deswegen nur den Eingang erkundet und sind zurück in die Ecolodge gelaufen.

Dana Biosphere Reserve: Naturhighlight in Jordanien

Wenn du auch nur ein kleines bisschen auf Abenteuer, Natur oder Wandern stehst, dann solltest du diese Wanderung auf jeden Fall machen. Wir sind aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen und haben es total genossen. Wie schon so oft auf unserem Roadtrip durch Jordanien waren wir fast komplett allein unterwegs, Touristenströme triffst du hier also eher nicht an. Eine wunderschöne Oase inmitten der wüsteligen Felsenlandschaft.

Dana Biosphere Reserve im Video

Bist du neugierig, wie das Ganze in bewegten Bildern aussieht? Dann haben wir hier unser Video für dich. Viel Spaß beim Schauen!

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Petra Treasury von oben Paar
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Petra: So erlebst du die Felsenstadt ohne die Massen

Ein Highlight jeder Jordanien Reise: Petra, die Felsenstadt! Wir erzählen dir von unseren Highlights und den besten Fotospots... inklusive Kamel!
Dana Sonnenuntergang
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Reisen während Ramadan: Unsere Erfahrungen in Jordanien

Bei Reisen in muslimische Länder, kann es dir passieren, dass du während des Ramadan reist. Wir verraten dir, was du beachten solltest und was anders ist.
Dana Trail Jordanien
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Wandern im Dana Biosphere Reserve

Eine Wanderung in Jordaniens schönstem Naturschutzgebiet: Wie läuft sich der Wadi Dana Trail und lohnt sich eine Übernachtung in der Feynan Ecolodge?
Wadi Mujib Selfie
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Wadi Mujib: Canyoning Abenteuer in Jordanien

Wir stürzen uns in die Fluten des Wadi Mujib Canyons und chillen am Toten Meer in einem Chalet. Alle wichtigen Informationen für dein Jordanien Abenteuer!
Totes Meer Blick vom Hilton
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Totes Meer: Luxus und Schlammbad

Am Toten Meer in Jordanien haben wir uns den Luxus gegönnt, in einem Hotel direkt am Meer zu übernachten. Erfahre hier mehr über unseren tollen Aufenthalt.
Ajloun Forest Reserve Ausblick Matthias
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Ajloun: Der grüne Norden Jordaniens

Eine historische Burg oder doch das Naturreservat im Grünen? In Ajloun im Norden von Jordanien bekommst du beides geboten.

Das Dana Biosphere Reserve ist das größte Naturschutzgebiet Jordaniens und bietet Wanderern viele Möglichkeiten zum Erkunden der tollen Landschaft. Wir haben zwei Tage in und um das Naturschutzgebiet verbracht, eine tolle Wanderung gemacht und dabei auch einiges über Beduinen gelernt. Hier teilen wir unsere Erlebnisse mit dir.

Karak Castle: Kurzer Abstecher auf dem Weg

Wir sind vom Toten Meer und dem Canyoning Abenteuer im Wadi Mujib nach Dana gefahren. Und weil es auf dem Weg lag, haben wir in Karak angehalten, das berühmt ist für seine Burg. Über eine Brücke sind wir auf das große Burggelände gelangt und haben zunächst die umgebende Landschaft bestaunt. Da das Karak Castle etwas erhöht liegt, hast du hier einen wirklich tollen Blick.

Danach sind wir in die dunklen Gänge abgestiegen und zwischen den Mauern umhergewandert. Hier fanden wir unterhalb der Erde viel mehr als wir zunächst erwartet haben.

Als Abstecher fanden wir die Burg wirklich gut, länger als ein bis zwei Stunden musst du dafür aber nicht einplanen. Nach den römischen Gebäuden in Amman und Jerash konnte uns die Burg in Karak nicht mehr völlig umhauen.

Unser weiterer Weg führte uns durch große Weiten, entlang der wenig befahrenen Straßen und wir hielten immer mal wieder an, um die Landschaft auf Bildern festzuhalten. Neben den vielen touristischen Sehenswürdigkeiten war für uns die Landschaft Jordaniens ein Highlight für sich.

Dana: Ist hier noch jemand?!

Nachdem wir die steile, kurvige Straße hinunter nach Dana gefahren waren, kamen wir in ein kleines Dorf, das wie ausgestorben wirkte. Unsere Unterkunft* war schnell gefunden und am Abend trafen wir dann auch weitere Reisende, mit denen wir eine schöne Zeit hatten.

Unser Hotel (das Dana Moon Hotel*) war herrlich günstig mit 18€ pro Nacht, dafür aber auch sehr einfach. Wer eine besondere Unterkunft mit toller Aussicht sucht, dem können wir das Dana Guesthouse* wärmstens empfehlen. Direkt an den Klippen gelegen hast du hier den besten Blick auf das Tal und schöne Zimmer dazu.

Der Dana Trail

Wie auch in anderen Naturschutzgebieten Jordaniens gibt es viele Trails, von denen die meisten aber mit Guide begangen werden müssen. Der Dana Trail ist einer der wenigen im Dana Biosphere Reserve, den man ohne Guide gehen kann. Für uns also die perfekte Wahl! Eine gute Übersicht zu allen Trails findest du unter Wild Jordan.

Mit dem Sonnenaufgang schulterten wir unsere Rucksäcke und machten uns auf den Weg ins Tal. Dazu gingen wir die erste halbe Stunde in Serpentinen bergab. Immer mit dem grandiosen Blick ins Tal und in Begleitung eines Hundes, der uns die ersten Stunden nicht von der Seite gewichen ist. Wir haben ihn Mohammed genannt ;)

Einmal im Tal angekommen, führt der Weg einen durch das Tal hindurch. Es gibt keine Beschilderung, aber der Weg ist auch wirklich schwer zu verfehlen. Zudem ist der Trail auf maps.me eingezeichnet und kann dort gut nachvollzogen werden. Wir wanderten in der aufgehenden Sonne durch die Landschaft und sogen die Naturschönheit in uns auf.

Picknick im Wadi Dana

Nach gut zwei Stunden Wanderung entschieden wir, dass es nun Zeit für unser Frühstück ist. Wir fanden ein schattiges Plätzchen und kramten das eingepackte Frühstück unserer Unterkunft hervor. Gekochte Eier, Fladenbrot und Humus schmeckten viel besser als sonst, weil wir sie in der freien Natur essen konnten.

Danach ging es stetig auf und ab durchs Tal, unter Palmen und der sengenden Hitze. Schatten gibt es kaum auf dem Weg, sodass sich ein früher Start am Morgen definitiv lohnt. Zwischendurch begegnete uns ein Hirte mit seiner Ziegenherde und wir kamen an einer Beduinenfamilie vorbei. Fotografiert haben wir sie nicht, weil wir uns unsicher waren, ob das für die Beduinen in Ordnung ist.

Ankunft in der Feynan Ecolodge

Am späten Vormittag erreichten wir schließlich die Feynan Ecolodge, das Ende des Dana Trails. Diese Lodge befindet sich mitten im Naturschutzgebiet und ist die einzige Unterkunft darin. Wir hatten uns entschieden, hier eine Übernachtung zu buchen, weil die Lodge extrem gut bewertet war und wir gern noch mehr Zeit in der Dana Biosphere verbringen wollten. Alternativ kann man aber auch einen Jeep Transport zurück nach Dana organisieren.

Wir konnten direkt in unser Zimmer einchecken und uns den Sand vom Körper duschen. Tagsüber gibt es in der Lodge keinen Strom, abends werden dann überall Kerzen angezündet. Das sorgt für eine ganz besondere und romantische Atmosphäre. Buchst du hier ein Zimmer, ist das Essen automatisch inklusive. Die Preise liegen mit 190 JD (224€) für 2 Personen deutlich über dem, was wir sonst bezahlt haben. Dafür gibt es neben der Vollverpflegung viele kostenlose Aktivitäten, die angeboten werden. Es gibt geführte Wanderungen, Kochkurse, Besuche bei den lokalen Beduinenfamilien und Sternegucken in der Nacht. Weil wir während Ramadan gereist sind, haben einige Aktivitäten nicht stattgefunden.

Wir haben am Abend noch eine kleine Wanderung mit einem Mitarbeiter der Lodge gemacht, der uns einiges über das Naturschutzgebiet und die darin lebenden Beduinenfamilien erzählt hat. Wir kamen an der Schule vorbei und lernten, dass die Beduinen gen Sommer in höhere Lagen ziehen, weil es dann im Tal zu heiß wird.

Sonnenuntergang im Dana Biosphere Reserve

Unser Guide zeigte uns den besten Platz, um den Sonnenuntergang zu beobachten und bereitete in der Zwischenzeit Tee für uns zu. Wir genossen das Farbschauspiel in dieser einzigartigen Landschaft und waren in dem Moment unendlich dankbar, dass wir solche besonderen Orte entdecken dürfen.

Im Dunkeln ging es dann zurück zur Ecolodge, wo schon das Essen auf uns wartete. Im Kerzenschein fanden wir ein  Buffet mit großer Auswahl an vegetarischem Essen vor. Alles wird frisch vor Ort zubereitet und schmeckt hervorragend.

Wanderung zu den hängenden Garten

Für unseren zweiten Tag im Dana Biosphere Reserve hatten wir einen Rücktransport für den späten Vormittag organisiert, wollten aber vorher noch mehr von der Natur sehen. Die Mitarbeiter hatten uns eine Wanderung zu den hängenden Gärten empfohlen, die sich im Wadi Ghuwayr befinden.

Nachdem wir eine lange Zeit durch ein Flussbett gelaufen waren, gelangten wir nach ca. 2 Stunden zum Anfang des Siq, einer riesigen Schlucht. Hier hängen Bäume herunter und es sieht aus wie in einer Fantasiewelt. Die Wanderung durch den Siq soll traumhaft aber super anstrengend sein. Aber Vorsicht: bei Regen kommt es in den engen Wadis schnell mal zu Springfluten und wird dann sehr gefährlich! Wir haben deswegen nur den Eingang erkundet und sind zurück in die Ecolodge gelaufen.

Dana Biosphere Reserve: Naturhighlight in Jordanien

Wenn du auch nur ein kleines bisschen auf Abenteuer, Natur oder Wandern stehst, dann solltest du diese Wanderung auf jeden Fall machen. Wir sind aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen und haben es total genossen. Wie schon so oft auf unserem Roadtrip durch Jordanien waren wir fast komplett allein unterwegs, Touristenströme triffst du hier also eher nicht an. Eine wunderschöne Oase inmitten der wüsteligen Felsenlandschaft.

Dana Biosphere Reserve im Video

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In unserer Übersicht zur Weltreiseplanung findest du Informationen zu allen notwendigen Erledigungen. Wir geben dir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Planung deiner Reise. Wann musst du was bedenken, wie lange vorher dich um Dinge wie Impfungen oder die Kosten deiner Reise kümmern?



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Petra Treasury von oben Paar
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Petra: So erlebst du die Felsenstadt ohne die Massen

Ein Highlight jeder Jordanien Reise: Petra, die Felsenstadt! Wir erzählen dir von unseren Highlights und den besten Fotospots... inklusive Kamel!
Dana Sonnenuntergang
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Reisen während Ramadan: Unsere Erfahrungen in Jordanien

Bei Reisen in muslimische Länder, kann es dir passieren, dass du während des Ramadan reist. Wir verraten dir, was du beachten solltest und was anders ist.
Dana Trail Jordanien
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Wandern im Dana Biosphere Reserve

Eine Wanderung in Jordaniens schönstem Naturschutzgebiet: Wie läuft sich der Wadi Dana Trail und lohnt sich eine Übernachtung in der Feynan Ecolodge?
Wadi Mujib Selfie
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Wadi Mujib: Canyoning Abenteuer in Jordanien

Wir stürzen uns in die Fluten des Wadi Mujib Canyons und chillen am Toten Meer in einem Chalet. Alle wichtigen Informationen für dein Jordanien Abenteuer!
Totes Meer Blick vom Hilton
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Totes Meer: Luxus und Schlammbad

Am Toten Meer in Jordanien haben wir uns den Luxus gegönnt, in einem Hotel direkt am Meer zu übernachten. Erfahre hier mehr über unseren tollen Aufenthalt.
Ajloun Forest Reserve Ausblick Matthias
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Ajloun: Der grüne Norden Jordaniens

Eine historische Burg oder doch das Naturreservat im Grünen? In Ajloun im Norden von Jordanien bekommst du beides geboten.

Vier Tage kämpften wir uns auf und ab durch den Dschungel Kolumbiens, schwitzten bei 30°C und einer Luftfeuchtigkeit um die 90% wie verrückt und durchquerten mehrfach hüfthohe Flüsse. Wie Indiana Jones fühlten wir uns als wir uns durch die dichte Natur bewegten und schließlich zur Ciudad Perdida gelangten. Ein geniales Abenteuer, das sicher zu den Highlights der ganzen Weltreise gehört!

Ciudad Perdida Weg im Dschungel

Anbieter für die Tour durch die Ciudad Perdida

Die Ciudad Perdida ist nur zu Fuß erreichbar und diese Wanderung ist nur im Rahmen einer Tour möglich. Es gibt in Santa Marta sechs offiziell registrierte Touranbieter, die diese Tour alle zum gleichen Preis anbieten: 850.000 COP (240€). Dabei macht es preislich keinen Unterschied, ob man die 4- oder 5-Tagestour bucht. Wir hatten eine Empfehlung für Magic Tour bekommen und deswegen in deren Büro in Santa Marta die Tour gebucht, Preis verhandeln zwecklos. Wer die Tour schon vorher buchen möchte, kann das auch übers Internet tun. Der Preis ist der gleiche.

Ciudad Perdida ⦿ Tag 1: Wanderung von El Mamey zum Camp 1

9 Uhr morgens fanden wir uns gemeinsam mit vielen anderen Abenteuerlustigen im Büro von Magic Tours ein und lernten dort unseren Guide Jose kennen. Später wurden wir in zwei Jeeps gestopft, die eigentlich nicht dafür ausgelegt waren, so viele Personen zu befördern. Dadurch war die Fahrt zum Ausgangspunkt der Wanderung in El Mamey weniger angenehm.

Ciudad Perdida Matthias läuft Weg

Nach einem guten Mittagessen startete unsere 13-köpfige Truppe nun die ersten Kilometer zu Fuß. Der staubige Weg führte uns zunächst viel bergauf und ließ zwischendurch immer wieder Ausblicke in die schier unendliche grüne Weite zu. Als auf halber Strecke plötzlich frische Wassermelone für uns bereit stand, stürzten wir uns gierig auf den tollen Snack.

Ciudad Perdida Melone als Snack

Danach ging es weitere zwei Stunden durch den lehmigen Boden viel bergab bis wir schließlich am späten Nachmittag das erste Camp erreichten. Hier ergatterten wir Betten und konnten zur Abkühlung in den kühlen Fluss springen. Tat das gut nach dem vielen Geschwitze!

Ciudad Perdida grüne Berge

Am Abend bekamen wir Fisch zum Abendessen und wurden danach von Jose über die morgige Wanderetappe aufgeklärt. Da kolumbianischer Unabhängigkeitstag war, gab unser singfreudiger Guide vor dem Schlafengehen noch die kolumbianische Hymne zum Besten. Wir fielen hochzufrieden schon früh in einen tiefen Schlaf.

Ciudad Perdida ⦿ Tag 2: Wanderung vom Camp 1 zum Camp 3

5 Uhr am nächsten Morgen wurden wir geweckt und mit einem leckeren Frühstück mit Energie für den anstehenden Tag versorgt. Kurz nach 6 Uhr machten wir uns auf den Weg, der heute zu großen Teilen bergauf führen sollte. Als die ersten Sonnenstrahlen durch die Baumwipfel lugten, bekamen wir wieder sensationelle Aussichten geboten.

Ciudad Perdida Dschungel Landschaft

Auch heute gab es für uns in der ersten Pause wieder Wassermelone, die für dringend nötige Erfrischung sorgte. Danach liefen wir zunächst durch knöchelhohen Schlamm und kamen schließlich zu einem Kogi-Dorf. Die Kogi sind eines der Völker, die heute noch in der Gegend um die Ciudad Perdida leben und Nachfahren der Tayrona sind. Die Tayrona sollen die Ciudad Perdida damals errichtet und bewohnt haben.

Ciudad Perdida Kogi Dorf

In der heutigen Mittagspause gab es erneut die Möglichkeit, sich im Fluss abzukühlen. So erfrischt schmeckte das Mittagessen noch besser und wir hatten wieder Energie für die nächsten Wanderkilometer. In den zwei Stunden nach dem Mittagessen ging es immer bergauf. Jose kommentierte das regelmäßig mit un poco mas, was so viel heißt wie ein bisschen mehr. Ein bisschen war aber ein sehr dehnbarer Begriff ;)

Ciudad Perdida Schlamm Weg

Kurz vor unserer Ankunft im Camp mussten wir den bisher breitesten Fluss mit der stärksten Strömung durchqueren. Wie schon öfter vorher zogen wir die Schuhe aus und watschelten Schritt für Schritt durch das Wasser. Danach hatten wir es geschafft und konnten wieder Betten ergattern. Einige aus unserer Gruppe mussten in dieser Nacht in Hängematten schlafen, weil das Camp so voll war.

Nur 15 Minuten nach unserer Ankunft im Camp begann es dann zu regnen, und zwar so richtig! Zwei Stunden lang schüttete es wie aus Kübeln und wir waren heilfroh, noch trocken angekommen zu sein. Erneut gingen wir kurz nach dem Abendessen ins Bett, schliefen in dieser Nacht aufgrund der feuchten Betten aber nicht so gut.

Ciudad Perdida ⦿ Tag 3: Verlorene Stadt und Wanderung zum Camp 2

Am dritten Tag wurden wir bereits 4:30 Uhr geweckt damit wir auch pünktlich um 6 Uhr den Aufstieg zur Ciudad Perdida beginnen konnten. Zunächst mussten wir noch einmal den Fluss überqueren und dann warteten 1200 Stufen in den verschiedensten Höhen und Breiten darauf, von uns erklommen zu werden. Gegen 7 Uhr erreichten wir die verlorene Stadt und bekamen nun eine tolle Führung durch die Ruinen.

Ciudad Perdida Stufen

Ciudad Perdida: Hauptstadt der Tayrona

Jose war vor vielen Jahren selbst am Wiederaufbau der Stadt beteiligt gewesen und hatte unheimlich viel Wissen zum damaligen Leben in der Stadt und den Tayrona. Dieses teilte er nun mit uns und wir wollen dir hier auch ein paar der Informationen weitergeben.

Ciudad Perdida Blick von oben

Die Ciudad Perdida wurde vermutlich im 11. Jahrhundert von den Tayrona erbaut und in ihr lebten teilweise bis zu 2000 Menschen. Sie liegt inmitten der Sierra Nevada de Santa Marta und damit 40 Kilometer entfernt von der karibischen Küstenstadt Santa Marta. Die Stadt wurde nach Ankunft der Spanier in Südamerika verlassen und von den Spaniern nie betreten. Erst 1975 wurde sie von Goldgräbern wiederentdeckt, welche das Gold der Tayrona aus den Gräbern ausbuddelten. Ein Teil der damaligen Fundstücke ist heute im Museo del Oro in Bogotá zu sehen.

Heute gehört das Land offiziell den Naturvölkern, die drum herum leben und diese setzen sich für die Instandhaltung der Anlage ein. Sie bekommen von den Agenturen 30.000 COP (9€) für jeden Touristen, der die Stadt besucht und versuchen, den Tourismus einzudämmen. Daher gibt es zum Beispiel nur einen Weg zur Ciudad Perdida, der aktuell gelaufen werden darf.

Ciudad Perdida Matthias

Tropischer Regenguss

Pünktlich zum Mittagessen erreichten wir unser Camp wieder und brachen danach auf den Rückweg auf. Diesen kannten wir dieses Mal schon, da es auf dem gleichen Weg wieder zurück geht, auf dem man zur Stadt hinläuft. Nach der Hälfte der Strecke öffnete der Himmel allerdings erneut seine Schleusen und wir liefen die restlichen zwei Stunden im tropischen Regen. Als alles völlig durchnässt war, machte es uns sogar Spaß, weil wir daran ja nun auch nichts mehr ändern konnten und beherzt durch Wasser durchliefen anstatt es wie auf dem Hinweg vorsichtig zu umkreisen.

Triefend nass kamen wir am Nachmittag an und es war absehbar, dass diese Sachen bis morgen nicht trocknen würden. Glücklicherweise hatten unsere Regenhüllen die Rucksäcke geschützt, sodass wir abends trockene Klamotten anziehen konnten. Wir verbrachten einen entspannten Nachmittag mit unseren Wanderfreunden und eine angenehme Nacht im Doppelstockbett.

Ciudad Perdida Camp Betten

Ciudad Perdida ⦿ Tag 4: Camp 2 bis El Mamey

Auch unser letzter Wandertag startete wieder um 6 Uhr und mit einem guten Frühstück. Wir hatten uns am Vorabend dazu entschieden, die 5-Tages-Tour auf 4 Tage zu verkürzen, da der Weg ja sowieso der Gleiche ist und wir uns fit genüg fühlten, das an einem Tag zu laufen. So ging es zurück über Stock und Stein, durch den dichten Wald, den lehmigen Matsch und immer wieder auf und ab. Als wir im ersten Camp ankamen, bekamen wir Saft, Kuchen und Melone zur Stärkung und konnten uns noch einmal im Fluss erfrischen.

Ciudad Perdida Abkühlung im Fluss

Danach ging es weitere 3 Stunden hoch und runter bis wir schließlich gegen 13 Uhr den Ausgangspunkt unserer Wanderung erreichten. Hier waren wir ziemlich platt und freuten uns auf ein ordentliches Mittagessen. Dort ließen wir direkt Matthias‘ übel riechende Trailschuhe zurück, da diese nun wirklich ausgedient hatten. Auch Franzis Schuhe waren nach dem Tag ordentlich mit Schlamm verschönert worden.

Ciudad Perdida Schlamm Schuhe

Die Hoffnung war groß, dass wir dieses Mal eine bequemere Autofahrt haben würden. Daraus wurde aber leider nichts, sodass wir erneut zusammengequetscht im Jeep zwei Stunden zurück nach Santa Marta fuhren. Immerhin kannten wir die Leute dieses Mal besser, mit denen wir uns gegenseitig vollschwitzten ;)

Unser Fazit zur Wanderung zur verlorenen Stadt

Wir hatten einen riesigen Spaß auf der Wanderung zur verlorenen Stadt. Der Weg war toll und teilweise sehr abenteuerlich mit seinen Flussdurchquerungen, Kletterstellen und vielem Auf und Ab. Es war eine wundervolle Erfahrung, so durch den Dschungel zu wandern. Auch mit unserem Guide waren wir sehr zufrieden, da er uns mit vielen interessanten Informationen rund um die Ciudad Perdida, die Tayrona und Kogi versorgte. Wir können diese Wanderung sehr empfehlen!

Ciudad Perdida Dschungel

Wichtige Informationen zur Wanderung zur Ciudad Perdida

  • Die Wanderung wird als 4-, 5- oder 6-Tageswanderung angeboten. Die insgesamt 45 Kilometer lange Strecke konnten wir gut in vier Tagen bewältigen. Es war unterwegs kein Problem, von der 5- auf die 4-Tagesvariante zu wechseln.
  • Pack auf jeden Fall genügend Insektenspray ein! Die Biester hängen von Minute 1 an deinen Knöcheln und finden jede Stelle, die nicht richtig eingesprüht ist. Wir haben uns vor Ort Nopikex geholt, das als sehr wirksam gilt. Dennoch wurde Franzi über 100 Mal gestochen (ja, wir haben gezählt!). Also damit lieber nicht geizen.
  • Die Verpflegung während der Wanderung ist wirklich ausreichend! Die Portionen der Hauptmahlzeiten sind groß und zwischendurch gibt es vor- und nachmittags frisches Obst als Snack. Wem das nicht reicht, der kann zwischendurch immer mal wieder Schokoriegel oder Bananen kaufen. In jedem Camp kann man zudem abends ein kaltes Bier bekommen. Und das mitten im Dschungel!
  • Auch das Wasser wird von der Agentur gestellt. Dazu wird es chemisch gereinigt und kann bei jeder Mahlzeit nachgefüllt werden. Wir haben unterwegs ausschließlich dieses Wasser getrunken und hatten damit gar keine Probleme.
  • Dinge, die du auf jeden Fall dabei haben solltest:
    • kleinen Trekkingrucksack* (max. 40 Liter) und Regenhülle dafür
    • Trinkblase*, es gibt viel zu schwitzen und das Wasser kann wieder aufgefüllt werden
    • Insektenspray und Sonnenschutz
    • gute Trailschuhe*
    • Shorts
    • 1 frisches T-Shirt pro Wandertag (die durchgeschwitzten und nassen Sachen werden bei der hohen Luftfeuchtigkeit im Dschungel oft nicht trocken über Nacht)
    • Unterwäsche
    • lange Hose und Longsleeve für die Nacht, wir schwören auf Merino-Wolle*
    • Badesachen und Reise-Handtuch*
    • Duschzeug, Toilettenpapier (gibt es auf keiner Toilette unterwegs)
    • Stirnlampe, gibt es superkompakt*
    • Seidenschlafsack* (fanden wir nachts praktisch als Moskitoschutz und da die Betten nicht immer super sauber wirkten)
    • Kamera* und 2. Akku oder Powerbank*, da Strom während der Wanderung Mangelware ist.
  • überflüssig:
    • Regenjacke – du bist sowieso nach 10 min Wanderung durchgeschwitzt

Komm mit in die verlorene Stadt! Unser Video zur Ciudad Perdida Wanderung

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Die vielen Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten hatten uns nach San Gil gelockt. Durch die Stadt fließt der Rio Fonce und sie ist umgeben vom unendlichen Grün der wunderschönen Natur Kolumbiens. Wir wurden hier nicht enttäuscht und erlebten fantastische Abenteuer in Wasser, Luft und auf dem Boden.

Unsere Anreise von Bogotá nach San Gil

Ohne vorher Bustickets gebucht zu haben, fuhren wir am Morgen zum großen Busterminal von Bogotá. Hier starten im Terminal 3 die Busse Richtung Norden und wir konnten bei Copetran für 36.000 COP (10€) pro Person Tickets für den Bus kaufen, der nur 10 Minuten später abfahren sollte. Perfektes Timing also! Der Bus war modern, hatte sehr bequeme Sitze und unsere Rucksäcke passten in die Gepäckfächer über unseren Sitzen. Nach insgesamt 7 Stunden Fahrt kamen wir am Nachmittag in San Gil an.

Unsere Unterkunft in San Gil

Wir hatten uns im El Dorado Hostel in San Gil für drei Nächte ein Doppelzimmer gebucht, das uns nur 15€ pro Nacht kostete. Dafür hatten wir kein eigenes Bad, konnten aber eine Hostelküche nutzen. Die Unterkunft liegt nur eine Minute vom Plaza de Armas entfernt und hat schöne Aufenthaltsbereiche. Unser Zimmer hatte leider kein Fenster, sodass es dort nachts sehr stickig wurde. Für den Preis ging es aber in Ordnung.

Tagesausflug nach Barichara und Guane

An unserem ersten Tag wollten wir einen Ausflug auf eigene Faust machen und dabei schon ein bisschen mehr von der tollen Natur um uns herum erkunden.

San Gil Grüne Berge

Mit dem lokalen Bus von San Gil nach Barichara

Der lokale Busbahnhof liegt nur drei Blocks von der Plaza de Armas entfernt und ist in wenigen Minuten zu Fuß erreicht. Dort fahren regelmäßig Kleinbusse viele Ziele in der Umgebung an. Unser Hostel hatte uns gesagt, dass alle 30 Minuten Busse nach Barichara fahren und so mussten wir nicht lange warten. Für 4600 COP (1,30€) pro Person wurden wir in ca. 45 Minuten nach Barichara gefahren.

San Gil local Bus

Wunderschöne Kolonialstadt Barichara

Im Lonely Planet wird Barichara als eine der schönsten Städte Kolumbiens angepriesen. Auf unserer Reise war es die schönste Stadt, die wir bisher besucht hatten. Wir konnten uns gar nicht sattsehen an den Häusern mit ihren weißen Mauern und den roten Ziegeldächern vor dem Hintergrund der grünen Berge. Dazu die großen Pflastersteine, die Palmen und Bäume – wir waren wirklich angetan! So schlenderten wir zunächst ziellos durch die Gassen und genossen die ruhige Atmosphäre in dem Städtchen.

Barichara Dorf

Der Camino Real nach Guane

Der von einem Deutschen erbaute Weg sollte uns über fünf Kilometer durch die tolle Landschaft hinab in den kleinen Ort Guane führen. Vorbei an Kühen, kleinen Geckos und inmitten von Feldern liefen wir entspannt Meter um Meter und sogen die Schönheit in uns auf. Immer mal wieder hielten wir inne, um den Ausblick zu genießen. So grün hatten wir uns Kolumbien vorgestellt und trotzdem war es noch mal viel schöner, das alles zu betrachten.

Camino Real

Nach ungefähr eineinhalb Stunden erreichten wir Guane, ein kleines verschlafenes Dorf. Wir aßen ein Menu del Dia und fuhren später schließlich wieder mit dem Bus zurück nach San Gil (7000 COP pro Person, 2€). Diesen Tagesausflug kann man wirklich einfach selbst machen, Busse fahren ständig zwischen den Dörfern hin und her und der Spaziergang durch die Natur lohnt sich allemal!

Guane Hauptplatz

Rafting auf dem Rio Fonce

Eine der beliebtesten Aktivitäten in San Gil ist das Rafting und dazu stehen gleich mehrere Möglichkeiten zur Auswahl. Der Rio Suarez liegt ca. eine Stunde entfernt und ist eher etwas für Raftingerfahrene, da er Strömungen der Stufe 5 hat und das ist schon ziemlich heftig! Aufgrund unserer mangelnden Erfahrung entschieden wir uns für die etwas sanftere Variante auf dem Rio Fonce, der durch San Gil hindurchfließt. Dieser hat Stromschnellen der Stufe 3 und ist damit als mittelschwierig einzustufen.

Nach einigem Verhandeln konnten wir bei Rafting Chicamocha Expediciones einen Preis von 30.000 COP (8,50€) pro Person heraushandeln. Wir wurden am Nachmittag ungefähr 15 Minuten immer flussaufwärts gefahren und schließlich mit Booten und Guide am Fluss abgesetzt. Hier bekamen wir Schwimmwesten und Schutzhelme und lernten im Boot die Kommandos. Viele gab es nicht: Vor, Zurück und Paddel hoch. Dann ging es auch schon los und wir kamen direkt in Stromschnellen, wurden ordentlich nass und hatten richtig viel Spaß.

San Gil Rafting Rio Fonce

In etwas ruhigeren Abschnitten konnten wir auch in den Fluss springen und uns treiben lassen. Relativ am Ende wurden wir noch einmal so richtig durchgeschüttelt und landeten alle quer im Schlauchboot verteilt, als wir in einer Stromschnelle den Halt verloren. Für uns hatte die Tour alles, was wir wollten: Adrenalin und Action in den schnellen Stromschnellen, herrliche Ausblicke in die Natur um uns herum und entspannte Stellen, in denen wir diese auch gut genießen konnten.

San Gil Floaten im Rio Fonce

Wir waren eine gute Stunde auf dem Fluss unterwegs und fanden das Preis-Leistungs-Verhältnis der Tour super. Können wir nur empfehlen, auch den Rafting-Anfängern. Allerdings würden wir es erst für Kinder ab 10 Jahren empfehlen, da das junge Mädchen, das bei uns an Board war, zum Teil ziemlich Angst hatte und auch weinte.

Paragliding im Chicamocha Canyon

Zum Abschluss unseres Aufenthalts in San Gil gönnten wir uns noch einmal etwas total Neues: wir flogen durch die Lüfte! Morgens wurden wir vom Anbieter Parapente San Gil mit dem Van abgeholt und in den ungefähr eine Stunde entfernten Chicamocha Canyon gefahren. Dort bekamen wir zunächst eine Instruktion und die wichtigsten Befehle beigebracht. Danach wurde Franzi der Helm aufgesetzt und für sie ging es als erste los.

San Gil Paragliding

Nach kurzer Anlaufphase folgte auch schon der Schwebeflug über die Baumkronen, inmitten der Vögel und mit fantastischem Rundumblick. Immer höher ging es in die Lüfte, immer im Kreiselflug und mit ordentlich Wind. Zum Abschluss gab es die Möglichkeit, Tricks zu fliegen. Ohne jegliche Vorstellung davon stimmte Franzi einfach mal zu und wurde kreuz und quer durch die Luft gewirbelt. Nach geglückter Landung benötigte ihr Magen danach erst mal Ruhe, denn bei so viel Gedrehe war ihr ganz schön schwindelig geworden.

San Gil Paraglider am Himmel

Matthias startete kurz darauf mit dem gleichen Piloten in die Lüfte und konnte ebenfalls wunderbare Aussichten aus unglaublicher Höhe genießen. Nachdem sich auch sein Schwindel gelegt hatte, zogen wir das Fazit: das war megageil! Was für eine tolle Erfahrung. Wir hatten vor Ort den Preis auf 170.000 COP (50€) pro Person runterhandeln können und waren sehr zufrieden mit dem Anbieter. Zudem bekamen wir Go Pro Material kostenlos gestellt, das Franzi während ihres Fluges aufnahm. In unserem Video könnt ihr die ganze Action noch mal richtig miterleben!

Durchschnaufpause

Nach diesem ereignisreichen Start unserer Reise in Kolumbien freuen wir uns nun auf ein paar ruhige Tage zum Ausspannen und Planen der nächsten Abenteuer. Seid gespannt, was wir hier noch alles erleben werden. Wir sind es auf jeden Fall! :)

Noch total geflasht von unserer Wanderung in den Anden über den Salkantay Pass entschlossen wir uns, hier in Peru routentechnisch wieder Harakiri zu veranstalten um möglichst viele Highlights zu sehen. So verschlug es uns wieder weiter in den Süden nach Arequipa, wo wir im Colca Canyon eine weitere Wanderung machen wollten.

Unsere Anreise von Cusco nach Arequipa

Wir entschieden uns für die Luxusvariante um auf unserer 11-stündigen Nachtfahrt so viel Schlaf wie möglich mitzunehmen. Beim Marktführer Cruz del Sur buchten wir VIP-Sitze für 130 Soles pro Person (36€) und wurden nicht enttäuscht. Die bequemen Sitze ließen sich weit nach hinten verstellen und kamen mit einer Decke und Kissen daher. Kurz nach der Abfahrt bekamen wir unser bei der Buchung ausgewähltes Essen und einen heißen Tee geliefert. Das Essen war vergleichbar mit Essen im Flugzeug, für uns aber in Ordnung. Vom Entertainmentprogramm machten wir gar keinen Gebrauch. Wir schlossen die Augen und konnten die Nacht mit kurzen Unterbrechungen gut durchschlafen. Unser Fazit: das war gut investiertes Geld, denn wir erreichten Arequipa am nächsten Morgen ausgeschlafen und voller Tatendrang. Das war auf unserer Nachtfahrt nach La Paz definitiv anders.

Unsere Unterkunft in Arequipa

Über booking.com* hatten wir uns ein Doppelzimmer mit eigenem Bad für nur 22€ im Park Hostel* gesichert. Wir konnten am frühen Morgen unser Gepäck in einem Raum einschließen, da wir noch vor dem Check-In ankamen. Auch während unserer Wanderung durften wir unser Gepäck hier kostenlos parken. Highlight war definitiv das Frühstück auf der sonnigen Dachterrasse mit Blick auf die Stadt und die dahinterliegenden schneebedeckten Berge.

Arequipa Hostel

Sightseeing in Arequipa

Convente Santa Catalina

Dieses Kloster ist wie eine komplette Stadt innerhalb Arequipas. Die Gebäude liegen innerhalb von großen Mauern und können täglich für den stolzen Eintrittspreis von 40 Soles (11€) besucht werden. Wir haben den Rundgang durch den großen Komplex auf eigene Faust gemacht, du kannst für 20 Soles aber auch eine einstündige Führung erhalten, die sogar auf Deutsch angeboten wird. Für uns waren die Informationen auf den Tafeln, die in jedem Raum hingen, auch ausreichend.

Arequipa Convente Santa Catalina

Das 1579 gegründete Kloster wurde mehrfach von Erdbeben beschädigt und immer wieder aufgebaut. Früher lebten hier bis zu 150 Nonnen in ziemlich großzügigen Räumen. Getrennt von der Anlage der Nonnen ist der Teil für die Novizinnen, die in deutlich kleineren und spärlicheren Zimmern wohnten. Hier mussten die Frauen für ein Jahr leben bevor sie endgültig in den Orden aufgenommen wurden. Die Klosterschwestern waren für ihre tollen Backwaren bekannt und in jedem Zimmer war tatsächlich ein Ofen zu finden. Wir fanden das Kloster mit seinen bunten Innenhöfen, den kleinen Gassen und vielen Pflanzen wunderschön und hatten einen entspannten Vormittag dort.

Kolonialgebäude rund um den Plaza de Armas

Für uns war der Plaza de Armas in Arequipa der schönste in ganz Südamerika! Die tollen geschwungenen Bögen, die riesige Kathedrale, die über eine komplette Seite des Platzes geht und die vielen anderen kolonialen Gebäude im Vulkansteinweiß – wow! Hier wussten wir gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollten. Dazu die schneebedeckten Vulkane im Hintergrund und das Bild war perfekt.

Arequipa Plaza de Armas

Unsere Essenstipps für Arequipa

Wir haben in Arequipa teilweise sehr gut gegessen und wollen dir unsere kulinarischen Highlights natürlich nicht verwehren. Einen super guten und dazu nicht zu teuren Burger haben wir im Burger Chulls gegessen. Hier bekommst du den Standardburger bereits für 10 Soles und kannst dann Extras und Saucen nach Belieben hinzufügen. Im Burger Menü für 15 Soles (4€) ist zusätzlich zum Burger ein leckerer Saft, Pommes (die Süßkartoffelvariante war der Knaller!) und eine Sauce nach Wahl dabei. Es war wirklich sehr lecker dort!

Gleich um die Ecke befindet sich die Pasta Canteen, in der es täglich ein Pastagericht des Tages gibt oder auch die Möglichkeit, sich selbst Pasta zusammenzustellen. Dazu bekommst du vorher einen leckeren Salat und frische Mini-Brötchen. Fanden wir für 15 Soles auch einen richtig guten Deal.

Arequipa Pasta Canteen

Unser Bedürfnis nach Süßem haben wir im La Petite Française gestillt. Hier gab es sehr leckere Crêpes in den verschiedensten Varianten. Für uns durfte immer Nutella rein und dann abwechselnd diverse Früchte. Dazu ist es ein sehr gemütliches Café mit schöner Atmosphäre.

Wanderung im Colca Canyon

Auf Empfehlung von anderen Reisenden (danke Susanna & Christoph) buchten wir über Andina Travel die günstigste Tour in Town: für nur 90 Soles (25€) pro Person würden wir zwei Tage durch den Colca Canyon wandern, eine Unterkunft und Essen bekommen. Sonst entscheiden wir uns ja nicht immer für das allergünstigste Angebot, aber da alle Anbieter das Gleiche erzählten, probierten wir es mal aus.

Unser erster Tag begann bereits um 3 Uhr in der Nacht, als wir uns aus den Betten und in den Minivan quälten, der uns nun drei Stunden nördlich in Richtung Canyon fahren würde. Wir schlossen die Augen und versuchten, noch etwas Schlaf zu bekommen. Gegen 7 Uhr erreichten wir Chivay auf 3300 Metern und hier war es empfindlich kalt. Mit klappernden Zähnen aßen wir unser sehr einfaches Frühstück, das aus Brötchen, Butter, Marmelade und Tee bestand. Gut, dass wir vorsorglich schon Snacks eingepackt hatten!

Cruz del Condor

Nächster Stopp war dann das Cruz del Condor. Hier sollen vor allem in den Morgenstunden die Riesenvögel aufsteigen und gut zu sehen sein. Aus dem Auto heraus sahen wir einen Condor über uns kreisen. Als wir schließlich selbst umherwanderten, konnten wir nur in den Tiefen des Canyons einige Vögel sehen. Wahrscheinlich war ihnen der Touristenauflauf oben zu stark, das hätten wir auf jeden Fall verstehen können!

Colca Canyon Blick ins Tal

Der erste Wandertag

Schließlich wurden wir am Startpunkt der Wanderung aus dem Auto geworfen und kurze Zeit später traf unser Guide Christian ein. Zu zwölft hängten wir uns an seine Fersen und liefen durch die wirklich tolle Natur am Rand des Canyons. 1000 Höhenmeter mussten wir am Vormittag absteigen und der Weg erinnerte uns ein wenig an den Salkantay Trail: viel Geröll und Staub. Bis zum Mittagessen folgte noch ein kurzer Anstieg mitten durch den Dschungel und dann hatten wir uns eine Stärkung redlich verdient.

Colca Canyon Kaktus

Nach dem (für Matthias eher spärlichen) Mittagessen ging es dann immer weiter fleißig auf und ab. In gemütlichem Tempo durchquerten wir Kakteenfelder und konnten nun die Landschaft von der anderen Seite des Flusses sehen. Wir genossen die Wanderung sehr und freuten uns über die angenehmen Temperaturen. Endlich mal wieder kurze Sachen tragen :)

Nach weiteren drei Stunden erreichten wir unser Endziel in der Oase im Canyon. Wie versprochen, bekamen wir ein Doppelzimmer und die Anlage hatte sogar einen Pool. Als erste konnte Franzi unter die warme Dusche springen um Schweiß und Staub abzuspülen. Danach bildete sich schnell einen lange Schlange, da es für über 20 verschwitzte Wanderer nur eine Dusche gab.

Colca Canyon Fluss

Die Zeit bis zum Abendessen zog sich schließlich hin wie Kaugummi. Wir mussten drei Stunden überbrücken, in denen es immer kälter wurde, der Hunger immer größer und das Bedürfnis nach einem warmen Bett ebenso. Dass sich das Warten auf unser Essen gelohnt hätte, können wir leider nicht sagen. So halb gesättigt gingen wir gegen 21 Uhr in unser Bett, denn am nächsten Morgen sollten wir bereits 4.30 Uhr den Aufstieg aus dem Canyon beginnen.

Der zweite Wandertag

Nach einer ganz guten Nacht machten wir uns (ohne Frühstück) noch im Stockdunklen an den Aufstieg. Über 1000 Höhenmeter mussten wir überwinden, um wieder aus dem Canyon herauszukommen. Die ersten Meter fielen noch sehr schwer, aber eine Banane und einige Höhenmeter später waren wir warm geworden und konnten so Meter um Meter aufsteigen. Während wir im Mittelteil noch euphorisch über unsere glänzende Wanderform sprachen, ließen die steilen Schlussabschnitte jede Euphorie weichen. Je höher wir kamen, desto kälter wurde es und längere Pausen waren nicht mehr möglich.

Colca Canyon Weg

Nach guten 2,5 Stunden erreichten wir den Rand des Canyons und konnten uns in den ersten Sonnenstrahlen aufwärmen. Von einer Einheimischen kauften wir völlig überteuerte Avocadobrötchen, für die wir in dem Moment aber auch noch mehr bezahlt hätten, so dankbar waren wir für Energie!

Nach einer kurzen Pause, in der wir darauf warteten, dass die komplette Gruppe ankam, gingen wir 20 Minuten bis in den Ort Cabanaconde, in dem wir schließlich unser Frühstück bekamen. Da wir aus der Erfahrung am Vortag gelernt hatten, kauften wir auf dem Weg im Dort noch eine Avocado, die das trockene Brötchen rettete.

Colca Canyon Bäume und Büsche

Die heißen Quellen von Yanque

Mit dem Bus ging es anschließend weiter zu den heißen, teilweise sehr heißen Quellen von Yanque. Den Eintrittspreis von 15 Soles (4€) pro Person zahlten wir gerne dafür, dass wir unsere müden Beine (und den Rest unserer Körper natürlich auch) in die natürlichen Quellen stecken durften. Das war dann so entspannt, dass wir keine Fotos gemacht haben. Du musst uns einfach glauben, dass man in den Quellen sitzend auf einen Fluss und die Berge dahinter schauen konnte!

Das Mittagessen am zweiten Tag war in der Tour nicht enthalten und hätte 30 Soles (8€) pro Person gekostet. Wir gingen stattdessen lieber zum lokalen Markt und aßen dort – genau wie die Einheimischen – einen leckeren Hähnchenschenkel mit Kartoffeln und Salat, gekocht am Boden. Kostete nur ein Drittel und war das beste Essen auf der gesamten Tour!

Auf der Rückfahrt nach Arequipa hielten wir am höchsten Punkt unserer bisherigen Reise (auf 4900 Metern) mit Ausblick auf Vulkane und später bekamen wir noch einmal eine große Alpakaherde zu sehen. Als wir schließlich am Abend wieder in Arequipa ankamen, waren wir ziemlich erschöpft von den beiden langen Tagen. Die Wanderung war aber wirklich sehr schön und wir waren glücklich, auch diesen Teil der Natur Perus noch sehen zu können.

Colca Canyon Alpaka Herde

Unsere Tipps für deine Tour in den Colca Canyon

  • Nimm dir ausreichend Wasser für einige Stunden mit. Zwischendurch kannst du Wasser kaufen, das ist aber natürlich teurer als in Arequipa.
  • Nimm dir einige Snacks mit. Die Abstände zwischen den Mahlzeiten sind zum Teil sehr lang. Wenn du am zweiten Tag über 1000 Höhenmeter gehst, bekommst du erst danach dein Frühstück. Wir wären ohne Banane und Müsliriegel nicht hochgekommen.
  • Pack deine Stirnlampe oder Taschenlampe ein. Am zweiten Morgen ist es stockdunkel wenn du den Berg hochläufst und der Weg ist übersät mit Geröll und größeren Steinen. Im Zweifel tut es auch das Licht deines Handys.
  • Klamottentechnisch empfehlen wir: entweder lange Wanderhose mit Zip-Beinen oder kurze Hose und Leggings, 2 T-Shirts, 1 extra Unterhose, 1 extra Paar Socken, 1 Longsleeve, 1 Fleecejacke, 1 Bikini/ Badehose. Morgens ist es in der Höhe empfindlich kühl (um die 0°) und im Canyon ist es tagsüber sehr warm (deutlich über 20°), sodass du für beides gut gewappnet sein solltest.
  • Trage ordentlich und regelmäßig Sonnencreme auf und vergiss deine Sonnenbrille nicht.
  • Zusätzlich zum Preis für die Tour musst du den Eintritt in den Colca Canyon bezahlen, der 70 Soles (19€) pro Person beträgt.
  • Du kannst diese Wanderung auch ohne Tour machen. Dann würdest du von Cabanaconde aus starten und dort auch wieder ankommen. Busse von Arequipa nach Cabanaconde benötigen ca. 6 Stunden Fahrzeit, sodass du hier vermutlich min. einen Extratag einplanen musst. Kostentechnisch scheint eine Tour kaum teurer, dafür hast du mehr Entscheidungsmöglichkeiten wenn du alleine gehst. Der Weg war gut zu finden.

Wir sind im Juni 2017 den Salkantay Trek gelaufen und haben hier für dich die wichtigsten Informationen zur Strecke, Preisen, Unterkünften und Dingen, die du mitnehmen solltest, zusammengefasst. Unseren Erfahrungsbericht zur Wanderung haben wir in einen extra Bericht gepackt.

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Wann ist die beste Zeit für den Salkantay Trek?

Generell gilt die Trockenzeit zwischen April und Oktober als beste Zeit für Wanderungen in den Anden. In dieser Zeit ist es unwahrscheinlich (aber natürlich nicht unmöglich!), dass viel Regen fällt und du solltest eine tolle Sicht haben. Dennoch würden wir dir empfehlen, vor dem Trek die Wetteraussichten zu überprüfen. Wir sind den Trek Ende Juni gegangen und hatten bestes Wetter. Abends wird es in der Höhe aber sehr kühl.

Wo kann ich den Salkantay Trek buchen?

Generell gibt es zwei Möglichkeiten, den Salkantay Trek zu buchen. Du kannst ihn bereits vor deiner Reise nach Peru im Internet buchen. Es gibt einige Agenturen, bei denen die Buchung über deren Website möglich ist. Eine gute Agentur ist zum Beispiel Intisun Trek. Häufig bezahlt man bei einer Buchung im Internet jedoch etwas mehr als vor Ort.

Genauso gut kannst du die Wanderung auch in Cusco buchen. Hier gibt es unzählige Anbieter, die dir alle diese Wanderung verkaufen. In der Regel kannst du auch sehr kurzfristig noch einen Platz bekommen. Wir haben an einem Sonntagnachmittag gebucht und sind am nächsten Morgen um 4 Uhr gestartet. Wir haben über die Agentur Salkantay Trail Adventure gebucht. Erkundigt hatten wir uns vor Ort auch bei Salkantay Trekking, die eine teurere Variante der Tour anbieten. Hier übernachtest du die erste Nacht in einem Iglu mit Glaskuppel und freiem Blick auf die Sterne!

Worauf sollte ich bei der Buchung des Salkantay Treks achten?

Du solltest immer genau hinterfragen, was deine Tour beinhaltet. Es gibt unzählige Anbieter, die alle möglichen Varianten anbieten. Deswegen solltest du ganz genau wissen, welche Leistungen enthalten sind. Wir zählen für dich hier einige Punkte auf, die du nachfragen kannst:

  • Welche Wanderstrecke wird gegangen?
  • Wird ein Teil deines Gepäcks getragen? (5-7kg in extra Rucksack) Bekommst du für das extra Gepäck eine Tasche gestellt?
  • Ist ein Leih-Schlafsack im Preis enthalten?
  • Ist Ziplining im Preis enthalten? (Kostet weniger wenn du es vor dem Trek buchst als später dazu)
  • Ist das Ticket für Machu Picchu enthalten? Ist das Ticket für den Berg Machu Picchu (Kombiticket) enthalten?
  • Wie wirst du zurück nach Cusco kommen (Zug / Bahnschienen laufen/ Bus)?
  • Wie groß ist die Gruppe maximal?
  • Fallen während des Treks zusätzliche Kosten an? (siehe unten)
  • Wie viele Guides, Köche, Pferdemänner werden die Gruppe begleiten?
  • Wie sieht ein typisches Essen aus?
  • Hat der Guide ein Erste-Hilfe-Set, Sauerstoff… dabei?

Alle wichtigen Informationen rund um deine Perureise haben wir hier für dich zusammengefasst!

Wie viel kostet der Salkantay Trek?

Die Kosten für den Trek können sehr unterschiedlich ausfallen und hängen von mehreren Faktoren ab. Du kannst diese Wanderung bereits für 180 US$ machen aber auch 400US$ oder mehr zahlen.

Wir haben für den Trek insgesamt 310 US$ pro Person bezahlt und es war Folgendes enthalten:

  • Gruppe mit 10 Wanderern, dazu 1 Guide, 1 Pferdemann und zwei Köche
  • Mahlzeiten während der Wanderung (Frühstück, Mittag, Nachmittagssnack und Abendessen)
  • dicke Leihschlafsäcke
  • je eine wasserdichte Tasche, in die wir 5kg unseres Gepäcks geben konnten (wurde vom Pferd getragen)
  • Ziplining
  • Eintritt für Machu Picchu und den Machu Picchu Mountain (Kombiticket)
  • einstündige geführte Tour im Machu Picchu
  • 3 Nächte im Zelt
  • zwei Übernachtungen im Doppelzimmer mit eigenem Bad in Aguas Calientes (hatten eine extra dazu gebucht)
  • Rückfahrt nach Cusco im Zug (Aguas Calientes bis Ollantaytambo) und im Bus

Wir fanden den Preis für insgesamt sechs Tage angemessen und waren mit unserem Anbieter sehr zufrieden. Immerhin waren wir von morgens 5 Uhr bis abends 20 Uhr ständig betreut, haben unser Essen gekocht bekommen, unser Zelt und einen Teil unserer Sachen getragen bekommen und es war auch der Eintritt und das Zugticket zurück vom Machu Picchu enthalten (das sind alleine schon gute 100 US$ pro Person).

Welche Kosten fallen während des Treks zusätzlich an?

Je nachdem bei welcher Agentur du buchst und welche Leistungen enthalten sind, können die Zusatzkosten unterschiedlich hoch ausfallen. Wir listen dir hier die Kosten auf, die wir zusätzlich zur Tour pro Person noch hatten.

  • Frühstück in Mollepampa 20 Soles (5,50€)
  • Eintritt Salkantay Trail 10 Soles (2,70€)
  • heiße Quellen Santa Teresa + Fahrt dorthin 25 Soles (7€)
  • Trinkgeld für Koch, Pferdemann und Guide 40 Soles (8€)
  • warme Dusche im 2. Camp (Chaullay) 10 Soles (2,70€)
  • Wasser oder Snacks unterwegs (je nach Bedarf)

Salkantay Trek: die Wanderstrecke

TagStreckeKilometerHöhenmeterWanderdauer
1 Vormittag
Nachmittag
Callacancha - Soraypampa
Soraypampa - Humantay Lake - Soraypampa
8
4
3600m - 3912m
3912m - 4200m - 3912m
ca. 2,5 Stunden
ca. 2,5 Stunden
GESAMT: 5-6 Stunden
2Soraypampa - Salkantay Pass - Chaullay213912m - 4630m - 2900mca. 3 Stunden zum Pass,
ca. 5 Stunden bergab
GESAMT: 8-10 Stunden
3Chaullay - Playa Sahuayacco132900m - 2060mca. 5 Stunden
4 (vormittags)A) Santa Teresa - Hidroelectrica (Straße)
B) Lucmabamba - Llactapata - Hidroelectrica
C) Ziplining
14

20

0
1550m - 1890m

2000m - 2700m - 1890m
1550m - 1890m
ca. 2,5 Stunden

ca. 6-7 Stunden

0
4 (nachmittags)Hidroelectrica - Aguas Calientes111890m - 2050mca. 2-3 Stunden
5Macchu Picchu
(inkl. Mountain)
2050m - 2430m
2430m - 3000m - 2430m
ca. 1 Stunde
ca. 3 Stunden

Nachdem du im Überblick eine kurze Beschreibung der Wanderstrecke siehst, wollen wir dir noch einmal einen kurzen Überblick über die einzelnen Tage geben. Ausführlich kannst du es in unserem Erfahrungsbericht zur Wanderung nachlesen.

Tag 1: Von Cusco nach Soraypampa

In der Regel wirst du am ersten Tag sehr früh in Cusco eingesammelt (zwischen 3 und 4 Uhr) und dann in einem Transporter nach Mollepampa gebracht. Hier gibt es ein Frühstück für alle und danach geht es weiter hinauf zum Ausgangspunkt des Treks in Challacancha. Der erste Teil des Treks geht ordentlich bergauf, dafür kannst du die folgenden zwei Stunden entlang des Inka Kanals eher flach wandern bis du mittags Soraypampa erreichst.

Gestärkt geht es nach dem Mittagessen noch einmal 300 Meter hinauf zur Laguna Humantay, einem wirklich wunderschönen Bergsee. Der Aufstieg in der Höhe fällt nicht leicht, ist aber super für die Akklimatisierung. Du wirst danach umso besser schlafen können!

Tag 2: Von Soraypampa über den Salkantay Pass nach Chaullay

Der zweite Tag ist der längste und anstrengendste Wandertag der Tour. Früh wirst du die 700 Höhenmeter bis zum Pass in Angriff nehmen. Zwischen drei ziemlich steilen Anstiegen gibt es auch mal etwas flachere Passagen. Lass dir Zeit zum Atmen, die wirst du brauchen! Nach 2,5 – 3 Stunden kommst du an den höchsten Punkt der Wanderung und hast (bei gutem Wetter) einen fantastischen Blick. Ist genug Zeit da, macht die Gruppe einen Abstecher zur Laguna Salkantay.

Bis zum Mittagessen müssen nun 700 Meter wieder abgestiegen werden, was ungefähr zwei Stunden dauert. Dabei gibt es spektakuläre Blicke in die Natur. Am Nachmittag geht es weitere 1000 Höhenmeter tiefer, immer weiter in den Dschungel hinein. Dachtest du morgens noch, das Hochlaufen wäre das Anstrengendste, wirst du am Nachmittag das Gleiche über das Bergablaufen denken. Nach 8 Stunden Wanderzeit kommst du gegen 17 Uhr im Camp an.

Tag 3: Von Chaullay nach Playa Sahuayacco

Am dritten Tag geht es weitere 900 Höhenmeter bergab, wobei du im Dschungel auch immer wieder Streckenabschnitte hast, die bergauf führen. Wir hatten nach ca. 30 Minuten Laufzeit die Wahl, die Straße entlang zu laufen (flacher, einfacher) oder auf die andere Flussseite zu wechseln und dort mehr Auf und Ab zu laufen. Wir entschieden uns für die zweite Option und liefen einen tollen Trail entlang. Nach ungefähr 5 Stunden erreichst du den Fluss. Wir wurden dort von einem Minivan abgeholt und nach Santa Teresa gefahren, weil der Weg hier nur aus der Straße besteht. Am Nachmittag kannst du deine müden Wanderbeine in den heißen Quellen erholen.

Tag 4: Santa Teresa bis Aguas Calientes

Am Vormittag des vierten Tages gibt es verschiedene Optionen:

A) Die günstigste Variante ist die Wanderung entlang der Straße bis nach Hidroelectrica. Die Straße ist staubig und wird von vielen Minivans befahren. Die Strecke ist relativ eben und einfach zu gehen.

B) Du kannst auch über den Llactapata nach Hidroelectrica wandern. Dafür musst du heute erneut früh aufstehen (5 Uhr) und wirst zum Ausgangspunkt der Wanderung in Lucmabamba gefahren. Dann geht es 700 Höhenmeter hinauf um von dort schon den ersten Blick auf den Machu Picchu werfen zu können. Nach ungefähr 6-stündiger Wanderung erreichst du ebenfalls Hidroelectrica.

C) Wir haben uns für die Zipline-Variante entschieden, bei der man mit dem Minivan zur Zipline und danach bis Hidroelectrica gefahren wird. Es war die genialste Zipline bisher mit Flügen über 350 Metern auf einer Länge bis zu einem Kilometer. Teilweise kopfüber.

Am Nachmittag laufen dann alle entlang der Schienen von Hidroelectrica bis Aguas Calientes. Die zwei- bis dreistündige Wanderung ist ziemlich flach und bietet zwischendrin schöne Blick auf die Berge. Wir konnten sogar schon einige Ruinen vom Machu Picchu erkennen (von Weitem!). Am späten Nachmittag erreichst du Aguas Calientes.

Tag 5: Machu Picchu

Heute steht der Besuch dieser berühmten Inkastätte auf dem Programm. Von Aguas Calientes bis zum Eingang warten noch einmal 400 Höhenmeter, die überwunden werden wollen. Alternativ kannst du auch den Bus nehmen (pro Fahrt 12 US$) falls deine Beine zu müde sind. Hast du den Machu Picchu Mountain im Ticket drin, so wollen auch hier weitere 600 Höhenmeter erklommen und wieder runtergeklettert werden.

Wenn du die günstigste Variante gewählt hast und von Hidroelectrica mit dem Bus nach Cusco zurück fährst (dauert 6-7 Stunden), musst du entlang der Bahnschienen wieder zurück nach Hidroelectrica gehen.

Was muss ich für den Salkantay Trek mitnehmen?

Eigentlich bieten fast alle Agenturen inzwischen an, fünf bis sieben Kilogramm deines Gepäcks für dich zu tragen (bzw. ein Pferd). Daher benötigst du tagsüber nur einen Tagesrucksack, in den du die Sachen packst, die du während der Wanderung brauchst. Wir wollen dir hier die Dinge auflisten, die wir als sinnvoll und notwendig für den Trek erachtet haben.

  • Sonnenbrille und Sonnencreme
    In der Höhe brennt die Sonne besonders stark und einige haben sich einen ordentlichen Sonnenbrand geholt. Daher regelmäßig und großzügig eincremen.
  • Insektenschutzmittel*
    Im tiefer liegenden Teil des Treks geht es viel durch den Dschungel, in dem Mücken und Sandfliegen darauf warten, sich auf Touristenarme und -beine zu stürzen. Wir wurden auch so einige Male gestochen.
  • Gute Lauf-/Wanderschuhe
    Wir sind mit unseren Trailschuhen* gut klar gekommen, viele hatten auch richtige Wanderschuhe dabei. Deine Schuhe sollten gut eingelaufen sein und ein ordentliches Profil haben, da es viel über Geröll und Steine geht.
  • genügend Bargeld
    Unterwegs gibt es keine Geldautomaten, den ersten wirst du erst wieder in Aguas Calientes finden.
  • Taschenlampe*
    In den Camps gibt es oft gar kein oder nur begrenzt Licht, sodass du abends und am frühen Morgen eine Taschenlampe benötigst.
  • Regenjacke* oder Poncho
    Da es unterwegs immer mal regnen kann, solltest du etwas zum Schutz dabei haben.
  • warme Klamotten
    Besonders die erste Nacht auf 3900 Metern wird sehr kalt, sodass du genügend warme Sachen dabei haben solltest. Wir haben hier unsere Alpaka-Leggins aus Bolivien ein letztes Mal getragen und auch unseren Alpaka-Pulli angezogen. Zusätzlich hatten wir Daunen-*
    und Fleecejacken* sowie Mütze und Handschuhe dabei.
  • T-Shirts* und kurze Hose
    Ab dem Nachmittag des zweiten Tages läuft man auf 2500 Metern oder tiefer und dementsprechend ist es hier wieder wärmer. Dafür reichen T-Shirt und kurze Hose völlig aus.
  • Toilettenpapier
    Auf den Toiletten auf dem Trek gibt es in der Regel keins, nimm also auf jeden Fall welches mit.
  • Handtuch* und Badesachen
    Für die heißen Quellen lohnt es sich, Badesachen einzupacken. Das Handtuch brauchst du nach der Dusche, da du während der Wanderung keines gestellt bekommst.
  • kleine Notfallapotheke
    Hier gehören Schmerztabletten wir Paracetamol, Ibuprofen, Pflaster und Blasenpflaster, Immodium akut und desinfizierende Salbe wie z.B. Betaisodona hinein. Wir haben einem Mitreisenden ausgeholfen, der gar nichts dabei hatte. Eine kleine Grundausstattung finden wir aber sehr wichtig.
  • Snacks und Wasser
    Manchmal wird die Zeit zwischen den Mahlzeiten sehr lang, dazu bist du viele Stunden unterwegs und brauchst Energie für die anstrengende Wanderung. Wir hatten pro Tag pro Person einen Müsliriegel, eine Minipackung Kekse und ein Snickers dabei. Wir haben alles aufgegessen und waren froh, zwischendurch kleine Snacks zu haben. Das Snickers gab es täglich zur Belohnung nach der größten Anstrengung ;) Wasser und kleine Snacks kannst du aber auch unterwegs kaufen, wir haben zum Beispiel Bananen und Avocados unterwegs von den Einheimischen gekauft.

Du willst es genauer wissen? Dann wirf einen Blick in unsere Packliste!

Kann ich den Salkantay Trek auch ohne Tour gehen?

Absolut! Der Weg ist ziemlich eindeutig zu finden und braucht keine großen Kenntnisse im Karten- oder Kompasslesen. Allerdings gibt es unterwegs nicht immer Zimmer für die Übernachtung, sodass du dein Campingequipment mitnehmen und auch tragen musst. Dazu benötigst du Essen und Wasser. Das alles wiegt natürlich so einiges und sollte nicht unterschätzt werden, besonders wenn bei über 4000 Metern die Luft knapp wird. Hast du so viel Campingequipment nicht in deinem Reisegepäck, kannst du das auch vor Ort zum Beispiel in Cusco leihen. Das soll allerdings gar nicht so günstig sein, hat uns ein anderer Reisender erzählt.

Nach Mollepampa kann man noch ganz gut mit Bussen kommen, die Strecke danach wird nicht unbedingt befahren. Daher solltest du dafür mehr Zeit einplanen. Da wir den Trek nicht auf eigene Faust gelaufen sind, können wir dir hier nicht mehr Informationen dazu geben. Aber bei La Grande Viaje und 2 Tramps One World findest du Erfahrungsberichte, da diese Paare den Trek auf eigene Faust organisiert haben und gelaufen sind.

Wie fit muss ich für den Salkantay Trek sein?

Du musst kein Marathonläufer sein und auch nicht viele Berge bestiegen haben. Am wichtigsten ist, dass du gut akklimatisiert bist, um bei einer Höhe von über 4000 Metern keine Höhenkrankheit (Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Herzrasen, Atemnot) zu bekommen. Es ist sicherlich wertvoll wenn du schon einmal eine längere Wanderung absolviert hast. Du solltest mehrere Stunden am Stück wandern können und genügend Ausdauer für mehrere Tage haben. Wir waren zum Zeitpunkt der Wanderung nicht besonders fit und haben alles in den angegebenen Zeiten oder sogar in weniger Zeit geschafft. Allerdings war das Tempo auch durchgehend flott. Im Notfall kann man für den Aufstieg zum Pass auch auf ein Pferd steigen, das einen dann auf die 4600 Meter hochträgt.

Wander mit uns den Salkantay Trek: Unser Video bis nach Machu Picchu


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Ziemlich spontan entschieden wir uns an unserem ersten Tag in Peru dazu, am nächsten Morgen auf den Salkantay Trek aufzubrechen. Wir wollten endlich die Anden mal von ganz Nahem sehen, wieder einige Tage in der Natur verbringen und uns mehr bewegen. So buchten wir von einem Tag auf den anderen den Salkantay Trek und sollten in den kommenden Tagen gigantische Natur um uns herum erleben!

Tag 1: Von Cusco bis Soraypampa

Salkantay Trek Wanderung erster Tag

Unser erster Tag begann bereits vor 4 Uhr, als wir total verpennt aus den Betten fielen und die gepackten Rucksäcke aufschnallten um zum vereinbarten Treffpunkt zu stolpern. Dort warteten schon diverse andere Reisende auf die verschiedensten Touranbieter. Nach einiger Verwirrung wurden wir schließlich zu einem Minivan geführt, der mit nur einer Stunde Verspätung Cusco verließ.

Nach zwei weiteren Stunden im Van erreichten wir Mollepampa, wo wir in einem Restaurant ein Frühstück bekamen. Hier lernten wir unsere Mitwanderer kennen denn im Minibus hatten alle versucht, noch etwas Schlaf zu bekommen. Nach dem Frühstück fuhren wir eine weitere Stunde bis zum Ausgangspunkt unserer Wanderung auf 3600 Metern. Nachdem wir in zwei Wandergruppen unseren Guides zugeteilt wurden, konnte es nun also so richtig losgehen! Unsere Wandertruppe war international durchgemischt und ein super Haufen! Dazu hatten wir mit Elvis einen sehr humorvollen Guide erwischt, der für jeden Quatsch zu haben war.

Salkantay Trek Weg ab Mollepampa

Im ersten Teil der heutigen Wanderung mussten wir 200 Höhenmeter hoch gehen und kamen direkt ordentlich ins Schwitzen. Dafür waren die kommenden 2,5 Stunden eher flach, führten an einem kleinen Kanal entlang und wir hatten zwischendurch schon fantastische Aussichten auf den Humantay und später den Salkantay.

Salkantay Trek Blick auf Humantay

Laguna Humantay

Gegen 12 Uhr erreichten wir unser Camp in Soraypampa und konnten uns dort bis zum Mittagessen ausruhen. Danach ging es noch einmal 350 Meter höher bis zur Laguna Humantay. Keuchend kämpften wir uns Meter um Meter hoch bis wir schließlich auf 4200 Metern die Lagune erreichten. Hier gönnten wir uns ein Snickers und genossen den Anblick dieses Bergsees.

Salkantay Trek Laguna Humanity

Nach dem Abstieg zurück ins Camp erwarteten uns warmes Popcorn und Coca-Tee. Vor dem Abendessen gab es noch eine wirklich lustige Runde Jenga und gegen 20 Uhr verkrümelten wir uns schließlich in unser Zelt. Uns stand die kälteste Nacht bevor, da wir auf 3900 Metern schliefen. Da wir inmitten der Berge schliefen, konnten wir einen genialen Sternenhimmel sehen.

Salkantay Trek Sternenhimmel

Tag 2: Von Soraypampa über den Salkantay Pass bis Chaullay

Pünktlich um 5 Uhr wurden wir an unserem zweiten Tag mit einem heißen Coca-Tee geweckt, der uns das Aufstehen in der morgendlichen Kälte etwas erleichterte. Eingepackt in all unsere dicken Sachen aßen wir das Frühstück und machten uns schließlich gegen 6.30 Uhr mit noch verquollenen Augen an den langen Anstieg bis zum Salkantay Pass.

Salkantay Trek Aufstieg zum Pass

Schon nach kurzer Zeit konnten wir die ersten Schichten wieder ausziehen, da es ordentlich bergauf ging und uns schnell warm wurde. Unterwegs hielten wir nur für kurze Verschnaufpausen an, um nicht zu sehr auszukühlen. Nach einem zweiten, sehr steilen und langen Abschnitt erreichten wir schließlich den sogenannten Gringo Killer. Wir empfanden den letzten steilen Abschnitt vorm Pass allerdings nicht so anstrengend wie den vorherigen und erreichten daher lebendig und glücklich nach 2,5 Stunden Anstieg den Salkantay Pass.

Salkantay Trek Gringo Killer

Der Salkantay Pass

Das erste Mal waren wir auf über 4600 Meter gelaufen! Wir waren unendlich stolz auf uns denn in Nepal hatten wir damals bei 4200 Metern wegen Krankheit und Höhensymptomen umdrehen müssen. Dieses Mal waren wir sehr gut akklimatisiert und konnten die Wanderung genießen. Uns bot sich ein toller Blick auf die umliegende Bergkette, mehrere Gletscher und dazu sahen wir sogar eine kleine Lawine am Salkantay!

Salkantay Trek Salkantay Pass

Unser Guide führte mit uns schließlich noch eine Coca-Zeremonie durch, bei der wir den umliegenden Bergen Coca-Blätter opferten und dafür drei Wünsche abgeben durften. Wir sind gespannt ob sie in Erfüllung gehen werden ;)

Salkantay Trek Pass mit Steinen

Laguna Salkantay

Danach gingen wir über viele Felsbrocken weiter zur Salkantay Lagune, die im schönsten Blauton erstrahlte. Dazu die schneebedeckten Berge im Hintergrund… wir waren einfach nur begeistert!

Salkantay Trek Laguna Salkantay

Bis zur Mittagspause lagen nun noch zwei Stunden Abstieg vor uns. Und wenn du jetzt glaubst, dass das entspannt war: falsch gedacht! Im sandigen Geröll mussten wir genau hinschauen, wo wir hintreten und waren erleichtert, als wir nach insgesamt 5 Stunden Wanderung auf 3900 Metern unser Mittagessen serviert bekamen. Anschließend mussten wir weitere 1000 Meter absteigen und gelangten nun zusehends mehr in den Dschungel. Der Wald um uns herum wurde dichter, die Lufttemperatur höher und die Anzahl an Moskitos nahm drastisch zu.

Salkantay Trek Abstieg zweiter Tag

Als wir gegen 17 Uhr endlich das Camp erreichten, waren wir ziemlich platt! Wir freuten uns auf unser Abendessen und ließen den Abend mit einer Runde Schnipselchen ausklingen. Uns war gar nicht bewusst, dass es dieses Spiel auch in anderen Ländern gibt. Das erste Mal spielten wir es nun auf Englisch und lachten uns immer wieder schlapp. Ein toller Abschluss unseres zweiten Wandertages.

Tag 3: Von Chaullay nach Santa Teresa

Salkantay Trek Dschungel

Auch an unserem dritten Wandertag war an Ausschlafen nicht zu denken, als wir kurz nach 5 Uhr erneut mit einem Coca-Tee geweckt wurden. Nach einem wenig sättigenden Frühstück brachen wir früh auf denn bis zum Mittag sollten wir wieder viele Höhenmeter auf- und vor allem abgestiegen sein. Elvis erklärte uns schon wie an den Vortagen die heimische Pflanzenwelt und zeigte uns eine Pflanze, die rote Farbe abgibt. Kurzerhand wurde jeder mit einer individuellen Kriegsbemalung verziert.

Salkantay Trek Kriegsbemalung

Wir überquerten den Fluss und folgten für mehrere Stunden einem Pfad, der sich immer am Fluss entlang schlängelte. Durch dichten Wald, vorbei an Kürbisfeldern, Grenadillas und Wasserfällen stiegen wir etliche Meter ab aber auch immer wieder auf. Unsere müden Beine wurden noch einmal ordentlich gefordert bevor wir schließlich den Playa Sahuayacco erreichten.

Salkantay Trek Fluss

Hier konnten wir unsere Füße im eiskalten Flusswasser abkühlen und entspannen. Die letzten Kilometer bis Santa Teresa wurden wir im Minivan befördert. Hier erreichten wir unseren Campground pünktlich zum Mittagessen und bekamen superviel Essen aufgetischt.

Salkantay Trek Camp Hängematte

Heiße Quellen und Happy Hour

Nach einer entspannten Stunde in den Hängematten auf der Wiese gab es noch einen weiteren Programmpunkt für den Tag: die heißen Quellen von Santa Teresa. Ganze drei Stunden konnten wir in den vier unterschiedlich warmen, natürlichen Pools verbringen und unsere müden Muskeln entspannen. Umgeben von den Anden hätte es nicht schöner sein können.

Am Abend machten wir dann ausgiebig Gebrauch von der Pisco Sour Happy Hour, spielten Trinkspiele, veranstalteten einen Gruppentanz und unterhielten uns mit den Inhabern des Campingplatzes über die Quechua-Kultur (auf spanisch natürlich!). Ausgelassen tanzten wir bis in die Nacht hinein und hatten eine tolle Zeit mit unserer Gruppe.

Tag 4: Ziplining und Laufen von Hidroelectrica nach Aguas Calientes

Nach der gestrigen Partynacht kämpften wir uns müde und verkatert aus den Betten um das Frühstück um 7 nicht zu verpassen. Ein Teil unserer Gruppe war bereits eine Stunde zuvor auf eine weitere Wanderetappe aufgebrochen, ein anderer würde später entlang der Straße zum nächsten Ort laufen. Wir hatten uns schon vorher dazu entschieden, an diesem Vormittag Ziplining zu machen, da wir das in Indien und Nicaragua beide Male genial fanden.

Bei Vertical Ziplines erwarteten uns 5 Ziplines, die bis zu einem Kilometer lang waren und zusätzlich eine Hängebrücke. Es ging über ein Tal drüber hinweg, in einer Höhe von 300 Metern! Das Gefühl, darüber zu schweben, war unbeschreiblich toll. Schnell war unser Kater vergessen, denn Adrenalin pumpte durch unsere Adern. Wir flogen über Kopf, drehend, zu zweit und zum krönenden Abschluss in Superman-Pose über die Natur hinweg. Es machte irre viel Spaß und war das tollste Zipline-Erlebnis bisher!

Der Weg entlang der Schienen

Salkantay Trek Schienenweg

Danach mussten wir einige Stunden in Hidroelectrica überbrücken bis die anderen Wanderer eintrafen. Hier konnten wir uns kaum noch auf den Beinen halten, waren müde, verkatert und kaputt. Als wir schließlich nach dem Mittagessen die Wanderung entlang der Schienen antraten, tat uns die frische Luft und Bewegung sehr gut. Wir konnten von den Schienen aus bereits erste Inkaruinen sehen und die weitesgehend flache Wanderung entlang der Zugstrecke relativ entspannt zurücklegen.

Salkantay Trek Blick von Schienen auf Berge

Am späten Nachmittag erreichten wir schließlich Aguas Calientes, wo wir unser Hotelzimmer bezogen und die erste warme Dusche nach vier Tagen Wanderung hatten. Was für eine Offenbarung! Auch das Bett war nach drei Nächten im Zelt eine echte Wohltat. Wir gingen sehr früh schlafen, denn am nächsten Tag sollte ein weiteres Highlight auf uns warten: der Besuch von Machu Picchu.

Fazit zum Salkantay Trek

Wir fanden die Wanderung einfach grandios! Die Landschaft war wunderschön und wir haben es bei all der Anstrengung total genießen können, so viel Zeit in der Natur zu verbringen. Um die Wanderung zu bewältigen, muss man kein Ausdauersportler sein! Allerdings ist es auch kein gemütlicher Spaziergang, den man mal so eben wegläuft. Wir würden diese Wanderung jedem empfehlen, der gerne in der Natur ist und mehr von den Anden sehen möchte!

Alle Informationen und Fakten rund um die Wanderung haben wir für dich in einem extra Beitrag zusammengefasst.

Salkantay Trek Laguna Salkantay Paar

Auf der Flucht vor dem Dauerregen auf der chilenischen Seite der Anden waren wir Anfang Mai über die Grenze nach Argentinien gefahren. Hier verbrachten wir schöne Tage in Bariloche, San Martin de los Andes und dem wunderschönen Seengebiet, das sich über mehrere Nationalparks erstreckt.

Durch die Pampa

Nachdem wir die 100 Kilometer lange Schotterpiste von der Grenze geschafft hatten, bogen wir auf die Ruta Nacional 40 (RN40) ab. Diese Straße führt längs durch Argentinien und ist hier fast so legendär wie die Carretera Austral in Chile. Allerdings ist die RN 40 glücklicherweise komplett geteert und lässt sich damit sehr angenehm fahren. Und das Beste: ganz ohne Regen!

Argentinien Ruta 40

So boten sich uns erstmals unendliche Weiten und tolle Blicke auf die uns umgebende Landschaft, die sich tatsächlich Pampa nennt. Im Lonely Planet heißt es, der Abschnitt zwischen Rio Maio und Esquel sei so langweilig und die kleinen Städte so unansehnlich, dass man schnellstmöglich Richtung Norden fahren sollte. Wir fanden es eigentlich ganz ansehnlich, waren allerdings froh, als wir nach 700 Kilometern Fahrt abends in Esquel ankamen.

Schokoladenüberfluss und Eishütte in Bariloche

Bariloche liegt inmitten des Seengebiets und des Nationalparks Nahual Hapi und dazu auch noch direkt am See Nahual Hapi. Daher buchten wir uns über AirBnB eine kleine Hütte etwas abseits der Stadt und hofften auf ein paar Tage Ruhe vom Fahren. Die Stadt selbst bietet vor allem Restaurants, Outdoorläden und unzählige Schokoladenläden. Hier probierte sich Matthias einmal quer durch die Stadt.

Argentinien Bariloche Sonnenuntergang vom Cerro Otto

Zum Sonnenuntergang fuhren wir später auf den Cerro Otto, einen Berg, auf den man auch mit einer Seilbahn fahren oder hochwandern kann. Von dort oben bietet sich ein wirklich traumhafter Blick auf Bariloche, den großen See und die umliegenden schneebedeckten Berge. Wir liefen ein Stück den Berg hinauf, um uns bei dem kalten Wind aufzuwärmen und den Moment so lange wie möglich auszukosten. Die Sonne ging genau hinter den Bergen unter und tauchte alles in ein warmes Licht. So schön!

Argentinien Bariloche Sonnenuntergang

Als wir abends in unsere kleine Hütte einkehrten, mussten wir enttäuscht feststellen: die Heizung kann das selbstgebaute Holzhaus überhaupt nicht aufwärmen. Innen- und Außentemperatur waren identisch und die lag leider nur bei knapp über 0°C. Bibbernd kauerten wir uns unter so viele Decken wie wir finden konnten und verließen die Stadt am nächsten Tag wieder, weiterhin auf der Suche nach einer warmen Unterkunft.

Ruta de los 7 Lagos

Von Bariloche aus fuhren wir die Ruta de los Siete Lagos – die Straße der sieben Seen. Hier sollten wir an unzähligen Aussichtspunkten die tollsten Blicke auf die Seen bekommen. Morgens fuhren wir allerdings noch bei dichter Wolkendecke los und konnten zwar die Seen bestaunen, die Landschaft dahinter sahen wir zunächst aber nicht.

Argentinien Bariloche Seengebiet

Mittags ließ sich die Sonne dann immer mehr blicken und ab und zu konnten wir die großen Berge im Hintergrund sehen. Wir bogen von der Hauptstraße auf eine kleine Schotterstraße ab und landeten beim Campingplatz am Lago Traful. Hier war natürlich keiner außer uns, aber im Sommer ist dieser Platz sicher gut besucht. So spazierten wir am Seeufer entlang und den Fluss ein Stück weiter hoch.

Argentinien Seengebiet Lago Traufe

An einer Stelle konnten wir den Fluss über mehrere Baumstämme überqueren und so auch die andere Seite weiter erkunden. Endlich mal Bewegung in der Natur! Genauso hatten wir uns das vorgestellt :) Dank des Autos waren wir flexibel und konnten von der ursprünglichen Route abweichen um diesen schönen Ort zu entdecken und für uns zu haben.

Argentinien Seengebiet Lago Traful mit Berg

Und jetzt, wo die Wolken einmal weitergezogen waren, zeigten sich die Seen und die Umgebung von ihrer schönsten Seite. Immer wieder hielten wir an der Straße an um die Ausblicke auf die diversen Seen und die Berge drumherum zu genießen. Die 150 Kilometer lange Straße führt an so viel schöner Natur vorbei! Es lohnt sich hier auf jeden Fall, mit einem Auto entlang zu fahren, um eben auch die Schotterpisten zu nehmen, die von der Hauptstraße abgehen und zu weiteren Seen führen.

Argentinien Seengebiet Lago Machonico

San Martin de los Andes

Für uns endete die Fahrt schließlich in San Martin de los Andes, einem kleinen Örtchen am Lago Lacar. Hier schliefen wir zwei Nächte im Aparthotel del Chapelco* und hatten ein so richtig warmes Zimmer! Mit Heizung im Wohnzimmer und im Schlafzimmer! Als dann aus der Dusche auch noch heißes Wasser kam, waren wir überglücklich ;) Wir genossen es, das Auto mal stehen zu lassen und zwei Nächte hintereinander im gleichen Bett zu schlafen. So konnten wir auch ein wenig durch den Ort schlendern und abends im Restaurant La Casona die Spezialitäten der Gegend probieren: Hirschgulasch mit Spätzle sowie selbstgemachte Nudeln mit Hirsch und Wildpilzen. Es schmeckte uns wirklich gut und war eine sehr willkommene Abwechslung zu unseren Nudelvarianten mit Pesto, Tomatensauce oder Tütensuppe.

Argentinien Seengebiet San Martin vom Berg

Wanderung zum Mirador Bandurrias

An unserem zweiten Tag in San Martin strahlte uns schon morgens die Sonne entgegen. Wir nutzten das gute Wetter und wanderten auf den der Stadt gegenüberliegenden Berg mit dem Aussichtspunkt Mirador Bandurrias. Hier hatten wir einen schönen Ausblick auf San Martin sowie den See mit den Bergen im Hintergrund.

Argentinien San Martin Mirador Bandurrias

Unser Weg ging durch den Wald, über Wiesen und vorbei an truthahnartigen Vögeln sowie Schafen. Diese kamen fröhlich auf uns zugelaufen und hatten so viel Wolle, wie wir noch nie auf einen Haufen gesehen haben.

Schafe

Vom Mirador Bandurrias liefen wir noch weiter zu Las Islitas, einem Campingplatz direkt am See. Hier konnten wir eine kleine Insel betrachten und unsere mitgebrachten Brötchen essen. Da es aber im Schatten und ohne Bewegung schnell sehr kühl wurde, dehnten wir unsere Pause nicht allzu lange aus und liefen zurück nach San Martin. Wir können diese Wanderung sehr empfehlen, da die Wege super zu laufen waren und die insgesamt ca. 12 Kilometer auch mit viel Ausblick genießen locker in 3 Stunden machbar sind.

Der Lago Huechulafquen

Ungefähr eine Autostunde nördlich von San Martin liegt der See Huechulafquen (keine Ahnung, wie das richtig ausgesprochen wird!). Bereits die Straße zum See bot uns wieder tolle Aussichten auf die Natur und wir hielten immer wieder an um Fotos davon zu machen.

Argentinien Lago Huechulafquen

Angekommen am See, wollten wir eigentlich in den dazugehörigen Nationalpark fahren und nach Wanderungen entlang der Straße Ausschau halten. Allerdings wurden wir nach der freundlichen Begrüßung im Informationscenter darauf hingewiesen, dass wir hier 15€ Eintritt pro Person zahlen sollten. Zum Einen faden wir das einfach extrem teuer, zum Anderen hatten wir so viel Bargeld überhaupt nicht mehr. Also suchten wir uns einen Aussichtspunkt vor dem Nationalpark, mampften dort unsere Avocadobrötchen und fanden, dass der Blick völlig ausreicht.

Argentinien See

Ausreise über den Paso Tromen

So fuhren wir noch etwas weiter nördlich und schließlich in den Nationalpark Tromen hinein, um dort den Pass zurück nach Chile zu nehmen. Vorher ließen wir uns aber den Blick auf den Vulkan Lanin nicht entgehen. Nach einem kurzen Spaziergang zum Fuße des Vulkans und etwas längerem Warten in der Kälte, zeigte sich der Vulkan zwischen den Wolken und wir waren happy!

Argentinien Vulkan Lanin

Die Tage in Argentinien waren wirklich schön und die Natur unheimlich beeindruckend! Im Seengebiet um Bariloche kann man locker eine Woche verbringen und die Berge erklimmen oder im Winter (also deren Winter, ab Juni) Ski fahren. Wir waren dankbar für die zwar kalten, aber regenfreien Tage, in denen wir einen tollen Eindruck vom Land gewonnen haben.

Nachdem wir in León ordentlich geschwitzt und in Jiquilillo sehr gut entspannt hatten, waren wir voller Energie und Tatendrang als wir den Norden Nicaraguas erkundeten. In den zehn Tagen haben wir vier sehr unterschiedliche Städte gesehen, unsere Trailschuhe und Beine mal wieder gefordert und die tolle Natur der Northern Highlands hautnah erleben können.

Nicaragua Norden Route Grafik

Unsere Route führte uns von León ausgehend zunächst nach Matagalpa, dann über Jinotega nach San Rafael del Norte und schließlich nach Estelí und von dort in einem Tagesausflug zum Somoto Canyon. Insgesamt waren wir 10 Tage unterwegs und fuhren von Estelí über Managua weiter zur südlichen Pazifikküste zum Playa Maderas.

Matagalpa

Nicaragua Norden Matagalpa Blick vom Kreuz

Von León aus fuhren wir im Chickenbus nach Matagalpa. Was ein nützlicher Tipp gewesen wäre: die Busse sind so voll (zumindest war unser Bus es), dass man morgens Tickets kaufen sollte um einen Sitzplatz zu bekommen. Da wir das nicht wussten, standen wir von den 2,5 Stunden Fahrt ganze zwei Stunden im Gang – eingequetscht zwischen vielen Menschen.

Unsere Unterkunft in Matagalpa

In Jiquilillo hatten wir Alessa kennengelernt, die uns mit vielen guten Tipps für Nicaragua versorgte. Sie hatte uns auch das Hotel El Castillo* empfohlen, in dem wir vier Nächte verbrachten. Das Hotel ist gut gelegen, nahe bei der großen Kathedrale und mit vielen guten Restaurants in der Umgebung. Zudem hat man von den Balkonen und der Terrasse einen tollen Ausblick auf die Stadt. Unser Tipp: definitiv ein Zimmer mit Balkon nehmen! Das sind die schönsten Zimmer. Für 22US$ bekamen wir zusätzlich zur Übernachtung morgens ein einfaches Frühstück.

Wanderung zum Kreuz

Oberhalb der Stadt thront auf einem der Berge ein riesiges Kreuz, das abends auch angestrahlt wird. Wir hatten erzählt bekommen, dass der anstrengende Anstieg sich lohnt, da man von dort oben einen tollen Ausblick über Matagalpa und die umliegenden Berge haben würde. So brachen wir auf und machten uns zunächst auf den Weg außerhalb der Stadt zum Eingang in den Nationalpark.

Dort erwartete uns schon ein alter Mann, der uns freundlich begrüßte und uns die 30 Cordoba (1€) Eintritt pro Person abnahm. Mit Hilfe einer selbst gemalten Karte erklärte er uns den bevorstehenden Weg und wünschte uns viel Spaß. Und so spazierten wir die Stunde bis zur Bergspitze allein durch den teilweise sehr dichten Wald. Der Weg führte uns über Steine, Flüsse und immer weiter bergan. Wir genossen diese Wanderung sehr, weil sie auch eine willkommene Abwechslung zu Strand und Städten darstellte.

Nicaragua Norden Matagalpa Wanderung

Vom Kreuz aus bot sich dann der versprochene schöne Ausblick über Matagalpa. Hier legten wir eine Pause ein, aßen den mitgebrachten Kuchen und genossen die Landschaft um uns herum. Eine wirklich empfehlenswerte Wanderung, die von der Stadt aus insgesamt nur ca. 3 Stunden dauert.

Selva Negra

Etwa 10 Kilometer nördlich von Matagalpa befindet sich der Schwarzwald – die Selva Negra. Diese riesige Anlage wurde ursprünglich von deutschen Auswanderern gegründet und wird wohl heute auch noch von deren Nachfahren geleitet. Von Matagalpa aus kann man die Selva Negra am besten mit dem Chicken Bus erreichen. Jede halbe Stunde starten die Busse Richtung Jinotega und auf halber Strecke kann man sich dann bei der Selva Negra rauswerfen lassen. Von der Straße aus läuft man noch einen Kilometer bis zum Resort.

Nicaragua Norden Selva Negra Anlage

Um auf dem Gelände wandern zu können, muss man Eintritt zahlen. Entweder kann man 100 Cordoba (3€) pro Person zahlen oder 200 Cordoba und dafür einen Essensgutschein in dem Wert bekommen. Wir haben uns für die zweite Variante entschieden und im guten (aber auch eher teuren) Restaurant leckere Burger gegessen. Für ein Stück Kuchen war danach kein Platz mehr, aber wir haben von anderen gehört, dass der auch sehr gut sein soll!

Satt und ausgelassen ging es schließlich für uns auf die gut ausgeschilderten Wanderwege. Kreuz und quer liefen wir durch den Wald, der mit zwitschernden Vögeln und kleinen Nagetieren aufwartete. Die Wege führten uns über 1000 Höhenmeter hinauf und schließlich auch wieder hinunter. Die Luft war fantastisch und wir waren wirklich angetan vom nicaraguanischen Schwarzwald, der sich in seiner Artenvielfalt aber stark vom deutschen unterscheidet!

Nicaragua Norden Selva Negra Weg

Wer mit größerem Budget reist, kann auf dem Gelände auch eine Hütte oder ein Zimmer mieten und weitere Wanderwege erkunden. Zudem werden vor Ort Kaffeetouren durch die hauseigenen Plantagen, Ausritte und viel mehr an Entertainment geboten.

Unser Restauranttipp für Matagalpa: Lunaflor

Neben der schönen Landschaft und vielen Ausflugszielen in der Umgebung bietet Matagalpa auch einige Restaurants, die sehr leckeres Essen kredenzen. Unser Favorit war hier das Lunaflor. Das Restaurant bietet eine Küche mit frischen Zutaten und asiatischen Einflüssen in gemütlicher Atmosphäre. Wir hatten hier ein tolles Curry und Shrimp-Quesadillas. Beim zweiten Besuch teilten wir uns die gemischte Käseplatte, die auch regionalen Käse aus der Selva Negra enthielt. Unbedingt hingehen wenn du in Matagalpa bist!

Jinotega

Nicaragua Norden Jinotega Blick von oben

Dieser kleine Ort liegt zwar nur 45 Kilometer nördlich von Matagalpa, der Chickenbus benötigt aufgrund der kurvigen Straßen aber trotzdem fast zwei Stunden für die Strecke.

Unsere Unterkunft in Jinotega

Nur einen Block von der Kirche und dem Zentralpark entfernt kamen wir im Hotel Central unter. Unser Doppelzimmer mit eigenem Bad kostete uns knapp 16€. Das Zimmer war angenehm kühl und hatte ein sehr bequemes Bett, können wir empfehlen.

Toller Ausblick vom Peña de la Cruz

Von fast jedem Punkt in der Stadt kann man ein Kreuz auf einem der umliegenden Berge sehen. Es wurde wohl bereits 1707 aufgestellt und bietet einen tollen Ausblick auf die Umgebung. Da wir unsere Wanderlust gerade wiederentdeckt hatten, ließen wir uns den steilen Aufstieg daher nicht nehmen. Nachdem wir den Stadtfriedhof überquert hatten, ging es – hauptsächlich über Treppen – nur noch bergauf. Nach ungefähr 40 Minuten schweißtreibendem Anstieg erreichten wir dann das Kreuz, das aus der Nähe wenig ansehnlich war. Dafür war die Aussicht auf Jinotega, den Lago de Apanas und die Berglandschaft umso schöner!

Nicaragua Norden Jinotega Blick Franzi

San Rafael del Norte

Weiter ging unsere Tour durch die Northern Highlands und brachte uns in das kleine Örtchen San Rafael del Norte. Nur eine Busstunde von Jinotega entfernt liegt diese verschlafene Stadt, die noch einmal deutlich kleiner ist als Jinotega. Hier werden Holz, Essen oder Milchkannen noch auf dem Pferd transportiert und nur wenige Touristen legen einen Stopp ein.

Unsere Unterkunft in San Rafael

Die Auswahl in dem kleinen Ort ist doch sehr begrenzt und umso verwunderter waren wir dann als wir die Größe der Casita San Payo* sahen. Hier kommen jede Menge Leute unter! Nicht, dass wir vielen Touristen begegnet wären, aber Platz ist genug da ;) Wir hatten ein Doppelzimmer mit eigenem Bad, das groß war aber leider auch sehr feucht und dadurch etwas modrig roch. Für knapp 16€ dennoch in Ordnung.

Canopy Tour La Brellera

Nachdem wir in Indien total begeistert waren von der Zipline über Jodhpur, wollten wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen, auch durch die Wälder Nicaraguas zu fliegen. Nur 5 Kilometer außerhalb von San Rafael gibt es sieben verschiedene Ziplines, die man für 20 US$ pro Person abfliegen kann. Wir haben für den Hinweg einen Bus Richtung Yali genommen und wurden direkt vor dem Eingang der Canopy Tour rausgelassen.

Bradington und Gabriel – unsere beiden jungen Guides – begrüßten uns freundlich, erklärten uns den Aufbau der Canopy Tour und legten dann die Sicherheitsgurte an. Nach kurzer Einführung am Stahlseil ging es dann hoch hinaus. Waren wir von den ersten beiden kurzen Flügen noch wenig beeindruckt, so kamen doch noch sehr aufregende Flüge auf uns zu.

Nicaragua Norden San Rafael Zipline

Die zweitlängste und höchste Zipline (50 Meter) sorgte für ordentlich Adrenalin. Aber unsere Guides hatten noch mehr in petto: Die längste Zipline konnten wir als Superman fliegen. Wir wurden an den Guides festgeschnallt und flogen in Bauchlage die 320 Meter lange Bahn entlang. Und es wurde noch verrückter: die letzte sollten wir dann kopfüber fliegen! Das muss nicht nur echt seltsam ausgesehen haben, es fühlte sich auch irre an! Wir waren total begeistert von der Tour und unseren Guides und genossen noch ein lokales Essen im Restaurant auf dem Gelände. Um dieses schöne Erlebnis abzurunden, sahen wir sogar noch einen Kolibri vor uns herumflattern.

Spaziergang durch die grünen Berge

Den Rückweg von der Canopy Tour wollten wir dieses Mal zu Fuß zurücklegen, denn es würde die meiste Zeit bergab gehen. Nachdem wir der Straße Richtung San Rafael einen Kilometer gefolgt waren, führte auf der rechten Seite ein Weg in die Felder hinein. Diesem folgten wir nun und liefen an einfachen Holzhütten vorbei, durch Kuh- und Pferdeherden und wurden immer freundlich von den vorbeireitenden Einheimischen gegrüßt.

Nicaragua Norden San Rafael Weg durch Felder

Matthias war völlig fasziniert von den riesigen Bäumen, die unseren Weg in den unterschiedlichsten Formationen säumten. Und wieder einmal stellten wir fest: die schönsten Erlebnisse kosten oft gar nicht viel! Auf diesem Spaziergang fühlten wir uns so nah am Leben in den Bergen, dass er einen tiefen Eindruck hinterließ.

Nicaragua Norden San Rafael Wanderung

Estelí

Nachdem wir zuvor ziemlich schnell gereist waren, legten wir hier in Estelí mal wieder einen Tag Pause ein, an dem wir im klimatisierten Café leckere Limonade schlürften, für die Reise recherchierten und die Erlebnisse auf dem Blog und im Video zusammenfassten.

Unsere Unterkunft in Estelí

Das Hostal Tomabu liegt ca. einen Kilometer außerhalb des Zentralparks und bietet Doppelzimmer mit eigenem Bad für 20 US$ an. Die Zimmer waren sauber und die Eigentümerin super nett und hilfreich. Der Ventilator im Zimmer war allerdings so laut, dass uns nicht klar ist, wie wir dabei einschlafen konnten! Beim nächsten Mal würden wir vermutlich etwas näher am Zentrum wohnen. Dafür war es zum Busbahnhof nicht weit.

Tour durch den Somoto Canyon

Der Hauptgrund für unseren Aufenthalt in Estelí war die Nähe zum Somoto Canyon. Über Tree Huggers buchten wir eine Tour durch den Canyon mit Guide und Lunch sowie Ausrüstung (Schuhe, Schwimmwesten, Dry Bag) für 25 US$ pro Person. Die Fahrt nach Somoto legten wir im Chickenbus zurück. Der Hinweg im regulären Bus dauerte über 2 Stunden und der Bus war sehr voll. Der Rückweg im Expreso dauert nur 1,5 Stunden und war so angenehm, dass wir sogar einschliefen ;)

Angekommen in Somoto wurden wir (und einige weitere Touristen) durch Henry begrüßt, der uns zu seinem Haus am Canyon fuhr. Dort bekamen wir Schuhe und Schwimmwesten und konnten unsere restlichen Sachen unterstellen. Kurz darauf setzte sich unsere Gruppe in Bewegung und wir legten die ersten 30 bis 40 Minuten Weg auf Feldern zurück bis wir schließlich zum Canyon gelangten. Kurz vorher hatte unser Guide uns Honduras gezeigt – der Canyon liegt nur wenige Kilometer südlich der Grenze und wir haben nun also auch dieses mittelamerikanische Land besichtigt ;)

Im Canyon fing der Spaß dann so richtig an. Wir liefen durch das Wasser, schwammen Teilstrecken und sprangen immer wieder von Felsen ins Wasser hinein. Franzi ließ die hohen Sprünge dieses Mal aus und ihre Ohren verkrafteten die kleinen (von 1-2 Metern) problemlos. Matthias stürzte sich auch von den höchsten Punkten in die Tiefe und riss leider beim Sprung von acht Metern auch die Go Pro mit sich und tauchte nur noch mit der Halterung in der Hand wieder auf. Daher können wir dir hier leider keine Beweisbilder (und auch kein Video vom Canyon) zeigen.

Die Stimmung war nach dem Verlust natürlich erst einmal getrübt. Dennoch hatten wir viel Spaß bei der Wanderung durch den Canyon und fanden den Preis für das 4-stündige Erlebnis angemessen. Zurück am Ausgangspunkt gab es ein schmackhaftes Essen für uns, bevor wir wieder Richtung Estelí aufbrachen.

Ereignisreiche Tage im Norden

Mit dem Ausflug in den Canyon endeten unsere Tage im Norden, die gefüllt waren mit Wanderungen und Ausflügen in die schöne Natur. Wir sind (für unsere Verhältnisse) schnell gereist, fanden aber 10 Tage zur Erkundung ausreichend. Anders als erhofft, kletterten auch im Norden die Temperaturen immer wieder über die 30°C-Grenze, sodass wir uns freuten, im Anschluss wieder nah beim Meer zu sein. Aber dazu Meer im nächsten Beitrag!

Und du?

Bist du auch so gerne in der Natur wie wir? Oder bist du eher der Stadt-Typ? Wir freuen uns, wenn du uns einen Kommentar hinterlässt!

Vom Lago de Atitlan aus ging es zu unserem zweiten Ziel in Guatemala: in die malerische Stadt Antigua. Die bunten, niedrigen Häuser sind hier an kopfsteinbepflasterte Straßen gebaut und eingerahmt wird das Ganze durch die Vulkane drum herum. Zurecht wird Antigua überall beworben und ist einer der größten Touristenmagneten in Guatemala.

Unsere Anreise nach Antigua vom Lago de Atitlan

Ausgehend von San Pedro La Laguna am Lago de Atitlan hat man zwei Möglichkeiten, um Antigua zu erreichen. Die bequemste ist sicherlich ein Touristenshuttle, das einen auf direktem Wege nach Antigua fährt. Mehrmals am Tag starten diese Minibusse zu festen Uhrzeiten und bringen einen in vier bis fünf Stunden ans Ziel. Kostenpunkt: 80 Quetzales pro Person (11€). Stattdessen kann man die Strecke auch mit den Chicken Busses zurücklegen. Diese Busse sind weniger bequem, dafür deutlich günstiger und man erlebt viel mehr. Das war auch unsere Wahl, allerdings erklärte uns der Busfahrer, dass der Bus aufgrund einer Straßenblockade nicht fahren würde.

Also entschieden wir uns für Plan C: Mit einer Plancha (einem kleinen Boot) fuhren wir von San Pedro La Laguna nach Panajachel am anderen Ende des Sees. Dort wurden wir von einem Chickenbus aufgesammelt und in den nächstgrößeren Ort verfrachtet. Dasselbe Spiel machten wir insgesamt vier Mal bis wir in Antigua ankamen. Wie die Orte auf dem Weg hießen, wussten wir oft gar nicht, weil wir nur das Ziel Antigua nannten und dann immer in den nächsten Bus gestopft wurden. Letztendlich dauerte unsere Fahrt 5 Stunden und kostete uns 53 Quetzales pro Person (ca. 7€). Es verlief alles glatt, war ausreichend bequem und ein super Erlebnis!

Unsere Unterkunft in Antigua

Wir hatten bereits vor unserer Ankunft ein Doppelzimmer in der Villa Esthela gebucht. Lass dich nicht von dem fancy Namen täuschen, es handelt sich dabei um ein Hostel! Wir bekamen ein sehr geräumiges Zimmer mit zwei großen Betten und vielen Abstellmöglichkeiten. Geschlafen haben wir hier super! Auch die Gemeinschaftsbäder waren sauber. In der Küche haben wir uns gut bekochen können und die Lage ist zwar etwas außerhalb des Stadtzentrums aber in 10 Minuten ist man überall. Für 23€ pro Nacht war das ein guter Deal, vor allem bei sonst sehr hohen Kosten in Antigua.

Stadtbummel

In Antigua kann man vor allem eines sehr gut machen: durch die Stadt bummeln. In den vielen bunten Häusern verstecken sich kleine Läden, die verschiedenstes Handwerk anbieten und daneben gibt es bestimmt ein Restaurant oder eine Bar. Viele sahen sehr verlockend aus. Das Problem: Antigua ist nicht so richtig für einen schmalen Geldbeutel geeignet. Die Restaurants und Cafés verlangen für ihre Speisen Preise wie in Deutschland, für uns schwer erschwinglich mit dem Weltreisebudget. Also blieb es häufig beim Bestaunen von außen.

Eine günstige und sehr leckere Alternative zu den hochpreisigen Restaurants ist das Toko Baru. In diesem kleinen Restaurant werden indische und asiatische Gerichte zu vernünftigen Preisen angeboten. Wir haben hier zwei verschiedene indonesische Gerichte und Falafel gegessen und fand alles sehr lecker!

Ausblick vom Cerro de la Cruz

Den wohl schönsten Blick auf Antigua kann man vom Cerro de la Cruz erhaschen. Dieser Aussichtspunkt befindet sich nördlich der Stadt auf einem Hügel, den man über viele Treppen erklimmen kann. Oben angekommen bietet sich ein spektakulärer Blick auf die breiten Straßen und den Vulkan Agua dahinter. In Antigua stehen insgesamt 33 Kirchen (!), von denen viele allerdings durch ein Erdbeben 1773 stark beschädigt worden sind und nie restauriert wurden. Diese baufälligen Gebäude geben der Stadt allerdings einen sehr speziellen Anblick, den wir wirklich schön fanden.

Guatemala Antigua Cerro de la Cruz Ausblick

Wanderung auf den Vulkan Acatenango

Zu Matthias‘ Geburtstag hatten wir uns etwas Besonderes vorgenommen: Wir wollten auf den dritthöchsten Vulkan Guatemalas wandern, dort in einem Zelt übernachten und einen Blick auf den noch aktiven Vulkan Fuego haben, der sich direkt daneben befindet. Franzi war nach kurzer Zeit überzeugt und so buchten wir eine Tour mit Gilmer. Auf TripAdvisor wird seine Tour in den höchsten Tönen gelobt und auch von Leuten, die wir vor Ort kennenlernten, wurde er uns empfohlen. Mit den Gebühren (300Q pro Person, 38€) wird zudem das Heimatdorf der Guides unterstützt, sodass wir gern bereit waren, etwas mehr zu zahlen.

Und wieder mal spielen wir Pack-Tetris

Am Freitag wurden wir am frühen Morgen vor unserem Hostel abgeholt und lernten im Minivan auf dem Weg in das Dorf am Vulkan gleich unsere vier Mitwanderer kennen. Marco aus Deutschland und Sarah & Gil aus Kanada würden mit uns gemeinsam den beschwerlichen Weg gehen. Nach einer knappen Stunde hielten wir, um in Gilmers Haus das Equipment zu packen. Und hier gerieten wir mit unseren Handgepäcksrucksäcken leider an unsere Grenzen. Die Schlafsäcke waren so groß, dass sie fast den ganzen Rucksack einnahmen. Dazu mussten aber noch Wasser, Proviant, Klamotten und ein Zelt transportiert werden. Glücklicherweise konnte Gilmer Matthias einen größeren Rucksack für die Wanderung leihen.

Guatemala Antigua Wanderung Rucksack

Gegen 9 Uhr brachen wir schließlich auf und wurden mit dem Bus die letzten Kilometer bis zum Anfang des Treks gefahren. Dort zahlten wir den Eintritt (50Q pro Person, 6,50€) und konnten für nur 5Q (80 Cent) Wanderstöcke mieten. Unser Guide Guiarno stellte sich als der Neffe von Gilmer vor und erzählte uns, dass er heute zum 372. Mal in den letzten drei Jahren den Vulkan besteigen würde. Gut, an Erfahrung mangelte es ihm trotz seiner zarten 20 Jahre also nicht!

Während wir mühsam durch Kieselsteine die ersten Höhenmeter erklommen, wies er uns immer wieder auf Tiere oder Pflanzen hin und erzählte auf Spanisch etwas dazu. Gut, dass wir unser Spanisch gerade trainiert hatten! In gemächlichem Tempo schlichen wir durch die Maisfelder und folgten dem Weg, der einfach immer bergauf führte. Guiarno versicherte uns, dass die erste Stunde am anstrengendsten sei, danach wäre der Weg einfacher zu begehen. Regelmäßig machten wir Pausen zum Verschnaufen und Bestaunen der Landschaft unter uns.

Guatemala Antigua Wanderung Blick auf die Felder

Mühsamer Anstieg auf über 3000 Meter

Nach der ersten Wanderstunde hatten wir bereits 300 Höhenmeter erklommen und waren euphorisch gestimmt, dass es ab jetzt ja leichter werden würde. Der Untergrund war tatsächlich einfacher zu begehen.. weniger anstrengend wurde es jedoch nicht. Wir mussten ja weiterhin ordentlich an Höhe gewinnen und so liefen wir die steilen Pfade hinauf. Allerdings verlief der Weg inzwischen durch einen dichten Wald, der uns vor der Sonne schützte und schön anzuschauen war.

Nach ungefähr zwei Dritteln des Weges legten wir schließlich unsere Mittagspause ein. Wir hatten die 3000 Metermarke längst geknackt und konnten zufrieden Reis, Huhn und Gemüse aus unserer Lunchbox essen. Das Essen war von Guiarnos Mutter zubereitet worden und schmeckte köstlich! Allzu lange dehnten wir die Pause jedoch nicht aus, da wir in der Höhe schnell auskühlten und ja noch ein bisschen Weg vor uns hatten.

Guatemala Antigua Acatenango Basecamp

Irgendwie quälten wir uns auch noch die letzten Höhenmeter nach oben und inzwischen merkten wir, dass die Beine müde waren und wir häufiger Pausen benötigten. Die letzte Stunde ging der Weg mal auf, mal ab und nach insgesamt 5 Stunden kamen wir schließlich am sogenannten Basecamp an. Hier konnten wir unsere Zelte aufbauen und unser Guide sorgte direkt für ein Lagerfeuer zum Wärmen. Die dichte Wolkendecke brach immer mal wieder auf, sodass wir einen kurzen Blick auf den Vulkan Fuego erhaschen konnten und die Hoffnung erhalten blieb, den Vulkan aus nächster Nähe rauchen und eventuell sogar Lava spucken zu sehen.

Guatemala Antigua Acatenango Vulkan mit Rauch

Vulkan Fuego spuckt Lava

Und wie von Guiarno angekündigt, verzogen sich die Wolken irgendwann und der Vulkan Fuego war super zu sehen. Aber auch den Vulkan Agua und weitere kleine Vulkane waren von unserem Basecamp aus noch zu sehen. Und während es am späten Nachmittag manchmal nur einige Rauchwolken gegeben hatte, kam es schließlich tatsächlich dazu: Fuego spuckte Lava! Es war ein wahnsinniges Spektakel und fast schon unwirklich, ein solches Naturerlebnis live und in Farbezu erfahren. Hier bekam Matthias zu seinem Geburtstag nun mal eine sehr spezielle Geburtstagskerze!

Guatemala Antigua Acatenango Vulkan mit Lava

Und auch wenn wir am liebsten die ganze Nacht draußen am Lagerfeuer verbracht hätten, um ja keinen Ausbruch zu verpassen: gegen 23 Uhr schickte uns Guiarno ins Zelt, damit wir am nächsten Morgen fit für die letzten 400 Höhenmeter sein würden. Auf den dünnen Isomatten fanden wir wenig Schlaf und bei Franzi machten sich ordentlich Kopfschmerzen bemerkbar. Die Höhensymptome waren ihr ja noch aus Nepal bekannt. Einen weiteren Aufstieg wollte sie deswegen nicht mehr in Angriff nehmen.

Guatemala Antigua Acatenango Zelt

Gipfelaufstieg um 4:30 Uhr

So stand nur Matthias am nächsten Morgen kurz nach 4 Uhr auf und machte sich, eingepackt in alle Klamotten, die wir dabei hatten, an die Besteigung der Vulkanspitze. Im zügigen Tempo wurden die verbleibenden 400 Höhenmeter zurückgelegt, um rechtzeitig zum Sonnenaufgang den Blick überhaupt zu haben. Und tatsächlich waren von der Vulkanspitze sogar der Lago de Atitlan und die den See umgebenden Vulkane zu sehen. Matthias konnte sich gar nicht satt sehen an so viel Natur und wäre auch hier gerne länger geblieben. Da unser Guide aber kurz vorm Erfrieren war, hieß es nach einer halben Stunde wieder Abstieg zum Basecamp.

Guatemala Antigua Acatenango Sonnenaufgang Basecamp

Aber auch Franzi konnte vom Basecamp aus den Sonnenaufgang mit seinen wunderschönen Farben genießen! Nach einem kurzen Frühstück packten wir unsere sieben Sachen und machten uns auf den dreistündigen Rückweg. Und der forderte uns dann auch noch mal richtig! Die steilen Abstiege gingen ordentlich auf die Oberschenkel und die kleinen Kieselsteine führten zu einigen Stürzen. Als wir endlich wieder am Ausgangspunkt ankamen, waren wir sehr geschafft und voller Vorfreude auf die Dusche denn wir waren von oben bis unten mit Staub bedeckt.

Unsere Tipps für die Vulkanbesteigung

  • Nimm ausreichend Wasser mit auf die Wanderung! Wir hatten 4 Liter Wasser pro Person dabei und haben diese auch locker ausgetrunken.
  • Mach diese Wanderung unbedingt mit einem erfahrenen Guide. Im Januar dieses Jahres sind 6 Menschen auf dem Vulkan gestorben, die ohne Guide unterwegs waren und in einen Schneesturm gerieten.
  • In den Höhen ist es empfindlich kalt, sodass du auf jeden Fall eine Mütze, Handschuhe und eine dicke Jacke benötigst. All das kannst du entweder gebraucht auf dem Markt von Antigua kaufen oder bei den meisten Agenturen auch leihen. Auch einen Wanderstock für Auf- und Abstieg können wir sehr empfehlen! Diese werden am Ausgangspunkt für nur 5Q verliehen.
  • Pack dir eine Stirnlampe ein! Abends ist es bereits ab 18 Uhr dunkel und vor allem für den Aufstieg am Morgen benötigst du eine Lichtquelle.
  • Obwohl die Touranbieter dir ein Mittag-, Abendessen und Frühstück stellen, ist es sinnvoll, Snacks für unterwegs mitzunehmen. Du kannst die Energie gut gebrauchen! Wir hatten gekochte Eier, Snickers und Bananen dabei.

Wir werden Antigua immer mit der Vulkanbesteigung verbinden, die ein absolutes Highlight war! Die Wanderung ist zwar anstrengend, aber gut zu schaffen. Total glücklich und stolz sind wir, dass wir den kräftezehrenden Aufstieg gemeistert haben denn die Erfahrung war der Wahnsinn! Wir haben auf einem Vulkan übernachtet, mit Blick auf einen lavaspuckenden Vulkan und konnten am nächsten Morgen einen Sonnenaufgang beobachten, der uns sprachlos machte. Wir fühlten uns verbunden mit der Natur und sind zutiefst dankbar für dieses unglaubliche Erlebnis. Wenn du in Antigua bist – geh auf den Vulkan!

Und du?

Was war dein schönstes Naturerlebnis bisher? Oder hast du noch welche auf dem Plan, die du unbedingt erleben möchtest? Dann teile sie gerne mit uns, vielleicht können wir sie auch unserer Bucket-Liste hinzufügen.

Lange und ausführlich haben wir uns mit dem „richtigen“ Equipment auseinandergesetzt. Durch die Begrenzung unseres Gepäcks auf 40 Liter müssen die Dinge, die wir mit auf die Reise nehmen, funktional und für jegliche Klimazonen und Aktivitäten geeignet sein. Da wir gerne wandern und auch in Nepal den Himalaya erkunden wollen, beschlossen wir, unser Equipment auf den Prüfstand zu stellen – und die Fitness gleich mit. Und wo kann man das besser machen als in den Alpen?! Deswegen haben wir den Familienbesuch in Augsburg dazu genutzt, unseren Rucksack, die Trekkinghosen, Kamera,  Go Pro und unsere Beine zu testen.

Die Idee, auf die Zugspitze zu wandern, verwarfen wir nach kurzer Überlegung aufgrund unserer wenigen Zeit vor Ort und der Vorbereitung. Wir entschieden uns mit Hilfe von bergfex.com für eine Wanderung, für die 7 Stunden Wanderzeit und 17km Länge angegeben war. Zudem sollten dabei einige Höhenmeter gemeistert werden – Tegelbergrunde, here we come!

Schnell am Parkplatz der Tegelbergbahn die Rucksäcke aufgeschnallt, orientiert wo die Wanderung startet und rauf auf den Berg. Gleich der erste Teil der Strecke (der Schutzengelweg) war gesperrt, sodass wir durch den Wald umgeleitet wurden und dabei immer entlang eines Baches den Berg hinauf kraxelten. Zweimal mussten wir den Bach auf glitschigen Steinen überqueren: ein Mini-Abenteuer! Da haben sich auch unsere Wanderstiefel mit ordentlicher Sohle bewähren können. Die ersten 4-5 Kilometer sind wir permanent bergauf gelaufen, ohne Zickzack oder Serpentinen, einfach gerade hoch den Berg. Das war echt anstrengend, half aber auch, die ersten 500 Höhenmeter in kürzester Zeit zu überwinden. Dadurch hatten wir uns nach nur eineinhalb Stunden Wanderung unserer Meinung nach auch schon die erste Pause in der Rohrkopfhütte verdient. Auf dem Anstieg nach oben lohnte es sich, immer mal wieder Pause zu machen und einen Blick ins Tal zu werfen – der war fantastisch!

Wanderung Tegelberg Panorama vom Tegelberg

Nach der Hütte kamen noch mal genauso viele Höhenmeter auf uns zu, um schließlich auf den höchsten Punkt unserer Wanderung zu gelangen – den Tegelberg. Nach knapp 3 Stunden (inklusive Pause mit Almdudler) hatten wir den Berg erklommen und wurden mit einem unheimlich schönen Ausblick auf den Alpsee und die umliegende Landschaft belohnt. Da wir inzwischen gut durchgeschwitzt waren, bekamen auch unsere T-Shirts in der Pause Zeit zum Durchatmen. Wir hatten Ersatz dabei, falls du dich gerade fragst, ob wir dann oben ohne da saßen ;)

Tegelberg_Wanderung_Collage

Unsere Stimmung war prächtig, denn der Weg zog sich nach unserer Pause in Schlangenlinien den Berg hinunter, auf kleinen Pfaden und inmitten von ganz viel Grün. Irgendwann weitete sich der kleine Weg bis zu einem Forstweg und nach fast 10km nur bergab gehen, fragten wir uns, wie weit runter es denn noch gehen könnte. Als das Bergablaufen gerade nicht mehr ganz so viel Spaß machte, tauchten wieder Hinweisschilder auf und der nächste Zwischenstopp war fast schon erreicht: Bleckenau. Wir sind uns immer noch nicht sicher, ob das der Fluss, der Ort oder die Gegend war, die so hieß. Definitiv gibt es dort ein Gasthaus mit hohen Preisen und kleinen Portionen.

Gestärkt wanderten wir alleine weiter durch den schönen Wald und kamen kurz vor dem Ort Hochschwangau schließlich an einem weißen Schloss vorbei. Und auf einmal war es auch vorbei mit der Ruhe und Idylle – hallo Massentourismus hieß es! Da wurden wir von übereiligen Asiaten mit übergroßen Kameras überholt und um uns herum wurden Selfies geschossen, um eine der bekanntesten deutschen Sehenswürdigkeiten aufs Foto zu bekommen: Schloss Neuschwanstein. Wir waren auch ordentlich beeindruckt von der Größe und Schönheit dieses Bauwerkes. Allerdings war nach 18 Kilometer Wanderung die Motivation zu einer Tour durch das Schloss einfach nicht ausreichend, denn die Beine waren ganz schön müde. So bestaunten wir von außen und waren froh, als wir dem Touristenstrom wieder entkamen.

Wanderung Tegelberg Schloss Neuschwanstein

Froh waren wir auch, als wir nach 20 Kilometer zurück am Ausgangspunkt unserer Tour waren. Insgesamt sind wir acht Stunden unterwegs gewesen und haben gut 1000 Höhenmeter überwunden. Bezüglich unserer Fitness stellten wir fest: 20 Kilometer in den Alpen sind dann doch nicht vergleichbar mit 20 Kilometer entlang der Alster in Hamburg ;) Das musste also noch besser werden. Bis zum Start unserer Weltreise hatten wir ja noch ein paar Wochen um an der Fitness zu arbeiten. (Nachtrag 4 Tage vor Abflug: Das hat nur bedingt funktioniert. Dafür zwischenzeitlich ein Handgelenk gebrochen und einen Zeh verstaucht … läuft… ) Aber die Etappen der Annapurna Umrundung, die wir in Nepal wandern wollen, sind eher kürzer und überwinden meistens weniger Höhenmeter als auf dieser Testwanderung. Schaffen wir also! Allerdings fühlt sich das ab 3000 Meter Höhe vermutlich anders an als wenn man bei knapp Normal-Null im Alpenvorland startet. Schaffen wir das wirklich?!? Wir sind gespannt auf den ersten Stopp unserer Weltreise und nervös was das Trekking dort in Nepal angeht. Speziell Franzis kaputter Zeh ist noch eine Wundertüte. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Equipment

Die Wanderung war nicht nur als Fitnesstest und Trainingswanderung gedacht, sondern auch zur Überprüfung des Equipments. Daher hier ein kurzes Fazit dazu:

G1000 Trekkinghose von Fjallräven*

Wir haben uns beide das gleiche Fjallräven Modell als Trekkinghose zugelegt – einmal die Männer („Karl“*)-, einmal die Frauenvariante („Karla“*). Der Stoff ist robust, die Hose besitzt viele praktische Taschen und die Beine können mit Hilfe eines Reißverschlusses verkürzt werden, sodass aus der langen eine kurze Hose wird. Hätte mir (Franzi) jemand mal gesagt, dass ich mir eine Zip-Off-Trekkinghose kaufen würde – ich hätte vermutlich laut losgelacht, sexy ist anders! Aber darum geht es eben bei der Reise nicht. Die Hose ist vor allem praktisch! Und die langen Beine haben wir tatsächlich schon nach kurzer Zeit abgenommen, das ging schnell und einfach. Daher Fazit zur Hose: super!

Handgepäckrucksack Osprey Farpoint 40*

Wir haben uns für den Rucksack Farpoint 40 von Osprey in der Größe M/L* als Reiserucksack entschieden. Er hat ein Volumen von 40 Liter und passt ins Handgepäck und damit in unser Konzept möglichst leicht und flexibel zu reisen. Die genauen Vor- und Nachteile des Farpoint 40 als Weltreise Rucksack findest du (bald) im Beitrag zu unserer Packliste. Bei unserer Testwanderung ging es speziell um die Frage, ob der Rucksack auch für längere Wandertouren geeignet ist. Matthias hat den Rucksack für die Wanderung getragen und war zufrieden. Unterlegen ist er einem richtigen Wanderrucksack definitiv in der Rückenbelüftung, denn er liegt am Rücken an und dementsprechend schwitzt man da ordentlich! Auch der Hüftgurt bietet keine besonders komfortable Polsterung, war aber für die Tageswanderung ausreichend. Reinbekommen haben wir in den Rucksack jede Menge, sodass wir denken, dass der Rucksack auch für eine Mehrtagestour geeignet ist… für Matthias. Für Franzi ist noch unklar, ob der auf den Bergen Nepals mit voller Beladung nicht zu schwer sein könnte. Momentan überlegen wir noch, uns in Nepal einen speziellen Wanderrucksack zu leihen und das Gewicht etwas fairer nach Körpermasse zu verteilen ;) Fazit zum Osprey Farpoint 40 als Wanderrucksack: Könnte reichen.

Go Pro Hero 3+*

Eine Go Pro stand für Matthias schon lange auf der Wunschliste und nachdem Ironman und Australienurlaub zur Begründung der Anschaffung nicht ausgereicht hatten, kam nun die Weltreise sehr gelegen um für die Video-Dokumentation mit der Go Pro zu argumentieren. Mini-Videos hatten wir in unseren vier Wänden schon mal ausprobiert. Während der Wanderung wollten wir das nun auch in der Natur tun um dann auch mal ein Probevideo unserer Equipment-Test-Wanderung zu schneiden. Die Handhabung der Kamera ist super einfach, das Drücken der richtigen Knöpfe schafft sogar Franzi. Die geringe Größe erleichtert die Mitnahme auf so eine Wanderung, das sind kaum Extragramm. Mit zusätzlichem Akkupack hielt unsere Variante die 8 Stunden mit immer mal wieder Filmen auch gut durch. Die erste Ernüchterung kam nach Ansehen des Videomaterials: mit der Schutzhülle drum herum, ist vom Ton nicht mehr viel zu hören. So sieht man uns viel labern – hören tut man nix! Hätten wir uns aber auch denken können. Und auch der Bildausschnitt ist gewöhnungsbedürftig. Dadurch, dass die Go Pro kein Display besitzt, auf dem zu sehen ist, was man gerade filmt, tja, sieht man eben nicht, was man eigentlich filmt. Das kann man dann erst später sehen und da kommen interessante Dinge aufs Bild und manchmal nicht unbedingt das, was sollte. Fazit zur Go Pro: braucht Übung, könnte gut werden.