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Als wir im Januar nach Mexiko flogen, hatten wir bis auf die ersten Nächte kaum Pläne. Aber eines stand von vornherein fest: wir würden im Februar zwei Wochen an der Pazifikküste verbringen, um in Puerto Escondido Surfen und Spanisch zu lernen. In dem kleinen Ort am Meer haben wir uns richtig wohl gefühlt und es sehr genossen, mal wieder ein wenig Alltag zu haben – auch wenn der sich grundlegend von unserem früheren Alltag in Deutschland unterschied ;)

6 Uhr klingelt der Wecker zum Surfen

Das war dann doch ganz schön ungewohnt und – wir wollen ja ehrlich sein – hat uns auch am letzten Tag noch Überwindung gekostet. Im Halbschlaf schmierten wir uns die Sonnencreme (Lichtschutzfaktor 50 selbstverständlich) ins Gesicht und schlüpften in unsere Badesachen hinein. Die Sonne war noch nicht aufgegangen und wir liefen im Dunkeln die Straßen zur Surfschule entlang. Dort trafen wir die anderen Surfschüler und unseren immer gut gelaunten Surflehrer Alex. Alex sprach gut Englisch, erklärte alles sehr verständlich und brachte uns bei, „Wellen zu lesen“.

Mexiko Puerto Escondido Morgenstimmung

Ab ins Surfgetümmel

Puerto Escondido ist mit zahlreichen Stränden gesegnet, die je nach Bedingungen mehr oder weniger für Surfanfänger geeignet sind. Für uns ging es häufig zum Playa Carrizalillo, der sich direkt bei unserer Surfschule befindet. An manchen Tagen fuhren wir aber auch mit dem Jeep nach La Punta, einem Strandabschnitt des Zicatela Strandes.

Mexiko Puerto Escondido Surfen Franzi Strand

Häufig waren die Surfspots – trotz der unmenschlichen Uhrzeit – schon gut gefüllt und zahlreiche Surfschüler warteten mit ihren Surflehrern im Wasser. Bei so viel Unkenntnis blieben natürlich auch kleinere bis mittelgroße Zusammenstöße nicht aus, wobei wir dank unseres umsichtigen Surflehrers glimpflich davongekommen sind.

Mexiko Puerto Escondido Surfen La Punta

Wenn wir es dann aber geschafft hatten, mit Hilfe von Alex in die Welle zu paddeln, schnell genug auf dem Board zu stehen, stabil zu sein und die Balance zu halten – dann war es unbeschreiblich toll! Wellenreiten macht so unfassbar viel Spaß!!! Wir paddelten jedes Mal mit einem breiten Grinsen im Gesicht zurück ins Meer und wollten dieses Gefühl unbedingt noch einmal erleben.

Mexiko Puerto Escondido Surfen Franzi

3 Stunden Spanischunterricht

Nach dem Surfen waren wir anfangs immer ziemlich platt und krabbelten nach Dusche und Frühstück gern noch mal ins Bett zur Erholung. Kurz vor 12 packten wir dann erneut unsere Sachen und machten uns wieder auf zur Surfschule, denn unser zweiter Programmpunkt stand an: 3 Stunden Spanischunterricht. Mit unserer Spanischlehrerin Angie machten wir einen Glücksgriff denn sie ging total auf uns ein, legte den Fokus der Stunden auf die Kommunikation und war immer zu einem angeregten Gespräch aufgelegt. Höhepunkt war sicherlich unser gemeinsamer Besuch auf dem Markt. Wir lernten nicht nur Vokabeln sondern ganz viel über das Leben in Puerto Escondido.

Neben Grammatik, Vokabeln und vielen Übungen hatte Angie aber noch etwas sehr wertvolles zu bieten: die besten Tipps für Bars und Restaurants. Wir haben sie alle beherzigt und sind immer sehr gut damit gefahren.

Strände ohne Ende in Puerto Escondido

Rundum Puerto Escondido gibt es so viele Strände, dass man wirklich die Qual der Wahl hat! Unseren „Hausstrand“ Playa Carrizalillo erreichten wir nach 86 Stufen. Hier unten konnte man es sich auf Liegen unter Sonnenschirmen bequem machen wenn man denn Getränke bei den Strandbars kaufte. Wir lagen oft vor den Liegen auf unseren Handtüchern, ließen uns die Sonne auf den Bauch scheinen und uns in den Wellen treiben.

Mexiko Puerto Escondido Playa Carrizalillo

Der Boulevard vor dem Playa Carrizalillo wurde ein wenig zu unserem zweiten zu Hause. Hier haben wir bei El Sultan regelmäßig Salat und Burrito mit Kebab oder Falafel gegessen und zum Nachtisch durfte die Pita mit Nutella nicht fehlen. Im Cafecito trifft sich der halbe Ort zum Frühstücken und auch wir haben hier gerne Obstsalat mit Joghurt und hausgemachtem Granola gefrühstückt. Dann noch einen frischen Saft und schon waren wir vitamintechnisch bestens versorgt!

Playa Coral und Playa Bacocho

Ein wenig weiter nördlich befinden sich zwei Strände, die fast menschenleer sind. Der Playa Coral ist über einen gewundenen Weg von der Hauptstraße aus zu erreichen und befindet sich in einer kleinen Bucht. Wir waren an einem Sonntag hier und es waren nur fünf weitere Menschen da! Hier gibt es keine Liegen oder Verkaufsstände, dafür aber einige Palmen, die in der heißen Mittagshitze Schatten spenden. In der Bucht gibt es viele Felsbrocken im Wasser, sodass sie zum Schwimmen nicht so perfekt ist. Dafür kann man sich mit Taucherbrille bewaffnet die Unterwasserwelt ansehen.

Mexiko Puerto Escondido Playa Bacocho

Der Playa Bacocho ist deutlich länger und größer und an ihm liegen zwei Hotelresorts, die auch Essen anbieten. Mittwochabends zeigt das Hotel Villasol kostenlos Kinofilme mit Untertiteln. Wir haben den Film The Scotsman auf Englisch mit spanischen Untertiteln gesehen. Im Hinterrund das Meeresrauschen, in der Hand ein Bier und Nachos… besser geht Open Air Kino ja wohl kaum, oder?!

Playa Manzanillo und Puerto Angelito

Diese beiden Strände liegen in der Bucht zwischen dem Playa Carrizalillo und Zicatela und sind bei den Einheimischen unheimlich beliebt. Die Strände eignen sich nicht zum Surfen, dafür aber zum Baden. Entsprechend voll war das Wasser am Wochenende. Hier tummelten sich die mexikanischen Familien und genossen die Wellen in vollen Zügen.

Mexiko Puerto Escondido Playa Coral

Playa Zictatela: Tolle Restaurants und Bars

Der Hauptstrand in Puerto Escondido ist vor allem für seine riesigen Wellen bekannt. In der Regenzeit (ungefähr Mai bis Oktober) türmen sich die Wellen meterhoch auf und bilden eine Röhre, in der Profis wunderbar surfen können. Wir haben am Playa Zicatela hauptsächlich am Strand gelegen und die Wellen fasziniert beobachtet, Surfen bei den Wellen hätte unsere Fähigkeiten (noch, vermutlich ein Leben lang) überstiegen.

Dafür haben wir einige der Bars und Restaurants ausprobiert. In der Bar Revolucion am Strand haben wir in gemütlichen Lounge Möbeln bei Livemusik den Sonnenuntergang mit Cocktails ausklingen lassen. Im Bananas gab es himmlische Pasta mit Shrimps und sehr gute Pizza und in der Palapita gab es Piña Colada frisch in der Ananas serviert mit günstigem Refill (20 Pesos, 1€!). Am Playa Zicatela befinden sich die meisten Hotels und hier sind sicherlich auch die meisten Touristen untergebracht. Dennoch mischt sich das Klientel am Abend mit den Einheimischen, sodass es sich immer noch authentisch anfühlt.

Mexiko Puerto Escondido Zicatela Sonnenuntergang

Ganz authentisch haben wir dann auch eine Tlayuda probiert – eine Mischung aus Pizza und Döner. Im Tortillafladen gibt es wahlweise Rind oder Huhn mit Zwiebeln, Käse und ein bisschen Salat. Dazu kann man sich eine grüne Sauce, bestehend aus Avocados, drüber kippen und schon hat man ein leckeres und günstiges Essen.

Oasis Surf School

Wir hatten die Surfstunden, den Spanischunterricht und die Unterkunft für die ersten 14 Tage über die Oasis Surfschule gebucht. Die Inhaber Roger und Sol sind sehr nett und bemüht um ihre zahlreichen Schützlinge. Jeden Abend werden Aktivitäten wie Cross Fit, Ausdauertraining oder Schwimmtraining angeboten, um das Surfen zu unterstützen. Und einmal in der Woche werden die Fotos vom Surfen in großer Runde mit den Surflehrern ausgewertet und Feedback gegeben. Das war wirklich sehr hilfreich!

Wir würden die Oasis Surfschule definitiv weiterempfehlen! Die Surflehrer sind gut ausgebildet und der Spanischunterricht war toll auf unser Können und unsere Wünsche zugeschnitten. Nicht umsonst verlängert ein Großteil der Leute hier vor Ort ihren Aufenthalt und bleibt oft deutlich länger als geplant. Wir ja auch ;)

Unsere Unterkunft in Puerto Escondido

Nachdem wir die ersten 14 Tage in einem kleinen Appartment mit Küche im Mango Surf House gewohnt hatten, haben wir uns für die zusätzlichen Tage über AirBnB ein Zimmer gemietet. Bei einem sehr netten Chirurgen und seiner Familie bezogen wir ein Zimmer im großzügigen Haus. Für nur 15€ schliefen wir hier bequem und hatten ein wirklich schönes Bad. Zudem gab es zwischendurch immer wieder nette Gespräche mit der Familie.

Können wir jetzt perfekt surfen und Spanisch sprechen?

Mexiko Puerto Escondido Surfen Fallen

Das wäre schön! Wir können uns jetzt auf Spanisch unterhalten und haben – wie unsere Spanischlehrerin Angie so schön sagte – ein Español Sobrevivencia (Survival Spanisch) gelernt, mit dem wir durchkommen. Das ist aber definitiv ausbaufähig und wir wollen dran bleiben, weiter zu lernen. Bezüglich unserer Surfkünste sind wir selbstbewusster geworden und konnten einige echt tolle Wellen surfen. Matthias schaffte es auch, alleine in die Wellen zu paddeln. Franzi fehlen dafür noch ein bis zwei Muskelaufbau-Übungen ;) Wir hatten superviel Spaß an allem und werden die Zeit in Mittel- und Südamerika nutzen, um beides weiter zu verbessern!

Mexiko Puerto Escondido Surfen Matthias

Und du?

Bist du auch schon mal irgendwo surfen gewesen? Kannst du uns einen tollen Surfspot empfehlen? Dann immer her damit!

Unsere ersten vier Wochen in Mexiko verbrachten wir an vielen unterschiedlichen Orten in den verschiedensten Unterkünften: mal waren es Hostel, mal kleine Doppelzimmer im Hotel, Camper oder Zimmer über AirBnB. Als wir in Puerto Escondido ankamen, freuten wir uns natürlich auf unsere Surfstunden und den Spanischkurs, aber auch darauf, mal ganze 14 Tage am Stück in einer Unterkunft zu verbringen. Denn unser kleines Apartment bot uns eine kleine, ganz ordentlich ausgestattete Küche und damit die Möglichkeit, selbst zu kochen. Waren wir es im Alltag manchmal leid, uns abends um unser Essen kümmern zu müssen, so freuten wir uns jetzt umso mehr darauf.

Mais Mais Baby!

Die mexikanische Küche kennen viele vermutlich aus den typischen Restaurants in Deutschland, in denen es Nachos, Burritos und Quesadillas gibt. Der Unterschied zum echten mexikanischen Essen? In Mexiko gibt es noch viel mehr Variationen der Tortillas! Wir hatten uns die ersten Wochen enthusiastisch durch die lokalen Küchen gefuttert und haben dabei durchaus sehr lecker gegessen. Aber nach ca. drei Wochen merkten wir: wir können keine Tacos/Tortillas/Quesadillas mehr sehen! Ein Großteil der mexikanischen Küche basiert auf Mais und dazu gibt es im Grunde maistens eines, nämlich Fleisch! Gemüse bekommt man maximal als Mini-Beilage zum Taco.

Umso mehr freuten wir uns auf unsere Selbstverpflegung und die Möglichkeit, uns leckere Gerichte zubereiten zu können. Bereits im nahe gelegenen Supermarkt deckten wir uns mit ordentlich Obst und Gemüse ein. Durch unsere Spanischlehrerin Angie lernten wir dann aber den lokalen Mercado kennen und lieben. Einen solchen Markt gibt es in fast jeder mexikanischen Stadt und er bietet (meist) lokales Gemüse und Obst und noch viel viel mehr!

Mexiko Puerto Escondido Markt Bild

Aufgebaut ist der Mercado thematisch, was echt praktisch ist. Es gibt also zwei bis drei Gänge, in denen Obst und Gemüse angeboten wird. Dann kommt ein Gang mit Fleisch, einer mit Fisch… du verstehst das Prinzip ;) Wir sind einmal komplett durch alle Gänge durchgelaufen und haben uns von den Gerüchen leiten lassen.

Obst und Gemüse

Mexiko bietet unsere beiden Lieblingsfrüchte im Übermaß und zu sehr erschwinglichen Preisen: Avocado und Mango. Während wir in Deutschland oft die noch sehr harten, grünen Mangos für 2-3 €uro das Stück gekauft haben, erstehen wir hier zwei goldgelbe schon etwas weiche Mangos für weniger als einen €uro (zusammen natürlich, nicht pro Stück!). Und sie schmecken fantastisch! Auch die Avocados sind unglaublich lecker und günstig.

Mexiko Markt Gemüse Obst

Außerdem gibt es für uns knackige Äpfel, Bananen und Nektarinen. Neben dem Obst gibt es natürlich auch viel Gemüse und darunter auch einiges, das wir überhaupt nicht kennen. So lernen wir zum Beispiel die Chayote kennen, die wir aufgrund ihrer Form liebevoll Arschfrucht nennen. Sie schmeckt wie eine Mischung aus Gurke und Apfel und passt ganz gut in unsere Gemüsepfanne mit Brokkoli, Möhren und Champignons rein.

Fleisch

Der Fleisch-Gang ist gar nicht zu übersehen, denn die riesigen Stücke baumeln einem hier direkt vor der Nase. Der Anblick ist etwas gewöhnungsbedürftig und die hygienischen Bedenken halten uns letztendlich auch davon ab, Fleisch auf dem Markt zu kaufen. Von Angie haben wir gelernt, dass hier alles vom Tier verarbeitet und nichts weggeworfen wird. Selbst aus den Fettstücken werden Snacks zum Knabbern hergestellt (bääähh).

Mexiko Markt Fleisch

Huhn

Ja, eigentlich könnte man das zum Fleisch hinzufügen, machen die Mexikaner aber nicht, deswegen gibt es auch dafür einen extra Gang. Als Fleisch zählt in Mexiko Rind und Schwein. Die Hühner liegen entweder im Ganzen in der Auslage oder in ihre Einzelteile zerlegt. Auch die Hühnerfüße werden hier übrigens gegessen!

Fisch

Im nächsten Gang warten diverse Meerestiere auf uns. Wir haben in unserer Spanischstunde gelernt, dass die Jaiba (eine Krabbe) hier blau ist und können sie dann – so halbtot – auch bei den Fischhändlern betrachten. Besonders fasziniert schauen wir dabei zu, wie ein Thunfisch ausgenommen und die Filets herausgeschnitten werden. Wir haben beide vorher noch nie einen ganzen Thunfisch gesehen. Am meisten interessiert sind wir aber an den Camarones (Shrimps), die wir schon viel zu lange nicht mehr gegessen haben. Das halbe Kilogramm kostet uns knappe 4 €uro und hat fantastisch geschmeckt!

Mexiko Markt Shrimps

Käse

Der Gang auf dem Markt, der am strengsten riecht, ist der mit dem Käse. Die Mexikaner stellen einen Frischkäse, eine Art Fetakäse und Quesillo her, der unserem Mozzarella ähnelt. Für uns haben diese Käsesorten eher weniger Geschmack, sodass wir es beim Probieren belassen.

Blumen

Vom Gang mit dem strengsten Geruch kommen wir zu dem, mit dem schönsten. Ein Meer aus Blumen erstreckt sich vor uns und begeistert Auge und Nase.

Mexiko Markt Blumen

Kleidung und Handwerk

In mehreren Gängen werden FlipFlops, Blusen, Bikinis, Hosen und allerlei Handwerk angeboten. Es gibt in Oaxaca eine spezielle schwarze Tonart, die man in Form kleiner Schälchen oder Tassen erstehen kann. Daneben wird aber auch vieles angeboten, das vermutlich eher Made in China ist. Uns reizt das Ganze wenig, da haben wir doch mehr Spaß zwischen all den Nahrungsmitteln.

Essen- und Getränkestände

Neben den einzelnen Waren kann man auf dem Markt in diversen kleinen Ständen auch Essen und Getränke erstehen. Auf Rat von Angie genehmigen wir uns einen superleckeren, frisch gepressten Saft bzw. Milchshake. Franzi sucht sich die Kombination rote Beete & Möhre aus, während Matthias einen Milchshake mit Ananas und Erdbeere trinkt. In den sogenannten Comedores werden Antojitos (mexikanische Snacks) zu sehr günstigen Preisen angeboten.

Mexiko Markt Säfte

Nervenkitzel auf dem Markt

Auf unserem ersten Marktspaziergang mit Angie bot ein Mädchen kleine, rote Dinge zum Essen an und unsere Spanischlehrerin forderte uns auf, das doch mal zu probieren, es sei toll. Matthias ließ sich überreden und hatte kurze Zeit später eine kleine Heuschrecke mit Chili-Geschmack im Mund. Es war etwas Neues, aber bestimmt nicht toll. Die nächsten 10 Minuten spülte er immer wieder seinen Mund aus ;)

So richtig Nervenkitzel erlebten wir aber als wir am Wochenende ein weiteres Mal über den Markt schlenderten. Matthias stand gerade zum Bezahlen an, als es ihn am Hals kratzte und er versuchte, das vermeintliche Insekt wegzuschnippsen. Dieses war hartnäckig und er musste es noch mal mit mehr Kraft probieren. Als er dann auf dem Boden sah, was ihm da im Genick gesessen hatte, ist er vor Schreck fast in Franzis Arme gesprungen: ein Skorpion! Die umstehenden Mexikaner erzählten, dass dieser schon giftig (wenn auch für uns nicht tödlich) sei und ein Stich ganz schön wehtun würde. Kannst du dir vorstellen, dass es uns danach ständig irgendwo gejuckt hat und wir immer wieder panisch nachgesehen haben, ob wir was an uns haben?!

Ein tolles Erlebnis

Wir verlassen den Markt, ausgerüstet mit ganz vielen Vitaminen und freuen uns, heute nicht nur einen Einkauf erledigt sondern auch einen weiteren Einblick in das Leben der Einheimischen bekommen zu haben. Freundlich und geduldig wurden unsere holprigen Fragen nach dem Preis oder Bestellungen entgegengenommen und die Antwort von einem Lächeln begleitet.

Wir sind auch schon in Deutschland immer gern auf Märkte gegangen, sei es der Fischmarkt in Hamburg, der Markt in Göttingen oder der in Werder. Daher haben wir die Atmosphäre sehr genossen und sind nicht nur einmal hier einkaufen gewesen. Dass es dazu günstig ist und wir sehr frische Nahrungsmittel kaufen konnten, ist ein super Nebeneffekt!

Und du?

Bist du auch so gerne auf Märkten unterwegs? Gibt es etwas, das wir auf dem Markt unbedingt mal kaufen sollten? Dann lass es uns in den Kommentaren wissen. Wir freuen uns auf deine Anregungen!

Von San Cristobal hatten wir auf den verschiedensten Blogs schon gelesen, dass es die Lieblingsstadt in Mexiko sei und man dort unbedingt mal hin müsse. Die kleine Kolonialstadt liegt auf 2100 Metern in Berge gebettet und hat allerlei zu bieten. Wir konnten diese Möglichkeiten nur bedingt nutzen, da wir nacheinander beide ordentlich Magenprobleme hatten und daher viel Zeit im Bett und in der Nähe der Toiletten verbrachten.

Unsere Unterkunft in San Cristobal

In San Cristobal gelangen uns gleich zwei neue Bestmarken: wir fanden die bisher günstigste Unterkunft unserer Mexikoreise (354 Pesos, 15€) und gleichzeitig das beste enthaltene Frühstücksbuffet! Unser Doppelzimmer in der Casa Monad* lag nur zwei Blocks entfernt von der lebendigen Fußgängerzone und 5 Gehminuten vom Stadtzentrum. Toilette und Dusche teilten wir uns mit den anderen Gästen, die waren aber immer sauber. Zum Frühstück gab es Obst, Toast und Marmelade, Rührei, Pancakes und diverse Müslisorten. Ein Traum für jeden Sparfuchs! Das Doppelzimmer ist eher klein und dunkel und die Wände sind insgesamt sehr hellhörig. Aber das Preis-Leistungsverhältnis ist unschlagbar.

Wunderschöne Aussichten in und von den Kirchen

Als Weltreisende mit kleinem Budget sind wir immer dankbar für günstige oder kostenlose Aktivitäten und schauen uns deswegen gerne die schönen Gebäude in der Stadt an und schlendern durch die Straßen. San Cristobal hat an jeder Ecke eine Kirche stehen, die auch innen oft sehr hübsch aussehen. Zwei Kirchen sind zudem auf kleinen Hügeln gebaut worden, von denen man einen tollen Blick auf die Stadt hat. So sind wir vormittags die Stufen hochgekraxelt und schließlich bei der Iglesia de San Cristobal gelandet. Der Blick auf die Stadt war wie versprochen sehr schön, die Kirche ist eher klein und um sie herum befindet sich aktuell eine ziemlich große Baustelle. Lange haben wir uns nicht vor der Kirche aufgehalten.

Mexiko San Cristobal Blick auf die Stadt

Am anderen Ende der Stadt sieht man die Iglesia de Guadalupe schon lange über der Stadt thronen bevor man sie dann tatsächlich erreicht. Mit den bunten Fahnen in den Mexikofarben macht der Aufstieg echt was her! Auf den obersten Stufen haben wir eine ganze Zeit gesessen, die Menschen um uns herum beobachtet und den Blick auf die Stadt eingesogen. Auch die Kathedrale von San Cristobal bietet einen tollen Anblick. Wir saßen gerne auf dem Platz davor und haben uns das geschäftige Treiben angesehen.

Mexiko San Cristobal Kathedrale

Fußgängerzonen in San Cristobals Zentrum

Inmitten der quadratisch angelegten Einbahnstraßen in San Cristobals Zentrum kann man als Fußgänger plötzlich unbeschwert die ganze Breite der Straße nutzen und durch Fußgängerzonen schlendern. Sowohl die Real de Guadalupe als auch die Avenida Miguel Hidalgo laden zu einem gemütlichen Stadtbummel ein. Zahlreiche Restaurants, Bars, Cafés, Chocolaterien und Handwerksläden säumen die Straßen und bieten zahlreiche Möglichkeiten, sein Geld auszugeben. Wir mochten die entspannte Atmosphäre sehr und besonders abends, wenn die Leute vor den Restaurants und Bars saßen, machten diese Straßen einiges her!

Mexiko San Cristobal Café

Tolles Essen

Trotz unserer Magenprobleme probierten wir hier diverse Köstlichkeiten aus und genossen es sehr, dass wir neben der mexikanischen Küche ein großes Angebot an internationalem Essen hatten. Unser Favorit war dabei ganz klar das Asiarico07! In dieser winzig kleinen Sushibar gibt es nur acht Sitzplätze, die sich an einer Theke mit Blick auf den Koch befinden. Chef Hans bereitet Sushi, Salate, Tempura und Kimchi so liebevoll zu, dass man sich kaum traut, die Kunstwerke zu essen. Der Koreaner ist darüber hinaus mega sympathisch und hat uns erzählt, wie schwierig es ist, die ganzen richtigen Zutaten zu bekommen. Ganz klare Empfehlung: hier musst du hin wenn du in San Cristobal bist!!!

Mexiko San Cristobal Sushi

Aber auch die Comida Thai bietet tolles asiatisches (vor allem thailändisches Essen) an. Das kleine Restaurant liegt nicht direkt in der Fußgängerzone, ist aber nach 5-10 Minuten schnell erreicht. Die Speisekarte wechselt täglich und die Gerichte werden hingebungsvoll zubereitet (Zeit mitbringen). Unser Essen war richtig lecker.

Auch in eine der Chocolaterien mussten wir natürlich mal hineinschauen und bekamen dort eine Kostprobe, die wir so noch nie hatten: es gab geröstete Kakaobohnen. Die Bohnen schmeckten ziemlich bitter und wir spülten schnell Wasser hinterher. Die Schokolade mit etwas geringerem Kakaogehalt (80%, Kakaobohnen haben 100%) konnte vor allem Matthias aber total überzeugen.

Ausflug zum Cañon Sumidero

Etwa 50 Kilometer entfernt von San Cristobal liegt der Cañon Sumidero, der vom Grijalva Fluss durchkreuzt wird. In diversen Reisebüros werden Tagestouren hier hin angeboten, die sich alle ähneln. Wir haben für 250 Pesos pro Person (11€) eine 2,5-stündige Bootstour mit (leider spanischsprachiger) Erklärung bekommen und in dem kleinen Ort am Cañon (Chiapas de Corzo) eine Stunde Zeit gehabt. Die Bootstour auf dem Grijalva führte uns durch die riesigen Schluchten, die am höchsten Punkt 1000 Meter höher sind als das Wasser.

Mexiko Cañon Sumidero Schlucht

Während der Tour wies der Guide auf Vögel hin und außerdem bekamen wir ein Krokodil am Flussufer zu sehen! Das riesige Tier war ungefähr sechs Meter lang und zeigte uns stolz seine Zähnchen als wir ihm näher kamen. Als das Krokodil sich dann ganz langsam in Richtung des Bootes bewegte, war es völlig in Ordnung, dass wir weiterfuhren ;)

Mexiko Cañon Sumidero Krokodil

Die Mittagszeit verbrachten wir im Schatten verkrochen dann in Chiapas de Corzo. Hier lagen die Temperaturen bei 35°C und uns lief der Schweiß in Rinnsalen den Körper hinunter. Da es in San Cristobal immer nur so um die 20°C hatte, waren wir bewaffnet mit Fleece- und Regenjacke auf den Ausflug aufgebrochen. Shorts, Top und FlipFlops sind definitiv die bessere Wahl!

Rund um San Cristobal kann man noch viel mehr erleben und entdecken. Wir hätten gerne noch eine Fahrradtour durch die indigenen Dörfer in den Bergen gemacht. Aufgrund unserer Magenprobleme gab es stattdessen Schonkost und Bettruhe. Nach den Tagen in San Cristobal freuten wir uns wieder sehr auf höhere Temperaturen denn nachts fiel das Thermometer auf 7-8°C und wir mussten uns immer gut einpacken. Trotz der Magenbeschwerden verließen wir das kleine Örtchen in den Bergen mit einem guten Gefühl, da uns die Fußgängerzone mit den schönen Läden, die wunderschönen Kirchen und Plätze wirklich gut gefallen haben.

Und du?

Kennst du diese wunderschöne Bergstadt bereits? Hast du auch schon mal krankheitsbedingt Highlights auslassen müssen? Wir freuen uns, mehr darüber zu erfahren!

Nach 3 Wochen auf der Halbinsel Yucatan brachen wir im Februar weiter ins Landesinnere auf nach Palenque. Die Stadt ist vor allem für ihre Maya-Ruinen bekannt, die im Dschungel etwas erhöht liegen und häufig als die schönsten Maya-Ruinen bezeichnet werden. Da wir nach den Ruinen am Karibischen Meer in Tulum, im Dschungel in Cobá und den restaurierten Ruinen in Chichén Itzá immer noch nicht genug hatten vom Zauber der Vergangenheit, machten wir uns also auf den Weg.

Anreise nach Palenque

Von Campeche aus nahmen wir einen ADO Bus und fuhren sehr komfortabel sechs Stunden bis zur Ankunft in Palenque. Dabei gelangten wir in den großen Bundesstaat Chiapas und wurden bei der Überquerung der Grenze tatsächlich im Bus kontrolliert und mussten unsere Pässe vorzeigen. Hier wurde vor allem kontrolliert, dass die angegebene Reisedauer passt (man kann mit dem deutschen Pass bis 180 Tage durch Mexiko reisen, muss das bei Einreise aber auch so eintragen lassen!).

Unsere Unterkunft in Palenque

Matthias hat für uns das Hotel Aguila Real* mitten in der Stadt gefunden, in dem wir für 22 €uro ein sehr schönes Doppelzimmer bezogen. Das Hotel ist wirklich schön gestaltet, hat auf jeder Ebene gemütliche Sitzgelegenheiten und sehr freundliches Personal. Wir waren zufrieden mit unserer Wahl als Ausgangspunkt für die Unternehmungen in den nächsten Tagen.

Die Ruinen von Palenque

… liegen etwa 8 Kilometer entfernt vom Stadtzentrum. Wir nahmen in der Frühe den erstbesten Colectivo, der uns trotz Tankpause und Extrarunde in 15 Minuten zum Haupteingang brachte. Auf dem Weg passiert man den Eingang in den Nationalpark, für dessen Zugang 32 Pesos (1,50€) verlangt werden. Der Eintritt zu den Ruinen beträgt 70 Pesos (3€) und dieses Mal betraten wir die archäologische Fundstätte ausnahmsweise als Zweite ;)

Während wir dem Pfad zu den Ruinenkomplexen folgten, zwitscherten um uns die Vögel und nach kurzer Zeit machten sich auch die Brüllaffen bemerkbar und ihrem Namen alle Ehre. Aus der einen Ecke des Dschungels drangen die lauten Geräusche zu uns durch und verstärkten das Urwaldgefühl noch viel mehr.

Der Tempel der Inschriften

Mexiko Palenque Tempel der Inschriften

Das erste Gebäude, das man auf dem Gelände zu sehen bekommt, ist der Tempel der Inschriften. Der Tempel ist das höchste Gebäude in Palenque und wurde aufgrund seiner vielen Maya-Schriftzeichen, welche die Geschichte von Palenque wiedergeben, als Tempel der Inschriften benannt. Erst 1949 (über 100 Jahre nach der Entdeckung der Ruinen, über 10 Jahre nach den ersten Ausgrabungen) fand man im Inneren des Tempels einen Gang, der zum Sarkophag des Herrschers Pakal führte. Leider sind der Gang und die Grabkammer für Touristen heute nicht mehr zugänglich. Aber den Sarkophag (und viele weitere, sehr sehenswerte Skulpturen) kann man im Museum am Ausgang des Geländes bestaunen. Der Besuch dort lohnt sich sehr!

Mexiko Palenque Museum

El Palacio

Als wir uns dem riesigen Hauptgebäude dieser Ausgrabungsstätte zuwandten, waren wir doch tatsächlich sprachlos. Es ist so unglaublich groß! Schnell kletterten wir die Stufen hinauf und konnten unsere Umgebung in Augenschein nehmen, Waaaahnsinn! Immer wieder schauten wir uns ungläubig um und versuchten, so viel wie möglich aufzunehmen und die Bilder in unseren Köpfen zu speichern. Und weil das meistens ja nicht so lange vorhält, hielten wir alles sicherheitshalber noch mit unserer Kamera fest ;)

Mexiko Palenque El Palacio

Der Palast ist 100 Meter lang und 80 Meter breit und bestand aus teilweise öffentlich zugänglichen Gebäuden sowie privaten Häusern, die nur von den Herrschern betreten werden durften. Inmitten des Palasts steht ein Turm, der zu astrologischen Zwecken verwendet wurde, aber auch als Wachturm. Wir erkundeten die Innenhöfe und übrig gebliebenen Mauern ausgiebig und versuchten wieder einmal, uns vorzustellen, wie das damals wohl gewesen sein muss. Wie sah der Alltag der Maya aus? Wie haben sie es geschafft, diese gigantischen Gebäude ohne Fuhrwerke oder Werkzeug aus Metall zu bauen?

Mexiko Palenque El Palacio Turm

Die Kreuzgruppe

Etwas oberhalb des Palastes befinden sich drei weitere Tempel, die wir als nächstes erkundeten. Der Sonnen-, Kreuz- und Kreuzblatttempel sind um einen offenen Platz herum angeordnet, der damals vermutlich von großer Bedeutung war. Der Kreuztempel ist der größte von den Dreien und wir erklommen auch hier die vielen Stufen und hatten einen fantastischen Blick auf den Palast und weitere Tempel.

Mexiko Palenque Kreuzgruppe

El Grupo Norte

Im hinteren Teil des Geländes befinden sich weitere Tempel und Gebäude, die sich in ihrer Funktion nicht eindeutig zuordnen lassen. Gemeinsam mit den Iguanas nahmen wir auf den Stufen der Gebäude Platz um alles auf uns wirken zu lassen.

Mexiko Palenque El Grupo Norte

Ruinen im Urwald

Auf dem Weg zum Ausgang läuft man durch den dichten Dschungel und passiert noch weitere Maya-Ruinen, die wie vom Wald aufgefressen wirken. Da kann man sich gut vorstellen, wie viele weitere Bauten noch unter den Pflanzen schlummern. In Palenque sind nämlich nur ca. 5% der Gebäude freigelegt, es schlummern also noch ganz ganz viele weitere Mayastätten im Dschungel!

Mexiko Palenque Dschungel

Auch der Spaziergang am Ende ist wunderschön und bietet noch einmal einen kleinen Wasserfall und tolle Blicke in den Dschungel. So war unser Besuch der Ruinen von Palenque von Anfang bis Ende ein beeindruckendes Erlebnis!

Agua Azul – Wunderschöne Wasserfallkaskaden

Neben den Ruinen sind die Kaskaden Agua Azul die Hauptattraktion in der Region um Palenque. Wir hatten vorher Fotos gesehen und wollten dieses Naturschauspiel unbedingt mit eigenen Augen sehen.

Mexiko Palenque Agua Azul Blick von oben

Von Palenque zum Wasserfall Agua Azul

In Palenque wird man an jeder Ecke von Taxifahrern und Tourmenschen angesprochen, ob man zu Agua Azul fahren möchte. Die meisten wollen einem eine Tour im Minibus verkaufen, bei der die Wasserfälle Misol-Ha und Agua Azul abgeklappert werden. Für die Fahrt hin und zurück zahlt man 180 Pesos pro Person. Da wir eigentlich nur zum Agua Azul wollten, haben wir uns nach einer Fahrt im Colectivo erkundigt. Das Blöde: es gibt keinen Colectivo, der durchfährt bis zum Wasserfall. Man fährt zunächst bis zu einer Kreuzung (Crucero Agua Azul) und nimmt dort noch mal ein Taxi, um den restlichen Weg zurückzulegen. Kostenpunkt pro Person: 140 Pesos. Daher haben wir uns für die Tour entschieden.

Viel Zeit im Minibus

Kurz nach 12 Uhr wurden wir in Palenque abgeholt und im nicht ganz vollen Minibus über die kurvigen Straßen zu den Wasserfällen gebracht. Erster Halt nach ca. 30 Minuten war der Wasserfall Misol-Ha, hinter dem man lang laufen kann. Das war auch ganz nett, hätten wir aber nicht unbedingt gebraucht (vor allem, weil man 30 Pesos Eintritt zahlt pro Person). Danach fuhren wir eine weitere Stunde über eine Straße, die immer mehr zur Schotterpiste wurde und mit Schlaglöchern übersät war. Aber wir sind ja seit Nepal abgehärtet ;)

Angekommen am Agua Azul stellten wir schnell fest: die lange Anfahrt hat sich gelohnt! (Und der Eintritt von 40 Pesos ebenfalls.) Das türkisblaue Wasser funkelte im Sonnenschein und lud direkt zum Baden ein. An insgesamt fünf unterschiedlichen Stellen kann man sich ins ziemlich kühle Wasser stürzen und von der Hitze abkühlen.

Mexiko Palenque Agua Azul Schwimmbereich

Bis zum obersten Punkt des Wasserfalls darf man leider nicht alleine gehen. Kurz nach der vierten Badestelle ist ein Plakat aufgebaut, auf dem steht, dass man hier nur mit Guide durch darf und praktischerweise haben sich davor dann auch einige positioniert. Warum man da nur mit Guide hin darf, haben wir nicht verstanden. Wir haben es auf jeden Fall nicht eingesehen und dachten uns, es gibt ja genügend Wasser und Kaskaden unterhalb davon.

Mexiko Palenque Agua Azul Wasserfall

Also badeten wir ausgiebig im Wasser, ließen uns vom Sog treiben und Matthias spielte mal wieder Tarzan und schwang sich an einem Seil ins Wasser. So vergingen die 2,5 Stunden sehr schnell und wir mussten wieder zurück zum Minibus. Wir hätten gerne etwas mehr Zeit gehabt und die Tour beinhaltet eigentlich auch 3 Stunden am Agua Azul.

Lieber auf eigene Faust anreisen

Beim nächsten Mal würden wir nicht noch einmal aus Bequemlichkeit eine Tour buchen. Der Wasserfall Misol-Ha war nicht annähernd so beeindruckend wie die Kaskaden des Agua Azul. Dann doch lieber selbst bestimmen, wie viel Zeit man bei den tollen Wasserfallkaskaden verbringen möchte und einmal mehr umsteigen.

Gesundes Essen in Palenque – Green Time :)

Nach nunmehr drei Wochen in Mexiko können wir so langsam Tortillas, Tacos und Quesadillas nicht mehr sehen. Die mexikanische Küche ist doch sehr maislastig, fettreich und gemüsearm. Vergebens sucht man oft Salate auf den Speisekarten und so hatten wir über TripAdvisor ein gesundes Restaurant ausfindig gemacht. Das Green Time bietet verschiedene frische Säfte und Smoothies an, Salate, Sandwiches und Smoothie Bowls. Wir waren zum Frühstück da und es war fantastisch! Hätten wir das kleine Café früher entdeckt, hätten wir dort gern mehr probiert!

Unser Fazit zu Palenque

Palenque war für uns ein guter Ausgangsort für die Ausflüge zu den Ruinen und zum Wasserfall. Beides würden wir auf jeden Fall empfehlen! Die Ruinen waren inzwischen schon die vierten, die wir uns angesehen haben und sie haben uns dennoch am meisten beeindruckt. Wer etwas mehr Urwaldfeeling haben möchte, sollte sich vielleicht eine Unterkunft in Panchán suchen, das auf halber Strecke zwischen Palenque und den Ruinen liegt.

Mexiko Palenque Blick auf Ruinen

Und damit du noch besser in die mystische Atmosphäre der Ruinen eintauchen kannst, haben wir diese für dich im Video festgehalten.

Und du?

Hast du schon mal Maya-Ruinen besichtigt und einen Favoriten? Konnten wir dir ein bisschen Reiseinspiration weitergeben? Wir freuen uns, wenn du uns einen Kommentar da lässt!

Lange waren wir uns nicht sicher, ob wir überhaupt einen Stopp in Campeche einplanen sollten. Eine weitere Kolonialstadt ohne große Highlights oder Mayaruinen, würde sich das für uns lohnen? JAAA! Gut, dass wir hier waren, denn die kleine Stadt (die bereits seit 1999 zum Weltkulturerbe gehört) hat schnell den ersten Platz unter unseren Lieblingskolonialstädten in Yucatan erobert! Wir versuchen mal zu erklären, weshalb…

Unsere Unterkunft in Campeche

Zuvor hatten wir gelesen, dass die Unterkünfte hier etwas teurer sein würden und dies schien sich auch während unserer Internetrecherche zu bestätigen. Einfache Doppelzimmer unter 25 €uro fanden wir nicht. Also wechselten wir zu AirBnB und fanden ein super Zimmer: für 18€ pro Nacht schliefen wir inmitten der historischen Altstadt in einer Kunstgalerie. Dort finden an den Wochenenden Filmabende und in der Woche manchmal Ausstellungen statt. Als wir in Campeche waren, fand nichts davon statt und wir hatten die gesamten Räumlichkeiten für uns. Genial!

Mexiko Campeche Unterkunft

Kunterbunte Häuser

Die farbigen Häuser waren uns schon zuvor in den Städten begegnet, allerdings schienen sie nirgendwo so zu strahlen und leuchten wie in Campeche. Wir haben uns gefragt, ob es den Bewohnern verboten ist, ihr Haus in der selben Farbe zu streichen wie die des Nachbarhauses. Denn jedes Haus hat eine andere Farbe! Und sie sahen alle aus wie frisch gestrichen. Viel Zeit haben wir damit verbracht, einfach die Gassen entlangzuschlendern und diese Farbenpracht auf uns wirken zu lassen.

Mexiko Campeche gelbe Kirche

Rund um den Hauptplatz der Stadt – den Plaza Principal – findet man nicht nur die Häuser in Grün, Rot und Gelb sondern am einen Ende auch eine richtig schöne, große Kathedrale. Wir haben sie uns von innen angesehen und abends im Mondschein auch den Garten zur Mediation besichtigt. Kirchen bauen können sie hier!

Mexiko Campeche Kathedrale

Museen

Zahlreiche Museen in der Stadt geben einen Einblick in das frühere Leben. Wir haben uns zwei davon angesehen. Im Museo de la Arquitectura Maya sind vor allem Stelen und Skulpturen der Maya ausgestellt. In Cobá hatten wir diese bereits am eigentlichen Bestimmungsort gesehen, allerdings war von den Inschriften und Bildhauereien wenig zu erkennen. Im Museum werden Erklärungen zu den Schriftzeichen und Bildern gegeben. Fanden wir sehr interessant.

Mexiko Campeche Museum

Unseren zweiten Museumsbesuch in Campeche statteten wir dem Piratenmuseum ab. Dieses befindet sich in einer der Bastionen in der alten Stadtmauer. Campeche ist früher auch von Piraten heimgesucht worden und nach einer sehr verheerenden Plünderung ist damals die große Stadtmauer gebaut worden. Auf dieser spazierten wir nach dem Besuch des Museums entlang und konnten uns die Stadt noch einmal aus etwas luftigeren Höhen ansehen.

Auch in den anderen Bastionen innerhalb der Stadtmauer befinden sich kleine Museen, die sicherlich einen Besuch wert sind. Wir als bekennende Nicht-Museumsgänger hatten unser Soll nach zwei Museen allerdings deutlich erfüllt ;)

Tolles regionales Essen

Von unserem Gastgeber hatten wir das La Parroquia empfohlen bekommen und probierten dort die regionale Küche. Matthias trank einen Chaya-Shake mit Ananas und Franzi fand eine Verbesserung des Watermelonshake in Thailand: Cantaloupemelonen-Shake :) Auch das Essen schmeckte uns hervorragend und die Kellner waren sehr zuvorkommend.

Mexiko Campeche Calle 59

Die Calle 59 (in Mexiko werden die Straßen mit Zahlen einfach durchnummeriert) ist eine Art Fußgängerzone. Etwas, das wir bisher in Mexiko noch nicht gesehen hatten. Hier haben sich besonders viele Restaurants und Bars angesiedelt, die ihre Tische und Stühle auf der Straße platzieren. Wir landeten eher durch Zufall im La Parilla Colonial und hatten ein sensationelles Abendessen! Nach Guacamole und Caipis als Vorspeise gab es danach für Matthias Cochinita Pibil – mariniertes Schweinefleisch, das in Bananenblättern gegart wird. Franzi hatte Nudeln mit Shrimps und Knoblauch und beides schmeckte fantastisch. Das beste Essen bisher in Mexiko!

Lieber nach Campeche als nach Mérida

Wir hatten die Tage zuvor in Mérida verbracht und schon kurz nach unserer Ankunft festgestellt, dass Campeche uns besser gefällt. Die Stadt ist deutlich kleiner und das historische Zentrum dadurch übersichtlicher und gut zu Fuß zu erkunden. Die Nähe zum Golf von Mexiko sorgt für ein laues Lüftchen und der Spazierweg am Ufer ist eigentlich schön angelegt, läge er nicht neben einer 3-spurigen Straße ;)

Mexiko Campeche Meer

Schlendere mit uns durch die farbenfrohen Gassen von Campeche und schau dir unsere Unterkunft genauer an:

Und du?

Hast du auch eine Lieblingsstadt in Mexiko? Oder eine Aktivität, die wir hier auf keinen Fall verpassen sollten? Dann schreib es uns gerne in die Kommentare!

Lange hatten wir überlegt, ob wir uns Chichén Itzá antun sollten. Die bekannteste Mayastätte gilt als eines der neuen 7 Weltwunder und wird von Touristen überlaufen. Von Cancún, Playa del Carmen und Tulum aus werden Bustouren angeboten und wenn die Strandurlauber sonst nichts von Mexiko gesehen haben, Chichén Itzá muss schon sein! Da wir in Cobá bereits Maya-Ruinen im Dschungel gesehen hatten, entschieden wir uns gegen Ek Balam, eine weitere Ruinenstätte im Dschungel bei Valladolid, und für die bekanntere und (angeblich) schönere Anlage.

Anfahrt von Valladolid nach Chichén Itzá

Wir standen morgens schon früh auf.. also für unsere Verhältnisse hier ;) 6.15 Uhr klingelte der Wecker, damit wir uns spätestens 7 Uhr auf dem Weg nach Chichén Itzá befinden. Den kann man von Valladolid auf verschiedene Arten zurücklegen: A) mit dem Bus von Mayab oder Oriente B) mit dem Taxi (war uns zu teuer) oder C) mit dem Colectivo. Da wir bisher ja gute Erfahrungen mit den Minibussen gemacht hatten, wollten wir auch dieses Mal die Strecke von knapp 50 Kilometern so zurücklegen.

Auf dem Weg zum Busbahnhof in Valladolid wurden wir auch direkt angesprochen und stiegen in den erstbesten Colectivo ein. Innerhalb von ungefähr 45 Minuten ist die Fahrt erledigt und man wird vorm Eingang von Chichén Itzá rausgeworfen. Gekostet hat uns die Fahrt 30 Pesos pro Person (1,40€).

Der frühe Vogel fängt.. das beste Bild mit der Pyramide

Wir hatten es mal wieder geschafft, die ersten am Ticketschalter zu sein und hielten somit kurz nach 8 Uhr als Erste das Ticket (237 Pesos pro Person, 10€) in den Händen. Schnurstracks liefen wir zur Pyramide, dem bekanntesten Bauwerk von Chichén Itzá. Das konnten wir dann ganz alleine bestaunen. Und natürlich coole Fotos davor machen!

Mexiko Chichén Itzá Pyramide

Die Pyramide trägt – wie fast alle pyramidenartigen Bauwerke der Maya – den Namen El Castillo und ist quasi ein großer Kalender aus Stein. Die heutige Pyramide ist 25 Meter hoch und in ihr drin befindet sich eine weitere, deutlich kleinere Pyramide. Diese ist damals zuerst gebaut worden. Als das dann gut geklappt hat, hat man alles einfach noch ein bisschen größer gebaut ;) Heute ist El Castillo vermutlich das am meisten fotografierte Maya-Bauwerk. Und wir müssen gestehen: wir waren auch ziemlich beeindruckt! Wir hatten in Cobá zwar bereits eine höhere Pyramide gesehen und erklommen, aber die in Chichén Itzá ist echt toll restauriert.

Mexiko Chichén Itzá Pyramide

Vom Castillo aus gingen wir zum nördlichen Teil der Stadt. In Chichén Itzá lebten einmal bis zu 90.000 Menschen! Im 9. Jahrhundert wurde die Stadt aus bisher ungeklärten Gründen verlassen und später wieder besiedelt. Letztendlich wurde die Stadt im 14. Jahrhundert erneut verlassen noch bevor die Spanier nach Mexiko kamen. Im Norden der Stadt befinden sich mehrere kleine Bauwerke sowie 1000 Säulen. Das muss damals wahnsinnig beeindruckend gewesen sein, war es nämlich selbst jetzt noch, wo nicht mehr alle stehen bzw. viele Schäden haben.

Mexiko Chichén Itzá Columnata Norte

El Caracol

Wörtlich übersetzt heißt El Caracol eigentlich die Schnecke. Diesen Namen haben die Spanier dem Gebäude gegeben, weil es im Inneren eine Wendeltreppe hat. Mit der Funktion hat das nichts zu tun – El Caracol ist nämlich ein Observatorium. Die Fenster im Turm sind auf Punkte im Himmel ausgerichtet, die zu bestimmten Terminen bestimmte Sterne zeigen. Von der Kuppel aus verkündeten Priester damals wichtige Termine und auch Rituale.

Mexiko Chichén Itzá El Caracol

La Casa Colorada

Mexiko Chichén Itzá Ruine im Wald

In diesem beeindruckenden Gebäude wurde damals im Inneren rote Farbe gefunden und daher wurde ihm der Name Casa Colorada gegeben – buntes Haus. Hier fällt der andere Baustil auf. Viele der Mayabauten wurden in Pyramidenform gebaut, um eine gewisse Höhe erreichen zu können. Bei diesem Komplex wurden die Steine übereinander gebaut und damit ähnelt die Casa Colorada auch eher den heutigen Häusern.

Mexiko Chichén Itzá Casa Colorada

Natürlich gibt es noch sehr viele weitere schöne Bauwerke in Chichén Itzá! Wir haben hier die für uns schönsten und beeindruckendsten zusammengefasst, erkunden kann man aber viele weitere Ruinen und zwei Cenoten, die den Maya damals das Trinkwasser gesichert haben.

Dem Touristen- und Händlerstrom nur knapp entkommen

Durch unsere frühe Ankunft hatten wir zwei Stunden, in denen wir viele der Gebäude ganz in Ruhe anschauen konnten. Es füllte sich allerdings merklich und als wir kurz nach 10 Uhr wieder Richtung Ausgang steuerten, kamen uns Hunderte von Menschen entgegen. Wahnsinn! Wir konnten aufschnappen, wie eine deutsche Touristin zu ihrem Mann meinte, dass sie aufpassen müssten, dass sie nicht der falschen Tour hinterherlaufen. Das fasst es vielleicht ganz gut zusammen ;)

Mexiko Chichén Itzá Touristenmassen

Sehr gewöhnungsbedürftig fanden wir die Händler an den Wegen, die alle nur denkbaren Waren im Angebot hatten. Pünktlich um 8 Uhr strömen auch sie das Gelände und bauen ihre Stände entlang der Wege auf. Wären wir zwei Stunden später angekommen, hätte uns dieser Anblick vermutlich erschlagen! Daher hier unser wichtigster Tipp für Chichén Itza: Sei 8 Uhr am Ticketschalter! Wir haben es im Nachhinein nicht bereut, sondern sind froh, diese wunderschönen Ruinen besichtigt zu haben.

Und du?

Kennst du auch verschiedene Maya-Ruinen? Welche haben dir am besten gefallen? Hat dir unser Bericht weitergeholfen? Wir freuen uns, wenn du uns an deinen Gedanken teilhaben lässt und sie in den Kommentaren hinterlässt :)

Für drei Nächte verschlug es uns nach Valladolid, die drittgrößte Stadt der Halbinsel Yucatan und größte mexikanische Stadt unserer bisherigen Tour. Nach einer kurzen Anreise mit dem Bus aus Cobà befanden wir uns eine Stunde später schon mitten im Geschehen.

Mexiko Valladolid Schriftzug

Unsere Unterkunft in Valladolid

Wir hatten ein Doppelzimmer im Hostel Tunich Naj* gebucht und erreichten die Unterkunft um 14 Uhr. Dachten wir! Denn: Das Bundesland Quintana Roo hat eine andere Uhrzeit als der Rest der Halbinsel Yucatan, nämlich die gleiche wie die Ostküste der USA (-6 Stunden im Vergleich zu Deutschland). Der Rest von Yucatan allerdings liegt 7 Stunden hinter der deutschen Zeit zurück. Wir hatten also eine Stunde gewonnen ;)

Daher machten wir es uns im schönen Garten des Hostels gemütlich bis wir unser sehr großzügiges Zimmer mit bequemen Betten, kleiner Sitzecke und Bad beziehen konnte. Für 24€ pro Nacht gab es morgens sogar noch ein kleines Frühstück dazu.

Kolonialstadt erkunden

Auf dem Zocalo von Valladolid haben wir uns gerne und häufig aufgehalten. Am einen Ende steht die wunderschöne Kirche San Servicio, auf der anderen Seite befindet sich das große Rathaus der Stadt. Auf dem Platz stehen viele Bänke und so tolle Partnerstühle, auf denen man sich gegenübersitzt. Hier saßen wir das eine oder andere Mal und sahen dem Geschehen rund um den Platz zu.

Mexiko Valladolid Zocalo Paarstuhl

In den rechteckig angelegten Straßen stehen viele bunte Häuser, die der Stadt ein schönes Aussehen geben. Wir sind hier sehr gerne durch die Straßen geschlendert, haben in die kleinen Lädchen reingelinst und die vielen alten VW-Käfer bestaunt. Die gibt es hier nämlich in allen denkbaren Farben. Irgendwann war es unser Hobby geworden, Käfer zu fotografieren ;)

Mexiko Valladolid Käfer

Im Stadtteil La Candelaria gibt es einen sehr schönen kleinen Platz mit Bänken, vielen Bäumen und Pflanzen und einem netten Café. Hier sind wir eher durch Zufall gelandet, fanden es aber sehr sehenswert. Zudem fuhren hier kaum Autos und es hatte ein bisschen was von Fußgängerzone.

Mexiko Valladolid La Candelaria

Cenote Oxman – unser Geheimtipp für Valladolid!

In und um Valladolid gibt es mehrere Cenoten und nach unserer schönen Erfahrung in der Cenote bei Tulum wollten wir uns noch mal eine ansehen. Matthias hatte auf einem Blog von der Cenote Oxman gelesen, die weniger bekannt ist als die Cenoten Xkeken und Samula. Also liehen wir uns Fahrräder (für 70 Pesos pro Tag, keine 3€) und fuhren gen Süden aus der Stadt hinaus.

Mexiko Valladolid Cenote Oxman Pool

Kaum hatten wir die größeren Straßen verlassen, ging es durch Felder, über Bahnschienen und auf einer Schotterpiste immer weiter hinaus. Nach 5 Kilometern erreichten wir dann die Hacienda San Lorenzo, auf deren Grundstück sich die Cenote befindet. Für 40 Pesos kann man zur Cenote hinunter, aber auch den Pool und die Liegen vor Ort nutzen. Haben wir glatt mitgenommen ;)

Mexiko Valladolid Cenote Oxman Eingang

Zur Cenote ging es durch einen Eingang erst einmal viele Treppenstufen abwärts bis wir schließlich vor einem großen, dunkelblauen Gewässer standen. Hier hingen Baumwurzeln von ganz oben herunter und das Beste: es war niemand sonst da!

Mexiko Valladolid Cenote Oxman von oben

Also schwangen wir uns wie Tarzan an einem Seil rein in die Cenote. Das hat vielleicht gefetzt! Im Wasser schwimmen einige Fische mit einem umher, aber ansonsten ist es himmlisch einsam dort unten. Schnorchelsachen benötigt man nicht unbedingt, die Cenote ist eher zum Schwimmen super. Umkleidekabinen und Toiletten gibt es vor Ort. Können wir nur empfehlen!

Mexiko Valladolid Cenote Oxman Tarzan

Kulinarische Neuheiten

In Tulum hatten wir Sebastian kennengelernt, der uns unter anderem empfohlen hatte, hier in Valladolid einen Chaya-Shake auszuprobieren. Am Marktplatz fanden wir ein kleines Restaurant, das dieses unbekannte Getränk servierte und so probierten wir es aus. Erste Überraschung: wir bekamen etwas Giftgrünes zu trinken. Zweite Überraschung: es schmeckte süß und richtig gut. Danke für den Tipp, Sebastian! Haben wir noch einige Male getrunken.

Mexiko Valladolid Essen

Zudem hatte Matthias im Internet von Marquesitas gelesen, einer besonderen Waffelart. Und Süßes probieren wir ja gerne mal aus! Bei Onkel Batman (El tio Batman) am großen Platz im Stadtzentrum gibt es Waffeln, die er auf einem Eisen über einer Gasflamme frisch zubereitet und darin die tollsten Zutaten einrollt. Unsere Favoriten: Erdbeere & Nutella (Matthias) und Banane, Nutella, Nüsse (Franzi). Die Waffel erinnerte uns an Nordhorner Neujahrskuchen, allerdings war es mit der Füllung etwas ganz Neues. Sehr sehr lecker!

Maya-Ruinen von Valladolid aus erkunden

Wir hatten uns entschieden, für einige Tage in Valladolid zu bleiben, weil man von hier aus super die Maya-Ruinen von Chichén Itzá und Ek Balam erkunden kann. Zu unserem Besuch der Ruinen Chichén Itzá haben wir einen ausführlichen Beitrag geschrieben, in dem du die wichtigsten Infos und schönsten Fotos präsentiert bekommst.

Valladolid hat bei uns mit seinen schönen, farbigen Häusern, den kleinen Straßen und Leckerlichkeiten einen sehr positiven Eindruck hinterlassen. Für Ausflüge in die Umgebung ist die Stadt gut gelegen und zum gemütlichen Schlendern genau richtig groß.

Und du?

Warst du auch schon einmal in Valladolid? Kennst du weitere versteckte Cenoten?

Dann lass uns in den Kommentaren gerne Reisetipps da! Aber auch bei Fragen gilt: Immer her damit :)

Als Überraschung zu Franzis Geburstag hatte Matthias etwas ganz Besonderes abseits der Touristenpfade herausgesucht: den Sian Ka’an Nationalpark bei Tulum. Der Nationalpark besteht aus Küstengebieten, tropischem Regenwald, Meer und Feuchtgebieten und ist insgesamt über 5000km² groß. Der Name Sian Ka’an stammt von den Maya und bedeutet übersetzt ungefähr „Geschenk des Himmels“. Und so kam es uns auch vor :)

Anreise zum Sian Ka’an Nationalpark

Der Nationalpark ist ca. 30 Minuten von Tulum Pueblo entfernt und lässt sich am besten mit eigenem Auto erreichen. Öffentliche Verkehrsmittel fahren nicht, eine Alternative wäre ein Taxi oder die Anreise per Fahrrad für die ganz Sportlichen. Fährt man von Tulum Pueblo aus zum Strand, so wird man irgendwann rechts abbiegen, um in die Hotelzone zu gelangen. Hier reihen sich Resort an Resort und vom Meer sieht man nichts mehr. Diese Zone lässt man irgendwann hinter sich. Den Eingang in den Nationalpark kann man gar nicht verpassen, weil dort ein Eintritt von 31 Pesos (1,50€) pro Person bezahlt werden muss.

Übernachten im Sian Ka’an Nationalpark

Die einzige (uns bekannte) Übernachtungsmöglichkeit besteht auf dem Campground Ultimo Maya, denn Hotels sind in dem Bioreservat nicht erlaubt. Der Campground bietet Campingplätze für 200 Pesos (9€) oder einfach ausgestattete Zelte für 1500 Pesos (65€} pro Nacht. Matthias hatte über AirBnB eine noch speziellere Unterkunft gefunden: einen umgebauten Pick-Up-Truck, auf dessen Ladefläche sich unsere kleine Unterkunft befand. Das gemütlich eingerichtete Nachtlager wurde von einem Dach aus Palmenblättern geschützt, hatte eine Matratze und war für uns extra mit Luftballons und Luftschlangen dekoriert worden.

Mexiko Sian Ka'an Hängematte

Der Campingplatz hat 3 Duschen und 3 Toiletten, die täglich gesäubert werden. Internet, Strom oder Handyempfang hatten wir nicht, eine willkommene Abwechslung! Wir haben uns selbst verpflegt, da unsere AirBnB Vermieter einen Grill für uns bereit gestellt hatten und die wichtigsten Kochutensilien vorhanden waren. So grillte Matthias am Abend über dem Feuer ein Steak und briet am nächsten Morgen Rühreier. Wem das zu rustikal ist, der kann sich aber auch im Restaurant des Campgrounds Essen bestellen und mit Blick auf das Meer genießen.

Mexiko Sian Ka'an Unterkunft

Traumstrand fast nur für uns

Zum Campingplatz gehört ein wunderschöner, kleiner Strand. Hier spenden Palmen Schatten und es ist kaum jemand da. Als Camper hat man immer Zugang zum Strand und kann die Liegen, Stühle und Tische nutzen. Fährt man nur für einen Tagesausflug in den Sian Ka’an Nationalpark, kann man diesen Strand als Besucher nutzen, muss dafür aber 100 Pesos (4,50€) zahlen. Wir sind morgens schon kurz nach Sonnenaufgang im Meer gewesen, hatten den Strand ganz für uns alleine und fanden dieses Erlebnis wunderbar! Auch tagsüber war deutlich weniger Betrieb als am öffentlichen Strand von Tulum. Ganz klar ein Geheimtipp!

Mexiko Sian Ka'an Strand mit Liegen

Bootstour durch die Lagune

Weil wir an Franzis Geburtstag im Sian Ka’an Nationalpark waren, hatte Matthias vorher eine Bootstour durch die Lagune organisiert. Der Veranstalter mit dem ulkigen Namen Bambi brachte uns zur Lagune, die direkt gegenüber des Campgrounds liegt. Dort begrüßte uns unser Kapitän (dessen Namen wir leider vergessen haben) und schon düsten wir in die unendlichen Weiten des helltürkisen Wassers.

Mexiko Sian Ka'an Bootstour Lagune

Vögel beobachten in der Lagune

Der erste Halt unserer Tour waren zwei kleine Inseln, die mit unterschiedlichen Arten von Mangrovenbäumen bewachsen sind. Mangroven sind diese witzigen Bäume, die Wurzeln von den Ästen ins Wasser wachsen lassen. In der gesamten Lagune gibt es nur diese beiden Inseln, die sowohl schwarze als auch grüne Mangrovenbäume beherbergen und damit der perfekte Nistplatz für die verschiedensten Vogelarten sind. Wir konnten Kormorane, Pelikane, Flamingos und so witzige Löffelvögel (das ist die wörtliche Übersetzung des spanischen Pajaro Cucharon) beobachten. Was wir dabei neu gelernt haben: Flamingos sind als Babyvögel weiß, die pinke Farbe bekommen sie erst durch das Essen der Shrimps! Wenn das bei Menschen so wäre, müsste Franzi schon knallpink durch Mexiko laufen ;)

Später zeigte unser mexikanischer Führer uns einen Vogel, der sein (riesiges) Nest unter anderem aus dem Müll baut, den er aus dem Meer fischt. Wenn das mal nicht als Upcycling durchgeht! Der Vogel sah für uns aus wie ein Adler, trug aber einen anderen Namen. Ja.. auch den haben wir vergessen.

Mexiko Sian Ka'an Lagune

Später fuhren wir an einer Stelle im Wasser vorbei, die pechschwarz war und etwas gruselig wirkte. Dort drunter befindet sich eine Cenote, die unterirdisch mit der Gran Cenote verbunden ist, in der wir in Tulum schon schnorcheln waren! Und dort schwammen plötzlich fünf oder sechs Seekühe herum. Die Tierchen sind ganze zwei bis drei Meter lang und wiegen gute 200 Kilogramm. Immer mal wieder sahen wir sie auftauchen zum Luftholen. Unser Bootsführer war wohl irritiert, dass wir das so toll fanden. Er fragte uns später, ob es denn bei uns zu Hause keine Seekühe gäbe :D

Nachdem wir uns von dem Anblick der Seekühe wieder losreißen konnten, steuerte unser Kapitän uns zum nächsten Highlight: der Stelle, an der die Lagune und das Meer aufeinander treffen. Man konnte also mit einem Bein im Süß- und mit einem im Salzwasser stehen! Der Strand dazwischen war auch sehr sehenswert und so schlenderten wir den einmal ab.

Treiben im Maya Kanal

Mexiko Sian Ka'an Maya Kanal

Highlight unseres Ausflugs war aber definitiv der Maya-Kanal. Dieser natürliche Kanal inmitten der Mangrovenbäume ist mit seinem klaren Wasser ideal zum Schwimmen. Und weil er auch noch eine leichte Strömung hat, konnten wir uns einen Kilometer einfach nur durchs Wasser treiben lassen. Das war weit weg von Action, weil die Geschwindigkeit eher mit dem Tempo einer Seekuh zu vergleichen ist. Aber es war wunderschön, die Landschaft vom Wasser aus in sich aufzusaugen.

Mexiko Sian Ka'an Palme mit Sternenhimmel

Wir haben die zwei Tage in dieser Idylle, fernab der Touristenresorts von Tulum, richtig genossen. Mit dem Meeresrauschen im Ohr einzuschlafen, die Palmen über uns und morgens zum Sonnenaufgang als einzige im Meer zu baden, fühlte sich nach Luxus an. Da brauchten wir keine Suite oder andere Annehmlichkeiten. Der nicht vorhandene Strom oder Internetempfang hat bei uns eher dazu geführt, dieses Erlebnis noch intensiver zu erleben und einfach nur den Moment zu genießen.

Den Moment noch näher genießen? Dann hier mal ins Video schauen!

Und du?

Warst du auch schon mal in Yucatan unterwegs? Was waren deine Highlights? Hast du Tipps für uns? Haben wir dir bei der Planung deiner Reise helfen können? Fehlen dir Informationen? Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen!

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