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Nach Jerash führte uns unser Roadtrip weiter in den Norden nach Ajloun. Ajloun ist bekannt für seine Burg und liegt unweit eines Waldgebietes, in dem du Spaziergänge und Wanderungen unternehmen kannst. Wir haben die Stille im Norden genossen und hatten die Sehenswürdigkeiten für uns allein.

Die Burg von Ajloun

Mit dem Auto von Jerash kommend haben wir die Burg von Ajloun schon aus der Ferne auf einem Berg thronen sehen. Die Stadt liegt eher im Tal, zur Burg führt eine steile Straße hinauf. Hast du ein Mietauto, dann fahr die Straße hoch denn kurz vor der Burg kannst du parken und dir die anstrengenden Kilometer bergauf sparen.

Besitzt du den Jordan Pass, so ist der Eintritt für dich enthalten. Sonst zahlst du 3 JD (4€) pro Person. Bis auf zwei weitere Besucher haben wir in der Burg niemanden angetroffen und konnten sie ganz in Ruhe erkunden. Und da kamen immer mehr Räume, versteckte Kerker und Aussichtsplattformen mit tollen Blicken in die Umgebung.

Die Geschichte der Burg von Ajloun

Die Burg, deren offizieller Name eigentlich Qala’at Ar-Rabad lautet, ist eine der wenigen muslimischen Burgen, die gebaut wurde, um die Gegend vor den Kreuzfahrern zu schützen. Im 12. Jahrhundert wurde sie auf das Gelände eines alten Klosters gebaut. Die Lage ist besonders günstig, weil die Burg auf der Handelsroute zwischen Jordanien und Syrien liegt. Wir haben gelesen, dass damals auch Brieftauben eingesetzt wurden, um lange Kommunikationswege abzudecken. Irgendwie eine romantische Vorstellung oder?

Unsere Unterkunft in Ajloun

Da die Auswahl in Ajloun ist sehr begrenzt ist, haben wir uns für das Ajloun Hotel* entschieden. Hier haben wir 31€ für ein Doppelzimmer mit Frühstück bezahlt. Das Zimmer war schon sehr in die Jahre gekommen und bei dem Badezimmer haben wir kurz überlegt, ob wir es ohne Schuhe überhaupt betreten wollen. Das Hotel liegt auf halbem Weg zwischen Stadt und Burg und hat somit eine ganz gute Lage. Bestes Feature ist der tolle Blick auf die Burg.

Das Ajloun Forest Reserve

In diesem geschützten Park im Norden Jordaniens gibt es viele Bäume und Sträucher. Ja, das ist erwähnenswert, weil der Rest des Landes hauptsächlich aus karger Wüstenlandschaft besteht und so etwas nicht zu bieten hat. Deswegen wollten wir uns auch von dieser Landschaft einen Eindruck machen und haben einen Tag im Ajloun Forest Reserve verbracht.

Roe Deer Trail – ein Spaziergang im Ajloun Forest Reserve

Der zwei Kilometer lange Roe Deer Trail ist der einzige Wanderweg, den man ohne Guide gehen kann. Der Rundweg führte uns vorbei an Olivenbäumen, Feldern und Sträuchern und ließ immer mal wieder weite Blicke in die Ferne zu.

Wir wären auch gerne einen der längeren Trails gewandert, hätten dafür aber einen Guide und noch mind. zwei weitere Personen gebraucht. Die angebotenen Wanderungen variieren zwischen 3 und 7 Stunden und preislich zwischen 17 und 32 JD. Der eher kürzer Soap House Trail führt beispielsweise zu einem Haus, in dem die tolle Seife vor Ort hergestellt wird. Wir wollten gern den Rockrose Trail gehen, der Blicke bis nach Syrien und eine alte Weinpresse auf dem Weg durch die Dörfer der Gegend verspricht. Stattdessen haben wir uns einen gemütlichen Nachmittag inmitten der Felder gemacht.

Unsere Unterkunft im Ajloun Forest Reserve

Über Wild Jordan haben wir eine Hütte inmitten des Naturreservats gebucht. Spontan kannst du hier nicht so gut aufschlagen, daher solltest du einige Tage vorher entweder im Büro in Amman eine Reservierung vornehmen oder das so wie wir online machen. Die Hütte ist mit 94 JD (110€) ziemlich teuer, dafür schläfst du aber auch in wunderschöner Umgebung. Wir hatten hier genügend Platz mit zwei Betten, zwei Sofas und ein großes Badezimmer. Kostenlose Pflegeprodukte, die aus der Gegend stammen, bekamen wir auch.

Auf unserer kleinen Terrasse haben wir tagsüber ein bisschen Sonne getankt, den Grillplatz haben wir nicht genutzt. Wir hatten schon vorher online ein Abendessen in Buffetform dazugebucht (14JD pro Person). Da wir aber auch hier die einzigen Gäste waren, bekamen wir eine nicht enden wollende Flut an Tellern vor uns aufgetischt mit den tollsten Leckereien. Das war natürlich viel zu viel, hat aber super geschmeckt.

Nachdem die ersten Stopps unserer Rundreise durch Jordanien Städte waren und wir uns viele Ruinen angesehen hatten, passte eine ordentliche Portion Natur zur Abwechslung gut in unsere Route hinein. Du kannst Ajloun auch bequem als Tagesausflug von Amman ansteuern oder es mit dem Besuch der Ruinen von Jerash verbinden. Solltest du wie wir weiter in Richtung Totes Meer fahren, können wir dir den Abstecher nach Salt nur empfehlen. Wir haben uns die Stadt gar nicht angesehen, aber die Straße dorthin führt dich durch wirklich tolle Landschaften. Der Umweg lohnt sich sehr!

Ajloun: unser Video

Wie immer gibts auch von diesem Erlebnis ein schönes Video. Wenn dir das Video gefällt abonniere unseren Kanal für noch mehr Reisevideos!

Die wohl schönste Burg Japans wartete in Himeji auf uns. Nach den vielen Tempeln in Kyoto war das noch mal ein architektonisches Highlight. Bei schönstem Sommerwetter konnten wir die Burg und den Garten erkunden.

Anfahrt von Kobe nach Himeji

Die kurze Fahrt dauert nur 33 Minuten und erfordert kein Umsteigen. In Kobe musst du nur in die Himeji Line steigen und bist im Nu angekommen. Die Fahrt kostet 970¥ und ist für Reisende mit dem Japan Rail Pass kostenlos.

Unsere Unterkunft in Himeji

Nach neun Nächten in Schlafsälen freuten wir uns riesig über unser Doppelzimmer im Comfort Hotel Himeji*. Für 55€ die Nacht bekamen wir am Morgen ein ordentliches Frühstück und hatten ein kleines Zimmer mit allem, was man so braucht. Die Lage zwischen Bahnhof und Burg ist wirklich hervorragend und um die Ecke gibt es unzählige kleine japanische Restaurants. Ein echt guter Deal.

Himeji Castle

Bei schönstem Sommerwetter im Oktober brachen wir morgens auf, um die Burg zu stürmen. Ab 9 Uhr kannst du mit deiner Besichtigung beginnen und wir würden dir auch raten, das möglichst früh zu tun. Es sind deutlich weniger Leute unterwegs und du kannst alles in Ruhe bestaunen.

Himeji Castle Matthias

Im Inneren der Burg

Wir zahlten den Eintritt von 1040¥ (8€, Kombiticket mit Koko-en Garten) und machten uns als Erstes zum sogenannten Main Keep auf. Hier kann man nämlich das Innere der Burg komplett erkunden. Durch alle sieben Etagen geht es und überall gibt es kleine Details zu entdecken. Das freundliche Personal spricht zwar fast gar kein Englisch, schaffte es aber trotzdem, uns auf die wichtigen Details hinzuweisen.

Am meisten sind uns die zwei Holzpfeiler in Erinnerung geblieben, die bis in die sechste Etage reichen. Diese Balken sind knapp 25 Meter lang! Insgesamt ragt die Burg übrigens 90 Meter in die Höhe und ist damit schon von Weitem gut sichtbar.

Himeji Castle Blick auf Stadt

Und so beeindruckend die Holzkonstruktionen im Inneren sind, der Blick von den oberen Etagen auf die Stadt und die Gärten um die Burg herum ist auch nicht zu verachten! Immer wieder steckten wir unsere Köpfe aus den vergitterten Fenstern um die gute Sicht zu genießen. Und aus jedem Winkel ließ sich auch jedes Mal etwas Neues entdecken.

Himeji Castle Franzi Fenster

Im Burggarten

Nach unserem Rundgang durch die Burg ließen wir uns auf einer der vielen Bänke nieder. Am schönsten ist der Anblick der Burg einfach von außen. Bis 2015 wurde das Himeji Castle fünf Jahre lang aufwendig restauriert und so strahlt es jetzt im schönsten Weiß. Seit seiner Errichtung im 16. Jahrhundert wurde die Burg zwar mehrfach erweitert und restauriert, abgebrannt ist sie jedoch nie. Das ist in Japan tatsächlich eine Seltenheit.

Himeji Castle Franzi auf Bank

Zum Schluss liefen wir noch durch einen nicht enden wollenden Korridor, der mehrere Türme miteinander verbindet. Die Holzgänge lieferten uns ein schönes Fotomotiv und in den Nebenräumen lernten wir noch mehr Details zur Burg.

Himeji Castle Gang

Nach zwei bis drei Stunden hatten wir die Burggründe komplett erkundet und besuchten nach einem kleinen Mittagessen den neben der Burg liegenden Garten.

Koko-en Garten

Da wir für den Garten im Kombiticket nur 40¥ mehr zahlen mussten, besuchten wir diesen am Nachmittag. Und wieder stellten wir fest: Gärten können die Japaner! Der Eintritt kostet sonst 300¥, sodass sich ein Kombiticket mit der Burg echt lohnt. Der Koko-en Garten besteht aus vielen kleinen Gärten, die man alle nacheinander durchlaufen kann.

Himeji Koko-en Garten

Am schönsten fanden wir den Garten mit dem riesigen Fischteich und einer romantischen Brücke in der Mitte. In vielen der Gärten stehen kleine Hütten, in die man sich setzen kann. Dort haben wir einige Leute entspannt lesen sehen. Wir pflanzten uns irgendwann auf einen Stein und genossen die Schönheit um uns herum.

Wir können dir nur zu einem Abstecher nach Himeji raten! Die Burg ist einen Besuch allemal wert. Von Osaka oder auch Kyoto aus kannst du Himeji sogar bequem im Rahmen eines Tagesausflugs besuchen.