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Das Dana Biosphere Reserve ist das größte Naturschutzgebiet Jordaniens und bietet Wanderern viele Möglichkeiten zum Erkunden der tollen Landschaft. Wir haben zwei Tage in und um das Naturschutzgebiet verbracht, eine tolle Wanderung gemacht und dabei auch einiges über Beduinen gelernt. Hier teilen wir unsere Erlebnisse mit dir.

Karak Castle: Kurzer Abstecher auf dem Weg

Wir sind vom Toten Meer und dem Canyoning Abenteuer im Wadi Mujib nach Dana gefahren. Und weil es auf dem Weg lag, haben wir in Karak angehalten, das berühmt ist für seine Burg. Über eine Brücke sind wir auf das große Burggelände gelangt und haben zunächst die umgebende Landschaft bestaunt. Da das Karak Castle etwas erhöht liegt, hast du hier einen wirklich tollen Blick.

Danach sind wir in die dunklen Gänge abgestiegen und zwischen den Mauern umhergewandert. Hier fanden wir unterhalb der Erde viel mehr als wir zunächst erwartet haben.

Als Abstecher fanden wir die Burg wirklich gut, länger als ein bis zwei Stunden musst du dafür aber nicht einplanen. Nach den römischen Gebäuden in Amman und Jerash konnte uns die Burg in Karak nicht mehr völlig umhauen.

Unser weiterer Weg führte uns durch große Weiten, entlang der wenig befahrenen Straßen und wir hielten immer mal wieder an, um die Landschaft auf Bildern festzuhalten. Neben den vielen touristischen Sehenswürdigkeiten war für uns die Landschaft Jordaniens ein Highlight für sich.

Dana: Ist hier noch jemand?!

Nachdem wir die steile, kurvige Straße hinunter nach Dana gefahren waren, kamen wir in ein kleines Dorf, das wie ausgestorben wirkte. Unsere Unterkunft* war schnell gefunden und am Abend trafen wir dann auch weitere Reisende, mit denen wir eine schöne Zeit hatten.

Unser Hotel (das Dana Moon Hotel*) war herrlich günstig mit 18€ pro Nacht, dafür aber auch sehr einfach. Wer eine besondere Unterkunft mit toller Aussicht sucht, dem können wir das Dana Guesthouse* wärmstens empfehlen. Direkt an den Klippen gelegen hast du hier den besten Blick auf das Tal und schöne Zimmer dazu.

Der Dana Trail

Wie auch in anderen Naturschutzgebieten Jordaniens gibt es viele Trails, von denen die meisten aber mit Guide begangen werden müssen. Der Dana Trail ist einer der wenigen im Dana Biosphere Reserve, den man ohne Guide gehen kann. Für uns also die perfekte Wahl! Eine gute Übersicht zu allen Trails findest du unter Wild Jordan.

Mit dem Sonnenaufgang schulterten wir unsere Rucksäcke und machten uns auf den Weg ins Tal. Dazu gingen wir die erste halbe Stunde in Serpentinen bergab. Immer mit dem grandiosen Blick ins Tal und in Begleitung eines Hundes, der uns die ersten Stunden nicht von der Seite gewichen ist. Wir haben ihn Mohammed genannt ;)

Einmal im Tal angekommen, führt der Weg einen durch das Tal hindurch. Es gibt keine Beschilderung, aber der Weg ist auch wirklich schwer zu verfehlen. Zudem ist der Trail auf maps.me eingezeichnet und kann dort gut nachvollzogen werden. Wir wanderten in der aufgehenden Sonne durch die Landschaft und sogen die Naturschönheit in uns auf.

Picknick im Wadi Dana

Nach gut zwei Stunden Wanderung entschieden wir, dass es nun Zeit für unser Frühstück ist. Wir fanden ein schattiges Plätzchen und kramten das eingepackte Frühstück unserer Unterkunft hervor. Gekochte Eier, Fladenbrot und Humus schmeckten viel besser als sonst, weil wir sie in der freien Natur essen konnten.

Danach ging es stetig auf und ab durchs Tal, unter Palmen und der sengenden Hitze. Schatten gibt es kaum auf dem Weg, sodass sich ein früher Start am Morgen definitiv lohnt. Zwischendurch begegnete uns ein Hirte mit seiner Ziegenherde und wir kamen an einer Beduinenfamilie vorbei. Fotografiert haben wir sie nicht, weil wir uns unsicher waren, ob das für die Beduinen in Ordnung ist.

Ankunft in der Feynan Ecolodge

Am späten Vormittag erreichten wir schließlich die Feynan Ecolodge, das Ende des Dana Trails. Diese Lodge befindet sich mitten im Naturschutzgebiet und ist die einzige Unterkunft darin. Wir hatten uns entschieden, hier eine Übernachtung zu buchen, weil die Lodge extrem gut bewertet war und wir gern noch mehr Zeit in der Dana Biosphere verbringen wollten. Alternativ kann man aber auch einen Jeep Transport zurück nach Dana organisieren.

Wir konnten direkt in unser Zimmer einchecken und uns den Sand vom Körper duschen. Tagsüber gibt es in der Lodge keinen Strom, abends werden dann überall Kerzen angezündet. Das sorgt für eine ganz besondere und romantische Atmosphäre. Buchst du hier ein Zimmer, ist das Essen automatisch inklusive. Die Preise liegen mit 190 JD (224€) für 2 Personen deutlich über dem, was wir sonst bezahlt haben. Dafür gibt es neben der Vollverpflegung viele kostenlose Aktivitäten, die angeboten werden. Es gibt geführte Wanderungen, Kochkurse, Besuche bei den lokalen Beduinenfamilien und Sternegucken in der Nacht. Weil wir während Ramadan gereist sind, haben einige Aktivitäten nicht stattgefunden.

Wir haben am Abend noch eine kleine Wanderung mit einem Mitarbeiter der Lodge gemacht, der uns einiges über das Naturschutzgebiet und die darin lebenden Beduinenfamilien erzählt hat. Wir kamen an der Schule vorbei und lernten, dass die Beduinen gen Sommer in höhere Lagen ziehen, weil es dann im Tal zu heiß wird.

Sonnenuntergang im Dana Biosphere Reserve

Unser Guide zeigte uns den besten Platz, um den Sonnenuntergang zu beobachten und bereitete in der Zwischenzeit Tee für uns zu. Wir genossen das Farbschauspiel in dieser einzigartigen Landschaft und waren in dem Moment unendlich dankbar, dass wir solche besonderen Orte entdecken dürfen.

Im Dunkeln ging es dann zurück zur Ecolodge, wo schon das Essen auf uns wartete. Im Kerzenschein fanden wir ein  Buffet mit großer Auswahl an vegetarischem Essen vor. Alles wird frisch vor Ort zubereitet und schmeckt hervorragend.

Wanderung zu den hängenden Garten

Für unseren zweiten Tag im Dana Biosphere Reserve hatten wir einen Rücktransport für den späten Vormittag organisiert, wollten aber vorher noch mehr von der Natur sehen. Die Mitarbeiter hatten uns eine Wanderung zu den hängenden Gärten empfohlen, die sich im Wadi Ghuwayr befinden.

Nachdem wir eine lange Zeit durch ein Flussbett gelaufen waren, gelangten wir nach ca. 2 Stunden zum Anfang des Siq, einer riesigen Schlucht. Hier hängen Bäume herunter und es sieht aus wie in einer Fantasiewelt. Die Wanderung durch den Siq soll traumhaft aber super anstrengend sein. Aber Vorsicht: bei Regen kommt es in den engen Wadis schnell mal zu Springfluten und wird dann sehr gefährlich! Wir haben deswegen nur den Eingang erkundet und sind zurück in die Ecolodge gelaufen.

Dana Biosphere Reserve: Naturhighlight in Jordanien

Wenn du auch nur ein kleines bisschen auf Abenteuer, Natur oder Wandern stehst, dann solltest du diese Wanderung auf jeden Fall machen. Wir sind aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen und haben es total genossen. Wie schon so oft auf unserem Roadtrip durch Jordanien waren wir fast komplett allein unterwegs, Touristenströme triffst du hier also eher nicht an. Eine wunderschöne Oase inmitten der wüsteligen Felsenlandschaft.

Dana Biosphere Reserve im Video

Bist du neugierig, wie das Ganze in bewegten Bildern aussieht? Dann haben wir hier unser Video für dich. Viel Spaß beim Schauen!

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Karak Castle: Kurzer Abstecher auf dem Weg

Wir sind vom Toten Meer und dem Canyoning Abenteuer im Wadi Mujib nach Dana gefahren. Und weil es auf dem Weg lag, haben wir in Karak angehalten, das berühmt ist für seine Burg. Über eine Brücke sind wir auf das große Burggelände gelangt und haben zunächst die umgebende Landschaft bestaunt. Da das Karak Castle etwas erhöht liegt, hast du hier einen wirklich tollen Blick.

Danach sind wir in die dunklen Gänge abgestiegen und zwischen den Mauern umhergewandert. Hier fanden wir unterhalb der Erde viel mehr als wir zunächst erwartet haben.

Als Abstecher fanden wir die Burg wirklich gut, länger als ein bis zwei Stunden musst du dafür aber nicht einplanen. Nach den römischen Gebäuden in Amman und Jerash konnte uns die Burg in Karak nicht mehr völlig umhauen.

Unser weiterer Weg führte uns durch große Weiten, entlang der wenig befahrenen Straßen und wir hielten immer mal wieder an, um die Landschaft auf Bildern festzuhalten. Neben den vielen touristischen Sehenswürdigkeiten war für uns die Landschaft Jordaniens ein Highlight für sich.

Dana: Ist hier noch jemand?!

Nachdem wir die steile, kurvige Straße hinunter nach Dana gefahren waren, kamen wir in ein kleines Dorf, das wie ausgestorben wirkte. Unsere Unterkunft* war schnell gefunden und am Abend trafen wir dann auch weitere Reisende, mit denen wir eine schöne Zeit hatten.

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Der Dana Trail

Wie auch in anderen Naturschutzgebieten Jordaniens gibt es viele Trails, von denen die meisten aber mit Guide begangen werden müssen. Der Dana Trail ist einer der wenigen im Dana Biosphere Reserve, den man ohne Guide gehen kann. Für uns also die perfekte Wahl! Eine gute Übersicht zu allen Trails findest du unter Wild Jordan.

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Picknick im Wadi Dana

Nach gut zwei Stunden Wanderung entschieden wir, dass es nun Zeit für unser Frühstück ist. Wir fanden ein schattiges Plätzchen und kramten das eingepackte Frühstück unserer Unterkunft hervor. Gekochte Eier, Fladenbrot und Humus schmeckten viel besser als sonst, weil wir sie in der freien Natur essen konnten.

Danach ging es stetig auf und ab durchs Tal, unter Palmen und der sengenden Hitze. Schatten gibt es kaum auf dem Weg, sodass sich ein früher Start am Morgen definitiv lohnt. Zwischendurch begegnete uns ein Hirte mit seiner Ziegenherde und wir kamen an einer Beduinenfamilie vorbei. Fotografiert haben wir sie nicht, weil wir uns unsicher waren, ob das für die Beduinen in Ordnung ist.

Ankunft in der Feynan Ecolodge

Am späten Vormittag erreichten wir schließlich die Feynan Ecolodge, das Ende des Dana Trails. Diese Lodge befindet sich mitten im Naturschutzgebiet und ist die einzige Unterkunft darin. Wir hatten uns entschieden, hier eine Übernachtung zu buchen, weil die Lodge extrem gut bewertet war und wir gern noch mehr Zeit in der Dana Biosphere verbringen wollten. Alternativ kann man aber auch einen Jeep Transport zurück nach Dana organisieren.

Wir konnten direkt in unser Zimmer einchecken und uns den Sand vom Körper duschen. Tagsüber gibt es in der Lodge keinen Strom, abends werden dann überall Kerzen angezündet. Das sorgt für eine ganz besondere und romantische Atmosphäre. Buchst du hier ein Zimmer, ist das Essen automatisch inklusive. Die Preise liegen mit 190 JD (224€) für 2 Personen deutlich über dem, was wir sonst bezahlt haben. Dafür gibt es neben der Vollverpflegung viele kostenlose Aktivitäten, die angeboten werden. Es gibt geführte Wanderungen, Kochkurse, Besuche bei den lokalen Beduinenfamilien und Sternegucken in der Nacht. Weil wir während Ramadan gereist sind, haben einige Aktivitäten nicht stattgefunden.

Wir haben am Abend noch eine kleine Wanderung mit einem Mitarbeiter der Lodge gemacht, der uns einiges über das Naturschutzgebiet und die darin lebenden Beduinenfamilien erzählt hat. Wir kamen an der Schule vorbei und lernten, dass die Beduinen gen Sommer in höhere Lagen ziehen, weil es dann im Tal zu heiß wird.

Sonnenuntergang im Dana Biosphere Reserve

Unser Guide zeigte uns den besten Platz, um den Sonnenuntergang zu beobachten und bereitete in der Zwischenzeit Tee für uns zu. Wir genossen das Farbschauspiel in dieser einzigartigen Landschaft und waren in dem Moment unendlich dankbar, dass wir solche besonderen Orte entdecken dürfen.

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Wanderung zu den hängenden Garten

Für unseren zweiten Tag im Dana Biosphere Reserve hatten wir einen Rücktransport für den späten Vormittag organisiert, wollten aber vorher noch mehr von der Natur sehen. Die Mitarbeiter hatten uns eine Wanderung zu den hängenden Gärten empfohlen, die sich im Wadi Ghuwayr befinden.

Nachdem wir eine lange Zeit durch ein Flussbett gelaufen waren, gelangten wir nach ca. 2 Stunden zum Anfang des Siq, einer riesigen Schlucht. Hier hängen Bäume herunter und es sieht aus wie in einer Fantasiewelt. Die Wanderung durch den Siq soll traumhaft aber super anstrengend sein. Aber Vorsicht: bei Regen kommt es in den engen Wadis schnell mal zu Springfluten und wird dann sehr gefährlich! Wir haben deswegen nur den Eingang erkundet und sind zurück in die Ecolodge gelaufen.

Dana Biosphere Reserve: Naturhighlight in Jordanien

Wenn du auch nur ein kleines bisschen auf Abenteuer, Natur oder Wandern stehst, dann solltest du diese Wanderung auf jeden Fall machen. Wir sind aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen und haben es total genossen. Wie schon so oft auf unserem Roadtrip durch Jordanien waren wir fast komplett allein unterwegs, Touristenströme triffst du hier also eher nicht an. Eine wunderschöne Oase inmitten der wüsteligen Felsenlandschaft.

Dana Biosphere Reserve im Video

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Dass Jordanien nicht nur Wüste kann, hatten wir spätestens am Toten Meer entdeckt. Und am südlichen Teil des Toten Meeres warteten dann auch noch Action und Abenteuer auf uns! Im Wadi Mujib haben wir uns im Canyoning versucht und uns gegen Strömungen inmitten meterhoher Felsenmauern durchgekämpft.

Wadi Mujib: Safety first

Eigentlich kannst du im Wadi Mujib mehrere Canyoning Routen machen und nur den Siq Trail ohne Guide gehen. Da es aber Anfang des Jahres durch heftige Regenfälle zu Steinverschiebungen kam, ist in der Saison 2018 nur der Siq Trail geöffnet. Die anderen können nicht begangen werden, weil es einfach zu gefährlich wäre. Auf der Seite von Wild Jordan kannst du aktuelle Informationen zu allen Trails finden.

Egal ob du dein Abenteuer mit oder ohne Guide angehst, Eintritt musst du immer zahlen und der ist nicht günstig. Wir haben 21 JD (25€) pro Person bezahlt und wurden dafür mit einer Schwimmweste ausgestattet, die man tragen muss. Du kannst übrigens im Eingangsbereich deine Wertsachen (Autoschlüssel, Rucksack und was du sonst so dabei hast) in Schließfächer deponieren. Du wirst bei diesem Abenteuer von Kopf bis Fuß nass werden, nimm also Technik nur wasserdicht verpackt mit.

Der Siq Trail

Hinter dem Eingangsbereich führt eine Brücke hinunter ins Wadi. Anfangs kreuzt der Weg das Wasser noch mehrmals und wir haben versucht, trockene Füße zu behalten. Das Spiel ist nach ein paar Minuten ausgespielt, da du komplett durch das Wasser waten musst. Wir waren schnell bis zur Hüfte im Wasser und mussten gegen kleinere Strömungen ankämpfen.

Irgendwann wird das Wasser tiefer, die Strömungen stärker und die Hindernisse im Wasser größer. Wir sind an kleinen Wasserfällen hochgeklettert und haben uns an gespannten Seilen mit voller Kraft gegen die Strömung gestemmt. Mehr als einmal standen wir etwas ratlos da, weil wir uns einfach nicht sicher waren, ob wir hier wirklich weitergehen bzw. -schwimmen sollten.

Es war ein grandioses Abenteuer mit Nervenkitzel, Abkühlung und Anstrengung. Die letzte Strömung hat dann nur noch Matthias überwunden, Franzis Muskeln haben nicht ausgereicht, um sich dagegen vorzukämpfen. Da muss wohl jemand noch ein bisschen trainieren ;)

Unsere Unterkunft beim Wadi Mujib: Die Mujib Chalets

Die Häuser direkt am Toten Meer* kannst du am einfachsten über Booking.com* buchen. Wenn sie da nicht mehr verfügbar sind, solltest du es aber auch über die Seite von Wild Jordan probieren. Mit 76JD (90€) sind sie nicht günstig, dafür ist die Lage aber auch unschlagbar! Wir haben es uns in der Hängematte auf der Terrasse gemütlich gemacht und den Blick auf das Tote Meer genossen. Gegenüber den Hotelburgen weiter im Norden versperrt dir hier nichts die Sicht. Wir hatten selbst in unserer Dusche einen Blick auf das Tote Meer.

Im Übernachtungspreis ist ein Frühstück enthalten. Wir haben zusätzlich für 14JD (16,50€) pro Person ein Abendessen dazugebucht, weil es hier weit und breit keine anderen Essensmöglichkeiten gibt. Das Abendessen bestand aus einem reichhaltigen Buffet und ist definitiv empfehlenswert.

Wadi Mujib: Ein Muss!

Auch wenn dieses Abenteuer nicht günstig ist, fanden wir es total lohnenswert und würden es dir für deine Reise durch Jordanien unbedingt empfehlen. Möchtest du den Siq Trail für dich alleine haben, solltest du morgens gleich 8 Uhr in den Canyon gehen. Uns sind auf dem Rückweg einige Gruppen entgegen gekommen, die an Hindernissen immer warten mussten, bis die vordere Gruppe durch war. Bist du etwas ängstlich, solltest du eher später gehen. Wir haben an kniffligen Stellen dann nämlich auch Guides getroffen, die weiterhelfen können.

Du kannst den Canyon natürlich auch auf der Durchreise oder als Tagestour erkunden und musst nicht in den Hütten des Bioreservats übernachten. Wir fanden die Kombination perfekt und hatten einen wunderschönen Tag am südlichen Ende des Toten Meeres.

Wadi Mujib: Unser Video

Das Ganze kommt im Video natürlich viel besser rüber. Also lass dich mitreißen und lass uns gerne einen Daumen oder Kommentar bei YouTube da.


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Wadi Rum: Erlebe Jordaniens Wüste

Wadi Rum musst du gesehen haben! Die Weite, die Farben und die Naturgewalt sind einfach einzigartig. Hier sind unsere Tipps für deine Tour durch die Wüste

Einmal Orang Utans in freier Wildbahn sehen, ein großer Traum von uns und nur auf den Inseln Borneo oder Sumatra möglich. Wir sind in den Regenwald auf Sumatra gereist, um diese einmalige Erfahrung machen zu können. Und es war besser als wir es uns hätten vorstellen können!

Unsere Anfahrt nach Bukit Lawang

Von Bangkok aus waren wir mit Air Asia für nur 65€ nach Medan geflogen und die zwei Stunden vergingen „wie im Flug“ ;) In Medan fahren am Flughafen Busse nach Binjai, das ungefähr auf halber Strecke nach Bukit Lawang liegt. Für 40.000 indonesische Rupie (IDR, ca. 2,50€) wurden wir nach knapp zwei Stunden am Busterminal von Binjai hinausgeworfen. Dort erfuhren wir dann, dass hier keine Busse nach Bukit Lawang fahren. Also ging es mit dem Tuktuk drei Kilometer weiter um dort in einen engen und schon sehr verschlissenen Minivan zu steigen. Wir konnten den Preis auf 40.000 IDR pro Person drücken und verbrachten 2 1/2 weitere Stunden im nächsten Transportmittel bis wir schließlich in Bukit Lawang ankamen.

Bukit Lawang Dorf

Unsere Unterkunft in Bukit Lawang

Dieses Mal hatten wir nichts vorgebucht, uns aber drei Unterkünfte markiert, die wir abklappern wollten. Die erste war ausgebucht, im Thomas Retreat* hatten wir Glück und konnten das letzte Zimmer ergattern. Für nur 19€ hatten wir hier ein wirklich großes Zimmer mit superbequemem Bett, Klimaanlage und luxuriösem Bad. Das Personal war unheimlich bemüht und so herzlich, dass wir uns hier richtig wohl fühlten. Im zugehörigen Restaurant aßen wir oft und probierten uns quer durch die Speisekarte. Für einen kleinen Preis gab es hier sehr leckeres Essen. Es gibt auch günstigere Zimmer, die ebenfalls sehr schön sind, aber dann keine Klimaanlage haben oder etwas kleiner sind.

Zweitägiger Dschungeltrek zu Orang Utans

Bereits am Abend vor dem Trek hatten wir unseren Guide und die anderen Mitwanderer aus unserer Gruppe kennengelernt und starteten voller Vorfreude gen Dschungel. Wir liefen direkt bei unserer Unterkunft los und nach wenigen Minuten befanden wir uns bereits im Regenwald. Unser Guide erzählte uns, dass früher viel Gummi von den Gummibäumen gewonnen worden war. Das waren zwar auch Plantagen, für die der Urwald weichen musste, aber die Orang Utans konnten darin leben. Durch synthetisch hergestelltes Gummi sanken die Preise und die weltweite hohe Nachfrage nach Palmöl ließ die lokalen Bauern größtenteils auf Ölpalmen umsteigen, die leider nicht als Lebensraum für die Orang Utans taugen. Mehr dazu am Ende unseren Artikels.

Bukit Lawang Bäume im Dschungel

Wir waren nur wenige Meter im dichten Dschungel gegangen, als wir einen Thomas Leave Affen sahen. Diesen gibt es nur im hiesigen Regenwald und er beäugte uns genauso neugierig wie wir ihn.

Thomas Leave Monkey

Als wir noch keine Stunde unterwegs waren, begegneten wir den ersten Orang Utans. Eine Mutter und ihr Kleines turnten auf den Ästen über unseren Köpfen herum, schwangen sich von Baum zu Baum und wir bekamen unsere Münder einfach nicht mehr zu. Jetzt waren wir tatsächlich im Dschungel und Orang Utans flogen um uns herum durch die Lüfte! Das glückselige, leicht dümmliche Grinsen würde für die nächsten Tage nicht mehr aus unserem Gesicht weichen :)

Orang Utan mit Baby

Mina – die Herrscherin des Dschungels

Wenn du nach Dschungeltouren in Bukit Lawang suchst, hast du vermutlich auf der einen oder anderen Seite auch schon von Mina gelesen, der berüchtigten Orang Utan Dame, die den Dschungel ordentlich aufmischt. Sie ist inzwischen 40 Jahre alt und gilt als halbwild, da sie im Kindesalter von dem Bohorok Rehabilitation Center aufgezogen wurde. Ihre Auswilderung war allerdings kein kompletter Erfolg, da sie das Essen nach wie vor von Menschen bekommt.

Orang Utan Mina fordert Essen

Wie sie das tut? Sie wird aggressiv und beißt! Jeder Guide hat seine Mina-Geschichte zu erzählen und kann verschiedene Bisswunden zeigen. Mir ihr ist nicht zu spaßen. Und so wird sie weiterhin mit Mandarinen bestochen, die mag sie nämlich am liebsten. Wir trafen schon früh auf Mina und konnten einige Fotos mit ihr machen, da sie anfangs noch gute Laune hatte.

Orang Utan Mina Paar Selfie

Als unserem Guide die Mandarine ausging, änderte sich das jedoch schlagartig und Mina verließ ihren Baum um uns zu verfolgen. Wir traten schnell den Rückweg an und konnten Mina erfolgreich entkommen. So viel sei hier schon gesagt: es sollte nicht das einzige Mal sein, dass wir an diesem Tag vor Mina flüchteten!

Affentanz zwischen den Bäumen

Auf unserem weiteren Weg durch den Dschungel konnten wir immer wieder Orang Utans und Makaken beobachten. Unser Guide versicherte uns, dass wir eine sehr glückliche Gruppe seien, weil wir so viele Tiere zu sehen bekamen. Und so hielten wir immer wieder inne und schauten den Tieren dabei zu, wie sie sich durch den Dschungel bewegten.

Orang Utan zwischen Bäumen

Am Vormittag hatten wir viel Obst als Snack zwischendurch bekommen, zum Mittag gab es gebratenen Reis. Dabei achtete unser Guide sehr darauf, dass wir nichts im Dschungel hinterließen. Die Essensreste wurden später im Boden vergraben, damit die Tiere nicht abhängig vom Menschen werden und sich selbst ihr Essen suchen.

Der Mann im Wald

Orang Utan Mann von vorne

Zu Beginn des Treks hatte unser Guide uns erzählt, dass man in der Regel nur Orang Utan Frauen und ihre Kinder zu sehen bekommt, da die Männer sich nicht so viel bewegen und eher tiefer im Dschungel verweilen. Nun befand sich nur wenige Meter von uns entfernt ein solches Exemplar, das noch einmal deutlich größer war als alle Orang Utan Weibchen, die wir bis dahin gesehen hatten.

Orang Utan Mann mit Weibchen auf Weg

Dann sahen wir, dass er gar nicht alleine war. Drei weitere Orang Utan Weibchen waren in seiner Nähe. Nach einer Weile bewegte sich der Orang Utan mit seinem Gefolge auf uns zu, sodass wir immer weiter den Rückzug antraten. Als sie uns an einer Stelle überholten, folgten wir der Truppe. Es war ein witziges Gefühl, im Dschungel einem riesigen Orang Utan hinterherzulaufen.

Orang Utans von hinten

Mina, Klappe die Zweite

Während wir gemächlich hinter den Orang Utans herliefen, trafen diese wieder auf Mina, die gerne Unruhe stiftet. Sie griff die Partnerin des Mannes an und zog damit seinen Zorn auf sich. Was danach geschah, war einfach nur filmreif! Der riesige Orang Utan Mann kletterte in die Bäume, brüllte seine Wut hinaus und jagte Mina. Wir konnten das Schauspiel leider nur wenige Sekunden genießen, denn Mina nahm Reißaus und zwar in unsere Richtung. Und so liefen wir (dieses Mal etwas schneller) erneut vor Mina weg.

Bukit Lawang Dschungel

Zeke, der Geiselnehmer

Das sollte aber noch immer nicht unser letztes Abenteuer gewesen sein. Auf unserem weiteren Weg in Richtung Camp trafen wir später auf Zeke, eine halbwilde Orang Utan Dame, ihr Baby und einen weiteren jungen Orang Utan. Die drei sahen so aus, als hätten sie nur auf uns gewartet und hatten keine Scheu.

Zeke ist ebenfalls auf Menschen angewiesen und sucht sich ihr Futter nicht selbst. Sie hat einen ganz sensationellen Trick entwickelt: sie nimmt Touristen als Geisel damit sie von den Guides Obst bekommt. Und so wurden zwei Mädels aus unserer Gruppe kurzfristig zu Geiseln. Zeke ließ ihre Hände nicht mehr los, leckte liebevoll ihre Finger und streckte die andere Hand geduldig aus bis sie genügend Obst bekommen hatte.

Orang Utan Baby

Ihr Baby kletterte in ihrer Nähe immer umher und sorgte für ein tolles Fotomotiv.

Unser Camp am Fluss

Nach einem langen und sehr steilen Abstieg erreichten wir am späten Nachmittag unser Camp am Fluss. In kürzester Zeit hatten wir uns in unsere Badeklamotten geworfen und genossen das kühle Wasser, erfrischten uns und spülten die Schlammreste von unseren Beinen.

Bukit Lawang Fluss

Unser Koch bereitete uns ein tolles Abendessen und legte sich danach beim Entertainment ordentlich ins Zeug. Wir lachten viel, lernten neue Spiele und hatten einen schönen Abend. Als wir schließlich auf unsere Matratzen fielen, dauerte es keine fünf Minuten bis wir eingeschlafen waren.

Bukit Lawang Camp

Stromschnellen, Wasserfall und Dschungelbemalung

Am nächsten Morgen liefen wir nach dem Frühstück ein Stück den Fluss hinauf, überquerten ihn und gelangten zu einem Wasserfall. Dort konnten wir im unteren Teil baden, kletterten aber auch ein Stückchen höher um noch mehr vom Wasserfall zu sehen. Matthias wollte die rutschigen Stufen weiterlaufen und machte dabei unangenehme Bekanntschaft mit den glitschigen, scharfen Felsen. Glücklicherweise hat er sich nur einige Schrammen geholt und ließ das Klettern dann sein.

Wasserfall im Dschungel

An einer Stelle im Fluss konnten wir hineinspringen und uns ein wenig treiben lassen bevor wir wieder zum Ufer schwammen. Das machte richtig viel Spaß! Da kamen die Kinder in uns auf volle Kosten :) Zum Abschluss bekam Franzi noch eine Gesichtsbemalung von unserem Guide, die er mit natürlichen Farben und einem Grashalm erstellte.

Franzi mit Bemalung

Rasantes Rückweg-Rafting

Der krönende Abschluss unseres Dschungeltreks war der Rückweg auf dem Fluss. Wir rafteten in zusammengebundenen Gummireifen flussabwärts mit unserem Guide als Steuermann. Wir wurden ordentlich nass gespritzt und juchzten vor Freude. So kamen wir am Nachmittag pitschnass aber überglücklich wieder im Thomas Retreat an.

Bukit Lawang Rafting

Fazit zum Orang Utan Dschungeltrek in Bukit Lawang

Wir haben unsere zweitägige Dschungeltour über das Thomas Retreat* gebucht, dafür ca. 90€ pro Person bezahlt und waren wirklich glücklich mit unserem Guide. Er schien die Natur und die Tiere zu respektieren, führte uns weg, wenn schon viele Menschen an einem Ort waren und hielt Abstand zu den Orang Utans.

Nicht nur das Beobachten der Tiere im Regenwald war ein tolles Erlebnis, auch die Natur um uns herum war wirklich sehenswert. Der Blick nach oben in die Baumkronen, auf den Boden zu den riesigen Ameisen oder durchs dichte Gestrüpp lohnte immer. Die Nähe zur Natur und den Orang Utans hat uns überwältigt und war eines der schönsten Erlebnisse auf der Weltreise! 

Dschungel Baum

Was solltest du für den Orang Utan Dschungeltrek in Bukit Lawang mitnehmen?

  • ca. 2 Liter Wasser pro Person
  • einen kleinen Rucksack
  • Trailschuhe/ Nike Free und Flip Flops
  • Taschenlampe
  • Badesachen und Handtuch
  • Wechselklamotten
  • Leggins und dünnes Longsleeve für den Abend
  • Insektenschutzmittel und Sonnencreme
  • Ersatzakku für die Kamera
  • evtl. Regenhülle für den Rucksack

Bedrohter Lebensraum der Orang Utans

Orang Utans gehören zu unseren nächsten noch lebenden Verwandten. Und doch bedroht der Mensch den Lebensraum dieser faszinierenden Menschenaffen, hauptsächlich durch das Abholzen und Brandroden des Regenwaldes. Schon auf dem Weg nach Bukit Lawang sind wir durch die riesigen Plantagen links und rechts des Weges gefahren, welche die weltweite Nachfrage nach Palmöl stillen sollen. In den letzten drei Jahrzehnten haben wir die Hälfte des Lebensraums der Orang Utans zerstört, die nur auf den Inseln Borneo und hier auf Sumatra vorkommen.

Vierzig Prozent des deutschen Palmölbedarfs wird für Biodiesel verwendet, der in Deutschland dem herkömmlichen Diesel beigemischt wird. Auch befindet sich Palmöl in jedem zweiten industriellen Supermarktprodukt, von der Pizza bis zur Süßigkeit. Da ist es als Verbraucher nicht einfach auf andere Öle umzusteigen und das wäre vermutlich noch problematischer, da Kokos oder Soja noch größere Anbauflächen benötigten. Das bedeutet, wir können den verbleibenden Lebensraum der Orang Utans nur retten, wenn wir weniger konsumieren und weniger mit Dieselmotoren durch die Gegend fahren.

Weitere Informationen findest du auch in diesem SPIEGEL Artikel. 

Vier Tage kämpften wir uns auf und ab durch den Dschungel Kolumbiens, schwitzten bei 30°C und einer Luftfeuchtigkeit um die 90% wie verrückt und durchquerten mehrfach hüfthohe Flüsse. Wie Indiana Jones fühlten wir uns als wir uns durch die dichte Natur bewegten und schließlich zur Ciudad Perdida gelangten. Ein geniales Abenteuer, das sicher zu den Highlights der ganzen Weltreise gehört!

Ciudad Perdida Weg im Dschungel

Anbieter für die Tour durch die Ciudad Perdida

Die Ciudad Perdida ist nur zu Fuß erreichbar und diese Wanderung ist nur im Rahmen einer Tour möglich. Es gibt in Santa Marta sechs offiziell registrierte Touranbieter, die diese Tour alle zum gleichen Preis anbieten: 850.000 COP (240€). Dabei macht es preislich keinen Unterschied, ob man die 4- oder 5-Tagestour bucht. Wir hatten eine Empfehlung für Magic Tour bekommen und deswegen in deren Büro in Santa Marta die Tour gebucht, Preis verhandeln zwecklos. Wer die Tour schon vorher buchen möchte, kann das auch übers Internet tun. Der Preis ist der gleiche.

Ciudad Perdida ⦿ Tag 1: Wanderung von El Mamey zum Camp 1

9 Uhr morgens fanden wir uns gemeinsam mit vielen anderen Abenteuerlustigen im Büro von Magic Tours ein und lernten dort unseren Guide Jose kennen. Später wurden wir in zwei Jeeps gestopft, die eigentlich nicht dafür ausgelegt waren, so viele Personen zu befördern. Dadurch war die Fahrt zum Ausgangspunkt der Wanderung in El Mamey weniger angenehm.

Ciudad Perdida Matthias läuft Weg

Nach einem guten Mittagessen startete unsere 13-köpfige Truppe nun die ersten Kilometer zu Fuß. Der staubige Weg führte uns zunächst viel bergauf und ließ zwischendurch immer wieder Ausblicke in die schier unendliche grüne Weite zu. Als auf halber Strecke plötzlich frische Wassermelone für uns bereit stand, stürzten wir uns gierig auf den tollen Snack.

Ciudad Perdida Melone als Snack

Danach ging es weitere zwei Stunden durch den lehmigen Boden viel bergab bis wir schließlich am späten Nachmittag das erste Camp erreichten. Hier ergatterten wir Betten und konnten zur Abkühlung in den kühlen Fluss springen. Tat das gut nach dem vielen Geschwitze!

Ciudad Perdida grüne Berge

Am Abend bekamen wir Fisch zum Abendessen und wurden danach von Jose über die morgige Wanderetappe aufgeklärt. Da kolumbianischer Unabhängigkeitstag war, gab unser singfreudiger Guide vor dem Schlafengehen noch die kolumbianische Hymne zum Besten. Wir fielen hochzufrieden schon früh in einen tiefen Schlaf.

Ciudad Perdida ⦿ Tag 2: Wanderung vom Camp 1 zum Camp 3

5 Uhr am nächsten Morgen wurden wir geweckt und mit einem leckeren Frühstück mit Energie für den anstehenden Tag versorgt. Kurz nach 6 Uhr machten wir uns auf den Weg, der heute zu großen Teilen bergauf führen sollte. Als die ersten Sonnenstrahlen durch die Baumwipfel lugten, bekamen wir wieder sensationelle Aussichten geboten.

Ciudad Perdida Dschungel Landschaft

Auch heute gab es für uns in der ersten Pause wieder Wassermelone, die für dringend nötige Erfrischung sorgte. Danach liefen wir zunächst durch knöchelhohen Schlamm und kamen schließlich zu einem Kogi-Dorf. Die Kogi sind eines der Völker, die heute noch in der Gegend um die Ciudad Perdida leben und Nachfahren der Tayrona sind. Die Tayrona sollen die Ciudad Perdida damals errichtet und bewohnt haben.

Ciudad Perdida Kogi Dorf

In der heutigen Mittagspause gab es erneut die Möglichkeit, sich im Fluss abzukühlen. So erfrischt schmeckte das Mittagessen noch besser und wir hatten wieder Energie für die nächsten Wanderkilometer. In den zwei Stunden nach dem Mittagessen ging es immer bergauf. Jose kommentierte das regelmäßig mit un poco mas, was so viel heißt wie ein bisschen mehr. Ein bisschen war aber ein sehr dehnbarer Begriff ;)

Ciudad Perdida Schlamm Weg

Kurz vor unserer Ankunft im Camp mussten wir den bisher breitesten Fluss mit der stärksten Strömung durchqueren. Wie schon öfter vorher zogen wir die Schuhe aus und watschelten Schritt für Schritt durch das Wasser. Danach hatten wir es geschafft und konnten wieder Betten ergattern. Einige aus unserer Gruppe mussten in dieser Nacht in Hängematten schlafen, weil das Camp so voll war.

Nur 15 Minuten nach unserer Ankunft im Camp begann es dann zu regnen, und zwar so richtig! Zwei Stunden lang schüttete es wie aus Kübeln und wir waren heilfroh, noch trocken angekommen zu sein. Erneut gingen wir kurz nach dem Abendessen ins Bett, schliefen in dieser Nacht aufgrund der feuchten Betten aber nicht so gut.

Ciudad Perdida ⦿ Tag 3: Verlorene Stadt und Wanderung zum Camp 2

Am dritten Tag wurden wir bereits 4:30 Uhr geweckt damit wir auch pünktlich um 6 Uhr den Aufstieg zur Ciudad Perdida beginnen konnten. Zunächst mussten wir noch einmal den Fluss überqueren und dann warteten 1200 Stufen in den verschiedensten Höhen und Breiten darauf, von uns erklommen zu werden. Gegen 7 Uhr erreichten wir die verlorene Stadt und bekamen nun eine tolle Führung durch die Ruinen.

Ciudad Perdida Stufen

Ciudad Perdida: Hauptstadt der Tayrona

Jose war vor vielen Jahren selbst am Wiederaufbau der Stadt beteiligt gewesen und hatte unheimlich viel Wissen zum damaligen Leben in der Stadt und den Tayrona. Dieses teilte er nun mit uns und wir wollen dir hier auch ein paar der Informationen weitergeben.

Ciudad Perdida Blick von oben

Die Ciudad Perdida wurde vermutlich im 11. Jahrhundert von den Tayrona erbaut und in ihr lebten teilweise bis zu 2000 Menschen. Sie liegt inmitten der Sierra Nevada de Santa Marta und damit 40 Kilometer entfernt von der karibischen Küstenstadt Santa Marta. Die Stadt wurde nach Ankunft der Spanier in Südamerika verlassen und von den Spaniern nie betreten. Erst 1975 wurde sie von Goldgräbern wiederentdeckt, welche das Gold der Tayrona aus den Gräbern ausbuddelten. Ein Teil der damaligen Fundstücke ist heute im Museo del Oro in Bogotá zu sehen.

Heute gehört das Land offiziell den Naturvölkern, die drum herum leben und diese setzen sich für die Instandhaltung der Anlage ein. Sie bekommen von den Agenturen 30.000 COP (9€) für jeden Touristen, der die Stadt besucht und versuchen, den Tourismus einzudämmen. Daher gibt es zum Beispiel nur einen Weg zur Ciudad Perdida, der aktuell gelaufen werden darf.

Ciudad Perdida Matthias

Tropischer Regenguss

Pünktlich zum Mittagessen erreichten wir unser Camp wieder und brachen danach auf den Rückweg auf. Diesen kannten wir dieses Mal schon, da es auf dem gleichen Weg wieder zurück geht, auf dem man zur Stadt hinläuft. Nach der Hälfte der Strecke öffnete der Himmel allerdings erneut seine Schleusen und wir liefen die restlichen zwei Stunden im tropischen Regen. Als alles völlig durchnässt war, machte es uns sogar Spaß, weil wir daran ja nun auch nichts mehr ändern konnten und beherzt durch Wasser durchliefen anstatt es wie auf dem Hinweg vorsichtig zu umkreisen.

Triefend nass kamen wir am Nachmittag an und es war absehbar, dass diese Sachen bis morgen nicht trocknen würden. Glücklicherweise hatten unsere Regenhüllen die Rucksäcke geschützt, sodass wir abends trockene Klamotten anziehen konnten. Wir verbrachten einen entspannten Nachmittag mit unseren Wanderfreunden und eine angenehme Nacht im Doppelstockbett.

Ciudad Perdida Camp Betten

Ciudad Perdida ⦿ Tag 4: Camp 2 bis El Mamey

Auch unser letzter Wandertag startete wieder um 6 Uhr und mit einem guten Frühstück. Wir hatten uns am Vorabend dazu entschieden, die 5-Tages-Tour auf 4 Tage zu verkürzen, da der Weg ja sowieso der Gleiche ist und wir uns fit genüg fühlten, das an einem Tag zu laufen. So ging es zurück über Stock und Stein, durch den dichten Wald, den lehmigen Matsch und immer wieder auf und ab. Als wir im ersten Camp ankamen, bekamen wir Saft, Kuchen und Melone zur Stärkung und konnten uns noch einmal im Fluss erfrischen.

Ciudad Perdida Abkühlung im Fluss

Danach ging es weitere 3 Stunden hoch und runter bis wir schließlich gegen 13 Uhr den Ausgangspunkt unserer Wanderung erreichten. Hier waren wir ziemlich platt und freuten uns auf ein ordentliches Mittagessen. Dort ließen wir direkt Matthias‘ übel riechende Trailschuhe zurück, da diese nun wirklich ausgedient hatten. Auch Franzis Schuhe waren nach dem Tag ordentlich mit Schlamm verschönert worden.

Ciudad Perdida Schlamm Schuhe

Die Hoffnung war groß, dass wir dieses Mal eine bequemere Autofahrt haben würden. Daraus wurde aber leider nichts, sodass wir erneut zusammengequetscht im Jeep zwei Stunden zurück nach Santa Marta fuhren. Immerhin kannten wir die Leute dieses Mal besser, mit denen wir uns gegenseitig vollschwitzten ;)

Unser Fazit zur Wanderung zur verlorenen Stadt

Wir hatten einen riesigen Spaß auf der Wanderung zur verlorenen Stadt. Der Weg war toll und teilweise sehr abenteuerlich mit seinen Flussdurchquerungen, Kletterstellen und vielem Auf und Ab. Es war eine wundervolle Erfahrung, so durch den Dschungel zu wandern. Auch mit unserem Guide waren wir sehr zufrieden, da er uns mit vielen interessanten Informationen rund um die Ciudad Perdida, die Tayrona und Kogi versorgte. Wir können diese Wanderung sehr empfehlen!

Ciudad Perdida Dschungel

Wichtige Informationen zur Wanderung zur Ciudad Perdida

  • Die Wanderung wird als 4-, 5- oder 6-Tageswanderung angeboten. Die insgesamt 45 Kilometer lange Strecke konnten wir gut in vier Tagen bewältigen. Es war unterwegs kein Problem, von der 5- auf die 4-Tagesvariante zu wechseln.
  • Pack auf jeden Fall genügend Insektenspray ein! Die Biester hängen von Minute 1 an deinen Knöcheln und finden jede Stelle, die nicht richtig eingesprüht ist. Wir haben uns vor Ort Nopikex geholt, das als sehr wirksam gilt. Dennoch wurde Franzi über 100 Mal gestochen (ja, wir haben gezählt!). Also damit lieber nicht geizen.
  • Die Verpflegung während der Wanderung ist wirklich ausreichend! Die Portionen der Hauptmahlzeiten sind groß und zwischendurch gibt es vor- und nachmittags frisches Obst als Snack. Wem das nicht reicht, der kann zwischendurch immer mal wieder Schokoriegel oder Bananen kaufen. In jedem Camp kann man zudem abends ein kaltes Bier bekommen. Und das mitten im Dschungel!
  • Auch das Wasser wird von der Agentur gestellt. Dazu wird es chemisch gereinigt und kann bei jeder Mahlzeit nachgefüllt werden. Wir haben unterwegs ausschließlich dieses Wasser getrunken und hatten damit gar keine Probleme.
  • Dinge, die du auf jeden Fall dabei haben solltest:
    • kleinen Trekkingrucksack* (max. 40 Liter) und Regenhülle dafür
    • Trinkblase*, es gibt viel zu schwitzen und das Wasser kann wieder aufgefüllt werden
    • Insektenspray und Sonnenschutz
    • gute Trailschuhe*
    • Shorts
    • 1 frisches T-Shirt pro Wandertag (die durchgeschwitzten und nassen Sachen werden bei der hohen Luftfeuchtigkeit im Dschungel oft nicht trocken über Nacht)
    • Unterwäsche
    • lange Hose und Longsleeve für die Nacht, wir schwören auf Merino-Wolle*
    • Badesachen und Reise-Handtuch*
    • Duschzeug, Toilettenpapier (gibt es auf keiner Toilette unterwegs)
    • Stirnlampe, gibt es superkompakt*
    • Seidenschlafsack* (fanden wir nachts praktisch als Moskitoschutz und da die Betten nicht immer super sauber wirkten)
    • Kamera* und 2. Akku oder Powerbank*, da Strom während der Wanderung Mangelware ist.
  • überflüssig:
    • Regenjacke – du bist sowieso nach 10 min Wanderung durchgeschwitzt

Komm mit in die verlorene Stadt! Unser Video zur Ciudad Perdida Wanderung

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Die vielen Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten hatten uns nach San Gil gelockt. Durch die Stadt fließt der Rio Fonce und sie ist umgeben vom unendlichen Grün der wunderschönen Natur Kolumbiens. Wir wurden hier nicht enttäuscht und erlebten fantastische Abenteuer in Wasser, Luft und auf dem Boden.

Unsere Anreise von Bogotá nach San Gil

Ohne vorher Bustickets gebucht zu haben, fuhren wir am Morgen zum großen Busterminal von Bogotá. Hier starten im Terminal 3 die Busse Richtung Norden und wir konnten bei Copetran für 36.000 COP (10€) pro Person Tickets für den Bus kaufen, der nur 10 Minuten später abfahren sollte. Perfektes Timing also! Der Bus war modern, hatte sehr bequeme Sitze und unsere Rucksäcke passten in die Gepäckfächer über unseren Sitzen. Nach insgesamt 7 Stunden Fahrt kamen wir am Nachmittag in San Gil an.

Unsere Unterkunft in San Gil

Wir hatten uns im El Dorado Hostel in San Gil für drei Nächte ein Doppelzimmer gebucht, das uns nur 15€ pro Nacht kostete. Dafür hatten wir kein eigenes Bad, konnten aber eine Hostelküche nutzen. Die Unterkunft liegt nur eine Minute vom Plaza de Armas entfernt und hat schöne Aufenthaltsbereiche. Unser Zimmer hatte leider kein Fenster, sodass es dort nachts sehr stickig wurde. Für den Preis ging es aber in Ordnung.

Tagesausflug nach Barichara und Guane

An unserem ersten Tag wollten wir einen Ausflug auf eigene Faust machen und dabei schon ein bisschen mehr von der tollen Natur um uns herum erkunden.

San Gil Grüne Berge

Mit dem lokalen Bus von San Gil nach Barichara

Der lokale Busbahnhof liegt nur drei Blocks von der Plaza de Armas entfernt und ist in wenigen Minuten zu Fuß erreicht. Dort fahren regelmäßig Kleinbusse viele Ziele in der Umgebung an. Unser Hostel hatte uns gesagt, dass alle 30 Minuten Busse nach Barichara fahren und so mussten wir nicht lange warten. Für 4600 COP (1,30€) pro Person wurden wir in ca. 45 Minuten nach Barichara gefahren.

San Gil local Bus

Wunderschöne Kolonialstadt Barichara

Im Lonely Planet wird Barichara als eine der schönsten Städte Kolumbiens angepriesen. Auf unserer Reise war es die schönste Stadt, die wir bisher besucht hatten. Wir konnten uns gar nicht sattsehen an den Häusern mit ihren weißen Mauern und den roten Ziegeldächern vor dem Hintergrund der grünen Berge. Dazu die großen Pflastersteine, die Palmen und Bäume – wir waren wirklich angetan! So schlenderten wir zunächst ziellos durch die Gassen und genossen die ruhige Atmosphäre in dem Städtchen.

Barichara Dorf

Der Camino Real nach Guane

Der von einem Deutschen erbaute Weg sollte uns über fünf Kilometer durch die tolle Landschaft hinab in den kleinen Ort Guane führen. Vorbei an Kühen, kleinen Geckos und inmitten von Feldern liefen wir entspannt Meter um Meter und sogen die Schönheit in uns auf. Immer mal wieder hielten wir inne, um den Ausblick zu genießen. So grün hatten wir uns Kolumbien vorgestellt und trotzdem war es noch mal viel schöner, das alles zu betrachten.

Camino Real

Nach ungefähr eineinhalb Stunden erreichten wir Guane, ein kleines verschlafenes Dorf. Wir aßen ein Menu del Dia und fuhren später schließlich wieder mit dem Bus zurück nach San Gil (7000 COP pro Person, 2€). Diesen Tagesausflug kann man wirklich einfach selbst machen, Busse fahren ständig zwischen den Dörfern hin und her und der Spaziergang durch die Natur lohnt sich allemal!

Guane Hauptplatz

Rafting auf dem Rio Fonce

Eine der beliebtesten Aktivitäten in San Gil ist das Rafting und dazu stehen gleich mehrere Möglichkeiten zur Auswahl. Der Rio Suarez liegt ca. eine Stunde entfernt und ist eher etwas für Raftingerfahrene, da er Strömungen der Stufe 5 hat und das ist schon ziemlich heftig! Aufgrund unserer mangelnden Erfahrung entschieden wir uns für die etwas sanftere Variante auf dem Rio Fonce, der durch San Gil hindurchfließt. Dieser hat Stromschnellen der Stufe 3 und ist damit als mittelschwierig einzustufen.

Nach einigem Verhandeln konnten wir bei Rafting Chicamocha Expediciones einen Preis von 30.000 COP (8,50€) pro Person heraushandeln. Wir wurden am Nachmittag ungefähr 15 Minuten immer flussaufwärts gefahren und schließlich mit Booten und Guide am Fluss abgesetzt. Hier bekamen wir Schwimmwesten und Schutzhelme und lernten im Boot die Kommandos. Viele gab es nicht: Vor, Zurück und Paddel hoch. Dann ging es auch schon los und wir kamen direkt in Stromschnellen, wurden ordentlich nass und hatten richtig viel Spaß.

San Gil Rafting Rio Fonce

In etwas ruhigeren Abschnitten konnten wir auch in den Fluss springen und uns treiben lassen. Relativ am Ende wurden wir noch einmal so richtig durchgeschüttelt und landeten alle quer im Schlauchboot verteilt, als wir in einer Stromschnelle den Halt verloren. Für uns hatte die Tour alles, was wir wollten: Adrenalin und Action in den schnellen Stromschnellen, herrliche Ausblicke in die Natur um uns herum und entspannte Stellen, in denen wir diese auch gut genießen konnten.

San Gil Floaten im Rio Fonce

Wir waren eine gute Stunde auf dem Fluss unterwegs und fanden das Preis-Leistungs-Verhältnis der Tour super. Können wir nur empfehlen, auch den Rafting-Anfängern. Allerdings würden wir es erst für Kinder ab 10 Jahren empfehlen, da das junge Mädchen, das bei uns an Board war, zum Teil ziemlich Angst hatte und auch weinte.

Paragliding im Chicamocha Canyon

Zum Abschluss unseres Aufenthalts in San Gil gönnten wir uns noch einmal etwas total Neues: wir flogen durch die Lüfte! Morgens wurden wir vom Anbieter Parapente San Gil mit dem Van abgeholt und in den ungefähr eine Stunde entfernten Chicamocha Canyon gefahren. Dort bekamen wir zunächst eine Instruktion und die wichtigsten Befehle beigebracht. Danach wurde Franzi der Helm aufgesetzt und für sie ging es als erste los.

San Gil Paragliding

Nach kurzer Anlaufphase folgte auch schon der Schwebeflug über die Baumkronen, inmitten der Vögel und mit fantastischem Rundumblick. Immer höher ging es in die Lüfte, immer im Kreiselflug und mit ordentlich Wind. Zum Abschluss gab es die Möglichkeit, Tricks zu fliegen. Ohne jegliche Vorstellung davon stimmte Franzi einfach mal zu und wurde kreuz und quer durch die Luft gewirbelt. Nach geglückter Landung benötigte ihr Magen danach erst mal Ruhe, denn bei so viel Gedrehe war ihr ganz schön schwindelig geworden.

San Gil Paraglider am Himmel

Matthias startete kurz darauf mit dem gleichen Piloten in die Lüfte und konnte ebenfalls wunderbare Aussichten aus unglaublicher Höhe genießen. Nachdem sich auch sein Schwindel gelegt hatte, zogen wir das Fazit: das war megageil! Was für eine tolle Erfahrung. Wir hatten vor Ort den Preis auf 170.000 COP (50€) pro Person runterhandeln können und waren sehr zufrieden mit dem Anbieter. Zudem bekamen wir Go Pro Material kostenlos gestellt, das Franzi während ihres Fluges aufnahm. In unserem Video könnt ihr die ganze Action noch mal richtig miterleben!

Durchschnaufpause

Nach diesem ereignisreichen Start unserer Reise in Kolumbien freuen wir uns nun auf ein paar ruhige Tage zum Ausspannen und Planen der nächsten Abenteuer. Seid gespannt, was wir hier noch alles erleben werden. Wir sind es auf jeden Fall! :)

Noch total geflasht von unserer Wanderung in den Anden über den Salkantay Pass entschlossen wir uns, hier in Peru routentechnisch wieder Harakiri zu veranstalten um möglichst viele Highlights zu sehen. So verschlug es uns wieder weiter in den Süden nach Arequipa, wo wir im Colca Canyon eine weitere Wanderung machen wollten.

Unsere Anreise von Cusco nach Arequipa

Wir entschieden uns für die Luxusvariante um auf unserer 11-stündigen Nachtfahrt so viel Schlaf wie möglich mitzunehmen. Beim Marktführer Cruz del Sur buchten wir VIP-Sitze für 130 Soles pro Person (36€) und wurden nicht enttäuscht. Die bequemen Sitze ließen sich weit nach hinten verstellen und kamen mit einer Decke und Kissen daher. Kurz nach der Abfahrt bekamen wir unser bei der Buchung ausgewähltes Essen und einen heißen Tee geliefert. Das Essen war vergleichbar mit Essen im Flugzeug, für uns aber in Ordnung. Vom Entertainmentprogramm machten wir gar keinen Gebrauch. Wir schlossen die Augen und konnten die Nacht mit kurzen Unterbrechungen gut durchschlafen. Unser Fazit: das war gut investiertes Geld, denn wir erreichten Arequipa am nächsten Morgen ausgeschlafen und voller Tatendrang. Das war auf unserer Nachtfahrt nach La Paz definitiv anders.

Unsere Unterkunft in Arequipa

Über booking.com* hatten wir uns ein Doppelzimmer mit eigenem Bad für nur 22€ im Park Hostel* gesichert. Wir konnten am frühen Morgen unser Gepäck in einem Raum einschließen, da wir noch vor dem Check-In ankamen. Auch während unserer Wanderung durften wir unser Gepäck hier kostenlos parken. Highlight war definitiv das Frühstück auf der sonnigen Dachterrasse mit Blick auf die Stadt und die dahinterliegenden schneebedeckten Berge.

Arequipa Hostel

Sightseeing in Arequipa

Convente Santa Catalina

Dieses Kloster ist wie eine komplette Stadt innerhalb Arequipas. Die Gebäude liegen innerhalb von großen Mauern und können täglich für den stolzen Eintrittspreis von 40 Soles (11€) besucht werden. Wir haben den Rundgang durch den großen Komplex auf eigene Faust gemacht, du kannst für 20 Soles aber auch eine einstündige Führung erhalten, die sogar auf Deutsch angeboten wird. Für uns waren die Informationen auf den Tafeln, die in jedem Raum hingen, auch ausreichend.

Arequipa Convente Santa Catalina

Das 1579 gegründete Kloster wurde mehrfach von Erdbeben beschädigt und immer wieder aufgebaut. Früher lebten hier bis zu 150 Nonnen in ziemlich großzügigen Räumen. Getrennt von der Anlage der Nonnen ist der Teil für die Novizinnen, die in deutlich kleineren und spärlicheren Zimmern wohnten. Hier mussten die Frauen für ein Jahr leben bevor sie endgültig in den Orden aufgenommen wurden. Die Klosterschwestern waren für ihre tollen Backwaren bekannt und in jedem Zimmer war tatsächlich ein Ofen zu finden. Wir fanden das Kloster mit seinen bunten Innenhöfen, den kleinen Gassen und vielen Pflanzen wunderschön und hatten einen entspannten Vormittag dort.

Kolonialgebäude rund um den Plaza de Armas

Für uns war der Plaza de Armas in Arequipa der schönste in ganz Südamerika! Die tollen geschwungenen Bögen, die riesige Kathedrale, die über eine komplette Seite des Platzes geht und die vielen anderen kolonialen Gebäude im Vulkansteinweiß – wow! Hier wussten wir gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollten. Dazu die schneebedeckten Vulkane im Hintergrund und das Bild war perfekt.

Arequipa Plaza de Armas

Unsere Essenstipps für Arequipa

Wir haben in Arequipa teilweise sehr gut gegessen und wollen dir unsere kulinarischen Highlights natürlich nicht verwehren. Einen super guten und dazu nicht zu teuren Burger haben wir im Burger Chulls gegessen. Hier bekommst du den Standardburger bereits für 10 Soles und kannst dann Extras und Saucen nach Belieben hinzufügen. Im Burger Menü für 15 Soles (4€) ist zusätzlich zum Burger ein leckerer Saft, Pommes (die Süßkartoffelvariante war der Knaller!) und eine Sauce nach Wahl dabei. Es war wirklich sehr lecker dort!

Gleich um die Ecke befindet sich die Pasta Canteen, in der es täglich ein Pastagericht des Tages gibt oder auch die Möglichkeit, sich selbst Pasta zusammenzustellen. Dazu bekommst du vorher einen leckeren Salat und frische Mini-Brötchen. Fanden wir für 15 Soles auch einen richtig guten Deal.

Arequipa Pasta Canteen

Unser Bedürfnis nach Süßem haben wir im La Petite Française gestillt. Hier gab es sehr leckere Crêpes in den verschiedensten Varianten. Für uns durfte immer Nutella rein und dann abwechselnd diverse Früchte. Dazu ist es ein sehr gemütliches Café mit schöner Atmosphäre.

Wanderung im Colca Canyon

Auf Empfehlung von anderen Reisenden (danke Susanna & Christoph) buchten wir über Andina Travel die günstigste Tour in Town: für nur 90 Soles (25€) pro Person würden wir zwei Tage durch den Colca Canyon wandern, eine Unterkunft und Essen bekommen. Sonst entscheiden wir uns ja nicht immer für das allergünstigste Angebot, aber da alle Anbieter das Gleiche erzählten, probierten wir es mal aus.

Unser erster Tag begann bereits um 3 Uhr in der Nacht, als wir uns aus den Betten und in den Minivan quälten, der uns nun drei Stunden nördlich in Richtung Canyon fahren würde. Wir schlossen die Augen und versuchten, noch etwas Schlaf zu bekommen. Gegen 7 Uhr erreichten wir Chivay auf 3300 Metern und hier war es empfindlich kalt. Mit klappernden Zähnen aßen wir unser sehr einfaches Frühstück, das aus Brötchen, Butter, Marmelade und Tee bestand. Gut, dass wir vorsorglich schon Snacks eingepackt hatten!

Cruz del Condor

Nächster Stopp war dann das Cruz del Condor. Hier sollen vor allem in den Morgenstunden die Riesenvögel aufsteigen und gut zu sehen sein. Aus dem Auto heraus sahen wir einen Condor über uns kreisen. Als wir schließlich selbst umherwanderten, konnten wir nur in den Tiefen des Canyons einige Vögel sehen. Wahrscheinlich war ihnen der Touristenauflauf oben zu stark, das hätten wir auf jeden Fall verstehen können!

Colca Canyon Blick ins Tal

Der erste Wandertag

Schließlich wurden wir am Startpunkt der Wanderung aus dem Auto geworfen und kurze Zeit später traf unser Guide Christian ein. Zu zwölft hängten wir uns an seine Fersen und liefen durch die wirklich tolle Natur am Rand des Canyons. 1000 Höhenmeter mussten wir am Vormittag absteigen und der Weg erinnerte uns ein wenig an den Salkantay Trail: viel Geröll und Staub. Bis zum Mittagessen folgte noch ein kurzer Anstieg mitten durch den Dschungel und dann hatten wir uns eine Stärkung redlich verdient.

Colca Canyon Kaktus

Nach dem (für Matthias eher spärlichen) Mittagessen ging es dann immer weiter fleißig auf und ab. In gemütlichem Tempo durchquerten wir Kakteenfelder und konnten nun die Landschaft von der anderen Seite des Flusses sehen. Wir genossen die Wanderung sehr und freuten uns über die angenehmen Temperaturen. Endlich mal wieder kurze Sachen tragen :)

Nach weiteren drei Stunden erreichten wir unser Endziel in der Oase im Canyon. Wie versprochen, bekamen wir ein Doppelzimmer und die Anlage hatte sogar einen Pool. Als erste konnte Franzi unter die warme Dusche springen um Schweiß und Staub abzuspülen. Danach bildete sich schnell einen lange Schlange, da es für über 20 verschwitzte Wanderer nur eine Dusche gab.

Colca Canyon Fluss

Die Zeit bis zum Abendessen zog sich schließlich hin wie Kaugummi. Wir mussten drei Stunden überbrücken, in denen es immer kälter wurde, der Hunger immer größer und das Bedürfnis nach einem warmen Bett ebenso. Dass sich das Warten auf unser Essen gelohnt hätte, können wir leider nicht sagen. So halb gesättigt gingen wir gegen 21 Uhr in unser Bett, denn am nächsten Morgen sollten wir bereits 4.30 Uhr den Aufstieg aus dem Canyon beginnen.

Der zweite Wandertag

Nach einer ganz guten Nacht machten wir uns (ohne Frühstück) noch im Stockdunklen an den Aufstieg. Über 1000 Höhenmeter mussten wir überwinden, um wieder aus dem Canyon herauszukommen. Die ersten Meter fielen noch sehr schwer, aber eine Banane und einige Höhenmeter später waren wir warm geworden und konnten so Meter um Meter aufsteigen. Während wir im Mittelteil noch euphorisch über unsere glänzende Wanderform sprachen, ließen die steilen Schlussabschnitte jede Euphorie weichen. Je höher wir kamen, desto kälter wurde es und längere Pausen waren nicht mehr möglich.

Colca Canyon Weg

Nach guten 2,5 Stunden erreichten wir den Rand des Canyons und konnten uns in den ersten Sonnenstrahlen aufwärmen. Von einer Einheimischen kauften wir völlig überteuerte Avocadobrötchen, für die wir in dem Moment aber auch noch mehr bezahlt hätten, so dankbar waren wir für Energie!

Nach einer kurzen Pause, in der wir darauf warteten, dass die komplette Gruppe ankam, gingen wir 20 Minuten bis in den Ort Cabanaconde, in dem wir schließlich unser Frühstück bekamen. Da wir aus der Erfahrung am Vortag gelernt hatten, kauften wir auf dem Weg im Dort noch eine Avocado, die das trockene Brötchen rettete.

Colca Canyon Bäume und Büsche

Die heißen Quellen von Yanque

Mit dem Bus ging es anschließend weiter zu den heißen, teilweise sehr heißen Quellen von Yanque. Den Eintrittspreis von 15 Soles (4€) pro Person zahlten wir gerne dafür, dass wir unsere müden Beine (und den Rest unserer Körper natürlich auch) in die natürlichen Quellen stecken durften. Das war dann so entspannt, dass wir keine Fotos gemacht haben. Du musst uns einfach glauben, dass man in den Quellen sitzend auf einen Fluss und die Berge dahinter schauen konnte!

Das Mittagessen am zweiten Tag war in der Tour nicht enthalten und hätte 30 Soles (8€) pro Person gekostet. Wir gingen stattdessen lieber zum lokalen Markt und aßen dort – genau wie die Einheimischen – einen leckeren Hähnchenschenkel mit Kartoffeln und Salat, gekocht am Boden. Kostete nur ein Drittel und war das beste Essen auf der gesamten Tour!

Auf der Rückfahrt nach Arequipa hielten wir am höchsten Punkt unserer bisherigen Reise (auf 4900 Metern) mit Ausblick auf Vulkane und später bekamen wir noch einmal eine große Alpakaherde zu sehen. Als wir schließlich am Abend wieder in Arequipa ankamen, waren wir ziemlich erschöpft von den beiden langen Tagen. Die Wanderung war aber wirklich sehr schön und wir waren glücklich, auch diesen Teil der Natur Perus noch sehen zu können.

Colca Canyon Alpaka Herde

Unsere Tipps für deine Tour in den Colca Canyon

  • Nimm dir ausreichend Wasser für einige Stunden mit. Zwischendurch kannst du Wasser kaufen, das ist aber natürlich teurer als in Arequipa.
  • Nimm dir einige Snacks mit. Die Abstände zwischen den Mahlzeiten sind zum Teil sehr lang. Wenn du am zweiten Tag über 1000 Höhenmeter gehst, bekommst du erst danach dein Frühstück. Wir wären ohne Banane und Müsliriegel nicht hochgekommen.
  • Pack deine Stirnlampe oder Taschenlampe ein. Am zweiten Morgen ist es stockdunkel wenn du den Berg hochläufst und der Weg ist übersät mit Geröll und größeren Steinen. Im Zweifel tut es auch das Licht deines Handys.
  • Klamottentechnisch empfehlen wir: entweder lange Wanderhose mit Zip-Beinen oder kurze Hose und Leggings, 2 T-Shirts, 1 extra Unterhose, 1 extra Paar Socken, 1 Longsleeve, 1 Fleecejacke, 1 Bikini/ Badehose. Morgens ist es in der Höhe empfindlich kühl (um die 0°) und im Canyon ist es tagsüber sehr warm (deutlich über 20°), sodass du für beides gut gewappnet sein solltest.
  • Trage ordentlich und regelmäßig Sonnencreme auf und vergiss deine Sonnenbrille nicht.
  • Zusätzlich zum Preis für die Tour musst du den Eintritt in den Colca Canyon bezahlen, der 70 Soles (19€) pro Person beträgt.
  • Du kannst diese Wanderung auch ohne Tour machen. Dann würdest du von Cabanaconde aus starten und dort auch wieder ankommen. Busse von Arequipa nach Cabanaconde benötigen ca. 6 Stunden Fahrzeit, sodass du hier vermutlich min. einen Extratag einplanen musst. Kostentechnisch scheint eine Tour kaum teurer, dafür hast du mehr Entscheidungsmöglichkeiten wenn du alleine gehst. Der Weg war gut zu finden.

Ziemlich spontan entschieden wir uns an unserem ersten Tag in Peru dazu, am nächsten Morgen auf den Salkantay Trek aufzubrechen. Wir wollten endlich die Anden mal von ganz Nahem sehen, wieder einige Tage in der Natur verbringen und uns mehr bewegen. So buchten wir von einem Tag auf den anderen den Salkantay Trek und sollten in den kommenden Tagen gigantische Natur um uns herum erleben!

Tag 1: Von Cusco bis Soraypampa

Salkantay Trek Wanderung erster Tag

Unser erster Tag begann bereits vor 4 Uhr, als wir total verpennt aus den Betten fielen und die gepackten Rucksäcke aufschnallten um zum vereinbarten Treffpunkt zu stolpern. Dort warteten schon diverse andere Reisende auf die verschiedensten Touranbieter. Nach einiger Verwirrung wurden wir schließlich zu einem Minivan geführt, der mit nur einer Stunde Verspätung Cusco verließ.

Nach zwei weiteren Stunden im Van erreichten wir Mollepampa, wo wir in einem Restaurant ein Frühstück bekamen. Hier lernten wir unsere Mitwanderer kennen denn im Minibus hatten alle versucht, noch etwas Schlaf zu bekommen. Nach dem Frühstück fuhren wir eine weitere Stunde bis zum Ausgangspunkt unserer Wanderung auf 3600 Metern. Nachdem wir in zwei Wandergruppen unseren Guides zugeteilt wurden, konnte es nun also so richtig losgehen! Unsere Wandertruppe war international durchgemischt und ein super Haufen! Dazu hatten wir mit Elvis einen sehr humorvollen Guide erwischt, der für jeden Quatsch zu haben war.

Salkantay Trek Weg ab Mollepampa

Im ersten Teil der heutigen Wanderung mussten wir 200 Höhenmeter hoch gehen und kamen direkt ordentlich ins Schwitzen. Dafür waren die kommenden 2,5 Stunden eher flach, führten an einem kleinen Kanal entlang und wir hatten zwischendurch schon fantastische Aussichten auf den Humantay und später den Salkantay.

Salkantay Trek Blick auf Humantay

Laguna Humantay

Gegen 12 Uhr erreichten wir unser Camp in Soraypampa und konnten uns dort bis zum Mittagessen ausruhen. Danach ging es noch einmal 350 Meter höher bis zur Laguna Humantay. Keuchend kämpften wir uns Meter um Meter hoch bis wir schließlich auf 4200 Metern die Lagune erreichten. Hier gönnten wir uns ein Snickers und genossen den Anblick dieses Bergsees.

Salkantay Trek Laguna Humanity

Nach dem Abstieg zurück ins Camp erwarteten uns warmes Popcorn und Coca-Tee. Vor dem Abendessen gab es noch eine wirklich lustige Runde Jenga und gegen 20 Uhr verkrümelten wir uns schließlich in unser Zelt. Uns stand die kälteste Nacht bevor, da wir auf 3900 Metern schliefen. Da wir inmitten der Berge schliefen, konnten wir einen genialen Sternenhimmel sehen.

Salkantay Trek Sternenhimmel

Tag 2: Von Soraypampa über den Salkantay Pass bis Chaullay

Pünktlich um 5 Uhr wurden wir an unserem zweiten Tag mit einem heißen Coca-Tee geweckt, der uns das Aufstehen in der morgendlichen Kälte etwas erleichterte. Eingepackt in all unsere dicken Sachen aßen wir das Frühstück und machten uns schließlich gegen 6.30 Uhr mit noch verquollenen Augen an den langen Anstieg bis zum Salkantay Pass.

Salkantay Trek Aufstieg zum Pass

Schon nach kurzer Zeit konnten wir die ersten Schichten wieder ausziehen, da es ordentlich bergauf ging und uns schnell warm wurde. Unterwegs hielten wir nur für kurze Verschnaufpausen an, um nicht zu sehr auszukühlen. Nach einem zweiten, sehr steilen und langen Abschnitt erreichten wir schließlich den sogenannten Gringo Killer. Wir empfanden den letzten steilen Abschnitt vorm Pass allerdings nicht so anstrengend wie den vorherigen und erreichten daher lebendig und glücklich nach 2,5 Stunden Anstieg den Salkantay Pass.

Salkantay Trek Gringo Killer

Der Salkantay Pass

Das erste Mal waren wir auf über 4600 Meter gelaufen! Wir waren unendlich stolz auf uns denn in Nepal hatten wir damals bei 4200 Metern wegen Krankheit und Höhensymptomen umdrehen müssen. Dieses Mal waren wir sehr gut akklimatisiert und konnten die Wanderung genießen. Uns bot sich ein toller Blick auf die umliegende Bergkette, mehrere Gletscher und dazu sahen wir sogar eine kleine Lawine am Salkantay!

Salkantay Trek Salkantay Pass

Unser Guide führte mit uns schließlich noch eine Coca-Zeremonie durch, bei der wir den umliegenden Bergen Coca-Blätter opferten und dafür drei Wünsche abgeben durften. Wir sind gespannt ob sie in Erfüllung gehen werden ;)

Salkantay Trek Pass mit Steinen

Laguna Salkantay

Danach gingen wir über viele Felsbrocken weiter zur Salkantay Lagune, die im schönsten Blauton erstrahlte. Dazu die schneebedeckten Berge im Hintergrund… wir waren einfach nur begeistert!

Salkantay Trek Laguna Salkantay

Bis zur Mittagspause lagen nun noch zwei Stunden Abstieg vor uns. Und wenn du jetzt glaubst, dass das entspannt war: falsch gedacht! Im sandigen Geröll mussten wir genau hinschauen, wo wir hintreten und waren erleichtert, als wir nach insgesamt 5 Stunden Wanderung auf 3900 Metern unser Mittagessen serviert bekamen. Anschließend mussten wir weitere 1000 Meter absteigen und gelangten nun zusehends mehr in den Dschungel. Der Wald um uns herum wurde dichter, die Lufttemperatur höher und die Anzahl an Moskitos nahm drastisch zu.

Salkantay Trek Abstieg zweiter Tag

Als wir gegen 17 Uhr endlich das Camp erreichten, waren wir ziemlich platt! Wir freuten uns auf unser Abendessen und ließen den Abend mit einer Runde Schnipselchen ausklingen. Uns war gar nicht bewusst, dass es dieses Spiel auch in anderen Ländern gibt. Das erste Mal spielten wir es nun auf Englisch und lachten uns immer wieder schlapp. Ein toller Abschluss unseres zweiten Wandertages.

Tag 3: Von Chaullay nach Santa Teresa

Salkantay Trek Dschungel

Auch an unserem dritten Wandertag war an Ausschlafen nicht zu denken, als wir kurz nach 5 Uhr erneut mit einem Coca-Tee geweckt wurden. Nach einem wenig sättigenden Frühstück brachen wir früh auf denn bis zum Mittag sollten wir wieder viele Höhenmeter auf- und vor allem abgestiegen sein. Elvis erklärte uns schon wie an den Vortagen die heimische Pflanzenwelt und zeigte uns eine Pflanze, die rote Farbe abgibt. Kurzerhand wurde jeder mit einer individuellen Kriegsbemalung verziert.

Salkantay Trek Kriegsbemalung

Wir überquerten den Fluss und folgten für mehrere Stunden einem Pfad, der sich immer am Fluss entlang schlängelte. Durch dichten Wald, vorbei an Kürbisfeldern, Grenadillas und Wasserfällen stiegen wir etliche Meter ab aber auch immer wieder auf. Unsere müden Beine wurden noch einmal ordentlich gefordert bevor wir schließlich den Playa Sahuayacco erreichten.

Salkantay Trek Fluss

Hier konnten wir unsere Füße im eiskalten Flusswasser abkühlen und entspannen. Die letzten Kilometer bis Santa Teresa wurden wir im Minivan befördert. Hier erreichten wir unseren Campground pünktlich zum Mittagessen und bekamen superviel Essen aufgetischt.

Salkantay Trek Camp Hängematte

Heiße Quellen und Happy Hour

Nach einer entspannten Stunde in den Hängematten auf der Wiese gab es noch einen weiteren Programmpunkt für den Tag: die heißen Quellen von Santa Teresa. Ganze drei Stunden konnten wir in den vier unterschiedlich warmen, natürlichen Pools verbringen und unsere müden Muskeln entspannen. Umgeben von den Anden hätte es nicht schöner sein können.

Am Abend machten wir dann ausgiebig Gebrauch von der Pisco Sour Happy Hour, spielten Trinkspiele, veranstalteten einen Gruppentanz und unterhielten uns mit den Inhabern des Campingplatzes über die Quechua-Kultur (auf spanisch natürlich!). Ausgelassen tanzten wir bis in die Nacht hinein und hatten eine tolle Zeit mit unserer Gruppe.

Tag 4: Ziplining und Laufen von Hidroelectrica nach Aguas Calientes

Nach der gestrigen Partynacht kämpften wir uns müde und verkatert aus den Betten um das Frühstück um 7 nicht zu verpassen. Ein Teil unserer Gruppe war bereits eine Stunde zuvor auf eine weitere Wanderetappe aufgebrochen, ein anderer würde später entlang der Straße zum nächsten Ort laufen. Wir hatten uns schon vorher dazu entschieden, an diesem Vormittag Ziplining zu machen, da wir das in Indien und Nicaragua beide Male genial fanden.

Bei Vertical Ziplines erwarteten uns 5 Ziplines, die bis zu einem Kilometer lang waren und zusätzlich eine Hängebrücke. Es ging über ein Tal drüber hinweg, in einer Höhe von 300 Metern! Das Gefühl, darüber zu schweben, war unbeschreiblich toll. Schnell war unser Kater vergessen, denn Adrenalin pumpte durch unsere Adern. Wir flogen über Kopf, drehend, zu zweit und zum krönenden Abschluss in Superman-Pose über die Natur hinweg. Es machte irre viel Spaß und war das tollste Zipline-Erlebnis bisher!

Der Weg entlang der Schienen

Salkantay Trek Schienenweg

Danach mussten wir einige Stunden in Hidroelectrica überbrücken bis die anderen Wanderer eintrafen. Hier konnten wir uns kaum noch auf den Beinen halten, waren müde, verkatert und kaputt. Als wir schließlich nach dem Mittagessen die Wanderung entlang der Schienen antraten, tat uns die frische Luft und Bewegung sehr gut. Wir konnten von den Schienen aus bereits erste Inkaruinen sehen und die weitesgehend flache Wanderung entlang der Zugstrecke relativ entspannt zurücklegen.

Salkantay Trek Blick von Schienen auf Berge

Am späten Nachmittag erreichten wir schließlich Aguas Calientes, wo wir unser Hotelzimmer bezogen und die erste warme Dusche nach vier Tagen Wanderung hatten. Was für eine Offenbarung! Auch das Bett war nach drei Nächten im Zelt eine echte Wohltat. Wir gingen sehr früh schlafen, denn am nächsten Tag sollte ein weiteres Highlight auf uns warten: der Besuch von Machu Picchu.

Fazit zum Salkantay Trek

Wir fanden die Wanderung einfach grandios! Die Landschaft war wunderschön und wir haben es bei all der Anstrengung total genießen können, so viel Zeit in der Natur zu verbringen. Um die Wanderung zu bewältigen, muss man kein Ausdauersportler sein! Allerdings ist es auch kein gemütlicher Spaziergang, den man mal so eben wegläuft. Wir würden diese Wanderung jedem empfehlen, der gerne in der Natur ist und mehr von den Anden sehen möchte!

Alle Informationen und Fakten rund um die Wanderung haben wir für dich in einem extra Beitrag zusammengefasst.

Salkantay Trek Laguna Salkantay Paar

Vom Lago de Atitlan aus ging es zu unserem zweiten Ziel in Guatemala: in die malerische Stadt Antigua. Die bunten, niedrigen Häuser sind hier an kopfsteinbepflasterte Straßen gebaut und eingerahmt wird das Ganze durch die Vulkane drum herum. Zurecht wird Antigua überall beworben und ist einer der größten Touristenmagneten in Guatemala.

Unsere Anreise nach Antigua vom Lago de Atitlan

Ausgehend von San Pedro La Laguna am Lago de Atitlan hat man zwei Möglichkeiten, um Antigua zu erreichen. Die bequemste ist sicherlich ein Touristenshuttle, das einen auf direktem Wege nach Antigua fährt. Mehrmals am Tag starten diese Minibusse zu festen Uhrzeiten und bringen einen in vier bis fünf Stunden ans Ziel. Kostenpunkt: 80 Quetzales pro Person (11€). Stattdessen kann man die Strecke auch mit den Chicken Busses zurücklegen. Diese Busse sind weniger bequem, dafür deutlich günstiger und man erlebt viel mehr. Das war auch unsere Wahl, allerdings erklärte uns der Busfahrer, dass der Bus aufgrund einer Straßenblockade nicht fahren würde.

Also entschieden wir uns für Plan C: Mit einer Plancha (einem kleinen Boot) fuhren wir von San Pedro La Laguna nach Panajachel am anderen Ende des Sees. Dort wurden wir von einem Chickenbus aufgesammelt und in den nächstgrößeren Ort verfrachtet. Dasselbe Spiel machten wir insgesamt vier Mal bis wir in Antigua ankamen. Wie die Orte auf dem Weg hießen, wussten wir oft gar nicht, weil wir nur das Ziel Antigua nannten und dann immer in den nächsten Bus gestopft wurden. Letztendlich dauerte unsere Fahrt 5 Stunden und kostete uns 53 Quetzales pro Person (ca. 7€). Es verlief alles glatt, war ausreichend bequem und ein super Erlebnis!

Unsere Unterkunft in Antigua

Wir hatten bereits vor unserer Ankunft ein Doppelzimmer in der Villa Esthela gebucht. Lass dich nicht von dem fancy Namen täuschen, es handelt sich dabei um ein Hostel! Wir bekamen ein sehr geräumiges Zimmer mit zwei großen Betten und vielen Abstellmöglichkeiten. Geschlafen haben wir hier super! Auch die Gemeinschaftsbäder waren sauber. In der Küche haben wir uns gut bekochen können und die Lage ist zwar etwas außerhalb des Stadtzentrums aber in 10 Minuten ist man überall. Für 23€ pro Nacht war das ein guter Deal, vor allem bei sonst sehr hohen Kosten in Antigua.

Stadtbummel

In Antigua kann man vor allem eines sehr gut machen: durch die Stadt bummeln. In den vielen bunten Häusern verstecken sich kleine Läden, die verschiedenstes Handwerk anbieten und daneben gibt es bestimmt ein Restaurant oder eine Bar. Viele sahen sehr verlockend aus. Das Problem: Antigua ist nicht so richtig für einen schmalen Geldbeutel geeignet. Die Restaurants und Cafés verlangen für ihre Speisen Preise wie in Deutschland, für uns schwer erschwinglich mit dem Weltreisebudget. Also blieb es häufig beim Bestaunen von außen.

Eine günstige und sehr leckere Alternative zu den hochpreisigen Restaurants ist das Toko Baru. In diesem kleinen Restaurant werden indische und asiatische Gerichte zu vernünftigen Preisen angeboten. Wir haben hier zwei verschiedene indonesische Gerichte und Falafel gegessen und fand alles sehr lecker!

Ausblick vom Cerro de la Cruz

Den wohl schönsten Blick auf Antigua kann man vom Cerro de la Cruz erhaschen. Dieser Aussichtspunkt befindet sich nördlich der Stadt auf einem Hügel, den man über viele Treppen erklimmen kann. Oben angekommen bietet sich ein spektakulärer Blick auf die breiten Straßen und den Vulkan Agua dahinter. In Antigua stehen insgesamt 33 Kirchen (!), von denen viele allerdings durch ein Erdbeben 1773 stark beschädigt worden sind und nie restauriert wurden. Diese baufälligen Gebäude geben der Stadt allerdings einen sehr speziellen Anblick, den wir wirklich schön fanden.

Guatemala Antigua Cerro de la Cruz Ausblick

Wanderung auf den Vulkan Acatenango

Zu Matthias‘ Geburtstag hatten wir uns etwas Besonderes vorgenommen: Wir wollten auf den dritthöchsten Vulkan Guatemalas wandern, dort in einem Zelt übernachten und einen Blick auf den noch aktiven Vulkan Fuego haben, der sich direkt daneben befindet. Franzi war nach kurzer Zeit überzeugt und so buchten wir eine Tour mit Gilmer. Auf TripAdvisor wird seine Tour in den höchsten Tönen gelobt und auch von Leuten, die wir vor Ort kennenlernten, wurde er uns empfohlen. Mit den Gebühren (300Q pro Person, 38€) wird zudem das Heimatdorf der Guides unterstützt, sodass wir gern bereit waren, etwas mehr zu zahlen.

Und wieder mal spielen wir Pack-Tetris

Am Freitag wurden wir am frühen Morgen vor unserem Hostel abgeholt und lernten im Minivan auf dem Weg in das Dorf am Vulkan gleich unsere vier Mitwanderer kennen. Marco aus Deutschland und Sarah & Gil aus Kanada würden mit uns gemeinsam den beschwerlichen Weg gehen. Nach einer knappen Stunde hielten wir, um in Gilmers Haus das Equipment zu packen. Und hier gerieten wir mit unseren Handgepäcksrucksäcken leider an unsere Grenzen. Die Schlafsäcke waren so groß, dass sie fast den ganzen Rucksack einnahmen. Dazu mussten aber noch Wasser, Proviant, Klamotten und ein Zelt transportiert werden. Glücklicherweise konnte Gilmer Matthias einen größeren Rucksack für die Wanderung leihen.

Guatemala Antigua Wanderung Rucksack

Gegen 9 Uhr brachen wir schließlich auf und wurden mit dem Bus die letzten Kilometer bis zum Anfang des Treks gefahren. Dort zahlten wir den Eintritt (50Q pro Person, 6,50€) und konnten für nur 5Q (80 Cent) Wanderstöcke mieten. Unser Guide Guiarno stellte sich als der Neffe von Gilmer vor und erzählte uns, dass er heute zum 372. Mal in den letzten drei Jahren den Vulkan besteigen würde. Gut, an Erfahrung mangelte es ihm trotz seiner zarten 20 Jahre also nicht!

Während wir mühsam durch Kieselsteine die ersten Höhenmeter erklommen, wies er uns immer wieder auf Tiere oder Pflanzen hin und erzählte auf Spanisch etwas dazu. Gut, dass wir unser Spanisch gerade trainiert hatten! In gemächlichem Tempo schlichen wir durch die Maisfelder und folgten dem Weg, der einfach immer bergauf führte. Guiarno versicherte uns, dass die erste Stunde am anstrengendsten sei, danach wäre der Weg einfacher zu begehen. Regelmäßig machten wir Pausen zum Verschnaufen und Bestaunen der Landschaft unter uns.

Guatemala Antigua Wanderung Blick auf die Felder

Mühsamer Anstieg auf über 3000 Meter

Nach der ersten Wanderstunde hatten wir bereits 300 Höhenmeter erklommen und waren euphorisch gestimmt, dass es ab jetzt ja leichter werden würde. Der Untergrund war tatsächlich einfacher zu begehen.. weniger anstrengend wurde es jedoch nicht. Wir mussten ja weiterhin ordentlich an Höhe gewinnen und so liefen wir die steilen Pfade hinauf. Allerdings verlief der Weg inzwischen durch einen dichten Wald, der uns vor der Sonne schützte und schön anzuschauen war.

Nach ungefähr zwei Dritteln des Weges legten wir schließlich unsere Mittagspause ein. Wir hatten die 3000 Metermarke längst geknackt und konnten zufrieden Reis, Huhn und Gemüse aus unserer Lunchbox essen. Das Essen war von Guiarnos Mutter zubereitet worden und schmeckte köstlich! Allzu lange dehnten wir die Pause jedoch nicht aus, da wir in der Höhe schnell auskühlten und ja noch ein bisschen Weg vor uns hatten.

Guatemala Antigua Acatenango Basecamp

Irgendwie quälten wir uns auch noch die letzten Höhenmeter nach oben und inzwischen merkten wir, dass die Beine müde waren und wir häufiger Pausen benötigten. Die letzte Stunde ging der Weg mal auf, mal ab und nach insgesamt 5 Stunden kamen wir schließlich am sogenannten Basecamp an. Hier konnten wir unsere Zelte aufbauen und unser Guide sorgte direkt für ein Lagerfeuer zum Wärmen. Die dichte Wolkendecke brach immer mal wieder auf, sodass wir einen kurzen Blick auf den Vulkan Fuego erhaschen konnten und die Hoffnung erhalten blieb, den Vulkan aus nächster Nähe rauchen und eventuell sogar Lava spucken zu sehen.

Guatemala Antigua Acatenango Vulkan mit Rauch

Vulkan Fuego spuckt Lava

Und wie von Guiarno angekündigt, verzogen sich die Wolken irgendwann und der Vulkan Fuego war super zu sehen. Aber auch den Vulkan Agua und weitere kleine Vulkane waren von unserem Basecamp aus noch zu sehen. Und während es am späten Nachmittag manchmal nur einige Rauchwolken gegeben hatte, kam es schließlich tatsächlich dazu: Fuego spuckte Lava! Es war ein wahnsinniges Spektakel und fast schon unwirklich, ein solches Naturerlebnis live und in Farbezu erfahren. Hier bekam Matthias zu seinem Geburtstag nun mal eine sehr spezielle Geburtstagskerze!

Guatemala Antigua Acatenango Vulkan mit Lava

Und auch wenn wir am liebsten die ganze Nacht draußen am Lagerfeuer verbracht hätten, um ja keinen Ausbruch zu verpassen: gegen 23 Uhr schickte uns Guiarno ins Zelt, damit wir am nächsten Morgen fit für die letzten 400 Höhenmeter sein würden. Auf den dünnen Isomatten fanden wir wenig Schlaf und bei Franzi machten sich ordentlich Kopfschmerzen bemerkbar. Die Höhensymptome waren ihr ja noch aus Nepal bekannt. Einen weiteren Aufstieg wollte sie deswegen nicht mehr in Angriff nehmen.

Guatemala Antigua Acatenango Zelt

Gipfelaufstieg um 4:30 Uhr

So stand nur Matthias am nächsten Morgen kurz nach 4 Uhr auf und machte sich, eingepackt in alle Klamotten, die wir dabei hatten, an die Besteigung der Vulkanspitze. Im zügigen Tempo wurden die verbleibenden 400 Höhenmeter zurückgelegt, um rechtzeitig zum Sonnenaufgang den Blick überhaupt zu haben. Und tatsächlich waren von der Vulkanspitze sogar der Lago de Atitlan und die den See umgebenden Vulkane zu sehen. Matthias konnte sich gar nicht satt sehen an so viel Natur und wäre auch hier gerne länger geblieben. Da unser Guide aber kurz vorm Erfrieren war, hieß es nach einer halben Stunde wieder Abstieg zum Basecamp.

Guatemala Antigua Acatenango Sonnenaufgang Basecamp

Aber auch Franzi konnte vom Basecamp aus den Sonnenaufgang mit seinen wunderschönen Farben genießen! Nach einem kurzen Frühstück packten wir unsere sieben Sachen und machten uns auf den dreistündigen Rückweg. Und der forderte uns dann auch noch mal richtig! Die steilen Abstiege gingen ordentlich auf die Oberschenkel und die kleinen Kieselsteine führten zu einigen Stürzen. Als wir endlich wieder am Ausgangspunkt ankamen, waren wir sehr geschafft und voller Vorfreude auf die Dusche denn wir waren von oben bis unten mit Staub bedeckt.

Unsere Tipps für die Vulkanbesteigung

  • Nimm ausreichend Wasser mit auf die Wanderung! Wir hatten 4 Liter Wasser pro Person dabei und haben diese auch locker ausgetrunken.
  • Mach diese Wanderung unbedingt mit einem erfahrenen Guide. Im Januar dieses Jahres sind 6 Menschen auf dem Vulkan gestorben, die ohne Guide unterwegs waren und in einen Schneesturm gerieten.
  • In den Höhen ist es empfindlich kalt, sodass du auf jeden Fall eine Mütze, Handschuhe und eine dicke Jacke benötigst. All das kannst du entweder gebraucht auf dem Markt von Antigua kaufen oder bei den meisten Agenturen auch leihen. Auch einen Wanderstock für Auf- und Abstieg können wir sehr empfehlen! Diese werden am Ausgangspunkt für nur 5Q verliehen.
  • Pack dir eine Stirnlampe ein! Abends ist es bereits ab 18 Uhr dunkel und vor allem für den Aufstieg am Morgen benötigst du eine Lichtquelle.
  • Obwohl die Touranbieter dir ein Mittag-, Abendessen und Frühstück stellen, ist es sinnvoll, Snacks für unterwegs mitzunehmen. Du kannst die Energie gut gebrauchen! Wir hatten gekochte Eier, Snickers und Bananen dabei.

Wir werden Antigua immer mit der Vulkanbesteigung verbinden, die ein absolutes Highlight war! Die Wanderung ist zwar anstrengend, aber gut zu schaffen. Total glücklich und stolz sind wir, dass wir den kräftezehrenden Aufstieg gemeistert haben denn die Erfahrung war der Wahnsinn! Wir haben auf einem Vulkan übernachtet, mit Blick auf einen lavaspuckenden Vulkan und konnten am nächsten Morgen einen Sonnenaufgang beobachten, der uns sprachlos machte. Wir fühlten uns verbunden mit der Natur und sind zutiefst dankbar für dieses unglaubliche Erlebnis. Wenn du in Antigua bist – geh auf den Vulkan!

Und du?

Was war dein schönstes Naturerlebnis bisher? Oder hast du noch welche auf dem Plan, die du unbedingt erleben möchtest? Dann teile sie gerne mit uns, vielleicht können wir sie auch unserer Bucket-Liste hinzufügen.

Nach unserer holprigen Anreise aus Jaipur erreichten wir morgens den Busbahnhof in Jaisalmer. Unsere netten Gastgeber vom Hotel Fotyia* holten uns mit dem Jeep ab und schon wenig später fanden wir uns auf einer gemütlichen Dachterrasse mit Blick auf das Fort von Jaisalmer wieder. Die Stadt liegt am Rande der Thar Wüste und ist umgeben von sandigem Buschland – eine Landschaft wie aus 1001 Nacht! Wir fühlten uns direkt wohl und freuten uns darauf, wieder mehr Weiten und Natur erleben zu können.

Das Fort in Jaisalmer

Die Hauptattraktion in Jaisalmer ist das riesige Fort, das aus Sandstein erbaut wurde und eine der wenigen Festungen ist, die auch heute noch bewohnt ist! Das hat gleichzeitig den Vorteil, dass man (endlich mal) keinen Eintritt zahlen muss, jippieh! Also haben wir uns schon an unserem ersten Tag auf den Weg durch die zahlreichen, vollgestopften Gassen gemacht um das Fort zu besichtigen. Schon von Weitem kann man sehen wie es über der Stadt auf einem Hügel thront. Von Nahem wird einem das Ausmaß dieser Festung aber erst so richtig klar. Wir haben uns zunächst durch die vielen kleinen Straßen treiben lassen und alles aufgesogen, was uns dort begegnet ist. Seien es die zahlreichen Kühe auf den Wegen, die vielen Händler, die uns Klamotten, Teppiche oder Schmuck verkaufen wollten oder eben auch die Bewohner, die wir durch die Hauseingänge beobachten konnten.

Indien Jaisalmer Fort

Das Leben spielt sich in den sandsteinfarbenen Häusern ab, die oftmals reich verziert sind und uns immer wieder zum Staunen brachten. Wir wussten gar nicht, wo wir zuerst hinsehen sollten! Letztendlich ist das Fort aber auch sehr touristisch – jedes zweite Haus beinhaltet ein Restaurant oder Guesthouse und überall werden Souvenirs vertickt. Wir haben uns gefragt, wer den ganzen Kram wohl kaufen soll, denn so viele Touristen waren gar nicht unterwegs.

Sonnenuntergang mit Blick auf das Fort

Um abends den Sonnenuntergang und die wechselnden Lichtverhältnisse zu beobachten, kletterten wir auf einen kleinen Aussichtspunkt unweit von unserem Hotel. Die Kinder und Jugendlichen zeigten uns eine Abkürzung, sodass wir plötzlich in FlipFlops einen steilen Geröllberg hinaufstiegen. Der Ausblick dort oben war klasse und wir genossen die ruhigen Abendstunden sehr! Für den Abstieg wählten wir die sichere Variante und nahmen dieses Mal die Treppen.

Indien Jaisalmer Fort Sonnenuntergang

Jain Tempel

Innerhalb der Festung befinden sich sieben Jain Tempel, die man für einen Eintritt von 200 Rupie pro Person alle besichtigen kann. Wir fanden den Preis in Ordnung und haben die reich verzierten Tempel alle besichtigt. Allerdings sind wir nur auf vier gekommen… da waren wohl mehrere Tempel in einem oder so ;) Jainismus ist eine Religion, die ungefähr zur Zeit des Buddhismus auch als Gegenbewegung zum Hinduismus entstand. Heutzutage gibt es ca. 4 Millionen Anhänger, die überwiegend in Indien leben. Die Vorgaben der Jain sind sehr strikt, so wird Besitztum als überflüssig angesehen und keinem Lebewesen darf Leid zugefügt werden (die Anhänger sind dementsprechend Vegetarier und dürfen auch kein Leder tragen).

Indien Jaisalmer Jain Tempel

Havelis

In und um das Fort herum stehen alte, wunderschöne Havelis. Das sind Wohnhäuser von reichen Handelsmännern, die oft mehr an einen Palast erinnern als an ein Wohnhaus. In Rajhastan gehören sie zu den Wahrzeichen der Region und sind während der Blütezeit des Fernhandels im 18. und 19. Jahrhundert entstanden. Wir haben sie sehr gerne bestaunt und waren ganz hingerissen!

Kamelsafari

Einer der Hauptgründe für uns, nach Jaisalmer zu fahren, war die Nähe zur Wüste und damit die Möglichkeit einer Kamelsafari. Unser Hotelbesitzer machte uns ein gutes Angebot (1300 Rupie p.P./ ca. 17€) und so machten wir uns an unserem dritten Tag in Jaisalmer nachmittags auf den Weg in die Thar Wüste. Die ersten 40 Kilometer legten wir noch im Jeep zurück, danach sattelten wir um auf Kamele.

Rennkamel für Franzi

Wir hatten Glück, dass andere Reisende kurzfristig noch abgesprungen waren, denn so hatten wir die Wüste und unseren Guide Dilian für uns alleine :) Bevor wir Fragen stellen konnten, wurden wir auf die beiden Kamele aufgeteilt, Franzi wurde die Leine ihres in die Hand gedrückt und dann setzte sich unsere kleine Karawane auch schon in Bewegung. Matthias saß auf dem 5-jährigen Rocket, der brav an der Leine unseres Kameltreibers lief, Franzi ritt auf Number One vorneweg. Mit einem Ohr konnte sie hören, wie unser Guide erzählte, dass Number One ein Rennkamel sei, während dieses immer mehr Abstand zwischen sich und den Rest der Truppe legte. Als der Abstand immer größer wurde und das Rennkamel keine Anstalten machte, einen Gang runterzuschalten, wurde Franzi langsam unruhig. Wie genau konnte man denn hier bitte bremsen? Ziehen an der Leine – was unser Kameltreiber von hinten rief – führte dazu, dass Franzi den Kamelhals fast im Gesicht hatte, aber nicht zur Geschwindigkeitsreduktion. Als Number One zum Fressen an einem der Büsche stehen blieb, konnten Matthias und sein Kamel aufschließen und nun lief unsere Truppe gemeinsam weiter.

Indien Jaisalmer Kamelsafari Franzi

So schaukelten wir glücklich hinein in die Thar Wüste. Um uns herum sahen wir viele Büsche, ritten über Sanddünen und an einem kleinen Dorf vorbei. Nach ungefähr einer Stunde kamen wir an einer Sanddüne an, bei dir wir übernachten sollten. Also ging es runter von den Kamelen und zu Fuß rein in die Sanddünen. Es war keine andere Menschenseele zu sehen und wir genossen es sehr, diese Weite und Abgeschiedenheit auf uns wirken zu lassen!

Kamelreiten wie die Profis

Unser Guide hatte in der Zwischenzeit einen leckeren Chai-Tee für uns gekocht. Wir versuchten uns danach darin, die Kamele wieder zusammenzutreiben, scheiterten aber kläglich. So musste Dilian eingreifen. Er bot uns auch an, mal ohne Sattel ein Kamel zu reiten und Matthias probierte es aus. Franzi konnte sich kaum halten vor Lachen, weil man nämlich hinter dem Höcker sitzt und sich daran festhalten muss. Als wir die Bilder nach der Safari noch mal durchgesehen haben, sind Tränen gekullert… vor Lachen! :D

Indien Jaisalmer Kamelsafari Reiten ohne Sattel

In dieser schönen Kulisse sahen wir uns den Sonnenuntergang an und erlebten fasziniert das Farbenspiel auf den Sanddünen. Dilian kochte ein leckeres Curry und stellte sogar Chapati her – inklusive Teig machen, rollen und backen. Und das alles über offenem Feuer! Nachdem die Sonne untergegangen war, fielen auch die Temperaturen ziemlich deutlich und wir waren sehr froh, unsere Fleecejacken und Franzis Leggings eingepackt zu haben.

Indien Jaisalmer Kamelsafari Betten

Sternenhimmel in der Wüste

Unser Nachtlager bestand aus einer einfachen Pritsche mit ein paar Decken drauf. Wir lagen erst einmal eine ganze Weile da und bestaunten das Schauspiel über uns. Die Millionen Sterne! Wir konnten die Milchstraße sehen und Sternschnuppen beobachten. Und auch wenn der Schlaf in dieser Nacht nicht der beste war, so erfreuten wir uns bei jedem Aufwachen wieder über diesen sensationellen Ausblick, der sich mit jedem Aufwachen wieder ein bisschen veränderte!

Indien Jaisalmer Kamelsafari Sternenhimmel

Am nächsten Morgen sahen wir die Sonne aufgehen und wärmten uns am Feuer mit einem frischen Chai-Tee. Nach einem kurzen Frühstück wurden die Kamele gesattelt und es ging wieder zurück. Heute tauschten wir und Matthias bekam das Rennkamel. Zu seiner Enttäuschung ist das morgens aber nicht so lauffreudig und benötigte einiges an Aufforderung, um seinen Hintern vorwärts zu bewegen. Nach einer Weile verfielen wir von dem gemächlichen Trott in einen leichten Trab, war das schaukelig! Kamelreiten ist schon so eine wippende Bewegung, die beim Traben durch Schütteln ergänzt wird. Wir haben uns schlapp gelacht.

Indien Jaisalmer Kamelsafari Matthias

Diese Kamelsafari rundete unseren Aufenthalt in Jaisalmer wunderbar ab! Wir haben die Ruhe und vor allem Stille sehr genossen. Nach dem Dauergehupe in Jaipur haben die Tage richtig gut getan und wir sind wieder bereit für ein bisschen mehr Stadtleben :)

Willst du mit in die Wüste schaukeln? Wir nehmen dich mit! Ab in den Sattel und Play drücken ;)

Stell dir vor, du betrittst einen riesigen Park voller Grünflachen, Urwalddickicht und Flüssen und du weißt: Hier kann mir jeden Moment ein Tiger, ein Nashorn oder ein wilder Elefant über den Weg laufen. Einfach so. Der einzige Schutz, den du hast, ist ein Nepalese mit Bambusstock. Und damit herzlich willkommen, du bist mittendrin im Bardia Nationalpark!

Nepal Bardia Nationalpark Fluss

Lange Anreise zum Bardia Nationalpark

Wir haben uns für die verbleibenden Tage in Nepal weiter in den Westen des Landes vorgearbeitet zu einem Fleckchen (fast) unberührter Wildnis. Der Bardia Nationalpark ist ganze 968km² groß und beherbergt über 70 Bengalische Tiger, 29 Panzernashörner, wilde Elefanten, Leoparden, Krokodile, Affen und noch ganz viele weitere Tiere. Und mit der Aussicht, diese Tiere live und ohne Zaun, sondern in ihrem Territorium zu sehen, haben wir uns auf den langen Weg gemacht.

Dadurch, dass der Bardia Nationalpark so weit westlich liegt, steht er bei Touristen nicht so hoch im Kurs wie der Chitwan Nationalpark. Der ist von Kathmandu und Pokhara aus gut erreichbar und dementsprechend wird er auch von Touristengruppen gestürmt. Wir wollten die Wildnis ohne Touristentrubel genießen und haben von Lumbini aus zwei Busse nach Butwal und dann noch mal 8 Stunden Fahrt im local Bus auf uns genommen, um den unberührteren Park zu erkunden. Von Pokhara oder Kathmandu fahren die Busse ca. 14 Stunden. Und um das schon mal vorwegzunehmen: es hat sich absolut gelohnt! :)

Nepal Karte Bardia Nationalpark

Mit Guide in den Bardia Nationalpark

Wir sind an zwei Tagen in Begleitung unseres Guides Manmohan in den Park gegangen. Alleine darf man den gar nicht betreten und das aus gutem Grund: die Tiere leben frei und bewegen sich innerhalb des ganzen Parks so wie es ihnen gefällt. Auch nach außen hat der Park keine Begrenzung und die Elefanten gehen zum Beispiel nachts gerne in die umliegenden Reisfelder oder wandern ins 8 Kilometer entfernte Indien. Wir bekamen zu Beginn unserer Walkingtour eine Einweisung, wie wir uns zu verhalten haben wenn wir einem Tiger, Nashorn oder Elefanten begegnen (bei allen war hinter einem Baum verstecken eine Option, nur bei Elefanten sollte man nicht drauf klettern). Das sind die so richtig gefährlichen Tiere, bei den anderen guckt man dann eben spontan ;)

Nepal Bardia Nationalpark Fernglas

Adrenalin pur

Als wir an unserem ersten Tag im Park gerade mal zehn Minuten auf einem Trampelpfad durch das hohe Gras unterwegs waren, hielt unser Guide vor uns abrupt an. Entfernt konnte man verschiedene Tiere schreien hören und er erklärte uns im Flüsterton, dass gerade die Affen schreien, um die Rehe zu warnen und kurz danach stießen auch die Rehe Schreie aus. Das war ihr Warnsignal, dass dort ein Tiger unterwegs war! Unser Puls schnellte sofort in die Höhe und wir gingen unter höchster Anspannung weiter durch das Gras. Hier würden wir nie im Leben erkennen, wenn ein Tiger auf dem Weg zu uns ist! Bei jedem kleinsten Geräusch schauten wir uns panisch um, ob sich da gleich ein Raubtier auf uns stürzen würde. Tat es nicht. Die Anspannung wich aber nur langsam, denn uns war schnell bewusst geworden: wir sind hier im Territorium des Tigers, ganz ohne Barriere. Wenn wir einen sehen, dann gibt es keine Absperrung und kein Gitter dazwischen. Eine beängstigende Vorstellung! Wir wollten ja gerne einen Tiger in freier Natur sehen, aber bitte mit ordentlich Abstand dazwischen.

Unser Weg durch den Park führte durch Wälder, Urwalddickicht, trockene Steppen und immer wieder auch durch den Fluss. Immer wenn unser Guide unvorhergesehen stehen blieb und konzentriert die Ohren spitzte, ging unser Puls wieder in die Höhe. Bei lautem Geraschel und Bewegungen beobachteten wir unsere Umgebung angestrengt, um die Verursacher auszumachen. In den meisten Fällen waren das Affen (Makaken), die sich von Ast zu Ast schwangen und sich gegenseitig jagten.

Nepal Bardia Nationalpark Affe

Sprintend Richtung Tiger

Die Guides stehen untereinander im Kontakt und informieren sich wenn sie wilde Tiere sehen. So kam es, dass unser Guide einen Anruf bekam und wir plötzlich lossprinteten. Da war keine Zeit mehr, die FlipFlops anzuziehen – durch den Fluss in den Trailschuhen und auf der anderen Seite weiter durch Gras und Gestrüpp denn ein Tiger hielt sich in der Nähe auf. Franzi konnte vor Angst kaum laufen, denn es erschien ihr völlig irrsinnig, in Richtung eines Tigers loszurennen! Ihr Überlebenstrieb sagt ihr eher, genau in die andere Richtung zu laufen… Letztendlich war der Tiger verschwunden als wir ankamen und ließ sich danach auch nicht mehr blicken.

Was wir in den Tagen im Bardia Nationalpark gelernt haben, ist Geduld. Lange saßen wir an einem bestimmten Platz (oft mit Blick auf den Fluss) und haben dort still ausgeharrt, in der Hoffnung, dass sich ein Tier zeigen würde. Der Nationalpark hat die höchste „Tigerdichte“ in ganz Asien und somit ist die Wahrscheinlichkeit höher als in vielen anderen Parks, dass man einen zu Gesicht bekommt. Ob wir auch einen Tiger gesehen haben, kannst du im passenden Video zum Beitrag erfahren. Hier nur so viel: frische Spuren des Tigers haben wir an beiden Tagen auf unseren Wegen gesehen und das war schon ein irrer Nervenkitzel, zu wissen, dass kurz vor uns eine der riesigen Raubkatzen hier langgewandert war!

Nepal Bardia Nationalpark Tiger Fußspuren

Am Ende unseres ersten Tages haben wir noch Nashörner gesehen. Zwei waren im Fluss baden und eins ist gemütlich in Richtung des Wassers durch das Gras geschlendert. Wir hätten das Nilpferd im Gras niemals erkannt. Oder das Krokodil am anderen Flussufer. Der Adler in den Bäumen. Gut, dass wir Manmohan mit seinen geschulten Augen dabei hatten. Und sein Fernglas! So konnten wir einen guten Blick auf die Tiere erhaschen.

Nepal Bardia Nationalpark Nashorn

Elefantenkuscheln

Im Bardia Nationalpark gibt es zum Einen wilde Elefanten und zum Anderen domestizierte Elefanten. Diese werden von den Parkangestellten geritten und zur Bewachung des Parks (z.B. vor Wilderern) genutzt. Außerhalb des Parkes gibt es ein Hattisar. Hier wird sich um die Elefanten gekümmert und versucht, die Population der Dickhäuter weiter auszubauen. Für wenig Geld kann man hier am Nachmittag die Elefanten beim Fressen beobachten und mit dem jüngsten Sprössling (2 Monate) spielen und knuddeln. Die Kleine ist das Produkt eines Besuchs der wilden Elefanten(männer) im Hattisar.

Nepal Bardia Nationalpark Elefant Hattisar

Insgesamt war es eine richtig schöne Erfahrung, durch den Park zu streifen und auf der Pirsch zu sein nach wilden Tieren. Man kann auch mit einem Jeep oder auf dem Rücken eines Elefanten durch den Park ziehen. Der Jeep war uns zu teuer (und zu laut) und Elefanten wollten wir nicht reiten. Die Tiere sind nicht dafür gemacht, 6-8 Touristen auf dem Rücken zu tragen! Durch das Laufen im Park entsteht erst diese intensive Erfahrung, keine Barriere zwischen sich und den Tieren zu haben. Wir haben die Zeit unglaublich genossen und uns fernab von Social Media und Internet total auf die Natur und deren Wunder eingelassen.

Tharu Dörfer

Nepal Bardia Nationalpark Tharu Dorf

Neben dem Bardia Nationalpark selbst hat uns auch die umliegende Gegend in ihren Bann gezogen. Es sah aus wie auf einem riesigen Bauernhof. Überall traf man frei herumlaufende Ziegen, Kühe, Büffel und Hühner an. Die Ochsen wurden vor den Karren gespannt um das Feld zu pflügen und vor den Häusern türmten sich die Strohberge. Hier leben die sogenannten Tharu, ein Volk, das sehr lange isoliert im Urwald zwischen Nepal und Indien gelebt hat und bekannt ist für seine Wandmalereien. Es war eine echte Idylle! Und wäre die Begrenzung durch unser Visum nicht gewesen, wären wir gerne noch einige Tage länger in diesem Örtchen geblieben. Es war ein richtig schöner Abschluss unserer Reise durch Nepal, auf der wir die unterschiedlichsten Landschaften sehen konnten. Was wir zuvor schon in Nepal erlebt hatte, kannst du in unseren anderen Reiseberichten lesen.