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Nach 3 Wochen auf der Halbinsel Yucatan brachen wir im Februar weiter ins Landesinnere auf nach Palenque. Die Stadt ist vor allem für ihre Maya-Ruinen bekannt, die im Dschungel etwas erhöht liegen und häufig als die schönsten Maya-Ruinen bezeichnet werden. Da wir nach den Ruinen am Karibischen Meer in Tulum, im Dschungel in Cobá und den restaurierten Ruinen in Chichén Itzá immer noch nicht genug hatten vom Zauber der Vergangenheit, machten wir uns also auf den Weg.

Anreise nach Palenque

Von Campeche aus nahmen wir einen ADO Bus und fuhren sehr komfortabel sechs Stunden bis zur Ankunft in Palenque. Dabei gelangten wir in den großen Bundesstaat Chiapas und wurden bei der Überquerung der Grenze tatsächlich im Bus kontrolliert und mussten unsere Pässe vorzeigen. Hier wurde vor allem kontrolliert, dass die angegebene Reisedauer passt (man kann mit dem deutschen Pass bis 180 Tage durch Mexiko reisen, muss das bei Einreise aber auch so eintragen lassen!).

Unsere Unterkunft in Palenque

Matthias hat für uns das Hotel Aguila Real* mitten in der Stadt gefunden, in dem wir für 22 €uro ein sehr schönes Doppelzimmer bezogen. Das Hotel ist wirklich schön gestaltet, hat auf jeder Ebene gemütliche Sitzgelegenheiten und sehr freundliches Personal. Wir waren zufrieden mit unserer Wahl als Ausgangspunkt für die Unternehmungen in den nächsten Tagen.

Die Ruinen von Palenque

… liegen etwa 8 Kilometer entfernt vom Stadtzentrum. Wir nahmen in der Frühe den erstbesten Colectivo, der uns trotz Tankpause und Extrarunde in 15 Minuten zum Haupteingang brachte. Auf dem Weg passiert man den Eingang in den Nationalpark, für dessen Zugang 32 Pesos (1,50€) verlangt werden. Der Eintritt zu den Ruinen beträgt 70 Pesos (3€) und dieses Mal betraten wir die archäologische Fundstätte ausnahmsweise als Zweite ;)

Während wir dem Pfad zu den Ruinenkomplexen folgten, zwitscherten um uns die Vögel und nach kurzer Zeit machten sich auch die Brüllaffen bemerkbar und ihrem Namen alle Ehre. Aus der einen Ecke des Dschungels drangen die lauten Geräusche zu uns durch und verstärkten das Urwaldgefühl noch viel mehr.

Der Tempel der Inschriften

Mexiko Palenque Tempel der Inschriften

Das erste Gebäude, das man auf dem Gelände zu sehen bekommt, ist der Tempel der Inschriften. Der Tempel ist das höchste Gebäude in Palenque und wurde aufgrund seiner vielen Maya-Schriftzeichen, welche die Geschichte von Palenque wiedergeben, als Tempel der Inschriften benannt. Erst 1949 (über 100 Jahre nach der Entdeckung der Ruinen, über 10 Jahre nach den ersten Ausgrabungen) fand man im Inneren des Tempels einen Gang, der zum Sarkophag des Herrschers Pakal führte. Leider sind der Gang und die Grabkammer für Touristen heute nicht mehr zugänglich. Aber den Sarkophag (und viele weitere, sehr sehenswerte Skulpturen) kann man im Museum am Ausgang des Geländes bestaunen. Der Besuch dort lohnt sich sehr!

Mexiko Palenque Museum

El Palacio

Als wir uns dem riesigen Hauptgebäude dieser Ausgrabungsstätte zuwandten, waren wir doch tatsächlich sprachlos. Es ist so unglaublich groß! Schnell kletterten wir die Stufen hinauf und konnten unsere Umgebung in Augenschein nehmen, Waaaahnsinn! Immer wieder schauten wir uns ungläubig um und versuchten, so viel wie möglich aufzunehmen und die Bilder in unseren Köpfen zu speichern. Und weil das meistens ja nicht so lange vorhält, hielten wir alles sicherheitshalber noch mit unserer Kamera fest ;)

Mexiko Palenque El Palacio

Der Palast ist 100 Meter lang und 80 Meter breit und bestand aus teilweise öffentlich zugänglichen Gebäuden sowie privaten Häusern, die nur von den Herrschern betreten werden durften. Inmitten des Palasts steht ein Turm, der zu astrologischen Zwecken verwendet wurde, aber auch als Wachturm. Wir erkundeten die Innenhöfe und übrig gebliebenen Mauern ausgiebig und versuchten wieder einmal, uns vorzustellen, wie das damals wohl gewesen sein muss. Wie sah der Alltag der Maya aus? Wie haben sie es geschafft, diese gigantischen Gebäude ohne Fuhrwerke oder Werkzeug aus Metall zu bauen?

Mexiko Palenque El Palacio Turm

Die Kreuzgruppe

Etwas oberhalb des Palastes befinden sich drei weitere Tempel, die wir als nächstes erkundeten. Der Sonnen-, Kreuz- und Kreuzblatttempel sind um einen offenen Platz herum angeordnet, der damals vermutlich von großer Bedeutung war. Der Kreuztempel ist der größte von den Dreien und wir erklommen auch hier die vielen Stufen und hatten einen fantastischen Blick auf den Palast und weitere Tempel.

Mexiko Palenque Kreuzgruppe

El Grupo Norte

Im hinteren Teil des Geländes befinden sich weitere Tempel und Gebäude, die sich in ihrer Funktion nicht eindeutig zuordnen lassen. Gemeinsam mit den Iguanas nahmen wir auf den Stufen der Gebäude Platz um alles auf uns wirken zu lassen.

Mexiko Palenque El Grupo Norte

Ruinen im Urwald

Auf dem Weg zum Ausgang läuft man durch den dichten Dschungel und passiert noch weitere Maya-Ruinen, die wie vom Wald aufgefressen wirken. Da kann man sich gut vorstellen, wie viele weitere Bauten noch unter den Pflanzen schlummern. In Palenque sind nämlich nur ca. 5% der Gebäude freigelegt, es schlummern also noch ganz ganz viele weitere Mayastätten im Dschungel!

Mexiko Palenque Dschungel

Auch der Spaziergang am Ende ist wunderschön und bietet noch einmal einen kleinen Wasserfall und tolle Blicke in den Dschungel. So war unser Besuch der Ruinen von Palenque von Anfang bis Ende ein beeindruckendes Erlebnis!

Agua Azul – Wunderschöne Wasserfallkaskaden

Neben den Ruinen sind die Kaskaden Agua Azul die Hauptattraktion in der Region um Palenque. Wir hatten vorher Fotos gesehen und wollten dieses Naturschauspiel unbedingt mit eigenen Augen sehen.

Mexiko Palenque Agua Azul Blick von oben

Von Palenque zum Wasserfall Agua Azul

In Palenque wird man an jeder Ecke von Taxifahrern und Tourmenschen angesprochen, ob man zu Agua Azul fahren möchte. Die meisten wollen einem eine Tour im Minibus verkaufen, bei der die Wasserfälle Misol-Ha und Agua Azul abgeklappert werden. Für die Fahrt hin und zurück zahlt man 180 Pesos pro Person. Da wir eigentlich nur zum Agua Azul wollten, haben wir uns nach einer Fahrt im Colectivo erkundigt. Das Blöde: es gibt keinen Colectivo, der durchfährt bis zum Wasserfall. Man fährt zunächst bis zu einer Kreuzung (Crucero Agua Azul) und nimmt dort noch mal ein Taxi, um den restlichen Weg zurückzulegen. Kostenpunkt pro Person: 140 Pesos. Daher haben wir uns für die Tour entschieden.

Viel Zeit im Minibus

Kurz nach 12 Uhr wurden wir in Palenque abgeholt und im nicht ganz vollen Minibus über die kurvigen Straßen zu den Wasserfällen gebracht. Erster Halt nach ca. 30 Minuten war der Wasserfall Misol-Ha, hinter dem man lang laufen kann. Das war auch ganz nett, hätten wir aber nicht unbedingt gebraucht (vor allem, weil man 30 Pesos Eintritt zahlt pro Person). Danach fuhren wir eine weitere Stunde über eine Straße, die immer mehr zur Schotterpiste wurde und mit Schlaglöchern übersät war. Aber wir sind ja seit Nepal abgehärtet ;)

Angekommen am Agua Azul stellten wir schnell fest: die lange Anfahrt hat sich gelohnt! (Und der Eintritt von 40 Pesos ebenfalls.) Das türkisblaue Wasser funkelte im Sonnenschein und lud direkt zum Baden ein. An insgesamt fünf unterschiedlichen Stellen kann man sich ins ziemlich kühle Wasser stürzen und von der Hitze abkühlen.

Mexiko Palenque Agua Azul Schwimmbereich

Bis zum obersten Punkt des Wasserfalls darf man leider nicht alleine gehen. Kurz nach der vierten Badestelle ist ein Plakat aufgebaut, auf dem steht, dass man hier nur mit Guide durch darf und praktischerweise haben sich davor dann auch einige positioniert. Warum man da nur mit Guide hin darf, haben wir nicht verstanden. Wir haben es auf jeden Fall nicht eingesehen und dachten uns, es gibt ja genügend Wasser und Kaskaden unterhalb davon.

Mexiko Palenque Agua Azul Wasserfall

Also badeten wir ausgiebig im Wasser, ließen uns vom Sog treiben und Matthias spielte mal wieder Tarzan und schwang sich an einem Seil ins Wasser. So vergingen die 2,5 Stunden sehr schnell und wir mussten wieder zurück zum Minibus. Wir hätten gerne etwas mehr Zeit gehabt und die Tour beinhaltet eigentlich auch 3 Stunden am Agua Azul.

Lieber auf eigene Faust anreisen

Beim nächsten Mal würden wir nicht noch einmal aus Bequemlichkeit eine Tour buchen. Der Wasserfall Misol-Ha war nicht annähernd so beeindruckend wie die Kaskaden des Agua Azul. Dann doch lieber selbst bestimmen, wie viel Zeit man bei den tollen Wasserfallkaskaden verbringen möchte und einmal mehr umsteigen.

Gesundes Essen in Palenque – Green Time :)

Nach nunmehr drei Wochen in Mexiko können wir so langsam Tortillas, Tacos und Quesadillas nicht mehr sehen. Die mexikanische Küche ist doch sehr maislastig, fettreich und gemüsearm. Vergebens sucht man oft Salate auf den Speisekarten und so hatten wir über TripAdvisor ein gesundes Restaurant ausfindig gemacht. Das Green Time bietet verschiedene frische Säfte und Smoothies an, Salate, Sandwiches und Smoothie Bowls. Wir waren zum Frühstück da und es war fantastisch! Hätten wir das kleine Café früher entdeckt, hätten wir dort gern mehr probiert!

Unser Fazit zu Palenque

Palenque war für uns ein guter Ausgangsort für die Ausflüge zu den Ruinen und zum Wasserfall. Beides würden wir auf jeden Fall empfehlen! Die Ruinen waren inzwischen schon die vierten, die wir uns angesehen haben und sie haben uns dennoch am meisten beeindruckt. Wer etwas mehr Urwaldfeeling haben möchte, sollte sich vielleicht eine Unterkunft in Panchán suchen, das auf halber Strecke zwischen Palenque und den Ruinen liegt.

Mexiko Palenque Blick auf Ruinen

Und damit du noch besser in die mystische Atmosphäre der Ruinen eintauchen kannst, haben wir diese für dich im Video festgehalten.

Und du?

Hast du schon mal Maya-Ruinen besichtigt und einen Favoriten? Konnten wir dir ein bisschen Reiseinspiration weitergeben? Wir freuen uns, wenn du uns einen Kommentar da lässt!

Lange hatten wir überlegt, ob wir uns Chichén Itzá antun sollten. Die bekannteste Mayastätte gilt als eines der neuen 7 Weltwunder und wird von Touristen überlaufen. Von Cancún, Playa del Carmen und Tulum aus werden Bustouren angeboten und wenn die Strandurlauber sonst nichts von Mexiko gesehen haben, Chichén Itzá muss schon sein! Da wir in Cobá bereits Maya-Ruinen im Dschungel gesehen hatten, entschieden wir uns gegen Ek Balam, eine weitere Ruinenstätte im Dschungel bei Valladolid, und für die bekanntere und (angeblich) schönere Anlage.

Anfahrt von Valladolid nach Chichén Itzá

Wir standen morgens schon früh auf.. also für unsere Verhältnisse hier ;) 6.15 Uhr klingelte der Wecker, damit wir uns spätestens 7 Uhr auf dem Weg nach Chichén Itzá befinden. Den kann man von Valladolid auf verschiedene Arten zurücklegen: A) mit dem Bus von Mayab oder Oriente B) mit dem Taxi (war uns zu teuer) oder C) mit dem Colectivo. Da wir bisher ja gute Erfahrungen mit den Minibussen gemacht hatten, wollten wir auch dieses Mal die Strecke von knapp 50 Kilometern so zurücklegen.

Auf dem Weg zum Busbahnhof in Valladolid wurden wir auch direkt angesprochen und stiegen in den erstbesten Colectivo ein. Innerhalb von ungefähr 45 Minuten ist die Fahrt erledigt und man wird vorm Eingang von Chichén Itzá rausgeworfen. Gekostet hat uns die Fahrt 30 Pesos pro Person (1,40€).

Der frühe Vogel fängt.. das beste Bild mit der Pyramide

Wir hatten es mal wieder geschafft, die ersten am Ticketschalter zu sein und hielten somit kurz nach 8 Uhr als Erste das Ticket (237 Pesos pro Person, 10€) in den Händen. Schnurstracks liefen wir zur Pyramide, dem bekanntesten Bauwerk von Chichén Itzá. Das konnten wir dann ganz alleine bestaunen. Und natürlich coole Fotos davor machen!

Mexiko Chichén Itzá Pyramide

Die Pyramide trägt – wie fast alle pyramidenartigen Bauwerke der Maya – den Namen El Castillo und ist quasi ein großer Kalender aus Stein. Die heutige Pyramide ist 25 Meter hoch und in ihr drin befindet sich eine weitere, deutlich kleinere Pyramide. Diese ist damals zuerst gebaut worden. Als das dann gut geklappt hat, hat man alles einfach noch ein bisschen größer gebaut ;) Heute ist El Castillo vermutlich das am meisten fotografierte Maya-Bauwerk. Und wir müssen gestehen: wir waren auch ziemlich beeindruckt! Wir hatten in Cobá zwar bereits eine höhere Pyramide gesehen und erklommen, aber die in Chichén Itzá ist echt toll restauriert.

Mexiko Chichén Itzá Pyramide

Vom Castillo aus gingen wir zum nördlichen Teil der Stadt. In Chichén Itzá lebten einmal bis zu 90.000 Menschen! Im 9. Jahrhundert wurde die Stadt aus bisher ungeklärten Gründen verlassen und später wieder besiedelt. Letztendlich wurde die Stadt im 14. Jahrhundert erneut verlassen noch bevor die Spanier nach Mexiko kamen. Im Norden der Stadt befinden sich mehrere kleine Bauwerke sowie 1000 Säulen. Das muss damals wahnsinnig beeindruckend gewesen sein, war es nämlich selbst jetzt noch, wo nicht mehr alle stehen bzw. viele Schäden haben.

Mexiko Chichén Itzá Columnata Norte

El Caracol

Wörtlich übersetzt heißt El Caracol eigentlich die Schnecke. Diesen Namen haben die Spanier dem Gebäude gegeben, weil es im Inneren eine Wendeltreppe hat. Mit der Funktion hat das nichts zu tun – El Caracol ist nämlich ein Observatorium. Die Fenster im Turm sind auf Punkte im Himmel ausgerichtet, die zu bestimmten Terminen bestimmte Sterne zeigen. Von der Kuppel aus verkündeten Priester damals wichtige Termine und auch Rituale.

Mexiko Chichén Itzá El Caracol

La Casa Colorada

Mexiko Chichén Itzá Ruine im Wald

In diesem beeindruckenden Gebäude wurde damals im Inneren rote Farbe gefunden und daher wurde ihm der Name Casa Colorada gegeben – buntes Haus. Hier fällt der andere Baustil auf. Viele der Mayabauten wurden in Pyramidenform gebaut, um eine gewisse Höhe erreichen zu können. Bei diesem Komplex wurden die Steine übereinander gebaut und damit ähnelt die Casa Colorada auch eher den heutigen Häusern.

Mexiko Chichén Itzá Casa Colorada

Natürlich gibt es noch sehr viele weitere schöne Bauwerke in Chichén Itzá! Wir haben hier die für uns schönsten und beeindruckendsten zusammengefasst, erkunden kann man aber viele weitere Ruinen und zwei Cenoten, die den Maya damals das Trinkwasser gesichert haben.

Dem Touristen- und Händlerstrom nur knapp entkommen

Durch unsere frühe Ankunft hatten wir zwei Stunden, in denen wir viele der Gebäude ganz in Ruhe anschauen konnten. Es füllte sich allerdings merklich und als wir kurz nach 10 Uhr wieder Richtung Ausgang steuerten, kamen uns Hunderte von Menschen entgegen. Wahnsinn! Wir konnten aufschnappen, wie eine deutsche Touristin zu ihrem Mann meinte, dass sie aufpassen müssten, dass sie nicht der falschen Tour hinterherlaufen. Das fasst es vielleicht ganz gut zusammen ;)

Mexiko Chichén Itzá Touristenmassen

Sehr gewöhnungsbedürftig fanden wir die Händler an den Wegen, die alle nur denkbaren Waren im Angebot hatten. Pünktlich um 8 Uhr strömen auch sie das Gelände und bauen ihre Stände entlang der Wege auf. Wären wir zwei Stunden später angekommen, hätte uns dieser Anblick vermutlich erschlagen! Daher hier unser wichtigster Tipp für Chichén Itza: Sei 8 Uhr am Ticketschalter! Wir haben es im Nachhinein nicht bereut, sondern sind froh, diese wunderschönen Ruinen besichtigt zu haben.

Und du?

Kennst du auch verschiedene Maya-Ruinen? Welche haben dir am besten gefallen? Hat dir unser Bericht weitergeholfen? Wir freuen uns, wenn du uns an deinen Gedanken teilhaben lässt und sie in den Kommentaren hinterlässt :)

Wir sind wieder unterwegs! :) Nach 5 Wochen in Deutschland geht es in Mexiko endlich weiter mit unserer Weltreise. Dieses Mal starteten wir vom Flughafen Köln/Bonn, weil wir von dort (dank Handgepäck) einen Direktflug mit Eurowings für 330€ pro Person bekommen hatten. Dafür gab es unterwegs zwar kein Essen, aber das hatten wir uns einfach mitgebracht. Hast du schon mal geschmierte Brote mit ins Flugzeug genommen? Wir auf jeden Fall nicht! Aber sie haben gut geschmeckt und uns zusätzliche Kosten gespart. Auch für die Unterhaltung muss man bezahlen. Da hatten wir einfach Glück, dass die Filme bei Matthias frei geschaltet waren und wir uns so den Flug damit vertreiben konnten. Die Saufpöbeltruppe hinter uns sorgte sonst auch für viel Unterhaltung und gab uns schon mal einen Vorgeschmack darauf, weshalb Pauschaltouristen nach Cancún fliegen.

Von Cancún selbst haben wir eigentlich nur den Flughafen, den Busbahnhof und das schöne Zimmer von Gerardo gesehen, das wir über AirBnB vorher gebucht hatten. Wir sind nach einer Nacht nämlich direkt weitergefahren. Alles, was wir vorher über die Stadt am Karibischen Meer gelesen hatten, hörte sich nach Ballermann in Mexiko an. Darauf konnten wir gut verzichten.

Deswegen stiegen wir an unserem zweiten Tag in Mexiko in einen Bus, der uns nach Tulum brachte. Für 83 Pesos pro Person (4€) wurden wir im bequemsten Bus der bisherigen Weltreise in das kleine Städtchen Tulum gefahren, das uns mit Sonnenschein und Palmen an der Straße begrüßte. Wir bezogen unser Doppelzimmer im schönen Hostel Pueblo Magico und dann zog es uns auch schon zu Strand und Meer.

Der Strand in Tulum – einer der schönsten überhaupt!

Das Städtchen Tulum liegt ca. 3 Kilometer landeinwärts und damit nicht direkt am Strand. Wir entschieden uns am ersten Tag, zum Strand zu spazieren und liefen den Fußgänger-/Fahrradweg entlang der Straße. Und der zog sich ;) Als wir dann an der Kreuzung auch noch falsch abbogen, wurde der Spaziergang noch mal länger. Hätten wir das geahnt, hätten wir vielleicht über andere Schuhe nachgedacht. So liefen wir die ca. 6 Kilometer in FlipFlops, wofür Matthias in Form von fetten Blasen bestraft wurde. Einmal angekommen am öffentlichen Strand Playa Paraiso waren die Fußprobleme aber schnell vergessen. Wir sind uns sicher, dass das einer der schönsten Strände ist, die wir bisher gesehen haben!

Mexiko Tulum Felsen und Strand

Der weiße, weiche Sand, das jadefarbene Wasser, die Wellen, die Palmen hinter uns und an den Seiten die Felsen.. Wahnsinn!!! Wir konnten uns gar nicht satt sehen an dieser Postkartenlandschaft.

Mexiko Tulum Playa Paraíso

Am zweiten Tag lernten wir aus unseren Fehlern und mieteten uns Räder, so witzige Beachcruiser. Mit denen waren wir innerhalb von 15 Minuten am Strand. So schnell konnte das also auch gehen ;) Es hatte die ganze Nacht und den Morgen geregnet und wir hatten gar nicht mehr damit gerechnet, noch im Sonnenschein am Strand zu sitzen. Umso schöner!

Mexiko Tulum Palmen und Meer

Ein großer Teil der Küste ist mit Hotelanlagen gesäumt, die unser Budget pulverisiert hätten und den Zugang zum Strand versperren. Vom Strand aus sieht man diese Anlagen fast gar nicht, da die Hotels sich mit ihren Strohdächern schön in das Gesamtbild einfügen und es nicht zerstören. Der öffentliche Strand ist dennoch lang genug für alle und soll laut eines Hotelangestellten auch der schönste sein ;)

Die Mayaruinen von Tulum

An unserem dritten Tag in Tulum standen wir früh auf (war dank Jetlag gar kein Problem) um uns die Mayaruinen anzusehen. Es wird angeraten, das entweder morgens oder am späten Nachmittag zu machen um den Touristenmassen etwas zu entkommen. Also rauf auf die Räder und los zu den etwas außerhalb des Ortes gelegenen Ruinen. Wir kamen als erste am Ticketoffice an und kauften unsere Tickets für 70 Pesos pro Person. Das sind umgerechnet 3€ und erschien uns nach den höheren Preisen für Sehenswürdigkeiten in Indien wie ein Schnäppchen!

Mexiko Tulum Maya Ruinen

So konnten wir als eine der ersten, ganz ohne die Touristenmassen, die tagsüber die Ruinen stürmen, die Vermächtnisse der Maya bestaunen. Und die haben uns echt umgehauen! Die Steintempel inmitten der tropischen Vegetation, der blaue Himmel mit strahlender Sonne und im Hintergrund das Meeresrauschen mit Blick auf die karibische Küste. Es ist schwer zu beschreiben und auch die Bilder können kaum abbilden, welche Schönheit uns da geboten wurde.

Mexiko Tulum Maya Ruine am Meer

Geschichtlicher Hintergrund zu den Maya

Schon vor dem Besuch der Ruinen hatten wir uns ein wenig belesen, um das Gesehene auch geschichtlich einordnen zu können. Für dich gibt es hier eine kurze Zusammenfassung. Unser Blog soll ja auch ein wenig bilden ;) Die Maya sind ein indigenes Volk, das bis ca. 1450 im Süden Mexikos, im heutigen Guatemala und Honduras lebte. Deren Blütezeit wird für den Zeitraum zwischen 250 bis 900 n. C. geschätzt, wobei sie schon mehrere Jahrtausende v. C. diese Räume besiedelten. Bekannt sind sie vor allem für ihre Mathematik, ihren Kalender, ihr Kunsthandwerk und ihre Schrift. Denn sie waren damals das einzige amerikanische Volk, das eine eigene Schrift entwickelt hatte und galten damit als Hochkultur.

Mexiko Tulum Maya Ruine Tempel

Die Mayaruinen von Tulum sind von ihrer Größe nicht so bedeutend wie Chichén Itzá oder andere in Mexikos Süden. Sie sind aber die einzigen Ruinen, die direkt am Meer liegen und damit schwer zu schlagen in ihrer Schönheit. Tulum wurde erst ziemlich spät besiedelt und war ein Handelsknotenpunkt. Die damalige Stadt ist umgrenzt von drei Stadtmauern zu Land und eben dem Meer. Der Templo de las Pinturas soll das letzte Gebäude sein, das vor der Eroberung durch die Spanier errichtet worden ist.

Mexiko Tulum Maya Ruinen Paarfoto

Wir waren auf jeden Fall tief beeindruckt von dieser archäologischen Fundstätte und freuen uns schon darauf, während unserer Reise durch Mexiko noch mehr Ruinen zu sehen und über die Maya zu lernen.

Gran Cenote bei Tulum

Was tun, wenn es zu windig und bewölkt ist für Rumliegen am Strand? Wir besorgten uns eine gute Schnorchelausrüstung und sattelten unsere Fahrräder um zur größten Cenote in der Nähe von Tulum zu fahren. Was eine Cenote ist, fragst du dich? Das ist ein Kalksteinloch, das dadurch entstanden ist, dass die Höhlendecke eingestürzt ist. Das Loch ist mit Süßwasser gefüllt und in ihm leben viele Fischarten und Schildkröten.

Mexiko Tulum Gran Cenote

In Quintana Roo (das ist der mexikanische Bundesstaat, in dem wir uns gerade befinden) gibt es über 1000 Cenoten und viele davon kann man schnorchelnd oder tauchend erkunden. Wir konnten unter Wasser Kalksteinsäulen betrachten, mit Fischschwärmen schwimmen und kleine Schildkröten beobachten. Außerdem hingen von den Höhlen Fledermäuse herunter während wir im klaren Wasser plantschten. Trotz des hohen Eintrittspreises (150 Pesos p.P., ca. 7€) würden wir den Besuch dieser Cenote empfehlen. Es wird empfohlen, schon zur Öffnungszeit (8 Uhr) da zu sein, um dem Ansturm der Touris zu entkommen. Wir waren an einem Samstagnachmittag da und fanden es vollkommen okay.

Mexiko Tulum Gran Cenote Schnorcheln

An unserem letzten Tag in Tulum haben wir außerdem noch einen Ausflug nach Akumal gemacht, um dort mit Schildkröten zu schwimmen.

Kostproben mexikanischen Essens

In den ersten Tagen haben wir immer wieder verschiedene mexikanische Köstlichkeiten ausprobiert und wollen euch hier schon einmal einen kurzen kulinarischen Einblick geben. Ganz hoch im Kurs standen Quesadillas – mal gefüllt mit Hähnchen (Pollo) und mal mit Shrimps (Camarones), beide Varianten waren sehr gut! Dazu gab es beide Male eine leckere Guacamole zum Dippen.. hmmmmm!

Mexiko Tulum Quesadillas

Matthias hat eher Burrito oder Taco, gefüllt mit Reis, Bohnen und entweder Hähnchen oder Rind (Res) ausprobiert und es für gut befunden.

Mexiko Tulum Burrito

Das beste Essen in Tulum hatten wir allerdings bei einem Belgier, der das Le Petit Paris betreibt und super leckere Brote, belegt mit den tollsten Dingen, anbietet. Hier waren wir zwei Mal essen und haben einmal das Brot mit Guacamole und Shrimps gegessen (zum Reinlegen, so lecker ist das!) und beim zweiten Mal auch die Variante mit Mozzarella und Serranoschinken probiert. Da haben wir vor lauter Freude nur vergessen, ein Foto zu machen ;)

Mexiko Tulum Brot Avocado

Wir haben uns in Tulum sehr wohl gefühlt und sind richtig gut in Mexiko angekommen. Wir haben in den Tagen einiges unternommen, aber zwischendurch auch immer wieder entspannt am Strand gelegen oder in einem kleinen Restaurant einen Cocktail geschlürft. Die Karibikküste hat uns verzaubert und auch etwas Farbe in unsere blassen Gesichter gezaubert. Von den Mayaruinen waren wir total angetan – so kann es gerne weitergehen :)

Hast du Lust, all das mit uns zu erkunden?

Und du?

Warst du auch schon mal in Yucatan unterwegs? Was waren deine Highlights? Hast du Tipps für uns? Haben wir dir bei der Planung deiner Reise helfen können? Fehlen dir Informationen? Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen!

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