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Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Japans ist dessen höchster Berg: der Mount Fuji. Wohl jeder hat schon einmal ein Bild des perfekt symmetrischen Berges mit weißer Schneespitze gesehen. Auch wir wollten Mount Fuji von Nahem sehen und fuhren dafür in das Gebiet der fünf Seen. Am Kawaguchiko See erlebten wir entspannte Tage und vernebelte Aussichten auf den Berg.

Mt Fuji Blick vom Kawaguchiko See

Anreise von Tokyo nach Fujkawaguchiko

Da wir uns gegen den Japan Rail Pass entschieden hatten, wählten wir für die Fahrt nach Fujikawaguchiko einen Bus aus. Für 1800¥ (14€) pro Person wurden wir in zwei Stunden von der Tokyo Station nach Kawaguchiko Station gefahren. Die Busfahrt hatten wir vorher bequem online über Japan Bus Online gebucht und konnten somit am Abfahrtstag direkt zur Busstation an der Tokyo Station fahren. Pünktlich auf die Minute ging es los und keine zwei Stunden später waren wir auch schon angekommen. Der Bus war bequem, hatte WiFi und war angenehm klimatisiert.

Unsere Unterkunft in Fujikawaguchiko

Mt Fuji Hostel

In der Nähe des Mount Fuji, am Fujikawa See gelegen haben wir im K’s House Fuji View* übernachtet. Hier hatten wir ein Doppelbett in einem Schlafsaal mit vier weiteren Doppelbetten und zwei Einzelbetten und haben 5000¥ (39€) pro Nacht bezahlt. Das Hostel liegt zwei Kilometer vom See entfernt, verleiht aber sehr günstig Fahrräder (150¥ pro Stunde, 1000¥ pro Tag). Unser Doppelbett war gemütlich und die Bäder, Küche und Gemeinschaftsräume waren extrem sauber. Ein Highlight war die wirklich toll ausgestattete Küche. Es gab zwei Induktionsherde, zwei Spülen, alle möglichen Küchengeräte und scharfe Messer. Das war mit Abstand die beste Hostelküche, in der war je gekocht haben!

Mit dem Fahrrad um den Kawaguchiko See

Im Hostel hatten wir den Tipp bekommen, dass der See gut mit dem Fahrrad umrundet werden kann und sich dabei gute Blicke auf den Mount Fuji erhaschen lassen. Also mieteten wir uns zwei Drahtesel in unserem Hostel und düsten runter zum See. Nun ging es gegen den Uhrzeigersinn immer entlang des Ufers. Mal auf der Straße, mal auf kleineren Wegen. Viel Verkehr war bei uns (an einem Sonntag) nicht unterwegs.

Mt Fuji Fahrradtour Kawaguchiko See

Immer wieder hielten wir zwischendrin für Fotostopps an. Der Blick vom See auf den Mount Fuji ist teilweise echt gut. Wenn der Mount Fuji denn zu sehen ist. Der größte Berg Japans ist dafür bekannt, die meiste Zeit in Wolken zu stecken. Und so war es auch während unserer Fahrradtour. Die Wolkendecke zog sogar immer weiter herunter, sodass zuletzt kaum noch etwas vom Berg zu sehen war.

Mt Fuji Fahrradtour

Die Runde um den See hat wenig Steigung oder Gefälle und ist in zwei bis drei Stunden gut zu schaffen. Für uns war es wieder eine schöne Abwechslung, mit dem Fahrrad zu fahren. Fast in jedem Land unserer Weltreise haben wir uns Fahrräder geliehen und es genossen, die Landschaft um uns herum so zu erkunden. Am Abend konnten wir von der Terrasse unseres Hostels dann auch den oberen Teil vom Mount Fuji noch einmal bewundern.

Mt Fuji Blick vom Hostel

Onsen: unser Alternativprogramm zum Fuji-Gucken

Weil sich der Mount Fuji an unserem zweiten Tag komplett hinter einer Wolkendecke versteckte, tauschten wir spontan unsere Wanderpläne gegen Entspannung aus. Mit dem kostenlosen Shuttle des Yunari Onsen wurden wir vom Bahnhof Kawaguchiko abgeholt und zum Onsen gefahren.

Mt Fuji Privat Onsen

Ein Onsen ist eine Art Thermalbad, von denen es in Japan wirklich viele gibt. Das heiße Wasser in den Bädern stammt in der Regel von einer unterirdischen heißen Quelle und sorgt für entspannte Momente. Wir gönnten uns zunächst 50 Minuten in einem Privat-Onsen, da die öffentlichen Bäder für Männer und Frauen hier sonst getrennt waren. Die öffentlichen Pools waren aber auch sehr schön und von hier bietet sich an einem klaren Tag ein wahnsinnig beeindruckender Ausblick auf den Mount Fuji. Wir konnten für zwei Minuten immerhin die linke Seite sehen ;)

Auch ohne Ausblick genossen wir die Stunden im heißen Wasser sehr und freuen uns jetzt schon auf unsere Zeit in einer kompletten Onsen-Stadt in einer Woche. Dann berichten wir noch einmal etwas ausführlicher über die komplexen Regeln für einen Onsen-Besuch.

Exkurs: Einkauf im japanischen Supermarkt

Da wir uns in unserem Hostel so gut selbst versorgen konnten, machten wir mehrere Abstecher in den lokalen Supermarkt. Für uns ist das immer ein spannender Moment, wenn wir durch die Regale streifen und neugierig die lokalen Produkte beäugen. Hier in Japan konnten wir vieles so gar nicht zuordnen, weil wir es vom Aussehen nicht erkannten und die japanischen Schriftzeichen uns auch nicht weiterhalfen.

Mt Fuji Supermarkt

Die Preise für die Lebensmittel sind hier eher hoch, dafür ist die Qualität aber auch sehr gut. Wir kauften Steak, Garnelen und frischen Salat ein und waren mit allem sehr zufrieden. Es machte uns Spaß, mal wieder selbst zu kochen und dadurch auch einiges an Geld zu sparen.

Mount Fuji in der Nebenrolle

Wir hatten uns vorher auf ein paar schöne Tage in der Natur am Kawaguchiko See gefreut und waren daher nicht enttäuscht, dass wir vom Mount Fuji immer nur Abschnitte gesehen haben. Sicher hätten wir uns über einen klaren Blick bei tollen Wetterverhältnissen gefreut. Aber auch so hatten wir mit unserer Fahrradtour und der Entspannung im Onsen eine gute Zeit in Fujikawaguchiko.

Kaum waren wir aus dem nassen Süden Chiles zurückgekehrt, ging es für uns nun in die nördlichste Region Chiles in die Atacamawüste. Hier regnet es so gut wie nie, es soll eine wundervolle Landschaft sein und damit erschien es uns als perfektes nächstes Ziel. Um eins vorwegzunehmen: es hat geregnet :D Aber das mit der wundervollen Landschaft stimmt wirklich!

Unsere Anreise nach San Pedro de Atacama

Von Santiago aus gibt es zwei Möglichkeiten: man kann einen Bus nehmen, der einen in 20 bis 24 Stunden nach San Pedro de Atacama fährt und zahlt für diese Fahrt 40 bis 50€. Wir bekamen Flugmeilen geschenkt und konnten daher spottbillig mit Latam nach Calama fliegen, dem nächstgelegenen Flughafen, der knapp 100 Kilometer nördlich von San Pedro de Atacama liegt. Die günstigste Flugalternative ist sonst Sky, die Flüge ab 45€ anbieten und daher eine tolle Alternative zur langen Busfahrt sind.

In Calama erlebten wir die bisher ungemütlichste Landung unserer Weltreise. Kurz vor dem Auftreffen auf der Landebahn geriet das Flugzeug noch mal so richtig in Schieflage, dass uns ziemlich mulmig wurde. Als wir aus der Ankunftshalle nach draußen kamen, sahen (und spürten) wir den Grund für die wackelige Landung: hier war ein ordentlicher Sturm zugange! Aufgrund der schlechten Wetterlage entschieden wir uns für ein Shuttle, das uns direkt zu unserem Hostel in San Pedro de Atacama fahren würde. Für 10.000 Pesos pro Person (14€) schunkelten wir gemütlich durch den Sandsturm und genossen die ersten Ausblicke auf die Atacamawüste.

Unsere Unterkunft in San Pedro de Atacama

San Pedro ist ein Wüstenort für Touristen. Hier gibt es vor allem Hostels, Restaurants, Touranbieter und Minisupermärkte. Dementsprechend sind auch die Preise ziemlich hoch und es fiel uns nicht leicht, ein günstiges Zimmer zu finden. Im Hostel Juriques buchten wir schließlich über Hostelworld ein Doppelzimmer mit geteiltem Bad für 33€ pro Nacht. Das Zimmer war dunkel und kalt und hatte natürlich keine Heizung. Dafür gibt es im Hostel einen schönen Innenhof mit Hängematten und vielen Sitzmöglichkeiten. Hier konnten wir uns mit anderen Reisenden austauschen und zusammen essen. Die Küche war nicht besonders sauber aber ausreichend.

Atacama Wüste Hostel

Touren auf eigene Faust

San Pedro ist der Ausgangsort für Touren in die Atacamawüste und so wird man auf Schritt und Tritt von Tourenanbietern angesprochen und es werden irre viele Touren beworben. Man könnte hier sicher eine Woche verbringen und jeden Tag eine andere Tour machen! Leider kosten diese aber ziemlich viel Geld und die Attraktion selbst auch noch mal einen saftigen Eintritt. Daher unternahmen wir zwei Ausflüge auf eigene Faust und konnten die wunderschöne Natur in unserem Tempo erkunden.

Atacama Valle de la Luna Duna Major Paar

Wanderung durch das Valle de la Muerte

Von San Pedro aus kann man in drei bis vier Kilometern am Eingang des Valle de la Muerte sein. Der Weg führt nördlich aus dem Ort heraus und eine ganze Zeit entlang des Flusses. Am Parkeingang werden 3000 Pesos Eintritt (4€) verlangt. Danach folgt ein vier Kilometer langer Weg durch die Wüstenlandschaft bis zu einem Aussichtspunkt.

Atacama Valle de la Muerte Matthias

Der Weg ist wirklich toll, weil er an Sanddünen vorbeiführt, durch die orangeroten Gesteinsformationen und immer wieder schöne Aussichten bietet. Wir hatten an diesem Tag ziemlich starken Wind, der uns den Sand immer wieder ins Gesicht fegte.
Am Aussichtspunkt angekommen, kann man das Todestal überblicken. Der Rückweg ist der Gleiche wie der Hinweg, sodass es insgesamt ungefähr 15 Kilometer Wanderung sind.

Atacama Mirador Valle de la Muerte

Unser Tipp: Genügend Wasser einpacken und auch bei Wolken unbedingt Sonnencreme nutzen, die Sonne ist in der Höhe nicht zu unterschätzen! Man kann diese Tour auch mit einem Fahrrad machen und zusätzlich ein Snowboard ausleihen, mit dem man die große Sanddüne herunterfährt. Wir haben anderen dabei zugesehen, das sah aber gar nicht so einfach aus ;)

Fahrradtour durch das Valle de la Luna

An unserem zweiten Tag liehen wir uns Fahrräder aus um das Valle de la Luna zu erkunden. Für 6 oder 7 Stunden zahlten wir 4000 Pesos pro Person (5,50€) und bekamen Fahrräder in wirklich gutem Zustand, Helme (sind obligatorisch), Ersatzschlauch und Lichter dazu. Von San Pedro fährt man zunächst 5 Kilometer entlang der geteerten Straße bis zum Eingang in das Mondtal.

Das Informationszentrum war nicht besetzt als wir dort ankamen, sodass wir uns den Eintritt von 3000 Pesos pro Person (4€) sparten und auch den Ticketkontrollpunkt später links liegen ließen. Auf einer Schotterpiste legten wir weitere sechs Kilometer zurück bis wir zu den verschiedenen Attraktionen im Tal gelangten. Diese kann man gar nicht verfehlen, weil immer ein Parkplatz davor ist.

Atacama Valle de la Luna Fahrrad

Duna major

Am meisten beeindruckten uns die Ausblicke von der Hauptdüne. Hier liefen wir zu zwei verschiedenen Aussichtspunkten die uns tatsächlich die Sprache verschlugen. Es ist schwer, diese einzigartige Natur in Worte zu fassen und auch die Bilder zeigen nur einen Teil des eigentlichen Spektakels. Die unendliche Weite, die wir gesehen haben. Diese riesigen Gesteinsformationen in den schönsten Orange- und Rottönen.

Atacama Valle de la Luna Duna Major Matthias

Eine lange Zeit saßen wir einfach nur dort und sogen die Eindrücke in uns auf. Es waren sehr besondere Momente, die wir nur schwer beschreiben können. Umso schöner war es für uns, dass wir diese Momente nicht mit anderen teilen mussten sondern zu zweit genießen konnten. Ganz allein saßen wir an den Aussichtspunkten.

Atacama Valle de la Luna Wüste und Salz

Nach der Hauptdüne gibt es zwei weitere Aussichtspunkte, die ebenfalls menschenleer waren. Hier blickten wir ins Tal, auf die salzbedeckte Wüste und die abgefahrenen Berge. So viele Fotos haben wir geschossen um die Schönheit festzuhalten.

Atacama Valle de la Luna Amphiteatro

Die Tour ins Valle de la Luna ist eine der am häufigsten besuchten Touren. Schon für 10000 Pesos (14€) wird man in das Tal zu den verschiedenen Aussichtspunkten gefahren und kann den Sonnenuntergang dort erleben. Uns kamen die ganzen Busse und Touristen entgegen als wir von der Hauptdüne wieder gingen. Wir waren dankbar, die Natur um uns herum ungestört genießen zu können.

Wir würden es daher jedem empfehlen, das Valle de la Luna mit dem Fahrrad zu erkunden. Die Strecke ist zum Teil schon sehr steil (Franzi musste absteigen) und unseren Hintern haben wir nach dem Tag auch ordentlich gespürt. Aber das war es sowas von wert!!!

Akklimatisierung erfolgreich

Hatten wir bei unserer Ankunft in San Pedro noch leichte Kopfschmerzen (liegt immerhin auf 2500 Metern), so waren wir nach drei Tagen und viel Bewegung auf der Höhe gut akklimatisiert. Wir hatten überlegt, noch eine Tagestour zu den Piedras Rojas zu machen, da diese zu hoch und weit weg gelegen sind um sie selbst zu erkunden. Allerdings war das nicht möglich wegen des vielen Schnees in der Höhe.
So verließen wir San Pedro, die Atacamawüste und nach 30 Tagen auch Chile um noch mehr von Südamerika zu sehen. Die Atacamawüste war definitiv eines unserer Highlights in Chile, das wir jedem ans Herz legen wollen.