Neben den Traumstränden zieht das Hochland in Sri Lanka vermutlich die meiste Aufmerksamkeit von Touristen auf sich. „Plant genügend Zeit für das Hochland ein“ und „wir hätten gern mehr Zeit im Hochland gehabt“ waren die Tipps, die ihr uns vorher gegeben habt. Wir haben sie beherzigt und in aller Ruhe die Highlights im Hochland von Sri Lanka erkundet. Hier sind unsere Tipps dazu.

Ella: Backpacker-Mekka im Hochland von Sri Lanka

Ganz klarer Publikumsliebling unter den Orten im Hochland ist das kleine Städtchen Ella, das ein wahres Backpacker Paradies ist. Zudem kannst du direkt von Ella aus in die Natur laufen – ganz ohne Tuktuk oder Bus. Die Sehenswürdigkeiten rund um Ella sind kostenlos und bieten damit eine günstige Möglichkeit, das Hochland von Sri Lanka zu erkunden. Ein Traum!

Ella: Little Adam’s Peak

Dieser kleine Hügel bietet einen traumhaften Ausblick auf den Ella Rock und die Umgebung und ist dabei sehr leicht zu erklimmen. Der Startpunkt für den Weg auf den Little Adams Peak liegt im 98 Acres Resort, einem Luxusresort inmitten einer Teeplantage. Wer sich eine luxuriöse Unterkunft in traumhafter Lage gönnen will – hier ist sie!

Das 98 Acres Resort liegt ca. 2 Kilometer außerhalb von Ella, die wir einfach zu Fuß gelaufen sind. Möchtest du Energie sparen, kannst du dich natürlich auch mit einem Tuktuk zum Resort fahren lassen und die kleine Wanderung dort starten.

Der Weg führt einmal quer durchs Resort und dann über Treppen hinauf. Er ist gut zu gehen und braucht keine große Kondition. Wenn du oben angekommen bist, begrüßt dich eine Buddha Statue auf dem Berg.

Unser Tipp: Geh weiter! Den besten Ausblick bekommst du wenn du zur nächsten Spitze läufst. Dazu musst du erst ein bisschen wieder den Berg runter- und dann hochklettern. Die extra Energie lohnt sich aber denn hier ist der Ausblick der Wahnsinn!

Wir waren hier erst einmal allein, weil viele dann doch den weiteren Ab- und Aufstieg scheuen. Generell lohnt es sich, hier früh zu sein, denn der kurze Spaziergang vom Resort zum Little Adam’s Peak ist sehr beliebt. Besonders schön soll es auch zum Sonnenaufgang sein. Um es rechtzeitig zu schaffen, solltest du in Ella ca. eine Stunde vorher starten oder mit Tuktuk verkürzen.

Ella Rock

Etwas höher gelegen und schwieriger zu besteigen ist der sogenannte Ella Rock, der immerhin auf 1350 Metern liegt. Es führen ziemlich viele Wege hinauf und da kann es auch mal verwirrend werden.

Von Ella aus sind wir zunächst zu den Bahnschienen gelaufen und diesen dann ca. 2 Kilometer gefolgt. Falls du jetzt denkst: Das ist aber gefährlich! – Nee, in Sri Lanka ist es völlig normal. Die Züge fahren hier im Bummeltempo und sind lange genug vorher zu hören um die Gleise entspannt zu verlassen. Wir wurden sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg von einem Zug überholt und es war völlig ungefährlich.

Schon entlang der Schienen kannst du zwischendurch einen Blick auf den kleinen Rawana Wasserfall erhaschen und auch auf Ella ergeben sich wirklich schöne Aussichten.

Irgendwann musst du die Schienen dann in Richtung Ella Rock verlassen. Und hier wird es einmal etwas knifflig. Hilfreich fanden wir (wie schon so oft) die App maps.me, auf der alle Wege gut markiert sind. Daran kannst du dich halten!

Wir wurden von einer Einheimischen früher den Berg hochgeschickt und haben dann einen kleinen Umweg durchs Feld genommen. Das geht schon auch, ist nur absolut nicht eindeutig. Und hinter uns kam dann ein Mann, der uns mehrmals den Weg zeigte um schließlich Geld dafür zu verlangen. Hier sind wir also klassisch in die Tourifalle getappt.

Das letzte Stück zum Ella Rock ist dann das anstrengendste. Hier kämpfst du dich über dicke Wurzeln den Wald hoch bis du oben ankommst. Der Wald spendet glücklicherweise den dringend benötigten Schatten. Wir sind hier zusammen mit einem 7-jährigen Jungen hochgelaufen – also keine Ausreden, dass das zu anstrengend ist!

Am Aussichtspunkt angekommen, wurden wir von einer kleinen Saftbar und dem Ausblick auf den Little Adams Peak begrüßt. Wir haben hier kurz eine Pause eingelegt, sind dann aber noch weiter gelaufen.

Der bessere Aussichtspunkt liegt aber noch etwas weiter auf dem Berg. Folge dem kleinen Pfad durch einen schönen Wald für ca. 10 Minuten und beim Buddha bist du angekommen. Hier hast du den besten Ausblick über das Tal. Wir hatten ihn sogar eine ganze Weile für uns alleine.

Insgesamt waren wir für die komplette Wanderung mit Pausen ungefähr 4 Stunden unterwegs. In der Mittagssonne ist die Wanderung auf den Rock schon anstrengend. Du kannst zwischendrin immer mal wieder Wasser nachkaufen, die Leute haben sich auf die pilgernden Touristen eingestellt.

Ella: 9 Arches Bridge

Das Trio der Top Sehenswürdigkeiten um Ella wird vervolllständigt durch die sogenannte 9 Arches Bridge, die sich etwas außerhalb von Ella befindet. Die Brücke mit den neun Bögen stellt ein tolles Fotomotiv im Dschungel und den Teefeldern dar.

Du kannst von Ella aus verschiedene Aussichtspunkte ansteuern und auch über die Brücke laufen. Wir haben uns die Brücke nach der Wanderung zum Little Adam’s Peak angesehen und hatten dadurch Blicke von verschiedenen Punkten.

In unserer Karte zeigen wir dir unsere Route. Wir sind vom Little Adams Peak der Straße bis ungefähr zur Newburgh Teefabrik gefolgt und dann links eine Straße runtergelaufen. Hier gibt es einen tollen Laden mit frischen Säften und Blick auf die Schienen.

Wenn du dann weiter runter zu den Schienen gehst, gibt es auf halber Höhe einen weiteren Shop. Hier haben wir leckere Wades gefuttert, die frisch aus der Pfanne kamen.

Die Brücke selbst war ziemlich voll mit Touristen. Eine schöne Perspektive auf die Brücke hast du von den Teefeldern auf der einen Seite. Die kannst du nicht verfehlen, weil sich dort viele Touristen tummeln werden!

Möchtest du die Brücke mit einem Zug fotografieren, so solltest du dich vorher am besten vor Ort informieren, wann die Züge über die Brücke fahren. Die Zeiten aus unserem Reiseführer stimmten nicht mehr und wir waren nicht bereit, mehrere Stunden zu warten. Zurück nach Ella sind wir dann vom anderen Ende der Brücke gegangen, wie du auf der Karte sehen kannst.

Restaurants & Cafés in Ella

Die Hauptstraße von Ella ist gesäumt von Restaurants und Cafés, die auf die Touristen ausgelegt sind. Hier bekommst du Pizza, Pasta, Burger und Smoothie Bowls – alles, was das Herz eines westlichen Touristen begehrt.

Wir haben uns ein bisschen durch die Restaurants geschlemmt und wollen dir hier unsere Favoriten mitgeben. So kannst du die weniger guten direkt links liegen lassen.

Das Chill Café liegt inmitten der Hauptstraße und ist zurecht immer gut besucht. Du kannst hier auf verschiedenen Ebenen sitzen und bekommst sehr leckeres Essen und gute Drinks. Der Service ist schnell und sehr aufmerksam. Wir haben es leider erst am letzten Tag gefunden, sonst wären wir hier öfter hingegangen.

Die Ceylon Tea Factory Restaurant liegt nicht an der Hauptstraße, sondern 5 Minuten entfernt davon. Dadurch ist es hier insgesamt ruhiger und entspannter. Das Essen ist asiatisch geprägt und war sehr gut.

Möchtest du lieber authentisch essen gehen, solltest du bei El Matey vorbeischauen. Hier gibt es tolle Curries, die definitiv günstiger sind als das „Western Food“ und hervorragend sind. Hier musst du manchmal etwas Wartezeit mitbringen, da es nicht so viele Sitzplätze gibt.

Ella: Hostels und Hotels

Die Auswahl an Unterkünften ist enorm und gefühlt werden es jeden Tag mehr. Wir haben im Misty Elegance Ella übernachtet, können es dir allerdings nicht so richtig empfehlen. Für 22€ war es ein großes Zimmer mit Balkon zum Chillen und nur 5 Minuten von der Hauptstraße entfernt. Aber die Zimmer waren leider ziemlich feucht und später dann auch unsere Klamotten.

Wir fanden die Gegend südlich von der Hauptstraße sehr schön, weil du hier von deiner Unterkunft aus schon den Blick auf den Ella Rock hast und trotzdem nicht weit vom Trubel entfernt bist.

Nuwara Eliya

Da die meisten auf ihrer Reise durchs Hochland in Ella absteigen, bekommt Nuwara Eliya nicht ganz so viele ausländische Touristen ab. Wir wollen dir zeigen, warum sich ein Stopp hier aber doch lohnen könnte.

Das kleine Städtchen liegt ungefähr mittig auf der Zugstrecke zwischen Kandy und Ella. Der Bahnhof in Nanu Oya ist ca. 15 Minuten Tuktukfahrt entfernt. Nuwara Eliya ist ein bei Einheimischen beliebter Ferienort, der ein bisschen an England erinnert. Hier gibt es Golfplätze und sogar eine Pferderennbahn, die einmal im Jahr für Pferderennen genutzt wird.

Teeplantagen rund um Nuwara Eliya

Eine der schönsten Sehenswürdigkeiten von Nuwara Eliya liegt um die Stadt herum verteilt: die vielen Teeplantagen, welche die Landschaft hier prägen. Wir haben eine Tour mit einem Tuktukfahrer vereinbart, der uns zu verschiedenen Aussichtspunkten, einem Wasserfall und einer Teeplantage gefahren hat. Für die ca. 4-stündige Tour haben wir 3000 Rupie (15€) bezahlt.

In der Blue Fields Teeplantage haben wir eine Führung durch die Teefelder und die Fabrik bekommen. Da wir an einem Sonntag hier waren, herrschte grad kein Betrieb. Wir konnten viele Fragen stellen und einen Einblick in die Arbeitsbedingungen der Arbeiter bekommen.

Der Tee wird hauptsächlich von Frauen gepflückt, die pro Tag im Schnitt 20 Kilogramm Tee ernten. Dabei werden immer die jungen Teeblätter gepflückt. Die Arbeiterinnen verdienen monatlich ca. 150€, dazu bekommen sie eine Wohnung auf dem Gelände sowie die Krankenversicherung gestellt. Aber ganz ehrlich: es ist ein Knochenjob!

In der Fabrik wird der Prozess vom gepflückten Teeblatt bis zum gebrauten Tee erklärt. Wir hatten einen Guide, der wirklich gut Englisch sprach und sich durch unsere vielen Nachfragen nicht aus der Ruhe bringen ließ. Die Bezahlung für die Führung ist rein freiwillig. Es wird kein Geld verlangt, aber natürlich sehr gern ein Trinkgeld entgegengenommen. Das haben wir nach der interessanten Stunde auch gern gegeben.

Ramboda Wasserfall

Ein weiterer Stopp auf unserer Tutuk Tour war der Ramboda Wasserfall. Für 50 Rupie (25 Cent) kannst du hier einen Weg hochlaufen, von dem aus du einen schönen Blick auf den Wasserfall bekommst. Zwischendrin gibt es immer wieder Stellen, an denen du auch ein erfrischendes Bad nehmen kannst. Der Aufstieg dauert ca. 15 Minuten und führt über viele Stufen bergauf. Zwischendurch kannst du immer wieder Blicke auf den Wasserfall erhaschen.

Viktoria Park in Nuwara Eliya

Einen sehr entspannten Spaziergang kannst du durch den Viktoria Park machen. Wir waren erst etwas irritiert, für einen Park Eintritt (300 Rupie, 1,50€) bezahlen zu müssen. Allerdings ist es hier wirklich angenehm ruhig, der kleine Park ist gut gepflegt und sehr schön anzusehen. Wir haben es als willkommene Auszeit vom sonst eher trubeligen und wuseligen Verkehr gesehen.

Horton Plains Nationalpark

Einer der Hauptgründe für unseren Zwischenstopp in Nuwara Eliya war der Horton Plains Nationalpark, der ca. 1,5 Stunden entfernt liegt. Hier kommst du mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer hin, sodass sich ein organisierter Transport lohnt. Wir haben uns zu fünft einen Minibus geteilt und pro Person 1250 Rupie (6€) für den Hin- und Rückweg bezahlt.

Los ging es schon morgens um 5 Uhr, damit wir möglichst bei Sonnenaufgang im Park sein würden. Dort müssen dann noch mal 3500 Rupie Eintritt (18€) pro Person berappt werden. Als Gruppe zahlt man ein bisschen weniger, wobei wir den Preis noch immer deftig fanden.

Auf dem Weg vom Eingang zum Parkplatz haben wir im Morgengrauen schon viele Rehe sehen können. Da wurden wir ganz schnell wach!

Wanderung zum World’s End

Die beliebteste Wanderung in den Horton Plains ist die Runde zum World’s End und den Baker’s Falls. Insgesamt sind das ca. 10 Kilometer und mit Pausen in 2,5 bis 3 Stunden gut machbar. Kurz nach Beginn der Wanderung wird der Rucksack hier noch mal kontrolliert und es darf kein loses Plastikzeug mit reingenommen werden. So wird versucht, den Park müllfrei zu halten, was auch gut funktioniert.

Schon auf den ersten Metern boten sich uns die schönsten Anblicke. Als wir mit der aufgehenden Sonne durch den Park liefen, nahmen wir uns fest vor, öfter zum Sonnenaufgang aufzustehen. Das Licht war einfach magisch!

Bis zum Little Worlds End sind es ca. 2,5km eines gut begehbaren Weges. Das Little Worlds End ist ein kleiner Abgrund mit Ausblick. Das „richtige“ Worlds End liegt nur einen Kilometer weiter und ist 870 Meter hoch. Hier endet zwar nicht wirklich die Welt, aber doch sehr abrupt der Berg. Der Abgrund ist ziemlich heftig und bei guter Sicht kannst du hier die Seen und Flüsse in der Ferne sehen.

Danach verläuft die Wanderung durch eine Landschaft, die an Afrika und Steppe erinnert. Hier hätte es wunderbar gepasst, wenn mal eben ein Elefant durchs Bild gelaufen wäre. Ist aber leider keiner.

Kurz vor Ende der Wanderung kannst du noch einen Mini-Abstecher zu den Baker’s Falls machen. Hier kommst du ziemlich nah an den Wasserfall, der allerdings nicht allzu spektakulär daher kommt.

Zum Besuch der Horton Plains am Morgen wird nicht nur wegen des Sonnenaufgangs sondern auch wegen des Nebels geraten. Am späten Vormittag legt sich hier wohl häufig der Nebel übers Tal und dann ist der Ausblick vom Worlds End nicht mehr ganz so atemberaubend.

Unterkunft in Nuwara Eliya

Auch in Nuwara Eliya haben wir uns wieder für einen Homestay entschieden. Im Zion haben wir in einem Doppelzimmer mit eigenem Bad geschlafen und 19€ für die Übernachtung bezahlt. Die Zimmer sind einfach und die Unterkunft etwas oberhalb von Nuwara Eliya gelegen. Die Familie kümmert sich hier wirklich toll um einen und hat uns bei der Planung unserer Ausflüge sehr geholfen. Der etwas weitere Weg zur Unterkunft wird durch den fantastischen Blick über die Stadt wieder wettgemacht.

Wanderung zum Adam’s Peak

Ein weiteres Highlight im Hochland Sri Lankas ist die Wanderung zum Adam’s Peak. Hier kannst du die Sonne über den Bergen aufgehen sehen und dich so für den langen, langen Aufstieg belohnen.

Wir haben die Wanderung wegen der starken Regenfälle leider nicht machen können, verlinken dir hier aber den Bericht von Bine und Francis von my-road zu ihrem Aufstieg auf den Adam’s Peak.

Nimm dir Zeit!

Solltest du auch eine Rundreise durch Sri Lanka planen, dann plan genügend Zeit für das Hochland ein. Hier kannst du viel Natur für wenig Geld erleben und bei angenehmen Temperaturen viel zu Fuß unterwegs sein. Eine Führung durch eine Teeplantage und das Wandern durchs Hochland sind absolute Must-Dos!

Lust auf mehr? Lies unsere neuesten Berichte!

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