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Einmal Orang Utans in freier Wildbahn sehen, ein großer Traum von uns und nur auf den Inseln Borneo oder Sumatra möglich. Wir sind in den Regenwald auf Sumatra gereist, um diese einmalige Erfahrung machen zu können. Und es war besser als wir es uns hätten vorstellen können!

Unsere Anfahrt nach Bukit Lawang

Von Bangkok aus waren wir mit Air Asia für nur 65€ nach Medan geflogen und die zwei Stunden vergingen „wie im Flug“ ;) In Medan fahren am Flughafen Busse nach Binjai, das ungefähr auf halber Strecke nach Bukit Lawang liegt. Für 40.000 indonesische Rupie (IDR, ca. 2,50€) wurden wir nach knapp zwei Stunden am Busterminal von Binjai hinausgeworfen. Dort erfuhren wir dann, dass hier keine Busse nach Bukit Lawang fahren. Also ging es mit dem Tuktuk drei Kilometer weiter um dort in einen engen und schon sehr verschlissenen Minivan zu steigen. Wir konnten den Preis auf 40.000 IDR pro Person drücken und verbrachten 2 1/2 weitere Stunden im nächsten Transportmittel bis wir schließlich in Bukit Lawang ankamen.

Bukit Lawang Dorf

Unsere Unterkunft in Bukit Lawang

Dieses Mal hatten wir nichts vorgebucht, uns aber drei Unterkünfte markiert, die wir abklappern wollten. Die erste war ausgebucht, im Thomas Retreat* hatten wir Glück und konnten das letzte Zimmer ergattern. Für nur 19€ hatten wir hier ein wirklich großes Zimmer mit superbequemem Bett, Klimaanlage und luxuriösem Bad. Das Personal war unheimlich bemüht und so herzlich, dass wir uns hier richtig wohl fühlten. Im zugehörigen Restaurant aßen wir oft und probierten uns quer durch die Speisekarte. Für einen kleinen Preis gab es hier sehr leckeres Essen. Es gibt auch günstigere Zimmer, die ebenfalls sehr schön sind, aber dann keine Klimaanlage haben oder etwas kleiner sind.

Zweitägiger Dschungeltrek zu Orang Utans

Bereits am Abend vor dem Trek hatten wir unseren Guide und die anderen Mitwanderer aus unserer Gruppe kennengelernt und starteten voller Vorfreude gen Dschungel. Wir liefen direkt bei unserer Unterkunft los und nach wenigen Minuten befanden wir uns bereits im Regenwald. Unser Guide erzählte uns, dass früher viel Gummi von den Gummibäumen gewonnen worden war. Das waren zwar auch Plantagen, für die der Urwald weichen musste, aber die Orang Utans konnten darin leben. Durch synthetisch hergestelltes Gummi sanken die Preise und die weltweite hohe Nachfrage nach Palmöl ließ die lokalen Bauern größtenteils auf Ölpalmen umsteigen, die leider nicht als Lebensraum für die Orang Utans taugen. Mehr dazu am Ende unseren Artikels.

Bukit Lawang Bäume im Dschungel

Wir waren nur wenige Meter im dichten Dschungel gegangen, als wir einen Thomas Leave Affen sahen. Diesen gibt es nur im hiesigen Regenwald und er beäugte uns genauso neugierig wie wir ihn.

Thomas Leave Monkey

Als wir noch keine Stunde unterwegs waren, begegneten wir den ersten Orang Utans. Eine Mutter und ihr Kleines turnten auf den Ästen über unseren Köpfen herum, schwangen sich von Baum zu Baum und wir bekamen unsere Münder einfach nicht mehr zu. Jetzt waren wir tatsächlich im Dschungel und Orang Utans flogen um uns herum durch die Lüfte! Das glückselige, leicht dümmliche Grinsen würde für die nächsten Tage nicht mehr aus unserem Gesicht weichen :)

Orang Utan mit Baby

Mina – die Herrscherin des Dschungels

Wenn du nach Dschungeltouren in Bukit Lawang suchst, hast du vermutlich auf der einen oder anderen Seite auch schon von Mina gelesen, der berüchtigten Orang Utan Dame, die den Dschungel ordentlich aufmischt. Sie ist inzwischen 40 Jahre alt und gilt als halbwild, da sie im Kindesalter von dem Bohorok Rehabilitation Center aufgezogen wurde. Ihre Auswilderung war allerdings kein kompletter Erfolg, da sie das Essen nach wie vor von Menschen bekommt.

Orang Utan Mina fordert Essen

Wie sie das tut? Sie wird aggressiv und beißt! Jeder Guide hat seine Mina-Geschichte zu erzählen und kann verschiedene Bisswunden zeigen. Mir ihr ist nicht zu spaßen. Und so wird sie weiterhin mit Mandarinen bestochen, die mag sie nämlich am liebsten. Wir trafen schon früh auf Mina und konnten einige Fotos mit ihr machen, da sie anfangs noch gute Laune hatte.

Orang Utan Mina Paar Selfie

Als unserem Guide die Mandarine ausging, änderte sich das jedoch schlagartig und Mina verließ ihren Baum um uns zu verfolgen. Wir traten schnell den Rückweg an und konnten Mina erfolgreich entkommen. So viel sei hier schon gesagt: es sollte nicht das einzige Mal sein, dass wir an diesem Tag vor Mina flüchteten!

Affentanz zwischen den Bäumen

Auf unserem weiteren Weg durch den Dschungel konnten wir immer wieder Orang Utans und Makaken beobachten. Unser Guide versicherte uns, dass wir eine sehr glückliche Gruppe seien, weil wir so viele Tiere zu sehen bekamen. Und so hielten wir immer wieder inne und schauten den Tieren dabei zu, wie sie sich durch den Dschungel bewegten.

Orang Utan zwischen Bäumen

Am Vormittag hatten wir viel Obst als Snack zwischendurch bekommen, zum Mittag gab es gebratenen Reis. Dabei achtete unser Guide sehr darauf, dass wir nichts im Dschungel hinterließen. Die Essensreste wurden später im Boden vergraben, damit die Tiere nicht abhängig vom Menschen werden und sich selbst ihr Essen suchen.

Der Mann im Wald

Orang Utan Mann von vorne

Zu Beginn des Treks hatte unser Guide uns erzählt, dass man in der Regel nur Orang Utan Frauen und ihre Kinder zu sehen bekommt, da die Männer sich nicht so viel bewegen und eher tiefer im Dschungel verweilen. Nun befand sich nur wenige Meter von uns entfernt ein solches Exemplar, das noch einmal deutlich größer war als alle Orang Utan Weibchen, die wir bis dahin gesehen hatten.

Orang Utan Mann mit Weibchen auf Weg

Dann sahen wir, dass er gar nicht alleine war. Drei weitere Orang Utan Weibchen waren in seiner Nähe. Nach einer Weile bewegte sich der Orang Utan mit seinem Gefolge auf uns zu, sodass wir immer weiter den Rückzug antraten. Als sie uns an einer Stelle überholten, folgten wir der Truppe. Es war ein witziges Gefühl, im Dschungel einem riesigen Orang Utan hinterherzulaufen.

Orang Utans von hinten

Mina, Klappe die Zweite

Während wir gemächlich hinter den Orang Utans herliefen, trafen diese wieder auf Mina, die gerne Unruhe stiftet. Sie griff die Partnerin des Mannes an und zog damit seinen Zorn auf sich. Was danach geschah, war einfach nur filmreif! Der riesige Orang Utan Mann kletterte in die Bäume, brüllte seine Wut hinaus und jagte Mina. Wir konnten das Schauspiel leider nur wenige Sekunden genießen, denn Mina nahm Reißaus und zwar in unsere Richtung. Und so liefen wir (dieses Mal etwas schneller) erneut vor Mina weg.

Bukit Lawang Dschungel

Zeke, der Geiselnehmer

Das sollte aber noch immer nicht unser letztes Abenteuer gewesen sein. Auf unserem weiteren Weg in Richtung Camp trafen wir später auf Zeke, eine halbwilde Orang Utan Dame, ihr Baby und einen weiteren jungen Orang Utan. Die drei sahen so aus, als hätten sie nur auf uns gewartet und hatten keine Scheu.

Zeke ist ebenfalls auf Menschen angewiesen und sucht sich ihr Futter nicht selbst. Sie hat einen ganz sensationellen Trick entwickelt: sie nimmt Touristen als Geisel damit sie von den Guides Obst bekommt. Und so wurden zwei Mädels aus unserer Gruppe kurzfristig zu Geiseln. Zeke ließ ihre Hände nicht mehr los, leckte liebevoll ihre Finger und streckte die andere Hand geduldig aus bis sie genügend Obst bekommen hatte.

Orang Utan Baby

Ihr Baby kletterte in ihrer Nähe immer umher und sorgte für ein tolles Fotomotiv.

Unser Camp am Fluss

Nach einem langen und sehr steilen Abstieg erreichten wir am späten Nachmittag unser Camp am Fluss. In kürzester Zeit hatten wir uns in unsere Badeklamotten geworfen und genossen das kühle Wasser, erfrischten uns und spülten die Schlammreste von unseren Beinen.

Bukit Lawang Fluss

Unser Koch bereitete uns ein tolles Abendessen und legte sich danach beim Entertainment ordentlich ins Zeug. Wir lachten viel, lernten neue Spiele und hatten einen schönen Abend. Als wir schließlich auf unsere Matratzen fielen, dauerte es keine fünf Minuten bis wir eingeschlafen waren.

Bukit Lawang Camp

Stromschnellen, Wasserfall und Dschungelbemalung

Am nächsten Morgen liefen wir nach dem Frühstück ein Stück den Fluss hinauf, überquerten ihn und gelangten zu einem Wasserfall. Dort konnten wir im unteren Teil baden, kletterten aber auch ein Stückchen höher um noch mehr vom Wasserfall zu sehen. Matthias wollte die rutschigen Stufen weiterlaufen und machte dabei unangenehme Bekanntschaft mit den glitschigen, scharfen Felsen. Glücklicherweise hat er sich nur einige Schrammen geholt und ließ das Klettern dann sein.

Wasserfall im Dschungel

An einer Stelle im Fluss konnten wir hineinspringen und uns ein wenig treiben lassen bevor wir wieder zum Ufer schwammen. Das machte richtig viel Spaß! Da kamen die Kinder in uns auf volle Kosten :) Zum Abschluss bekam Franzi noch eine Gesichtsbemalung von unserem Guide, die er mit natürlichen Farben und einem Grashalm erstellte.

Franzi mit Bemalung

Rasantes Rückweg-Rafting

Der krönende Abschluss unseres Dschungeltreks war der Rückweg auf dem Fluss. Wir rafteten in zusammengebundenen Gummireifen flussabwärts mit unserem Guide als Steuermann. Wir wurden ordentlich nass gespritzt und juchzten vor Freude. So kamen wir am Nachmittag pitschnass aber überglücklich wieder im Thomas Retreat an.

Bukit Lawang Rafting

Fazit zum Orang Utan Dschungeltrek in Bukit Lawang

Wir haben unsere zweitägige Dschungeltour über das Thomas Retreat* gebucht, dafür ca. 90€ pro Person bezahlt und waren wirklich glücklich mit unserem Guide. Er schien die Natur und die Tiere zu respektieren, führte uns weg, wenn schon viele Menschen an einem Ort waren und hielt Abstand zu den Orang Utans.

Nicht nur das Beobachten der Tiere im Regenwald war ein tolles Erlebnis, auch die Natur um uns herum war wirklich sehenswert. Der Blick nach oben in die Baumkronen, auf den Boden zu den riesigen Ameisen oder durchs dichte Gestrüpp lohnte immer. Die Nähe zur Natur und den Orang Utans hat uns überwältigt und war eines der schönsten Erlebnisse auf der Weltreise! 

Dschungel Baum

Was solltest du für den Orang Utan Dschungeltrek in Bukit Lawang mitnehmen?

  • ca. 2 Liter Wasser pro Person
  • einen kleinen Rucksack
  • Trailschuhe/ Nike Free und Flip Flops
  • Taschenlampe
  • Badesachen und Handtuch
  • Wechselklamotten
  • Leggins und dünnes Longsleeve für den Abend
  • Insektenschutzmittel und Sonnencreme
  • Ersatzakku für die Kamera
  • evtl. Regenhülle für den Rucksack

Bedrohter Lebensraum der Orang Utans

Orang Utans gehören zu unseren nächsten noch lebenden Verwandten. Und doch bedroht der Mensch den Lebensraum dieser faszinierenden Menschenaffen, hauptsächlich durch das Abholzen und Brandroden des Regenwaldes. Schon auf dem Weg nach Bukit Lawang sind wir durch die riesigen Plantagen links und rechts des Weges gefahren, welche die weltweite Nachfrage nach Palmöl stillen sollen. In den letzten drei Jahrzehnten haben wir die Hälfte des Lebensraums der Orang Utans zerstört, die nur auf den Inseln Borneo und hier auf Sumatra vorkommen.

Vierzig Prozent des deutschen Palmölbedarfs wird für Biodiesel verwendet, der in Deutschland dem herkömmlichen Diesel beigemischt wird. Auch befindet sich Palmöl in jedem zweiten industriellen Supermarktprodukt, von der Pizza bis zur Süßigkeit. Da ist es als Verbraucher nicht einfach auf andere Öle umzusteigen und das wäre vermutlich noch problematischer, da Kokos oder Soja noch größere Anbauflächen benötigten. Das bedeutet, wir können den verbleibenden Lebensraum der Orang Utans nur retten, wenn wir weniger konsumieren und weniger mit Dieselmotoren durch die Gegend fahren.

Weitere Informationen findest du auch in diesem SPIEGEL Artikel. 

Vier Tage kämpften wir uns auf und ab durch den Dschungel Kolumbiens, schwitzten bei 30°C und einer Luftfeuchtigkeit um die 90% wie verrückt und durchquerten mehrfach hüfthohe Flüsse. Wie Indiana Jones fühlten wir uns als wir uns durch die dichte Natur bewegten und schließlich zur Ciudad Perdida gelangten. Ein geniales Abenteuer, das sicher zu den Highlights der ganzen Weltreise gehört!

Ciudad Perdida Weg im Dschungel

Anbieter für die Tour durch die Ciudad Perdida

Die Ciudad Perdida ist nur zu Fuß erreichbar und diese Wanderung ist nur im Rahmen einer Tour möglich. Es gibt in Santa Marta sechs offiziell registrierte Touranbieter, die diese Tour alle zum gleichen Preis anbieten: 850.000 COP (240€). Dabei macht es preislich keinen Unterschied, ob man die 4- oder 5-Tagestour bucht. Wir hatten eine Empfehlung für Magic Tour bekommen und deswegen in deren Büro in Santa Marta die Tour gebucht, Preis verhandeln zwecklos. Wer die Tour schon vorher buchen möchte, kann das auch übers Internet tun. Der Preis ist der gleiche.

Ciudad Perdida ⦿ Tag 1: Wanderung von El Mamey zum Camp 1

9 Uhr morgens fanden wir uns gemeinsam mit vielen anderen Abenteuerlustigen im Büro von Magic Tours ein und lernten dort unseren Guide Jose kennen. Später wurden wir in zwei Jeeps gestopft, die eigentlich nicht dafür ausgelegt waren, so viele Personen zu befördern. Dadurch war die Fahrt zum Ausgangspunkt der Wanderung in El Mamey weniger angenehm.

Ciudad Perdida Matthias läuft Weg

Nach einem guten Mittagessen startete unsere 13-köpfige Truppe nun die ersten Kilometer zu Fuß. Der staubige Weg führte uns zunächst viel bergauf und ließ zwischendurch immer wieder Ausblicke in die schier unendliche grüne Weite zu. Als auf halber Strecke plötzlich frische Wassermelone für uns bereit stand, stürzten wir uns gierig auf den tollen Snack.

Ciudad Perdida Melone als Snack

Danach ging es weitere zwei Stunden durch den lehmigen Boden viel bergab bis wir schließlich am späten Nachmittag das erste Camp erreichten. Hier ergatterten wir Betten und konnten zur Abkühlung in den kühlen Fluss springen. Tat das gut nach dem vielen Geschwitze!

Ciudad Perdida grüne Berge

Am Abend bekamen wir Fisch zum Abendessen und wurden danach von Jose über die morgige Wanderetappe aufgeklärt. Da kolumbianischer Unabhängigkeitstag war, gab unser singfreudiger Guide vor dem Schlafengehen noch die kolumbianische Hymne zum Besten. Wir fielen hochzufrieden schon früh in einen tiefen Schlaf.

Ciudad Perdida ⦿ Tag 2: Wanderung vom Camp 1 zum Camp 3

5 Uhr am nächsten Morgen wurden wir geweckt und mit einem leckeren Frühstück mit Energie für den anstehenden Tag versorgt. Kurz nach 6 Uhr machten wir uns auf den Weg, der heute zu großen Teilen bergauf führen sollte. Als die ersten Sonnenstrahlen durch die Baumwipfel lugten, bekamen wir wieder sensationelle Aussichten geboten.

Ciudad Perdida Dschungel Landschaft

Auch heute gab es für uns in der ersten Pause wieder Wassermelone, die für dringend nötige Erfrischung sorgte. Danach liefen wir zunächst durch knöchelhohen Schlamm und kamen schließlich zu einem Kogi-Dorf. Die Kogi sind eines der Völker, die heute noch in der Gegend um die Ciudad Perdida leben und Nachfahren der Tayrona sind. Die Tayrona sollen die Ciudad Perdida damals errichtet und bewohnt haben.

Ciudad Perdida Kogi Dorf

In der heutigen Mittagspause gab es erneut die Möglichkeit, sich im Fluss abzukühlen. So erfrischt schmeckte das Mittagessen noch besser und wir hatten wieder Energie für die nächsten Wanderkilometer. In den zwei Stunden nach dem Mittagessen ging es immer bergauf. Jose kommentierte das regelmäßig mit un poco mas, was so viel heißt wie ein bisschen mehr. Ein bisschen war aber ein sehr dehnbarer Begriff ;)

Ciudad Perdida Schlamm Weg

Kurz vor unserer Ankunft im Camp mussten wir den bisher breitesten Fluss mit der stärksten Strömung durchqueren. Wie schon öfter vorher zogen wir die Schuhe aus und watschelten Schritt für Schritt durch das Wasser. Danach hatten wir es geschafft und konnten wieder Betten ergattern. Einige aus unserer Gruppe mussten in dieser Nacht in Hängematten schlafen, weil das Camp so voll war.

Nur 15 Minuten nach unserer Ankunft im Camp begann es dann zu regnen, und zwar so richtig! Zwei Stunden lang schüttete es wie aus Kübeln und wir waren heilfroh, noch trocken angekommen zu sein. Erneut gingen wir kurz nach dem Abendessen ins Bett, schliefen in dieser Nacht aufgrund der feuchten Betten aber nicht so gut.

Ciudad Perdida ⦿ Tag 3: Verlorene Stadt und Wanderung zum Camp 2

Am dritten Tag wurden wir bereits 4:30 Uhr geweckt damit wir auch pünktlich um 6 Uhr den Aufstieg zur Ciudad Perdida beginnen konnten. Zunächst mussten wir noch einmal den Fluss überqueren und dann warteten 1200 Stufen in den verschiedensten Höhen und Breiten darauf, von uns erklommen zu werden. Gegen 7 Uhr erreichten wir die verlorene Stadt und bekamen nun eine tolle Führung durch die Ruinen.

Ciudad Perdida Stufen

Ciudad Perdida: Hauptstadt der Tayrona

Jose war vor vielen Jahren selbst am Wiederaufbau der Stadt beteiligt gewesen und hatte unheimlich viel Wissen zum damaligen Leben in der Stadt und den Tayrona. Dieses teilte er nun mit uns und wir wollen dir hier auch ein paar der Informationen weitergeben.

Ciudad Perdida Blick von oben

Die Ciudad Perdida wurde vermutlich im 11. Jahrhundert von den Tayrona erbaut und in ihr lebten teilweise bis zu 2000 Menschen. Sie liegt inmitten der Sierra Nevada de Santa Marta und damit 40 Kilometer entfernt von der karibischen Küstenstadt Santa Marta. Die Stadt wurde nach Ankunft der Spanier in Südamerika verlassen und von den Spaniern nie betreten. Erst 1975 wurde sie von Goldgräbern wiederentdeckt, welche das Gold der Tayrona aus den Gräbern ausbuddelten. Ein Teil der damaligen Fundstücke ist heute im Museo del Oro in Bogotá zu sehen.

Heute gehört das Land offiziell den Naturvölkern, die drum herum leben und diese setzen sich für die Instandhaltung der Anlage ein. Sie bekommen von den Agenturen 30.000 COP (9€) für jeden Touristen, der die Stadt besucht und versuchen, den Tourismus einzudämmen. Daher gibt es zum Beispiel nur einen Weg zur Ciudad Perdida, der aktuell gelaufen werden darf.

Ciudad Perdida Matthias

Tropischer Regenguss

Pünktlich zum Mittagessen erreichten wir unser Camp wieder und brachen danach auf den Rückweg auf. Diesen kannten wir dieses Mal schon, da es auf dem gleichen Weg wieder zurück geht, auf dem man zur Stadt hinläuft. Nach der Hälfte der Strecke öffnete der Himmel allerdings erneut seine Schleusen und wir liefen die restlichen zwei Stunden im tropischen Regen. Als alles völlig durchnässt war, machte es uns sogar Spaß, weil wir daran ja nun auch nichts mehr ändern konnten und beherzt durch Wasser durchliefen anstatt es wie auf dem Hinweg vorsichtig zu umkreisen.

Triefend nass kamen wir am Nachmittag an und es war absehbar, dass diese Sachen bis morgen nicht trocknen würden. Glücklicherweise hatten unsere Regenhüllen die Rucksäcke geschützt, sodass wir abends trockene Klamotten anziehen konnten. Wir verbrachten einen entspannten Nachmittag mit unseren Wanderfreunden und eine angenehme Nacht im Doppelstockbett.

Ciudad Perdida Camp Betten

Ciudad Perdida ⦿ Tag 4: Camp 2 bis El Mamey

Auch unser letzter Wandertag startete wieder um 6 Uhr und mit einem guten Frühstück. Wir hatten uns am Vorabend dazu entschieden, die 5-Tages-Tour auf 4 Tage zu verkürzen, da der Weg ja sowieso der Gleiche ist und wir uns fit genüg fühlten, das an einem Tag zu laufen. So ging es zurück über Stock und Stein, durch den dichten Wald, den lehmigen Matsch und immer wieder auf und ab. Als wir im ersten Camp ankamen, bekamen wir Saft, Kuchen und Melone zur Stärkung und konnten uns noch einmal im Fluss erfrischen.

Ciudad Perdida Abkühlung im Fluss

Danach ging es weitere 3 Stunden hoch und runter bis wir schließlich gegen 13 Uhr den Ausgangspunkt unserer Wanderung erreichten. Hier waren wir ziemlich platt und freuten uns auf ein ordentliches Mittagessen. Dort ließen wir direkt Matthias‘ übel riechende Trailschuhe zurück, da diese nun wirklich ausgedient hatten. Auch Franzis Schuhe waren nach dem Tag ordentlich mit Schlamm verschönert worden.

Ciudad Perdida Schlamm Schuhe

Die Hoffnung war groß, dass wir dieses Mal eine bequemere Autofahrt haben würden. Daraus wurde aber leider nichts, sodass wir erneut zusammengequetscht im Jeep zwei Stunden zurück nach Santa Marta fuhren. Immerhin kannten wir die Leute dieses Mal besser, mit denen wir uns gegenseitig vollschwitzten ;)

Unser Fazit zur Wanderung zur verlorenen Stadt

Wir hatten einen riesigen Spaß auf der Wanderung zur verlorenen Stadt. Der Weg war toll und teilweise sehr abenteuerlich mit seinen Flussdurchquerungen, Kletterstellen und vielem Auf und Ab. Es war eine wundervolle Erfahrung, so durch den Dschungel zu wandern. Auch mit unserem Guide waren wir sehr zufrieden, da er uns mit vielen interessanten Informationen rund um die Ciudad Perdida, die Tayrona und Kogi versorgte. Wir können diese Wanderung sehr empfehlen!

Ciudad Perdida Dschungel

Wichtige Informationen zur Wanderung zur Ciudad Perdida

  • Die Wanderung wird als 4-, 5- oder 6-Tageswanderung angeboten. Die insgesamt 45 Kilometer lange Strecke konnten wir gut in vier Tagen bewältigen. Es war unterwegs kein Problem, von der 5- auf die 4-Tagesvariante zu wechseln.
  • Pack auf jeden Fall genügend Insektenspray ein! Die Biester hängen von Minute 1 an deinen Knöcheln und finden jede Stelle, die nicht richtig eingesprüht ist. Wir haben uns vor Ort Nopikex geholt, das als sehr wirksam gilt. Dennoch wurde Franzi über 100 Mal gestochen (ja, wir haben gezählt!). Also damit lieber nicht geizen.
  • Die Verpflegung während der Wanderung ist wirklich ausreichend! Die Portionen der Hauptmahlzeiten sind groß und zwischendurch gibt es vor- und nachmittags frisches Obst als Snack. Wem das nicht reicht, der kann zwischendurch immer mal wieder Schokoriegel oder Bananen kaufen. In jedem Camp kann man zudem abends ein kaltes Bier bekommen. Und das mitten im Dschungel!
  • Auch das Wasser wird von der Agentur gestellt. Dazu wird es chemisch gereinigt und kann bei jeder Mahlzeit nachgefüllt werden. Wir haben unterwegs ausschließlich dieses Wasser getrunken und hatten damit gar keine Probleme.
  • Dinge, die du auf jeden Fall dabei haben solltest:
    • kleinen Trekkingrucksack* (max. 40 Liter) und Regenhülle dafür
    • Trinkblase*, es gibt viel zu schwitzen und das Wasser kann wieder aufgefüllt werden
    • Insektenspray und Sonnenschutz
    • gute Trailschuhe*
    • Shorts
    • 1 frisches T-Shirt pro Wandertag (die durchgeschwitzten und nassen Sachen werden bei der hohen Luftfeuchtigkeit im Dschungel oft nicht trocken über Nacht)
    • Unterwäsche
    • lange Hose und Longsleeve für die Nacht, wir schwören auf Merino-Wolle*
    • Badesachen und Reise-Handtuch*
    • Duschzeug, Toilettenpapier (gibt es auf keiner Toilette unterwegs)
    • Stirnlampe, gibt es superkompakt*
    • Seidenschlafsack* (fanden wir nachts praktisch als Moskitoschutz und da die Betten nicht immer super sauber wirkten)
    • Kamera* und 2. Akku oder Powerbank*, da Strom während der Wanderung Mangelware ist.
  • überflüssig:
    • Regenjacke – du bist sowieso nach 10 min Wanderung durchgeschwitzt

Komm mit in die verlorene Stadt! Unser Video zur Ciudad Perdida Wanderung

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Nach 3 Wochen auf der Halbinsel Yucatan brachen wir im Februar weiter ins Landesinnere auf nach Palenque. Die Stadt ist vor allem für ihre Maya-Ruinen bekannt, die im Dschungel etwas erhöht liegen und häufig als die schönsten Maya-Ruinen bezeichnet werden. Da wir nach den Ruinen am Karibischen Meer in Tulum, im Dschungel in Cobá und den restaurierten Ruinen in Chichén Itzá immer noch nicht genug hatten vom Zauber der Vergangenheit, machten wir uns also auf den Weg.

Anreise nach Palenque

Von Campeche aus nahmen wir einen ADO Bus und fuhren sehr komfortabel sechs Stunden bis zur Ankunft in Palenque. Dabei gelangten wir in den großen Bundesstaat Chiapas und wurden bei der Überquerung der Grenze tatsächlich im Bus kontrolliert und mussten unsere Pässe vorzeigen. Hier wurde vor allem kontrolliert, dass die angegebene Reisedauer passt (man kann mit dem deutschen Pass bis 180 Tage durch Mexiko reisen, muss das bei Einreise aber auch so eintragen lassen!).

Unsere Unterkunft in Palenque

Matthias hat für uns das Hotel Aguila Real* mitten in der Stadt gefunden, in dem wir für 22 €uro ein sehr schönes Doppelzimmer bezogen. Das Hotel ist wirklich schön gestaltet, hat auf jeder Ebene gemütliche Sitzgelegenheiten und sehr freundliches Personal. Wir waren zufrieden mit unserer Wahl als Ausgangspunkt für die Unternehmungen in den nächsten Tagen.

Die Ruinen von Palenque

… liegen etwa 8 Kilometer entfernt vom Stadtzentrum. Wir nahmen in der Frühe den erstbesten Colectivo, der uns trotz Tankpause und Extrarunde in 15 Minuten zum Haupteingang brachte. Auf dem Weg passiert man den Eingang in den Nationalpark, für dessen Zugang 32 Pesos (1,50€) verlangt werden. Der Eintritt zu den Ruinen beträgt 70 Pesos (3€) und dieses Mal betraten wir die archäologische Fundstätte ausnahmsweise als Zweite ;)

Während wir dem Pfad zu den Ruinenkomplexen folgten, zwitscherten um uns die Vögel und nach kurzer Zeit machten sich auch die Brüllaffen bemerkbar und ihrem Namen alle Ehre. Aus der einen Ecke des Dschungels drangen die lauten Geräusche zu uns durch und verstärkten das Urwaldgefühl noch viel mehr.

Der Tempel der Inschriften

Mexiko Palenque Tempel der Inschriften

Das erste Gebäude, das man auf dem Gelände zu sehen bekommt, ist der Tempel der Inschriften. Der Tempel ist das höchste Gebäude in Palenque und wurde aufgrund seiner vielen Maya-Schriftzeichen, welche die Geschichte von Palenque wiedergeben, als Tempel der Inschriften benannt. Erst 1949 (über 100 Jahre nach der Entdeckung der Ruinen, über 10 Jahre nach den ersten Ausgrabungen) fand man im Inneren des Tempels einen Gang, der zum Sarkophag des Herrschers Pakal führte. Leider sind der Gang und die Grabkammer für Touristen heute nicht mehr zugänglich. Aber den Sarkophag (und viele weitere, sehr sehenswerte Skulpturen) kann man im Museum am Ausgang des Geländes bestaunen. Der Besuch dort lohnt sich sehr!

Mexiko Palenque Museum

El Palacio

Als wir uns dem riesigen Hauptgebäude dieser Ausgrabungsstätte zuwandten, waren wir doch tatsächlich sprachlos. Es ist so unglaublich groß! Schnell kletterten wir die Stufen hinauf und konnten unsere Umgebung in Augenschein nehmen, Waaaahnsinn! Immer wieder schauten wir uns ungläubig um und versuchten, so viel wie möglich aufzunehmen und die Bilder in unseren Köpfen zu speichern. Und weil das meistens ja nicht so lange vorhält, hielten wir alles sicherheitshalber noch mit unserer Kamera fest ;)

Mexiko Palenque El Palacio

Der Palast ist 100 Meter lang und 80 Meter breit und bestand aus teilweise öffentlich zugänglichen Gebäuden sowie privaten Häusern, die nur von den Herrschern betreten werden durften. Inmitten des Palasts steht ein Turm, der zu astrologischen Zwecken verwendet wurde, aber auch als Wachturm. Wir erkundeten die Innenhöfe und übrig gebliebenen Mauern ausgiebig und versuchten wieder einmal, uns vorzustellen, wie das damals wohl gewesen sein muss. Wie sah der Alltag der Maya aus? Wie haben sie es geschafft, diese gigantischen Gebäude ohne Fuhrwerke oder Werkzeug aus Metall zu bauen?

Mexiko Palenque El Palacio Turm

Die Kreuzgruppe

Etwas oberhalb des Palastes befinden sich drei weitere Tempel, die wir als nächstes erkundeten. Der Sonnen-, Kreuz- und Kreuzblatttempel sind um einen offenen Platz herum angeordnet, der damals vermutlich von großer Bedeutung war. Der Kreuztempel ist der größte von den Dreien und wir erklommen auch hier die vielen Stufen und hatten einen fantastischen Blick auf den Palast und weitere Tempel.

Mexiko Palenque Kreuzgruppe

El Grupo Norte

Im hinteren Teil des Geländes befinden sich weitere Tempel und Gebäude, die sich in ihrer Funktion nicht eindeutig zuordnen lassen. Gemeinsam mit den Iguanas nahmen wir auf den Stufen der Gebäude Platz um alles auf uns wirken zu lassen.

Mexiko Palenque El Grupo Norte

Ruinen im Urwald

Auf dem Weg zum Ausgang läuft man durch den dichten Dschungel und passiert noch weitere Maya-Ruinen, die wie vom Wald aufgefressen wirken. Da kann man sich gut vorstellen, wie viele weitere Bauten noch unter den Pflanzen schlummern. In Palenque sind nämlich nur ca. 5% der Gebäude freigelegt, es schlummern also noch ganz ganz viele weitere Mayastätten im Dschungel!

Mexiko Palenque Dschungel

Auch der Spaziergang am Ende ist wunderschön und bietet noch einmal einen kleinen Wasserfall und tolle Blicke in den Dschungel. So war unser Besuch der Ruinen von Palenque von Anfang bis Ende ein beeindruckendes Erlebnis!

Agua Azul – Wunderschöne Wasserfallkaskaden

Neben den Ruinen sind die Kaskaden Agua Azul die Hauptattraktion in der Region um Palenque. Wir hatten vorher Fotos gesehen und wollten dieses Naturschauspiel unbedingt mit eigenen Augen sehen.

Mexiko Palenque Agua Azul Blick von oben

Von Palenque zum Wasserfall Agua Azul

In Palenque wird man an jeder Ecke von Taxifahrern und Tourmenschen angesprochen, ob man zu Agua Azul fahren möchte. Die meisten wollen einem eine Tour im Minibus verkaufen, bei der die Wasserfälle Misol-Ha und Agua Azul abgeklappert werden. Für die Fahrt hin und zurück zahlt man 180 Pesos pro Person. Da wir eigentlich nur zum Agua Azul wollten, haben wir uns nach einer Fahrt im Colectivo erkundigt. Das Blöde: es gibt keinen Colectivo, der durchfährt bis zum Wasserfall. Man fährt zunächst bis zu einer Kreuzung (Crucero Agua Azul) und nimmt dort noch mal ein Taxi, um den restlichen Weg zurückzulegen. Kostenpunkt pro Person: 140 Pesos. Daher haben wir uns für die Tour entschieden.

Viel Zeit im Minibus

Kurz nach 12 Uhr wurden wir in Palenque abgeholt und im nicht ganz vollen Minibus über die kurvigen Straßen zu den Wasserfällen gebracht. Erster Halt nach ca. 30 Minuten war der Wasserfall Misol-Ha, hinter dem man lang laufen kann. Das war auch ganz nett, hätten wir aber nicht unbedingt gebraucht (vor allem, weil man 30 Pesos Eintritt zahlt pro Person). Danach fuhren wir eine weitere Stunde über eine Straße, die immer mehr zur Schotterpiste wurde und mit Schlaglöchern übersät war. Aber wir sind ja seit Nepal abgehärtet ;)

Angekommen am Agua Azul stellten wir schnell fest: die lange Anfahrt hat sich gelohnt! (Und der Eintritt von 40 Pesos ebenfalls.) Das türkisblaue Wasser funkelte im Sonnenschein und lud direkt zum Baden ein. An insgesamt fünf unterschiedlichen Stellen kann man sich ins ziemlich kühle Wasser stürzen und von der Hitze abkühlen.

Mexiko Palenque Agua Azul Schwimmbereich

Bis zum obersten Punkt des Wasserfalls darf man leider nicht alleine gehen. Kurz nach der vierten Badestelle ist ein Plakat aufgebaut, auf dem steht, dass man hier nur mit Guide durch darf und praktischerweise haben sich davor dann auch einige positioniert. Warum man da nur mit Guide hin darf, haben wir nicht verstanden. Wir haben es auf jeden Fall nicht eingesehen und dachten uns, es gibt ja genügend Wasser und Kaskaden unterhalb davon.

Mexiko Palenque Agua Azul Wasserfall

Also badeten wir ausgiebig im Wasser, ließen uns vom Sog treiben und Matthias spielte mal wieder Tarzan und schwang sich an einem Seil ins Wasser. So vergingen die 2,5 Stunden sehr schnell und wir mussten wieder zurück zum Minibus. Wir hätten gerne etwas mehr Zeit gehabt und die Tour beinhaltet eigentlich auch 3 Stunden am Agua Azul.

Lieber auf eigene Faust anreisen

Beim nächsten Mal würden wir nicht noch einmal aus Bequemlichkeit eine Tour buchen. Der Wasserfall Misol-Ha war nicht annähernd so beeindruckend wie die Kaskaden des Agua Azul. Dann doch lieber selbst bestimmen, wie viel Zeit man bei den tollen Wasserfallkaskaden verbringen möchte und einmal mehr umsteigen.

Gesundes Essen in Palenque – Green Time :)

Nach nunmehr drei Wochen in Mexiko können wir so langsam Tortillas, Tacos und Quesadillas nicht mehr sehen. Die mexikanische Küche ist doch sehr maislastig, fettreich und gemüsearm. Vergebens sucht man oft Salate auf den Speisekarten und so hatten wir über TripAdvisor ein gesundes Restaurant ausfindig gemacht. Das Green Time bietet verschiedene frische Säfte und Smoothies an, Salate, Sandwiches und Smoothie Bowls. Wir waren zum Frühstück da und es war fantastisch! Hätten wir das kleine Café früher entdeckt, hätten wir dort gern mehr probiert!

Unser Fazit zu Palenque

Palenque war für uns ein guter Ausgangsort für die Ausflüge zu den Ruinen und zum Wasserfall. Beides würden wir auf jeden Fall empfehlen! Die Ruinen waren inzwischen schon die vierten, die wir uns angesehen haben und sie haben uns dennoch am meisten beeindruckt. Wer etwas mehr Urwaldfeeling haben möchte, sollte sich vielleicht eine Unterkunft in Panchán suchen, das auf halber Strecke zwischen Palenque und den Ruinen liegt.

Mexiko Palenque Blick auf Ruinen

Und damit du noch besser in die mystische Atmosphäre der Ruinen eintauchen kannst, haben wir diese für dich im Video festgehalten.

Und du?

Hast du schon mal Maya-Ruinen besichtigt und einen Favoriten? Konnten wir dir ein bisschen Reiseinspiration weitergeben? Wir freuen uns, wenn du uns einen Kommentar da lässt!

Erst während unserer Tage in Tulum hatten wir von Cobá gehört und uns wurde von Einheimischen und Reisenden empfohlen, dass wir uns diese Mayastätte auf jeden Fall ansehen sollten. Gut, dass wir spontan reisen und die Möglichkeit haben, solche wertvollen Tipps umzusetzen. Denn Cobá ist definitiv einen Besuch wert!

Anreise von Bacalar nach Cobá

Nach vier sehr entspannten Tagen in Bacalar bestiegen wir mal wieder einen bequemen Bus von ADO, der uns in drei Stunden nach Tulum brachte. Eine direkte Verbindung nach Cobá gibt es nicht und wir hatten einen zweistündigen Aufenthalt in Tulum, den wir mit einem Mittagessen verbrachten. Dann ging es im Bus von Oriente weiter. Diese Busse sind nicht so luxuriös wie die ADO Busse, aber immer noch sehr bequem! Nach einer guten Stunde kamen wir in Cobá an.

Unterkunft in Cobá

Die Auswahl in dem wirklich kleinen Örtchen beschränkt sich auf drei Hotels, von denen wir das günstigste gewählt hatten. Über Booking.com* haben wir eine Nacht im Hotel Sac-Be* für 28€ bekommen und hatten dafür ein großzügiges Doppelzimmer mit Klimaanlage. Nach sechs aufeinanderfolgenden Nächten im Camper mit sehr kleinem Bett wussten wir den Komfort hier sehr zu schätzen!

Die Maya-Ruinen von Cobá

Wir hatten uns zu einer Übernachtung in Cobá entschieden, um vor den Tagestouristen einen Blick auf die Maya-Ruinen werfen zu können. Also standen wir Punkt 8 vorm Eingangstor und konnten mal wieder als erste unsere Tickets ergattern (70 Pesos pro Person, 3€). Da das Gelände sehr weitläufig ist (insgesamt 70km²) liehen wir uns Fahrräder. Innerhalb des Geländes bekommt man diese für 50 Pesos (2,20€) pro Rad.

Mexiko Coba Fahrrad

Nohoch Mul: Die höchste Maya-Pyramide Yucatans

Mexiko Coba Pyramide Blick auf Dschungel

Unser erster Anlaufpunkt war das zweithöchste Maya-Gebäude in Yucatan: Nohoch Mul. Diese Pyramide ist mit 42 Metern höher und auch älter als die Pyramide in Chichén Itzá. Der größte Unterschied ist aber, dass man die Pyramide in Cobá besteigen kann! Wir konnten als Erste noch ganz alleine diese Ruine erklimmen und den Ausblick auf den umliegenden Dschungel genießen.

Mexiko Coba Pyramide von unten

Mit dem Eintreffen der ersten Reisegruppe und deren Guide lernten wir sogar noch einiges über diesen Ort. Die Pyramide war damals bunt angemalt, aber die Farbe ist über die Jahre verblichen. Außerdem war der Blick von oben ganz anders: es gab keinen Dschungel rundum! Das Holz war zum Bau der ganzen Gebäude benötigt und daher alles gerodet worden.

Mexiko Coba Pyramide und Dschungel

Da sich die Pyramide schnell füllte, stiegen wir wieder ab und auf unsere Drahtesel. Über die Wege inmitten des dichten Dschungels gelangten wir zu vielen weiteren alten Ruinen und konnten uns eine Vorstellung davon machen, wie die Maya damals hier gelebt haben. Cobá war mit 55000 Einwohnern die wichtigste Stadt auf der Halbinsel Yucatan, zumindest in der klassischen Periode (200-900 n.C.). Auf dem Gelände können heute vier große Gebäudekomplexe besichtigt werden. Aber es schlummern noch viel mehr Mayabauten im Dschungel, die erst nach und nach ausgegraben werden.

Grupo Cobá

Die Grupo Cobá ist eine Ansammlung von 43 Gebäuden, die sich in der Nähe des Eingangs befinden. Das alles überragende Gebäude ist die 24 Meter hohe Iglesia (Kirche). Dieses Gebäude wurden zwischen 300 und 600 gebaut. Stell dir das mal vor, vor über 1500 Jahren!!! Dort durften wir leider nicht raufklettern, sonst hätte man auf zwei der fünf Seen schauen können, die es in und um Cobá gibt.

Mexiko Coba Iglesia

Eine Besonderheit von Cobá sind die Sacbé. Dabei handelt es sich um Steinstraßen, die teilweise bis zu 10 Metern breit sind. Es ist unklar, wozu diese dienten, da die Maya sich wohl nicht auf Rädern fortbewegten. Eindrucksvoll sind sie dennoch! Die Straßen sind häufig erhöht und müssen sehr aufwändig gebaut worden sein. Von Cobá aus verläuft die längste Sacbé über 100 Kilometer bis nach Yaxuna. An einer Stelle, an der sich vier Sacbé kreuzen, steht ein wunderschönes Gebäude mit dem Namen Xaibé. Das Wort kommt von den Maya und bedeutet Kreuzung. Passt oder?

Mexiko Coba Ruine Xaibe

Eine weitere Besonderheit in Cobá sind die 42 Stelen. Das sind große Steine, die vertikal aufgestellt wurden und auf denen sich Inschriften oder Bilder befanden. Hier wurden Kriegsdaten hinterlegt, Geburts- und Todesdaten oder Bildhauereien von wichtigen Persönlichkeiten.

Mexiko Coba Stele

Weitere Attraktionen in und um Cobá

Cenoten

Etwas außerhalb des Ortes (zu weit, um es zu Fuß zu gehen) befinden sich drei Cenoten. In diesen Süßwasserlöchern unter der Erdoberfläche kann man schwimmen und schnorcheln.

Seilrutsche

Vor dem großen Parkplatz vor den Ruinen steht ein hoher Turm, von dem aus die Seilrutsche beginnt und über den See von Cobá hinwegführt. Wir haben das ausgelassen, weil man keine besonders tolle Aussicht hatte. Die Ruinen kann man unserer Meinung nach von der Seilrutsche aus nicht sehen. Und da waren wir uns sicher, dass das an die coole Erfahrung in Jodhpur nicht heranreichen kann ;)

Sonnenuntergang über dem See von Cobá schauen

Wir sind am Abend noch zum See spaziert und haben dort auf einer Bank die Sonne langsam untergehen sehen. Es war ein wunderschönes Farbenspektakel und die Wolken haben zu schönen Bildern beigetragen.

Mexiko Coba Sonnenuntergang

Weiterreise von Cobá nach Valladolid

Wie wir von Cobá aus nach Valladolid weiterreisen würden, war uns bei unserer Ankunft auch noch nicht klar, da uns sowohl die Mitarbeiter des Busbahnhof in Bacalar als auch in Tulum gesagt hatten, es gäbe keine Busverbindung nach Valladolid, unserem nächsten Ziel. Wir konnten uns das einfach nicht vorstellen und fragten deswegen vor Ort nach. In Cobá bekamen wir die Information, dass Busse von Mayab und Oriente mehrmals täglich nach Valladolid fahren. Einer fährt ziemlich früh am Morgen, einer mittags und abends auch noch mal. Die Zeiten, die uns genannt wurden, wichen leicht voneinander ab ;) Wir stellten uns 12 Uhr an die Straße und wurden 12.20 Uhr von einem Mayab-Bus eingesammelt. Wir können also mit Sicherheit sagen, dass zwischen 12 und 13 Uhr ein Bus von Cobá nach Valladolid fährt. Für 49 Pesos (2,20€) pro Person wurden wir in einer Stunde gemütlich nach Valladolid befördert.

Wer nicht auf Busse warten möchte und weniger Zeit hat, kann auch einfach ein Taxi nehmen. Uns wurde eine Fahrt nach Valladolid für 100 Pesos (4,50€) pro Person angeboten.

Unsere Tipps für deinen Besuch der Maya-Ruinen in Cobá

  • Plane genügend Zeit ein!
    Wir hatten vorher gelesen, dass 1½ Stunden völlig ausreichend seien. Wir waren etwas über zwei Stunden auf dem Gelände und hätten gut noch eine weitere Stunde dort verbringen können (konnten wir aber nicht, weil wir noch packen mussten bevor der Bus kam). Also lieber etwas mehr Zeit einplanen, um das Ganze ausgiebig bewundern und auch mal innehalten zu können.
  • Leih dir ein Fahrrad.
    Das Gelände ist ziemlich groß, alleine der Weg vom Eingang zur großen Pyramide ist 1,5 Kilometer lang. Mit dem Fahrrad ist man sehr bequem unterwegs und kann sich vieles ansehen.
  • Versorge dich vorher mit Getränken und Essen
    Innerhalb der Mayastätte gibt es nur eine kleine Getränkebude (bei der Pyramide). Wenn du also etwas länger hier bist und es warm ist, nimm dir genügend Wasser und evtl. ein paar Snacks mit.
  • Sei möglichst früh da.
    Wir waren 8 Uhr als erste da und konnten vieles alleine bestaunen. Um alleine auf der Pyramide zu sein, haben wir auch als erstes diese Ruine angesteuert. Also alles andere erst mal links liegen lassen! Als wir nach 10 Uhr wieder zurück zum Eingang gingen, kamen uns viele viele Menschen entgegen.
    Mexiko Coba Parkplatz mit Bussen
  • Cobá als Tagesausflug oder mit Übernachtung?
    Sicherlich kann man Cobá gut als Tagesausflug von Tulum, Playa del Carmen oder Valladolid aus machen. Die Touren sind allerdings erst gegen 10 Uhr da und da wird es schon ordentlich voll. Reist man selbst mit dem Auto an, ist man flexibler mit den Besuchszeiten. Wir sind am späten Nachmittag mit dem Bus angekommen und am nächsten Tag mittags weitergereist. Das fanden wir optimal für den Besuch der Ruinen in Cobá.

Und du?

Warst du auch schon mal in Yucatan unterwegs? Was waren deine Highlights? Hast du Tipps für uns? Haben wir dir bei der Planung deiner Reise helfen können? Fehlen dir Informationen? Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen!

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