Beiträge

In drei Tagen haben wir Japans Megametropole erkundet und haben überrascht festgestellt: Tokio gefällt uns richtig gut! Die Stadt war trotz ihrer Größe gar nicht anstrengend, einfach zu besichtigen und hatte an jeder Ecke Interessantes zu bieten. Hier erzählen wir dir, was wir alles erlebt und uns angesehen haben.

Vom Narita Flughafen in die Innenstadt nach Tokio

Die meisten internationalen Flüge starten und landen auf dem Narita Flughafen, der 70 Kilometer außerhalb von Tokio liegt. Vom näher gelegenen Haneda Flughafen gelangt man schneller in die Innenstadt, er wird aber nicht so häufig angeflogen. Wir erreichten den Narita Airport von Bali aus nach einem schlaflosen Nachtflug mit Air Asia am frühen Morgen und wollten uns mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu unserem Hotel durchschlagen.

Wir nahmen die Keisei Main Line bis Ueno und stiegen dort in die Ginza Line um, die ins Shibuya-Viertel fährt. Insgesamt waren wir ca. 1,5 Stunden vom Flughafen unterwegs und fanden diese Variante ziemlich entspannt. Für die Fahrt haben wir pro Person 9,50€ bezahlt. Alternativ gibt es auch Limousinenbusse und schnellere Züge, die dann mehr kosten.

Unsere Unterkunft in Tokio

Im Super Hotel Lohas Akasaka* haben wir für 11250 ¥ (87€) pro Nacht ein Doppelzimmer mit eigenem Bad bekommen. Die teuerste Unterkunft unserer Weltreise war dennoch ein Schnäppchen für Tokio-Verhältnisse! Unser kleines Zimmer wurde optimal genutzt, war gut eingerichtet und hatte viele kleine Extras, über die wir uns gefreut haben (Pflegeprodukte, Fön, Schlappen etc.). Zudem gibt es im Hotel einen Onsen (heißes Bad) für Gäste, den wir auch nutzten. Das war die perfekte Entspannung nach einem langen Sightseeing-Tag! Die Lage ist ebenfalls super. In zwei Minuten ist man umgeben von vielen Restaurants und mit der Bahn immer nur wenige Stationen von den Hauptattraktionen Tokios entfernt.

Ankunftstag in Japan

Geschlaucht durch die schlaflose Nacht kämpften wir uns durch unseren ersten Tag etwas durch. Unser Hotelzimmer konnten wir erst am Nachmittag beziehen und hatten daher noch einige Stunden außerhalb totzuschlagen. Wir brachen in Richtung einer großen Grünfläche auf, in der Hoffnung in einem Park ein bisschen rumhängen zu können. Bis wir endlich hineinkamen, hatten wir ihn einmal komplett umrundet :D

Tokyo Akasaka Palace

Ohne es zu wissen waren wir einmal um den Park des Akasaka Palace gelaufen und wurden kurz vor dem Palast von einem total enthusiastischen Japaner angesprochen. Dieser erklärte uns den Zweck des Palastes (Guest State House) und erzählte, dass bereits Barack Obama hier zu Gast gewesen sei.

Wir besuchten den kostenlos zugänglichen Public Garden vor dem Palast und ruhten uns auf einer Bank in der Sonne aus. Später konnten wir unser Zimmer im Hotel beziehen und uns etwas ausruhen bevor wir abends in eine Sushi Bar gingen. Hier gab es sehr leckeres Sushi und damit hatten wir einen richtig entspannten ersten Tag in Tokio.

Japan Tokyo Sushi Bar

Sightseeing in Tokio

Unsere nächsten Tage waren prall gefüllt mit den vielen Sehenswürdigkeiten und Kuriositäten Tokios. Und auch wenn uns abends die Füße qualmten, so waren wir doch echt entspannt. Trotz der Ausmaße dieser Stadt und der vielen, vielen Menschen, fanden wir es hier überraschend ruhig und gar nicht hektisch. Wir haben in drei Tagen nur einmal ein Auto hupen hören. Und das war auch noch unsere Schuld.

Senso-ji Tempel und die Nakamise-dori

Im Viertel Asakusa liegt der Senso-ji Tempel, einer der meist besuchten in Tokio. Für uns bildete der buddhistische Tempel den Anfang unser Tour durch die japanischen Sehenswürdigkeiten. Von der Asakusa Metrostation aus liefen wir zunächst durch die Nakamise-dori, eine lange Einkaufsstraße mit vielen kleinen Läden. Hier wird von Kimonos über Masken, japanische Süßigkeiten bis zu Spielzeug alles angeboten. Wir schlenderten gemütlich die Straße entlang und sahen uns neugierig um. Mal konnte man edle Holzstäbchen für bis zu 100€ erstehen, dann wieder kleine Kekse für wenige Cents.

Japan Tokio Nakamise-Dori

Am Ende der Nakamise-dori bildet das Hozomon Tor den Eingang in den Tempelkomplex des Senso-ji. Wir erkundeten ausgiebig den Tempel, die fünfstöckige Pagode und die dazugehörige Gartenanlage. Auch ließen wir uns die Zukunft vorhersagen! Vor dem Tempel kannst du für nur 100¥ (80 Cent) ein Stäbchen aus einer Metallbox ziehen und dann in der passenden Schublade deine Vorhersage bekommen. Franzi hatte eine positive, Matthias eine negative. Aber das ist für die Japaner auch kein Problem. Die negativen Vorhersagen werden einfach an ein Gitter gebunden und gut ist!

Tokyo Senso-ji

Ueno Park

Inmitten des Großstadttrubels bietet der weitläufige Ueno Park viel Grün, Parkbänke und Springbrunnen zur Entspannung. Wir aßen erst an einem riesigen Seerosenteich unseren mitgebrachten Muffin und schlendert dann gemütlich durch den restlichen Park.

Tokyo Ueno Park

Ginza Yanaka

Im Yanaka Viertel bietet diese Straße kleine, ursprüngliche japanische Läden sowie Marktstände. Hier lohnt sich ein Spaziergang mit nicht allzu vollem Bauch, denn du kannst auch wieder tolles Essen probieren. Wir bestaunten japanische Dekoration und Holzfiguren und lernten Donuts in Wurstform lieben. Das hört sich zwar gar nicht lecker an, aber war es! Den japanischen Namen konnten wir uns einfach nicht merken. Donut in Wurstform war es aber vermutlich nicht ;)

Akhibara

Wenn wir an Japan dachten, kamen bei uns schnell zwei Assoziationen: Sushi und eine riesige Manga-Kultur. Um Zweites ausgiebiger zu bewundern, fuhren wir nach Akhibara. Im Elektronikviertel Tokios wurden wir von großen Leuchtreklamen, Megabildschirmen und Animefiguren zu (unserer Meinung nach) absurden Preisen begrüßt. So ungefähr hatten wir uns das vorgestellt!

Tokyo Akhibara

Dazu schallte es aus den Läden heraus und Mädels in Manga-Verkleidung versuchten, Kunden in die Cafés zu locken. Wir saugten die vielen Eindrücke in uns auf und schüttelten immer wieder verwundert den Kopf.

Tsukiji Fischmarkt

Viel früher als wir wollten, quälten wir uns nach einem Abend im Izakaya aus den bequemen Hotelbetten um zu einem der Highlights in Tokio zu fahren: dem Tsukiji Fischmarkt. Der größte Fischmarkt weltweit öffnet schon früh seine Tore und verschließt sie irgendwann gegen Mittag wieder. Wir hatten gelesen, dass man spätestens 9 Uhr vor Ort sein sollte.

Tokyo Fischmarkt Matthias

Nach kurzer Anreise mit der Bahn erreichten wir die Hallen gegen 9 Uhr und erfuhren, dass die Handelshallen für Besucher erst ab 10 Uhr geöffnet sind. Auch gut. Also schlenderten wir zuerst durch den sogenannten Outer Fischmarkt, der sich vor den Hallen befindet. Hier gibt es viele kleine Sushirestaurants, die vom morgens gefischten Fisch das beste Sushi zubereiten. Wir landeten durch Zufall im Daiwa Sushi, der als bester Sushiladen gilt.

Daiwa Sushi – The place to be!

Während wir uns in die Schlange einreihten, wurden wir von einer netten Japanerin vor uns aufgeklärt. Sie hatte ihre Hausaufgaben gemacht, erzählte uns von dem Ansehen der Sushi Chefs im Daiwa und den Spezialitäten in den Läden herum. Von ihr erfuhren wir auch, dass die Schlange normalerweise viel länger sei und Leute sich hier teilweise schon ab 4 Uhr morgens die Beine in den Bauch stehen, um früh hereinzukommen. Für uns war das Warten nach 20 Minuten beendet und wir konnten an der kleinen Sushitheke Platz nehmen.

Sushi Fischmarkt

Von der liebenswürdigen Japanerin instruiert, bestellten wir jeweils das Sushi-Set. So bekamen wir die Empfehlungen des Tages vom Chef. Dabei waren verschiedene Sorten Thunfisch, Garnele, Aal, Lachseier, Seeigel, Kalmar und weitere, die wir nicht identifizieren konnten. Das Sushi schmeckte uns hervorragend, auch wenn wir rohen Fisch zum Frühstück gewöhnungsbedürftig fanden :)

Riesige Markthalle

Gut gesättigt starteten wir anschließend unsere Begehung der Markthalle. Hier gab es unglaublich viel Auswahl an Fisch und Meerestieren. Von den großen Thunfischen waren wir besonders beeindruckt. Kein Wunder, dass morgens um 6 Uhr eine Auktion stattfindet, bei der die besten Thunfische ersteigert werden können. Nicht selten geht so ein Fisch hier für 10.000€ über den Tisch. Für den ersten Thunfisch des Jahres wurden dieses Jahr sogar 600.000€ gezahlt!

Tokyo Tsukiji Fischmarkt

Ginza Viertel

Im Ginza Viertel reihen sich einige der teuersten Kaufhäuser und Designerläden aneinander. Mehr als Windowshopping saß hier für uns nicht drin. Am meisten interessierten uns aber sowieso die unteren Etagen der exklusiven Kaufhäuser. Dort sind meistens die Essensabteilungen angesiedelt und es gibt sooo viel zu gucken. Die perfekt dekorierten Süßwaren, die wunderschön angeordneten Sushiboxen oder Lebensmittel zu horrenden Preisen.

Zu Franzis Entzücken entdecken wir in Ginza den Itoya Laden, der großartige Karten, Blöcke und so viel mehr um das Thema Papier und Basteln bietet. Hier musste Matthias sehr entschieden eingreifen, sonst wären unsere Rucksäcke jetzt mit niedlichem Washi-Tape, Briefpapier und so viel mehr gefüllt ;)

Die Shibuya Kreuzung

Die wohl berühmteste Kreuzung der Welt liegt inmitten Tokios quirligem Shibuya-Viertel und lockt mit geordnet-chaotischem Durcheinander. Sowas geht auch nur in Japan! Wir überquerten die Kreuzung (wie gefühlt Millionen andere Menschen tagtäglich) und suchten uns dann einen Fensterplatz im Starbucks, von dem aus wir das Treiben eine ganze Weile beobachteten.

Tokyo Shibuya Kreuzung von oben

Gleichzeitig überqueren hier Menschen aus fünf verschiedenen Richtungen die Straße und es ist ein totales Gewusel. Da es aber immer noch Japan ist, kommt jeder problemlos am Ziel an und der Verkehr kann flüssig weitergehen. Wir haben uns eine solche Kreuzung mal in Indien vorgestellt und das völlige Chaos, das dort herrschen würde. Nicht zu vergessen das Dauergehupe, welches das Ganze begleiten würde :D Aber im geordneten Japan ist es eben kein Problem, im Gewirr der Fußgängerüberquerungen auf die andere Straßenseite zu gelangen.

Der Meiji Jingu Schrein und Garten

Nur einen Spaziergang von der Shibuya Kreuzung entfernt, befindet sich der Meiji Jingu Schrein. Der Weg dorthin führt durch einen tollen Wald und durch mehrere riesige Holztore.

Tokyo Meiji Schrein Wald

Angekommen an einem der meist besuchten religiösen Anlagen in Tokio mussten wir leicht enttäuscht feststellen: hier wird renoviert. Das imposante Eingangstor konnten wir noch vollständig bestaunen, der eigentliche Schrein aber lag verhüllt in einer Plane. Darauf sein Abbild. Muss echt beeindruckend aussehen.. so in Echt ;)

Tokyo Meiji Schrein

Also trotteten wir wieder zurück und gaben dem Meiji Jingu Inner Garden eine Chance. Den Eintritt von 500¥ (4€) pro Person blätterten wir zuversichtlich hin. Für Gartenanlagen haben die Japaner schließlich ein Händchen. Vernachlässigt hatten wir die Jahreszeit und das Wetter. Bei leichtem Nieselregen gingen wir durch grüne Gräser, an einem grünen Teich und grünen Bäumen vorbei. Alles irgendwie wenig beeindruckend und Ende September eben auch ohne blühende Pflanzen. Das hätten wir uns sparen können. Im Frühjahr ist der Garten sicherlich den Abstecher wert.

Odaiba mit Rainbow Bridge und dem größten Roboter Japans

In das vom Wasser umgebene Viertel Odaiba sind wir eigentlich nur wegen Matthias‘ Uhr gefahren. Und obwohl wir sie dort nicht reparieren lassen konnten (Garmin gibts hier nicht), war es trotzdem ein absoluter Glücksfall. Alleine die Fahrt nach Odaiba war den Ausflug schon wert. In der ziemlich neuen Yurikamome Linie geht es über der Erde zwischen den Hochhäusern entlang. Das ist bereits genial. Dazu kommt, dass die Bahn keinen Fahrer hat und vollautomatisch fährt. Der Knaller ist dann aber die Fahrt über die sogenannte Rainbow Bridge, die Odaiba mit dem Rest Tokios verbindet. Unser Geheimtipp für dich! Die Aussicht ist irre und die Fahrt über die Brücke wirklich cool.

Tokyo Skyline von Odaiba

Wir sind von der Daiba Station aus zum Wasser gegangen und konnten die langgezogene Skyline Tokios und die Rainbow Bridge im strahlendsten Sonnenschein betrachten. Auf den Steinen sitzend, machten wir hier eine Sightseeingpause und beobachteten fliegende Fische (kein Scherz!).

Tokyo Skyline mit Strand

Danach ging es zu unserem (erfolglosen) Ausflug in die Mall, der aber durch den größten Roboter Japans gerettet wurde. Dieser steht vorm Eingang des Diver City Tokyo und ist enorm groß. Als wir die Mall wieder verließen, hatte sich vor dem Roboter eine ansehnliche Menschentraube versammelt. In Erwartung einer beeindruckenden Robotershow gesellten wir uns dazu. Von vier ausgefahrenen Klappen und etwas Beleuchtung waren wir dann aber nicht wirklich beeindruckt. Matthias hatte eher an Karate-Moves in Transformer-Manier gedacht!

Zum Sonnenuntergang suchten wir uns ein lauschiges Plätzchen am Wasser. Dort beobachteten wir, wie es immer dunkler wurde und die Hochhäuser immer heller. Der Blick auf die Skyline von Tokio war hier einfach genial. Wir waren zwar nur durch Zufall hier gelandet, können einen Abstecher nach Odaiba aber sehr empfehlen.

Imperial Palace und East Garden

Der Sitz des japanischen Kaisers ist der sogenannte Imperial Palace im Herzen Tokios. Eingebettet in eine riesige Gartenanlage residieren die Royals hier auf einem wunderschönen Flecken. Da der Palast aktuell auch bewohnt ist, dürfen der Palast selbst und die Gartenanlagen direkt darum nicht besichtigt werden. Der East Garden hingegen ist für die Öffentlichkeit zugänglich und das sogar kostenlos. Wenn du nicht gerade an einem Freitag auf die Idee kommst, dort spazieren zu wollen (so wie wir). Freitags ist der Garten nämlich geschlossen. Dumm gelaufen!

Tokyo Blick auf Skyline vom Imperial Palace

Wie ließen uns davon aber nicht abhalten und umrundeten die ganze Anlage des Imperial Palace und machten so einen wirklich schönen Spaziergang. Währenddessen müssen uns hunderte Jogger entgegengekommen sein, die diese Runde zum Laufen anscheinend sehr schätzen. Wirklich alle liefen gegen den Uhrzeigersinn – Ordnung muss schon sein!

An unserem Abfahrtstag versuchten wir unser Glück erneut und schlossen unsere Rucksäcke in der Tokyo Station ein. Und dieses Mal war der East Garden geöffnet und wir konnten durch die grüne Parkanlage spazieren. Besonders schön fanden wir die „Bonsaibäume“, bei denen echt nicht eine Nadel in die falsche Richtung wächst!

Tokyo Imperial Palace East Garden

Mit der Metro durch Tokio

Am besten kannst du Tokio mit der Metro erkunden. Es gibt superviele Linien, die dich kreuz und quer durch die Stadt befördern. Und trotz des riesigen Netzes haben wir uns immer erstaunlich gut zurecht gefunden. Die einzelnen Linien haben einen Namen, einen passenden Buchstaben und eine eigene Farbe. Dazu sind die Bahnhöfe super beschildert und die Ansagen in den Bahnen auch immer auf Englisch. Eine Einzelfahrt kostet (mit Suica Card) zwischen 165 und 195¥, was 1,30€ bis 1,50€ ist. Das fanden wir für diese teure Megastadt sehr erschwinglich.

Japan Tokio Metro

Um dir die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel möglichst einfach zu gestalten, können wir dir nur empfehlen, dir eine Suica Card (oder alternativ Pasmo Card) zuzulegen. Auf diese lädst du ein Guthaben und kannst somit einfach und schnell die Haltestellen passieren. Zum Bahnfahren und der Suica Card werden wir noch mal einen extra Artikel verfassen.

Ein vielversprechender Start in unsere Japanreise

Tokio hat uns wirklich überrascht! Wo wir sonst ja nicht die größten Fans von Megastädten sind, haben wir die Tage hier komplett genossen. Wir waren wirklich null gestresst und haben die Stadt als extrem entspannt und vor allem ruhig wahrgenommen. Auf jeden Fall war es ein genialer Einstieg unserer Japanreise und wir freuen uns schon sehr auf noch ganz viel mehr!

Tokio Videos

Wenn du das Ganze gerne in bewegten Bildern erleben möchtest, dann schau doch mal in unsere Tokio Videos rein!

Unsere Ankunft in Tokio 

Tokio Sightseeing I  und  Tokio Sightseeing II

Viel zu schnell gingen unsere Tage in New York City vorbei. So viel gibt es hier zu entdecken und zu erleben, dass wir nur einen Bruchteil der ganzen Tipps umsetzen konnten, die wir vorher schon bekommen hatten. Wir fanden die Stadt einfach fabelhaft und werden definitiv noch einmal wiederkommen.

Unsere Anreise von Boston nach New York

Für die ungefähr dreistündige Fahrt hatten wir uns bei Megabus Sitze in der oberen Etage direkt am Fenster gebucht und hatten damit einen tollen Blick auf die Natur Neu-Englands sowie Stadtrundfahrten durch Boston und New York. Wir hatten die Tickets online gebucht und 25 US$ pro Person bezahlt. Die Busse sind klimatisiert, mit Wifi und jeder Sitz mit Steckdose und USB-Lademöglichkeit ausgestattet. Alternativ kannst du auch BoltBus, Greyhound, Peter Pan oder diverse andere Busse buchen, die ähnliche Leistungen zu ähnlichen Preisen anbieten. Wenn du lange vorher buchst, gibt es wohl manchmal Fahrten für unter 10US$. Die Busse fahren in Boston in der Regel vom South Bus Terminal ab, das sich direkt bei der South Station befindet und damit einfach zu erreichen ist.

Unsere Unterkunft in New York

Wie auch schon in Boston konnten wir hier ein halbes Vermögen sparen, weil wir bei einem Freund einer Freundin (danke Anne) untergekommen sind. Wir hatten Kevan vorher nie getroffen und waren total glücklich, bei diesem supernetten echten New Yorker einen Schlafplatz zu haben. In der südlichen Bronx, nur zwei Subwaystationen von Manhattan entfernt, wurde um uns herum mehr Spanisch als Englisch gesprochen, da hier sehr viele Latinos wohnen. Wir konnten nach der langen Zeit in Mittel- und Südamerika also weiter freundlich mit Hola grüßen und fielen gar nicht weiter auf.

U-Bahn fahren in New York City

Um in Manhattan von A nach B zu kommen, bietet sich die Subway an. Alle paar Blocks gibt es Subway Stationen und so gelangt man problemlos vom einen Ende der Insel zum anderen. Eine einfache Fahrt kostet 3$ und endet sobald du die Station verlässt, egal welche das ist. Wir haben uns wie schon in Boston ein 7-Tages-Ticket gekauft, das uns hier 32$ gekostet hat. Die Linien sind entweder durchnummeriert oder mit einem Buchstaben versehen. Um zu wissen, in welche Richtung du fahren musst, ist es immer hilfreich zu wissen ob du Uptown (Richtung Central Park und darüber) oder Downtown (Richtung Lower Manhattan) fährst.

New York Subway

Mit der Subway zum JFK Flughafen in New York

New York wird von drei Flughäfen umgeben, von denen der John F. Kennedy Flughafen der größte ist. Dieser liegt etwas außerhalb der Stadt, kann aber gut mit der Subway erreicht werden. Wir sind in der südlichen Bronx gestartet und haben bis zum Flughafen 1,5 Stunden gebraucht. Du musst mit einer der Linien Richtung Queens fahren und kannst von dort die Airport Train nehmen, die zu allen Terminals fährt. Die Fahrt mit der Airport Train kostet dich 5$, der Weg mit der Subway zur Airport Train nur die regulären 3$ (bei uns im 7-Tages-Ticket inklusive). Das fanden wir wirklich günstig.

Sightseeing in New York – die Standards

Da Matthias vorher noch nie in New York gewesen war, wollten wir einige der Touristenstandards abklappern. Schließlich kennt fast jeder so viele Fotos von New York, hat diverse Filme gesehen, die in New York spielen und das mussten wir dann eben mit dem Original abgleichen.

Die Freiheitsstatue

Vermutlich das Wahrzeichen von New York und damit auch für uns auf der langen To Do Liste der abzuklappernden Sehenswürdigkeiten. Glücklicherweise buchte Matthias uns spontan am Morgen online noch Tickets, denn die Schlange am frühen Nachmittag war unfassbar lang. Drei Stunden hätten wir ohne Reservierung hier warten müssen. Auch so standen wir eine ganze Weile an und mussten durch einen ausführlichen Securtiy Check bevor wir die Fähre nach Liberty Island betreten konnten.

New York Freiheitsstatue vom Boot aus

Auf der Insel selbst statteten wir uns zunächst mit den im Ticket inbegriffenen Audio Guides aus und hörten uns einiges zur Freiheitsstatue an. Als die 22 Stockwerke hohe Statue 1886 aufgestellt wurde, waren die höchsten Gebäude in Manhattan nur 5-stöckig. Kaum vorzustellen bei der heutigen Skyline. Danach ging für uns in die Statue, da wir Pedestal Tickets gekauft hatten. Mit diesen kann man bis zum Fuß der Statue hochgehen und einen Einblick ins Innere bekommen. Diese Tickets sind limitiert und können nur vor Betreten von Liberty Island gekauft werden. Es ist auch möglich, bis zur Krone der Freiheitsstatue aufzusteigen, allerdings sind diese Tickets oft Monate im Voraus schon ausgebucht. Wenn du also nicht so spontan reist wie wir, dann kannst du dir hier einen mega Ausblick organisieren.

New York Freiheitsstatue mit Skyline New York

Wir umrundeten die Freiheitsstatue schließlich noch einmal gemeinsam mit den Hundertschaften von Touristen auf der Insel, wichen zahlreichen Selfiesticks aus und gelangten sicher wieder auf die Fähre um nach Manhattan zurückzufahren. Die Tickets hatten uns 18,50 US$ pro Person gekostet und wir fanden den Preis auch völlig in Ordnung. Die Fähren legen am Battery Park ganz im Süden Manhattans ab und dort können die Tickets auch gekauft werden.

Die Brooklyn Bridge

New York Brooklyn Bridge

Die älteste Brücke der Stadt wurde 1883 errichtet und verbindet die Stadtteile Brooklyn und Manhattan miteinander. Die Brücke macht optisch einiges her und der Ausblick auf die Skyline von Manhattan ist fantastisch. Wir fuhren mit der Subway nach Brooklyn zur High Station, die direkt bei der Brücke liegt. Von hier liefen wir die knapp zwei Kilometer über die Brücke und blieben alle paar Meter stehen um die Aussicht zu genießen. Wahnsinn!!

New York Brooklyn Bridge Paar

Das Museum of Modern Art

Eines der berühmtesten Museen weltweit schaffte es auch, uns Kunstbanausen anzulocken und mit seinen Ausstellungsstücken zu beeindrucken. Wir staunten über Skulpturen, Bilder und Inszenierungen und fragten uns das ein oder andere Mal, ob das Kunst ist oder jemand da einfach was liegen gelassen hat ;) Die vielen großzügigen Galerien beherbergen nicht nur aktuelle Ausstellungen sondern auch grandiose Werke von Künstlern wie Matisse, Monet oder Picasso.

New York Museum of Modern Arts

Spartipp: Normalerweise musst du 25 US$ Eintritt für das Museum zahlen. Aber jeden Freitag zwischen 16 und 20 Uhr kannst du das MoMa kostenlos besichtigen! Da wirst du natürlich nicht alleine sein, ist ja klar. Bei uns war es ordentlich voll. Wir waren aber dem Rat der Website folgend erst kurz vor 18 Uhr eingetroffen und mussten dadurch nicht anstehen, um hineinzukommen, sondern konnten direkt hineingehen.

Der Central Park

Diesen riesigen Grünstreifen inmitten von Manhattan kennen wir aus so vielen guten Filmen (z.B. Kevin allein in New York, Friendship), dass wir ihn natürlich auch mit eigenen Augen sehen mussten. Der Park erstreckt sich über 50 Blocks, hat mehrere Seen und ist erstaunlich ruhig. Wir schlenderten einmal quer durch, beobachteten ein Softballspiel auf dem großen Lawn und umrundeten die Seen im Park und versuchten, den Joggern nicht im Weg zu stehen.

New York Central Park

Times Square

Als wir aus der Subway Station am Times Square ausstiegen, fragte mich Matthias: „Und was ist jetzt das Besondere an diesem Platz?“ Nur wenige Minuten später lief er mit offenem Mund durch die Flut an Großleinwänden und rempelte immer wieder andere Passanten an, weil er den Blick nur nach oben hielt. Es ist schwer zu beschreiben, was dort zu sehen ist. Die Flut an blinkender Werbung, die riesigen Gebäude und die Massen an Menschen, die sich all das ansehen. Wir haben vor lauter Staunen und Rempeln leider vergessen, Fotos zu machen. Schoko-Tipp: Es gibt einen M&M-Store mit riesiger M&M-Zapfanlage, die sogar Zartbitter-Varianten bereit hält. Wir haben uns hier eingedeckt mit Snacks für den …

… Blick vom Top of the Rocks

Wer in New York ist, der muss auf jeden Fall auf einen der Wolkenkratzer gehen um sich die Ausmaße der Stadt von oben ansehen zu können. Da Franzi den Blick vom Empire State Building schon kannte und die Tickets mit 54$ pro Person noch mal deutlich teurer waren, entschieden wir uns für das Rockefeller Center. Hier erstanden wir für 34$ pro Person Tickets für die Aussichtsplattform Top of the Rocks in der 62. Etage.

New York Blick auf Empire State Building und die Stadt von oben

Wir waren kurz nach 17 Uhr oben, weil wir dachten, dass die Sonne gegen 19 Uhr untergehen würde. Das stellte sich als Irrtum heraus, da wir nun mal mitten im Sommer da waren (August) und die Sonne erst gegen 20 Uhr verschwand. Also genossen wir über 3,5 Stunden den 360° Blick über Manhattan und die Bezirke drum herum.

Wir hatten eine wirklich ausgezeichnete Sicht und konnten selbst die Freiheitsstatue in der Ferne gut erkennen. Auf der obersten Aussichtsplattform gibt es nicht einmal mehr Glas um einen herum, sodass wir tolle Fotos schießen konnten. Je später es wurde, desto voller und dichter wurde das Gedränge. Wir hatten uns aber vorne platziert und konnten somit das Farbspiel und den Sonnenuntergang hindernisfrei bestaunen.

New York Blick vom Top of the Rocks abends

Das One World Trade Center

Hier, wo bis 2001 noch das World Trade Center stand, wurde das höchste Gebäude der USA errichtet, das auch von Nahem beeindruckt. Steht man unten vor dem One World Trade Center und schaut nach oben, hat man den Eindruck, es würde in den Himmel wachsen.

Davor sind auf den Grundflächen des ehemaligen World Trade Centers Gedenkstätten in Form von Wasserfällen errichtet, in denen die Namen der Opfer des Anschlags verewigt wurden. Verstörend fanden wir an diesem Ort die vielen Menschen, die fröhlich in Richtung ihrer Selfiesticks grinsten um sich im besten Winkel abzulichten.

New York World Trade Center Denkmal

Auch um das One World Trade Center herum sind inzwischen eine Vielzahl neuer Gebäude entstanden, zu denen auch ein Museum zu den Ereignissen des 11. September 2001 gehört. Wir haben uns aufgrund der Wartezeit und des Eintrittspreises (24$) gegen den Besuch entschieden. Sehr beeindruckt waren wir vom Oculus, Shopping Center und Verkehrsknotenpunkt in einem. Das futuristische Gebäude mit freischwebenden Rolltreppen und dem vielen Licht ist definitiv einen Besuch wert.

New York Oculus

Sightseeing in New York – abseits der ausgetrampelten Pfade

Neben den Top-Attraktionen, die vermutlich bei jedem Touristen auf dem Plan stehen, gibt es auch einiges zu entdecken, das vielleicht nicht jeder auf dem Zettel hat, sich aber sehr lohnt. Wir müssen hier auch noch einmal erwähnen, dass unser Gastgeber Kevan uns tausend Tipps mehr gegeben hat, wir diese nur einfach nicht alle in die Tage packen konnten.

Chelsea Market

Dieser Foodmarkt hat mit der alten Fabrikhalle nicht nur eine tolle Location, er bietet auch für jeden etwas! Matthias hat als Erstes eine Berliner Currywurst verköstigt und als gut befunden.

New York Chelsea Market

Sonst findet man vom Sushi, über Crêpes, Burger bis hin zur leckeren italienischen Pizza einfach alles. Wir waren an einem Sonntag hier und es war supervoll! Die Leute quetschten sich durch die Gänge und immer mal wieder mussten wir anstehen. Einziger Nachteil sind unserer Meinung nach die wenig bis fast gar nicht vorhandenen Sitzplätze.

Highline Park

Auf einer stillgelegten Bahnstrecke inmitten der New Yorker Hochhäuser befindet sich der Highline Park. Zwischen der West 34th Street und West 12th Street kannst du hier auf einem toll angelegten Weg spazieren und immer wieder schöne Blicke auf New York erhaschen. Das Besondere dabei: du läufst etwas erhöht (High Line) und erlebst die Stadt noch einmal ganz anders.

New York High Line Park

Zudem gibt es immer wieder Bänke, überall sind Wiesen und Blumenbeete angelegt und dadurch kannst du angenehme Pausen einlegen und das Treiben um dich herum beobachten. Die High Line war früher zum Warentransport genutzt worden aber mit Zunahme der Bürojobs und Abnahme von Produktionsgebäuden in Manhattan irgendwann überflüssig geworden. Wir finden, dass das wirklich eine einzigartig tolle Weise ist, diese Infrastruktur zu nutzen! Und anscheinend nicht nur wir, denn hier waren richtig viele Leute unterwegs.

Greenwich Village

Dieses Stadtviertel südlich vom Central Park beherbergt die New York University, viele Cafés und es spielen immer irgendwo Straßenmusiker. Die Atmosphäre ist total entspannt und auf einem Spaziergang durch das Village kannst du vieles entdecken.

Wir starteten unsere Tour im Washington Square Park, in dem an jeder Ecke Musiker für tolle Unterhaltung sorgen. Als wir durch die schönen Straßen von Greenwich Village schlenderten, entdeckten wir auch das Spiele-Café The Uncommons, das uns sofort überzeugte. Hier kann man für 5$ unbegrenzt Brettspiele spielen und die Auswahl im Café ist wirklich beeindruckend.

New York Greenwich Village The Uncommons

Wir kamen mit einem deutschen Mitarbeiter ins Gespräch, der uns erzählte, dass das Café richtig gut angenommen werde und für die Abende oft eine Warteliste geführt werde, weil der Andrang so groß sei. Daher sei eine Reservierung für den Abend für Gruppen ab 5 Leuten empfehlenswert. Und weil der Laden so gut läuft, wird ab September ein weiterer in der Upper West Side mit dem Namen Hex & Co eröffnet. Wir waren von dem Konzept sehr begeistert und hätten hier gerne eine Partie gespielt, aber New York wollte ja noch weiter erkundet werden.

See you, New York!

Auch wenn unsere Tage in New York gut gefüllt waren und wir einiges gesehen haben, so konnten wir umso mehr nicht sehen. Die Stadt und auch die Bezirke rund um Manhattan haben so viel zu bieten, dass wir sicher noch einmal wiederkommen und weitere Ecken erkunden werden.