Mauritius Franzi Blick auf Ile Benitier und Küste

Nachdem wir unsere ersten 10 Tage im Norden von Mauritius verbracht hatten, erkundeten wir im Anschluss den Süden. Hier befinden sich viele Highlights und es lohnt sich, etwas mehr Zeit einzuplanen. Wir geben dir einen Überblick über unsere Favoriten und die Touren, die du dir eher sparen kannst.

Mit dem Bus von Pereybere nach Flic en Flac

Um möglichst günstig über die Insel zu reisen, nahmen wir die lokalen Busse. An den Hauptstraßen brausen in regelmäßigen Abständen Busse in halsbrecherischem Tempo entlang. Die Bushaltestellen bestehen oft nur aus einem winzigen schwarzen Schild, auf dem Bus Stop steht, dafür gibt es viele davon.

Mauritius Busfahrt

Wir fuhren zunächst von Pereybere nach Grand Baie und konnten dort direkt in den Expressbus nach Port Louis steigen. Expressbusse sind meistens klimatisiert und halten unterwegs kaum. Daher kamen wir bereits nach einer Stunde am wuseligen Busbahnhof von Port Louis an. Hier fragten wir uns durch und stiegen schließlich in den Bus nach Flic en Flac. Wiederum dauerte unsere Fahrt eine knappe Stunde. Für die komplette Tour von Pereybere nach Flic en Flac zahlten wir nur 90 Rupie (2,30€) pro Person.

Unsere Unterkünfte in Flic en Flac

Am südlichen Ende des wunderschönen Strandes von Flic en Flac wohnten wir 10 Tage in den Sun Plaza Studios*. Hier zahlten wir für unsere kleine Wohnung mit Küche und Bad 45€ pro Nacht. Das Apartment liegt ca. 2 Kilometer von den meisten Restaurants und dem Supermarkt entfernt, hat aber eine Bushaltestelle direkt vor der Tür. Und am Strand waren wir in einer Minute.

Weil wir noch einmal einen Tapetenwechsel und zum Abschluss der Reise ein bisschen Luxus wollten, wechselten wir für die letzten 5 Nächte die Unterkunft. Dabei hatten wir ziemliches Pech, da zwei bereits gebuchte Unterkünfte kurzfristig absagten und die Auswahl dann sehr begrenzt war. So landeten wir im Le Palmier Apartment* mit 3 Schlafzimmern, zwei Bädern und 75€ Kosten pro Nacht. Viel zu groß und zu teuer, dafür mit Pool vor der Nase und privater Joggingstrecke im Apartment ;)

Aufstieg auf Le Morne

Von Flic en Flac kann man an der Küste einen großen Felsen erkennen, der ca. 30 Kilometer weiter südlich auf einer Halbinsel in die Luft ragt. Le Morne hat für Mauritius eine wichtige kulturelle Bedeutung. Hier sind früher die Sklaven hingeflohen, um sich vor ihren Besitzern in Sicherheit zu bringen. Als diese sie dort gefunden hatten, sollen die Sklaven sich vom Berg ins Meer gestürzt haben, weil sie lieber sterben als in Gefangenschaft leben wollten.Wir waren vor allem wegen des Ausblicks und der Wanderstrecke nach Le Morne gekommen. Dennoch berührte uns diese Geschichte.

Der Weg auf den Felsen geht immer gut bergauf, führt aber meist durch Wälder, sodass wir vor der Sonne geschützt waren. Und sobald wir die ersten Höhenmeter erklommen hatten, ließen auch die genialen Blicke auf die Bucht nicht auf sich warten.

Mauritius Le Morne Wanderung Aussicht

Klettertour zur Bergspitze

Nach ungefähr der Hälfte der Strecke warnt ein Schild davor, dass es nun steil wird, man die richtige Ausrüstung dabei haben sollte und Kinder nicht weitergehen dürfen. Wir verstanden schnell, weshalb diese Warnung aufgestellt wurde. Einen Großteil der verbleibenden Strecke kletterten wir auf allen Vieren aufwärts. Vor allem Franzi bekam ein ganz flaues Gefühl bei dem Gedanken, den gleichen Weg später wieder herunterklettern zu müssen.

Mauritius Le Morne Matthias

Wir stemmten uns gegen den Wind, der uns ordentlich entgegen pustete und erreichten schließlich das Kreuz und damit den höchsten Punkt des Weges. Und hier vergaßen wir für einige Minuten den anstrengenden Aufstieg und beängstigenden Abstieg. Wir konnten die Halbinsel Le Morne sehen und die ganze Küste hoch. So schön Mauritius vom Strand aus ist, aus der Vogelperspektive setzt es noch mal einen drauf!

Mauritius Le Morne Bergspitze

Da wir bei dem starken Wind schnell auskühlten, ging es für uns nach nur kurzer Pause wieder bergab. Für Franzi stellte sich der Vierfüßlergang als die sicherste Methode heraus und wurde zu einem Ganzkörpertraining. Nach ungefähr vier Stunden Wanderung erreichten wir den Parkplatz wieder und legten uns zur Erholung an den schönen Strand von Le Morne.

Mauritius Le Morne Strand

Wir können die Wanderung bis ganz nach oben sehr empfehlen! Du solltest aber möglichst schwindelfrei sein und mindestens Turnschuhe tragen. Wir kamen mit unseren Nike Free gut klar. Außerdem musst du unbedingt genügend Wasser einpacken. Wenn dir der Aufstieg bis ganz nach oben zu heikel ist, bekommst du auch auf dem Weg bis zur Hälfte wirklich schöne Ausblicke geboten.

Wandern im Black River Gorges Nationalpark

Der Black River Gorges ist der einzige Nationalpark auf Mauritius und erstreckt sich über den Südwesten der Insel. Am besten lässt er sich per Auto erkunden, da es keine regelmäßigen Buslinien durch den Park gibt. Unsere erste Wanderung machten wir vom Visitor Center im Norden aus, bei dem es viele Parkplätze gibt.

Wanderung zum Mare aux Joncs Wasserfall

Wir entschieden uns für die Wanderung zum Wasserfall Mare aux Joncs, die nach Angaben des Mitarbeiters in der Touristeninformationen ungefähr drei Stunden dauern sollte. Vom gemütlichen breiten Wanderweg wurde es immer steiniger und steiler. Immer wieder überquerten wir einen Fluss, duckten uns unter niedrig hängenden Ästen hinweg und kletterten über größere Steine. Der Weg machte uns viel Spaß, auch wenn wir bei den warmen Temperaturen gut ins Schwitzen kamen.

Mauritius Black River Gorges Steinweg

Der Mare aux Joncs Wasserfall selbst ist nicht spektakulär. Er ist ziemlich hoch und wir genossen es, diesen Ort allein erkunden zu können. Vielleicht sind wir nach einem Jahr auf Weltreise aber auch einfach nicht mehr so leicht zu beeindrucken ;)

Mauritius Mare aux Joncs Wasserfall

Die Mücken zapften uns hier ordentlich Blut ab, sodass wir früher als gewollt wieder den Rückweg in Angriff nahmen. Insgesamt ist der Wanderweg wirklich schön, bietet aber keine spektakulären Ausblicke in die Natur.

Wanderung zum Macchabee Viewpoint

Dafür fuhren wir am nächsten Tag zum Pétrin Touristenzentrum. Auch hier starten mehrere Wanderwege und wir suchten uns den zum Macchabee Viewpoint aus. Auf dem überwiegend flachen Weg dorthin konnten wir in die grünen Weiten des Black River Gorges sehen und im Hintergrund noch das Meer erspähen. Schon das waren tolle Aussichten!

Mauritius Black River Gorges Franzi vor Grün

Unterwegs liefen wir über die rote Erde und wunderschöne Bäume säumten den Weg. Wir erzählten uns, dass wir uns so auch die Landschaft in Afrika vorstellen, bis uns einfiel, dass wir ja in Afrika sind :D

Mauritius Black River Gorges roter Weg mit Bäumen

Am Viewpoint angekommen, aßen wir unser Baguette und beschlossen nach kurzer Rast: nur Zurückgehen ist uns zu langweilig. Wir liefen den Colophane Trail zurück, bei dem wir zunächst 500 Höhenmeter steil hinabstiegen und sie später wieder bergauf gingen. Als wir nach ca. drei Stunden wieder beim Auto ankamen, hatten wir eine tolle Wanderung hinter uns, geniale Blicke erhalten und die Wolken zogen sich wieder zu. Gutes Timing!

Aussichtspunkte im Black River Gorges

Wer nicht so gerne läuft, gerade verletzt oder zu faul ist, der kann mit dem Auto verschiedene Aussichtspunkte im Nationalpark anfahren. Auf dem Weg nach Chamarel liegt ein Aussichtspunkt, von dem du einen tollen Blick auf Le Morne und die Küste hast.

Mauritius Chamarel Viewpoint

Fährst du die Straße weiter in Richtung Pétrin Visitor Center, kommst du zum Black River Gorges Aussichtspunkt. Nachdem dir Kashmirschals und Holzfiguren angeboten wurden, erreichst du einen sensationellen Aussichtspunkt. Hier kannst du die grüne Weite des Nationalparks, einen Wasserfall und das Meer sehen. Als wir das erste Mal hier waren, hatte es gerade begonnen zu regnen und wir konnten im Nebel gar nichts sehen. Als wir bei schönem Wetter noch einmal hier hielten, beglückwünschten wir uns zu dieser Entscheidung. Das war echt richtig sehenswert!

Mauritius Black River Gorges Viewpoint

Stürmische See bei Gris Gris

Nachdem wir im Norden der Insel nur sonniges Wetter kennengelernt hatten, hielt unsere zweite Woche viel Wolken und Wind für uns bereit. Und für solches Wetter haben wir den besten Ort gefunden. Wir hatten uns Gris Gris auf maps.me markiert, ohne so richtig zu wissen, was es dort zu sehen gibt.

Umso überraschter waren wir, als wir an der Felsküste vom stürmischen Meer begrüßt wurden. Wow! Bisher hatten wir ja nur die schönen Sandstrände auf Mauritius gesehen und hier hatten wir nun die raue Seite der Insel entdeckt. Die Wellen peitschten gegen die Felsen und der Wind blies uns tüchtig um die Ohren.

Mauritius Gris Gris Franzi

Oberhalb des Strandes liefen wir einen Waldweg entlang und erreichten den sogenannten La Roche qui pleure. Dieser Felsen ragt ins Wasser hinein und an ihm spritzen die Wellen nur so in die Höhe. Wir waren einmal mehr beeindruckt von der unheimlichen Kraft des Wassers und der Schönheit der Natur.

Mauritius La Roche qui Pleure

Übersetzt heißt La Roche qui pleure übrigens sowas wie der Stein, der weint. Wir wussten davon nichts als wir dort waren und haben es dementsprechend nicht gesehen. Der Ausflug lohnt sich auch so!

Rumverkostung in der Rhumerie Chamarel

Da wir bei unserem ersten Wanderversuch böse vom Regen überrascht wurden, kehrten wir spontan in die Rhumerie Chamarel ein. Hier wird Zuckerrohr zu Rum verarbeitet und auf einer Tour kann man sich den Prozess ansehen. Die Tour kostet stolze 375 Rupie (10€) pro Person und beinhaltet zum Ende eine Rumverkostung.

Mauritius Rhumerie

Leider hatten wir ein Mädel mit einem starken Akzent erwischt, sodass wir die Hälfte oft gar nicht verstanden. Sie führte uns zackig durch die Anlage hindurch, sodass wir nach max. 15 Minuten auch schon den Rum eingeschenkt bekamen. Insgesamt testeten wir uns durch 9 Sorten und stellten fest: Rum trinken wir am liebsten mit Minze, Limette und jeder Menge Eiswürfeln statt pur ;)

Mauritius Rhumerie Rumflaschen

Da wir uns beide nach dem ganzen Rum nicht fahrtauglich fühlten und es gegen Mittag war, probierten wir das Restaurant vor Ort aus. Wir bekamen einen Brotkorb mit genügend Brot, um 20 Leute satt zu machen und danach unser Schweine- und Entengericht. Beides schmeckte wirklich hervorragend!

Mauritius Rhumerie Essen

Die Tour konnte uns aufgrund der nicht so guten Verständlichkeit, der Kürze und des relativ hohen Preises nicht so richtig überzeugen. Dafür hat uns das Essen im Restaurant umso besser gefallen.

Wasserfall und bunte Erde in Chamarel

Ein bei Touristen unheimlich beliebter Ausflug ist der zum Wasserfall und der bunten Erde in Chamarel. Beide Attraktionen kosten zusammen 225 Rupie (6€) Eintritt pro Person und können bequem mit dem Auto angefahren werden. Der Wasserfall eingebettet in den grünen Dschungel drum herum bietet einen wirklich spektakulären Anblick und es gibt verschiedene Aussichtspunkte, zu denen wir spazierten.

Mauritius Chamarel Wasserfall

Die bunte Erde leuchtet tatsächlich in den schönsten Rot-, Orange- und Lilatönen und bietet vor allem zum Grün im Hintergrund einen tollen Kontrast. Hier kannst du auch Riesenschildkröten sehen.

Mauritius Chamarel bunte Erde

Bootstour zur Île Benitier mit Delfinen

Weil uns der Ausflug mit dem Katamaran so gut gefallen hatte, wollten wir im Süden der Insel eine weitere Bootstour machen. Die beliebteste ist die Delfintour zur Île Benitier und nach einigen Verhandlungen bekamen wir die Tour zum Preis von 1400 Rupie pro Person (35€).

Am Morgen wurden wir zum Boot gebracht und trafen dort auf die 14 anderen Gäste. Dieses Mal fuhren wir mit einem Speedboat an der Küste der Insel entlang. Der erste Punkt unserer Tour war das Schwimmen mit Delfinen. Wir waren gespannt wie das ablaufen würde und erlebten einen mittelgroßen bis großen Schock.

Delfin-Terror

Schon von Weitem sahen wir die ca. 20 Boote, die sich auf kleinstem Raum drängten und auch unser Boot steuerte darauf zu. Die wilden Delfine schwammen im Schwarm durch das Meer und die Boote immer daneben. Oder auch mal davor, damit sie ihre Touristen direkt vor den Delfinen ins Meer schubsen konnten.

Mauritius Delfin Tour

Wir haben insgesamt 40 (!!!) Boote gezählt, die alle um die Delfine herum gefahren sind. Wir fühlten uns dabei echt nicht gut und konnten diese ganze Aktion auch nicht gutheißen. Die Tiere müssen ja voll gestresst sein, wenn ihnen ständig der Weg durch so ein Boot abgeschnitten wird.

Crystal Rock

Nach einer weiteren Schnorchelpause hielten wir am berühmten Crystal Rock. Dieser Korallenstein ragt aus dem türkisfarbenen Wasser heraus und gibt ein wirklich schönes Fotomotiv ab. Wir konnten hier auch schwimmen, mussten dabei aber gekonnt den Seeigeln auf dem Meeresgrund ausweichen.

Mauritius Crystal Rock

Zum Mittag legten wir auf der unbewohnten Île Benitier an. Die Insel besitzt einen langen Sandstrand, von dem ein großer Teil durch die Veranstalter belegt ist. Hier wurden Getränke und Mittagessen serviert. Wir unterhielten uns angeregt mit den anderen Ausflüglern und lernten noch so einiges über Mauritius.

Mauritius Ile Benitier Bar im Meer

Am frühen Nachmittag brausten wir schließlich wieder zurück nach Flic en Flac. Auch wenn der Tag dank der anderen Reisenden nett gewesen war, können wir diesen Ausflug nicht empfehlen. Der Teil mit den Delfinen geht einfach gar nicht! Verglichen mit unserem Ausflug auf dem Katamaran war das Preis-Leistungsverhältnis zudem deutlich schlechter. Das Essen war okay, aber mehr auch nicht. Wir würden eher empfehlen, eine Tour ohne den Delfin-Kram zu buchen mit vielleicht einem Schnorchelspot mehr.

Entspannen und Sonnenuntergänge am Strand von Flic en Flac

Für unsere letzten Tage hatten wir bewusst keine Ausflüge mehr geplant, sondern wollten hauptsächlich Sonne und Strand genießen. Der kilometerlange Strand in Flic en Flac lädt zum Sonnenbaden ein, zum Baden nur ein bisschen. Hier gibt es viele Steine und Korallen, die das Baden zum Spießrutenlauf werden lassen. Abgehalten hat uns das natürlich trotzdem nicht!

Mauritius Flic en Flac Sonnenuntergang

Am Abend geht die Sonne genau über dem Meer unter und hier boten sich uns teilweise wirklich spektakuläre Sonnenuntergänge. Mit Le Morne und den Booten im Hintergrund war es einfach traumhaft!

Das Ende unserer Weltreise

Und so endet unsere Weltreise nun auf Mauritius. Die Insel hat alles erfüllt, was wir uns für unsere letzten Wochen gewünscht hatten: traumhafte Strände, Wanderwege, Bootsausflüge und Roadtripmöglichkeiten. Gut gebräunt und tiefenentspannt treten wir nun nach einem Jahr unsere Heimreise an. Immer noch nur mit Handgepäck, dafür mit so vielen schönen Erinnerungen an ein unglaubliches Jahr, die wir für immer in unseren Köpfen verstaut haben.

4 Kommentare
  1. Aleida Niemeyer sagte:

    Danke für eure tolle Berichterstattung, die ich ein Jahr lang hier aus Schüttorf virtuell begleitet habe. Ihr kommt zurück in den deutschen Herbst, aber auch der hat seinen Reiz, man muss ihn nur sehen. Genießt die Zeit mit euren Familien und Freunden, nochmals vielen Dank für die vielen intensiven Eindrücke, die ihr mir und vielen anderen vermittelt habt! LG Aleida

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  2. Tine sagte:

    Liebe Franzi, lieber Mathias,
    wir kennen uns nicht aber ich bin durch Zufall vor ein paar Wochen auf Euren Blog gestoßen und bin beeindruckt von Euren Erlebnissen dir ihr mit uns geteilt habt.
    Ich Wünsche Euch eine schöne Zeit jetzt wieder in Deutschland mit Euren Familien & Freunden.
    Wünsche Euch alles Liebe
    Tine ( auch aus Niedersachsen :-) )

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