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Zugfahren in Indien ist eine Sache für sich! Immer wieder liest man, dass es zu einer Indienreise dazugehört und so wollten auch wir uns den Spaß nicht nehmen lassen. Hier findest du die wichtigsten Informationen zum Zugfahren in Indien: welche Zugklassen es gibt und vor allem, wie du die Tickets buchen kannst. Es soll nur ein Überblick sein, einen Anspruch auf Vollständigkeit gibt es nicht ;)

Indien Reisetipps

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Allgemeine Informationen zum Zugfahren in Indien

Der Zug ist ein sehr beliebtes Verkehrsmittel der Inder. Das indische Schienennetz ist das drittgrößte der Welt und mit 1,5 Millionen Angestellten der größte Arbeitgeber weltweit. Es gibt über 7000 Bahnhöfe und jährlich werden in indischen Zügen 8,1 Milliarden Menschen transportiert – das sind 22 Millionen am Tag! Du siehst schon, Zugfahren ist in Indien DIE Art der Fortbewegung.

Indien Zugfahren Blick auf Bahnhof

Die verschiedenen indischen Zugklassen

In den indischen Zügen gibt es 8 Zugklassen, hier sollen nur die üblichen genannt werden, die es in fast allen Zügen auch zu buchen gibt. Im Gegensatz zu Deutschland bucht man in Indien im Zug immer einen festen Sitzplatz (bis auf General Admission), muss also keine Sorge haben, keinen mehr abzubekommen. Die Abteile sind zudem gut mit Steckdosen ausgestattet, sodass du während der Fahrt problemlos deine elektronischen Geräte laden kannst.

General Admission (Second Seating)

Oft konnten wir an den Bahnhöfen beobachten, wie die Inder noch vor Halt des Zuges im Bahnhof schon mitsprinteten, um sich einen Platz in den Wagen der Klasse General Admission zu sichern. Das ist die mit Abstand günstigste Variante, in Indien von A nach B zu kommen. In dieser Klasse gibt es keine festen Sitzplätze, keine Klimaanlage und die Waggons sind häufig restlos überfüllt. Wir sind in dieser Klasse nicht mitgefahren, uns reichten die Eindrücke von außen ;)

Sleeper Class (SL)

Indien Zugfahren Sleeper Class

In der Sleeper Class befinden sich drei Betten übereinander, von denen das mittlere tagsüber umgeklappt wird und so nimmt man zu dritt auf dem unteren Bett Platz. Wir wollten uns auch von dieser Zugklasse einen Eindruck verschaffen und sind eine kurze Strecke darin gefahren. Es war nicht so sauber und roch nach Urin, war aber für zwei Stunden Zugfahrt vollkommen okay. In dieser Zugklasse gibt es keine Klimaanlage, dafür Ventilatoren. Für längere Strecken oder Nachtfahrten würden wir die Sleeper Class nicht unbedingt empfehlen. Für kurze Strecken ist das eine gute Möglichkeit, Geld zu sparen.

3 AC Tier

Indien Zugfahren 3AC

Auch in dieser Zugklasse sind die drei Betten übereinander angebracht (sh. Sleeper Class). Wir sind in der 3. Klasse nur tagsüber gefahren und können daher zum Schlafen nichts berichten. Die Sitzplätze waren ausreichend groß und unser Handgepäck (mehr haben wir ja nicht) konnten wir entweder auf dem obersten Bett ablegen oder unter dem unteren verstauen. Auch in der 3. Klasse gibt es eine Klimaanlage. Die Abteile sind nicht ganz so sauber wie die der 2. Klasse, aber wir fanden es völlig ausreichend. Wir hätten in einem solchen Abteil auch eine Nachtfahrt gemacht (das war auch so geplant, bis wir unseren Zug leider verpasst haben).

2 AC Tier

Indien Zugfahren 2AC

In der 2 A/C Klasse haben wir unsere Nachtfahrt im Zug von Jodhpur nach Delhi verbracht. Es gibt zwei Betten übereinander und eine Klimaanlage zur Belüftung. Abends wird Bettwäsche ausgeteilt: man bekommt Kissen, Laken und Decke gestellt. Mit Hilfe von Vorhängen, die um die Betten gezogen werden können, herrscht einigermaßen Privatsphäre. Die Abteile waren ordentlich und sauber, die Toiletten für Zugklos auch völlig ausreichend. Für Touristen wahrscheinlich das beste Preis-Leistungsverhältnis.

1 AC Tier (First Class)

Die erste Klasse der indischen Züge bietet Abteile mit zwei bis vier Betten und Tür im Zug. So hat man also viel Platz für sich und kann sich vom Rest des Zuges abschotten. Wir haben diese Zugklasse nicht gebucht und können daher keine eigenen Erfahrungen berichten… außer dass die Tickets oft noch mal doppelt so teuer sind wie die der 2. Klasse. Kannst du hier Infos beisteuern? Dann lass uns und den anderen Lesern doch einen Kommentar da!

A/C Chair Class

Indien Zugfahren AC Chair Class Abteil

In diesem Abteil gibt es normale Sitze in 2er und 3er Reihen. Die Sitze sind bequem, können nach hinten verstellt werden und bieten genügend Beinfreiheit. Es gibt eine Klimaanlage, die für angenehme Temperaturen sorgt und Gepäckablagen mit ausreichend Platz über den Sitzen. Die A/C Chair Class erinnerte uns an den IC in Deutschland und war sehr gemütlich. Da konnte man während der Fahrt glatt auch mal ein bisschen Schlaf nachholen oder Videos schneiden ;)

Indien Zugfahren AC Chair Class Matthias

Zugtickets buchen

1. Zuglinie finden

Egal, wie man seine Tickets bucht, zunächst ist es hilfreich, herauszufinden, welche Züge überhaupt fahren. Auf der offiziellen Website der indischen Bahn gibt es eine Übersichtskarte über alle Zugstrecken in Indien, die wir sehr hilfreich fanden. Hier bekommt man schon mal einen Eindruck davon, welche Städte wie miteinander verbunden sind über die Schienen.

2. Zugnummer heraussuchen

Hat man seinen Start- und Zielbahnhof ausfindig gemacht, steht als nächstes die Suche nach dem richtigen Zug bzw. der Zugnummer an. Das kann man auch über die Website der Indian Railway machen oder über Cleartrip. Wir haben unsere Züge meistens über Cleartrip gesucht, weil wir die Seite übersichtlicher fanden. Hat man einmal eingegeben, wohin man fahren möchte, so kann man danach die gewünschte Zugklasse auswählen und bekommt angezeigt, wie viele Tickets für diesen Zug noch erhältlich sind.

Hat man seine Zugnummer und seine gewünschte Zugklasse herausgefunden, so gibt es nun zwei Möglichkeiten die Tickets zu buchen:

3a.Tickets vor Ort kaufen

An jedem Bahnhof in Indien gibt es Ticketschalter und an den meisten gibt es auch extra welche für Touristen. Hier muss man als erstes ein Formular ausfüllen, in dem man seine Zugnummer, das Reisedatum, Start- und Zielbahnhof sowie Wagenklasse einträgt. Ohne vorherige Recherche ist das mit der Zugnummer dann so eine Sache ;) Geht aber auch! Wir haben beim ersten Ticketkauf keine Ahnung gehabt und die Frau am Schalter hat freie Tickets für uns gesucht. Dauert alles einfach länger und man muss bei jeder Verbindung erneut schauen, ob es noch freie Tickets gibt.

Indien Zugfahren Formular für Zugbuchung

3b.Tickets online kaufen

Ist man im Besitz einer indischen Handynummer, so kann man die Tickets auch bequem online kaufen. Die Handynummer benötigt man, um sich auf der Website von Indian Railway zu registrieren. Ohne diese Registrierung ist der Kauf von Zugtickets online nicht möglich. Auch über Cleartrip kann man Zugtickets kaufen, aber auch dort wird die Registrierung bei Indian Railway benötigt.

Da wir es jetzt schon öfter von aufmerksamen Lesern rückgemeldet bekommen haben: die Registrierung bei Indian Railway ist nicht ausschließlich mit einer indischen Handynummer möglich. Alternativ könnt ihr eine E-Mail mit euren Passdaten (eingescannt) schicken und mit der Registrierung dann auch über Cleartrip Zugtickets kaufen. Danke für eure Ergänzungen!

3c.Und wenn es keine Tickets mehr für meinen Zug gibt?

Dann heißt das noch lange nicht, dass du diesen Zug nicht nehmen kannst! Sind die Tickets für eine Klasse ausverkauft, gibt es in der Regel die Warteliste. Hier werden die Leute draufgesetzt und haben – je nach Wartelistenplatz – eine gute Chance, noch an Tickets zu kommen. Hat bei uns auch funktioniert. Über den aktuellen Platz auf der Warteliste kann man sich online informieren, indem man seine Ticketnummer eingibt.

Sollte die Warteliste schon zu lang oder sogar geschlossen sein, gibt es noch die Möglichkeit, an Taktal-Tickets zu gelangen. Das ist ein begrenzter Vorrat an Tickets, der einen Tag vor Abfahrt freigegeben und mit einem Preisaufschlag versehen wird. Wir dachten zunächst, dass man diese nur am Bahnhof erwerben kann und haben diese Option deswegen nicht genutzt. Von anderen Reisenden haben wir später aber erfahren, dass Taktal-Tickets auch online gekauft werden können. Der Preis ist etwas höher als für die eigentlichen Tickets und man muss schnell zuschlagen. Das ist aber sicher eine sehr gute Option für Spontanreisende!

Gleis und Zug finden

Um das richtige Gleis und den Zug zu finden, sollte man in Indien vorsichtshalber immer 30 Minuten Zeit einplanen. Die Beschriftung der Gleise ist nämlich mal mehr und mal weniger eindeutig. Auf den endlosen Gleisen stehen manchmal zwei Züge voreinander und man sieht es einfach nicht, weil die so lang sind. Das Fragen von anderen Zugreisenden hat bei uns auch nicht immer geholfen, da Inder selten sagen, dass sie etwas nicht wissen und lieber irgendeine Antwort geben. Das half uns natürlich wenig ;) In der Regel steht die Zugnummer am Zug dran und in der großen Bahnhofshalle sind elektronische Tafeln, auf denen die Gleise der abfahrenden und ankommenden Züge angezeigt werden.

Indien Zugfahren Bahnhof Franzi

Zug verpasst! Die Alternative Bus

Wir haben es tatsächlich geschafft, eine Stunde früher am Bahnhof zu sein und trotzdem unseren Zug nicht zu finden! Weil wir so kurzfristig keinen anderen Zug mehr nehmen konnten, sind wir (spontan) mit einem Nachtbus (um die Welt) nach Jaisalmer gefahren. Das war überraschend bequem. Die Aktion haben wir auch auf Video, inklusive Ärger und Erleichterung!

Zielbahnhof finden

Vielleicht fragst du dich jetzt, was da so schwer dran ist ;) Die Inder haben in den Zügen keine Anzeigen oder Durchsagen. Somit muss man sich draußen entweder an den Schildern auf dem Bahnhof orientieren, sich nach der Zeit richten, oder (so wie wir) immer mal wieder die App maps.me öffnen und seinen aktuellen Standpunkt nachsehen. Sonst kann es schnell passieren, dass man seinen Bahnhof verpasst.

Fazit Zugfahren in Indien

Auch wenn es nicht immer ganz leicht ist, in Indien an Zugtickets zu kommen, die Züge gerne mal Verspätung haben oder die Beschilderung an den Gleisen nicht so eindeutig ist: wir fanden das Zugfahren super! Die Fahrt selbst war immer entspannt, wir haben uns nett mit anderen Reisenden unterhalten können und sind so sehr bequem durchs Land gereist.

Ein letzter Tipp zum Schluss: Über die App von Cleartrip konnten wir unterwegs den aktuellen Aufenthalt des Zuges, Verspätung und Ähnliches abfragen. Die fanden wir sehr praktisch!

Unser Video vom Zugfahren

Kommt mit auf unsere Nachtfahrt nach Delhi! Vom überfüllten Bahnhof, auf der Suche nach dem richtigen Wagen bis zu unserer Schlafkoje. Und dann gehts ab ins Boot.

Nach fast 60 Tagen auf Weltreise war es in Alleppey dann endlich so weit: das erst Mal Strand und Meer :) Eigentlich ist Alleppey noch viel bekannter für andere Gewässer, die Kerala Backwaters. Dabei handelt es sich um ein umfangreiches Flussnetz, das sich durch die tropische Vegetation im Süden Indiens windet.

Anreise aus Kochi zu den Kerala Backwaters

Mithilfe unseres netten Gastgebers in Kochi winkten wir einen der vorbeifahrenden Busse heran, der uns nach Thoppumpady fuhr. Dort liefen wir zur Bushaltestelle, um den Bus nach Alleppey zu nehmen. Die lokalen Busse sind (wenn überhaupt) nur in Hindi beschriftet, sodass man sich hier durchfragen muss, um im richtigen Bus zu landen. Das war für uns in der Regel keine Hürde, weil die meisten Inder sehr hilfsbereit sind und weiterhelfen wollen. So saßen wir kurze Zeit später auch schon im leeren Bus in Richtung Süden. Erneut bewährten sich unsere Rucksäcke in Handgepäckformat, weil wir diese bequem in den Fächern über unseren Köpfen verstauen konnten. Knappe zwei Stunden ließen wir uns den Fahrtwind um die Nase wehen, bevor wir in Alleppey den Bus verließen. Die ganze Fahrt hatte uns zusammen 98 Rupie gekostet – 1,35€uro! Inzwischen haben wir das mit dem Sparen einfach raus ;)

Strand in Alleppey

Unser Guesthouse war bei Booking.com* super bewertet worden und erfüllte unsere Erwartungen in jeder Hinsicht! Wir bekamen ein sauberes Zimmer mit bequemem Bett und kleinem Bad. Die Klimaanlage war ausgestellt, weil das sonst mehr gekostet hätte. Matthias gelang es über eine App allerdings manchmal, die Klimaanlage anzustellen und somit für etwas kühlere Luft im Zimmer zu sorgen. Schon praktisch, so einen Technik-Nerd an Board zu haben!

Indien Aleppey Strand

Das Sea Breeze Beach Homestay* lag nur wenige Meter vom Strand entfernt und so führte uns der erste Weg auch direkt dorthin. Ein langer Sandstrand und leichte Wellen empfingen uns. Dazu Palmen im Hintergrund – so hatten wir uns das vorgestellt! Wir schlenderten den Strand entlang und beobachteten einige voll bekleidete Inder, die im Wasser badeten. Später erkundigten wir uns bei unserem Gastgeber, ob es auch in Ordnung wäre, in Badesachen ins Meer zu gehen. Nachdem er das bestätigte, war es dann soweit: Nach 58 Tagen auf Weltreise konnten wir das erste Mal im Meer baden! Und es war herrlich! Der Strand war fast leer, das Meer hatte Badewannentemperatur und wir schauten auf den palmengesäumten Strand. Am Abend konnten wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten, entspannt im Sand sitzend.

Indien Aleppey Sonnenuntergang

Parallel zum Hauptstrand wird derzeit eine Umgehungsstraße gebaut. Auf sowas können auch nur Inder kommen: vierspurig, in zehn Metern Höhe und direkt an der Strandpromenade! Genau genommen sogar auf der Strandpromenade… Das sorgt für Lärm und Staub tagsüber und mindert die Aussicht auf das Grün dahinter. Da unser Hotel ca. 10 Minuten weiter nördlich am Strand lag, haben wir davon nichts mitbekommen. Davon sollte man sich also nicht abhalten lassen, es ist noch genügend Strand zum unbeschwerten Planschen und Palmengucken da!

Kerala Backwaters

Der eigentliche Grund für unseren Aufenthalt in Alleppey waren die Kerala Backwaters. Über unseren Gastgeber buchten wir eine Tour durch das umfangreiche Wasserstraßennetz. 950 Rupie (13€) kostete uns der Tagesausflug pro Person.

Morgens wurden wir mit einem Tuktuk von unserem Guesthouse abgeholt und zum Fähranleger gebracht. Dort warteten wir gemeinsam mit den anderen Touristen (ca. 15 Leute) und fuhren mit der Fähre auf eine der Inseln. Während der 45-minütigen Fahrt bestaunten wir die großen Holzhausboote, die ebenfalls durch die Backwaters tuckern. Man kann auch eine Tour auf einem solchen Hausboot machen, bezahlt dann allerdings das Zehnfache unseres Preises.

Indien Kerala Backwaters Fluss mit Hausbooten

Wir starteten mit einem traditionellen Frühstück mit Curry und Reisfladen und wurden dann zu unseren Booten gebracht. Zu viert wurden wir in einem kleinen Holzkahn von einem freundlichen Inder durch die Kanäle gerudert. Gemächlich trieben wir durchs Wasser und hatten dabei viel Zeit, die Natur um uns herum wahrzunehmen. Die Vögel in den Bäumen, die Palmen in der Ferne und die Schwimmpflanzen im Wasser. Unterwegs hielten wir an, um einen Spaziergang durch die tropische Natur zu unternehmen und dabei Bananenstauden, Mango- und Papayabäume zu entdecken. Während unseres zweiten Stopps konnten wir uns mit einer Kokosnuss erfrischen.

Indien Kerala Backwaters Vegetation

Nach einem abschließenden Mittagessen, das uns auf Bananenblättern serviert wurde, spazierten wir über die kleine Insel zurück zur Anlegestelle der Fähre und wurden mit dem Tuktuk zurück in unser Guesthouse gebracht. Wir würden eine solche Tour immer wieder machen, da wir das langsame Dahintreiben in den kleinen Holzbooten klasse fanden. Es hatte etwas sehr Ursprüngliches und Natürliches, sich so fortzubewegen.

Indien Kerala Backwaters Wasserpflanzen

Wir hatten auch überlegt, eine Kajaktour durch die Backwaters zu machen, bei der man selbst in einem Kajak paddelt. Bei der hohen Luftfeuchtigkeit und starken Mittagshitze waren wir dann aber sehr dankbar für das kleine Dach über dem Boot, das uns Schatten spendete und vermutlich vor einem fetten Sonnenbrand rettete.

Unsere Anreise nach Kochi war lang – 28 Stunden haben wir im Zug, am Flughafen, im Flugzeug, Bus und Tuktuk verbracht bis wir schließlich spätabends in unserer Unterkunft* willkommen geheißen wurden. Schon auf dem Weg vom Flughafen nach Fort Kochi sahen wir die Unterschiede zum Norden Indiens. Wir sahen richtig viele Kirchen, die Straßen wirkten sauberer und es waren viel mehr Autos unterwegs. Und wir fühlten den Unterschied: die feucht-warme Luft brachte uns auch nach 22 Uhr noch ordentlich zum Schwitzen.

Friedliches Miteinander der Religionen in Kochi

An unserem ersten Tag liehen wir uns Fahrräder in unserer Unterkunft und machten die Straßen der kleinen Insel unsicher. Es war bewölkt und echt warm! Nach der trockenen Hitze in Rajhastan mussten wir uns an das Geschwitze erst mal gewöhnen. Unsere ersten Stopps der Erkundungstour waren eine Synagoge und ein holländischer Palast.. jaja, wir sind noch in Indien! Wir haben uns über die bewegte Geschichte der kleinen Stadt informiert und gelernt, wie Juden, Christen und Hindus friedlich miteinander lebten und immer noch leben. Eine beispielhafte und schöne Geschichte!

In die historischen Gebäude durften wir für nur 5 Rupie pro Person, dass Eintrittspreise in Indien so niedrig sein können, hätten wir gar nicht mehr erwartet! Was uns dann aber überrascht hat, waren die Touristengruppen. Es standen zahlreiche riesige Busse vor den Gebäuden und die Guides liefen mit Schildern durch die Gegend, während ihnen ihre mit Sticker geschmückten Schäfchen brav folgten. Die Europäer mittleren Alters durchquerten die erhitzten Bauten zügig, um dann wieder in ihre gut klimatisierten Busse zu fliehen. Wir nahmen uns etwas mehr Zeit und kühlten uns vor den Ventilatoren etwas herunter bevor wir uns wieder auf die Räder schwangen.

Chinesische Fischernetze

Indien Kochi Chinesische Fischernetze

Am nördlichen Ende der kleinen Insel verteilen sich entlang der Küste die chinesischen Fischernetze. Das sind große Konstruktionen, die von sechs bis acht Männern aus dem Wasser und wieder hinein bewegt werden, in der Hoffnung, dass sich in den Netzen Fische verfangen haben. Wir haben diesen Prozess einige Male gespannt beobachtet. Die Ausbeute war allerdings eher mau, da war mehr Müll drin als Fische.

Kathakali Tanz

Am Abend haben wir uns eine Kathakalivorführung angesehen. Kathakali ist eine Art Tanztheater, das aus Kerala stammt. Die Darsteller werden vor der Aufführung aufwändig geschminkt und wir konnten ihnen dabei zusehen.

Indien Kochi Kathakali Schminken

Es gibt nur männliche Darsteller, die auch die Rollen der Frauen spielen. Die Handlung wird von einem Mann im Hintergrund gesungen und musikalisch von Trommeln begleitet. Wir fanden es toll, solch eine Aufführung erlebt zu haben. Zu Beginn wurden uns Erklärungen zu den Elementen des Theaters gegeben und berichtet, dass die Darsteller sechs Jahre Training haben bevor sie als ausgebildet gelten. Besonders beeindruckend war die Mimik der Darsteller! Nach eineinhalb Stunden klingelten unsere Ohren vom Dauergetrommel allerdings ordentlich. Normalerweise dauern die Vorstellungen sechs Stunden, das hätten wir nicht durchgehalten ;)

Ein erster Einblick in die Küche Keralas

Was haben wir uns gefreut, ein bisschen Abwechslung im Essen zu bekommen! Kerala ist mit seinem langen Küstenstreifen und dem tropischen Klima reichhaltig ausgestattet mit frischen Früchten und Meeresfrüchten. Schon am ersten Morgen bekamen wir zum Frühstück einen frisch gepressten Ananassaft und Papaya dazu, sooo lecker! Am zweiten Morgen wurde uns dann ein traditionelles Frühstück serviert mit Reiskuchen und einem Curry mit Ei und Curryblatt drauf. Es sah fantastisch aus und schmeckte auch gut.

Indien Kochi Frühstück

Wir probierten hier ein fantastisches Garnelen-Mango-Curry und Matthias freute sich, dass er einen Burger essen konnte. In Kerala nehmen sie (vor allem die Christen) es nicht so genau mit dem Heiligtum der Kühe, sehr zu seiner Freude!

indien_kochi_burger-matthias

Obwohl wir uns erst einmal an die hohe Luftfeuchtigkeit im Süden gewöhnen mussten, haben uns die ersten Tage in Kerala super gefallen! Es erschien uns weniger anstrengend als so manche Stadt im Norden Indiens. Die Einwohner des südlichen Staates sind die gebildetsten in ganz Indien und haben eine gut funktionierende Wirtschaft. Somit ist die Armut deutlich geringer als in Rajhastan. Und das macht sich eben auch für uns Reisende bemerkbar. Alles war etwas sauberer und es wurde nicht ganz so viel gehupt. Wir verließen Kochi und freuten uns darauf, noch mehr vom Süden zu sehen.

Jetzt gibt es auch das passende Video zu unseren Erlebnissen in Kerala:

Mit Jodhpur erreichten wir am 25. November unsere letzte Station in Rajhastan. Auch Jodhpur ist für seine riesige Festung bekannt, die oberhalb der Stadt liegt. Wir hatten von unserer Unterkunft im Namaste Café* einen wunderbaren Blick auf die Festung, die nach Sonnenuntergang angestrahlt wird. Und in den kommenden Tagen sollten wir die Festung aus allen möglichen Blickwinkeln erkunden – auch aus der Luft :)

Clocktower Markt und seine netten Verkäufer

Indien Jodhpur Markt

Die Tage hier verbrachten wir gemütlich, schlenderten viel durch die kleinen Gassen, die überfüllt sind mit Läden. Wir ließen uns treiben und genossen die freien Tage. Wenn wir nicht im oder um das Fort herum unterwegs waren, hielten wir uns meistens bei den Ständen und Märkten um den Uhrenturm auf. Hier findet man zahlreiche Gewürzstände, Gemüse- und Obststände, man kann Saris kaufen oder sich in einem der vielen Klamottengeschäfte Kleidung schneidern lassen.

Hier machten wir die Bekanntschaft von Victor, dem Inhaber des Blue Bohemian Ladens. Nach einer ausführlichen Unterrichtsstunde über verschiedene Stoffe, kauften wir für Matthias eine Ali Baba Hose für ganze 3€. Die Freundlichkeit des Besitzers blieb unverändert, auch wenn wir so gut wie kein Geld bei ihm ließen. Er versorgte uns noch mit Tipps, wo wir die besten Samosas, Lassi und Omelette bekommen und sorgte bei unserem zweiten Besuch dafür, dass Matthias‘ kaputte Hose genäht wird. Klasse! Als er uns dann auch noch einen Geldautomaten verriet, an dem es noch Bargeld gibt und wir dort tatsächlich welches bekamen, war klar: Victor müssen wir als Beispiel für die Freundlichkeit der Inder auf jeden Fall auf unserem Blog erwähnen! Haben wir nun getan ;)

Indien Jodhpur Gewürze

Fliegen über die Burggräben

Auf einem anderen Reiseblog hatten wir gelesen, dass man in Jodhpur über die Festung hinwegfliegen kann. Das hörte sich nicht nur spannend, sondern auch total spaßig an und wir erkundigten uns auf der Website von Flying Fox, dem Anbieter dieses Abenteuers. An sechs Ziplines (Seilrutschen) schwebt man über Burggräben und -seen, hat einen fantastischen Blick auf Festung und Stadt und fühlt sich schwerelos. Die Aktion war schon so gut wie gebucht :)

Dabei war die Buchung nicht so leicht wie erhofft. Im Internet kann man den Spaß mit einem Rabatt buchen, benötigt aber leider eine indische Kreditkarte. Weil wir die nicht bieten konnten, sind wir also zum Anbieter selbst gelaufen. Der hat seinen Hauptsitz in den Festungsmauern. Man kann ohne Zahlen des Eintrittspreises dorthin gehen und die Tickets buchen. Als wir hier waren, war es kein Problem sofort loszulegen. Und was uns bei den immer noch andauernden Bargeldproblemen sehr gelegen kam: man kann den stolzen Preis von 1900 Rupie pro Person (26€) mit Kreditkarte zahlen.

Wir bekamen die Sicherheitsgurte angeschnallt und durften an einer Übungszipline das richtige Sitzen, Fliegen und Abbremsen üben. Und dann ging es auch schon zur ersten der insgesamt sechs Seile. Franzi hing als erste unserer fünfköpfigen Truppe am Seil und schwups – da flog sie schon durch die Lüfte. Es machte total viel Spaß! Wir hätten noch stundenlang durch die Gegend sausen können! So haben wir ungefähr eine Stunde mit dem Fliegen um die Burg herum verbracht und immer neue Perspektiven auf Stadt, Burgmauer und Festung bekommen.

Indien Jodhpur Zipline

Trotz des ziemlich hohen Preises steht für uns fest: sollte man gemacht haben! Die Aussicht war super, die Guides sehr nett und das Schweben am Seil ist der Knaller! :)

Merangarh Festung

Nach dem Anblick aus der Luft und von der Dachterrasse unserer Unterkunft stand schließlich auch die Begehung der Festung an. Mühsam kletterten wir den Weg zur Festung hinauf- 100 Höhenmeter werden auf einer steil ansteigenden Straße von der Stadt aus erklommen. Wo war nur unsere Wanderfitness aus Nepal hin?!

Indien Jodhpur Merangarh Fort Blick

Nachdem wir durch einen Security Check gegangen waren, kauften wir unsere Tickets. Für 600 Rupie (knapp 9€) hat man Zutritt zur Festung und dem darin liegenden Museum und bekommt einen Audio Guide dazu. Den fanden wir echt gut! So bekamen wir interessante Hintergrundinformationen zur Burg, zum damaligen Leben und der Bedeutung der Festung.

Ein paar Fakten zur Festung

Hier nur das Wichtigste zusammengefasst: Die Festung wurde 1459 erbaut und konnte in den über 500 Jahren, die sie nun über der Stadt thront, nie von Angreifern eingenommen werden. Wandert man an den Burgmauern entlang, erkennt man schnell, wie frustrierend so ein Angriff gewesen sein muss. Die Mauern sind riesig, dick und die Spuren, die Kanonenkugeln da hinterlassen haben, sehen eher aus wie Fingerabdrücke.

Indien Jodhpur Fort Audioguide

Im Museum konnten wir Sänften zum Tragen der Maharadschas und dessen zahlreicher Frauen bestaunen, Miniaturbilder und für Matthias interessant: damalige Waffen. Besonders beeindruckend fanden wir das Schlafgemach und den Blumenpalast. Durch die Verzierungen und Fensterbilder wirkten sie wie aus einer anderen Welt. Heute wird die Festung nicht mehr bewohnt, der aktuelle Maharadscha wurde 1954 im Alter von 4 Jahren zwar noch dort gekrönt, lebt aber in einem Palast am anderen Ende der Stadt.

Indien Jodhpur Fort Franzi

Wenn ihr noch mehr witzige Fakten erfahren wollt, mit uns durch die Lüfte fliegen oder die blauen Häuser der Stadt anschauen möchtet, dann schaut doch in unser Video zu Jodhpur rein!

Wir haben die Tage in Jodhpur als sehr entspannt empfunden, da wir viel Zeit zum Erkunden der Festung hatten und in unserer wirklich tollen Unterkunft* auch mal entspannt Reiseziele recherchieren konnten, mit unseren Familien gesprochen haben und die nächsten Ziele weiterplanen konnten. Somit hat Rajhastan nach dem unbequemen Start in Jaipur noch alles rausgeholt durch Jaisalmer und Jodhpur!

Nach unserer holprigen Anreise aus Jaipur erreichten wir morgens den Busbahnhof in Jaisalmer. Unsere netten Gastgeber vom Hotel Fotyia* holten uns mit dem Jeep ab und schon wenig später fanden wir uns auf einer gemütlichen Dachterrasse mit Blick auf das Fort von Jaisalmer wieder. Die Stadt liegt am Rande der Thar Wüste und ist umgeben von sandigem Buschland – eine Landschaft wie aus 1001 Nacht! Wir fühlten uns direkt wohl und freuten uns darauf, wieder mehr Weiten und Natur erleben zu können.

Das Fort in Jaisalmer

Die Hauptattraktion in Jaisalmer ist das riesige Fort, das aus Sandstein erbaut wurde und eine der wenigen Festungen ist, die auch heute noch bewohnt ist! Das hat gleichzeitig den Vorteil, dass man (endlich mal) keinen Eintritt zahlen muss, jippieh! Also haben wir uns schon an unserem ersten Tag auf den Weg durch die zahlreichen, vollgestopften Gassen gemacht um das Fort zu besichtigen. Schon von Weitem kann man sehen wie es über der Stadt auf einem Hügel thront. Von Nahem wird einem das Ausmaß dieser Festung aber erst so richtig klar. Wir haben uns zunächst durch die vielen kleinen Straßen treiben lassen und alles aufgesogen, was uns dort begegnet ist. Seien es die zahlreichen Kühe auf den Wegen, die vielen Händler, die uns Klamotten, Teppiche oder Schmuck verkaufen wollten oder eben auch die Bewohner, die wir durch die Hauseingänge beobachten konnten.

Indien Jaisalmer Fort

Das Leben spielt sich in den sandsteinfarbenen Häusern ab, die oftmals reich verziert sind und uns immer wieder zum Staunen brachten. Wir wussten gar nicht, wo wir zuerst hinsehen sollten! Letztendlich ist das Fort aber auch sehr touristisch – jedes zweite Haus beinhaltet ein Restaurant oder Guesthouse und überall werden Souvenirs vertickt. Wir haben uns gefragt, wer den ganzen Kram wohl kaufen soll, denn so viele Touristen waren gar nicht unterwegs.

Sonnenuntergang mit Blick auf das Fort

Um abends den Sonnenuntergang und die wechselnden Lichtverhältnisse zu beobachten, kletterten wir auf einen kleinen Aussichtspunkt unweit von unserem Hotel. Die Kinder und Jugendlichen zeigten uns eine Abkürzung, sodass wir plötzlich in FlipFlops einen steilen Geröllberg hinaufstiegen. Der Ausblick dort oben war klasse und wir genossen die ruhigen Abendstunden sehr! Für den Abstieg wählten wir die sichere Variante und nahmen dieses Mal die Treppen.

Indien Jaisalmer Fort Sonnenuntergang

Jain Tempel

Innerhalb der Festung befinden sich sieben Jain Tempel, die man für einen Eintritt von 200 Rupie pro Person alle besichtigen kann. Wir fanden den Preis in Ordnung und haben die reich verzierten Tempel alle besichtigt. Allerdings sind wir nur auf vier gekommen… da waren wohl mehrere Tempel in einem oder so ;) Jainismus ist eine Religion, die ungefähr zur Zeit des Buddhismus auch als Gegenbewegung zum Hinduismus entstand. Heutzutage gibt es ca. 4 Millionen Anhänger, die überwiegend in Indien leben. Die Vorgaben der Jain sind sehr strikt, so wird Besitztum als überflüssig angesehen und keinem Lebewesen darf Leid zugefügt werden (die Anhänger sind dementsprechend Vegetarier und dürfen auch kein Leder tragen).

Indien Jaisalmer Jain Tempel

Havelis

In und um das Fort herum stehen alte, wunderschöne Havelis. Das sind Wohnhäuser von reichen Handelsmännern, die oft mehr an einen Palast erinnern als an ein Wohnhaus. In Rajhastan gehören sie zu den Wahrzeichen der Region und sind während der Blütezeit des Fernhandels im 18. und 19. Jahrhundert entstanden. Wir haben sie sehr gerne bestaunt und waren ganz hingerissen!

Kamelsafari

Einer der Hauptgründe für uns, nach Jaisalmer zu fahren, war die Nähe zur Wüste und damit die Möglichkeit einer Kamelsafari. Unser Hotelbesitzer machte uns ein gutes Angebot (1300 Rupie p.P./ ca. 17€) und so machten wir uns an unserem dritten Tag in Jaisalmer nachmittags auf den Weg in die Thar Wüste. Die ersten 40 Kilometer legten wir noch im Jeep zurück, danach sattelten wir um auf Kamele.

Rennkamel für Franzi

Wir hatten Glück, dass andere Reisende kurzfristig noch abgesprungen waren, denn so hatten wir die Wüste und unseren Guide Dilian für uns alleine :) Bevor wir Fragen stellen konnten, wurden wir auf die beiden Kamele aufgeteilt, Franzi wurde die Leine ihres in die Hand gedrückt und dann setzte sich unsere kleine Karawane auch schon in Bewegung. Matthias saß auf dem 5-jährigen Rocket, der brav an der Leine unseres Kameltreibers lief, Franzi ritt auf Number One vorneweg. Mit einem Ohr konnte sie hören, wie unser Guide erzählte, dass Number One ein Rennkamel sei, während dieses immer mehr Abstand zwischen sich und den Rest der Truppe legte. Als der Abstand immer größer wurde und das Rennkamel keine Anstalten machte, einen Gang runterzuschalten, wurde Franzi langsam unruhig. Wie genau konnte man denn hier bitte bremsen? Ziehen an der Leine – was unser Kameltreiber von hinten rief – führte dazu, dass Franzi den Kamelhals fast im Gesicht hatte, aber nicht zur Geschwindigkeitsreduktion. Als Number One zum Fressen an einem der Büsche stehen blieb, konnten Matthias und sein Kamel aufschließen und nun lief unsere Truppe gemeinsam weiter.

Indien Jaisalmer Kamelsafari Franzi

So schaukelten wir glücklich hinein in die Thar Wüste. Um uns herum sahen wir viele Büsche, ritten über Sanddünen und an einem kleinen Dorf vorbei. Nach ungefähr einer Stunde kamen wir an einer Sanddüne an, bei dir wir übernachten sollten. Also ging es runter von den Kamelen und zu Fuß rein in die Sanddünen. Es war keine andere Menschenseele zu sehen und wir genossen es sehr, diese Weite und Abgeschiedenheit auf uns wirken zu lassen!

Kamelreiten wie die Profis

Unser Guide hatte in der Zwischenzeit einen leckeren Chai-Tee für uns gekocht. Wir versuchten uns danach darin, die Kamele wieder zusammenzutreiben, scheiterten aber kläglich. So musste Dilian eingreifen. Er bot uns auch an, mal ohne Sattel ein Kamel zu reiten und Matthias probierte es aus. Franzi konnte sich kaum halten vor Lachen, weil man nämlich hinter dem Höcker sitzt und sich daran festhalten muss. Als wir die Bilder nach der Safari noch mal durchgesehen haben, sind Tränen gekullert… vor Lachen! :D

Indien Jaisalmer Kamelsafari Reiten ohne Sattel

In dieser schönen Kulisse sahen wir uns den Sonnenuntergang an und erlebten fasziniert das Farbenspiel auf den Sanddünen. Dilian kochte ein leckeres Curry und stellte sogar Chapati her – inklusive Teig machen, rollen und backen. Und das alles über offenem Feuer! Nachdem die Sonne untergegangen war, fielen auch die Temperaturen ziemlich deutlich und wir waren sehr froh, unsere Fleecejacken und Franzis Leggings eingepackt zu haben.

Indien Jaisalmer Kamelsafari Betten

Sternenhimmel in der Wüste

Unser Nachtlager bestand aus einer einfachen Pritsche mit ein paar Decken drauf. Wir lagen erst einmal eine ganze Weile da und bestaunten das Schauspiel über uns. Die Millionen Sterne! Wir konnten die Milchstraße sehen und Sternschnuppen beobachten. Und auch wenn der Schlaf in dieser Nacht nicht der beste war, so erfreuten wir uns bei jedem Aufwachen wieder über diesen sensationellen Ausblick, der sich mit jedem Aufwachen wieder ein bisschen veränderte!

Indien Jaisalmer Kamelsafari Sternenhimmel

Am nächsten Morgen sahen wir die Sonne aufgehen und wärmten uns am Feuer mit einem frischen Chai-Tee. Nach einem kurzen Frühstück wurden die Kamele gesattelt und es ging wieder zurück. Heute tauschten wir und Matthias bekam das Rennkamel. Zu seiner Enttäuschung ist das morgens aber nicht so lauffreudig und benötigte einiges an Aufforderung, um seinen Hintern vorwärts zu bewegen. Nach einer Weile verfielen wir von dem gemächlichen Trott in einen leichten Trab, war das schaukelig! Kamelreiten ist schon so eine wippende Bewegung, die beim Traben durch Schütteln ergänzt wird. Wir haben uns schlapp gelacht.

Indien Jaisalmer Kamelsafari Matthias

Diese Kamelsafari rundete unseren Aufenthalt in Jaisalmer wunderbar ab! Wir haben die Ruhe und vor allem Stille sehr genossen. Nach dem Dauergehupe in Jaipur haben die Tage richtig gut getan und wir sind wieder bereit für ein bisschen mehr Stadtleben :)

Willst du mit in die Wüste schaukeln? Wir nehmen dich mit! Ab in den Sattel und Play drücken ;)

Jaipur war unsere erste größere Stadt im Staat Rajhastan, der beliebt ist bei Touristen und bekannt für seine großen Festungen, die an die Zeiten der Maharadschas erinnern. So besagt es die Theorie. Nach unserem Aufenthalt verbinden wir mit Jaipur vor allem lautes Gehupe, viele geschlossene oder leere Geldautomaten und Sehenswürdigkeiten mit enormer Preissteigerung. Somit mussten wir feststellen: Jaipur, du bist irgendwie nix für uns!

Woran hat es gelegen?

Wir sind in Urlauben selten lange in großen Städten, da wir bisher Museen und alten Gebäuden wenig abgewinnen konnten. Wir sind gerne in der Natur, erkunden auf eigene Faust und erlaufen Dinge. Nun macht Laufen in Städten in Indien nur bedingt Spaß! Es gibt keine Fußgängerwege, also läuft man in der Regel auf der Straße, inmitten der laut hupenden Autos, Motorräder, Rikschas und Busse. Der Smog tut sein übriges, sodass es kein gemütlicher Stadtspaziergang wird. Wir sind dennoch die meisten Wege gegangen und haben uns das Geld (und die Nerven fürs Verhandeln mit den Rikschafahrern) gespart.

So waren wir an zwei Tagen inmitten der Pink City, einem Gewirr an kleinen kleinen Gassen zwischen rosa gestrichen Häusern. Hätten wir es vorher nicht gewusst, wäre uns die Farbgebung vermutlich nicht aufgefallen, der Name scheint etwas übertrieben ;) In den kleinen Länden wurde überall etwas verkauft oder hergestellt und wir fanden es spannend, den Leuten beim Bedrucken oder Stempeln von Blättern zuzusehen oder an den vielen Gewürzen zu schnuppern.

Indien Jaipur Chilis

Geldmangel

Der weiterhin herrschende Bargeldmangel erschwerte uns hier in Jaipur das Leben. Vergebens klapperten wir die Geldautomaten in den Straßen ab – sie waren entweder gleich ganz aus oder leer. Und die Inder wussten genauso wenig wie wir wann einer der lang ersehnten Cash Trucks zu einem Geldautomaten kommen würde. Daher ging einiges von unserer Zeit dafür drauf, Geldautomaten ausfindig zu machen, in Schlangen anzustehen und die Frustration auszuhalten, wieder Pech gehabt zu haben. Dafür kann die Stadt Jaipur natürlich nichts… Als wir dann in unserem Hostel Hathroi Guesthouse* mit Bargeld zahlen mussten (eigentlich sollte Kreditkarte funktionieren) war das Geld auch schon wieder weg ;)

Hohe Eintrittspreise

Bekannt ist Jaipur für seinen City Palace und das Amber Fort. Also sind wir Richtung des Stadtpalastes gewandert und wurden dort (mal wieder) mit horrenden Eintrittspreisen geschockt! Das war in Kombination mit dem Mangel an Bargeld irgendwann einfach zu viel des Guten. Für fast alle Sehenswürdigkeiten werden von Touristen in Indien 500 Rupie verlangt. Umgerechnet sind das knapp 7 €uro, klar, das ist nicht die Welt. Allerdings zahlen Inder oft nicht einmal ein Zehntel des Eintrittspreises und recherchiert man nach Preisen für uns Touristen, so findet man, dass innerhalb der letzten zwei Jahre alle noch einmal ordentlich angehoben wurden, oft um das Doppelte. Auf die Preisangaben in unserem Lonely Planet schlagen wir inzwischen bei unserer Planung schon pauschal 50-100% drauf, weil das näher an der Realität liegt.

So führten Bargeldmangel, hohe Eintrittspreise und unser knappes Weltreisebudget letztendlich dazu, dass wir uns weder das Fort noch den City Palace ansahen. Es fiel uns unheimlich schwer, abzuwägen, ob es den Preis (und das letzte Bargeld) wert wäre, sich eines der Gebäude anzusehen. Von anderen Touristen hörten wir, das sei es nicht.

Um zumindest einen tollen Ausblick über die Pink City zu bekommen, entschlossen wir uns, ein Minarett zu besteigen. Es war mit nur 10 Rupie für Touristen im Reiseführer von 2012 angegeben. Als wir ankamen, wurden wir wieder enttäuscht. Auf 200 Rupie war der Preis angehoben worden – eine zwanzigfache Steigerung in vier Jahren! Ärgerlich, denn wir fühlten uns geschröpft. Es passt einfach nicht zum restlichen Preisniveau des Landes und vor allem nicht zu unserer Planung ;)

Arztbesuch

Erschwerend kam schließlich für Franzi noch ein Zeckenbiss hinzu. Die Zecke hatte schon vor 10 Tagen in Lakhnau in ihrer Kniekehle gehockt und wir hatten sie professionell mit einer Pinzette entfernt. Inzwischen hatte sich die Haut darum allerdings entzündet und Franzi fühlte sich permanent schlapp und müde. Also suchten wir einen Arzt auf. Dafür gingen wir in die Welfare Clinic – ein Raum mit Vorhalle, in dem ein Arzt praktizierte. Leider hatten wir die Kamera nicht dabei, das wäre sicherlich interessant gewesen! Der Arzt entfernte noch etwas vom Insekt aus der Wunde. Dafür desinfizierte er die Stelle und nutzte eine sterile Nadel, das beruhigte uns! Er machte es aber im Dämmerlicht seines Büros und legte die blutige Nadel samt Zeckenresten dann einfach auf seinem Schreibtisch ab, so viel zur Sterilität :D Wir hoffen, dass die Entzündung jetzt zurückgeht und diese Erfahrung eine weitere Anekdote unserer Weltreise ohne Negativfolgen ist. Gut war, dass die ganze Behandlung inklusive Medikament keine 4€ gekostet hat!

Lichtblicke

Für Lichtblicke in unserer sonst gedrückten Stimmung sorgten mal wieder die Inder selbst. Als wir uns an einem Geldautomaten anstellten, um wieder an Bargeld zu kommen, wurden wir von allen vorgelassen. Super nett! Und das Limit pro Abhebung wurde auf 2500 Rupie (35€) erhöht!

Die Rettung unserer Stimmung war letztendlich das Nibs Café! Es nennt sich Chocolataria und serviert neben fantastischen Desserts auch Pizza und andere Snacks. Wir haben an einem Nachmittag den Schokoshake, eine Pizza und einen warmen Walnussbrownie mit Eis genossen. Es war himmlisch! Hätten wir das mal vorher entdeckt ;) Wir verbrachten am folgenden Tag die Stunden bis zur Abfahrt unseres Zuges wieder in dem Café, genossen die entspannte Atmosphäre und das tolle Essen. Dieses Mal gab es noch tolles Brot mit leckeren Dips und die Spezialität des Hauses – den völlig übertriebenen Waffelturm!

Indien Jaipur Nibs Cafe

Zug verpasst

Und so wollten wir aufgetankt mit Zucker auf unsere erste Nachtfahrt mit dem Zug nach Jaisalmer starten! Aber selbst die Abfahrt gestaltete sich als Herausforderung. Überpünktlich waren wir eine Stunde vor Abfahrt unseres Zuges am Bahnhof angekommen und zum Gleis marschiert. Dort versicherten wir uns mehrmals bei anderen Reisenden, dass wir auf dem richtigen Gleis sind und dies wurde immer bestätigt. Bahnhofspersonal ist an den Gleisen entweder nicht vorhanden oder bis zur Unkenntlichkeit getarnt. Als es irgendwann 15 Minuten nach geplanter Abfahrt war und unser Zug nicht mehr angezeigt wurde, wurden wir doch nervös und fragten weiter nach. Und dieses Mal wurde uns gesagt, unser Zug sei schon abgefahren und zwar auf einem anderen Abschnitt des Gleises. WAS?!?! Das konnte doch nicht wahr sein!

War es aber leider. Zug weg, Ticket futsch und Franzi zwischen Wutausbruch und Tränen. Der nächste Zug in der Nacht hatte eine Warteliste von 68 Leuten, also keine Chance, da reinzukommen. Und am nächsten Tag würde kein Zug durchfahren nach Jaisalmer. Die Aussicht, weitere Tage in Jaipur verbringen zu müssen, war alles andere als verlockend zu dem Zeitpunkt. Als wir aber entdeckten, dass wir nicht die einzigen Reisenden waren, die diesen Zug verpasst hatten, fühlten wir uns etwas besser. So fiel es auch leichter, die Schuld auf die unpassende Beschilderung der Bahngleise und das mangelnde Personal zu schieben! ;) Gemeinsam mit Greg, Frida und einem Australier, dessen Namen wir leider wieder vergessen haben, konnten wir einen Bus für den selben Abend buchen und bekamen sogar noch eine Doppelschlafkabine.

So verließen wir dann um 21 Uhr endlich Jaipur und schaukelten in Richtung JaisalmerNeue Stadt – neues Glück :)

Unsere erste Zugfahrt in Indien führte uns in den Ort, in dem DIE Sehenswürdigkeit Indiens steht: der Taj Mahal. Wir kamen an einem Donnerstagabend an und sahen von Agra nur noch einige Straßen bevor wir gegen 2 Uhr in unsere Betten fielen. Am nächsten Morgen stellten wir zufrieden fest, dass unser Hostel* super ist! Gut, dass wir hier vier Nächte bleiben würden. Es gab viele Sitz- und Chillmöglichkeiten, ein gemütliches Café und nette Reisende, die sich dort versammelten. Zudem hatten wir eine richtig bequeme Matratze (seit Wochen mal wieder) und eine Dusche, aus der ordentlich heißes Wasser kam. Damit war die Grundlage für schöne Tage gelegt!

Indien Agra Hostel

Freitags ist der Taj Mahal geschlossen und damit auch die umliegenden Souvenir- und anderen Touristenläden. Es wirkte alles wie ausgestorben, kaum jemand war unterwegs. Wir hatten uns innerlich auf Stress, Millionen Menschen und Chaos eingestellt und wurden von Ruhe empfangen. Schnell machten wir im Hostel die Bekanntschaft von Rick, ein Brite mit indischen Wurzeln, mit dem wir die nächsten Tage gemeinsam verbrachten. Wir sahen abends den Sonnenuntergang von einer Dachterrasse und dazu gab es das erste indische Bier. Achso, und den Blick auf den Taj Mahal natürlich ;)

Indien Agra Blick auf Taj Mahal mit Bier

Sightseeing in Agra

Am Samstag schloss sich unserer kleinen Truppe noch John aus Australien an. Zu viert mieteten wir eine Rikscha für den Tag und fuhren damit zu den Sehenswürdigkeiten in Agra.

Agra Fort

Als erstes stand das Agra Fort auf dem Programm. Das ist eine riesige Festung, in der damals der Erbauer des Taj Mahals, Shah Jahan, festgehalten wurde. Und hier trafen wir nun die Massen an Touristen, von denen wir gelesen hatten. Es war anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, weil wir uns schon so lange nicht mehr in einer so touristischen Gegend aufgehalten hatten. Auf einmal waren da die Japaner und Chinesen mit ihren Selfiesticks, die Europäer mit den Socken in ihren Sandalen und die Tourigruppen mit Namensschildchen und Guide. Wir erkundeten das Fort auf eigene Faust, weil wir nach dem saftigen Eintrittspreis (550 Rupie p.P./ knapp 8€) nicht noch mehr Geld ausgeben wollten.

Indien Agra Fort

Die Informationstafeln gaben uns viele Hintergrundinformationen zu den einzelnen Gebäuden und dem geschichtlichen Hintergrund dazu. Es war eine wirklich beeindruckende Festung, die einen Besuch definitiv wert ist. Auch von hier konnten wir übrigens in der Ferne den Taj Mahal sehen.

Indien Agra Fort

Baby Taj Mahal

Danach ging es weiter zum Baby Taj Mahal. Eigentlich trägt das Mausoleum den Namen Itimad-ud-Daulah, aber aufgrund der tollen Symmetrie und weil es auch ein Mausoleum in Weiß ist, hat es den Spitznamen Baby Taj Mahal bekommen (und der eigentliche lässt sich auch echt schwer merken ;) ). Wir fanden das Gebäude unheimlich schön. Es hatte gemusterte Bodenfliesen, die Wände waren wunderschön verziert und die Parkanlage drum herum wird gerade wieder so angelegt wie sie früher gewesen ist. Ohne in dem Moment den „großen Bruder“ zu kennen und vergleichen zu können, waren wir der Meinung: Gut, dass wir hier waren und uns das Gebäude angesehen haben.

Indien Agra Baby Taj Mahal

Mehtab Bagh Park

Als letzter Stop unserer Rikschatour war am Samstag der Mehtab Bagh Park vorgesehen. Dieser liegt auf der Flussseite gegenüber des Taj Mahal und von hier wollten wir uns den Sonnenuntergang ansehen. Im Hostel hatten wir die Empfehlung bekommen, nicht in den Park reinzugehen, sondern am Parkeingang vorbei die Straße hinunter zum Ufer zu laufen. So mussten wir an dem Tag nicht ein drittes Mal Eintritt zahlen, sondern konnten den Blick auf die Flussseite des Taj Mahal kostenlos genießen.

Indien Agra Taj Mahal Uferseite

Taj Mahal

Inzwischen hatten wir den Taj Mahal von so gut wie allen Winkeln betrachtet, nur noch nicht im Ganzen und von nah dran. Also standen wir am Montag schon vor 5 Uhr auf, um als erste Tickets kaufen zu können. Man kann am Schalter leider keine Tickets für den folgenden Tag kaufen und online hat es auch nicht funktioniert. Also warteten wir brav bis die Schalter 6 Uhr öffneten und hielten als erste die Tickets in unseren Händen. Danach ging es weiter zum Osttor, wo schon die nächste Schlange auf uns wartete. Anstehen und warten wurde ein bisschen zu unserem Ding in Agra – entweder auf Bargeld oder auf die Möglichkeit, das Bargeld wieder loszuwerden ;)

6:30 Uhr öffnete das Tor und wir wurden durch eine Sicherheitsschleuse geleitet. Und dann waren wir tatsächlich drin. Der Augenblick, in dem wir durch das erste Tor sahen und in der Ferne den Taj Mahal erkannten, war schon gigantisch! Und je näher wir kamen, umso beeindruckender ist das Ausmaß dieses Gebäudes. Trotz vieler Touristen waren wir sehr angetan.

Indien Agra Taj Mahal Sonnenaufgang

Die Geschichte hinter dem Taj Mahal

Das Mausolem ließ Shah Jahan für seine Frau errichten, die bei der Geburt seines 14. Kindes verstorben war. 1631 wurde mit dem Bau begonnen, der über 20 Jahre dauerte. Das Endergebnis bekam Shah Jahan leider nie mehr in Freiheit zu sehen, da er von seinem Sohn auf dem Fort festgehalten wurde. Nach seinem Tod wurde er neben seiner Frau begraben. Es gibt die Theorie, dass er eigentlich eine schwarze Version des Taj Mahal auf der anderen Flussseite geplant hatte, in der er selbst begraben werden sollte. So zerstört sein Grab nämlich die Symmetrie in der Grabkammer. Und Symmetrie und Marmor sind im Taj Mahal alles! Das macht es aber auch so unglaublich schön. Wir sind Symmetrie-Fans :)

Indien Agra Taj Mahal Paar post

Nach gut 1,5 Stunden hatten wir den Taj Mahal auch von Nahem aus allen Winkeln betrachtet, genügend Fotos geschossen und Informationen aufgenommen. Wir zogen für uns das Fazit, dass es sich auf jeden Fall gelohnt hat, dieses Bauwerk zu sehen. Auch wenn wir es gemeinsam mit geschätzten 2000 weiteren Touristen besichtigt haben. Und so endete unser Aufenthalt in Agra schließlich mit dem Highlight.

In unserem Video kannst du das Ganze noch mal von allen Seiten betrachten, gespickt mit Fakten und Mythen zum Taj Mahal und wie gewohnt mit den Outtakes gleich dabei ;) Viel Spaß beim Gucken!

Agra – mehr als nur ein Tagesausflug

Die meisten Touristen besuchen Agra nur im Rahmen eines Tagesausflugs von Delhi oder bleiben für eine Nacht und nehmen direkt nach dem Besuch des Taj Mahal den nächsten Zug, Bus oder Flieger. Das ist echt schade, weil wir das Fort und den Baby Taj Mahal auch sehr sehenswert fanden. Außerdem gibt es unweit der Stadt noch eine alte Ruinenstadt, Fatehpuri Sikri, die echt toll sein soll. Wir wollten sie eigentlich auch besichtigen. Aber Franzi war am Tag zuvor einen Moment unaufmerksam, probierte einen Minzshake (der vermutlich mit Leitungswasser gemacht wurde) und wurde in der folgenden Nacht und den nächsten Tagen mit Bauchkrämpfen dafür bestraft. Schade um den Ausflug, aber wir haben die Zeit im Hostel auch ganz gut rumbekommen.

Also wenn ihr mal in der Nähe sein solltet: 2 Nächte kann man in Agra auf jeden Fall bleiben!

Durch die Begrenzung unserer Zeit in Nepal mit dem 30-Tage-Visum stand fest, dass wir am 6. November ausreisen müssen. Also machten wir uns am 5.11. auf nach Nepalgunj, einem wenig schönen, sehr lauten Ort an der nepalesisch-indischen Grenze. Nach unserer teuersten Übernachtung (16€) in einem richtigen, echten Hotel bestiegen wir am 6. November eine Rikscha, die uns zur Grenze bringen sollte. Der Fahrer fuhr immer weiter bis uns schließlich ein Polizist herausfischte. Wir mussten uns in ein Buch eintragen und er wollte unseren Ausreisestempel aus Nepal sehen. Den hatten wir aber noch gar nicht. Also fuhren wir wieder ein Stückchen zurück und gingen ins Immigration Office und holten uns dort den benötigten Stempel ab.

Grenzüberquerung per Rikscha

Nachdem diese Formalitäten erledigt waren, durften wir offiziell die Grenze überqueren – weiterhin in der Rikscha! Wir wurden wieder angehalten und unsere Rucksäcke wurden gründlich durchsucht. Vor allem Franzis Kontaktlinsenflüssigkeit rief Skepsis hervor, letztendlich konnten wir aber wieder in unsere Rikscha steigen und weitertuckern. Nächster Halt war dann das offizielle Büro (ein kleiner, vollgestopfter Raum) der indischen Regierung, indem wir erneut Formulare ausfüllen mussten und der nette Beamte übertrug das dann per Hand in ein großes Buch.

Indien Lakhnau Rikscha

Danach stiegen wir ein letztes Mal in die Rikscha und wurden zum Busbahnhof von Rupaidiya gekarrt, eine Mini-Stadt kurz hinter der Grenze. Man hätte das Ganze auch laufen können, aber unser Fahrer war hoch motiviert, uns bis zum nächsten Transportmittel zu bringen. Am Busbahnhof wurde uns dann erzählt, dass der direkte Bus zur nächstgrößten Stadt in Indien (Lakhnau) nicht mehr fährt. Jetzt hatten wir ja schon viel über die Methoden gelesen, die angewendet werden, um Touristen in irgendwelche Hotels zu locken (Hotel abgebrannt, Straße gesperrt etc.) und nahmen erst einmal an, dass das auch eine davon war. War aber gar nicht so!

Busfahrt von Rupaidiya nach Lakhnau

Ein netter Inder erklärte uns, wie wir stattdessen nach Lakhnau kommen, setzte uns in den ersten Bus und erklärte dem Kassierer, wo wir hinwollen. Total nett! Skepsis überflüssig. Und dann die zweite Überraschung: Busfahren in Indien ist echt gemütlich! Zumindest im Vergleich zu den Bussen in Nepal. Wir sind in einen staatlichen Bus gestiegen und haben nur 1,50€ für eine 1,5-stündige Fahrt nach Bahraich bezahlt. Im Bus befand sich ein netter Inder, der selbst kein Englisch sprach, aber seine Tochter übersetzte für ihn. Die beiden nahmen uns unter ihre Fittiche und halfen uns in Bahraich, den Bus nach Lakhnau zu finden.

Als Matthias kurz zu den Toiletten entschwand, startete unser Busfahrer plötzlich den Motor und fuhr los. Franzi geriet leicht in Panik und wurde von dem netten indischen Mädchen beruhigt, Papa würde schon aufpassen. Tat er auch und wir konnten die Weiterreise zu zweit antreten :) Der indische Papa sorgte auch sonst für unser Wohl, kaufte uns Wasser und bei einer kurzen Pause Bananen. Geld wollte er dafür nicht annehmen. Und bevor die beiden aus dem Bus entschwanden, gaben sie uns noch mit auf den Weg, wie viel wir höchstens für eine Rikscha in Lakhnau bezahlen sollten. Wir waren total begeistert von diesem Start in Indien! Super freundlich, total hilfsbereit und umsorgend. Alles, was die beiden dafür haben wollten, war ein Selfie mit uns.

Ankommen in Indien

In den Tagen in Lakhnau stand für uns das Ankommen im neuen Land und die Planung unserer weiteren Reise in Indien im Vordergrund. Wir konnten am zweiten Tag einen Zug nach Agra buchen und suchten uns eine schönere Unterkunft als die erste. So fanden wir uns für drei weitere Nächte in Lakhnau im Homestay wieder. Dort wurden wir auch als Walk-in Gäste ohne Vorbuchung sehr nett empfangen und ein Zimmer für uns organisiert. Die Unterkunft hat tolle Gemeinschaftsräume und versorgt einen mit hilfreichen Tipps vor Ort. Außerdem hatten wir endlich mal wieder einigermaßen gutes Internet, das war für die weitere Planung echt super!

Indien Lakhnau Motorräder

In Lakhnau sind wir viel durch die Straßen gelaufen, durch den Smog und das nicht enden wollende Gehupe der Rikscha-, Motorrad-, Auto- und Busfahrer. Es war wuselig, voll und laut. So ungefähr hatten wir uns Indien auch vorgestellt. Lakhnau ist die Hauptstadt des Bundesstaates Uttar Pradesh und bekannt für sein gutes Essen. Gegessen haben wir tatsächlich gut beim Tundai Kebab. Hier haben wir Lamm-, Büffel- und Hühnchen-Kebab probiert, zusammen mit fantastisch gewürztem Naan (eine Art Fladenbrot). Ansonsten waren wir sehr vorsichtig mit dem Essen, haben die zum Teil himmlisch duftenden Straßenstände sicherheitshalber (erst mal) ausgelassen.

Indien Lakhnau Gewürze

Aufgrund der Finanzkrise beschäftigte uns in den ersten Tagen auch die Beschaffung von Bargeld immer wieder. Und es prägte auch unseren Alltag. Wir konnten die Residenz in Lakhnau nicht besuchen, weil wir nicht genug kleine Scheine dafür hatten und die großen nicht genommen wurden. Wir aßen bei McDonalds, weil wir dort mit Visakarte bezahlen konnten.

Heritage Walking Tour – Unser Highlight in Lakhnau

An unserem letzten Tag in Lakhnau konnten wir dann aber noch ein Highlight erleben: eine Heritage Walking Tour durch die Altstadt. Zusammen mit 3 Engländern, die mit uns im gleichen Homestay wohnten, trafen wir unseren Guide am frühen Morgen vor einer Moschee. Über die nächsten zweieinhalb Stunden lief er mit uns durch die engen Gassen, erzählte uns etwas über das tägliche Leben der Inder, zur Geschichte und Religion.

Indien Lakhnau Bara Imambara

Bara Imambara

Begonnen haben wir bei einer Moschee und sind dann zum Bara Imambara gegangen, eine muslimische Gedenkstätte, die im Obergeschoss ein Labyrinth beinhaltet. Das Gebäude war beeindruckend. Wir erfuhren, dass es aus unzähligen winzigen Ziegelsteinen besteht, die außen mit Sandstein verputzt sind. Der Taj Mahal ist übrigens genauso aufgebaut, nur von außen mit Marmor verkleidet ;)

Indien Lakhnau Bara Imambara

Über den lokalen Blumenmarkt und nach einem kurzen Stopp für Chai-Tee im Tonbecher ging es dann in die kleinen Gassen der Altstadt. Auf wenig Fläche spielte sich hier früher das ganze Leben ab. Man kann auch heute noch alles dort kaufen, ob Kleidung, Essen, Gewürze oder Parfüm. Wir sahen uns versteckte, kleine Tempel an und lernten etwas über die Götter. Indien hat so viele Götter, dass man irgendwann gar nicht mehr durchsieht. Deswegen haben wir uns entschieden, uns fürs Erste zwei zu merken: Ganesh, der Gott, der aussieht wie ein Elefant und einer der populärsten Götter Indiens ist. Er ist der Sohn von Shiva, ebenfalls einer der wichtigsten Götter, der Zerstörung aber auch Entstehung verkörpert.

Lokale Medizin in Lakhnau

Wir lernten aber auch, dass es in Indien vier Medizinrichtungen gibt. Dazu gehört die traditionelle Schulmedizin, Ayurveda, Homöopathie und Unani. Unani basiert hauptsächlich auf pflanzlicher Basis und wurde von den Muslimen eingeführt. Wir konnten die toll riechenden Gewürze und Kräuter bestaunen und erfuhren, dass die Menschen im Unani Hospital für nur 30 Rupie (ca. 40 Cent) Medizin für eine ganze Woche bekommen. Das ist auch für die Ärmsten erschwinglich und führt dazu, dass es viele ambulante Patienten gibt. Früher hat das älteste Krankenhaus der Stadt auch stationäre Patienten gehabt.

Indien Lakhnau Unani Medizin

Lakhnau ist auch bekannt für die Stickereien auf den Kleidungsstücken. Wir haben einen Einblick in die verschiedenen Schritte des aufwändigen Prozesses bekommen. Die Kleidungsstücke werden zunächst mit Mustern bedruckt. Dazu werden große Holzstempel mit Farbe auf die Stoffe gedrückt. Die Stickerinnen und Sticker nutzen diese Muster als Vorlage für das Sticken. Ist die Stickerei fertig, wird der Stoff gewaschen, um die Spuren der Farbe zu entfernen. Für Hobbynäherin Franzi war es besonders spannend, diesen Prozess zu beobachten. Was für eine Fummelarbeit!

Indien Lakhnau Stickereien

Indisches Essen

Ein weiteres Highlight der Walking Tour waren die Erklärungen zum Essen! Wir probierten ein frisches Kulcha (eine Art Blätterteigbrot), das gerade über dem Feuer gebacken worden war. Außerdem lernten wir, was die Inder in ihren riesigen Pfannen da leckeres verkaufen. Die Süßspeise Makhan Malai wird mit Milch zubereitet und oben drauf liegen kleine Silberblätter. Das Silber wird dafür vier Stunden lang flach geklopft! Wir haben uns wegen der bevorstehenden Zugfahrt nicht getraut, den Süßkram zu probieren, wollen es aber definitiv nachholen.

Indien Lakhnau Essen

Dieser geführte Spaziergang war eine große Bereicherung und hat dem Aufenthalt in Lakhnau ein tolles Ende bereitet. Die Einblicke in die Geschichte, Religion und den Alltag dieses Landes haben unsere Neugierde noch verstärkt und Lust gemacht auf alles, was da in den nächsten Wochen noch so kommt.

Und wie immer hatten wir die Kamera nicht nur zum Fotografieren sondern auch zum Filmen dabei. Kommt mit uns auf die indischen Straßen, ins Gewusel zwischen Kühen, Motorrädern und Rikschas! Lasst uns gerne einen Kommentar da und erzählt uns, wie es euch gefallen hat.

 

Am Abend des 8. Novembers verkündete der indische Präsident Modi, dass ab dem folgenden Tag die 500 und 1000 Rupie Scheine wertlos seien. Dies sei eine notwendige Aktion in der Bekämpfung von Schwarz- und Falschgeld. Gleichzeitig rief er den 9. November als Bankfeiertag aus und die 1,2 Milliarden Inder dazu auf, den Tag der Ehrlichkeit zu feiern. Danach soll es ein Limit von 2000 Rupie an Geldautomaten geben und der größte Schein ist erstmal der 100 Rupie Schein – umgerechnet sind das ca.1,30€!

Wir bekamen das am Morgen des 9. November von unserem Gastgeber erzählt und konnten es überhaupt nicht glauben! Kurzfristig zogen wir in Erwägung, dass er uns irgendeinen Quatsch erzählt. Man liest ja viel über die absurdesten Tricks der Inder, um einem Geld aus der Tasche zu ziehen. Aber unseren Gastgeber hatten wir bis dahin als einen sympathischen und hilfreichen Mann empfunden. Wir zogen Google zu Rate und fanden diesen Artikel, der das eben Gehörte bestätigte.

Indien Finanzkrise Rupie Scheine

Na toll! Wir saßen auf einem Vorrat von vierzig 500 Rupie Scheinen, das sind immerhin 270€! Das sollte jetzt alles dahin sein?! Unser Gastgeber versicherte uns, dass wir unser Zimmer bei ihm mit diesen Scheinen bezahlen können. Für die Inder sieht es so aus, dass sie die Möglichkeit haben, die großen Scheine in die Banken auf ihre Konten einzuzahlen. Dabei soll dann überprüft werden, ob es sich um Falschgeld handelt. Außerdem sind sie so gezwungen, nicht versteuertes Geld auf ihre Konten einzuzahlen, weil die Scheine ab 2017 sonst einfach komplett wertlos sind und auch nicht mehr auf Konten eingezahlt werden können.

Die Auswirkungen der Finanzkrise in der Stadt

Als wir am Mittwoch in die Stadt schlenderten und nach etwas zu essen suchten, sahen wir Aushänge in Hindi, mit den Zahlen 500 und 1000. Hier wurden die Kunden darüber informiert, dass diese Scheine nicht akzeptiert werden. Alle hielten sich brav an die Vorgabe und wir mussten sehen, wie wir mit unseren restlichen kleinen Scheinen über die Runden kommen. Gut, dass wir unsere Kreditkarte von Santander dabei hatten, mit der wir weltweit ohne Zusatzkosten zahlen können. So konnten wir uns Essen in einem Supermarkt kaufen und damit zahlen. Die Sehenswürdigkeit, die wir uns an dem Tag ansehen wollten, konnten wir leider nicht besichtigen, weil der Eintritt dort nur mit den kleinen Scheinen beglichen werden durfte. Was ein Chaos!

Indien Finanzkrise Aushang

Geldtausch im Post Office

Am Donnerstag sollten die Banken und Geldautomaten wieder geöffnet sein und die große Umtauschaktion starten. Wir ließen uns zum Main Post Office fahren und sahen auf dem Weg dorthin immer wieder lange Schlangen vor Geldautomaten. In der großen Post war auch richtig viel los und wir bekamen Zettel zum Ausfüllen ausgehändigt, auf denen wir eintragen sollten, wie viel Geld wir in kleinere Scheine tauschen wollten. Pro Person gab es allerdings ein Limit von 4000 Rupie (ca. 54€).

Indien Finanzkrise Postbüro

Bevor wir mit dem Ausfüllen anfangen konnten, kam auch schon ein Kamerateam auf uns zu. Wir wurden vor laufender Kamera interviewt und nach unserer Meinung zu dem Ganzen gefragt. Vermutlich sind wir also im indischen TV zu finden ;) Danach erfuhren wir, dass wir zur Beantragung des Geldwechsels Kopien unserer Pässe benötigen. Ein netter Inder ging mit Matthias zu einem kleinen Laden in der Nähe und machte die Kopien für uns. Danach wurden wir aus der Schlange gefischt und hinter den Schalter geführt. Die netten Inder boten uns an, die doppelte Menge an Geld zu tauschen und wir konnten dort in Ruhe 16000 (statt 8000) Rupie eintauschen. Danach hatten wir dann aber auch 160 Geldscheine in unseren prall gefüllten Geldbeuteln.

Indien Finanzkrise 100 Rupie Scheine

Wir wurden extrem entgegenkommend behandelt und waren unendlich erleichtert, dass wir nun wieder Bargeld hatten und die großen Scheine nicht einfach dahin waren. Während des ganzen Wechselvorgangs machten mehrere Fotografen Bilder von uns und auf dem Weg aus dem Postgebäude gab es ein kurzes Blitzlichtgewitter. Inmitten dieses ganzen Chaos sind wir als Ausländer im wenig touristischen Lakhnau noch zu Berühmtheit gekommen :)

Rush for Cash

Mit den vielen kleinen Scheinen sind wir an dem Tag noch zum Bahnhof gefahren und haben ganze fünf Zugtickets erstanden, sodass die nächsten Stopps auf unserer Reise durch Indien feststehen. Unser Plan war es, am nächsten Tag noch mal Geld abzuheben, da es momentan ein Limit von 2000 IRP (ca. 27€) pro Abhebung am Geldautomaten gibt. Als wir durch die nächste Stadt (Agra) streiften, sahen wir allerdings nur geschlossene Automaten und immer wieder „Out of service“-Schilder. Vor einer Bank warteten ca. 300 Menschen darauf, ihre großen Scheine einzahlen oder umtauschen zu können. In den Nachrichten wurde vom „Rush for Cash“ (Andrang auf Bargeld) berichtet und Bilder aus dem ganzen Land gezeigt, auf denen Menschenmassen vor Bankfilialen zu sehen waren.

Indien Finanzkrise Anstehen

Als wir abends im Gemeinschaftsraum des Hostels saßen, kam plötzlich ein anderer Gast und verkündete, dass der Geldautomat direkt um die Ecke Geld ausspuckt. Da wurde es auf einmal wuselig, alle holten ihre EC- und Kreditkarten und pilgerten zum Automaten. Davor hatte sich schon eine Schlange gebildet, die allerdings nicht vergleichbar mit denen tagsüber war. Franzi stellte sich zwischen die Inder und erlebte mal wieder die große Freundlichkeit der Leute. Obwohl alle nach dem Bargeld lechzten, boten sie ihr an, vorzugehen und Bargeld abzuheben. Da wir aber ja nicht total knapp bei Kasse waren, lehnte sie dankbar ab. Die Stimmung vor dem Automaten war ausgelassen, alle freuten sich, gleich 2000 Rupie zu bekommen. Die Inder berichteten, dass das insgesamt eine super Aktion sei. Sie seien sehr zufrieden mit ihrem Präsidenten und erzählten, dass er in den letzten 2 Jahren viel erreicht habe im Kampf gegen Korruption und Schwarzgeld.

Indien steht Schlange

Und so kommen wir wieder zu Geld. Die Inder vor dem funktionierenden Geldautomaten meinten scherzhaft „All people of India are waiting in line“ (alle Inder stehen Schlange) und tatsächlich ist es wegen der langen Wartezeiten wohl schon zu 3 Toten gekommen, die kollabiert sind nach sehr langer Wartezeit. Die Menschen haben ihre Läden zugelassen, um sich in den endlosen Warteschlangen anzustellen, getrieben von der Angst, dass ihnen das wichtigste Zahlungsmittel (Bargeld) ausgeht.

Es ist eine spannende Erfahrung, diesen für Indien historischen und wichtigen Moment mitzuerleben. Wir sahen zuerst nur die Nachteile und waren verblüfft über diese Aktion. Es scheint aber, dass die Mehrheit der Inder hinter diesem Schritt steht und es im Kampf gegen das Schwarzgeld und die Korruption im Land notwendig war. Trotzdem die Menschen selbst Schwierigkeiten haben, an Bargeld zu kommen, haben sie sich uns gegenüber sehr zuvorkommend verhalten. Wir können uns schwer vorstellen, dass eine ähnliche Aktion in einem westlichen Land mit so viel Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit ablaufen kann.